Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!
  • Mich würde mal Eure Meinung interessieren:


    Normalerweise biete ich meinen Spielern am Spieltag Bananen an, um sicherzustellen, dass alle Jungs vorm Spiel ausreichend Kohlenhydrate zu sich nehmen. Auch wenn mir klar ist, dass das ein vollwertiges Frühstück/Mittagessen nicht ersetzt, gibt es nunmal doch den einen oder anderen, der sein Nahrungsaufnahme nicht ganz zu Ende denkt. (13 Uhr Spielbeginn: Mutter: "Iss noch schnell das belegte Brot was ich Dir mitgenommen habe, Du hast ja auch noch gar nichts gefrühstückt" Sohn: "Nein Mama, ich hab keinen Hunger").


    Am Samstag hatte ich nun das Einkaufen gehen etwas verpennt, sodass es um 19:30 keine Bananen mehr gab. Ich bin dann auf 3 Packungen Müsliriegel (Banane) umgestiegen. Insgesamt waren die deutlich reizvoller für die Kinder. Es war glaube ich das erste Mal, dass vorm Spiel schon nichts mehr übrig war, was ja durchaus in meinem Interesse ist, da so jeder Spieler zu Beginn einen gewissen Blutzuckerspiegel hat.


    Auf der anderen Seite steht natürlich, dass unverarbeitetes Essen eigentlich (auch in Bezug auf meine Vorbildfunktion) zu bevorzugen wäre. Die Funktionalität der Riegel (die ja jetzt auch nicht klassisch ungesund sind) war aber anscheinend so hoch, dass ich am Überlegen bin ganz auf Müsliriegel umzusteigen.


    Wie würdet Ihr damitumgehen? Welche Argumente würden für Euch überwiegen?

  • ich übertrage mal aus der Leichtatlethik, wo ich selbst noch unterwegs bin :


    Zwei Stunden vor dem Wettkampf esse ich eigentlich gar nichts mehr, weil einem das Verdauen Leistung klaut. Müsli oder andere Ballaststoffe, an denen man lange zu knabbern bzw zu verdauen hat, wirken eventuell sogar kontraproduktiv. Im schlimmsten Fall gibt es unter Leistung Bauchschmerzen. (Müsliriegel enthalten auch oft viel zu viel Industriezucker, um als gesund durchzulesen.)


    Zum Frühstück ein Brötchen mit Honig oder Käse ist nicht verkehrt.


    Eine Banane ist von der Zusammensetzung auch nicht übel, nur Wunder sollte man davon nicht erwarten, denn der Kohlenhydrategehalt einer einzelnen Banane ist eher überschaubar. Gut ist sie auf jeden Fall, bevor einer gar nichts im Magen hat, das ist genau so schlimm wie spät und viel gegessen.


    Traubenzucker bewirkt "Strohfeuer", schnell im Blut müder Spieler und auch schnell wieder verbrannt. Und dann fällt der Spieler richtig ins Loch.


    Spieler, wo bekannt ist, daß sie schnarchig sind und erst nach zehn Minuten Anlaufphase auf dem Platz- deren Eltern kriegen die Empfehlung, das Kind vor dem Spiel mit Cola zu dopen.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Aber habe ich da nicht ein ähnliches "...in ein Loch fallen...", wie beim Traubenzucker?

    Die kann prinzipiell auch zuckerfrei sein, geht in diesem Fall primär ums Koffein. ;)


    Der Zucker in der Cola wird vom Körper tatsächlich langsamer verarbeitet als Traubenzucker und dadurch auch langsamer verbrannt. Dadurch ist es möglich, auch bei leerem Akku (Kohlenhydratspeicher des Körpers) noch weiter Leistung abzurufen. Bei normalen Zucker weniger, dafür etwas länger, bei Traubenzucker wie ein kurzer Turbo, aber deutlich kürzer.


    Da aber in Cola soviel Zucker drin ist, daß sie dem Körper Wasser entzieht, müsste man sie eigentlich zur Hälfte mit Wasser verdünnen.


    Nicht das mich einer falsch versteht: Es gibt viiiel gesündere Sportgetränke. Aber um jemanden, der nicht richtig gefrühstückt hat, in der Halbzeitpause noch mal ins Leben zu holen, taugt sie auf jeden Fall.


    Nicht umsonst wird Cola auch bei Marathonläufen verwendet.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

    Einmal editiert, zuletzt von Kröte ()

  • Ich habe keine Ahnung, wieviel Wasser eine Flasche Cola dem Körper entzieht, aber entziehen tut sie, da sie hyperton ist. Beim Marathon gibt's auf einen Becher Cola einen Becher Wasser, dann passt das.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Wenn die Kinder gerne zu den Müsliriegeln gegriffen haben, kannst du das meiner Meinung nach auch fortführen. Allerdings solltest du darauf achten, Müsliriegel zu kaufen, die vorwiegend aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen.

    Fitnessriegel enthalten alle Nährstoffe, wodurch sie die Glykogenspeicher auffüllen und so schnelle Energielieferanten sind. Für eine schnelle Energiegewinnung solltest du Riegel mit möglichst hohem Anteil an Kohlenhydraten kaufen. Außerdem solltest du den Kindern die Riegel etwa eine Stunde vor dem Spiel geben.


    Wenn dir der Kauf von Müsliriegeln zu teuer wird, habe ich hier auch ein gutes Rezept für gesunde Müsliriegel beigefügt:

    https://biancazapatka.com/de/muesliriegel-selber-machen/

  • Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:

    Gegen Müsliriegel spricht in erster Linie erstmal nichts. Wenn es den Kindern besser schmeckt und sie dadurch besser gelaunt ins Spiel gehen, hat das auch schon eine positive Wirkung.

    Aber Achtung:

    Du solltest wie bereits öfters erwähnt immer darauf achten Riegel zu kaufen, die vorwiegend aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen und eine gesunde Nährstoffbilanz aufweisen.

    Gerade im Ausdauersport ist es besonders wichtig im Voraus kohlenhydratreichere Nahrung zu sich zu nehmen, da so der Energielevel deiner Jungs länger auf einem anständigen Level gehalten werden kann.

    Zuckerhaltige Riegel oder auch Obst wie Bananen, verschaffen den Jungs zwar kurzfristig einen enormen Energieschub, allerdings lässt dieser auch schnell wieder nach und die Jungs können danach in ein Energieloch fallen (Energielevel unter dem Ausgangslevel sogar möglich!).

    Deshalb mein Tipp an alle Trainer:

    Sollten eure Spieler die Möglichkeit haben während dem Wettkampf eine Regenerationspause einzulegen, z.B. in der Halbzeit oder zwischen zwei Läufen, stellt unbedingt zuckerhaltige und leichte Nahrung und Trinken zur Verfügung. Trauben, Äpfel, Isodrinks oder auch Schokoriegel sind hier zu nennen. Denn dadurch können die Kids einem Absacken ihres Energielevels in der Pause entgegen wirken und mit reichlich Energie wieder in den Wettkampf starten und diesen überstehen.

  • ist das hier eurer Ernst ? ^^

    Die Familie soll normal Frühstücken und vorher noch eine Kleinigkeit das kann doch nicht die Sache des Trainers sein ...

    Aber gut war interessant zu lesen über was ihr euch alles Gedanken macht !

    Vielen Dank dafür =)

  • Na ja, es gibt auch Spiele die finden zwischen Frühstück und Mittag, quasi in the middle of nowhere, statt. Uninteressant ist das nicht.

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • ist das hier eurer Ernst ? ^^

    Die Familie soll normal Frühstücken und vorher noch eine Kleinigkeit das kann doch nicht die Sache des Trainers sein ...

    Aber gut war interessant zu lesen über was ihr euch alles Gedanken macht !

    Vielen Dank dafür =)

    Hängt sicher vom sportlichen Niveau ab auf dem wir uns bewegen. Bei einer absoluten Breitensportmannschaft würde ich Dir da Recht geben. Auf einem sportlichen ambitionierteren Level reden wir aber schon auch von Ausbildung im Sinne eines grundsätzlich sportorientierten Lebensstils, wo nunmal die Ernährung auch dazu gehört. Darüber reden wir auch in der C-Jugend schon viel mit den Spielern, immerhin ist Ernährung einer der wichtigsten Leistungsfaktoren auf höherem Niveau.




    coachW  coachcarter22 und Co. Könnt Ihr mir da konkret sagen, welche Müsliriegel Ihr sinnvoll findet? Am Sonntag habe ich (aus rein oppportunistischen Gründen) Cornys genommen, aber vllt kennt Ihr ja bessere Alternativen (die man in einem normalen Supermarkt auch findet)?


    Zu Essen in der Pause: Ich zweifle halt immer daran, dass die Kohlenhydrate schnell genug aufgenommen werden, wenn ich den Spielern in der Pause was anbiete. Immerhin reden wir hier von einem Zeitraum von ca. 10-15 Minuten. Und wenn dann die sportliche Aktivität wieder aufgenommen wird, ist ja mit Verdauung eh nicht mehr viel.

  • Persönlich finde ich das Thema schon interessant. Aus meiner Sicht gewinnt es mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Zum einen wegen der längeren Spielzeit, zum anderen wegen der Anstoßzeit. Bei Beginn 13 Uhr oder 14 Uhr (auswärts) fällt in der Regel das Mittagessen weg (oder je nach Biorhythmus das Frühstück 😉). Die hier angestellten Vergleiche zum Marathonlauf teile ich nicht. Ein Marathon stellt für den Magen eine ganz andere Belastung dar. Belastungspuls und Belastungsdauer sind ebenfalls nicht vergleichbar. Außerdem kommt etwas ganz entscheidendes hinzu: der Kopf! Manche Läufer bekommen schlichtweg frühs vor dem Wettkampf nichts aufgenommen, geschweige denn verdaut. Das ist in diesem Fall aber weniger schlimm, als beim Fußballer, weil der Marathoni über mehrere Woche seinen Organismus auf die einmalige Belastung vorbereitet hat. In einer Studie Marathonlauf meine ich aber gelesen zu haben, dass die im Wettkampf aufgenommenen Bananen eigentlich keine, zumindest aber keine großen Auswirkungen mehr haben, da die Verdauung zu lange dauert. Insofern würde ich unmittelbar vor dem Spiel oder in der Halbzeitpause eher zu schnell verdaulichen Kohlenhydrate greifen, sprich Powergels oder Kohlenhydratgetränke. Aber mitunter ist auch hier vieles Kopfsache. Ich esse zum Beispiel vor jedem Spiel als Aktiver auch eine Banane. Allerdings eher aus Routine, als dass ich mir einen Leistungsschub davon erwarte.

    Wenn also die Jungs eher Müsliriegel annehmen, anstatt Bananen, dann gäbe es bei mir halt Müsli.

  • Eigentlich hast du da eine riesen Auswahl an verschiedenen Riegeln und Geschmäckern.

    Generell solltest aber darauf achten, dass sie einen hohe Energiewährt, relativ hohen Kohlenhydratwert und eher weniger Fett (wenn dann gesättigte Fettsäuren) vorweisen. Das kannst du jeweils ganz einfach immer auf der Nährwertetabelle auf der Rückseite der Verpackung nachlesen. Ist also kein Hexenwerk ;)


    Welchen Riegel du letzten Endes nimmst, hängt von deiner Budget und den Vorlieben deiner Kids ab.

  • Ernst gemeinter Vorschlag:

    Obst wird in mundgerechten Stücken immer besser angenommen, als am Stück.


    Beim Fußball ist das bei mir kein Thema aber z.B. bei Kindergeburtstagen.

    Da steht bei mir immer ein Teller Obst und der ist immer leer - wenn es denn geschnitten ist. Ein ganzer Apfel bleibt liegen.

    So einer hier war auf jedenfall in 0,nix weg: =)


    3e222d2afc987a3c5af94c84b479afc8.jpg

  • Sehr gute Anmerkung!

    Besonders bei Kindern, isst es eben das Auge mit! Da muss man schauen, dass man die gesunden Snacks ansprechend und in Formen präsentiert, die den Kindern vertraut sind.


    Was ich auch gesehen habe , ist, dass die Mischung es ausmacht. Obst und Riegel beispielsweise immer gemeinsam, verzehrbereit anbieten.


    Das muss gerade im Sport kein großer Aufwand sein. Mundgerechte Stücke von Beidem in Schüsseln oder auf Tellern reichen dabei völlig aus!


  • Der Bringer ist nicht die Optik sondern in der Tat die mundgerechten Stücke. Geht mir übrigens auch so: ich esse lieber Trauben oder Kirschen als einen Apfel.

    Ja, da hast du Recht. Schnell und unkompliziert muss es gehen.

    Thema Trauben:

    Trauben eignen sich hervorragend als vielseitiger Nährstofflieferant. Viel Zucker für die schnelle Energiegewinnung und gleichzeitig enthalten sie viel Kalium, was für die Reizweiterleitung und die Muskulatur von Vorteil ist. Ebenso enthalten sie Kalzium was besonders bei Kindern wichtig für die Knochen und Zähne ist.


    Empfehlung von mir:

    Nach dem Sport Trauben oder Traubensaft und Salzstangen zur Verfügung stellen.

    Dadurch können die Kids ihre Energiespeicher wieder auffüllen, wichtige Nährstoffe aufnehmen und durch die Salzstangen den Natriumhaushalt des Körpers nach dem schweißtreibenden Sport wieder auffüllen.