Aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft

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  • Ich finde es schön, dass wir unsere NM sofort wieder lieb haben, wenn sie einfach nur ihren Job machen...
    Liebe siegt halt doch! Ein schöner Gegenpart zu den Unsozialen Medien

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Das ist der Kader der Nationalmannschaft nach Geburtsort:

    Quelle: ▷ WM 2026: Geburtsorte der deutschen Fußball-Nationalspieler » Fußball-Team


    Das ist die Bevölkerungsdichte von Deutschland:

    B77-Bevoelkerungsdichte-Kreise.png?__blob=normal&v=1

    Das deckt sich nicht 100%ig


    Das waren die Bundesligavereine 25/26

    Saison2526BundesligaTeilnehmerhdh.jpeg

    (Quelle: Die Bundesliga-Landkarte 2025/26 – Die falsche 9)


    Tipp an werdende Eltern: ihr müsst nicht nur auf den RAE (Relativer Alterseffekt), sondern auch auf den Geburtsort achten ;)


    Oder anders: was läuft falsch in unserer Talentförderung?

  • Was läuft falsch in unserer Talentförderung?


    Wahrscheinliche Schwachstellen

    1. Zu wenig freie Spielmöglichkeiten

    Das wird von vielen Trainern und Experten als einer der wichtigsten Faktoren gesehen.

    • Weniger Bolzplätze als früher.
    • Kinder spielen seltener spontan ohne Erwachsene.
    • Weniger Straßenfußball, Käfigplätze und selbst organisierte Spiele.
    • Zu wenig Sportartenkarusell, zu wenig Hallen, Sportanlagen

    Viele spielwirksamkompetente (spielintelligent) technisch starke Spieler entstanden früher durch tägliches freies Spielen, nicht durch zusätzliche Trainingseinheiten.

    2. Zu frühe Selektion

    Das deutsche System sortiert Kinder oft früh aus.

    • Späte Entwickler werden übersehen.
    • Körperlich starke Kinder werden bevorzugt.
    • Technische und kreative Spieler fallen manchmal durchs Raster.

    Vergleiche mit Ländern wie den Niederlande oder Belgien zeigen oft eine spätere und flexiblere Talentidentifikation.

    3. Trainerausbildung im Kinderbereich

    Deutschland hat zwar viele lizenzierte Trainer, aber:

    • Die besten Trainer arbeiten häufig im Leistungsbereich. Dazu fehlende Architekturentwicklung, Erwachsenenbildung ist mit B Lizenz nicht vorbei, sondern für die Basis müssen in der vertikalen mehrere Angebote geschaffen werden.
    • Im Kinderfußball stehen oft Eltern oder Ehrenamtliche auf dem Platz, ohne Grundqualifikationen, Kompetenzen, Wissen, Grundhaltung, Einarbeitung
    • Individuelle (binnendifferenzierte) Förderung wird nicht überall ausreichend vermittelt.

    4. Zu wenig Sport im frühen Kindesalter

    • Bewegungsmangel beginnt oft schon im Krippen-, Kindergartenalter.
    • Motorische, koordinative, kardiovaskuläre (Übergewicht, Unbeweglichkeit) Defizite nehmen zu.
    • Viele Kinder kommen mit schlechteren Voraussetzungen in Vereine als noch vor 20 oder 30 Jahren.

    Mehr Bewegung in Krippe, Kindergarten und Grundschule würde langfristig einen großen Unterschied machen.

    5. Infrastruktur

    Auch hier gibt es Defizite:

    • Hallenzeiten sind knapp.
    • Viele Kommunen haben Sanierungsstau.
    • Gerade im Winter fehlen Trainingsmöglichkeiten. Vereine sind nicht ganzjährig wettkampffähig.
    • Futsal wird im Vergleich zu Ländern wie Spanien oder Portugal weniger intensiv genutzt. Obwohl klar ist, dass das der Bringer ist.

    6. Finanzierung

    Im Kinder- und Jugendbereich fließt vergleichsweise wenig Geld.

    • Ehrenamt trägt einen großen Teil des Systems.
    • Viele Vereine kämpfen mit steigenden Kosten.
    • Qualifizierte Trainer im Grundlagenbereich sind schwer finanzierbar.

    Mehr Investitionen in die Altersstufen 4–14 Jahre könnten wahrscheinlich mehr bewirken als weitere Mittel im Spitzenbereich.

    7. Zu wenig Leistungszentren und fehlende differenzierte Architektur

    • Kriterien ändern und richtige Stufungen schaffen
    • Jugendförderzentren bundesweit wie beim BFV mit Kriterien der Landesverbände (ab Verbandsliga) sind im Fokus der Landesverbände
    • Leistungszentren unterhalb der 3. Liga (Oberliga, Regionalliga) sind im Fokus der Regionalverbände
    • Nachwuchsleistungszentren für 1., 2. und 3. Liga verpflichtend machen (in vier statt drei Kategorien) sind im Fokus des DFBs/DFL

    8. Zu wenig DFB-Stützpunkte

    • In alle Städte ein Stützpunkt
    • Abschaffung von Stützpunkten wieder zurückdrehen, es gibt Regionen, da gibt es stundenlang keinen Stützpunkt

    9. Zu wenig Sportschulen bzw. Schulen mit sportlichen Profil, vor allem Sportgrundschulen errichten, Lehrkräfte ausbilden, ErzieherInnen ausbilden

    10. Zu wenig Spiele im Winter

    • Futsalliga verpflichtend im Winter
    • Turniere nur noch als Futsalvariante
  • zu Punkt 1: haben wir tatsächlich zu wenig freie Spielmöglichkeiten für Kinder? Einen interessanten Ansatz bringt Hannes Wolf im Podcast "From coach zu coach": wir haben genügend Fußballfelder in Deutschland, die oft ungenutzt sind. Das gehe ich mit - aber wie kann man sie besser nutzbar machen?

    - oftmals sperren Vereine ihre Plätze, dass diese sich erholen können (da jage ich auch Kinder vom Sportplatz, weil ich darf mit meinen Vereinskindern darauf auch nicht trainieren)

    - Haftungsfragen - als Vorstand würde ich meinen Sportplatz bzw. die (Jugend)Tore auch absperren

    - wie kann man das gestalten, dass die Plätze einigermaßen vernünftig aussehen bzw. verlassen werden (z.B. Müll, Flaschen, kein Vandalismus usw.)

    Hat da jemand eine Idee oder Beispiel zur Umsetzung? Danke

  • Futsalliga verpflichtend im Winter
    Turniere nur noch als Futsalvariante

    Ich gehe Deinen Beitrag mit bis auf den letzten Part. Ich bin Fußballer, kein Futsaler. "Früher" hat ganz normaler Hallenfußball, besonders in der von Dir genannten Altersklasse 4-14 Jahren vollkommen gereicht. Die Regeln sind zu kompliziert. Futsal ist kein Fußball.
    Was man machen kann: Einen Futsal statt einen Fußball zu nehmen. Aber diese ganzen - in meinen Augen - für Kinder komplizierten Regeln wie kein Rückpass zum Torwart, 4 Sekunden nach dem Aus/Freistoß und das benötigen von zwei Schiedsrichtern etc.pp. die Art und Weise des Wechselns ist einfach zu viel. Überall wollen wir Bürokratieabbau, aber Hallenfußball soll durch Futsal ersetzt werden. Das sehe ich anders. Erwachsene: ok ist mir egal. Aber lasst die Kinder kicken.
    Das Problem ist übrigens nicht "Futsalliga verpflichtend" sondern überhaupt die Bereitstellung von genügend Sporthallen besonders im ländlichen Raum. Viele Vereine können das finanziell nicht stemmen oder die Hallen stehen gar nicht zur Verfügung. Es gibt Hallensportarten, denen ich naturgemäß die Nutzung vorrangig gewähren würde, darunter Basketball, Handball, Badminton, Turnen.
    D.h. der DFB müsste hergehen und in den Regionen mit wenig Infrastruktur etc. meinetwegen diese aufblasbaren Soccerhallen möglich machen in Verbindung mit den Städten und Gemeinden.

    Bei allem anderen: sehe ich auch so.

  • Trener : bei uns ist es gerade umgekehrt - Hallen im ländlichen Raum bekommt man, Hallen in der Stadt bekommt man nicht.

    Futsal und die Altersklasse (4-14 Jahre): von 4-7 Jahre (U7) ist im BFV nur Fußball 3 in der Halle erlaubt (FUNino - kein Futsal). U9 nur Fußball 3 oder 4 - auch kein Futsal. In der U11 kann man Fußball 5 spielen - sind aber auch keine Futsal-Regeln. Somit kommt Futsal bei uns erst ab der U12 ins Spiel (siehe Durchführungsbestimmungen).


    Und zum Thema Hallen. Ich habe im letzten Winter ohne Probleme Hallenzeiten in einer "ausgebuchten" Halle bekommen (1x im Monat). Da kann man dann zwar kein Turnier spielen, aber für einen Trainingsvergleich reicht es. Diese Möglichkeit wird aus meiner Sicht viel zu wenig genutzt. Kapazitäten für einen Regelbetrieb sehe ich allerdings auch nicht.

  • Ich gehe Deinen Beitrag mit bis auf den letzten Part. Ich bin Fußballer, kein Futsaler. "Früher" hat ganz normaler Hallenfußball, besonders in der von Dir genannten Altersklasse 4-14 Jahren vollkommen gereicht. Die Regeln sind zu kompliziert. Futsal ist kein Fußball.
    Was man machen kann: Einen Futsal statt einen Fußball zu nehmen. Aber diese ganzen - in meinen Augen - für Kinder komplizierten Regeln wie kein Rückpass zum Torwart, 4 Sekunden nach dem Aus/Freistoß und das benötigen von zwei Schiedsrichtern etc.pp. die Art und Weise des Wechselns ist einfach zu viel. Überall wollen wir Bürokratieabbau, aber Hallenfußball soll durch Futsal ersetzt werden. Das sehe ich anders. Erwachsene: ok ist mir egal. Aber lasst die Kinder kicken.

    Ich würde dagegenhalten und dein Argument auch auf Hallenfußball anwenden: auch Hallenfußball ist kein Fußball. Spiel mit Bande, einrollen, Freistöße indirekt, 4/5+1 Spieler, Mittellinienregel sind auch anders als draußen.

    Und soweit ich das weiß, sind die Futsal Light-Regeln soweit aufgeweicht, dass sie altersgerecht sind: im Prinzip hast du nur einen anderen Ball, alles weitere ist dann altersgerecht gestaffelt. Die 4-Sekunden-Regel findet maximal ab D-Jugend bei größeren Turnieren Anwendung. Ganz davon ab ist die 4-Sekunden-Regel eine gute Schulung für viele Fußballspezifische Anforderungen (Reaktions- und Handlungsschnelligkeit, Situationen erkennen und Lösungen unter Druck finden).


    Unterm Strich entscheidet man nun: normaler Fußball in der Halle, der beim Hallenboden höher springt. Oder Futsal in der Halle, der weniger springt. Technisch ist der Futsal-Ball eine gute Schulung für jede Altersklasse und ich habe nach der "Futsal-Saison" erhebliche Verbesserungen in der Technik meiner Jugendspieler gesehen.


    Jedem das seine, aber ich sehe nicht wirklich, warum man sich gegen Futsal und für Hallenfußball entscheidet, wenn beides ungefähr das gleiche Maß an Anpassung braucht, das eine aber nachweislich Technik und mentale Faktoren verbessern kann.


    Das Problem ist übrigens nicht "Futsalliga verpflichtend" sondern überhaupt die Bereitstellung von genügend Sporthallen besonders im ländlichen Raum. Viele Vereine können das finanziell nicht stemmen oder die Hallen stehen gar nicht zur Verfügung. Es gibt Hallensportarten, denen ich naturgemäß die Nutzung vorrangig gewähren würde, darunter Basketball, Handball, Badminton, Turnen.
    D.h. der DFB müsste hergehen und in den Regionen mit wenig Infrastruktur etc. meinetwegen diese aufblasbaren Soccerhallen möglich machen in Verbindung mit den Städten und Gemeinden.

    Da gehe ich mit: Für Futsal sollte man eine Sporthalle haben. Mit einem Futsal-Ball auf dem Kunstrasen oder in der Soccerhalle, ist nicht zielführend. Solange das nicht flächendeckend möglich ist, kann man Futsal nicht trainieren und es ist einfacher für den Breitensport, einfach einen Fußball zu nehmen.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"