Ist Nachwuchsförderung im deutschen Fußball sportlich und finanziell rentabel?

  • etwas vom Thema ab, aber...


    Hier war es immer so, dass die Guten die wollen gehen und irgendwann später anteilig in den alten Verein zurückkehren. Andere Gute blieben. Nach jüngstem Zeitungsbericht haben sich jedoch die Lugameldungen seit 2008 halbiert! Damals noch über 1100 gemeldete Mannschaften,... heute die Hälfte UND... es wären noch mehr, wenn nicht der

    Mädchenfussball dazu gekommen wäre. In der vertieften Recherche fiel auf, dass es besonders viele A-Jugendmannschaften sind, die es wohl nicht mehr gibt, weil die Spieler fehlen. D. h. für mich und deshalb benenne ich es hier, das man gute Gründe hätte, ALLES zu tun, jeden Spieler zu halten, soweit man am alten Denken festhalten will. Oder... man erkennt, dass der Anteil des Vereins an den Zahlen so klein ist, dass man das so annehmen muss und seine Konsequenzen zieht und es als Neuerung. - und Reinigungsprozess in die Zukunft versteht.


    D. h. für mich, dass man umdenken sollte und dafür beispielsweise sorgt, dass ei. Team niemanden ausgrenzt (Bankdrücker in der A) um letztlich dort zu spielen, wo man bei Betrachtung der Mannschaftsleistung Gesamt glasklar nicht hingehört. Ferner... das Zugpferd Frauenfussball nicht stiefmütterlich dumm belächelt behandelt und nicht so dämlich ist, Frauenfussball mit Männerfussball zu vergleichen. Um so dafür zu sorgen dass möglichst wenige Spieler - ob gut oder schlecht - im

    Heimatverein zu belassen. Sind wir mal nüchtern und ehrlich.... und betrachten was mit den Guten im Fremdverein geschieht, so sehe ich keinen Spieler in meinem Umfeld, der mit dem scheiß Fussball - sorry- auch nur ansatzweise sein Leben finanziert. Im Hei. At Verein hätte er Freundschaften fürs Leben pflegen können... die sind unbezahlbar. Schluss mit dem Schulterklopfertum, denn dafür tun viele fast alles (Eltern, Trainer, Spieler und Verein). Frage ist, WOFÜR?

  • Das mag ja bei manchen so sein, wie oben beschrieben. Es gibt aber auch NLZ von Vereinen die -nur- 2 Liga spielen, aber in den Jugenden Topnachwuchsarbeit leisten, da ist das Gegenteil der Fall. ..


    Mit Pauschalkritik sollte man deswegen vorsichtig sein.

    Das -Star- gehabe fällt mir persönlich eher bei den DFB Stützpunktauswahlspielern auf, die im Grunde noch nichts erreicht haben und viele durch eben diese Einstellung auch nichts erreichen werden.

    Sorry, hast völlig recht. Ich wollte es nicht so darstellen, dass es überall so ist, und sicher wird vielerorts gute Arbeit geleistet. Da ist bei mir durchgegangen, was ich in den letzten Wochen teilweise gesehen habe. Ich wollte hier auch nicht auf die Spieler eindreschen, sondern eher hinterfragen, ob sich diese Investitionen dann wirklich auszahlen; oder ob vielleicht, so wie ich Skriwer verstanden habe, dadurch eher der Blick für das Wesentliche verlorengeht.

  • etwas vom Thema ab, aber...


    Hier war es immer so, dass die Guten die wollen gehen und irgendwann später anteilig in den alten Verein zurückkehren. Andere Gute blieben. Nach jüngstem Zeitungsbericht haben sich jedoch die Lugameldungen seit 2008 halbiert! Damals noch über 1100 gemeldete Mannschaften,... heute die Hälfte UND... es wären noch mehr, wenn nicht der

    Mädchenfussball dazu gekommen wäre. In der vertieften Recherche fiel auf, dass es besonders viele A-Jugendmannschaften sind, die es wohl nicht mehr gibt, weil die Spieler fehlen. D. h. für mich und deshalb benenne ich es hier, das man gute Gründe hätte, ALLES zu tun, jeden Spieler zu halten, soweit man am alten Denken festhalten will. Oder... man erkennt, dass der Anteil des Vereins an den Zahlen so klein ist, dass man das so annehmen muss und seine Konsequenzen zieht und es als Neuerung. - und Reinigungsprozess in die Zukunft versteht.

    Wenn die Anstoßzeiten der B Jugend um 9:30 Uhr sind, wundert mich das überhaupt nicht.

    Da haben die ersten keine Lust mehr. Die fehlen dann in der A Jugend.

    Dann kommen im April/Mai noch die Abiturprüfungen.

    Dazu Zwischenprüfungen für die Azubis.

    Und die Senioren wollen die Spieler einsetzen.

    Pflichtspiele an Karneval oder an langen Wochenenden, wenn die Feiertage passend liegen....

    Und schon ist nach einem Jahr A Jugend Schluss.
    Die meisten Teams würde es ohne intensive Unterstützung durch die B Jugend nicht geben.


    Fussball soll ein Hobby sein....Schule geht vor.

  • So ich habe mich nochmal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt und möchte ein kurzes (rein Finanzielles) Beispiel geben:

    Ich habe mir mal die Transfererlöse von Spielern angeschaut, die bei Hertha BSC zwischen den Saisons 02/03 (erstes Jahr NLZ) und 13/14, also 11 Jahre, in der U19 gewesen sind. Insgesamt wurde für 28 Spieler eine Ablöse (innerhalb der gesamten jetzigen Karriere) für 115,79 Millionen Euro gezahlt. Davon hat Hertha 33,79 Millionen Euro erhalten und andere Vereine 82 Millionen. Leider ist es schwer, einen Mehrwert auf das Spielen in der ersten Mannschaft zu setzen, deswegen habe ich nur Transfererlöse angeschaut.


    Wenn man die Kosten eines NLZs auf ca. 2 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt (Schätzung hier entnommen),

    wurden in der Zeit ca. 11 Millionen Euro durch den eigenen Nachwuchs erwirtschaftet. Klar wird beim genaueren Hinschauen jedoch auch, dass das meiste Geld erst für ältere Spieler bezahlt wird, die sich als erstligatauglich erwiesen haben. Es würde sich also vermutlich immer lohnen, Weiterverkaufsklauseln in einen Vertrag zu setzen, um was vom nächsten Transfer abzubekommen.

    Es lohnt sich also vermutlich für Hertha ihr Leistungszentrum zu unterhalten, denn selbst wenn man 3 Millionen Euro im Jahr dafür bezahlt würde man noch im Plus sein und hätte ein paar Spieler, die zumindest kurz in der eigenen Mannschaft spielen.

    Wenn man jedoch den eigenen Profit maximieren will, lohnt sich eine gute Scouting-Abteilung vermutlich mehr.

    PS Die Transferdaten habe ich von Transfermarkt.de


  • »Ich bin kein großer Freund davon, Spieler unter 15 Jahren aus ihrem Umfeld zu reißen«, sagt Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick. Allerdings könne es auch mal Ausnahmen geben.


    Ich will jetzt gar nichts weiter dazu sagen, ob es sinnvoll ist, 12-jährige (quasi samt Eltern) zu "verpflichten" und dabei mit Kohle um sich zu werfen, das müssen die Eltern wissen, ob sie diesen Quatsch mitmachen (okay, jetzt habe ich es doch bewertet...). Allerdings frage ich mich schon, wieso jemand genau das macht, wovon er angeblich kein Freund ist, das ist in Leipzig nämlich nicht die oben suggerierte Ausnahme sondern die Regel. (Allein mit dem 12-jährigen, der da erwähnt wurde, ist zum gleichen Zeitpunkt ein weiterer, gleichalter Spieler aus dem gleichen Verein nach Leipzig gegangen. Und der Rest der D- und C-Jugendlichen dort kommt im Normallfal auch nicht aus Leipzig und Umgebung.) In meinen Augen pure Heuchelei.

  • Hier haben wir ja hauptsächlich über die NLZs gesprochen. Die Frage könnte man allerdings ja auch aus anderer Perspektive betrachten.

    Die Zahl der Fußballferiencamps, individuellen Zusatzeinheiten (z.B. Münchner Fußballschule) und Internatsplätzen (z.B. Soccer City e.V.; Deutsches Fußball Internat) werden gefühlt immer mehr. Aus der Perspektive würde ich sagen, dass es sich finanziell lohnt - zumindest für die Anbieter.

    Allerdings sehe ich hier auch Parallelen zur Schulausbildung (z.B. Nachhilfebranche). Die Ausbildung hängt dann immer mehr vom Geldbeutel der Eltern ab.

    Werden die professionellen Anbieter die Vereine verdrängen? Werden sie das "Gymnasium" sein und die Vereine die "Mittelschule"?

  • Nein, eher umgekehrt. Die Plätze in den Top Ausbildungsvereinen sind begrenzt. Damit meine ich Vereine die regelmäßig den Weg zum nachrücken in die NLZs ebnen und selber Spieler auf sehr hohem Amateurniveau ausbilden.

    Reicht die jetzige Leistung nicht aus um in so einen Verein zu kommen oder den Absprung von so einem Verein zu schaffen nimmt man eben Sonderförderung und Nachhilfe in Anspruch. Wie wenn das Kind unbedingt aufs Gymnasium muss...

    Feriencamps sind da aber noch etwas anders zu sehen. Sie dienen entweder dem reinen Profit oder auch der Sichtung. Vereine haben erkannt, das Haushalte mit doppeltem Einkommen in den Ferien eine Betreuung für ihre Kinder brauchen, denn Geld ist da, aber Ferientage hat man zu wenig. Hier bedienen Vereine eine Lücke, die eigentlich Andere schließen sollten.