Einteillung in Leistungsgruppen U10-U9 E und F Jugend

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  • Wie handhabt ihr die Einteilung der Trainingsgruppen in der E- und F-Jugend? Trainiert ihr eher in möglichst homogenen Gruppen oder mischt ihr die Spieler bewusst nach Leistungsstärke?


    Teilweise macht es aus meiner Sicht wenig Sinn, einen absoluten Anfänger dauerhaft gegen einen sehr starken Spieler antreten zu lassen. Trotzdem finde ich, dass mittelstarke und schwächere Spieler auch von den stärkeren lernen können. Eine komplette Trennung nach Leistung halte ich deshalb nicht für optimal.


    Ich teile die Gruppen teilweise nach Spielstärke ein, mische aber bewusst immer wieder Spieler durch. Mir ist wichtig, dass langfristig ein Mannschaftsgefüge entsteht und sich die Kinder als gemeinsames Team entwickeln.


    Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass stärkere Gegner auch motivieren können. In der D-Jugend habe ich einmal gegen eine sehr starke Auswahlmannschaft gespielt. Der gegnerische Zehner war mir deutlich überlegen. Dieses Erlebnis hat mich aber nicht heruntergezogen, sondern mir gezeigt, welches Niveau möglich ist.


    Ich selbst war in der E-Jugend eher ein durchschnittlicher Spieler. Erst gegen Ende der Jugendzeit habe ich mich deutlich weiterentwickelt und begonnen, auch selbstständig mehr zu trainieren. Deshalb finde ich es schwierig, die langfristige Entwicklung eines Kindes schon im jungen Alter vorherzusagen. Manche große Talente hören später auf, während sich andere erst deutlich später entwickeln.


    Natürlich reagiert nicht jedes Kind gleich. Trotzdem sollte man das Thema Leistungsgruppen meiner Meinung nach nicht zu stark auf die Spitze treiben. Entscheidend sind für mich die Freude am Fußball, die individuelle Entwicklung und ein funktionierendes Mannschaftsgefüge.


    Ich finde die Kinder werden eher durch den Wettkampf besser. Da muss man die genaue dosieren finden.


    Wie ist eure Einschätzung? Trainiert ihr überwiegend in festen Leistungsgruppen oder mischt ihr bewusst stärkere, mittelstarke und schwächere Spieler im Training?

    An Spieltagen oder gegen Gegner kann ich das verstehen.

  • Bei uns im Verein wurde seit je her immer nach Altersklasse getrennt (obwohl es da keine Vorgabe vom Verein gibt).

    Mit meiner damaligen E-Jugend habe ich dann aber umgestellt auf Trennung nach Spielstärke.
    Also in E1 und E2 getrennt, was dann gleichzeitig auch die Trainingsgruppen waren.


    In meinen Augen hatte das viele Vorteile.

    Die starken Spieler müssen sich viel öfter gegen gleichstarke Gegenspieler durchsetzen, statt immer nur Anfänger wie Slalomstangen zu umlaufen.

    Schwache Spieler bekommen die Chance, auch mal aktiv in Zweikämpfe zu gehen und auch mal zu gewinnen.


    Dazu dann noch das Passspiel. Vorher war es so, dass es nur selten vorkam, dass ein starker Spieler einem schwachen Spieler den Ball zugespielt hat (Begründung "der verliert den Ball sonst ja eh sofort"). Also haben die stärksten Spieler die Spiele unter sich ausgemacht und die schwächeren zwaren passive Sparringspartner.

    Jetzt, wo alle -mehr oder weniger- unter Ihresgleichen sind, sehe ich so ein Verhalten eigentlich kaum noch.


    Und vor allem: Du kannst dann viel gezielter Trainieren. Während man den Anfängern und technisch Schwachen noch viel an den Basistechniken arbeitet, dann man mit den starken Spielern schon mal mehr Individualtaktiken und Spielprinzipen beibringen. In einer heterogenen Gruppe ist das ja schwierig. Entweder unterforderst du die Starken oder überforderst die Schwachen.


    Den vermeintlichen Nachteil an dieser Aufteilung, nämlich dass die Mannschaft dann immer nur ein Jahr lang zusammen spielt und dann jedes Jahr neu zusammengestellt wird, finde ich auch eher vorteilhaft. So lernen sie, auch mal mit anderen Spielern und in anderen Konstellationen zusammenzuspielen. Das eine Jahr gehören sie zu den jüngsten und kleinsten im Team, das Jahr darauf sind sie die älteren und größeren.


    Ein wirklicher Nachteil dieser Aufteilung ist, dass die schwächere Mannschaft so gut wie jedes Spiel hoch verliert. So ganz ohne starke Spieler wird so eine Mannschaft schnell mal abgeschossen. Das hatte bei einigen Spieler schon für Frust gesorgt. Bei uns hatte sich das irgendwann gebessert, weil wir neue Spieler dazubekommen haben, die zwar Anfänger, aber recht talentiert waren. Die haben wir erstmal in die zweite Mannschaft gesteckt, in der sie dann schnell zu Führungsspielern wurden und mit deren Hilfe auch mal ein Spiel gewonnen werden konnte.

  • Würde ebenfalls nach Stärke einteilen. Jeder kann sich am besten in seinem Team entwickeln und ist nicht komplett Chancenlos und zusätzlich kann es leicht passieren, dass die besseren Spieler, die schwächeren Spieler oft nicht anspielen, weil sie dann direkt den Ball verlieren würden, wodurch die individuelle Entwicklung stark leidet.

  • Kommt natürlich immer auf die Gruppe insgesamt an.

    Ich finde, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Wenn ihr es dann noch hinbekommt, die Wackelkandidaten richtig mitzunehmen, dann ist das eine gute Lösung.

    Immer wieder auch mal gemeinsam etwas machen. Am Besten Übungen oder Spiele wo auch die Kids glänzen, die fussballerisch noch etwas Zeit benötigen.

    Das sind bei uns meist Fang- und Laufspiele gewesen. Hauptsache ist, dass alle mit Spaß dabei sind

  • Ich sehe es aus mehreren Gründen etwas anders.

    1. Ich lebe auf einem kleinen Dorf und habe keine Möglichkeit mir Spieler nach Entwicklungsstand (in diesen Alterstufen von Leistung zu sprechen ist sehr mutig) auszusuchen. Somit durfte ich immer extrem heterogenen Mannschaften ausbilden.

    Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese heterogenen Gruppen sich beim Lernen sehr gut ergänzen.


    2. Das was OliReckKeeperLegende schreibt ist mittlerweile auch Lehrmeinung beim DFB wenn sie von Talententwicklung reden.

    Der DFB sucht die sogenannten Spätentwickler als zukünftige Spitzenfußballer.
    Warum sollte ich also in meinem Breitesportverein nicht genauso arbeiten. Gebt den F- u. E-Kindern einfach viel mehr Zeit sich zu entwickeln und gebt den Spätentwicklern mehr Einsatzzeit im Training und im Spiel. In dieser Alterstufe zu selektieren statt auszubilden finde ich perönlich sehr, sehr, sehr schade.
    Wäre es nicht viel besser wenn der Trainer sich an die Kinder seiner Gruppe anpasst und sein Training danach ausrichtet?


    3. Ich habe bei Mannschaftssportarten einen Spruch im Hinterkopf der für mich einen roten Faden in der Ausbildung darstellt.

    "Das schwächste Glied bestimmt die Kette"


    Dann müssen wir doch gerade den noch nicht so weit entwickelten Kindern die Möglichkeit geben, dass sie sich entwickeln können.

    Die Entwicklung der Spieler, so meine Erfahrung, beschleunigt sich am weit entwickelten Gegner viel mehr, als wenn man sich mit gleich entwickelten Spielern misst. Warum sollte ich also einen Spätentwickler (den übrigens niemand erkennt, weil wir nicht in die Zukunft sehen können) nicht auch ermöglichen, sich mit "starken" Spielern zu messen?


    Denn dann wird doch viel später wenn es wirklich auf mannschaftliche Geschlossenheit ankommt, dass schwächste Glied viel stärker sein.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Hallo,


    das Thema ist immer relativ schwierig. Bist du in einem " Leistungsverein" wo ständig neue Jungs kommen kann / sollte man nach Jahrgang trennen. Ansonsten hast du in jedem Übergang den Zirkus mit Freundschaften etc.


    Seid ihr breiter aufgestellt ist es üblich die Jahrgänge zu durchmischen damit Sie sich auf ihrem Niveau bewegen und Spielzeit erhalten

  • Wir haben im Verein jetzt 24 Kinder in der U11. Seit der U8 haben wir in eine leistungsorientierte A und eine B getrennt und getrennte Trainings gehabt, aber zu gemeinsamen Zeiten, damit sich alle Kids am Platz sehen. Die A hat bis inklusive U10 einen Jahrgang raufgespielt und 3 Mal in der Woche trainiert, während ich mit der B 2 Mal trainiert hab in der Woche und altersgleich gespielt habe.

    In der U8 und U9 war der Unterschied vom Entwicklungsstand und der Prioritätensetzung/Einstellung der Eltern und Kinder klar erkennbar - in der B bestand die Truppe aus den Kategorien "Wollen, aber noch nicht können " und "nicht wirklich wollen und auch nix können " und es waren einige dabei, wo Fussball Option 5 war in der Freizeitgestaltung und ich sogar knapp vorm Aufhören stand, weil Spielbetrieb ohne Aushilfe nicht möglich war.

    Zu Beginn U10 kam ein jüngeres Kind, aber leistungsorientiert, zu mir bzw. haben fast alle der "Nichtwollenden und Nichhtkönnenden" aufgehört/aufhören müssen. Nachdem die "Wollenden" sportlich einen Sprung nach vorne gemacht haben und fast nur "Wollende" übrig sind, hat sich eine Dynamik entwickelt, dass mittlerweile ebenso wie die A 3 Mal Training angenommen wird.


    Trennung nach Leistung hat sich bei uns bewährt, aber Training nach Teamentwicklung anpassen und gemeinsame Trainingszeiten haben. Irgendwann werden die Kids am Großfeld sowieso zu einer Mannschaft wieder vereint in der Regel.

  • Ich finde in der F-Jugend kommt man mit heterogenen Mannschaften noch recht gut klar. Die Spielformen in unserem Verband garantieren allen Spielzeit auf dem entsprechenden Niveau. Ich hatte in der F-Jugend irgendwann eine Teamstärke von über 30 erreicht. Da war dann einfach von der Anzahl für mich der Punkt erreicht, dass es zuviel wurde. Ich hätte die Mannschaft da gern geteilt.


    Nun zwei Jahre später in der E-Jugend teilen wir die Mannschaft auch entsprechend. Bei uns bietet sich in erster Linie eine Teilung nach Jahrgang an, allerdings entspricht das auch überwiegend einer Einteilung nach Stärke, da der ältere Jahrgang deutlich stärker spielt. Die stärksten Spieler aus dem jungjahgang spielen ohnehin schon seit mehren Jahren bei den Älteren. Da der ältere Jahrgang auch von der Anzahl auch stärker ist werden hier auch einige in der E2 spielen.


    Aber auch wir werde parallel trainieren. Und an Trainingstagen mit sehr geringer Beteiligung dann auch sicherlich gemeinsam. Aber durch die getrentten Trainingsinhalte kann man natürlich auch sinnvoller auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Insgesamt versuchen wir auch vieles drumherum so zu planen, dass die beiden Teams sich noch als zusammengehörig wahrnehemen.


    Ich glaube mann muss das insgesamt von der Gesamtsituation und dem Umfeld abhängig machen. Ich glaube beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Was für den eine richtig ist muss in einem anderen Fall nicht passen.

  • Ab welcher Anzahl an Spielern stellt ihr euch denn die Frage?

    Wenn ich die neuen Spielformen nehme mit Fußball 3, Fußball 5 und Fußball 7 Twin sowie einem Fußball 11, dann braucht man da immer einen Kader von ca. 16-18 Spielern. Wenn ich dann von einer 80%igen Trainingsteilnahme ausgehe, sind das 12-15 Spieler im Training (bei 12 sind das 2x 3 gegen 3 - da ist nicht viel mit auf unterschiedliche Leistungsniveaus einzugehen).

    Wir haben in der letzten F-Jugend-Saison einen Kader von 30 Kindern für 2 Mannschaften gehabt und sie gemeinsam trainiert. Rückblickend war das das beste was wir machen konnten - und ich habe in den 1990igern max. 10 Kinder für ein Team genommen (aber da spielte man auch noch Fußball 7).

    Entwicklung ist nicht linear. Entwicklung kommt in Schüben, die niemand vorhersehen kann. Aber nehme mal während der Saison eine Einteilung (z.B. F1 und F2) zurück - da sind Kinder und Eltern nicht begeistert ;)

    Wichtig ist der Betreuungsschlüssel auf dem Trainingsfeld und der verändert sich ja nicht durch eine unterschiedliche Anzahl an Mannschaften bzw. der darf sich halt nicht verändern (habe ich eine Mannschaft mit 4 Trainern oder 2 mit jeweils 2 bei gleicher Kinderanzahl).

    Ja, Individualtraining nimmt zu, aber auch in der Bundesliga steigen die Kaderzahlen und auch die können eine Mannschaft trainieren, warum soll dass dann in der Jugend nicht funktionieren?

    Und einen Schwierigkeitsgrad in Spielformen oder Übungen kann ich doch wunderbar steuern (Provokationsregeln, Größe des Feldes (z.B. Hütchenabstand beim Dribbling) bei der Übung u.a.).

  • Ich denke man kann nicht so genau sagen was die richtige größe ist, das kommt ja auf die Rahmenbedingungen an. Also wie ist die Mannschaft, wie ist das Trainerteam, welche Bedingungen hab ich im Verein.


    Ich fand ein Training mit über 20 Kindern eher schwierig/anstrengend, da geht viel Zeit mit orga verloren, das liegt aber bei mir auch am Trainerteam. Wir haben am Ende der Saison zu zweit 20-24 Kinde im Training gehabt. Wobei ich aber ganz kal der Hauptrainer bin und meine Kollegin sich ganz klar in der Co-Trainer-Helfer-Rolle sieht. Inhaltlich bin also ich verantwortlich für Trainigsgestaltung und Durchführung.


    Für die neue Saison haben wir die Mannschft geteilt. Haben noch ein zweiten Trainer gefunden und einen weiteren Helfer. So dass wir jetzt zu viert 32 Kinder betreuen. Das ganze zeitgleich aber inhaltlich getrennt. In der E1 haben wir aktuell 13 Kids in der E2 sind es 19 Kids.