Beiträge von ma256

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    Wir haben seit Jahren ein körperlich beeinträchtigtes Kind in unserer U10 Mannschaft. Er kommt regelmäßig ins Training und macht da halt mit, wie er kann. Mittlerweile sind die körperlichen Unterschiede aber leider so groß, dass er kaum noch mithalten kann.

    Mit seiner Mutter habe ich abgemacht, dass er natürlich weiter zum Training kommen kann, solange ihm das Spaß macht. Er war auch immer mal bei Turnieren mit dabei. Wir haben aber für diese Saison abgesprochen, dass er keine Spiele machen muss, wenn sie nicht möchten. Mit ihm sind wir quasi einen Spieler weniger auf dem Platz und seine Mutter möchte das nicht unnötig zum Thema machen.


    Gestern hatten wir ein kleines Turnier mit 3 Teams – da war er mal wieder dabei. Und schießt tatsächlich sein allererstes Tor.


    Das Schönste war aber, wie es dazu gekommen ist: Die anderen haben ihm das richtig vorbereitet, den Gegner bewusst ausgespielt und ihm den Ball quasi nur noch zum Einschieben hingelegt. Und das, obwohl wir 6:0 hinten lagen!


    Und danach hat die ganze Mannschaft ihn gefeiert. Bin echt froh, so eine Truppe zu haben.

    Bei uns treffen sich die Trainer nochmal kurz bevor es losgeht und besprechen die Regeln.

    Da das Phänomen schon ein paar Mal vorgekommen ist, würde ich das in der Runde ansprechen. Da siehst du dann auch, wer das Problem vielleicht auch schon hatte, wer so tickt wie du und wer nicht. Da kannst du dich dann beim nächsten Mal auch besser drauf einstellen.


    Ich spreche z.B Folgendes an: Wir wollen den Kindern beibringen, ordentlich von hinten herauszuspielen und dass wir als Trainer ein bisschen darauf achten, dass nicht immer tot gepresst wird, wenn der TW den Ball hat. Weil sonst ist der lange Ball ja durchaus legitim. Meist einigen wir uns auch, dass es ok ist, wenn das mal passiert. Wir wollen das nur nicht als taktisches Mittel wie in deinem Fall.

    Wir sind hier zum Fußballspielen. Wer den anderen den Spass am Fußball spielen nimmt, muss 5 Minuten Pause machen.

    Bei Wiederholungen ist das Training für denjenigen beendet. Wer lieber was anderes machen will, muss ja auch nicht wieder kommen.

    Ist ja freiwillig im Gegensatz zur Schule.


    Die meisten Übungen kennen die eh schon. Wer nicht aufgepasst hat, muss halt durch Beobachten rausbekommen, wie es geht oder seine Mannschaftskameraden fragen.

    Bei neuen Übungen brauchts halt ein paar Anläufe. Da merke ich ja oft auch selber mit der Zeit, worauf ich mehr achten muss(Abstände zwischen den Hütchen etc.).


    Mir ist Intensität viel wichtiger als der korrekte Ablauf. Wenn was nicht klappt, geht's einfach Weiter…Im Spiel warten wir ja auch nicht bis der Verteidiger bereit ist.


    Sind lange Standzeiten ein Problem? Lass sie auf dem Rückweg durch einen Koordinations- Parkour laufen. So entzerrt sich sich das ein bisschen beim Anstehen.


    Wenn ich im Vorfeld sehe, dass “zu viele” angemeldet sind, greife ich auf einfache, bekannte Übungen zurück, die wir schon oft gemacht haben. Das schont die Nerven und hält die Intensität trotzdem einigermaßen hoch.


    Und trotzdem gibt es Tage, da klappt es halt nicht. Ich nehme das nicht persönlich oder mache mir da Stress(oder mich zum Depp vor den Eltern), wenn was nicht klappt.


    Dann breche ich ab und wir spielen nur noch Fußball.

    Fußball spielen lernt man durch Fußball spielen. Deswegen kommen die Kinder ja eigentlich zu mir ins Training.

    Wir machen eine Mischform. Wir trainieren 1× pro Woche 90 Minuten alle zusammen und 1× jeweils 60 Minuten in zwei Gruppen.

    Das ist in erster Linie aus der Trainermangel-Not geboren, funktioniert aber ganz gut.


    Für die 90 Minuten unterstützt mich ein Vater. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen teilen wir meist in zwei Gruppen ein. Das ist schon leistungsmäßig orientiert, wird aber je nach Trainingsbeteiligung oder Inhalt auch immer wieder durchmischt.


    Die 60 Minuten mache ich alleine. Jeweils 12 Kinder pro Einheit, aufgeteilt nach ihrem aktuellen Entwicklungsstand.

    Prinzipiell machen beide Gruppen dasselbe Programm. Der Unterschied liegt in erster Linie in der Intensität.

    Wichtig ist nur, dass so eine Einteilung nie in Stein gemeißelt ist. Kinder machen Entwicklungssprünge. Die Einteilung jetzt im Sommer ist eine andere als noch im Winter.


    Wir sind eine U10 im Breitensport. Vom Anfänger bis zum Kind, das jeden Tag auf dem Bolzplatz steht, ist alles dabei. Ungleiche Matchups lassen sich nicht immer vermeiden. In der Mitte gleicht sich das auch oft ein bisschen an. Aber wenn meine "Besten" dauerhaft gegen meine "Schlechtesten" spielen oder trainieren, hat am Ende keiner etwas davon. Die Unterschiede sind teilweise einfach zu groß.


    Für die neue Saison hatten wir überlegt, die Mannschaft aufzuteilen und zwei Mannschaften nach Leistung zu melden. Dafür hätte es aus meiner Sicht durchaus gute Gründe gegeben. Vor allem auch weil wir in unserem jetzigen Setup kaum Kapazitäten haben, neue Kinder aufzunehmen.

    Am Ende haben wir aber keinen zweiten Trainer bis Meldefrist gefunden und deswegen 4+1 Twin gemeldet.


    Ob das die beste Lösung ist, weiß ich nicht. Für unsere Rahmenbedingungen passt sie im Moment ganz gut. Alles Weitere wird die neue Saison zeigen.