Frustabbau-Thread

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  • Wenn der Pep sich vercoacht und das CL-Finale wg. Taktikfehlern vermasselt, dann kann man von einem Trainerfehler reden.

    Wenn die Dorf-C-Jugend ein Spiel nicht gewinnt, weil schwache Spieler Spielzeit bekommen haben oder der Ball im Aufbauspiel verloren wurde, statt die Pille lang nach vorne zu treten, weil das einfach geübt werden muss, dann ist das kein Trainerfehler sondern bewusstes Herstellen von Situationen, ohne die sich die Mannschaft nicht entwickelt.

    Den Unterschied wird man gewissen Zuschauern/Eltern nie vermitteln können, leider.

  • Das lautstarke Kommentieren von Schiedsrichterentscheidungen ist ein absolutes Unding. Ich werde das heute auch noch mal meinen Spielern im Training sagen, da beim letzten Spiel von uns ziemlich gemeckert wurde. Denn erstens bringt es ja nichts. Zweitens kann der Schiri auch durchaus recht haben und man selber hat es nicht. Drittens ist es ganz schön schwierig, so ein Spiel zu pfeifen. Gerade in den Situationen, wo zwei Spieler zum Ball wollen und "zusammen krachen" muss ich in Bruchteilen von Sekunden und ggf aus 15-20 Metern oder bei unklarer Sicht eine Entscheidung treffen. Eine gewisse Fehlerquote ist dabei doch normal. Genauso wie der Spieler auch mal einen Fehlpass spielen darf, gilt das auch für den Schiri, der mal daneben liegen darf. Wer meint, er könne es besser, der soll doch selbst Schiri machen.


    Aber nun zu etwas ganz Anderem:

    Unser Staffelleiter hat dieses Frühjahr kurzfristig einen extrem ambitionierten Spielplan verkündet. Gleich am Anfang fielen jede Menge Spiele wegen Corona-Fällen aus - war von Anfang an angesichts der hohen Inzidenzen in den Schulen abzusehen, aber wurde natürlich trotzdem durchgezogen. Insofern mussten noch Nachholspiele in den engen Zeitplan gequetscht werden. Und jetzt stelle ich fest, dass an den verlängerten Ferienwochenenden um den Vatertag/Herrentag und an Pfingsten auch noch Spiele angesetzt wurden (ist mir erst jetzt aufgefallen, nachdem bei mir die ersten Absagen kamen). Klar, bei solchen verlängerten Wochenenden bleibt jeder zu Hause8o. Ratet mal, wer jetzt wieder Schwierigkeiten hat, eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Irgendeine Mannschaft. Es ist zum Kotzen.

  • Ratet mal, wer jetzt wieder Schwierigkeiten hat, eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Irgendeine Mannschaft. Es ist zum Kotzen.

    Selbes Problem hier.
    Wir konnten uns gott sei dank mit den gegnersichen mannschaften einigen und haben nur 1 spiel auf dem ersten montag in der ferienwoche... Zunot müssen 2-3 D-Jugendliche bei mir aushelfen, nützt halt nichts... (auch wenn es schade für die jungs wäre, so die tolle saison "kaputt" zu machen)

  • Ich muss zugeben, dass ich früher auch manchmal meinem Sohn Sachen zugerufen habe. Mittlerweile, er spielt jetzt C im älteren Jahrgang kann ich mir ein Spiel anschauen, ohne so was reinzurufen. Und es macht sogar mehr Spaß.

    Ich verstehe auch nicht alle Traneranweisungen oder würde vielleicht manches anders coachen. Aber es ist schlicht nicht meine Aufgabe und es steht mir auch nicht zu da reinzugrätschen.

    Das, was der Spieleropa da gemacht hat, überschreitet alle Grenzen, selbst wenn Charles de Goal weniger erfolgreich tätig wäre.

    Solche vergiftenden Bemerkungen schreien nach einer Zurechtweisung.

  • Nach 5 Jahren kann ich sagen und am Verhalten der Spieler teilweise erkennen, wie über den Trainer geredet wird.
    Lass dir nichts vorschreiben vom Trainer und noch besser hör weg, wenn er wieder Märchen erzählt.
    Ihr müsst besser Fussball spielen, robust zum Gegner sein, lass dir nicht gefallen auf dem Feld usw usw usw , spiel so wie du denkst.


    Für die Spieler ist es am schwierigsten, da sie natürlich in ganz selten Fällen den Papa zurechtweisen können im Kleinfeldbereich.

    Sie sind in der Zwickmühle, sollen sie noch auf den Trainer oder Papa hören.

    Hier meine ich nicht die Teams die höherklassig spielen, sondern eher in der Kreisklasse kicken. Wo es um die goldene Ananas geht.
    Wie kann man dem Herr werden? Elternabend ? Gespräch ? Wird der Papa oder Onkel seine Einstellung ändern? Nach meinen Erfahrung halten sie sich verbal im Spiel zurück aber unter der Elternschaft suchen und finden Sie i.d.R. verbündete um weiter gegen den Trainer zu stänkern. Das Klima ist jedesmal gereizt vor den Spielen.

    Ich denke die beste Variante ist, sich vom Spieler und Papa zu trennen, wenn man es sich als Verein leisten kann. Der Sohn muss das ausbaden, was der Vater anstellt.

  • Hier meine ich nicht die Teams die höherklassig spielen

    Da besteht leider aber trotzdem das Problem.
    Beispiel: U14 Leistungsmannschaft, wo ich hospitiere. Die Mannschaft hat eine klare Spielidee und setzt die um, trotzdem hört man bei jedem Spiel Eltern draußen, die es natürlich besser wissen, auch nach den Spielen und immer so, dass es sowohl Trainer oder Spieler auf der Bank hören.
    Klar auf dem Niveau hören die Spieler im Endeffekt auf die Trainer, weil die wirklich qualifiziert sind, aber ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass im ersten Moment die Spieler verunsichert sind, wenn ihre Väter da draußen rumbrüllen oder nach einem unglücklich verlorenen Spiel auf der Heimfahrt darüber meckern.

    Den Trainer ist das egal, die wissen, dass sie eh nicht die Eltern ändern können, haben aber vor der Saison klar den Spielern kommunziert, dass alles drumherum egal ist und es nur um die und um die Mannschaft geht.

  • Solche vergiftenden Bemerkungen schreien nach einer Zurechtweisung.

    Die MUSS und wird es geben. Im ersten Moment wird man von sowas eben überrumpelt und ich persönlich lasse es lieber geschehen, bevor ich etwas Falsches sage und warte den richtigen Moment ab, um dieses Thema in einer ruhigen Minute zu besprechen. Ich meine, ich stehe am Spielfeldrand und coache ein Spiel und muss mich plötzlich gegenüber Vater und Opa erklären, ob ich nächste Saison weiterhin Trainer bin oder nicht und dabei wird mir auch noch zwischen den Zeilen empfohlen, es nicht zu tun. Darauf war ich nicht wirklich vorbereitet. ^^


    Erinnert mich an etwas, was ich gestern gelesen habe:

    Die DFL testet gerade auch die Möglichkeit, per Mini-Drohne On-Field-Interviews mit Spielern während des Spiels durchzuführen

    "I like to see combination football and not long balls from the defense in de offense and then good luck for the striker"

    ~

    Lothar Matthäus

  • Nach 5 Jahren kann ich sagen und am Verhalten der Spieler teilweise erkennen, wie über den Trainer geredet wird.

    Und ich kann dir sagen, wer von Papa oder Opa Geld bekommt für jedes geschossene Tor. :evil: Auch ne geile Unsitte.

    Ich führe schon ab und an Gespräche mit Eltern aber bei den Opas hab ich Beishemmung. (Respekt vor dem Alter und so)


    Das Verhalten der Eltern schule ich bei meinen Anfängern durchaus. So manche(r) ist ja in völliger Euphorie wenn der Vierjährige im zweiten Training ever mit einem Ball ins Tor stolpert.

    Immer mal wieder höre ich von Eltern meiner Fünfjährigen im Training: "Spiel ab". Ich frag dann immer: "warum? Jetzt hat er ihn doch endlich... Abspielen machen wir dann später"


    Was mich daran so wundert ist, dass man doch durch den Fairplaymodus Abstand und Ruhe am Platz gelernt hat. Und in der D ist dann alles vergessen?

  • Hier meine ich nicht die Teams die höherklassig spielen

    Da besteht leider aber trotzdem das Problem.
    Beispiel: U14 Leistungsmannschaft, wo ich hospitiere. Die Mannschaft hat eine klare Spielidee und setzt die um, trotzdem hört man bei jedem Spiel Eltern draußen, die es natürlich besser wissen, auch nach den Spielen und immer so, dass es sowohl Trainer oder Spieler auf der Bank hören.
    Klar auf dem Niveau hören die Spieler im Endeffekt auf die Trainer, weil die wirklich qualifiziert sind, aber ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass im ersten Moment die Spieler verunsichert sind, wenn ihre Väter da draußen rumbrüllen oder nach einem unglücklich verlorenen Spiel auf der Heimfahrt darüber meckern.

    Den Trainer ist das egal, die wissen, dass sie eh nicht die Eltern ändern können, haben aber vor der Saison klar den Spielern kommunziert, dass alles drumherum egal ist und es nur um die und um die Mannschaft geht.

    Du sprichst es ja. Leistungsteam sitzen Trainer die schon eine gewisse Reife haben und in den seltenen Fällen spielen die eigenen Kinder in der Mannschaft und der Trainer kann sich auf eine rege Trainingsbeteiligung freuen.


    Das Szenario was ich meine ist eher im Breitensportbereich anzutreffen.

    Dort sind es hauptsächlich "Papa" und manchmal sogar Mamatrainer mit und ohne Lizenz. Mit ganz viel und wenig Erfahrung. Einige Trainer sind eher ruhig im Spiel und rufen wenig hinein andere gehen emotional mit und kommentieren alles auf dem Spielfeld.

    So wie in der Bundesliga eben auch. Warum soll es anders sein. Wir spielen ja das gleich Spiel. Sieg oder Niederlage.
    Da draussen stehen nun der Papa, die Omas, der Onkel und schauen sich es an. Waren nicht in der Kabine oder haben das Training nicht abgehalten die Woche. Wissen nicht das nur 60% der Kinder beim Training waren.

    Die ersten Spiele gehen immer hoch vorloren mit 1:12, 2:14, 3:7 usw...nach dem 4.Spiel kommt die erste Kritik aus der Elternschaft.
    Der vermeintliche Redelsführer hat noch 2-3 Eltern gegen den Trainer aufgestachelt.
    Was tun? Den Eltern erklären, daß ihre Kids nicht wettbewerbsfähig sind?
    Wart ihn schon mal in einer ähnlichen Lage und wie habt ihr es gelöst?

  • Die ersten Spiele gehen immer hoch vorloren mit 1:12, 2:14, 3:7 usw...nach dem 4.Spiel kommt die erste Kritik aus der Elternschaft.
    Der vermeintliche Redelsführer hat noch 2-3 Eltern gegen den Trainer aufgestachelt.
    Was tun? Den Eltern erklären, daß ihre Kids nicht wettbewerbsfähig sind?
    Wart ihn schon mal in einer ähnlichen Lage und wie habt ihr es gelöst?

    War exakt so bei meinem Einstieg. Die Kritik war damals aber ertragbar oder subtiler. Tatsächlich haben wir es damals am Ende der Hinrunde geschafft, 2 besser platzierte Teams zu schlagen. Die Niederlagen mit 10+x Gegentoren waren schon nicht so angenehm.

    Derzeit, nicht mehr als Spielerpapa, läuft es ergebnistechnisch ziemlich gut. Dennoch gibt es die Kritik hinsichtlich meines Coachens beim Spiel. Im Prinzip ist es egal was oder wie Du es machst, Kritik oder Gerede gibt es immer.

    Richtig lösen kann man das wohl nicht. Eher sich eine dicke Haut anschaffen oder im Extremfall tatsächlich mal einen Querulanten entfernen.

  • Derzeit, nicht mehr als Spielerpapa, läuft es ergebnistechnisch ziemlich gut. Dennoch gibt es die Kritik hinsichtlich meines Coachens beim Spiel. Im Prinzip ist es egal was oder wie Du es machst, Kritik oder Gerede gibt es immer.

    Im Prinzip muß man sich schon ein dickes Fell zulegen und erzählen lassen. In jüngeren Altersklassen eh, in älteren

    muß man sehen, das ein hoher Sieg, den der TW gesichert hat, weil er einen klasse Tag hatte,

    als toll empfunden wird, obwohl man zig chancen zugelassen hat.

    Dagegen wird ein 0-1 gegen einen starken Gegner, bei dem vllt. das Gegentor ein klares Abseits war, und in dem man totale Spielkontrolle hatte,sowie ein großes Chancenplus, als ein -schlechtes- Spiel angesehen.

    Alleine diese ergebnisorientierte Sicht der Dinge(die wahrscheinlich jeder kennt), sollte einen gelassener auf die Meinung der Eltern reagieren lassen.

    Auch wenn es dann immer noch nervt.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Und ich kann dir sagen, wer von Papa oder Opa Geld bekommt für jedes geschossene Tor. :evil: Auch ne geile Unsitte.

    Ich führe schon ab und an Gespräche mit Eltern aber bei den Opas hab ich Beishemmung. (Respekt vor dem Alter und so)

    Man kommt unweigerlich immer zu der Frage: Darf ich mich da einmischen oder nicht? Wir sind 3-6 Stunden in der Woche für die Jungs verantwortlich und wollen ihnen Fußball (und wenn möglich auch soziales Verhalten) beibringen. Den Rest der Zeit und für den Rest der Entwicklung sind die Eltern zuständig. Ist es mein Recht, dann in die Erziehung einzugreifen? Wir sehen natürlich nur bestimmte Bereiche und können gar kein umfassendes Bild der Kinder bekommen.


    Für mich ist es immer ein No-Go gewesen, die Erziehung in Frage zu stellen oder zu kritisieren. Ich kritisiere wenn dann nur bestimmte Verhaltensmuster oder Aktionen. Wobei es manchmal vielleicht besser gewesen wäre, ganze Erziehungsmethoden zu kritisieren. Aber das ist wie gesagt nicht meine Aufgabe als Hobby-Fußballtrainer und das kann auch sehr schnell sehr schlecht wirken.

    "I like to see combination football and not long balls from the defense in de offense and then good luck for the striker"

    ~

    Lothar Matthäus

  • Mal eine Frage am Rande bzgl. der heftigen Klatschen, von denen iht schreibt:

    gibt es bei euch in der Kreisklasse keine Einteilung nach stark, normal und schwach?


    Hier in Hamburg wird im Herbst so gemeldet und im Frühjahr anhand der Platzierung neu zusammengestellt. Zumindest in den alten Spielformen bzw. ab der D-Jugend.


    Und Eltern-Trainer in Spielklassen mit Meisterschaften? Hätte nicht gedacht, dass es das noch gibt. Ich bin zwar auch frustriert, dass es so schwer ist Jugendspieler und Eltern für die Aufgabe zu begeistern, dennoch ging ich bisher davon aus, dass Eltern-Trainer in Leistungsklassen eher aussterben.

  • Also bei uns ist der Kreisbereich bei den Mädchen über 3 Kreise 'gedehnt' damit man in der Rückrunde passende Staffeln hat auch auf Kreisebene. Funktioniert spielerisch von den Ergebnissen gut, was mein Fokus ist als Trainer. Aber die Eltern sind schon mal erstaunt, dass in der 2. Kreisklasse bis zu 90 km gefahren wird. Aber jedes Ding hat halt zwei Seiten.

  • Als Spielervater am Anfang und als nun "Vater-Trainer" (jetzt trainiere ich die Mannschaft meines Sohnes) sehe ich das differenziert. Als Spielervater empfand ich oft einen Mangel an Kommunikation von den Trainer zu den Eltern. Es wurde halt gespielt, gewonnen oder verloren, und das war`s. Gerade über die modernen Medien habe ich mir damals mehr erwartet: Ein kurzer Spielbericht aus Sicht des Trainers, rechtzeitige und umfassende Informationen, sowas in der Art. Heute als Trainer setze ich das um und kommuniziere sehr intensiv mit den Eltern (und den Spielern, die inzwischen teils selbst in der WhatsApp-Gruppe sind). Ich glaube, das nimmt schon viel an Spannungen raus, wenn man merkt, der Trainer macht sich Gedanken, der hat eine Einschätzung, was noch getan werden muss etc.


    Wichtig ist sicher auch ein angemessenes Coaching während dem Spiel - nicht zu viel, aber vor allem auch nicht zu wenig. Da kommt neben viel Aufmunterung und Lob halt auch mal von mir "Abwehr, passt man auf den 8er auf, der steht ständig frei!" oder "Das Mittelfeld muss zurückkommen und darf nicht einfach vorne stehen bleiben!" oder "X, Du musst früher passen!" Tue ich das nämlich nicht, kann ich davon ausgehen, dass es früher oder später von außen kommt. Das habe ich nämlich als Spielervater vor meiner "Trainer-Karriere" selbst gedacht, wenn die Trainer quatschend am Spielfeldrand stehen und offenkundige Fehler (z.B. Gegner steht ständig hinter dem letzten Mann) nicht ansprechen. Wenn der Ball dann zum dritten Mal zu einem Gegenspieler kommt, der ständig ungedeckt ist, dann kommt halt von den Zuschauern: "Mann, passt doch mal auf den..... auf."

  • Als Spielervater am Anfang und als nun "Vater-Trainer" (jetzt trainiere ich die Mannschaft meines Sohnes) sehe ich das differenziert. Als Spielervater empfand ich oft einen Mangel an Kommunikation von den Trainer zu den Eltern. Es wurde halt gespielt, gewonnen oder verloren, und das war`s. Gerade über die modernen Medien habe ich mir damals mehr erwartet: Ein kurzer Spielbericht aus Sicht des Trainers, rechtzeitige und umfassende Informationen, sowas in der Art. Heute als Trainer setze ich das um und kommuniziere sehr intensiv mit den Eltern (und den Spielern, die inzwischen teils selbst in der WhatsApp-Gruppe sind). Ich glaube, das nimmt schon viel an Spannungen raus, wenn man merkt, der Trainer macht sich Gedanken, der hat eine Einschätzung, was noch getan werden muss etc.


    Wichtig ist sicher auch ein angemessenes Coaching während dem Spiel - nicht zu viel, aber vor allem auch nicht zu wenig. Da kommt neben viel Aufmunterung und Lob halt auch mal von mir "Abwehr, passt man auf den 8er auf, der steht ständig frei!" oder "Das Mittelfeld muss zurückkommen und darf nicht einfach vorne stehen bleiben!" oder "X, Du musst früher passen!" Tue ich das nämlich nicht, kann ich davon ausgehen, dass es früher oder später von außen kommt. Das habe ich nämlich als Spielervater vor meiner "Trainer-Karriere" selbst gedacht, wenn die Trainer quatschend am Spielfeldrand stehen und offenkundige Fehler (z.B. Gegner steht ständig hinter dem letzten Mann) nicht ansprechen. Wenn der Ball dann zum dritten Mal zu einem Gegenspieler kommt, der ständig ungedeckt ist, dann kommt halt von den Zuschauern: "Mann, passt doch mal auf den..... auf."

    Mehr kommunizieren ist immer richtig, auch wenn ich mich persönlich damit schwer tue.

    Als Trainer habe ich schon häufig überlegt kurze Spielberichte zu verschicken, denke dann aber wieder "wen interessierts...". Mannschaft ist Breitensport und Zuschauer-Eltern halten sich stark in Grenzen.


    Von den Eltern möchte keine großen Kommentare während des Spiels. Anfeuern ja, taktische Anweisungen usw. aber eigentlich nicht.



    Ich bin selbst als Trainer weder laut noch leise. Aktuell fordere ich aktiv und laut das "draufgehen", wenn der Gegner den Ball hat und meine Jungs gut pressen können/könnten. Ich meine auch, dass meine Jungs das immer besser umsetzen.

    Und bei einigen anderen Situation, z.B. Ecken, fordere ich schon vor der Aktion etwas ein (z.B. alle Spieler decken).


    Ansonsten versuche ich nach der Aktion zu coachen. Z.B. "Max, da hättest du schon direkt quer passen können" usw.

    Hier hoffe ich, dass die Spieler ihre Aktion im Kopf noch mal verarbeiten.



    Zu den Eltern. Etwas Feedback finde ich gar nicht falsch. Man merkt selbst als Trainer vielleicht gar nicht, was falsch läuft.

    Wichtig und schwierig ist dann, sich nicht angegriffen zu fühlen.


    Wenn es aber negative Kritik und nicht Feedback ist, fällt mir der Kommentar eines Trainers/Dozenten bei einer Trainer-Schulung ein:

    Trainer zum Vater: "Was ist eigentlich deine Kleidungsgröße?"

    Vater: "XL, warum?"

    Trainer: "Ich bestelle dir dann einen Trainingsanzug, dann kannst du zukünftig jedes 2. Training übernehmen."

    Wenn man es augenzwinkernd so oder so ähnlich sagt, nimmt man dem Vater (oder Mutter) den Wind aus den Segeln ;-)

  • Ich glaube, das nimmt schon viel an Spannungen raus, wenn man merkt, der Trainer macht sich Gedanken, der hat eine Einschätzung, was noch getan werden muss etc.

    Puhh weiß ich nicht. Das würde im generellen Umkerhschluss heißen, dass Eltern bei einer C-Jugend Regio Mannschaft das Gefühl haben, die Trainer machen sich nicht genug gedanken


    aber ist ja gut, wenn du so ein mittel gefunden hast

  • Ich ärgere mich maßlos über einen Spieler und einen anderen Verein:


    Der Spieler war in der D1 zu einem anderen Verein gewechselt und ist im letzten Sommer (B1) zu uns zurückgekommen, jetzt muss er aber in die A-Jugend hoch, während der Großteil der Mannschaft mit mir als Trainer in der B-Jugend verbleibt. Er hat bis März immer zugesagt, dass er in unserer A-Jugend spielen wird, dann hat er plötzlich gesagt, dass er ein Angebot eines anderen Vereins hat und dorthin wechselt, dieser Verein hat uns allerdings nicht kontaktiert oder um ein Probetraining gebeten (welches allerdings dennoch stattgefunden hat).


    Die letzten 3 Wochen war er nur einmal beim Training, weil sein Fuß weh tat. Allerdings ist mir von dritten mitgeteilt worden, dass er beim neuen Verein am Platz war. Diese Woche hat er dreimal unentschuldigt gefehlt und war stattdessen beim Training des neuen Vereins.


    Das ist grundsätzlich nicht verwerflich und ich möchte ihm auch keine Steine in den Weg legen. Wenn es sein Wunsch ist, sich dort einzugewöhnen, spricht da nichts gegen. Allerdings war, als er mir den Wechsel mitgeteilt hat, klar kommuniziert, dass er bis zum 30.6. bei uns ist und das auch vernünftig zu Ende bringt (wir haben noch zwei Freundschaftsspiele, zwei Turniere und eine Abschlussfeier).


    So einen Abgang finde ich verwerflich und das kann man auch mit 17 Jahren wissen. Zumal er sich durch dieses Verhalten die Chance nimmt, in einem Jahr zurückzukommen, um wieder in der Mannschaft vom letzten Jahr zu spielen. Zumal es seine zweite Chance ist, bei seinem Wechsel in der D-Jugend ist das ähnlich gelaufen.

    "I like to see combination football and not long balls from the defense in de offense and then good luck for the striker"

    ~

    Lothar Matthäus