Muss jedes Kind immer spielen ?

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  • Also nochmal... Wie würdet ihr das regeln wenn ihr in der F-Jugend 11 Spieler habt.
    Hälfte ziemlich stark, andere Hälfte "ausbaufähig".


    Option 1: Immer alle 11 mitnehmen, alle gleichviel spielen lassen und wahrscheinlich verlieren.
    Option 2: Immer alle 11 mitnehmen, die ausbaufähigen weniger spielen lassen und deren Frust über die Spielzeit in Kauf nehmen.
    Option 3: Ab und zu nur die stärkeren mitnehmen und für die anderen ein Freundschaftsspiel ausmachen.

    JA, alle mitnehmen, ...selbstverständlich!


    Du hast "nur" 11...die optimale Zahl im Maximum...denn es spielen 6 + TW und du darfst 4 so oft ein.- und auswechseln wie du willst.


    Tipp


    Da das Spielsystem nicht wichtig ist, würde ich um nachfolgendes gut tun zu können...ein 3:3 spielen lassen. Option dabei und damit einzige Anweisung hinsichtlich dieser Taktik: ALLE greifen an, bei Ballbesitz Gegner...ALLE verteidigen...da Ballnaheste geht an den Ballführenden, alle anderen lauern auf die Ballabgabe des unter Druck gesetzten Gegner. Der TW spielt mit.


    Auf ungefähr der Hälfte der Halbzeitzeit wechsel ich bei Ballbesitz (z.B. TW hat den Ball)....die vorderen Drei aus und die hinteren Drei gehen nach vorne....die neuen Drei gehen rein.


    Taktieren kann man hier ja auch, z.B....(Achtung Gewinndenken meinerseits...denn ohne diese Gedanken wäre es eigentlich noch besser, jedoch bleibe ich meiner mir selbst auferlegten/zu meinem Schutz und dem Schutz der Kinder...Philo...dabei treu!)


    Man teilt drei derzeit "starke" Spieler in die erste Auswechselriege ein.
    Die meisten Trainer im unteren Jungendbereich setzen die "schwächeren" Spieler auf die Auswechselbank und bringen die wann?
    Richtig...später, nämlich ungefähr dann, wenn du deine starke Dreierriege bringst...die du ja auch vorne reinbringen kannst.


    Andere Variante wäre....


    ....du hast immer einen starken Spieler in der Mitte der Dreierriege eingeteilt.
    ....oder du wechselst im Fünferblock...einer bleibt stehen. bei einem 2:3:1...kann man auch dabei hinsichtlich der Mannschaftsstärke taktieren (ausgewogen einteilen....oder erst ein "schwächerer" Block...dann den stärkeren Block...ungefähr zur Halbzeitmitte usw..


    Ihr glaubt nicht wie entspannt das nach vielleicht anfänglichen Anlaufschwierigkeiten.
    Das hat auch positive Aspekte für die vermeidlich derzeit schwächeren...die dann rann müssen!


    Ferner gewinne ich dem was ab, weil wirklich das Team das erhält, was es über die gesamte Teamleistung erwirtschaftet/erreicht und alle bedient wurden ohne Ausschluss Einzelner, was ich im Kifu und Breitensport Fußball immer ganz schlimm finde...bis zur A!!!


    Ich habe das über Jahre so gemacht (im Freien/in der Halle sowieso)


    Es beinhaltet ein für den Trainer spassiges interessanten Taktieren ohne einem Spieler damit weh zu tun und es bedient die Merkmale des Kifu (Rotation, alle Spielen).

  • Elternabend einberufen! Und erklären, warum es zwingend notwendig ist, dass die schwächeren Spielzeit bekommen.
    Die Schere geht sonst immer weiter auseinander, du verlierst am Ende gefrustet die schlechtesten drei und schon ist dein Kader zu klein. DAS kann doch auch keine Lösung sein.


    In der künftigen Spielrunde gucken, dass man in eine schwächere Gruppe einsortiert wird damit du mit einer Truppe Erfolge feiern kannst. Zusätzlich zu "alle spielen" Freundschaftsspiele vereinbaren und mit den Trainern zum Beispiel vereinbaren, dass sie die besten daheim lassen sollen. Oder ambitionierte jüngere Jahrgänge einladen.
    Denn logisch, dass auch ihr Erfolgserlebnisse braucht!


    könnten deine Beste ab und zu in der E-Jugend Einsatzzeiten bekommen?

  • Also nochmal... Wie würdet ihr das regeln wenn ihr in der F-Jugend 11 Spieler habt.
    Hälfte ziemlich stark, andere Hälfte "ausbaufähig".


    Option 1: Immer alle 11 mitnehmen, alle gleichviel spielen lassen und wahrscheinlich verlieren.
    Option 2: Immer alle 11 mitnehmen, die ausbaufähigen weniger spielen lassen und deren Frust über die Spielzeit in Kauf nehmen.
    Option 3: Ab und zu nur die stärkeren mitnehmen und für die anderen ein Freundschaftsspiel ausmachen.


    Ich bin seit ca. 1,5 Jahren jetzt in der F aktiv (sogenannter Spielerpapa und Trainer) und versuche mich im Moment mit folgendem: Wir spielen 1 - 4 und ich habe im Schnitt 10 Kinder. Für jeden Spieltag werden 2 Torhüter nominiert, einer immer neu und der andere recht fix, da er nicht draußen spielen möchte... Weiterhin bilde ich 2 Feldteams mit jeweils vier Spielern und versuche diese gleich stark zu machen. Im Spiel spielt dann einer der Torhüter eine Halbzeit und die beiden Viererteams wechseln alle 10 Minuten. Sofern es die Zeit zulässt spielen dann nach dem Spiel noch beide Mannschaften (also meine beiden 1-4er) 20 Minuten gegeneinander. Alternativ bei weniger Kindern spielen wir dann noch kurz Funino im Anschluss... Auch bei weniger Kindern versuche ich gleichmäßig zu rotieren.


    Im Ergebnis verlieren wir so häufig gegen Truppen, die der sogenannte "erste Vierer" schlagen würde... Ich erwische mich dann oft dabei davon abweichen zu wollen, da ich von Natur aus ungerne verliere / recht wettbewerbsorientiert bin ;-) (dadurch habe ich natürlich am Anfang die typischen Fehler gemacht).


    Unsere Eltern spielen hier gut mit, liegt vermutlich daran, dass wir wenige Fußballerfamilien dabei haben...

  • Gegen euch möchte ich spielen. Ihr habt echt tolle Einstellungen :D
    Was man live erlebt ist allerdings immer das Gegenteil. Brüllende Trainer, so dass die Spieler verunsichert werden. Jeder will unbedingt gewinnen. Keiner lässt die schwächeren Spielen weil man ja nicht verlieren will ?(


    Danke für euere Tipps!!


    @Andre ich werde das morgen gleich mal ausprobieren, egal wie es läuft! Wir haben 10 Spieler und ich werde versuchen im Uhrzeigersinn 3:3:3 zu wechseln :thumbsup:
    Hinspiel haben wir gewonnen. Mal schauen was geht.
    @RaAd28 Ich versuche es...
    @Goodie Ja es war geplant die stärksten in der E aushelfen zu lassen, aber die haben selbst genug Spieler. Elternabend mache ich zur neuen Saison definitiv.
    @BEHR wir spielen 6+1. Für komplette Rotation fehlen mir die Kinder.


    Wenn wir schon dabei sind.
    Was würdet ihr empfehlen ab wievielen Spielern man eine zweite F-Jugend aufmachen sollte, um allen genug Spielzeit zu geben?
    Ich habe ein paar Jungs die könnten auch locker 2 Spiele am Wochenende machen --> eben in der F1 und der F2 dann...

  • Das hört sich alles ganz toll an...aber warum fragt ihr denn nicht mal die Kinder, welche Ideen sie haben zum Thema Spielzeit und durchwechseln.


    Meine Jungs sind nicht blöd..auch wenn es 4 bis 6 jährige sind..die wissen schon ganz genau , wer "gut" und wer "schlecht" ist... und wenn man dann da mit den schwächeren Spielern übertreibt, dann hast Frust bei den starken..


    Also alles ganz toll mit gleicher Spielzeit und so.... ABER... in der Realität etwas komplizierter, allen gerecht zu werden.

  • Das hört sich alles ganz toll an...aber warum fragt ihr denn nicht mal die Kinder, welche Ideen sie haben zum Thema Spielzeit und durchwechseln.


    Meine Jungs sind nicht blöd..auch wenn es 4 bis 6 jährige sind..die wissen schon ganz genau , wer "gut" und wer "schlecht" ist... und wenn man dann da mit den schwächeren Spielern übertreibt, dann hast Frust bei den starken..


    Also alles ganz toll mit gleicher Spielzeit und so.... ABER... in der Realität etwas komplizierter, allen gerecht zu werden.

    Gegenüber den Kindern gibt es kein "gut" und "schlecht" und wenn Sie damit selbst anfangen erläutere ich es auch. Einige haben mehr geübt und andere weniger. Ich versuche es dann über das Thema Mannschaftssport zu erläutern, es ist ein Teamsport bei dem alle an einem Strang ziehen sollten. => Alle gehören zur Mannschaft und alle sollten daher auch mitspielen!


    Und glaub es mir eine Niederlage ist schnell vergessen, insbesondere wenn danach das neuner Schießen gewonnen wurde und wir intern noch gegeneinander weitergespielt haben. Weiterhin habe ich oft den Eindruck das die obigen Aussagen eher durch uns Trainer erzeugt werden (durch unser Gewinnen wollen) oder durch Eltern.

  • Also alles ganz toll mit gleicher Spielzeit und so.... ABER... in der Realität etwas komplizierter, allen gerecht zu werden.

    Ich glaube das ist der springende Punkt. Man muss in der Realität den WEg finden, der TATSÄCHLICH am ehesten allen gerecht wird.


    Und die Reihenfolge in wem man gerecht werden muss ist diese:


    1. Die Kinder des eigenen Teams
    2. Die Kinder des gegnerischen Teams
    3. Trainer
    4. Eltern


    Und ich muss @addi73 auch mal recht geben. Die Kinder sind nicht dumm mit 7 oder 8 Jahren. Die verstehen das schon, dass jemand besser oder schlecher ist. Und mit "der eine hat mehr geübt" ist es dann auch nciht getan, die fangen dan richtig an zu argumentieren, z.B. man habe ja selber in der Freizeit mehr geübt und das könnten die anderen ja auch machen und dann ist man ganz schnell bei Motivation, EInsatz und Willen.....


    Ich bin auch ein Verfechter (mittlerweile) davon, dass jedes Kind viel spielen sollte. Jedes Kind das beim einem Spiel dabei ist sollte auch mindestens eine komplette Halbzeit oder länger spielen. ABER: Ich denke auch das ein Kind, dass bei einem Spiel NULL anteile hat, weil es nicht hinterher kommt (aus welchem Grund auch immer...Können, Lust, Frust etc.), einfach keinen SPaß haben kann. Und dann spielt es auch nicht. Aber dann nehme ich es auch gar nicht erst mit zu einem spiel.....

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Und eine Frage möchte ich mal in den Raum werfen:



    Wozu Wettspielen, wenn man nicht gewinnnen möchte?


    Wohlbemerkt, die Kinder sollen das wollen. Aber wie sollen die Kinder das wollen, wenn die das GEfühl haben das man absichtlich verliert??
    Einerseits erwarten wir von den Kindern, dass sie motiviert mittrainieren andererseits kommt es mir manchmal so vor, als würden wir den Kindern "abscihctliches" verlieren vorzeigen...und wieder muss man die Balance finden.....aber eine "Scheißegal" einstellung zum Gewinnen oder verlieren kann auch nciht die richtige sein....

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Da das Spielsystem nicht wichtig ist, würde ich um nachfolgendes gut tun zu können...ein 3:3 spielen lassen.

    Da wir ja morgen wieder ein Spiel haben, werde ich das mal umsetzen. Habe es zwar noch nie so gemacht, aber da ja auch heute Training ist, werde ich dies mal direkt testen.

    Option dabei und damit einzige Anweisung hinsichtlich dieser Taktik: ALLE greifen an, bei Ballbesitz Gegner...ALLE verteidigen

    Die Gefahr dabei aber ist, das es dann ausschaut wie bei den Minis ;)

    ...aber warum fragt ihr denn nicht mal die Kinder, welche Ideen sie haben zum Thema Spielzeit und durchwechseln.

    Das ist mal eine sehr gute Idee, würde es gerne mal testen bzw anfragen beim Training, aber wie fange ich dabei am besten an ?

    Meine Jungs sind nicht blöd..auch wenn es 4 bis 6 jährige sind..die wissen schon ganz genau , wer "gut" und wer "schlecht" ist... und wenn man dann da mit den schwächeren Spielern übertreibt, dann hast Frust bei den starken..

    Naja, das sage ich ja auch immer, das man die kleinen Kinder nicht für Dumm verkaufen sollte, die sind nämlich viel weiter als vor 20-3ß Jahre.

    Also alles ganz toll mit gleicher Spielzeit und so.... ABER... in der Realität etwas komplizierter, allen gerecht zu werden.

    Ganz genau, das ist das Problem, aber es sind nicht mal die Kinder das Problem sondern die Eltern, weil sie nicht verstehen wollen, warum ihr Sohn etwas weniger spielt als das andere Kind.

  • Also nochmal... Wie würdet ihr das regeln wenn ihr in der F-Jugend 11 Spieler habt.
    Hälfte ziemlich stark, andere Hälfte "ausbaufähig".


    Option 4: Das Bild vom Kind überdenken/überholen. Auf Spaß setzen/Ergebnisse nicht beachten. Den Moment genießen, wenn alle gemeinsam spielen und sich nicht profilieren.


    Wenn ich gegen Teams spiele die nur starke Spieler haben, wir 10 bis 15 Tore kassieren, dann haben auch meine Jungs keinen Spaß mehr.

    Ich habe mit meiner E1 letzten Herbst mit immer 11 Spielern alle Spiele verloren und nahezu jedes davon deutlich.
    Gleichzeitig haben wir unendlich viel gelacht und hatten unglaublich viel Spaß. Mittlerweile sieht man bei allen auch deutliche Fortschritte und die Niederlagen werden weniger deutlich.


    GANZ KLAR OPTION!!!!!!!


    Es sind eben die Erwachsenen und die heißen Trainer und Eltern. Wenn die Kinder aber Spaß haben und gerne ins Training kommen sind zweite auch durch Vorbild zu überzeugen.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)


  • Natürlich möchte jeder Gewinnen. Das ist ja nicht nur beim Fußball so. Es ist aber halt ein Unterschied ob ich den Erfolg meines Tuns als Trainer nur vom Ergebnis der Spiele abhängig mache oder ob ich noch andere Prioritäten habe.
    Ein gewisser Leistungswille gehört beim Sport dazu. Allerdings darf das, meiner Meinung nach, im Kinderfußball nicht zum Leistungsdruck ausarten.


    Wir haben z.B. am letzten Wochenende mit der D-Jugend ein sehr schweres Spiel gegen unseren Tabellennachbarn gehabt. Das Spiel haben wir verdient mit 1:0 verloren. Nach dem Spiel gingen aber meine Jungs mit einem guten Gefühl aus dem Spiel. Der Gegner schienen nicht so glücklich zu sein. Mein Team hat das umgesetzt was wir vorher im Training erarbeitet haben (taktischen verhalten in der Abwehr) und sie haben auch akzeptiert das der Gegner einfach besser war. Der Gegner hat wirklich ein gutes Team, sowohl als Einzelspieler wie auch im taktischen Verhalten. Allerdings war dem Trainer wohl das eine Tor zu wenig und er hat seine Jungs bei einigen Situationen recht heftig kritisiert.

  • Es sind eben die Erwachsenen und die heißen Trainer und Eltern. Wenn die Kinder aber Spaß haben und gerne ins Training kommen sind zweite auch durch Vorbild zu überzeugen.

    Natürlich möchte jeder Gewinnen. Das ist ja nicht nur beim Fußball so. Es ist aber halt ein Unterschied ob ich den Erfolg meines Tuns als Trainer nur vom Ergebnis der Spiele abhängig mache oder ob ich noch andere Prioritäten habe


    Aber selbstverständlich. Sowohl im Sieg als auch in der Niederlage ist es immer eine Frage wie das kommuniziert wird. So kann man in beiden Fällen ein gutes Gefühl haben. Und dass die Kinder meistens nicht das Problem sind, sondern das Erwachsene Umfeld da sind wir uns auch einig...ich persönlich denke halt, dass man den Kids auch vermitteln sollte, dass man ein Wettsipel macht um sich zu messen und dann geht es letztlich um einen gewinner. Klar die Frage ist wie ich das kommuniziere...aber ein Gewinndenken ist auch bei kleinen Kinder schon da, sonst wären die doch nicht so beleidigt, wenn sie das Geühl haben, dass irgendwas unfair abläuft....das steht ja irgendwie im zusammenhang...

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • ..ich persönlich denke halt, dass man den Kids auch vermitteln sollte, dass man ein Wettsipel macht um sich zu messen und dann geht es letztlich um einen gewinner.

    Natürlich spielen wir im Wettspiel aber letztendlich bin ich im Breitensportbereich auf die Kinder des Ortes angewiesen. Und ja nach Jahrgang bin ich konkurrenzfähig oder eben nicht. Weshalb ich selbst einer Wettkampffähigen Mannschaft von klein auf lerne das es eben nicht in erster Linie um das Gewinnen geht. Sondern dieses eben nur ein Nebeneffekt sein kann.


    Dann ist auch keiner Beleidigt!


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Das hört sich alles ganz toll an...aber warum fragt ihr denn nicht mal die Kinder, welche Ideen sie haben zum Thema Spielzeit und durchwechseln.

    Weil Kinder keine Partner sind? Wären sie das, könnte ich mit ihnen Auge in Auge schauen. Der Fisch stinkt zuerst am Kopf. Kopf ist der Trainer...tickt der richtig...kann er die Kinder -wie du sagst- auch fragen...gelenkt über die Fragestellung, um sie genau dahin mit der Antwort zu bekommen, wohin Trainer sie haben will.


    Es gibt für mich Fragen an Kinder, die Kinder beantworten dürfen...unbeeinflusst, ..z.B., welche Sorten Eis möchtest Du oder ähnliches...andere Fragen beinhalten gewisse Beteiligung des Kindes...welches Land bereisen wir...welches Hotel findest du toll etc.. Nicht aber, welche Finanzierung nehmen wir und genau so hier...die Spielphilosophie im grundsätzlichen und nicht, ob ich rotieren lasse oder nicht und auch die Aufstellung nicht, da ich z.B. als Trainer verhindern möchte, das Spieler benachteiligt werden.

    zum Satz 2. ...


    1. Die Kinder dürfen doch, egal welches System...welche Philo...gewinnen wollen.


    2. Ich muß als nicht gewinndenkender Trainer doch nicht zeigen, das es mir im innersten egal ist...das fände ich deshalb schitte, weil ich damit das Spiel der Kurzen genauso kaputt mache, wie ich es tun würde, wenn ich durch mein Gewinndenken Ungerechtigkeiten zulasse, um das Gewinnen max. positiv zu beeinflussen!


    3. Fazit nach meiner Denke: Es ist IHR Spiel und ich unterstütze das im Rahmen der Kifu-Regeln (für mich: Rotation, altersgerechte Traininings und nur daran bemesse ich Leistung, ähnlichste Spielzeiten, alle spielen, kein Gebrüll)

    Die Gefahr dabei aber ist, das es dann ausschaut wie bei den Minis

    Jepp, könnte passieren. DIESE Sache ist für mich aber - HEUTE - wo ich im Gegensatz zu damals verstanden habe, wie das Spiel im Raum (was das Endergebnis der jahrelangen Ausbildungsphase ist) funktioniert...was dazu gehört...welche Bausteine der Ausbildung im Laufe der Zeit automatisch durch körperliche und geistige Machbarkeiten der Kinder ineinander übergreifen...die Wichtigste und interessanteste....denn....


    durch den Aufruf zu - bei Ballbesitz Gegner - wollen wir alle verteidigen/der Ballnaheste geht den ballführenden Gegner an...die anderen Lauern.....nach Ballbesitz...greifen wir alle an (im Rahmen der Positionen)///wir verhindern Tore, wir wollen Tore schießen...


    ...hat man das Spiel Raum kindgerecht und über "Spielen lassen" so dermaßen intensiv forciert, mehr geht nicht und es ist doch im dem Sinne bereits die Grundstufe...vielleicht sogar das...Spiel im Raum.


    Wenn ich bedenke wie dumm es von mir eigentlich in Unkenntnis der Dinge war, bei den Minis frei spielen zu lassen (die Minis spielen doch bei ihrem typischen Spielverhalten instinktiv bereits in gröbster Form das, was zur A rauskommen soll!!!)


    Dann kommt die F und der Trainer biegt unter -übertrieben gesagt- Gewaltandrohung an, dass man nun innerhalb einer Zwangsjacke seine Position zu halten hat, um dann dazu noch auf Manndeckung (kein Spiel im Raum) das was die Minis können, wieder abzugewöhnen.


    Abzugewöhnen, um ...ab ungefähr der C...von einem wissenden Trainer das dann auch wieder zu Gunsten des Spiels im Raum inclusive Spiel in Ketten anzutrainieren...mühsam, ....meist für viele nicht mehr verständlich.


    Da frage ich mich, was wohl herauskommen würde, wenn man das Spiel der Minis in kindliche Bahnen lenken würde, um die Zwischenstation (Manndeckung...festes Positionsspiel) auszulassen?


    Und genau das würde ich heute so tun.


    Innerhalb des WIE`s...würde ich heute darauf immer weiter aufbauen...durch Schulung von Individualtaktiken (Verteidigen...individuelles Ballablaufen usw.E/D/C)...später Gruppentaktiken (z.B. Verteidigen zu zweit...zu dritt/bis D...C, B, A) und später noch als Gruppentaktik...(Verteidigen zu viert...zu fünft...als Team, Pressingformen, Doppeln usw....C/B/A).

  • Auf ungefähr der Hälfte der Halbzeitzeit wechsel ich bei Ballbesitz (z.B. TW hat den Ball)....die vorderen Drei aus und die hinteren Drei gehen nach vorne....die neuen Drei gehen rein.

    Wenn ich es richtig verstehe, dann wechselst du somit alle 10 Minuten die Dreierblöcke, womit 2 von 3 Blöcken jeweils eine komplette Halbzeit durchspielen.
    Versteh mich bitte nicht falsch, unter Berücksichtigung einer gerechten und transparenten Verteilung der Spielanteile ist diese Art des Auswechselns sicherlich der Idealfall. Ich halte sie jedoch, abseits von Spielen mit kurzer Spieldauer bei Turnieren, für praxisfern, da sie voraussetzt, dass die Mehrheit der Spieler genug "Luft" haben um 20 Minuten am Stück zu spielen.
    Mag sein, dass manche Trainer hier im Forum solch eine Mannschaft trainieren, unsere gehört da jedoch nicht zu. 1/3 unserer Spieler haben schon Schwierigkeiten 10 Minuten am Stück zu spielen (sofern es nicht auf "Standfußball" hinauslaufen soll).
    Die vollen 20 Minuten schaffen bei uns deutlich weniger als die Hälfte der Spieler. Dies ist für uns auch völlig legitim. Durch viele "Kurzeinsätze" mit kleinen Trinkpausen abseits des Platzes, versuchen wir den Spaß der Spieler (am Spiel teilzunehmen) möglichst hoch zu halten und freuen uns wenn diese dann auf dem Platz richtig Gas geben.

  • Zunächsteinmal:
    Gewinnen zu wollen, ist auch für einen Kifu-Trainer nicht verwerflich. Man muss aber nicht bereit sein, alles dafür zu tun...


    Habt Ihr schon einmal ein Kind gesehen, das aus eigenem Antrieb verlangt hat, dass die schwächeren Spieler weniger spielen sollen, um Spiele zu gewinnen? Für Kinder sind gleiche Spielzeiten eher normal. Alle anderen Ansichten und Meinungen kommen von Erwachsenen.

  • @onkel1978 schrieb:

    " Ganz genau, das ist das Problem, aber es sind nicht mal die Kinder das Problem sondern die Eltern, weil sie nicht verstehen wollen, warum ihr Sohn etwas weniger spielt als das andere Kind. "



    Nicht die Eltern sind das Problem, denn warum sollten sie damit einverstanden sein, dass ihr Kind weniger spielt als andere ? Sie zahlen den selben Beitrag, oder ?

    Das Problem sind die Trainer, die es nicht schaffen, den Eltern klar zumachen, dass alle Kinder der Mannschaft das Recht auf gerechte Behandlung haben und niemand ein Recht auf Bevorzugung hat, nur weil er momentan etwas besser geradeaus laufen kann, als ein anderer.


    Und warum schaffen die Trainer das nicht ? - Weil Sie keinen Arsch in der Hose haben und/oder einfach aus eigenen Interessen heraus selbst nicht gerecht an den Kindern handeln wollen.


    Wenn man überhaupt von "Problemeltern" sprechen möchte, dann sind es doch wohl die, die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen der Meinung sind, ihr Sprössling müsste mehr spielen als andere Kinder. Diese Eltern gilt es zu überzeugen.
    Wenn man als Trainer die anderen Eltern, die gleiche Spielzeit erwarten, als Problem sieht, dann ist man als Trainer im Kinderfußball wohl selbst eines.

  • Spiel Satz und Sieg! :thumbsup:<3

  • Habt Ihr schon einmal ein Kind gesehen, das aus eigenem Antrieb verlangt hat, dass die schwächeren Spieler weniger spielen sollen, um Spiele zu gewinnen? Für Kinder sind gleiche Spielzeiten eher normal. Alle anderen Ansichten und Meinungen kommen von Erwachsenen.

    Ja hab ich. Und bin dann von meiner Philosophie ein Stück abgerückt. Wir haben alles deutlich verloren mit meiner "alle spielen gleich" Variante. Die Spieler wollen nun nicht mehr so weitermachen. Sie nörgeln: "Bitte nicht den XYZ einwechseln" ... "dann verlieren wir sowieso" ...


    Solange Verlieren einigermaßen im Lot bleibt ist gleichberechtigte Rotation und Einsatzzeit kein Thema. Aber wenn die Kinder nicht mehr wollen kommen genau die oben erwähnten Punkte von "Kinder sind nicht doof" zum tragen. Und die Kinder im Team sind ja das wichtigste. Dabei ist natürlich die Art und Weise wichtig, wie solche Anforderungen an mich herangetragen werden - ich spüre dabei in meinem Team die Traurigkeit netter Jungs, die einfach erkennen, dass sie manchmal Chancen haben, die ich ihnen nehme und nicht eine überzogener Ehrgeiz oder Überheblichkeit. Ich greife das auf und passe dann die Strategie an: Ich finde es nun für mich wichtig situativ zu erkennen, wenn ich die "Alle Gleich"-Strategie über Bord werfen muss um den Kindern einfach mal ein Erfolgsergebnis zu bescheren.


    Meine Antwort auf die Frage was bei den 11 Spielern zu tun wäre: Mit Fingerspitzengefühl erkennen, wann eine Ausnahme von der Regel gemacht werden muss.