Vereinswechsel zur neuen Saison <-> sofortige Suspendierung

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • In Kurzform:

    Ein Jugendspieler möchte zur neuen Saison (September) den Verein wechseln. Weiter ist nichts vorgefallen.

    Den Trainer ärgert das.

    Mit sofortiger Wirkung (Februar) suspendiert er den Spieler und schließt ihn von Training und Spiel aus.


    Frage:

    Ist das rechtlich in Ordnung? Schließlich muss der Spieler auch für das ganze Jahr (bis Dezember) den Mitgliedsbeitrag bezahlen.

    Klar, bei Spielen nicht aufstellen, ist immer eine Trainerentscheidung. Aber darf ein Spieler deshalb wegen einem Vereinswechsel nach der Saison vom Training ausgeschlossen werden?


    Danke für eure Antworten.

  • Huhu,


    natürlich nicht. Also gehen wir mal davon aus das sonst nichts vorgefallen ist wie jemand geschlagen, geärgert, gemobbed oder sonstige Ungereimtheiten.

    So was ist halt wieder typische "Ego-Trainer" Verhalten und davon laufen leider viel zu viele durch die Gegend. Die meinen, weil sie in der Regel zuhause und im Job nix zu melden haben, aufm Platz und in ihrer Funktion als Trainer dann den dicken Macker raushängen zu lassen. Ekelhaft und ätzend.

    Also, lass dir nix erzählen und beschwere dich entsprechend in einem ruhigen, sachlichen Gespräch und lasse dir genau erklären warum so gehandelt wird. Bereite dich dementsprechend mit guten Argumenten vor. Sollte das Trainergespräch nichts bringen, dann sportlicher Leiter und schlussendlich Vorstand usw.

    Sollten da alle so drauf sein, was durchaus auch schon mal sein kann, dann muss man es so akzeptieren und entsprechend halt beim neuen Verein schon mitwirken (Training und Freundschaftsspiele). Ich würde aber in so einem Falle tatsächlich auch Nachtreten, damit so was nicht mit jedem weiterem Spieler passiert und mich medial dagegen wehren, so dass es auch jeder mitbekommt.

    Aber wie gesagt, alles nur dann wenn sonst wirklich nichts weiter vorgefallen ist.

    Lg

  • Häufig geht einem Vereinswechsel irgendeine Unzufriedenheit voraus. Der Trainer spürt das und fühlt sich anscheinend angegriffen und schließt den Spieler aus. Viele Trainer können überhaupt nicht damit umgehen, wenn ihre ehrenamtliche Arbeit kritisiert wird. Das sieht man immer wieder. Sie fühlen sich im Recht, weil sie hier ja ihre Freizeit opfern.


    Hier muss aus meiner Sicht folgendes geklärt werden:

    - ist er noch Mitglied im Verein? --> wenn ja, dann steht ihm auch zu im Training mitzuwirken

    - wenn er noch Mitglied ist, dann abklären warum der Trainer ihn nicht mittrainieren lässt

    - das Mittrainieren ist immer die Grundlage für die Aufstellung in den Spielen

  • Ganz klar ist der Ausschluss vom Training nicht in Ordnung und auch rechtlich sicherlich nicht zulässig. Etwas tricky könnte es werden, wenn noch ein zweites Team in der Altersklasse existiert und der Spieler dann sozusagen für das Training nach unten geschoben wird. Das wird man im Zweifel hinnehmen müssen.

    Für den kompletten Ausschluss von den Spielen sehe ich eigentlich auch keine Berechtigung, wenn es sportlich nicht begründbar ist. Dringend mit der Jugendleitung bzw. dem Vorstand sprechen.

  • Moin in die Runde,


    ich bin auch der Meinung das alleine ein Vereinswechsel zur neuen Saison keine Suspendierung zur Folge haben sollte. Wenn ich mir allerdings die Satzung von unserem hiesigen Sportverein angucke wage ich mal zu Bezweifeln das sich alleine daraus ein "Anspruch auf Training" ableiten lässt.

    Ob man nun Anspruch hat oder der sportliche Leiter, Vorstand, etc. den Spieler wieder zurück in den Trainingsbetrieb bringen, ist doch am Ende auch die Frage ob der Spieler damit Glücklich wird. Er ist ja offensichtlich seitens des Trainers nicht gewollt.


    Was spricht denn dagegen bereits bei dem neuen Team mit zu trainieren?

    VG Jo

  • Stimme im Grunde zu, dass ein Mittrainieren im neuen Team wohl in dem hier besprochenen Fall sinnvoll wäre. Im Hinblick auf die Satzung des Vereins ist allerdings zu sagen, dass diese sicherlich kein konkretes Sportangebot zusichern mag. Das verstehe ich aber so, dass man z.B. vom Verein nicht fordern kann, zu bestimmten Tagen ein Training anzubieten oder dass für alle Altersklassen ein Team geöffnet wird.

    Wenn allerdings ein Sportangebot im Verein besteht, das sich grundsätzlich auf die Personengruppe/Altersklasse bezieht, zu der der Spieler gehört, kann der Verein ein Mitglied davon nicht ohne weiteres ausschließen.

  • Wenn allerdings ein Sportangebot im Verein besteht, dass sich grundsätzlich auf die Personengruppe/Altersklasse bezieht, zu der der Spieler gehört, kann der Verein ein Mitglied davon nicht ohne weiteres ausschließen.

    Damit könnte ich jede Warteliste umgehen ;) - und somit kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen

  • Natürlich ist das moralisch höchst verwerflich und meist hat der Trainer ein problem, weil er es als Ablehnung empfindet.


    Auch rechtlich hat man einen Anspruch auf Training, aber man hat kein Anrecht auf mehr als einmal pro Woche und auch nicht auf ein/das Team, wo man hingehört.

    Man kann ihn also auch in irgendwelchen anderen Teams - nahe der Altersklasse - einmal die Woche mitmachen lassen.


    Geholfen ist damit niemandem, ich würde beim neuen Verein mittrainieren.


    Das ist übrigens der Grund, warum man sich das wirklich überlegen muss, wie ehrlich man zum aktuellen Trainer ist, wenn man wechseln will. Habe ähnliches schon öfter erlebt. Gerade bei Teams, die auch eine gewisse Stärke hatten, nicht "ganz unten in der Nahrungskette" sind und selbst selektieren und Spieler holen.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Also sofern nichts vorgefallen ist, scheint es schon stark richtung angekratzes Ego zu gehen.

    Ich, aus persönl. Erfahrungen kann nur sagen, dass ich oft genug miterlebt habe, dass diese Jungs, die sind, die dann nicht mehr voll durchziehen, weil sie im Kopf auch bereits gewechselt sind.
    Solche Jungs machen dann nur Ärger, weil sie nicht voll bei der Sache sind und die Entwicklung der anderen stören.

  • Inwiefern? Die Warteliste bedeutet ja, dass der Verein in der Altersklasse keine Spieler mehr aufnimmt, also keine neuen Mitglieder mehr aufnimmt, da das Sportangebot ansonsten nicht mehr realisiert werden kann.

    Ein Verein hat meistens nicht nur eine Abteilung. Beispiel bei uns: Tanzen hat eine Warteliste. Fußball nimmt jeden. Ich melde mich zum Fußball an -> Vereinsmitgliedschaft. Mit der gehe ich dann zum Tanzen als Mitglied und fordere eine Teilnahme ;)

  • Also sofern nichts vorgefallen ist, scheint es schon stark richtung angekratzes Ego zu gehen.

    Ich, aus persönl. Erfahrungen kann nur sagen, dass ich oft genug miterlebt habe, dass diese Jungs, die sind, die dann nicht mehr voll durchziehen, weil sie im Kopf auch bereits gewechselt sind.
    Solche Jungs machen dann nur Ärger, weil sie nicht voll bei der Sache sind und die Entwicklung der anderen stören.

    Kann ich nicht nachvollziehen deinen Kommentar. Wirklich nicht.


    Das klingt für mich sogar fast wie eine Rechtfertigung für einen nicht fairen Umgang mit Spielern, die wechseln wollen. Kindern (!).

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Kann ich nicht nachvollziehen deinen Kommentar. Wirklich nicht.


    Das klingt für mich sogar fast wie eine Rechtfertigung für einen nicht fairen Umgang mit Spielern, die wechseln wollen. Kindern (!).

    Ist keine Rechtfertigung sondern halt die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe.

    Ich hatte genug Spieler im Kader, die mir im Laufe der Rückrunde mitgeteilt haben, dass sie im Sommer wechseln (oft zum Konkurrenten), die dann aber trotzdem normal das Trainingsangebot angenommen haben und Vollgas gegeben haben.

    Wenn dann aber andere wiederum die Einstellung an den Tag legen "mir egal was mit der Mannschaft passiert, ich bin im Sommer eh weg" (genau diese Aussage hat ein Junge getroffen), und dieser Junge nach Gesprächen das nicht bessert, stört er einfach den Trainingsbetrieb und Spielbetrieb.
    Ich trainiere keine Breitensportmannschaft in der Kreisliga!!

    Der Rest der Mannschaft selber beschwert sich ständig über das Verhalten des Jungen und findet das nervend und störend.

  • Du interpretierst da aber etwas rein, was so nicht angesprochen wurde.

    Der Sachverhalt ist folgener:

    In Kurzform:

    Ein Jugendspieler möchte zur neuen Saison (September) den Verein wechseln. Weiter ist nichts vorgefallen.

    In dem Fall ist ein Ausschluss vom Spiel und Training eine Frechheit, sofern, wovon ich ausgehe der Spieler sich normal und engagiert einbringt. Teilweise ist es vielleicht verständlich, wenn Spieler, die nächste Saison dabei bleiben etwas mehr Spielpraxis zu Lasten des Wechslers bekommen, aber ein kompletter Ausschluss ist einfach nur Charakterschwach vom Trainer und allen anderen im Verein, die das mittragen.

    Sollte der Spieler (was hier nicht steht) sich unmotiviert und störend zeigen, dann sieht die Sache natürlich anders aus. Du beschreibst es aber ja, als ob es legitim ist einen Spieler der geht präventiv auszuschließen, bevor er für Unruhe sorgt...

  • Du interpretierst da aber etwas rein, was so nicht angesprochen wurde.

    Der Sachverhalt ist folgener:

    Ich hab doch eingangs geschrieben, dass es in dem Fall vom Thread-Ersteller eher nach angekraztem Ego klingt und ein Ausschluss quatsch ist.

    Zugleich habe ich die Chance genutzt, darzustellen, dass es nunmal auch Spieler gibt, die sich bei einem geplanten Wechsel auch nicht gut verhalten.

    Du beschreibst es aber ja, als ob es legitim ist einen Spieler der geht präventiv auszuschließen, bevor er für Unruhe sorgt...

    Da interpretierst du dann auch etwas rein, was ich so nicht geschrieben habe!

  • Wenn allerdings ein Sportangebot im Verein besteht, dass sich grundsätzlich auf die Personengruppe/Altersklasse bezieht, zu der der Spieler gehört, kann der Verein ein Mitglied davon nicht ohne weiteres ausschließen.

    Damit könnte ich jede Warteliste umgehen ;) - und somit kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen

    Das verstehe ich wiederum nicht. Wartelisten gibt es ja vielleicht beim Eintritt. Beim Austritt wäre mir das neu.


    Der Junge hat ja ein Team, was es gibt. Das Sportangebot ist also da. Davon kann man nicht willkürlich ausgeschlossen werden. Manche Trainer denken das, sie könnten so was machen. Mag auch manchmal funktionieren, weil es sich eben viele gefallen lassen. Eine Rechtsgrundlage gibt es aber dafür definitiv nicht.

  • Ja, theoretisch ist das richtig.

    Aber was willst Du denn praktisch machen? Da hingehen obwohl ich nicht erwünscht bin? Oder mein Recht einklagen? Den Stress würde ich mir als Erwachsener schon nicht antun und erst Recht nicht einem Kind bzw Jugendlichen.


    Zur ursprünglichen Frage:

    Ein Vereinswechsel ist kein Grund um jemanden zu suspendieren oder vom Trainings- oder Spielbetrieb auszuschließen.

    Rechtlich auch nicht tragbar.

  • Hallo! Vielleicht mag der Threadersteller etwas Stichwortartig mehr erzählen. Eine Suspendierung ist ja schon ziemlich krasse Vorgehensweise und ein absolutes No go. Ich kenne das selber mit der verletzten Eitelkeit bei Vereinsverantwortlichen!
    So nach dem Motto" ich habe ihn rausgeschmissen" und brüsten sich damit. Das zeigt aber eher ihre Schwäche.

    Welche Jahrgangsstufe?
    Wie lange spielt er schon im Verein?
    Kadergröße ?

    Stammspieler oder eher Bankdrücker
    Kreisklasse oder Leistungsliga ?
    Hat er ein Grund genannt für den Vereinswechsel?
    Un vor allem iIst es mit dem Jugendleiter abgesprochen?