Nochmal ein, zwei Punkte zu den kleinen Wettspielformen und deren Benefits, ein richtig wichtiger Punkt ist das kardiovaskuläre System, der höhere Puls (im Vergleich zu den großen Formen) als auch die Durchblutung des Gehirn ist viel höher und jetzt kommt etwas aus der Lernpsychologie, wenn genau die Belastung, Intensität z.B. am Anfang des Trainings, oder permanent durch 7 Minuten Funino/Formino mit entsprechender Feldgröße hoch ist und permanenter Stress (Raum/Gegner/Zeitdruck) ausgeübt wird passiert folgendes, die Kinder erlernen Umgang mit Stress u. bauen Resilienz/Frustrationstoleranz auf, bzw. das Gehirn ist in der Lage, schneller durch neuronale Verschaltungen die Erlebnisse, Erfahrungen, die positiv als auch nicht so positiv waren, sehr tief ins Arbeitsgedächtnis zu speichern. Und genau in dem Alter G/F/E lernen die Kinder am Meisten und am Schnellsten, denn das Lernniveau (Umfang/Zeit des möglich zu Erlernenden) steigt von der Geburt bis zum 1. Lebensjahr exponentiell und fällt konstant als Kurve nach unten geöffnet, d.h. schon mit neun, zehn Jahren (und jetzt überlegt mal, wenn man sie dann in der E ins 9v9 oder 7v7 packen will, das ist kognitiv zu komplex) lernen die Kinder weniger als davor z.B mit sechs, sieben, acht und bis zum ca. 16/18 Lebensjahr (Schulabschlüsse) da kommt eine kleine Spitze nach oben (da wäre dann das 11v11 in der U16 perfekt auch von der Lernpsychologie her) als Dreieck, dann wieder runter und dann kommt nochmal ein kurzes Hoch (Berufsabschlüsse/Studium) und dann war es das, es pegelt sich sehr weit unten ein, deswegen ist es viel schwerer im hohen Alter ein Studium/Umschulungen etc. erfolgreich abzuleisten, wenn man nicht alle Entwicklungsaufgaben in den entsprechenden Altersphasen vorher nicht erlebt, erfahren hatte oder durch Prägung nicht übernommen, verinnerlicht, umgesetzt hat.
Und jetzt kommt der Hammer, all das passiert auf Kinderfestivals und den kleinen Wettbewerbsformen viel öfters als im 7v7 o. 9v9.
"[...] besondere Rücksichtnahme bei U12-Spielern nahe. Trainer sollten gerade in dieser Altersgruppe die Steigerung spielnaher Trainingsformen an den Lernprozess und den Reifegrad seiner U12-Spieler anpassen. Offenbar brauchen Spieler dieser Altersgruppe etwas länger, um gemachte Erfahrungen zu verinnerlichen, und müssen sie durch wiederholtes Trainieren festigen, bevor sie gesteigerte Anforderungen erfolgreich umsetzen können."
Dass heißt, dass ab U14 das Verstehen von Komplexität, Metakognition zunimmt und vorher bei U11 im 7v7, U12 im 8v8 o. U13 im 9v9 zu komplex ist und das Gehirn das gar nicht vollständig verarbeiten kann und Spieler auf Positionen hängen bleiben, weil sie elemtare Dinge kognitiv nicht verarbeiten, wahrnehmen, verstehen und auch nicht automatisieren können.
Man muss es halt anders machen als bei Erwachsenen, am Anfang richtig auspowern, dann sind Kinder kognitiv aufnahmebereit, also 15 Minuten Erwärmungsspiele (hochintensiv intervallartig), 30 Minuten kleine Spielformen (intensiv), 15 Minuten spielnahe Übungsformen (hochintensiv intervallartig) und nochmal 30 Minuten kleine Spielformen (intensiv).
Und ja, von der Energiebereitstellung können Kinder das locker ab. "Denn hohe aerobe Trainingsumfänge in einer Sportart (z. B. lange Dauerläufe) bilden einen Bewegungssterotyp aus, der nachteilig für die weitere Leistungsentwicklung ist. Aus trainingsmethodischer Perspektive sollte man beim langjährigen Leistungsaufbau immer zuerst das Leistungsvermögen auf der kürzeren Distanz ausprägen. Wichtig ist die Entwicklung des individuellen Schnelligkeitspotenzials, einer hohen Koordinationsfähigkeit, ausgeprägter Bewegungsfertigkeiten und einer Vervollkommnung der Bewegungstechniken möglichst in mehreren Ausdauersportarten.", "Stattdessen sollten besser Schnelligkeitsfähigkeiten durch vielfältige Spiele und Kurzsprints ausgeprägt werden."
Wir brauchen nämlich Sprinter und keine Jogger und das trainieren wir durch kleine Spiele wie FUNino, Formino und darunter 2v2, 2v1, 1v1 und bestenfalls nach der Folgehandlung also Zuspiel, Schuss oder Dribbling oder BV noch eine Anschlussaktion Jagen, Anhänger, freilaufen etc., damit sich das Give and Go einprägt.
Vor über 10 Jahren hatte ich eine F Jugend (07er) U8 bis zur U11 gecoacht/trainiert, meine Kollegen, in einem Leistungsverein, lachten mich immer aus, ich würde so viele 'schöne' Spiele spielen, habe viele kleine Spiele ua. auch von der Heidelberger Ballschule oder vom MERKS (Prof. Dr. Wollny) spielen lassen. Der Jahrgang ist zusammengeblieben und hat den Verein in der C, B und jetzt in der A Jugend die Mannschaft in die Regionalliga gehievt, wohlgemerkt als junger Jahrgang, wovon die B noch und A jetzt Regio spielen. Mittlerweile sagen die Jungs und die Eltern, dass sie individual off und def so stark sind, weil sie permanent (3* in der Woche) kleine Spielformen gespielt haben und dadurch Spiele gewonnen haben, denn am Ende muss man sagen, dass auch wenn du eine gute Mannschaft hast, Einzelindividualität Mannschaften schlägt und Spiele gewinnt und wenn 14 von 20 Spielern sehr gut sind, dann geht die Post ab.
Quelle: Entscheidungshandeln im Elite-Nachwuchsfußball
Quelle: Fußballspielen lernen durch intensives Fußballspielen
Quelle: Ausdauertraining im Kinder- und Jugendalter | Dr. Loges