Beiträge von Don Quijote

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    Gratulation, hört sich super an!


    Seitens des Forums spricht glaube ich nichts dagegen, den Link einzustellen. Du machst aber dadurch natürlich deine Identität öffentlich, das würde ich mir gut überlegen (und es vermutlich eher nicht machen).


    Grüße

    Oliver

    Das Thema dieses Threads sind die Auswirkungen von Corona auf den Fussball, da ist das off topic.


    Wenn das andauert, dann sprich damit beim Arzt vor. Generell ist es eine schlechte Idee, sich mit Hilfe des Internets zu diagnostizieren und noch schlechter ist die Idee, sich mit Hilfe des Internets selbst zu therapieren.


    Grüße

    Oliver

    Ich weiß nicht, ob man überhaupt bemessen muss, ob es im NLZ und im Breitensportverein "schwerer" ist. Beides stellt einen immer wieder vor quasi unlösbare Probleme:


    Im Breitensport F-Jugend (7:7) hatten wir 2 Spieler, die praktisch nicht am Spiel teilgenommen haben. Beide waren gerne dabei, aber de facto haben die keinen einzigen Zweikampf gewonnen. Als Trainer habe ich mir oft den Kopf zerbrochen, wie ich die Jungs dennoch einsetzen kann. Im Ergebnis stand immer einer der beiden auf dem Feld, aber nie beide gleichzeitig, außer das Spiel war ohnehin schon entschieden (meist gegen uns). Für die stärkeren Spieler war es dennoch sehr frustrierend, dass die Mannschaftsleistung so reduziert wurde. Die wurden auch nicht angespielt, das konnte ich als Trainer auch nicht erzwingen. Oft haben die im Spiel kaum den Ball gesehen. Aber sie waren dennoch eifrig dabei. Was mich als Trainer da regelrecht angek*zt hat war die Spielklasseneinteilung: Wir waren eigentlich immer überfordert, das machte es extrem schwer, die schwachen Spieler mitzunehmen, ohne jedes Speil haushoch zu verlieren.


    Im NLZ habe ich nur die Perspektive als Spielervater. Es war in allen Jahrgängen so, wie Sir Alex es beschreibt, dass es immer Spieler gab, die deutlich heraus stachen, bei uns und auch bei den jeweiligen Gegnern. Natürlich sind die schwachen NLZ-Spieler immer noch recht gute Kicker, aber das Niveau ist halt insgesamt so hoch, dass "recht gut" deutlich abfällt und so auch Spiele oder Turniere entscheidet. Bei vielen Teams habe ich wahrgenommen, dass die sehr früh (schon ab U10, U11) eine Stamm-Besetzung haben, d.h. die Spielzeiten sind nicht mehr gleich verteilt. Ob da nur die Leistung ausschlaggebend ist oder ob andere Faktoren hineinspielen, weiß ich nicht. In den Teams meines Sohnes wurde bis U13 ziemlich durchrotiert, dann wurde zunehmend leistungsbezogen aufgestellt. Der Druck ist auf allen Ebenen hoch: Auf die Spieler, weil sie nicht aussortiert werden wollen. Die Trainer müssen sich erklären, wenn auf dem Turnier gegen eine Breitsportmannschaft verloren wurde. Enormer Druck resultiert alleine daraus, dass es quasi verboten ist abzusteigen. Und das ist z.B. als U14 in der C-Jugend Landesliga gar nicht so einfach.


    Noch ein Satz zu den Spielen an sich: Im NLZ wird deutlich mehr gespielt als im Breitensportverein. Und deutlich meint doppelt so viel oder eher noch mehr! Viele Spiele sind auch gar nicht bei fussball.de aufgeführt, z.B. Testspiele gegen andere NLZs oder Leistungsvergleiche werden oft nicht gemeldet. NLZs nehmen teilweise an einem Wochenende parallel an mehreren Hallenturnieren teil, in dem sie z.B. zwei 8er Teams bilden.


    Grüße

    Oliver

    Ich habe da keinen Gesamtüberblick, aber bei den Schulen, die ich kenne ist es so: Die Eliteschulen werden nicht ausschließlich von (angehenden) Leistungssportlern besucht, sondern lediglich ein kleiner Teil der Schüler zählt zu den Spitzensportlern. Als Beispiel hier die Carl-von-Weinberg Schule in Frankfurt

    Unter den ca. 1.100 Schülern befinden sich etwa 330 Sportler, davon 63 sogenannte High Performer (in der Regel Bundekaderathleten), vornehmlich aus der gymnasialen Oberstufe.

    An der CVW werden die Sportler (hier nicht nur Fussballer, sondern auch Leichtathleten usw.) in Sportklassen zusammen gefasst. Diese Sportklassen bekommen zusätzliches sportartspezifisches Training in der Schulzeit, da kommt z.B. ein Trainer vom DFB morgens an die Schule, um die Fussballer zu trainieren. Es gibt an der CVW auch immer eine starke Schulmannschaft, die es regelmäßig bis zum Bundesentscheid in Berlin schafft. In der Oberstufe gibt es dann keine Klassen mehr.


    An der Schule meine Sohnes ist es anders, da sind auch in Unter- und Mittelstufe die Klassen gemischt zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern. Ein Training an der Schule gibt es nicht, stattdessen werden die Fussballer von einzelnen Unterrichtseinheiten freigestellt, um beim Verein trainieren zu können. Das läuft dann so, dass die Jungs zu Beginn der großen Pause abgeholt und auf das nahe Trainingsgelände gebracht werden, dann trainieren die knapp 90 min und sind dann am Ende der nächsten großen Pause wieder in der Schule. Freigestellt werden die Schüler vom Sportunterricht und dann ggf. auch von Nebenfächern, sofern die schulische Leistung passt. Nachgeholt wird der Schulstoff dann in der Nachmittagsbetreuung, wo dann auch Fachlehrer aus der Eliteschule anwesend sind.


    Die Schüler gehen also an die Eliteschulen, weil die durch die Verzahnung mit dem Verein ein intensives Training ermöglichen. Ich denke nicht, dass es funktioniert, an die Eliteschule zu wechseln, um dort ein besserer Sportler zu werden. Das muss im Verein passieren.


    Grüße

    Oliver


    PS: Wir hatten auch zum Wechsel ins Gymnasium ein Aufnahmegespräch in einer Eliteschule des Fussballs. O-Ton des damaligen Sportlehrers "Mir ist egal, ob ihr Sohn in Mathe auf 4 steht, Hauptsache, er kann gut kicken!". Das hat mich schon ziemlich geschockt. Unser Sohn ist dann lieber auf ein normales Gymnasium gewechselt. Die Eliteschule kam dann erst beim Wechsel ins Internat.

    Ich kann bestätigen, dass sehr viele NLZ-Spieler auf Eliteschulen des Fussballs gehen, mein Sohn auch.

    Der Spagat zwischen den (zeitlichen) Anforderungen der Schule und den Anforderungen des Leistungssports ist nur zu schaffen, wenn es eine Kooperation zwischen Verein und Schule gibt.

    Was genau ist denn die Frage dieses Threads?


    Grüße

    Oliver

    Vielleicht wären vom dfb geförderte Jugendleistungszentren ab dem Aufbaubereich eine Option, in denen talentierte Kicker aus ca. 50-60 km Umkreis zu Leistungsteams zusammen gefasst werden und dann eben öfter als 1x pro Woche auf höherem Niveau trainieren.

    Die BFV Leistungszentren gehen ja in diese Richtung. Gibt es so etwas in anderen Bundesländern auch?

    Nein, vom DFB gibt es das außerhalb Bayerns nicht. Aber diese Rolle übernehmen aus meiner Sicht ambitionierte Jugendvereine wie z.B. hier im Rhein-Main Gebiet TSG Wieseck, SG Rosenhöhe oder der Karbener SV 1890 (Liste ist nicht abschließend!). In diesen Vereinen kann ein Jugendlicher durchgängig bis A-Jugend in ziemlich hohen Ligen kicken. Und aus diesen Vereinen gehen auch viele Spieler irgendwann ins NLZ.


    Grüße

    Oliver

    Moin Uwe,

    danke für deine Arbeit! Die Änderungen muss ich erstmal alle wahrnehmen und ausprobieren. Aber ich bin schon zufrieden, dass der trainertalk offenbar immer noch so gut funktioniert wie zuvor. :thumbup:


    Grüße

    Oliver

    Danke!


    Vielleicht noch eine Einschätzung bzgl. Profis: Jetzt in der U19 wird sich entscheiden, ob es zum Profi reicht oder nicht. Aus dem Team haben einige Spieler bereits Profiverträge bekommen, einige trainieren regelmäßig mit den Profis und bekommen Einsatzzeiten in der U23 oder sogar in der ersten Mannschaft. Mein Sohn ist da aktuell nicht dabei, insofern sind die anderen Jungs ihm da auf diesem Weg ein Stück voraus. Das hat aber den Vorteil, dass mein Sohn sich besser auch der Schule widmen kann. Ich sehe bei den genannten "angehenden Profis", dass die zum Teil erhebliche Schwierigkeiten haben, insbesondere durch die vielen Fehlzeiten (Vormittagstraining mit den Profis, Fahrten zu Auswärtsspielen, Lehrgänge der U-Nationalmannschaften...). Einer der betreffenden Spieler hat ein halbes Jahr vor dem Abi die Schule geschmissen, zwei weitere wiederholen jetzt die 10te Klasse. Daher bin ich ganz froh, dass unser Sohn ganz regulär und ohne große Probleme das Gymnasium absolviert. Aber klar, spätestens in 18 Monaten zum Ende der U19 wird sich zeigen, ob er seinen Traum vom Profi verwirklichen kann. Sportlich können die meisten Spieler aus der U19 sicher bei einem Landes- oder Regionalligisten mithalten. Insofern werden die Jungs auch dann, wenn es nicht zum Profi reicht, z.B. ihr Studium mit dem Fussball finanzieren können.


    Grüße

    Oliver

    Schon fast ein Jahr vorbei - hier wieder ein kleines Update.


    Die Saison 19/20 in der U17 lief super, bis zum plötzlichen Abbruch wegen Corona. Wie alle Einrichtungen wurde auch das Internat unseres Sohnes geschlossen, sogar ziemlich holterdipolter. Freitags um 16:00 bekam ich einen Anruf "Du musst mich abholen, das Internat schließt um 20:00". Also sofort von der Arbeit nach Hause und ins Auto die 200km in Angriff genommen, es hat noch geklappt...Unser Sohn war dann ca. 8 Wochen bei uns. Während der Zeit bekamen die Jungs Trainingspläne (Laufen, Sprints) und es gab auch einige Mannschaftssitzungen via Zoom. Trotzdem war unser Sohn heilfroh, als er wieder Ins Internat zurück konnte und sie wieder im Team trainieren durften.


    Im Sommer stand dann der Wechsel in die U19 an. Da es ja keine U18 gibt, werden da ungefähr 50% der Spieler ausgesiebt. Unser Sohn wurde übernommen, insofern ist erstmal alles ok. Aber er hat jetzt halt sehr starke Altjahrgänge (2002er) auf seiner Position im Team, mit denen er um Einsatzzeiten konkurriert. Aktuell sieht ihn der Trainer ein bisschen hinten dran, daher spielt er nicht Stamm, sondern sitzt viel auf der Bank. Er bekommt Spielzeiten in Testspielen oder wenn einer der Stamm-IV ausfällt, aber für seinen Ehrgeiz ist das zu wenig. Der Trainer spricht aber viel mit ihm und ermuntert ihn, weiter Gas zu geben, er sei "nahe dran" (was immer das heißt).


    Es wird hier knallhart nach der Einschätzung der Leistungsfähigkeit aufgestellt. Persönlich würde ich ja vielleicht die Spielzeiten ein bisschen verteilen, um alle Spieler im Kader weiter zu entwickeln. Aber so läuft das nicht. Wenn der Stamm-Spieler fit ist, bekommt er 100% der Einsatzzeiten. Aus Sicht des NLZ ist das vielleicht sogar nachvollziehbar, denn es geht denen ja nicht um die Entwicklung einer Mannschaft, sondern um die 2 oder 3 Toptalente im Team, die es zu den Profis schaffen können. Unser Sohn nimmt diesen Konkurrenzkampf an, er zieht sich also nicht gefrustet zurück, sondern versucht, sich im Training anzubieten. Mal sehen, wie das so weiter geht.


    Jetzt ist die Saison wieder unterbrochen, auch Teamtraining findet nicht statt. Stattdessen wieder viele Läufe und Stabilisationsübungen, aber nichts mit Ball. Corona ist aber auch allgegenwärtig, sowohl in der Schule als auch im Internat gab es schon etliche Fälle. Unser Sohn hat Bammel, dass er auch mal in Quarantäne muss, denn das ist kein Spaß: Die Jungs müssen dann im Internat im Zimmer bleiben, das Essen wird vor die Tür gestellt. Das ist sicher nicht angenehm, aber zum Glück ist er bisher verschont geblieben. Von einer echten Infektion ganz zu schweigen.


    Für uns als Familie ist es derzeit auch sehr schwer, den persönlichen Kontakt in Verbindung mit den Kontaktbeschränkungen aufrecht zu erhalten. Es verlagert sich halt (wie bei allen) viel auf Telefon oder Chat. Jetzt warten wir alle, ob und wann ein Signal kommt, dass sie wieder trainieren dürfen und wann die U19-Bundesliga weiter geht. Aber das setzt sicher voraus, dass die Ansteckungszahlen sinken. Die Saison 20/21 ist nach meiner Einschätzung schon fast gelaufen...


    Grüße

    Oliver

    Jedem ist klar, dass das Ansteckungsrisiko in der Schule deutlich höher ist als beim Fussballtraining. Aber: Um das Virus wieder einzufangen wäre eigentlich ein kompletter Lockdown erforderlich, inkl. Schließung aller Schulen und aller Sportstätten. Das ist für die Gesellschaft nicht zu schaffen. Also lässt man die Dinge offen, die man für systemrelevant hält. Und das sind eben die Schulen und nicht die Sportstätten.

    Das Problem in der C-Jugend ist die enorme Spreizung. Der komplette Wechsel auf's Kleinfeld für U14+U15 passt für die früh entwickelten Spieler auch nicht. Ich habe in der U13 schon knapp 2m große Torwärte gesehen, deren Abschläge recht gefährliche Torschüsse waren...


    Sinnvoll wäre eigentlich eine Einteilung nach Entwicklungsstand, nicht nach Alter. Da das aber kaum praktikabel ist, wäre ich für den auch hier schon thematisierten Wechsel der Altersklassen:

    • U11+U12 als eine Altersklasse auf Kleinfeld (7er)
    • U13+U14 als eine Altersklasse auf Kleinfeld (9er)
    • U15+U16 als eine Altersklasse auf Großfeld (11er)

    Das passt auch nicht immer, aber besser als der Status Quo.


    Grüße

    Oliver

    Tiberius Danke für deinen Vorschlag. Du hast Recht, da stehen viele Selbstverständlichkeiten drin und insofern hilft der Vertragsentwurf vielleicht denen, die sich erstmals Gedanken um die Einführung einer Mannschaftskasse machen. Aber aus den Reaktionen hier siehst du, dass Du wenig Erfolgsaussichten hast, so einen Vertrag tatsächlich zur Anwendung zu bringen. Auch ich als Spielervater würde so einen Vertrag nicht unterzeichnen, aus folgenden Gründen: Das ist mir schlicht zu hoch gehängt. In einer Mannschaftskasse will ich nur kleine Beträge verwaltet sehen. Wenn es um größere Beträge geht, wie z.B. gemeinsame Exkursionen, dann sollte das Geld bedarfsgerecht eingezogen werden, so wie Goodie das oben beschreibt. Für Bagatellbeträge will ich mich aber nicht mit einem Vertrag auseinandersetzen.


    Und vielleicht noch ein Kommentar zu deinem letzten Satz: Du hast Kritik bekommen,aber aus meiner Sicht war die sehr wohl konstruktiv - auch wenn sie nicht so ausfiel, wie Du sie erwartet oder gewünscht hast. Aber vielleicht bringt dich das Feedback dazu, dein Engagement anderweitig einzusetzen und nicht unnötig Zeit und Mühe in eine Vertragsversion 2.0 zu stecken.