Natürlich in dem alter, ist es noch eigentlich "zu früh" Schluß zu machen im A-Team, und sicher war das Ziel noch den EM Titel zu holen, aber spätestens nach der EM 2016, hätten sie "Schluß" machen sollen und den Weg für neue und hungrige Spieler freimachen. aber wie gesagt ich kann gut reden, da nicht in der Situation gewesen. Da steckt ja viel mehr drin, als "nur" Fußball. Sponsorenverträge, Verträge in den Liga Teams, wenn du kein Nationalspieler bist, wirst du auch weniger Geld verdienen und ich kann mir denken, dass dieses Argument sicher eine bedeutende Rolle gespielt hat, warum man nicht Schluß gemacht hat. Jetzt haben sie sicher alle noch richtig Geld gemacht in der Zeit, mußten aber auch jede menge Kritik einstecken....
Also sollten dann Spieler mit zum Teil 24 bis 26 Jahren ihre Nationalmannschaftskarriere beenden, weil sie nicht mehr "hungrig" genug waren?
In ihren Vereinen hat es ja bei vielen noch für eine Menge Titel gereicht. Sollen Musiala und Wirtz ihre Nationalmannschaftskarriere dann mit 23 Jahren beenden, wenn Deutschland nächstes Jahr Weltmeister werden sollte? Schwierig, das kann man so pauschal überhaupt nicht sagen.
Gegenbeispiel Kroos: der hat die Nationalmannschaft letztes Jahr mit seinem Comeback auf ein anderes Level gehoben, obwohl der durch den WM-Titel und auch seine Zeit bei Real eigentlich komplett satt hätte sein müssen.
Man kann auch nicht immer alles rational erklären und für alles Gründe finden. Es können Kleinigkeiten sein, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Es ist irgendwo in den Tiefen des Threads schon drin, aber ich fand die deutsche Mannschaft 2018 und 2022 nicht so schlecht, wie es mit einem Vorrundenaus aussieht. Man war bei beiden Weltmeisterschaften jeweils in drei Spielen die klar dominantere Mannschaft und war dies statistisch auch auf das ganze Turnier gesehen (Ballbesitz, Torchancen und Spielkontrolle). Man hat nur einfach kein Spielglück gehabt. Man schaue sich mal die vergebenen 100%tigen Chancen inklusive Pfosten- und Lattenschüsse an. Und dann, wie die Gegentore gefallen sind. Nüchtern und sachlich betrachtet purer Slapstick.
Das gleiche gilt übrigens für das EM-Aus 2012 gegen Italien, wo auch heute noch der Mythos "Löw hat sich vercoacht" erzählt wird. Deutschland hat dort bis auf 2-3 minimale Änderungen das System vom WM-Titel 2014 gespielt, sogar größtenteils mit den gleichen Spielern. Doppelt so viele Schüsse aufs Tor als der Gegner, aber leider macht Philipp Lahm den einzigen Stellungsfehler seiner Nationalmannschaftskarriere genau in diesem Spiel. Wenn man es vercoacht nennen will, dass er den weltbesten Außenverteidiger aufgestellt hat, der dann einen Fehler macht oder seine Offensive, die bis dahin im Turnierverlauf mit Abstand die meisten Tore geschossen hat, beste Chancen nicht nutzt - okay, dann war es wohl tatsächlich vercoacht.
Ja, die Zeit nach dem WM-Titel war nicht erfolgreich und es war auch nicht immer alles richtig. Aber so schlecht, wie das jeweilige Ausscheiden immer geredet wurde, war das bei weitem nicht. Und ich bin kein Fan davon, immer Schuldige zu suchen, wenn der Sport in der Weltspitze immer auch von Glück und Pech abhängt. Und um dann den Beitrag auch mit dem zitierten Post nochmal abzuschließen: ich bin auch kein Freund davon, pauschal Spieler abzustempeln und zu sagen, dass man "satt" ist, wenn man einen WM-Titel geholt hat. Es gibt ja durchaus auch Gegenbeispiele in der Welt des Sports, Spanien hat jahrelang mit fast der gleichen Mannschaft den Weltfußball dominiert, dabei hätten die Jungs ja nach 2008/2010 schon zurücktreten müssen. 