Marcel Reif: Talente Gau

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  • Eine U10 hat 2 Minuten nach der Niederlage diese vergessen und schaut auch auf keine Tabelle. Aber vor dem Spiel will Sie gewinnen. Ist das nicht toll.

    Genau, das ist toll!


    Welcher U10 Spieler ist denn als U11 Spieler plötzlich Profi? Der Junge kann doch trotzdem Siegeswillen haben. Er behält sich nur die kindliche Leichtigkeit. Er hat noch 8 Jahre Zeit Seniorenspieler zu werden. Da kommen noch ein paar Pflichtspiele mit Ergebniswertung, Tabellendruck etc. zusammen.


    Und wie ich schon mal schrieb, es geht nicht bei jedem jungen Kicker darum, dass er Profi wird. Nicht jeder spielt Fußball, um am Ende der beste Spieler zu sein, der er sein könnte. Sieht man ja auch am Interessenswandel im U15 Bereich aufwärts.


    Trotz anderen Verlangens bleibe ich ruhig und verhalte mich nicht so, wie es auf meinem Profilbild zu sehen ist 8)

  • Ich finde, man muss sich mal entscheiden was man eigentlich will.

    Im Bundesligaalltag jubeln wir den internationalen Stars zu und erfreuen uns an Harland, Lewandowski und wie sie alle heißen.

    Und pünktlich zur EM/WM ziehen wir uns dann das nationale Trikot an und wollen eine schlagkräftige Truppe Deutsche, die mindestens Turniersieger wird.


    Aber das Elend geht doch schon da los, wo Ausländer in die NLZs eingekauft werden und so die Ausbildungsplätze für Deutsche und hier lebende Migranten verknappt werden. Würde man darauf verzichten, wären wir vielleicht einen Schritt weiter.

    Oder wenn man die Ausländerquote etwa an der Bevölkerungsquote spiegeln würde. Im Fußball sind fast 50% der Spieler Ausländer, in der Gesellschaft aber nur 13%.


    Oder man erklärt das Modell "Nationalmannschaften" für beendet und stellt die Besten aus den Ligen zusammen. Best of Bundesliga gegen best of Premierleague und divisione wasweißich... :evil:


  • Traurig wie die Vereine seit Jahren Millionen in die Nachwuchsförderung pumpen, aber die Ergebnisse stetig schlechter werden.

    (Spieler die den Sprung in die A Mannschaft schaffen)

    Die Strafe ist dann, sie müssen Spieler aus dem Ausland verpflichten (kaufen, oder ablösefrei dann mit Handgeld).

    Auf der anderen Seite: Nübel, Kehrer, etc.. früh zu einem großen Klub gewechselt und dort kaum Einsatzzeiten.

  • Das ist doch aber in England, Spanien, Frankreich oder Italien nicht anders, oder?

    Da wird die Quote der “Einheimischen” sehr ähnlich sein.

    Am Ende sind dann fast immer doch die selben Länder vorne, in Europa diejenige, welche die stärksten Ligen und wohl den höchsten Anteil an Ausländern in der eigenen Liga haben.


    Daran kann man das also kaum fest machen.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Das ist meiner Erfahrung nach so nicht richtig. Ab der F-Jugend sind die Kinder sehr wohl an Tabellen interessiert und stellen sie sich zT sogar selbst zusammen, wenn ihnen alle Ergebnisse bekannt werden. Richtig ist auch, dass Erfolge lange gefeiert werden, aber Niederlagen schnell vergessen sind. Und genau so sollte es sein.

    Eine "Rückkehr ins tiefste" Mittelalter würde dem Vereinskinderfußball aus meiner Sicht eher gut tun. Die vielen Veränderungen in den letzten Jahren sind mit Sicherheit ein Faktor, der die Attraktivität des Vereins-organisierten Kinderfußballs signifikant geschwächt hat und somit einen wichtigen Grund (wenn auch nicht den Einzigen) für sinkende Anmeldezahlen bei den unteren Jugenden darstellt.


    Fazit:

    spätestens ab der F-Jugend:

    - Ligasystem mindestens im 5:5 Modus ergänzt durhc klassische 1-Tages-Turniere

    - Spiel auf 2 Tore anstatt Funino (außer im Training)

    - Kreative Events zur Förderung des Zusammenhalts in der Mannschaft bzw im Verein, die idealerweise irgendeine Fußball-spezifische Komponente besitzen

  • Ich bleibe hier, wenn ich das hier auch im Frustabbau-Thread schreiben könnte. Die Kinder haben heute mehr Wettkampf als früher - sie haben sogar mehr Spielzeit als früher. Und ich belege meine Aussagen auch:

    - früher gab es (in vielen Kreisen) keine G-Jugend Wettbewerbe: heute wird 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 gespielt - meistens 7 Spiele (Wettkämpfe) a 7 min. -> 49 min. Wettkampf gegen meist ca. 2-4 Teams in 7 Spielen

    - früher wurde in der F-Jugend 7 gegen 7 2x 20 min. gespielt (Gesamtspielzeit: 40 min.) -> heute (wer Minifußball spielt) 3 gegen 3 (7x 7 min. -> 49 min.); oder beim 5 gegen 5 z.B. 6x 10 min. (Gesamtspieldauer: 60 min.) und ich habe nicht einen Wettkampf, sondern 6 an einem Tag

    - selbst im ersten E-Jugend-Jahr stehen den 60 min. im Minifußball nur 50 min. (2x 25 min.) und nur ein Wettkampf im 7 gegen 7 gegenüber.


    Auch in der D-A-Jugend gibt es heute für die Nachwuchsspieler meistens mehr Wettkämpfe als früher. Es gibt v.a. von der Qualität her mehr hochwertige Spiele (Wettkämpfe) als früher. Ich komme aus Stuttgart, deshalb hier meine Beispiele:

    - die Weltmeister 1990 G. Buchwald und J. Klinsmann spielten in BaWü in der A-Jugend noch in einer zweigleisigen Verbandsliga. Eine Staffel gewann immer der VFB Stuttgart oder die Stuttgarter Kickers - es kam auf 2 Spiele in der Saison an, wer Meister wurde. Die anderen Spiele waren Selbstläufer. Und auch die andere Staffel gewannen 2-3 Teams jedes Jahr. Der Sieger aus dem Finale (meistens ein Stuttgarter Verein) nahm dann an der Deutschen Meisterschaft teil.

    - ein Europameister 1996 F. Bobic (1990 DFB-Jugend-kicker-Pokalsieger) spielte noch keine Regionalliga in der A-Jugend (wurde erst 1997 eingeführt)


    Früher gab es keine Halbjahresgespräche und auch keine Kader mit so vielen Spielern (die meisten Vereine hatten noch eine U18 - und auch dort spielten spätere ChampionsLeague-Sieger). Der Wettbewerb und Druck hat zu- und nicht abgenommen - noch dazu kommen Spieler aus größerer Entfernung (Stichwort: Internat). Ein internationales Turnier ist für die Spieler heute ab der C-Jugend etwas völlig normales - früher war das noch etwas besonderes.


    Mir stellt sich da die Frage, ob es nicht zuviel ist. Ob es nicht auch ein Punkt zu der Aussage von N. Elgert ist: "Heutzutage wollen alle etwas sein. Niemand will mehr etwas werden." Ich werde heute schon in der C-Jugend mit Bus zum Spiel gegen Chelsea gefahren - welche Ziele habe ich da noch für die Zukunft?


    Der deutsche Fußball hat genügend Talente - Talent allein reicht allerdings nicht (Wille, Leidenschaft, Demut, Disziplin u.a. gehören auch dazu)

  • Der Vergleich zwischen früher und heute hinkt etwas.

    Unabhängig davon, wie die Nationalmannschaft oder junge deutsche Spieler im Moment in der Liga abschneiden muss man bei aller Folklore attestieren, dass Spieler wie Sané, Kimmich, Gnabry, Rüdiger ... (die Liste lässt sich weiterführen) athletisch, technisch und taktisch ganz sicher ihren "Vorfahren" z.B. Buchwald, Bobic, Klinsmann etc. überlegen sind. Wo diese drei und die anderen Stars ihrer Zeit mit der heutigen Ausbildung im internationalen Vergleich stehen würden wäre natürlich eine extrem spannende Frage.
    Das Problem ist, dass die o.g. Spieler von heute (und diejenigen, die 5 Jahre jünger sind) im internationalen Vergleich aktuell abfallen. (wobei die Generation Bobic von der Spielweise her ja alles andere als internationale Spitze war).
    Nochmal bezogen auf diese EM:
    wenn ich mir die vier Halbfinalisten anschaue und aus Ihren Gesichtern und der Körpersprache auf die Lust und den Willen gemeinsam etwas zu erreichen und Widerstände zu überwinden, dann sehe ich bei allen vieren bei 26 Spielern inkl. Betreuerstab etwas, dass ich bei Deutschland maximal bei einer Handvoll aus Team und Staff erkennen konnte.

    Deshalb zu 100%:

    Der deutsche Fußball hat genügend Talente - Talent allein reicht allerdings nicht (Wille, Leidenschaft, Demut, Disziplin u.a. gehören auch dazu)

    Kritik an der Ausbildung ist sicher gerechtfertigt, aber nicht dahingehend, dass den Spielern falsche Technik, Taktik, Athletik oder kognitive Fähigkeiten vermittelt werden.
    Der Leistungswille und Kampf gegen Widerstände ist ab dem richtigen Alter (!) einfach alternativlos.
    Das heißt nicht, dass wir in der F-Jugend wieder Brülltrainer benötigen, die einen "Diver" aufführen, wenn ihre Stars das 9:0 erzielt haben.
    In jeder Altersklasse geht es schlicht darum Bock auf Fußball zu haben, und irgendwann im Leistungsbereich muss es einfach Standard sein immer an die Grenzen zu gehen, nie zufrieden zu sein und gemeinsam Erfolg haben zu wollen.
    Diese Eigenschaften müssen die Spieler sicher von Anfang an lernen, sie können aber von jedem neuen Trainer, der dementsprechend ausgebildet ist auch wieder herausgekitzelt werden.
    Siehe Kuntz, der eine Truppe aus Underdogs, großteils Ersatz- oder Zweitligaspielern zusammengeschweißt hat.


  • Meiner Erfahrung nach ist das abhängig von den anderen älteren Personen und nicht den Kindern.





    Die Mitgliederzahlen des DFB 2000 mit 2020 verglichen.

    Junioren bis 14

    2000 1.339.145 Mitglieder

    2020 1.323.207 Mitglieder


    Da ist m.E. der Einfluss der Demographie zu sehen.


    Was man aber in jeder Region sieht.

    In der C Jugend haben einige Vereine 4 Mannschaften. In der A Jugend mit Glück noch 2.

  • Tabellen finde ich für die Kinder selbst überhaupt nicht wichtig.

    Ein normales Kind plant überhaupt nicht weiter als es gucken kann. Hier ist es aus meiner Sicht etwas weltfremd, wenn behauptet wird, dass die F-Kinder sich für Tabellen interessieren.


    Natürlich finden sie die Tabelle interessant, wenn sie sie sehen. Aber das ist nicht deren eigenes Interesse, sondern wird von Eltern und/oder Trainer vorgemacht!

    Irgendwer zeigt den Kindern die Tabelle und wenn dem Erwachsenen die Tabelle wichtig ist, finden viele Kinder die plötzlich auch wichtig. Kinder machen häufig Dinge, um Eltern zu gefallen.

    Beispiel: Mein Sohn hört ganz viel meine (alte) Musik, was ich gar nicht gut finde. Er soll seinen Musikgeschmack finden, dafür ist er aber wohl noch zu jung.


    Und dann trainieren die Trainer auch wieder nur auf Erfolg!

    Was zur Folge hat: Torschuss bis zum Umfallen, hoch und weit bringt Sicherheit usw.

    Ich trainiere schon seit langem viel Funino, hinten raus erwarte ich flache Pässe, und so weiter. Bei mir stehen nicht die zwei Dicken in der Abwehr und warten auf Bälle, sondern spielen aktiv mit. Ich tausche Positionen, auch "Stürmer" spielen mal in der Abwehr. Alle spielen, auch die Schwachen. Folge: Ich verliere mehr Spiele als notwendig.

    Meine Ausbildung ist etwas langfristiger. Ich hoffe, dass die Jungs "Spielintelligenz" bekommen. Den Erfolg wird dann ein anderer Trainer ernten (hoffentlich).



    Gleichzeitig:

    Ich möchte natürlich Spiele gewinnen. Meine Jungs sollen Spiele auch gewinnen wollen. Sie sollen kämpfen und alles geben.

    Und bei schlechten Spielen bin ich auch sauer. Es geht nicht darum, ob wir verloren haben, sondern wie die Jungs aufgetreten sind. Ab und zu sind meine Jungs Phasenweise nicht wach und spielen weit unter ihren Möglichkeiten.

    Hier habe ich auch die Meinung, dass wir aufpassen müssen, dass wir uns nicht irgendwann alle nur noch umarmen und lieb haben.


    Diesen Wunsch, den aktuellen Wettkampf gewinnen zu wollen, haben Kinder aber auch. Das ist bei fast allen Jungs vorhanden.

    Sei es im Spiel, sei es in Trainingsspielchen.

    Aber zurück zum Anfang, ob es dafür Tabellen bedarf, bezweifle ich.

  • Der Sinn, die Wettbewerbe zu sein zu lassen und die Teamstärke zu reduzieren, liegt im Spiel. Die Kinder wollen spielen. Natürlich wollen sie sich messen mit Gleichaltrigen, aber dazu braucht man eben Spiele und keine Wettbewerbe. Die Reduzierung der Mannschaftstärke hat zur Folge, dass die Kinder mehr Ballkontakte haben, mehr im Geschehen sind und nicht nur nebenher laufen.


    Das halte ich für absolut richtig. Was nützt einem Kind der 1. Platz, wenn es während der Spiele hinten steht und nie den Ball kriegt?


    Das 3:3 bei der G-Jugend, das 5:5 auf einem F-Jugendspieltag mit vielen Teams bei einem ausrichtenden Verein ist absolut richtig. Ich kann gar nicht nachvollziehen, wieso man das als Trainer nicht haben will.

  • Ich finde den Bogen etwas zu weit gespannt von einer Dorf-F bis zur nationalen Spitze...


    Talentförderung muss wie vieles andere auch permanent auf den Prüfstand.

    • Tut es den Talenten gut, schon im Alter von 9 Jahren in ein NLZ zu wechseln oder sollte man erst zur C-Jugend einsteigen?
    • Ist das System STP noch gut (genug)? Sind die Trainer qualifiziert, die Sichtungen gut und nachvollziehbar, die Ergebnisse ausreichend? Wie kann man das System verbessern?
    • Hat ein Talent aufm platten Land die gleichen Chancen, gefördert zu werden wie im Ballungsgebiet?
    • Ist der handelsübliche Trainer in der Lage, ein Talent zu bewerten und den Spieler gut zu beraten? Oder gar auszubilden?
    • ist der 8 jährige Minimessi überhaupt ein Talent? Und die Gretchenfrage: Was gehört zu einem Talent und wie erkennt man es zuverlässig?
    • Wie bekommen wir endlich den RAE in den Griff?

    Die sportmotorischen Tests der NLZ/STP Spieler ist ja ein Versuch, Leistungen zu vergleichen. Nicht messbar sind Leistungsbereitschaft, Kampfgeist, Mannschaftsdienlichkeit, Trainingsfleiß, Siegeswille...


    Ich fände es mal interessant zu erfahren, aus welchen Beweggründen so manche Karriere nicht ins Rollen gekommen ist. Also warum sind Spieler, die dem NLZ entwachsen, dann doch nicht im Profigeschäft angekommen?
    Familie/Freundin, klassischer Bildungsweg, Gesundheit, doch keine gute Idee im Rampenlicht zu stehen, others?

  • Ja, sicher. Und alles was man bei den Minis, also sagen wir mal Jahrgang 2013 und jünger anstößt mag sich auch idealerweise in >10 Jahren auch positiv auswirken.


    Aber was ist mit den Jahrgängen dazwischen? Haben die nicht auch gute Konzepte verdient? Nur müsste man hier halt sehr fix eingreifen. Maßnahmen, die in 5 Jahren langsam greifen, helfen einem 16 jährigen wohl nicht mehr.

  • Generell sehe ich das auch so wie Goodie. Das ganze Talentörderung ist einfach völlig unbrauchbar, weil es Kinder nicht mehr berücksichtigt die in ihren Alter etwas später dran sind und vorallem bevorteilt es die Frühentwickler die dann plötzlich merken mit 17 o 18 das sie doch nicht zu den "Top Talenten" gehören. Das Kind das sich später entwickelte wurde wegen diesen jenigen aussortiert und aus den NLZ oder Stützpunkt entfernt. Das ganze Stützpunktkonzept muss endlich überarbeitet werden. Es muss zum einem anders und vorallem für diejenigen auch zur Verfügung stehen die in der Entwicklung einfach hinten dran sind. Was da an Talenten raus fällt ist echt wahnsinn - nur um die Vermittlungsquote in die NLZ zu halten werden Kinder aussortiert. Dann dieser UNSINNIGE MÜLL, das die Kinder mind. ab der D Jugend in einen BOL wechslen müssen, um den Verbleib im Stützpunkt zu halten. Was das eigentlich soll ist mir echt schleierhaft. Was da für die Kinder, die eh zu wenig Zeit haben für das Training und Spielen, auf der Strecke bleibt ist doch völliger Wahnsinn. Da müssen Kinder die im Dorf leben 40 km (einfach /80km) Fahrtweg aufnehmen um 1,5 Std dann in den Stützpunktverein oder BOL Verein zu trainieren und dann am Wochende evtl. auf der Bank zu sitzen. Die Kids brauchen Spielpraxis in der sie vieles probieren können. Ach ja das die Jungs dann in den jeweiligen NLZ und Stützpunkten oder vielleicht mehr in den NLZ zu tode trainiert werden fällt eigentlich keinem mehr auf. Die Lust am Fußball geht verloren, weil der Schuldruck und dann noch der Druck aus den verschieden Förderbereichen auch dazu kommt. Es muss endlich aufhören, dass die Stützpunkte die Kinder in die höherklassiken Vereine transferieren und dadurch auch die Vereinsbasis zerstören. Auch NLZ haben zuviel DURCHLAUF. Da müssten feste Regeln her, dass Kinder xx Jahre dann gefördert werden und nicht nach schlechter Leistung dann aussortiert werden oder weil dem Trainer der da trainert einem die Nase nicht passt. Da werden Entscheidungen von xx Trainer getroffen, die meiner Meinung nach nicht geeignet sind fürs Kindertraining,. Meißt zu Jung und völlig unerfahren. Wie auch Goodie geschrieben ist das mit dem festen Alter einfach - sorry - TOTALER SCHWACHSINN.


    Ich wäre dafür die Stützpunkte komplett abzuschaffen und das Fördertraining auf Vereinsebene zu Übertragen. NLZ die Spieler aufnehmen müssen dann die Jungs bis 16 in den NLZ verpflichten.

  • Ich wäre dafür die Stützpunkte komplett abzuschaffen und das Fördertraining auf Vereinsebene zu Übertragen. NLZ die Spieler aufnehmen müssen dann die Jungs bis 16 in den NLZ verpflichten.


    Fördertraining auf Vereinsebene? Wo sollen denn die Trainer auf einmal her kommen? Das ist eher utopisch.

    Und wenn ein NLZ Spieler bis 16 nicht mehr austauschen dürfte, dann wäre auch die Türe für Spieler die sich mit 14/15 entwickelt haben, zu. So starre Systeme darf es in meinen Augen nicht geben.


    Dezentrale Förderprogramme finde ich nicht falsch. Aber die Sichtung müsste in meinen Augen anders laufen. Hier wurden Kinder aussortiert, weil sie mit dem Sichtungsgeschehen an sich überfordert waren und ihr Potential nicht auf den Platz bekommen haben. Andere Vereine schicken ihre Kinder gar nicht erst hin.

    Hier müssten die STP Trainer jede Woche ausschwärmen und die Spiele besuchen.

    STP, NLZs und Scouts müssten zusammen arbeiten. Aber hier, zumindest im Ruhrgebiet, wo an jedem Zaunpfahl ein NLZ steht, ist man wohl eher im Konkurrenzmodus.

    Und das ist das in meinen Augen perverseste: Schon die Kinder/Jugendlichen sind Teil des big Business.

    Fette Gehälter für A-Jugendliche, wo der Herr Papa nach 30 Jahren im Unternehmen die Hälfte verdient.

    Ausbildungsentschädigungen als Maßstab für Jugendarbeit (Stichwort wir verkaufen die Kinder in die NLZs).

    Eltern, die für die Kinder und im schlechtesten Fall für die ganze Familie auf das große Geld hoffen und ihre Kinder schon im Alter von 10 Jahren verheizen.


    Sorry, aber das hängt ALLES an der Kohle! Wäre in dem ganzen Konstrukt Fußball nicht so viel Geld drin, dann würde es auch anders laufen. Davon bin ich inzwischen fest überzeugt. Das korrumpiert die Menschen.


    Ich bin heilfroh, dass meine Jungs zwar ganz gut sind, es für die höchsten Weihen aber sicher nicht reicht. Ich glaube, da bleibt uns einiges erspart.


    Ich sage nur unsoziale Medien. Wie mit den jungen Spielern umgegangen wird, dass kann doch kein Elternteil seinem Kind wünschen. Soviel kann man gar nicht verdienen. Für mich ist der Beruf Fußballprofi definitiv kein Ziel, welches sonderlich attraktiv ist.

  • In meinen Augen gibt es da ja mehrere Unterschiede. Wo wird was gebraucht?


    Im Ruhrgebiet gibt es wie viele NLZ?

    Schalke 04, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, MSV Duisburg, Arminia Bielefeld, VfL Bochum, SC Paderborn, RW Oberhausen, RW Essen....

    Muss ich da wirklich die Stützpunkte haben?


    Benötige ich die Stützpunkte daher nicht eher im ländlichen Bereich? Und wofür benötige ich die Stützpunkte?

    Wenn die Stützpunkte Turniere untereinander austragen, dann darf ich mich nicht wundern, wenn dort die fußballerisch stärksten spielen. Nicht die fußballerisch talentiertesten.



    Für die NLZ sollen ja auch Reformen kommen. Auch wenn die noch nicht veröffentlicht wurden.

    Ein Punkt, die U-17- sowie U-19-Bundesliga sollen aufgelöst werden.

  • Goodie. Da hast auch recht. Nur so wie es jetzt ist, ist es völliger Schwachsinn. Ein Profilierungshaifischbecken für Jungtrainer, Korruption - konnte ich auch Live miterleben in einem ...... Und ja mittlereweile stehen NLZ mit den Stützpunkten in einer gewissen Konkurrenz, aber das ist auch wieder geschuldet an der unfähigkeit einiger Trainer die Talente rausfallen lassen und dann ungeeignete Spieler ins NLZ vermitteln wollen. Ob da Korruption dahinter steckt, weiß ich nicht. Aber was ich jetzt in meiner Laufbahn seit 10 Jehren erlebt habe, da schlackerst du mit den Ohren. Ein System das jedenfalls Korruptionsanfällig ist. Da gehts zuviel ums Geld und nicht ums Wohl der Kinder.

  • beobachter_1000 was genau ist denn zwischen dir und einem Stützpunkttrainer vorgefallen, dass du hier ständig gegen die Stützpunkte wetterst und sogar Korruption vorwirfst?

    Zum Thema: Spitzen-Förderung den Vereinen zu übertragen, halte ich für falsch. Die meisten Vereine kämpfen dafür für jede Mannschaft ausreichend Trainer zu haben, wie sollen sie das auch noch leisten? Von der Qualifikation der Trainer mal ganz abgesehen...

    Ich fände ein Modell der "Leihe" interessant. Ja, das Wort im Zusammenhang mit Kindern ist schlecht, mir fällt aber kein besseres ein.

    Warum darf ein Kind nicht in seinem Heimatverein spielen und ab und zu zusätzlich bei einem "Leistungsverein". Genauso andersrum, ein Kind was gerade eine schwierige Phase durchmacht (Schulwechsel, Trennung der Eltern etc.) darf Selbstvertrauen tanken in dem es bei einem kleineren Verein spielt. Natürlich müssten sich hierfür geeignete Partnervereine finden und dies nicht für kurzfristige Siege missbraucht werden.