Aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft

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  • Robert Lewandowski

    Oder auch Ibrahimovic.

    Aber auch Suarez, Kane oder sogar Firminho können mit dem Rücken zum Tor.


    Geht mir aber gar nicht darum einen reinen Wandspieler aufzustellen, aber mit dem Rücken zum Tor und/oder Gegner zu agieren, das ist schon was anderes, als am Flügel oder beim Konter angespielt zu werden und dann ein frontales/seitliches Dribbling zu bekommen.

    Für den Flügel/Konter haben wir ja ausreichend Spieler, aber einen Spieler der dazu noch mit dem Rücken zum Tor/Gegner kann, da wird es dann schon sehr knapp.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Auch sehe ich bis U11 (ohne Abseits) keine Notwendigkeit mit Wandspieler zu spielen - höchstens in der Halle mit einer Raute als Spielsystem. In U12 und U13 im 9er System und auf E-Jugend-Tore kenne ich mich zu wenig aus (habe ich keine Erfahrung), ob es da Sinn macht mit einem Wandspieler zu spielen.

    Ja, nimm die U13 noch mit rein.

    Das sehe ich ja als das Problem an, warum wir diese Qualität bei unseren Spielern so selten haben.

    Es gibt halt kaum Teams, die - nennen wir es - variabel das Spiel mit dem Ball gestalten und auch mal den Stürmer anspielen.


    Notwendigkeit ist mM nach auch immer ein Argument, das nur auf das Ergebnis, nicht auf die Ausbildung zielt.



    btw. ich finde in der Halle in einen 2-2 System kann man sehr gut, das "Wandspiel" einbauen.

    Der Spielaufbau erfolgt, indem man die beiden Verteidiger in die eigenen Ecken stellt und die beiden Stürmer direkt vor das gegnerische Tor.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Oder auch Ibrahimovic.

    Aber auch Suarez, Kane oder sogar Firminho können mit dem Rücken zum Tor.

    Ich verstehe den Ansatz dieses Punktes nicht.


    Hier werden Spieler aufgezählt, die sicherlich die Stärken eines Wandspielers haben. Aber Suarez, Kane, Lewandowski, Firminho und Ibrahimovic haben eines gemeinsam: sie haben rein von der Ausbildung nämlich gar nichts gemeinsam. Ich bin mir sehr sicher, dass alle genannten Spieler weder den gleichen Trainer, noch die gleiche Ausbildung genossen haben. Außerdem nicht die Ausbildung des gleichen Fußballverbandes und zum großen Teil nicht mal die gleiche Epoche. Man könnte fast sagen, dass sie einfach sehr talentiert sind und sich diese Fähigkeiten "zufällig" angeeignet haben.


    Wenn irgendeine Nation sich auf die Fahne schreiben könnte, tolle Wandspieler auszubilden und die richtigen Trainingswerkzeuge dafür zu haben, dann würden wir in der Aufzählung 3-4 Weltklassespieler dieser Nation aufzählen. Stattdessen zählen wir einen Uruguayer, einen Polen, einen Schweden, einen Briten und einen Brasilianer auf.


    Und da sind wir auch beim nächsten Punkt: Warum sollen wir bei der Ausbildung im Jahr 2020 so großen Wert auf Wandspieler legen? Weil wir diesen Spielertypen in der Nationalmannschaft von 2020 vermissen, sollen die Jugendlichen, die 2030 so weit sind, dahingehend ausgebildet werden? Finde ich fragwürdig.


    Wieviele Wandspieler brauchen wir denn? Lohnt es sich, den Fokus (und es gibt nur einen Fokus) komplett darauf zu legen, weil wir einen (!) Spieler für die Nationalmannschaft brauchen? Oder lassen wir es 10 für die Bundesliga sein. Das Thema müssen nun wirklich nicht die zwei Millionen Jugendlichen in Deutschland ständig durchnehmen, weil wir unglücklicherweise in den letzten Jahren kein Megatalent wie Ibrahimovic, Kane oder Suarez auf der Position hatten.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • 1) Wo gibt es denn die Aussage, dass in irgendeinem bestimmten Land Spielertyp xy (hier Wandspieler) besonders gut ausgebildet wird?

    Das war lediglich eine schnelle Aufzählung von Spielern, die mit dem Rücken zum Tor können., als danach gefragt wurde.


    Es hilft in Diskussionen, wenn man mit dem diskutiert, was auch geschrieben wurde. Ich habe hier nicht einen Vergleich zu einem anderen Land gesehen, schon gar nicht einen Bezug, dass Land xy Wandspieler besonders gut ausbildet.


    2) Wer redet denn von Fokus auf Wandspieler bei der Ausbildung?

    Mein Punkt war zumindest, dass dieser Spielertyp quasi gar nicht ausgebildet wird, bzw. anders: die Fähigkeit mit dem Rücken zum Tor/Gegner vernachlässigt wird. (Da könnte man sogar noch ausholen, dass das Gegenstück, der IV, der auch diesen "Zweikampf kann" ja auch nicht in Massen vorhanden ist in Deutschland.


    Das, was wir früher in Massen hatten - IV und MS - haben wir jetzt kaum noch.


    3) Mir geht es eher um eine vielseitige Ausbildung. Wenn man bestimmte Elemente des Sports aber quasi ausklammert, ist das dann gut und sinnvoll?

    Geben die Rahmenbedingungen/Regeln in der Jugend den (zu starken) Fokus auf bestimmte Fähigkeiten vor bzw. werden manche damit stark vernachlässigt?



    4) Ausgangspunkt dieses Diskussionstranges war ja der Einwand, dass Deutschland keine MS und IV mehr hat, die den Ansprüchen genügen.

    Und falls dem so ist, war das eine These für einen Grund, warum es daran mangelt. (EIn anderer war zB auch, dass Jogi den Umbruch viel zu spät eingeleitet hat.)


    5) Ich formuliere es mal als offene Frage:

    Besteht der Fussball in der Ausbildung zu sehr aus frontalem/seitlichem 1gg1 und gemeinschaftlichem Verteidigen?

    Wer trainiert/coacht denn andere Formen des 1gg1, die spätestens im Männerfussball eine wichtige Rolle spielen? Auf diversen Positionen, nicht nur bei einem MS oder IV.


    Wenn ich mir Fussballspiele bis mindestens U13, eher noch mindestens U15 anschaue, dann ist das Zweikampfverhalten diesbezüglich durch die Bank grausam, offensiv wie defensiv. Wirklich grausam.

    Frontales 1gg1 dagegen, das können viele Spieler ihrem Spielniveau entsprechend.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    2 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Wenn ich mir Fussballspiele bis mindestens U13, eher noch mindestens U15 anschaue, dann ist das Zweikampfverhalten diesbezüglich durch die Bank grausam, offensiv wie defensiv. Wirklich grausam.

    Frontales 1gg1 dagegen, das können viele Spieler ihrem Spielniveau entsprechend.

    Warum ist das denn so grausam? Vieleicht weil das 1gg1 immer noch absolut isoliert trainiert wird. Und das wird unter dem Gesichtspunkt -wir brauchen mehr Spieler mit individuellen, kreativen Lösungen- verkauft. Das Gegenteil ist der Fall.

    Eine individuelle, kreative Lösung ergibt sich aus dem Spielkontext.

    Kleine Anekdote vom STP Training- isoliertes 1gg1:

    STP Trainer: Wie verhältst Du dich denn im 1 gg1 (def)

    Spieler (12): Hängt davon ab, ob ich eine Absicherung habe, und wo meine Mitspieler denn stehen.

    STP Trainer: Darum geht es doch gar nicht.

    :/:/:/:/:/:/:/:/

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Bei Lewandowski habe ich mir die Tore der letzten Saison nochmals angeschaut und da waren nur 2-3 dabei, die sich aus einer Situation mit dem Rücken zum Tor ergeben haben - deshalb hatte ich ihn ausgeklammert. Wahrscheinlich hätte ich hier die Tore von Goretzka oder Müller mir anschauen müssen, die Lewandowski vorbereitet hat (als Wand diente). Wobei er die Zweikämpfe mit dem Rücken zum Tor aus meiner Sicht eher 30-40m vor dem Tor hat als im 16er.

    Wenn es nur darum geht Zweikämpfe mit dem Rücken zum Gegner zu lösen, wäre da auch Thiago u.a. zentrale Mittelfeldspieler aus meiner Sicht zu nennen. Und unsere Innenverteidiger (z.B. Süle) verteidigen diese Stürmer aus meiner Sicht auch sehr gut.

    Früher hatte man durch die Manndeckung oder die manndeckenden Innenverteidiger diese Situationen öfters. Durch das Doppeln und Verschieben sowie die flachen Spielsysteme kommt das heute seltener vor.

    Wie könnte man es in der Jugend forcieren, dass es wieder öfters vorkommt? Kleinere Teamstärke? Abseits auf dem Kleinfeld?

  • Wie könnte man es in der Jugend forcieren, dass es wieder öfters vorkommt? Kleinere Teamstärke? Abseits auf dem Kleinfeld?

    Meinst Du das ernst?

    Vermehrt mit hohen Bällen arbeiten. Manndeckung forcieren und fordern. Mehr statisches Spiel. Situative Entscheidungen weitestgehend eliminieren.

    Ok, war auch nicht ernst gemeint.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Trainer E: ja, meine Frage meinte ich ernst - ob man das dann umsetzt oder nicht, ist aus meiner Sicht eine andere Frage.

    zum Thema Manndeckung: z.B. im Kinderbasketball ist das in den Regeln verankert. Ist es eine Kompetenz, die ich heute oder wie Charles De Goal fragt in ein paar Jahren im Fußball noch benötige? Falls nein, dann brauche ich es nicht zu forcieren. Falls ja, sollte es doch provoziert bzw. trainiert werden oder? Und beim Trainieren bin ich bei dir - Spielform und situative Entscheidungen (die gibt es aber auch in der Manndeckung).

    An hohe Bälle habe ich z.B. überhaupt nicht gedacht - einen Wandspieler kann man ja auch flach anspielen. Da kann er den Ball meistens auch besser verarbeiten bzw. als Wand prallen lassen.

    Wird durch eine kleinere Teamstärke das Spiel statischer?

    Durch Abseits muss ich mich anders anbieten bzw. wird mir Platz genommen. Habe ich dadurch mehr Zweikämpfe mit dem Rücken zum Tor bzw. Spielrichtung?

    Will ich diese Zweikämpfe mit dem Rücken zum Tor überhaupt? Ist es als Wandspieler überhaupt ein Zweikampf oder sind mehrere Spieler beteiligt?

    In meinem Training und Coaching spielen die Zweikämpfe mit dem Rücken zum Tor keine große Rolle - da bin ich bei Sir Alex Beobachtungen. Meine Argumentation ist, warum soll ich als Verteidiger einen Spieler angreifen, der vom Tor sich abwendet? Und vom Angreifer wünsche ich mir eine Stellung in Tor bzw. Spielrichtung oder zumindest einen 1. Kontakt dort hin.

  • Das ist ein rein situatives Verhalten. Wenn ich weiß, das ich unter Gegnerdruck nicht aufdrehe, dann bin ich ja schon Wandspieler.

    (prinzip z.b. ich passe nur dahin, wo ich hinsehe, bzw. den Raum den ich kenne (Vororientierung) )

    Das sind einfachste, situative, Verhaltensweisen, die ich überhaupt nicht forcieren muß, oder sonstiges, sondern die über simpelste Prinzipien vermittelbar sind.

    In meinem Training und Coaching spielen die Zweikämpfe mit dem Rücken zum Tor keine große Rolle - da bin ich bei Sir Alex Beobachtungen. Meine Argumentation ist, warum soll ich als Verteidiger einen Spieler angreifen, der vom Tor sich abwendet? Und vom Angreifer wünsche ich mir eine Stellung in Tor bzw. Spielrichtung oder zumindest einen 1. Kontakt dort hin.

    Eventuell um Ihm die Möglichkeit zum Aufdrehen zu nehmen!!! Auch das ist m.e. wiederrum pauschal nicht zu beantworten, sondern situativ zu lösen!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • zum Thema Manndeckung: z.B. im Kinderbasketball ist das in den Regeln verankert. Ist es eine Kompetenz, die ich heute oder wie Charles De Goal fragt in ein paar Jahren im Fußball noch benötige? Falls nein, dann brauche ich es nicht zu forcieren. Falls ja, sollte es doch provoziert bzw. trainiert werden oder?

    Auch der Fußball mit Ball-/Raumorientierung statt Mannorientierung kommt phasenweise nicht ohne Manndeckung aus. Ich muss doch sehen dass ich, je näher der Gegner zu meinem Tor kommt, einzelne Spieler auch in Manndeckung markiere bzw. dazu überwechsle. Und die entsprechenden Zweikampffähigkeiten werden doch dann umso mehr benötigt, weil der Stürmer aufgrund der Nähe zum Tor das Aufdrehen und den Zweikampf viel eher suchen wird als in der Situation, wo er 25 Meter vor dem Tor als Wandspieler einen nachrückenden Mitspieler sucht.


    Meine Argumentation ist, warum soll ich als Verteidiger einen Spieler angreifen, der vom Tor sich abwendet? Und vom Angreifer wünsche ich mir eine Stellung in Tor bzw. Spielrichtung oder zumindest einen 1. Kontakt dort hin.

    Warum soll sich der Stürmer vom Tor abwenden, wenn er merkt dass er nicht gut verteidigt wird ? Dann kann er doch aufdrehen.


    Und die Stellung die ich mir vom Angreifer wünsche wird er nicht immer hinbekommen, oft genug wird er nur angespielt werden können wenn er sich der Verteidigung durch entgegenkommen entzieht und sich dann mit dem Rücken zum Tor befindet, ohne schnell genug wieder in eine offene Stellung zu kommen bzw. ein Verteidiger ist zu dicht dran.

  • Warum soll sich der Stürmer vom Tor abwenden, wenn er merkt dass er nicht gut verteidigt wird ? Dann kann er doch aufdrehen.


    Und die Stellung die ich mir vom Angreifer wünsche wird er nicht immer hinbekommen, oft genug wird er nur angespielt werden können wenn er sich der Verteidigung durch entgegenkommen entzieht und sich dann mit dem Rücken zum Tor befindet, ohne schnell genug wieder in eine offene Stellung zu kommen bzw. ein Verteidiger ist zu dicht dran.


    Korrekt!


    Wird er nicht angegangen, hat er viel Platz hinter sich und wird nicht angespielt, weil er "verkehrt rum steht"


    Wenn er das Aufdrehen ohne Gegnerdruck nicht üben kann, wie soll er es mit Gegnerdruck können?


    Wenn der Verteidiger keinen Stürmer deckt, der mit dem Rücken zum Tor steht oder stur auf Raumdeckung setzt, obwohl vl der Nebenmann zwei Gegner hat..


    Und dann wundert man sich, warum DE wenig starke Wandspieler oder IV hat... :)

  • Die DFB-Akademie gibt das Beispiel Odsonne Edouard - der komplette Stürmer.

    Auch eure Kommentare gehen in die Richtung, dass es den Stürmer mit dem Rücken zum Tor weiterhin geben wird. Wie kann man das nun (spielerisch) trainieren?

    Die Einheit des DFB hierzu Angreifer gegen Innenverteidiger für Aktive Ü20 gefällt mir nicht.

    Die Goldene Zone und die Assist Zone 1 dürfen fast nicht bespielt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Assist Zone 2. Warum?

    Hauptteil 1: Warum muss der Spieler den Ball ins Feld spielen? Normal dribbelt er doch dort rein, wenn ihn niemand angreift oder?

    Hauptteil 2: Warum bringt der Trainer den Ball ins Spiel und nicht ein Torwart?

    Den Schlussteil könnte ich mir als Hauptteil besser vorstellen.


    Wie seht ihr das und auf was würdet ihr achten?

  • Die DFB-Akademie gibt das Beispiel Odsonne Edouard - der komplette Stürmer.

    Auch eure Kommentare gehen in die Richtung, dass es den Stürmer mit dem Rücken zum Tor weiterhin geben wird. Wie kann man das nun (spielerisch) trainieren?

    Wie schon mal betont. Aus Einzelbeispielen eines Situativen Verhaltens leitet sich für mich keine Trainingsnotwendigkeit ab.

    Das aufgrund einer Spielweise einer Mannschaft, eine Einzelfähigkeit eines Spielers genutzt wird(die aufgrund besonderer Eigenschaften zusätzlich gefördert wird - bulliger Stürmer etc.) , bedingt keine Notwendigkeit das als Trainingsschwerpunkt zu benennen und besonders zu fördern.

    Vielmehr ist es m.e. notwendig die Fähigkeit situativ richtig einzusetzen. Da es sich um eine notwendige Fähigkeit in verschiedenen Situationen handelt, ist das eben über Prinzipien vermittelbar, wie oben schon beschrieben. Das ist eine reine Coaching Sache.

    Die Kids erkennen schon den Nutzen, prallen zu lassen/abzuspielen nach abschirmen, wenn Sie 4,5 mal den Ball durch Aufdrehen unter Gegnerdruck verloren haben. Dazu reicht das Prinzip das in den Raum gepasst wird, in den man sieht. Der Nutzen ist schnell und klar erkennbar.

    In jeglicher Zonenspielform, die z.b. mit Abseits gespielt wird, gibt es zig Situationen, die das hergeben!!!

    Wichtig ist nur, das zu erkennen und den Nutzen des Prinzips klar zu machen, damit die Erkenntnis genutzt werden kann.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    Einmal editiert, zuletzt von Trainer E ()

  • Spätestens jetzt muß sich der DFB überlegen ob er mit Löw weitermachen kann.


    Der hochgelobte Kroos und Gündogan, wo waren die? Hat zumindest Goretzka gegen die Ukraine mal noch ein paar Sprints angezogen, war gestern auch nicht.

    Ich würde fast die Floskel bedienen wollen: da hat eine Mannschaft gegen ihren Trainer gespielt.

    So passiv und mit null Plan wie Löw da auf der Bank saß kann man nicht agieren. Alleine deshalb muß frischer Wind her. (ok, bleibt immer noch die Frage wer...)


    Aber das Gute ist: wenn man ganz unten ist, kanns danach ja nur wieder nach oben gehen :-)

  • Spanien ist definitiv auf dem Weg zurück zur Weltspitze. Trotzdem darf unsere NM so nicht dagegen untergehen. Das war eine richtige Blamage. Zumal unser Anspruch ja ähnlich ist.....

    Man kann nicht in eine EM gehen mit einer Mannschaft, in der einige Spieler internationalen Top-Ansprüchen nicht genügen, wenn man gleichzeitig Spieler zu Hause hat, die es besser können. Beim derzeitigen Stand kann man doch an einer Reaktivierung von Hummels und Müller gar nicht vorbei kommen. Kann man sich vorstellen, dass die beiden so eine Blamage einfach an sich vorbei ziehen lassen ?

    Ich würde das auch nicht als Rückschritt empfinden. Bei Spanien spielt trotz der vielen jungen neuen Talente auch immer noch der Ramos. Sieht jetzt ein bisschen aus wie der Mann aus den Bergern, aber als Stabilisator offenbar immer noch wichtig zwischen den jüngeren Spielern. Und wenn unsere jungen teilweise noch nicht so weit sind, ist eine EM eine schlechte Bühne zum weiteren experimentieren. Zum Trainerdasein gehört auch, über seinen Schatten springen zu können. Finde ich. Wobei ich Löw's Argumentationen sowieso bisweilen zu philosophisch finde, man muss auch mal den Rehagelschen Pragmatismus rausholen.

  • Ich fand ja mehr noch das Mittelfeld unterirdisch. Kroos, Gündogan, Goretzka, keiner war in der Lage für einen kontrollierten Spielaufbau. Das war ein echter Klassenunterschied, Respekt für die Spanier!


    Grüße

    Oliver

    Klar kann die Abwehr bei 0:6 nicht gut gewesen sein. Mich hat aber auch das was davor (nicht) stattfand viel mehr erschreckt.

    Kroos, Gündogan, Goretzka und noch viel schlimmer Sane, Werner und Gnabry. Alle sechs quasi nicht vorhanden. Keine Ballbesitzphasen mit mehr als drei Stationen. Sanes Ansätze zum Dribbling hatten schon was von Arbeitsverweigerung. Entweder ich geh da vernünftig und mit Intensität rein, oder ich spiele den Ball wieder ab. Er hat aber mit jeder seiner Aktionen Ballverluste mit Ansage produziert.

    Zur Taktik: wenn ich abwarten und Umschaltspiel spielen will, dann müssen die offensiven Spieler die schnellen Bälle auch verarbeiten können bzw. die Passgeber verarbeitbare Pässe spielen. Erschreckend wie sich technische Mängel durch die komplette Truppe ziehen.

    Thomas Tuchel hat mal nach einem sehr schlechten Spiel über seine Dortmunder gesagt: „von vorne bis hinten ein einziges Defizit“ . Nie hätte der Spruch besser gepasst als gestern.

    Aus der Trainerdiskussion wollte ich mich bis gestern eigentlich raushalten. Wenn eine Mannschaft aber dermaßen planlos über den Platz läuft, dann hat ihr das Trainerteam keinen Plan mitgegeben oder diesen falsch vermittelt. Denn selbst mit einem schlechten Plan hätte man das Spiel zwar verloren, aber nicht in der Höhe und Deutlichkeit. Man darf ja nicht vergessen, dass das Ergebnis eigentlich noch zu niedrig ausgefallen ist.

    Das alles berücksichtigt, und vor dem Hintergrund, dass Spieler, die in ihren Vereinsmannschaften das ganze Jahr über ordentlich abliefern, für Deutschland aber ein unterirdisches Spiel nach dem anderen zeigen (Gnabry, Werner, Ginter...) schreit bei mir nach Trainerwechsel.

    Verfügbar und qualitativ passend ist meiner Meinung nur Rangnick, der wenn man jetzt reagiert drei Monate hätte um sich gewohnt akribisch auf die Sache vorzubereiten und das beste aus der Situation zu machen.

    Jogi Löw traue ich nach seinem gestrigen Auftritt während und nach dem Spiel nicht mehr zu, dass er das Engagement und die Mittel hat, um die Kurve zu bekommen.

    Viel schlechter kann es nicht mehr werden und wesentliche Besserung ist unter der aktuellen Führung nicht in Sicht.

    Allerdings darf man sich auch nach einem Trainerwechsel keine Wunder erwarten.

    In Summe ist die Qualität einfach zu dürftig. Die letzten Spiele der u21 bestätigten das leider. Und hier geht es nicht um Mätchpläne und Systeme sondern tatsächlich um individuelle technische und taktische Basics. Hier waren wir den Spaniern haushoch unterlegen und selbst gegen die Ukraine wirkte deren Spiel klarer und sauberer als das deutsche.

  • Wobei ich Löw's Argumentationen sowieso bisweilen zu philosophisch finde

    Sorry, philosophisch finde ich daran gar nichts. Das wirkte schlicht planlos auf mich. Im Interview nach dem Spiel kam gefühlte 20x das Wort "irgendwie". Und mit "irgendwie" würde sich der Matchplan von gestern ganz gut beschreiben lassen.

    Doch das Ergebnis gestern stellt für mich nur den Tiefpunkt einer langen Abwärtsspirale dar. Spätestens nach dem WM-Debakel von 2018 hätte die Beziehung DFB-Löw enden müssen. Monatelange Analysen folgten und was kam als Reaktion? Das über viele Jahre bewährte hohe Anlaufen im 4-2-3-1 sowie das Ballbesitzspielt wurde geopfert, weil es Löw nicht gelang, die Konteranfälligkeit bzw. die langen Bälle in die eigene Hälfte zu unterbinden. Die Mannschaft sollte fortan tiefer stehen, weniger Ballbesitz haben, dafür selbst mehr auf das Umschaltspiel setzen. Es folgten die Experimente mit der 3er- bzw. 5er-Kette. Statt die Öffentlichkeit hier einmal den Finger in die Wunde legte, bspw. mal fragte, warum er mit Spielern, die im Verein überwiegend 4er-Kette spielen, krampfhaft an der 3er-Kette festhält, warum er gegen Mittelklassemannschaften mit 3 IV spielen lässt oder warum er mit Spielern, die in ihren Vereinen Ballbesitzfußball spielen, in der Nationalmannschaft auf Konter setzt, beschäftigen sich Presse, Funk und Fernsehen lieber mit der Personaldebatte (Müller, Boateng, Hummels). Unabhängig von der Frage, ob die 3 nun besser sind, als das eingesetzte Personal, sind doch vielmehr enorme taktische Defizite anzusprechen. Gegen die B-Elf der Ukraine gewinnt man 3:1, wobei die Ukraine noch 3 Pfostentreffer hat und spricht anschließend von einer guten Entwicklung. Lächerlich. Es zeigen sich erstaunliche Parallelen zum FC Bayern unter Kovac. Auch der lies nicht mehr so konsequent Anlaufen, wollte vom 4-2-3-1 weg, bemängelte die Einstellung und Qualität der Spieler. Die Entwicklung nach ihm ist bekannt, die Spieler, die er für zu schlecht befand, waren maßgeblich am CL-Sieg beteiligt. Der für mich entscheidene Unterschied ist aber, dass beim FC Bayern Spieler und Funktionäre durchgegriffen haben.

    Ist so etwas beim DFB zu erwarten? Wohl kaum. Die Protagonisten stützen sich doch alle gegenseitig. Löw sitzt 90 Min. völlig lethargisch auf der Bank, nimmt keinen Einfluss auf´s Spiel und was macht sein Chef nach dem Spiel? Zieht gut gelaunt Vergleiche von 2008 und 2014. Hier hätte es knallen müssen. Wie hätte wohl Uli Hoeness nach einem 0:6 reagiert? Oder Susi Zorc? Stattdessen lädt Bierhoff fröhlich den Schweinstiger ein, mal vorbei zu kommen.

    Bald lesen wir bestimmt wieder davon, dass sich Bierhoff fragt, warum das Interesse weiter zurück geht an der Mannschaft. Vielleicht merkt er wirklich nicht warum. Ich befürchte, es wird wieder kräftig analysiert und im März sitzt das gleiche Personal auf den Stühlen. Allein, es interessiert mittlerweile kaum noch jemanden.

  • Noch ein Nachtrag: seit über 2 Jahren schwadroniert Löw über einen Entwicklungsprozess seiner jungen Mannschaft. Es gibt weder eine Entwicklung (höchstens eine negative), noch ist seine Mannschaft jung. In der Startelf gestern waren alles gestandene Buli-Spieler, mit Ausnahme von Koch und Max allesamt mit CL-Erfahrung. Das war keine junge Truppe. Und auch die Spieler in den Spielen davor, waren es keine Jungspunde. Klar, etliche Spieler mit wenig internationaler Erfahrung, ja, aber warum? Weil sie offensichtlich die Qualität nicht haben.