Beiträge von Oesi81

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    Moin.


    Trau dich! Meine Biografie dazu in Kürze:

    Als meine Tochter damals vor 3 Jahren in der U7 gespielt hat,gab es einen einzigen Trainer,der rund 20 Kinder auf dem Platz bespaßen durfte und ist geschwommen.


    Als Ex-Goalie im Betriebsfussball wollte ich ursprünglich mich als Torwarttrainer einbringen, weil es mich gereizt hat einerseits und andererseits ich mir nicht vorstellen konnte, regelmäßig Zeit mit kleinen Rackern zu verbringen, die großteils nicht des Sports per se wegen im Verein sind.


    Ich bin direkt zum Jugendleiter gegangen und hab mich als TW-Trainer ohne Ausbildung und Erfahrung im vereinsmäßigen Kifu angeboten. Er meinte, das macht der Verein erst ab der U11, aber ich könne beim aktuellen TW-Trainer paar Einheiten zusehen und lernen.


    Als der U7-Trainer davon Wind bekommen hat, dass ich mich einbringen will, hat er seine Chance ergriffen und mich gefragt, ob ich ihm nicht helfen kann in der U7 als Co-Trainer. Er schlug vor, dass wir die Kids auf 2 Gruppen aufteilen (heute die A und die B Mannschaft) und ich laufe ein halbes Jahr mit ihm mit bis Saisonende und trainiere die B-Truppe mit meiner Tochter, da ich sowieso in dieser Zeit am Platz stehe.


    Naja, nach anfangs holprigem Start ohne Erfahrung mit ersten Trainingseinheiten, wo ich mal den Stand der Kinder und deren Willen zu spielen ausfindig machen durfte, hab ich mich mit Büchern wie Horst Wein bzgl. Funino und Internettrainingsplänen in das Kifu-Training reingetigert. Wichtig ist, dass du ein Konzept hast wie du was trainieren möchtest, mit Eltern oft kommuniziert und deine Linie durchziehst mit situativen Anpassungen abhängig von Kader und Unterstützung der Eltern.

    Es machte mit den Kids immer Spaß bisher - Regeln und Konsequenzen für Kids und Eltern wirst du sicher brauchen.


    Manche Eltern wirst du aus meiner Erfahrung raus möglicherweise hie und da gerade in jungen Altersklassen auf Schiene bringen müssen bzw. den ein oder anderen auch ziehen lassen oder eine andere Sportart empfehlen müssen.


    Und deine Familie muss mitziehen, denn wenn du deine Sache ordentlich machen willst, geht einiges an Zeit drauf mit Trainingsplanung, Spieleplanung, Kommunikation mit Eltern und anderen Trainern, Trainersitzungen usw.



    Kurz: ich hab es nicht bereut als Rookie einzusteigen.

    Danke mal für eure Beiträge.


    Es ist schon meine 3. Hallensaison und ich sag mal: es wird von Jahr zu Jahr besser.


    Typischerweise läuft es bei mir in der Halle so ab, dass ich die Kids nach einem Spiel in der Umkleide zusammentrommle und wir über das Spiel kurz sprechen. Danach heißt es 'ab auf die Tribüne zu den Eltern' und wir sind damit auch in den Pausen alle zusammen.


    Bzgl. Fürze unterscheide ich sehr wohl, ob sie jemandem zwischendurch ausgekommen sind, oder während einer Ansage oder Besprechung absichtlich abgedrückt werden wie es bei meinem Spezialkandidaten einmal war. Im zweiten Fall folgt die Konsequenz sofort mit Nachdenkpause und Verweis auf erwartetes Benehmen.


    Ich gratuliere allen, die ein Handyverbot durchsetzen können. Meist hat ein älteres Geschwister oder die Eltern ein Handy(da sie sowieso am Handy livetickern, googeln, facebooken etc.) und dann wandert schon das Handy zur Zeitüberbrückung rüber zum Kind. Eltern kann ich kaum die Handynutzung verbieten.


    Das Herumtoben toleriere ich, solange es nicht gefährlich wird oder dies in den letzten Minuten vorm eigenen nächsten Spiel passiert, da sich die Kids die Energie fürs Match sparen sollen und ich paar Minuten brauche um alle Kids beisammenzuhaben für die Vorbesprechung.


    Die Idee mit den Kartenspielen ist nicht schlecht, die greif ich mal auf für die Spezialisten, die Flaschenwerfen oder anderen Blödsinn im Kopf haben.

    Hallo zusammen,


    wie steht ihr zum Thema Verhalten und Benehmen in Pausen und abseits des Platzes in einer E-Jugend? Wieviel Blödsinnmachen und Blödeln lässt ihr zu und wo zieht ihr Grenzen? Und wie sehen die Konsequenzen aus bei Überschreiten der Grenzen?


    Typischerweise haben die Kids in diesem Alter viel Blödsinn im Kopf, wenn sie nicht beschäftigt sind und dementsprechend haben mehrminütige Pausen Potential, dass Kinder Blödsinn machen/sich nicht diszipliniert benehmen.


    Beispielsweise die Pausen zwischen den Spielen bei Hallenturnieren oder auch im Training zeigen mir manchmal was den Kindern so einfällt. Als Trainer kann man nicht überall sein und die Eltern sitzen meist tratschend oder im Handy versunken auf der Tribüne und passen auf ihre Kids auch nicht wirklich aktiv auf.


    Ein Kind schmeißt gern im Tratschmodus die Wasserflasche in die Luft bis Wasser austritt und 2 andere finden es witzig. Oder ein Kind will auffallen und findet Fürze megawitzig.


    In meiner Anwesenheit gibt es natürlich Ermahnung und Konsequenzen (Kinder, die Flasche werfen und witzig finden, dürfen das Wasser aufwischen bevor sie spielen dürfen. Wer furzt, weil er es witzig findet und auffallen will, schaut paar Minuten zu und kriegt eine Nachdenkpause).

    Aber oft passiert Kinderblödsinn abseits der Spiele in den Pausen,wo die Kinder örtlich verteilt sind und ich nicht alles mitkriegen kann.


    Wie ist das bei euch? Wie handhabt ihr das Thema Verhalten/Benehmen in Pausen und abseits des Spiels?

    Hi.


    Ich begleite auch die zweite Hälfte aka B Mannschaft des 2016er Jahrgangs im Verein seit Mitte U7 als engagierter Papa-Trainer und hab da auch einiges erfahren und lernen dürfen.


    Vom sportlichen Aspekt her braucht es Geduld und Durchhaltevermögen, um die Grundlagen Schießen, 1:1, Dribbeln, Passtechnik und Handlungsschnelligkeit nahezubringen. Ich handle diese Themen nur wochenweise als Schwerpunkt ab, weil die Kids Abwechslung und Spaß haben wollen.

    Dazu verwende ich Spielformen und Übungsformen (60 Minuten) mit Provikationsregeln und immer ein Abschlussspiel (30 Minuten). Abschlussspiel mit Stopp und Coaching wenn ganz grobe Patzer gemacht werden, aber zu 95 % beobachten und zuschauen.


    Wichtig ist, dass Eltern mitkriegen, dass Ergebnisse geringe Bedeutung haben und dies einerseits kommuniziert wird und vor allem sichtbar praktiziert wird durch gleiche Spielzeit für alle Kinder, sofern das Wollen/Bemühen bei den Kindern erkennbar ist die Disziplin von Kindern passt und auch die Eltern dich nicht als Bespaßungsonkel ihres Kindes sehen.


    Ich z.B. habe in der U8 bei Funinoturnieren im Championsleaguemodus fast nur mit 2 Teams die hinteren Plätze abgegrast, hab ab der U9 im 4+1 permanent Positionen rotiert und kriege auch jetzt noch in der U10 2:16, 0:12 Niederlagen in der Meisterschaft.

    ABER: die Kinder steigern sich spürbar Monat für Monat und belohnen sich auch automatisch imner öfter ergebnismäßig.


    Was auch hilft sind Freundschaftsspiele mit ähnlichen Mannschaften oder dem Jahrgang darunter. Da sollte sich Torerfolg einstellen und damit auch Motivation.


    Hinsichtlich Disziplin: zu den Kindern bin ich der väterliche Typ. Ruhig, aber mit klaren Ansagen und Konsequenzen bei Fehlverhalten oder wenn der Kopf nicht beim Training oder Spiel ist (einmal ermahnen, zweites Mal Sonderübung oder 5 Minuten Nachdenkpause).


    Strenger bin ich mit Eltern, die das Kind im wesentlichen nur bei mir parken, damit das Kind paar schöne Stunden unter Freunden verbringen kann oder am Wochenende oft etwas anderes vorhaben. Da gibt es 1-2 Gespräche und bei unverändertem Verhalten dann sichtbare Zeichen wie Spielzeitreduktion oder Nichtnominierung. Ich hab von U7 bis jetzt netto dadurch Kinder verloren, hab aber dadurch 8 von 9 Kindern, die von sich aus kicken wollen und Spaß haben und durch diese Kombi aus Wollen und Spaß sich motiviert weiterentwickeln.

    Einen schwierigen Fall in Form eines psychisch kranken Scheidungskindes habe ich noch, aber sonst habe ich aktuell eine kleine aber feine Truppe an Kindern mit 80% und mehr Beteiligung bei Training und Spiel...was mich für eine zweite Mannschaft mehr als freut.

    1. Gleiche Spielzeit im Kinderfussball für alle Kinder sofern die Disziplin bei Kind und Eltern passt.


    2. Eltern, die ihre Kinder wirklich nur dann im Verein anmelden, wenn die Kinder von sich aus oft, gerne und regelmäßig kicken können und wollen und Training sowie Spielbetrieb als Fixtermine im Kalender sehen und nicht als eine Option unter mehreren Aktivitäten.


    3. Verpflichtende Verhaltensregeln und Melderegister für TrainerkollegInnen (inklusive Strafen für den Verein und/oder TrainerIn), die vom Verhalten am Seitenrand eine offensichtliche Zumutung für den Kinderfussball sind.


    4. Ausreichend spielwillige Kinder in jeder Altersklasse an jedem Spieltag.

    Danke für eure bisherigen Antworten.


    golfstrom und Goodie : eure Erfahrung deckt sich am meisten mit dem von mir bisher Erlebten. Ich habe - wie in dem Alter üblich - eine heterogene Truppe von den 9 Kindern im Kader. 3 ehrgeizige Jungs und einen guten Goalie (mit Defiziten beim Rausspielen), 2 körperlich schwache (zaghaftes Mädchen und ein zierlicher Junge), einen Normalo, zwei fussballerisch Schwache mit geringer Trainingsbeteiligung von 50%.


    Ich rotiere brav, aber beim 4+1 habe ich mit dieser Konstellation öfter ergebnismäßig das Nachsehen, wenn ich die 2 Schwächeren oder die 2 körperlich Schwachen einsetze. Da merkt man bei Punktspielen typischerweise wie die meisten Trainer nach einem Viertel umstellen und ihre großen oder schnellen Spieler auf meine "Schwachpunkte" ansetzen.


    Ich hab auch Erfolgsmomente generieren können durch Ausmachen von Freundschaftsspielen gegen Leidensgenossen sozusagen, aber natürlich schwingt immer bisschen bei den Eltern mit "Wann knacken wir denn endlich Team xy? Kann der Trainer denn nicht einfach bei knappen Spielen die Stärksten durchspielen lassen? Usw."


    Im Endeffekt läuft es darauf raus, dass der Verein durch ergebnismäßige Erfolge der A versucht, starke Spieler aus der Umgebung zu ködern. Dann werden die leistungsschwächeren in die B runtergeschoben mit irgendwelchen Argumenten. Damit kriege ich als B Trainer fussballerisch gute Kinder vielleicht, muss dann aber den Spagat schaffen die Schwächeren der B irgendwie bei Laune zu halten und gleichzeitig den Rest nicht zu verlieren. Irre, aber so läuft es bei uns eigentlich

    Hallo zusammen,


    Vor allem an alle nicht-leistungsorientierten Breitensporttrainer oder Trainer einer zweiten, dritten, vierten,..x-ten Mannschaft gerichtet: Kennt ihr das subjektive Gefühl eines gewissen Drucks ergebnismäßig nachzulegen (gerade jetzt in der Halle, wo es Ranglisten gibt,aber auch in der tabellenlosen Meisterschaft)?

    In WhatsApp posten Trainer der ersten Mannschaften über alle Altersklassen hinweg, dass sie zum x-ten Male im Finale waren und die meisten Gegner dominiert haben. In den sozialen Medien wird das erfolgreiche Wochenende gefeiert mit vielen Likes von Vereinsnahen, Eltern und Trainer...und die Turniere der zweiten, dritten, vierten Mannschaften wo man vielleicht zumindest das Spiel um den vorletzten Platz entscheiden konnte, fallen öffentlich durch den Rost und wird von den Trainern nicht/sehr wenig kommentiert?

    Einerseits Eltern weiter entwickelter Kinder der 'schlechteren' zweiten Mannschaft mit Andeutungen, dass es schon schön wäre zumindest mal in die Kreuzspiele zu kommen oder mehr zu gewinnen fürs Selbstvertrauen der Kids und andererseits stille Eltern der zweiten Mannschaften, die für mehr Training/Spiele nicht zu gewinnen und irgendwie kommentarlos alles hinnehmen und deren Einstellung zu Fussball undurchsichtig für einen Trainer bleibt trotz Gesprächen?


    In unserem Verein wird in A und B Teams getrennt und die A sollen Ergebnisse liefern und B ist der Rest, wo Ergebnisse egal sind. Dennoch krieg ich das Gefühl als B-Trainer einer U10 mit 8-9 Kindern mehr tun zu müssen. Ergebnismäßig eben unteres Drittel/hinteres Mittelfeld, Hälfte der Kinder mit fussballerischem Potential nach oben und fleißig und die andere Hälfte deutlich abfallend mit z.T. häufigeren Abwesenheiten (längere Krankheit, Wohnort weiter weg und mMn zu viele andere private Termine, die vorgeschoben werden). Erste Kommentare von Eltern, Dauerbeschallung wie super nicht die A Teams performen, ein ergebnismäßig erfolgreicher B-Trainer im Jahr darüber usw..

    Vom Verein her hab ich keinen Ergebnisdruck, aber mein subjektives Empfinden aufholen zu müssen und mehr zu machen (mehr Training,intensiveres Training, neue Kids anwerben,...) steigt irgendwie.

    Wie hält man da länger mental als Trainer durch?

    Jedes Jahr das gleiche... Ende November eine sehr diffuse Beteiligung an Training und Spielen und Turnieren. Entweder volles Haus oder totale Ebbe. Dazwischen gibt es irgendwie nichts.


    Die Termine sind schon wochenlang bekannt und kurz vor den Spieltagen dann die Absagen. Konsequenz eine Turnierabsage (Halle) und im entscheidenen Meisterschaftsspiel werden wir in Unterzahl spielen müssen. Dienstag und Mittwoch noch 95 %ige Trainingsbeteiligung in beiden Teams.

    Die Absagen kommen übrigens von denjenigen, die immer fragen, wann endlich wieder Turniere seien und im zweiten Fall die Spieler, die leistungsbezogenes Training und Aufstellungen fordern. Ich könnte gerade k....

    Willkommen im Club. Ich komme in der Hallensaison mit 9 Kindern im Kader auch öfter ins Schwitzen und muss zu Turnieren (4+1) manchmal kurzfristig alle Hebel in Bewegung setzen um noch Kinder zusammenzukratzen. Die Termine sind wochenlang bekannt, aber entschieden wird kurzfristig,weil manche Eltern sich das Wochenende nicht zerreißen lassen wollen/können und sich Optionen offen lassen. Neben 1-2 Kranken/Angeschlagenen gibt es plötzlich Sternsingen, Weihnachtsfeier im November, Laternenfest der Cousine, Fasching, Elternabend in Schule oder Hort, Geburtstag in der Familie, Schiurlaub, Ferien, Scheidungskind wo Elternteil die paar Stunden definitiv nicht in einer Halle verbringt oder in meinem Fall auch ein Vater, der mit dem zweiten Trainer aus historischen Zwistigkeiten heraus nicht klarkommt und Trainings und Turniere absagt, wenn er mitkriegt, dass dieser Trainer auch vor Ort ist.

    Meisterschaft mit Partien an Freitagen oder wochentags funktionieren bei mir z.B. gut, aber Halle ist auch bei mir Katastrophe.

    1.
    Warum hat ausgerechnet der Fußball Probleme Trainer zu finden?
    2.
    Warum geh es immer nur um Leistung?

    1. Wie schon Goodie erwähnt, sind sehr,sehr viele Trainer im unbezahlten Ehrenamt unterwegs - auch mit Lizenzen in der Hand. Im Kinderfussball findet sich mit Überredungsgeschick ein nicht ganz ahnungsloser Papa, der mithilft oder das Traineramt übernimmt. Manche wachsen rein und entwickeln sich zu besseren Trainern als manch lizenzierter Trainer - weniger vom Fachwissen her als im Umgang mit Kindern. Manche Väter hören auf wenn der Sohnemann nicht mehr will.


    Es braucht auch viel Nerven, Ruhe und Gelassenheit im Kifu die Eltern auf Linie zu kriegen. Vom ehrgeizigen Papa, der in seinem Sohn einen kommenden Nationalspieler sieht, bis zur Mama, die das Kind nur zum Training abschiebt, hast du eine Spannweite an Interessen und Erwartungen der Eltern einerseits und Motivation der Kinder andererseits, die permanent herausfordernd einwirken. Im Kinderfussball ist meiner Erfahrung nach die Mutter der 'natürliche Feind' des Trainers, weil oft die Mütter wenig mit Fussball am Hut haben und das Beste fürs Kind wollen...was öfter nicht Fussball ist wenn es regnet, kalt ist, ein guter Freund Geburtstag hat, das Kind lieber mit dem Nachbarn zocken will etc.

    Da tauchen Diskussionen und Spannungen zwangsläufig und regelmäßig auf. Das muss man seine Freizeit opfernd und ohne/wenig Entgelt mögen.


    2. Um Leistung geht's dort, wo es Tabellen gibt. Es steckt ab einem gewissen Alter auch in den Kids drinnen sich messen zu wollen und zu sehen wo man steht. Ich persönlich schaue auf Leistung im Sinne von Einstellung zum Spiel,Training und Lernwillen in meiner U10 und Entwicklung der Kids im Team - sozial wie fussballerisch. Bis zur U8 mit Funinoturnieren habe ich wirklich jedes Kind mitgenommen auch wenn es nur wegen Mama und Papa im Verein war und nie wirklich wegen Fussball im Verein war. Mit Meisterschaftsbetrieb in der U9 haben die Kids selber irgendwie den Wettkampfgedanken entwickelt und eine Auslese ohne viel Zutun meinerseits hat stattgefunden. Jetzt in der U10 habe ich nur 9 im Kader, aber die wollen und kommen auch bei 5 Grad und Regen. Es war aber ein laaanger Weg mit einigen Telefonaten und durchaus harten Worten und Taten gegenüber einzelnen Eltern.

    Es gibt noch bis inklusive U12 keine Tabellen, aber ungefähr wissen Eltern und Kinder wie sie im Vergleich zu anderen Mannschaften stehen.

    Es gab bei mir im Februar den Moment, wo ich dem Jugendleiter schriftlich mitgeteilt habe, dass ich bei der katastrophalen Einstellung mancher Eltern zum Trainings- und vor allem Spielbetrieb nicht mehr gewillt bin weiterzumachen und mit Saisonende Ende Juni die U abgeben will und mich maximal als Torwarttrainer oder Co-Trainer anbiete.


    Damals U9 Breitensport - die zweite Hälfte der Kinder (B Mannschaft) mit einem Kader von 10 Kindern. Das letzte Verbandsturnier im Herbst am ersten Samstag der Herbstferien und die 7 Hallenturniere im Winter hab ich immer nur mit Ach und Krach mittels Aushilfe vom Jahrgang darunter oder A Mannschaft spielen können. Manche haben aus Prinzip in den Ferien nicht gespielt, 2 Totalausfälle (Scheidungskind mit riesigen privaten und mittlerweile psychischen Problemen und eine desinteressierte Gluckenmama,die mit 'X' und '.' kurzfristig abgesagt haben) , 2-3 Kranke und/oder 2-3 Pappenheimer, wo Sternsingen, Schifahren, Faschingsumzug oder Weihnachtsfeier mit Verwandten Ende November! wichtiger waren. Mehr als 4 oder 5 Kinder bei 4+1 habe ich aus meinem Kader nie zustandegebracht.


    Im Endeffekt habe ich einerseits Inserate im Februar und März aufgegeben um neue Spieler anzuwerben, aber vor allem hat die Jugendleitung einen verpflichtenden Elternabend im März einberufen mit allen Eltern, wo deutlich gemacht wurde, dass Spielbetrieb ebenso ein Muss ist, Verantwortung gegenüber der Mannschaft von jedem einzelnen eingefordert wird und man nicht nach Lust und Laune absagen kann, weil die Eltern lieber etwas anderes am Wochenende im Sinn haben als am Platz/in der Halle den Kids zuzuschauen. Mit den angedrohten Konsequenzen, dass ich aufhöre,die B Kinder bei der A mittrainieren wird und dann fast alle aufgrund Überforderung oder Frust mangels Entwicklung und Einsätzen aufhören werden (müssen),hat ein Umdenken stattgefunden. Seit Frühjahr bin ich in der Meisterschaft mit meinem Kader durchgekommen. Hab aktuell in der U10 9 Kinder im Kader und alle Kinder bei 75% und mehr Beteiligung in Training und Spielbetrieb. Wie allerdings der Winter aussehen wird, traue ich mir nicht sagen. 2-3 Kranke und dann darf keiner mehr ausfallen mit Gründen wie 'Geburtstag', 'Ferien' oder ähnlichem.

    Hallo zusammen. Individuell der Mutter 15 Minuten früher kommunizieren könnte eine Option sein. Das muss ich am Spieltag zumindest paar Stunden vorher machen, da ich die Termine in der SpielerPlusApp verwalte und dort den wahren Zeitpunkt für den Rest der Eltern stehen lassen muss. 🙂Ich nehme mal für mich mit, dass Spielminutenreduktion auch noch ok ist, aber mehr Energie reinstecken eher vergebliche Liebesmüh bei der Mutter ist.


    Danke mal soweit an euch :thumbup:

    Hallo zusammen. Danke zuerst für eure Diskussion bislang.

    Coach_T88 : Gespräche in Richtung Vorteile des Pünktlichseins haben sowohl mein Vorgänger als auch ich geführt. Das wirkt 2-3 Wochen, damit kurz Ruhe ist, aber danach selbes Muster. Das Kind war mal in der A Mannschaft, wurde aber von meinem Vorgänger mangels Trainingsbeteiligung und Disziplin zu mir in die B Mannschaft geschoben. Bei mir hat der Junge auch ein Jahr lang rund 50% Beteiligung gehabt aus verschiedenen Gründen (einmal krank-> Mutter lässt ihn gleich nach Genesung weitere Wochen daheim, damit er nicht nochmal krank wird. Absagen, weil es Mutter nicht freut am Samstag 30 Minuten zu einem Turnier zu fahren etc.). Jugendleiter hat dann einen verpflichtenden Elternabend einberufen und Tacheles geredet.


    Jetzt ist der Junge bei 85% im Herbst erfreulicherweise, hat aber in der Entwicklung zu den anderen verloren und ist mittlerweile im hinteren Drittel fussballerisch angesiedelt.


    Direkten Ausschluss eines Kindes geht nur über Jugendleitung und gibt es bei uns nur bei argen Disziplinlosigkeiten wie Raufereien, Gewalt, Mobbing etc. und das nach mehreren Eskalationsstufen wie Gespräch mit Eltern etc. zuvor.


    Das Kind selbst ist fussballbegeistert. Es geht mir drum die Mutter soweit zwicken zu können, dass sie versteht, dass Unpünktlichkeit nicht geht und sich eine Verhaltensänderung im Sinne des Kindes einstellt. Spielminutenreduktion ist ja schon ein Statement meinerseits an die Mutter zulasten des Kindes...aber das nimmt sie kommentarlos hin, weil ich hab das ja eh angekündigt und ist so.

    Außerdem bin ich mit 9 Kindern im Kader nicht gerade in der Position weitere Kinder bzw. Eltern zu verärgern mit Blick auf Winter (Grippewelle etc.) bzw. nächstes Jahr U11 mit 6+1, wo ich eigentlich 3-4 Kinder zusätzlich brauchen werde.

    Vielleicht ist es ein Kampf gegen Windmühlen, weil die Mutter unveränderbar ist, aber wenn das Kind von daheim die notwendigen Werte nicht vorgelebt bekommt, sehe ich mich in der Verantwortung dagegenzusteuern. Im Sinne der fussballerischen Zukunft des Kindes und vor allem der Mannschaft gegenüber, damit es nicht bei anderen auch vielleicht einreißt nach Belieben zu kommen.


    Wenn ihr sagt, es genügt Spielminutenreduktion, dann behalte ich das bei und versuche den Ärger über die Mutter zu minimieren. Aber ich bin eher der Typ ihr jedes Mal auf die Finger zu klopfen bis sie es checkt...


    Schwierig für mich grad.

    Es gibt keine Termine vorher. Trainingsbeginn ist 2x unter der Woche um 17:30, Spiele Freitag 17:00. Kind ist ein Einzelkind und wird von der Mutter täglich vom Hort um 14:00 abgeholt. Sie hat auch nie von Terminen vorher oder nachher gesprochen.

    Die Familie wohnt auch 5 Minuten zu Fuss vom Sportplatz entfernt. Damit gibt es für mich keine Entschuldigungen hinsichtlich Entfernung, der Junge könnte sogar alleine mit Roller oder zu Fuss kommen.

    Die Mutter verbringt die Zeit am Spielfeldrand am Handy spielend oder sogar mal rauchend (obwohl nicht erlaubt)

    Es kam schon mal vor, dass sie zum Treffpunkt eines Spiels ein Foto im Stau geschickt hat, wo sie aber 20 km entfernt war. D.h. auch ohne Stau wäre sie deutlich zu spät gekommen. Einmal hat sie ein Auswärtsspiel übersehen und geglaubt es ist ein Heimspiel. Einmal hat sie gefragt, ob sie 10 Minuten später zum Heimspiel kommen kann, weil der Junge Hort bis 14:00 hat (Treffpunkt 14:30, 5 Minuten weg von Hort und daheim).

    Vertrauen in sie hat sie bei mir zusätzlich eingebüßt, da sie manchmal nachweislich Krankheit als Ausrede benutzt hat zum Abmelden (z.B. Junge war topfit und im Hort von anderen Kindern gesehen worden). Hab ihr dieses NoGo deutlich mitgeteilt mit Konsequenzen hinsichtlich Spielzeit für den Jungen. Seither komme ich ihr kaum entgegen und schreibe ihr mittlerweile bei jeder deutlichen Verspätung eine WhatsApp a la '16:30 Treffpunkt. Wiederholte Unpünktlichkeit -> Junge spielt heute weniger '.


    Wie gesagt, sie hat dasselbe Spiel mit meinem Vorgänger gemacht. Er war konsequent, hat aber null gefruchtet hinsichtlich Einsehen/Verhalten wie man bei mir sieht.

    Hallo zusammen. Ich hab in meiner Mannschaft - U10 - einen Spezialfall von Mutter, die es mit Pünktlichkeit zu Treffzeitpunkt nicht so hat.

    Ich handhabe es so, dass ich Treffzeitpunkt 15 Minuten vor Trainingsbeginn bzw. halbe Stunde vor Spielbeginn festlege.

    Die Mutter bringt und begleitet den Jungen zu Training und Spiel, kommt aber prinzipiell immer kurz vor Trainingsbeginn und Spielbeginn daher. D.h. die regelmäßige Unpünktlichkeit bezieht sich auf den Treffzeitpunkt und nicht Trainings- oder Spielbeginn.

    Gespräche und Hinweise auf Konsequenzen für den Jungen nickt sie ab, Verhalten ändert sich trotz klarer Worte nicht. MMn will sie die Zeit am Platz so gering wie möglich aus Desinteresse halten, aber bringt den Jungen ihm zuliebe halt. Genau Gründe konnte ich in den paar Gesprächen nicht erfahren, meist kamen Ausreden und ein vorgetäuschtes Abnicken, damit ich eine Ruhe gebe.


    Ab und zu bringt der Vater den Jungen und da kommt er immer überpünktlich. D.h. Problem ist einzig und allein die Mutter.


    Im Gespräch mit meinem Vorgänger habe ich erfahren, dass ihr Verhalten damals gleich war und sie völlig schmerzbefreit ist wenn es um Einfordern von Werten wie Pünktlichkeit geht und auch kein Problem damit hat, wenn der Junge weniger Spielzeit kriegt oder angesagt bekommt.


    Wie soll ich mit dieser Situation umgehen? Wenn alle Gespräche und logischen Konsequenzen ins Leere gehen? Der Junge ist immer rechtzeitig zu Trainingsbeginn und Spielbeginn da, aber halt erst kurz vorher und nicht zum vereinbarten Zeitpunkt.


    Euer Oesi

    Hi.


    Also prinzipiell ist eine Beteiligung von 23-27 Kindern bei 30 im Kader für einen Dorfverein ein guter Schnitt. Wenn die Kinder selbst gerne ins Training kommen, machst du/ machen die 3 Trainer wenig falsch mMn.


    An Spieltagen kommt es einerseits auf das Niveau der Gegner an (habt ihr vergleichbare Teams vom Entwicklungsstand oder seid ihr da 'Kanonenfutter' für die meisten Gegner?) und andere Faktoren wie körperlicher und kognitiver Entwicklungsstand, Stimmung im Team,..oder einfach Faktor Kind.


    Ich kriege z.b. U10 Breitensport Durchschnittsniveau praktisch jedes Spiel zweistellig auf die Mütze, bin aber auch in einer komplett falschen Gruppe mit Top-Teams aus der Region. Ich fange das auf, indem ich den Eltern vor der Saison kommuniziert habe, dass Ergebnisse wenig über Entwicklung aussagen und die Spiele als Lerneinheiten zu sehen sind.

    Ab und zu kriege ich so wie du subjektive Eindrücke der Eltern vermittelt. Höre ich mir an, aber ich zieh in der Regel mein Ding durch. Ich schreib auch nach jedem Spiel einen kurzen Bericht in WhatsApp wo ich die tollen Punkte der Kids heraushebe. Beispielsweise haben wir diese Woche 3:12 verloren, aber das Spiel war vom Tempo top und wir hatten viel Pech mit einigen Stangen-und Lattentreffern. Das Spiel war geil anzusehen und eine Steigerung zum 2:18 im Hinspiel. Im Bericht genauso geschrieben und virtuellen Applaus von den Eltern geerntet.


    Wenn du den Kids (nicht den Eltern) eine Moralspritze geben magst,dann bieten sich Freundschaftsspiele gegen vergleichbare Teams in der Region oder eurem Jahrgang darunter an. Knappe Ergebnisse bzw. viele geschossene Tore zeigen den Kids und auch Eltern, dass 'was geht'. Hab ich auch unlängst statt Training eingestreut und ein erkämpftes 16:12 wurde abgefeiert wie die ein Meistertitel.


    Bzgl. Reinschreien ist es typenabhängig. Gängige Meinung ist, den Kids Freiraum lassen und Fehler erlauben und nur lobend reinschreien. Es kommt aber auch auf die Kids an. Ich z.B. bin davon abgekommen, komplett ruhig zu bleiben. Ich lasse sie spielen, rufe aber sehr wohl punktuell bei richtig groben Patzern rein,wenn die Kids es aus mehreren Trainings schon können könnten. Bsp. wenn plötzlich Rückpässe vors eigene Tor ohne Gegnerdruck gespielt werden und dem Gegner das Tor auf dem Silbertablett serviert wird. Oder der Dribblanski vor dem eigenen Tor zum x-ten Mal versucht 3 Gegenspieler auszutanzen...

    Kriegen aber als Mannschaft immer in den Pausen erklärt, was sie gut machen und was sie nicht mehr machen sollen. Bleibt aber bei vielen noch nicht so lange hängen. :)


    Kurz: wenn die Kids von sich aus gerne kommen, dann stimmt viel. Wenn einzelne Eltern oder Kids länger keinen Spaß haben, dann zur Not ziehen lassen..man kann nicht alle halten. Ergebnisdruck rausnehmen/nicht aufkommen lassen und Spiele gegen Gleiche ausmachen.

    let1612 : Danke für den Link zum Podcast, hab ich mir angehört.


    Aktuell ist es so, dass ich am Montag ein Testspiel hatte, wo besagter Junge auch dabei war. Allerdings hat er zu Spielbeginn wieder seinen Freund zum Quatschen ausgesucht und hab beide getrennt, damit sie sich aufs Spiel konzentrieren. Hab ihn auch eingewechselt zusammen mit anderen und wie erwartet haben wir mit ihm am Feld wie in Unterzahl agiert. Hab daher beschlossen, ihm weniger Spielzeit in den letzten 2 Vierteln zu geben - noch dazu wo der Rest im Rahmen der Möglichkeiten sich reingehängt hat und fast jeder zum Torerfolg kam.


    Beim Abschlusskreis und Verabschiedung war besagtes Kind sichtlich angepisst, hat sich nicht ordentlich verabschiedet.


    Heute kam WhatsApp der Mutter, dass sie den Jungen 2 Wochen von allen Trainings und Spielen daheim lassen werden und danach schauen wie es weitergeht. Erfahrungsgemäß ist das die Vorstufe zum Aufhören. Offenbar schmeckt meine angekündigte Konsequenz nicht,whatever.


    Ich halt euch am Laufenden was in 2 Wochen rauskommt.

    Fußball schient so ne Art "Notwehr" der Eltern zu sein.

    So meine Ferndiagnose, leichter Anflug von Hyperaktivität und damit er uns nicht auf den Zeiger geht, geht er in Fußball etc.

    Wenn er andere nicht stören würde, meine sollte man ihn mitschleifen, aber so?

    Gespräch mit dem Jugendleiter suchen, damit er die Situation beenden kann.

    Problem ist, dass Unaufmerksamkeit und Antitalent für die Jugendleitung kein Grund für Beendigung ist. Solange Ausbildungsbeitrag bezahlt wurde und der Junge nicht aggressiv oder mobbend wird, soll ich eher mitschleppen - noch dazu wo er im Ort daheim ist und die Gemeinde auch ein Faktor ist, wo die Jugendleitung eher zurückhalten ist. Ich schleppe nebenbei auch das Kind einer Gluckenmama mit und ein psychisch krankes Scheidungskind (siehe ältere Posts von mir) . In jeder Altersklasse gibt es offenbar diesen einen Spezialisten. Die Trainer dort handhaben das mit Nichtnominierung oder auffällig wenig Spielminuten. Ist auch grad mein Ansatz aktuell inklusive harsche aber sachliche Konversation mit dem Jungen.

    Vielleicht muss ich das nun konsequent durchziehen mit Nichtnominierung und Spielminutenreduktion. Entweder er wird dann von den Eltern rausgenommen oder es wird akzeptiert - was mal das Problem an Spieltagen löst. Im Training kann ich eigentlich nur ermahnen, raussetzen oder Strafübung machen lassen, oder?

    Danke erstmal für eure bisherigen Antworten. Gespräche mit den Eltern gab und gibt es immer wieder mal und die Problematik ist den Eltern bekannt - ändern tut sich nichts. Mein Co-Trainer ist privat auch sehr gut befreundet den Eltern und gibt mir auch Info abseits der Fussballzeit wie es um den Jungen so steht.


    Fakt ist, dass die Mutter der Meinung ist, dass das Kind möglichst viel lange machen soll um herauszufinden was es gern macht oder nicht. Er spielt Gitarre, hetzt zum Fussball, fährt Rad, Schiurlaube und Wandern steht oft am Wochenende am Programm usw. Die Eltern pflastern die Zeit des Jungen mit Aktivitäten voll.

    In der Schule zeigt er dasselbe Verhalten wie bei mir....irgendetwas machen und Tratschen.

    Der Vater sieht die Problematik bisschen, interessiert sich aber nicht für Fussball und lässt das Ding laufen. Die Mutter sieht kein Problem und zwingt ihm die Aktivitäten auf, damit er etwas fürs Leben lernt. Gitarre spielen, damit er etwas Kreatives macht. Fussball, damit er einen Teamsport betreibt, Radfahren und Wandern zum Auspowern und Natur entdecken etc.

    Die Mutter nutzt die Aktivitäten auch aus, um sich den Luxus 'Zeit für sich' rauszuschlagen und schiebt den Jungen dort auch deswegen hin. Die Kommunikation mit den Eltern läuft ja auch so ab, dass die Mutter in der WhatsAppgruppe meiner U ist, um informiert zu sein, aber bei Gesprächen rückt immer der Vater aus, der mit Fussball nichts am Hut hat und auch nicht mal ansatzweise interessiert ist.

    Hallo zusammen,


    ich hab in meinem Kader U10 Breitensport 10 Kinder aktuell. 8-9 Kinder kommen mMn gern ins Training und zu den Spielen. Allerdings habe ich schon über Jahre einen Nichtfussballer drinnen, der schlicht und ergreifend die Basics noch immer nicht kann, nicht wirklich aufpasst und andere ablenkt und Fussball weder bei seinen Eltern noch bei ihm im Alltag irgendwie ein Thema ist.


    Ich weiß von den Eltern, dass ihre Motivation ist, dass der Bub einen Teamsport macht. Er kommt richtig oft ins Training, aber nur weil ihn die Eltern zwingen und nicht aus Eigenmotivation. Sein Verhalten ist vergleichbar mit einem Kind in der Schule, das halt hingeht weil es muss, aber z.B. mit Mathematik nichts anfangen kann und deswegen dem Lehrer nicht wirklich zuhört, keine Schulübung hinkriegt und jede Gelegenheit zum Tratsch mit dem Banknachbarn sucht.


    Ich hab ihn jetzt öfter zuschauen lassen, weil ich nur 9 Kinder mitnehmen kann und der Unterschied zu diesen 9 mittlerweile in allen Belangen auffällig ist.


    Ich hab viel Geduld, aber ich hab mich schon selbst ertappt, wie ich nach dem 5. erfolglosen Mal zeigen in einer leichten Übung unrund wurde und ihn geschnappt habe und ihn hochgehoben und dort hingestellt habe, wo er sein hätte müssen (einfaches 'Spiel zu Hütchen und lauf dem Pass nach'). Hab den Eltern die Nichtnominierung für ein Spiel mitgeteilt und das Telefonat zur Darstellung der aktuellen Situation mit dem Vater geführt.


    Es war ein ruhiges Gespräch, wo der Vater meinte, sie überlegen sich übers Wochenende wie es weitergeht, aber es hat den Bub schon sehr gestört, dass ich ihn bei der Übung 'nach links und rechts geschubst habe'.


    Wie geht ihr mit solchen Fällen um, wo das Kind Talent und Interesse am Sport -100 hat, wenig checkt und andere ablenkt? Und zusätzlich die Eltern halt auch kein Support sind, sondern mich als verlängerten Hort sehen, wo halt das Kind in einer Gruppe ist. Hauptsache das Kind kann spielplatzmäßig Spaß haben und Fussball lernen ist nicht wichtig.


    Euer Oesi