Der Weg als Trainer in den Profifußball

  • Liebe Community!


    Ich bin noch ein sehr junges Mitglied und ein ebenso junger Trainer. Seit gut einem halben Jahr bin ich Trainer einer F-Jugend eines Regionalligavereins (3. österreichische Liga - Niveau in Deutschland spielerisch zwischen 3. und 4. Liga; infrastrukturell jedoch eher 4. Liga :-D). Ich bin 18 Jahre alt, habe gerade mein Abitur absolviert und jetzt kurz vor dem Schritt zum Bundesheer für ein halbes Jahr (in Österreich verpflichtend). Habe bis letztes Jahr auch selbst gespielt, bin aber definitiv jemand der mehr über Spielintelligenz kommt als über Technik oder Tricks. Mir macht das Coachen, allerdings so Spaß, dass ich ernsthaft überlege meine weitere Karriereplanung möglichst meinem Traum als Trainer zu adaptieren. Mein Plan aktuell wäre es noch eineinhalb Jahre in Österreich zu bleiben und dann mit der B-Lizenz (3. Ausbildungsstufe) im Gepäck mich in Deutschland neben einem BWL und Sportwissenschaftsstudium bei einem Profiverein zu bewerben. Mir schwebt hier eher aufgrund der tollen Unis NRW, Baden-Württemberg oder Hessen vor. In Österreich ist es zum Beispiel nicht möglich die UEFA Pro Lizenz (Fußballlehrer) ohne Profierfahrung als Spieler zu absolvieren. Ich bin sicherlich trotz meines jungen Alters sehr professionell (nehme jede Fortbildung die ich kriegen kann dankend an). Bekomme von allen Seiten LobAuch wäre es mir nicht so wichtig ob ich zu Beginn in Deutschland Co-Trainer oder nur E-Jugend Trainer wäre. Essenziell ist für mich lediglich, dass Aufstiegsmöglichkeiten gegeben sind.


    Zu meiner Mannschaft: Die Anlagen waren sicherlich vor meinem Kommen auch schon sehr gut, allerdings ist es mir durch meinen enormen Zeitaufwand gelungen, dass meine Mannschaft definitiv in den top 3 in ihrem Bundesland ist. Interessanterweise arbeite ich allerdings nicht sonderlich ergebnisorientiert. Diese Erfolge sind größtenteils auf das aufwändige, moderne Training und meine ohnehin schon talentierten Spieler zurückzuführen. Ich investiere ca. 15-20 Stunden wöchentlich in:


    -Organisation und Planung (Soweit möglich

    -3 Trainings (2 Mannschaft-, 1 Individual)

    -Videoaufnahme von Spielen und Individualtraining (Anschließende Analyse)

    -Überregionale

    -Fortbildungen (Vorträge, Bücher, Videos)


    Meine Fragen an euch:


    1. Macht eine Initiativbewerbung (zB. Domenico Tedesco) Sinn?

    2. Werde ich aufgrund meines Alters ernstgenommen?

    3. Hat irgendjemand von euch einen Draht zu einem professionellen Verein?

    4. Wie schätzt ihr meine Chancen ein?


    Danke schon einmal im Voraus für Eure Antworten!


    PS: Natürlich kann ich aufgrund meines Alters noch keine A-Lizenz vorweisen (wie für Akademietrainer üblich). Ich will allerdings jedes Jahr die nächst höhere Ausbildung absolvieren.

  • Das kommt drauf an: Es gibt einige Vereine in Deutschland, die bewusst auf junge Trainer setzen, da diese eben nicht so hohe Fordrungen stellen wie ältere Trainer, die dafür eine größere Erfahrung anbieten können.

    Also wegen deines Alters brauchst du dir bei den Vereinen, die ich in diesem Bereich kenne, keine Sorgen machen. Auch Initiativbewerbungen können Sinn machen, sollte Bedarf bestehen wird dich ein Koordinator/der Jugendleiter sicher zu einem Gespräch einladen, wo es an dir liegt, dein können unter Beweis zu stellen..

  • 2. Werde ich aufgrund meines Alters ernstgenommen?

    Das Alter spielt nur eine Untergeordnete Rolle, Erfahrung, Ehrgeiz etc. ist dort wichtiger.

    4. Wie schätzt ihr meine Chancen ein?

    Die Chancen sehe ich als gering, fast aussichtslos in deiner jetzigen Position an. Du hast derzeit noch zu wenig "vorzuweisen" um überhaupt ins Sichtfeld reinzugehören.


    Du solltest dir erstmal keine Gedanken machen, wie du in ein NLZ rein kommst, sondern in ambitionierten Vereinen in deinem Umfeld aufsuchen - so wie du es derzeit in Österreich machst und dort über gute Leistungen ins Gespräch zu kommen. Das ganze wird aber sicher noch 3-4 Jahre dauern bis es soweit ist. Vorher solltest du erstmal Erfahrungen sammeln, alles andere wird sich dann ergeben. Aber jetzt schon zu Träumen in einem NLZ zu arbeiten ist leider träumerei

    .


    Denn, dass was du schreibst möchten viele, sehr viele und viele von denen haben deutlich mehr Erfahrung, höhre Lizenstufen und ggf. sogar Erfolge im Semiporfessionellen Bereich oder auch Sportwissenschaftliche Hintergründe vorzuweisen.

  • michwies

    Warum möchtest du denn unbedingt in einem NLZ trainieren? Hast du dich mit der üblichen Arbeitsweise in einem NLZ vertraut gemacht?

    Du würdest dein Heimatland verlassen und einen dir unbekannten Studienort wählen, nur um in einem NLZ arbeiten zu können?


    Für die Fußballlehrerausbildung in Deutschland werden pro Jahr lediglich 24 Trainer zugelassen. Wir haben über 50 NLZ, die über mindestens einen Fußballlehrer verfügen müssten. Es gibt 29 Stützpunktkoordinatoren, die Fußballlehrer sein oder werden müssten. Es gibt 21 Landesverbände, deren hauptamtliche Verbandstrainer Fußballlehrer sein oder werden müssten. Dazu gibt es 56 Profiteams. Ausländische Fußballlehrer mal ausgenommen, gibt es somit rd. 160 Trainer, die über dies Qualifikation verfügen müssen bzw. sollen. Es braucht somit 7 Durchgänge, um die bestehenden Trainer zu qualifizieren. Unter Berücksichtung der enormen Fluktuation und den in jedem Jahr nachrückenden ca. 200 neuen A-Lizenz-Trainern muss man als junger Trainer schon richtig gute Arbeit leisten, um die Zulassung zu bekommen.


    Ich würde dir empfehlen, zunächst ein Praktikum bei einer Akademie in Österreich oder an einem NLZ in Deutschland zu machen. Die Chance auf ein Praktikum ist ungleich höher, als eine Bewerbung auf ein Traineramt.

    So kannst du dir die Abläufe erst einmal ansehen. Ebenfalls höhere Chancen sehe ich in einer Tätigkeit als Mannschaftsbetreuer. Auch hier könntest du die Abläufe erst einmal kennen lernen.

    In den meisten NLZ gibt es keine F-Junioren. Deine Erfahrungen beziehen sich somit auf eine Altersgruppe, die kaum relevant ist. Daher würde ich an deiner Stelle versuchen Erfahrungen in den Altersklassen ab U 11/U12 zu sammeln.

    Wenn du diese dann gesammelt hast und ggf. ein sportwissenschaftliches oder pädagogisches Studium beginnen willst, dann würde ich dir zunächst raten, es als Co-Trainer zu versuchen. Die direkte Einstellung eines unbekannten "Cheftrainers" von außen, ist doch eher ungewöhnlich. Aus dem NLZ selbst oder aus Kooperationsvereinen stehen meist bekannte Co-Trainer und Trainer zur Verfügung. Hinzu kommt, das auch Trainer von anderen NLZ abgeworben werden.


    Mit der B-Lizenz wirst du in einem deutschen NLZ wahrscheinlich eh kein Cheftrainer werden können. Hier benötigst du mindestens die Elite-Junior-Lizenz, die es in Österreich gar nicht gibt.


    An deiner Stelle würde ich versuchen mich im eigenen Verein weiterzuentwickeln. 3. Liga ist doch schon etwas und im Verein kennt man dich. Wenn du dir in ein paar Jahren einen guten Ruf erarbeitet hast, vielleicht auch überregional, dann öffnen sich möglicherweise ein paar Türen von allein.

  • Wenn Du in NRW studierst, gibt es hier viele Vereine,(wie let1612 auch schon schrieb) die Koop-Partner von NLZ's sind. Da besteht auch durchaus Bedarf an jungen (Co-) Trainern. (Man muß halt klein anfangen). Bei den Koop Partnern(NLZ) sind dann erstmal Hospitationen möglich. Danach kommt das Praktikum, und wenn Du Dich gut anstellst mit Studium und nebenher den Lizenzen, und dabei auch noch Deine Jungs entwickelst, kannst Du mal beim NLZ anklopfen.(oder die kommen von selbst auf Dich zu).

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Grätsche   Trainer E


    Zuerst einmal danke für eure Antworten.


    Das mit dem Heimatland verlassen und in eine fremde Stadt ziehen hätte ich sicherlich besser beschreiben sollen. Grundsätzlich reizt mich die Destination Deutschland einfach auch weil die beruflichen Perspektiven abseits des Fußballs auch wesentlich besser sind als in Österreich. Auch genießen die Universitäten in Deutschland einen wesentlich besseren Ruf als in Österreich.


    Ich glaube schon, dass ich gute Chancen habe (auch deshalb weil ich ja schon Jugendtrainer bei einem Verein in der 3. Liga bin), allerdings stellt sich mir die Frage ob es sinnvoll ist einfach mal Initiativbewerbungen an diverse Vereine der 1. , 2. und 3. Bundesliga zu schreiben. Bei Domenico Tedesco hat es meines Wissens ja auch geklappt. Der war davor glaube ich aber überhaupt nicht Trainer und wurde nach Initiativbewerbung in Stuttgart U8 Trainer. Meine Denkweise ist hierbei, dass es wichtig ist einmal in den Nachwuchs eines Bundesligavereins zu kommen. Ob man nur anfangs nur Cotrainer ist oder die U7 trainiert spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle.


    Ich selbst werde ja noch definitv ein Jahr in Österreich bleiben und nächstes Jahr eine U11 oder U12 trainieren, da ich einfach merke, dass ich bei den bisschen älteren Jungs bei denen die Basics schon vorhanden sind mehr aufgehe und noch konsequenter arbeiten kann.

  • Leider muss ich dir widersprechen, dass ist leider sehr viel Träumerrei. Deine Chancen sind sehr gering und die Frage der Sinnhaftigkeit erschließt sich mir auch nicht wirklich. Klar kannst du es probieren, aber deine Aussichten tendieren halt gegen 0, da muss man realistisch sein. Du hast derzeit nichts vorzuweisen, dass ein NLZ sagen würden "Oh, den müssen wir haben". Und deine Chancen auf Grund deiner Arbeit bei einem Österreichischen 3.Ligisten einzuschätzen ist leider sehr naiv. Du musst mit deiner Arbeit/Erfolg, nicht mit dem Verein dich ins Gespräch bringen.


    Ich kann dir den Schritt in ein Verein der 3./4. Liga, ggf auch tiefer mit hochspielenden Nachwuchsmannschaften empfehlen, da du dich dort mehr entfaltenkannst und dich auch als Trainer mehr "austesten" kannst, gerade in höheren Altersbereichen.


    Und das Ziel bei einem Bundesligst als U9 Co-Trainer zu arbeiten sehe ich - gerade mit dem Ziel "Profi-Trainer" nicht als erstrebenswert, da man dann meist auf diesen Bereich gebrandmarkt ist.


    Deswegen, mein Tipp und ich spreche aus Erfahrung: Lizenzen machen, Studium absolvieren, parallel in einem ambitionierten Verein mit gutem Nachwuchs - da ist Lizenzmannschaft erstmal zweitrangig und ob NLZ - arbeiten und dich mit deiner Arbeit und dem Erfolg ins Gespräch bringen UND dann kannst du dich bewerben.


    Als kleines "abschreckendes Beispiel": Ich bin 27,wohnhaft in NRW, A-Lizenz Inhaber, Sportwissenschaftler, arbeite seit 8 Jahren im Nachwuchsbereich und bin noch bei einem "ambitionierten Verein", da der Weg zu einem NLZ Verein derzeit nicht möglich ist, da die Positionen häufig schon besetzt - meist sogar mit Fußballlehrern. Bei Bayer 04 Leverkusen sind alle Trainer von der U14 aufwärts Fußballlehrer oder sind gerade im Lehrgang.


    Also bau dir keine Luftschlösser, versuch erstmal klein anzufangen und dich selbst auszustesten, in einem NLZ bist du eingeschränkt und stehst unter Ergebnisdruck, nicht förderlich als Trainer zu Anfang. ;-) 

  • Siso hat schon recht, es ist fast unmöglich.

    Mach erstmal deine Erfahrungen in Altersklassen ab D-Jugend. Es gibt genug gute Vereine die da immer Trainer und Co-Trainer suchen, besonders in den großen Städten. Bei uns werden bei den NLZs mittlerweile auch nur ehemalige Spieler im U8-U11 Bereich (Co-) Trainer. 17-Jährige die aussortiert wurden, aber noch Bock haben und sich eignen. So wissen die NLZs gleich das diese neuen Trainer die Philosophie verinnerlicht haben, die Methoden schon kennen und keinen Mist machen.

    Wenn es da nicht klappen sollte du aber deine Lizenzen gemacht hast, kannst du ja immer noch eine Herrenmannschaft übernehmen und bis in die Bundesliga aufsteigen. Sind ja nicht so viele Liegen ;-)

  • Ich weiß nicht, warum ihr das so ins negative zieht.

    ...und dann mit der B-Lizenz (3. Ausbildungsstufe) im Gepäck mich in Deutschland neben einem BWL und Sportwissenschaftsstudium bei einem Profiverein zu bewerben.

    Ich finde, das klingt nach einem Plan. Mit diesem Studium machst du sicher schon mal nichts verkehrt.


    Das wäre auch mein Rat: Besorge dir erstmal den Studienplatz und finde dort rein.

    Die Studienzeit kannst du dann nutzen, um deine weiteren Trainerscheine zu machen. Desweiteren kannst du natürlich auch in der Zeit als Trainer arbeiten. Div. weitere Möglichkeiten sollten die zahlreichen Fußballschulen bieten, die sicher gerade in den Ferien Hilfskräfte benötigen.
    Ob du ein Amt in einem NLZ findest, oder erstmal in einem der zahlreichen ambitionierten Teams Erfahrungen sammelst, wird sich dann ggf. zeigen.


    Guck mal hier:

    https://www.borussia.de/filead…tikant_Fussballschule.pdf

    https://www.borussia.de/filead…Trainer_international.pdf 
    Das ist eine aktuelle Stellenausschreibungen. Du kannst ja selber abschätzen, was dir noch fehlt, um bei dieser Stelle eine Chance zu haben... Viel Erfolg!


    Und vielleicht denkst du über einen Plan B nach. Sportlehrer? Physiotherapeut?
    Trainer kann man ja immer noch als Hobby betreiben, wenn es für eine Profikarriere nicht reicht.

  • Die Sichtweise des Threaderstellers ist ein wenig blauäugig - daher vielleicht auch die eine oder andere Reaktion, die du als negativ ansiehst. Seine Planungen sind nicht völlig naiv, aber dass er "gute Chancen" auf eine Profitrainer-Karriere sieht, weil er eine F-Jugend in die "Top 3" eines österreichischen Bundeslandes geführt hat, zeigt eine Sichtweise, die noch etwas realistischer werden muss.


    Wie Animateur meinte - wir reden immer davon, wie schwierig/fast unmöglich es für ein Kind ist, Profi zu werden. Die Trainerstellen sind noch einmal deutlich begrenzter. Ich kenne sehr viele junge, sehr gute, sehr engagierte Trainerkollegen, die gerne in ein NLZ wollen.


    Auf der anderen Seite: Wenn jeder sich von den schlechten Aussichten abhalten lassen würde, dann braucht es auch gar keiner zu versuchen. Weder als Spieler noch als Trainer. Voll auf die Karte Trainer zu setzen wenn man kein Ex-Profi ist, ist halt ein Vabanque-Spiel. Ich kenne da einige, die das versucht haben, richtig reich ist keiner davon geworden. Einige können (gerade so) ihren (bescheidenen) Lebensunterhalt davon finanzieren.

  • Die Sichtweise des Threaderstellers ist ein wenig blauäugig - daher vielleicht auch die eine oder andere Reaktion, die du als negativ ansiehst.

    Na ja, der TE ist 18 und peilt unter anderem ein Studium an.

    So falsch ist das ja erstmal nicht.


    Wie es in einem NLZ aussieht, weiß ich nicht. Hier im Umkreis sind aber auch die ambitionierten Vereine auf Trainerväter angewiesen! Ich glaube nicht, dass ein junger Student mit Trainerschein abgewiesen werden würde.

  • Siso Danke für deine ehrliche Antwort. Aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es sonderlich schwierig ist mit A-Lizenz und als studierter Sportwissenschaftler in ein NLZ zu kommen. Bis zur U12 ist die B-Lizenz eher Regel als Ausnahme. Außer vielleicht bei Top Vereinen wie Dortmund, Schalke, Leverkusen etc. Natürlich verfügen die meist über Kontakte, aber mit A-Lizenz und entsprechendem Studium gerade in einem einzigen Ballungsraum wie NRW keine Stelle zu finden erscheint mir schon etwas seltsam. Vielleicht fehlt dir etwas die Flexibilität (bitte nicht böse auffassen), dass es für dich zum Beispiel nicht in Frage kommt eine U10 zu trainieren oder als Cotrainer anzufangen. Es ist sicher kein Fehler klein anzufangen. Siehe Tedesco als Cotrainer bei der U8 vom VfB Stuttgart. Und aktuell wsl das größte Trainertalent.


    A(ni)mateur Ich glaube, dass es keineswegs schwerer ist Profitrainer als Spieler zu werden (das soll keinesfalls heißen, dass das auch nur in irgendeinerweise leicht wäre). Jeder Trainer war Spieler, aber die wenigsten Spieler werden Trainer. Auch kenne ich niemanden der in meinem Alter ist und Jugendtrainer ist. Es wird immer von einem Mangel an qualifizierten und motivierten Trainern gesprochen, dass diese nicht ehrenamtlich beim Dorfverein arbeiten wollen ist doch irgendwie klar. Die wenigsten Trainer wollen auch Risiko eingehen und setzen lieber auf das sichere Pferd.


    Chris Klar ist meine Ansicht etwas voreingenommen, darum ist dieses Forum ja auch so toll. Meine Mannschaft ist aber sicher auch österreichweit eine top 5-10 Mannschaft (bin in einem Bundesland mit großer Qualitätsquantität). Zum Beispiel hatten wir dieses Jahr auch schon eine Siegesserie von 21 Spielen in Folge und haben 3 von 3 Bundesligamannschaften (teilweise vernichtend) geschlagen. Was mir sicher fehlt (wie auch mit meinen 18 Jahren) ist ein entsprechendes Netzwerk.


    Der Tenor hier ist eher: ist aktuell unmöglich und in Zukunft fast unmöglich. Wie hat es dann ein Domenico Tedesco beim VfB Stuttgart geschafft (sicher eines der besten 10 NLZ Deutschlands) ohne JEGLICHE Trainervorkenntnisse oder glanzvolle Spielerkarriere.

  • Chris Klar ist meine Ansicht etwas voreingenommen, darum ist dieses Forum ja auch so toll. Meine Mannschaft ist aber sicher auch österreichweit eine top 5-10 Mannschaft (bin in einem Bundesland mit großer Qualitätsquantität). Zum Beispiel hatten wir dieses Jahr auch schon eine Siegesserie von 21 Spielen in Folge und haben 3 von 3 Bundesligamannschaften (teilweise vernichtend) geschlagen. Was mir sicher fehlt (wie auch mit meinen 18 Jahren) ist ein entsprechendes Netzwerk.


    Qualitätsquantität! :thumbup::love:


    Und hör um Gottes willen auf mit F-Jugend Siegen zu hausieren. Bei mir wärst Du damit schon als Kandidat aus dem Raster rausgefallen.

  • Ersatzbank  


    Ich geh damit sicherlich nicht hausieren. In der F-Jugend sind Siegee definitiv nicht das Wichtigste. Aber es ist meines Erachtens ein toller Achtungserfolg wenn man kontinuierlich Profivereine schlägt. Entweder du liest still mit oder du gibst Tipps/deine Meinung ab. Dieses unsachliche Gebrabel braucht keiner.

  • Ersatzbank hat allerdings inhaltlich schon einen wichtigen Punkt angesprochen. Einerseits haben Erfolge in der F-Jugend nur relativ wenig mit guter Trainerarbeit zu tun (auch wenn es sie nicht ausschließt). Und gute Trainerarbeit hat im Kinderfußball auch sehr wenig mit dem zu tun was von dir im Jugend-Leistungsbereich oder im Profifußball erwartet wird zu tun.

    Allein was das Detail-Coaching und die Planung von Woche und Jahr angeht sind da Welten dazwischen.


    Auch, dass du in einem 3.Ligaverein Trainer bist haut einen jetzt nicht direkt vom Hocker. Auch in Deutschland ist es nicht gegeben, dass Profivereine eine Top-Jugendarbeit haben (z.B.: SF Lotte) und ab Liga 4 kommt es auch ab und zu vor, dass Vereine gar keine Jugendarbeit haben.

  • Ersatzbank  


    Ich geh damit sicherlich nicht hausieren. In der F-Jugend sind Siegee definitiv nicht das Wichtigste. Aber es ist meines Erachtens ein toller Achtungserfolg wenn man kontinuierlich Profivereine schlägt. Entweder du liest still mit oder du gibst Tipps/deine Meinung ab. Dieses unsachliche Gebrabel braucht keiner

    Komisch, für mich klingt es eben als wären die Kindersiege für dich sogar sehr wichtig. Aber ich irre mich gerne. Tut mir auch leid wenn dir meine Meinung nicht gefällt, ich steh dazu. Allerdings musst ich zugeben, das ich im NLZ und Stützpunkt-Bereich oder auch Hochschulbereich nur mit Kinder Trainern zu tun habe und nicht mit Erwachsenen- oder Jugendtrainern.

  • Der Tenor hier ist eher: ist aktuell unmöglich und in Zukunft fast unmöglich. Wie hat es dann ein Domenico Tedesco beim VfB Stuttgart geschafft (sicher eines der besten 10 NLZ Deutschlands) ohne JEGLICHE Trainervorkenntnisse oder glanzvolle Spielerkarriere.

    Niemand will dir deinen Traum nehmen und du sollst ihn auch verfolgen. Wieso auch nicht, du hast ja immer noch ein Studium als Plan B, aber es ist nahezu unmöglich. Nur weil einer wie Tedesco es trotzdem schafft, ändert sich nichts daran.

    Leute wie Tedesco, Tuchel, Nagelsmann etc. haben ganz andere Qualitäten als nur ihre Lizenz, Fußballerisches können und Fachwissen und diese werden vom DFB sehr großgeschrieben (Wenn im Elfenbeinturm jemand deine Nase nicht mag sieht es erstmal schlecht aus mit Plätzen für A-Lizenz oder Fußballlehrer) und von den Vereinen geschätzt. Zwei davon sind Demut und Selbstreflektion. Wenn du wirklich vorhast im Profibereich Fuß zu fassen musst du dir darüber im Klaren sein, was kurzfristig mit deinen jetzigen Fähigkeiten (Kontakten etc.) und langfristig mit deinen zukünftigen Fähigkeiten möglich ist.

    Als Co einer U9 im NLZ anzufangen ist evtl. möglich, aber deine persönlichen Aufstiegschancen sind wohl eher Gering.

    Wenn du glück hast, gehst du mit dem Cheftrainer mit bis der nicht mehr da ist und dann findest du dich nach ein paar Jahren selber als Chefftrainer (gemachte Lizenzen vorausgesetzt) einer U12 oder so wieder. Generell muss man als Trainer immer auch Glück haben, sonst wirds nichts mit der Karriere.

    Du musst übrigens Mitglied eines Vereins im DFB sein um hier deine Lizenzen zu machen und soweit ich weiß kannst du dich nicht mit einer österreichischen Lizenz auf die nächst höhere Stufe in Deutschland bewerben. <- Ich könnte mich aber auch irren.