Der Weg als Trainer in den Profifußball

  • Ich habe Auswahlspieler, trainiere die Jungs mittlerweile seit 3 Jahren, und frage mich immer mal wieder ob Sie wegen oder trotz meines Trainings Auswahlspieler sind. Wahrscheinlich habe ich nur das Glück das Sie von Natur aus Talent mitbringen und

    Ihnen das Training Spaß macht und Sie auch in der Freizeit ständig kicken.

    Genauso geht es mir auch gegenwärtig. :thumbup:

  • Das ist vielleicht der erste wichtige Punkt, den wir dir vermitteln können: Reflexionsfähigkeit.

    Ohne eine möglichst objektive Reflexion und ständiges Hinterfragen wirst du es nicht weit bringen.

    Ich finde schon, dass das Ergebnis etwas aussagt. Es ist nicht vorderrangig aber trotzdem wichtig um die Spieler zu motivieren und ihnen Selbstvertrauen zu geben. Außerdem besteht meine Mannschaft zu 80% aus Herbstkindern, was heißt das immer gegen körperlich überlegene Gegner gespielt wird. Diese Defizite technisch zu kompensieren und dann auch noch des öfteren zu gewinnen sehe ich schon als Erfolg.

    Bei der Wichtigkeit von Ergebnissen bin ich nicht bei dir. Natürlich sind Erfolgserlebnisse wichtig, sowie die Entwicklung einer Siegermentalität (zumindest empfinde ich das als wichtig für meine Spielern). Aber es sagt rein gar nichts über die Qualität des Trainers aus. Wie würdest du Frage bewerten, wenn du eine sehr schwache Mannschaft betreuten würdest? Angenommen du verlierst bei gleicher Arbeit alle deine Spiele, einfach weil die Qualität deiner Spieler zu schlecht ist bzw. deine Gegner zu stark sind. Und jetzt soll die Qualität deiner Arbeit plötzlich schlechter sein, nur weil deine Spielerqualität nicht gut ist?

    Aber wie gesagt, ich kann deine Arbeit nicht bewerten, ich kenne nur deine Meinung. Müsste schon dein Training und Spiel gesehen haben, um eine fundierte Meinung abgeben zu können.


    Zum Thema mitspielen im Training: Mache ich zwar selber nicht, kann ich aber auch nicht ausschließen, dass es sinnvoll ist. Hab das vor allem in südeuropäischen Ländern des Öfteren gesehen. Mögliche Vorteile: die Spieler werden mehr gefordert; Spieler können sich vom Trainer Dinge abschauen, genauso wie sie es von besseren Mitspielern tun. Mögliche Nachteile: Trainer übernimmt spielerische Aufgaben von Spielern, die für ihn einfach zu lösen sind, aber für die Spieler eine Herausforderung darstellen (z.B. Spieleröffnung); Ballkontakte der Spieler werden reduziert; Spieler spielen wenig frei und können Kreativität nicht entfalten, wenn sie gesamte Zeit das "Spiel des Trainers" spielen müssen.


    Am folgenden Bild von Rene Maric möchte ich dir zeigen, dass es vielen Trainer geht wie dir. Ich kann es natürlich nicht unzweifelhaft sagen, da ich dich nicht wirklich kenne. Aber vermutlich bist du gerade in der "I'm an expert"-Phase.



    Quelle: http://konzeptfussballberlin.de/rm-spezial/

  • Auch verstehe ich nicht ganz warum es ein NoGo sein soll mitzuspielen?

    Ich habe ja noch einen Cotrainer mit dem ich mich oft genug auch abwechsle, sodass einer zusieht. Zu 50% spielen wir dann beide mit. Ich verstehe nicht was so schlimm daran sein soll, schließlich machen die Jungs eine Hammerentwicklung durch.

    Allein durch Deine Größe im Vergleich zu Deinen F-Spielern hast Du eine deutlich höhere Präsenz auf dem Platz als sie. Sie werden Dich immer wieder suchen und so wirst Du zum Spielgestalter.
    Du wirst Pässe spielen können, die von ihnen keiner spielen kann, da Du das Spielfeld aus einer ganz anderen Etage siehst. Damit siehst Du Räume, die sie nicht sehen können.

  • Ein Traum, Ein Ziel, aber ein unfassbar weiter Weg vor dir.

    Plane nicht zu viel. Arbeite als Trainer, häng dich irgendwo auch mal als Co an. Versuche Lizenztechnisch so weit zu kommen wie es geht.


    Und verabschiede dich von dem Gedanken an die UEFA Pro Lizenz. Das ist wie ein 6er im Lotto wenn du weder Profi warst, noch große Kontakte hast.

    Dazu lass dir aber gesagt sein, dass eine Lizenz bei weitem keinen guten Trainer ausmacht.


    Mit 18 Jahren bist du noch sehr jung, ein halbes Jahr ist wenig Erfahrung - auch 2 Jahre sind nicht viel. Ein Proficlub wird dich so eher nicht nehmen.


    Der Traum als Trainer Geld zu verdienen ist ein schöner, aber nur selten Realität. Bei mir kam das dann nach vielen Jahren eher zufällig und war mit verdammt viel Arbeit, verdammt viel Verzicht (Freizeit, Geld etc.) verbunden.

    Wenn man dann aber die Möglichkeit hat hauptamtlich als Trainer zu arbeiten ist es schon "nett" :D


    Grüße

    Björn

  • Ich habe hier die letzten Tage interessiert mitgelesen. Zunächst einmal finde ich es wirklich traurig, dass hier von einigen gleich mal so Sätze fallen wie "das schaffst Du sowieso nicht" oder ähnliches.

    Für den Fußball, für die Entwicklung von Kindern, gibt es doch nichts besseres als junge Trainer, welche auch an sich arbeiten wollen. Die Ziele können doch dabei nicht hoch genug geriffen sein.

    Im Profi-Fußball kommen doch mittlerweile immer mehr Leute unter. Immer mehr können damit eine Vollzeitbeschäftigung erhalten - es muss ja nicht immer der Cheftrainer der Bundesligamannschaft sein.


    Mache deinen Weg, am besten dazu mit Studium welches Dir in der Richtung hilft (das hast Du ja ohnehin vor). Gerade als Student hast Du auch Zeit mit Praktika viel zu lernen oder wichtige Kontakte zu knüpfen. Schau, dass Du möglichst weit kommst mit deinen Lizezen und ganz wichtig: schaue viel nach links und nach rechts, versuche von möglichst vielen Leuten zu lernen.


    Ich finde deinen Ehrgeiz lobenswert. Du musst halt am Ball bleiben und Dir darf auch der ein oder andere Umweg nicht zu viel sein. Ich sehe aber wirklich keinen Grund - wenn Dir das Spaß macht und Du wirklich auch einen langfristigen Plan mit Studium verfolgst - wieso Du dann nicht mal von der Branche Fußball leben können solltest. Ob es am Ende der Cheftrainer ist, oder irgend eine andere Positionen bei einem Verein, oder ob Du mal etwas in der Wirtschaft findest und dann auf diesem Weg auch mit dem Profigeschäft zu tun hast, das sollte dann am Ende kein Problem sein für Dich.


    Dein erstes großes Ziel sollte sein, einen guten Studienplatz zu bekommen. Denn - sollte dein Plan aus welchen Gründen auch immer schief gehen oder ins stocken geraten - wird das dein Standbein sein.

  • Habe auf Facebook gesehen, dass coerver coaches in D und Au gesucht werden.

    Hast Du nähere Infos zu den Kosten so einer Ausbildung?!? Würde mich mal interessieren.

    Die Lizenz läuft ja immer 2 Jahre. Dann geht das über ein Umsatzbeteiligungssystem glaube ich.

    Habe da nur mal kurz zu gegoogelt. (Unser Stützpunkttrainer der U13 sagte mal, das sei Ihm zu teuer?!?)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Hast Du nähere Infos zu den Kosten so einer Ausbildung?!? Würde mich mal interessieren.

    Die Lizenz läuft ja immer 2 Jahre. Dann geht das über ein Umsatzbeteiligungssystem glaube ich.

    Habe da nur mal kurz zu gegoogelt. (Unser Stützpunkttrainer der U13 sagte mal, das sei Ihm zu teuer?!?)

    Leider nicht. Habe nur die Anzeige wahrgenommen und dachte, das passt zu diesen Thread hier, um michwies noch eine Option zu zeigen, wie er parallel zum Studium seine Existenz näher in Richtung Lebensunterhalt bis Fussball aufbauen kann.