Corona und seine Folgen?

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  • Der Württembergische Fußballverband hat bereits seit gestern in vorauseilendem Gehorsam sämtlichen Amateurspiel- und Trainingsbetrieb für alle Altersklassen untersagt.

    Das hat bei uns auch schnell die Runde gemacht. Eigentlich hätten wir heute noch ein Freundschaftsspiel gehabt (alternativ Training, da die andere Mannschafts aufgrund der Situation nicht mehr wollte) sowie am morgigen Samstag ebenfalls noch ein Freundschaftsspiel mit dem Nachbardorf.


    Wenn ich dann lese, das einige Bundesländer den Fußball doch für Kinder laufen lassen, hätte ich mir hier vom WfV auch etwas mehr fingerspitzengefühl gewünscht. Wenigstens aber warten bis das ganze endgültig vom Landtag fixiert wurde. Gerne aber auch mal ein einschreiten oder zumindest einen Kommentar an unsere Landesregierung.

  • Mag den Sinn oder Unsinn über das Trainingsverbot gar nicht bewerten, dafür bin zuviel Volkswirt und zuwenig Virologe. Aber wenn jetzt schon wieder jeder sein eigenes Ding dreht endet das doch wieder im Chaos X(

    Als Erwachsenentrainer bin ich da jetzt weniger betroffen, aber die ganzen Kindertrainer dürfen jetzt wieder das beratungsresistenten Eltern erklären. Da werden denk ich auch einige aufhören weil die kein Bock auf sowas haben.

  • Mich nervt der vorauseilende Gehorsam. Die Maßnahmen gelten ab Montag, aber bereits jetzt ist alles abgesagt. Wir hätten noch ein Spiel gehabt am Samstag. Es gibt meines Erachtens keinen Grund, diese bereits alle abzusagen.

    Doch, es gibt einen Grund: um den Ernst der Lage klar zu machen. Wir stehen kurz davor, völlig die Kontrolle über die Pandemie zu verlieren.


    Das muss in die Köpfe, auch wenn dabei Dinge mit unter die Räder kommen, die vom Infektionsgeschehen eher unbedenklich sind. Entweder, der 4-Wochen-QuasiLockdown bringt die Zahlen wieder auf eine Größenordnung das die Nachverfolgung von Ansteckungswegen möglich macht oder es wird noch viel schlimmer kommen.


    Teilweise gelten schon jetzt 40% - 70% der Infektionswege als nicht zu klären, je nach Bezirk und Auslastung der Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung.


    Daher wird erst die Reduzierung der Zahlen dazu führen können, sich mit Erleichterungen zu befassen. Der Inzidenzwert von 50 wird als Größenordnung angesehen, in dem ein Gesundheitsamt noch einigermaßen zufriedenstellend nachverfolgen kann. Jeder kann sich die Werte für die Landkreise Deutschlandweit ziehen, da weiß man eigentlich was los ist.

  • Und Du glaubst, das nach diesem Lockdown (wenn der Winter erst so richtig los geht) die dann erreichten Zahlen stabil bleiben? Das ist wieder nur Flickschusterei.

    Wenn die grundsätzliche Einstellung der Menschen sich nicht ändert, springen wir von Lockdown zu Lockdown. Diese Änderung der Einstellung bewirkst Du aber nur, wenn die verordneten Maßnahmen für alle gleich und nachvollziehbar sind. Und wie man anhand der aktuellen Reaktionen erkennen kann, ist dies nicht der Fall und damit ist dieser Lockdown nur ein Mittel um die Zahlen kurzfristig zu senken um danach wieder vor den gleichen Problemen zu stehen.

  • Und Du glaubst, das nach diesem Lockdown (wenn der Winter erst so richtig los geht) die dann erreichten Zahlen stabil bleiben? Das ist wieder nur Flickschusterei.

    Wenn die grundsätzliche Einstellung der Menschen sich nicht ändert, springen wir von Lockdown zu Lockdown. Diese Änderung der Einstellung bewirkst Du aber nur, wenn die verordneten Maßnahmen für alle gleich und nachvollziehbar sind. Und wie man anhand der aktuellen Reaktionen erkennen kann, ist dies nicht der Fall und damit ist dieser Lockdown nur ein Mittel um die Zahlen kurzfristig zu senken um danach wieder vor den gleichen Problemen zu stehen.

    Sehe ich etwas anders...man hat bestimmte Faktoren (private Feiern/größere Zusammenkünfte) einfach unterschätzt und dann erst nachjustiert als im Herbst die Fallverfolgung nicht mehr möglich war. Ich glaube, dass man gut durch den Winter kommen kann, wenn man in den entscheidenden Punkten nachbessert und die Fallverfolgung wieder sicherstellt.


    Unter den deutlich strengeren Maßnahmen der letzten MPK (also u.a. strikte Begrenzung privater Feiern) war der 7-Tage-R-Wert bei 1,15 bis 1,2. Dabei war die Fallverfolgung an vielen Orten nur noch kaum bis gar nicht mehr möglich. Ich habe die Quelle nicht mehr gefunden, aber durch eine effektive Nachverfolgung kann R um ca. 30% gedrückt werden. Sollten wir es also im November schaffen, die Zahlen wieder so zu steuern, dass wir wieder einzelne Fälle nachtelefonieren können, halte ich es für sehr realistisch, dass man diese Zahlen entweder konstant halten kann oder erst im Februar/März in einen kritischen Bereich kommt. Zu einem Zeitpunkt zu dem wohl bereits mehrere Impfstoffe in großen Mengen zur Verfügung stehen werden.

  • genau so ist es!


    Es war bereits im Sommer klar, dass im Herbst die 2. Welle kommt.

    Vorbereitet/ Überlegungen getroffen wurde gefühlt nichts.


    Über den Sommer hätte man Zeit genug gehabt, sich Maßnahmen zu überlegen und zu beschließen, wann welche

    Maßnahme ausgelöst wird. Sich jetzt erst mit den Experten hinzusetzen und mit einer Hauruck-Aktion eine "Rettung" herbeiführen zu wollen, ist nur eine Notlösung.


    Was wird sich ändern? Nichts! In den kommenden 4 Wochen werden die Zahlen durch den Quasi-Lockdown sinken, zu Weihnachten feiern wieder alle zusammen und im Jänner ist wieder Lockdown....


    Das ganze zieht sich dann so lange, bis ein funktionierender Impfstogg für alle da ist.


    So lange kann die Politik nicht warten, und solange möchte niemand warten!

  • Sehe ich auch so.


    Ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass man mit quasi den gleichen Einschränkungen wie vor 8 Monaten preisgibt, dass man kaum etwas gelernt hat. Trotz klarer Erkenntnisse, WIE und WO Infektionen am wahrscheinlichsten sind, treten quasi die gleichen Einschränkungen in Kraft wie zu Beginn, als man diese Erkenntnisse noch nicht hatte. Schlimmer noch: einige Dinge, bei denen eine Ansteckung wirklich gefährlich ist, werden ausgenommen (Schule, viele Arbeitsplätze, Öffentliche Verkehrsmittel, Friseure).

    Dazu kommt noch, dass jeder Verein ein Hygienekonzept erarbeitet hat, bei dem eine Ansteckung quasi unmöglich ist. Oder hat schon jemand von einer Ansteckung auf dem Sportplatz gehört?


    Hätte man sich in den letzten 8 Monaten ausgiebig mit dem Thema der Gefährdung auseinandergesetzt, hätte man sicher einleuchtende Regeln formulieren können, die sich auf die Erkenntnisse stützen: Im Freien kaum bis keine Ansteckungsgefahr und bei minimierten Kontakten kaum Ansteckungsgefahr.


    Für mich wirkt es nun wie "Mist, die Zahlen sind schon wieder so hoch, wir müssen das gleiche machen wie damals, aber lassen die Schulen offen, damit die Eltern arbeiten gehen können. Nennen wir einfach Lockdown Light, damit es positiver klingt".


    Es muss eben verständlich und nachvollziehbar sein, damit es mitgetragen wird. Das fällt mir aber schwer, wenn die Fußballjungs in der Schule sitzen, zusammen Bus fahren und nachmittags nicht auf den Sportplatz gehen dürfen. Und wenn ich dann lese, das einzelne Bundesländer den Sport doch erlauben, aber nur bis zu einem gewissen Alter, wird es noch weniger verständlich für mich.


    Hier gab es auch Beiträge, die aussagten, dass Schule offen und Sport zu rational erklärbar sind, weil das nötige bleibt und das unnötige geht. Aber DAS kann ja nun wirklich nicht der Punkt sein. Der Punkt muss sein: Gefährliches geht und Ungefährliches bleibt. Wir wollen schließlich die Zahlen senken und nicht einfach nur Sachen verbieten. Man sollte dann an den Punkten ansetzen, wo auch das größte Infektionsgeschehen zu finden ist.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Das fällt mir aber schwer, wenn die Fußballjungs in der Schule sitzen, zusammen Bus fahren und nachmittags nicht auf den Sportplatz gehen dürfen.

    Kleiner Funfact: die Klassenzimmer werden extrem gelüftet oder mit offenen Fenstern betrieben, da es an der frischen Luft ja weniger gefährlich ist, sich anzustecken. Allein dadurch rechtfertigt man den Schulbetrieb mit mehreren Personen in einem Raum.

    Dennoch werden Dinge, die KOMPLETT an der frischen Luft passieren, verboten?


    Also unlogischer geht es kaum.

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  • Es geht nicht darum, was wie ansteckend ist, sondern was wie systemrelevant ist bzw. von den Entscheidungsträgern als systemrelevanter bewertet wird.

    Ehm, darum sollte es aber gehen, wenn man mit dem Lockdown die Zahlen senken will und gleichzeitig die Rechte der Menschen nicht wahllos beschneiden möchte.


    Nun ist auf jeden Fall fraglich, ob die Zahlen tatsächlich sinken und einige Dinge sind verboten worden, die vermutlich nichts mit der Verbreitung zu tun haben.


    Dein Argument mit der Systemrelevanz macht Sinn, allerdings kann Fortführung des Systems nur das untergeordnete Ziel sein, wenn man dringend die Zahl der Infektionen senken will. Wenn man einige der Hotspots (Schulen, Betriebe, ÖPNV) weiter offen lässt, muss man grundsätzlich gar keinen Lockdown verhängen.

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  • Jedem ist klar, dass das Ansteckungsrisiko in der Schule deutlich höher ist als beim Fussballtraining. Aber: Um das Virus wieder einzufangen wäre eigentlich ein kompletter Lockdown erforderlich, inkl. Schließung aller Schulen und aller Sportstätten. Das ist für die Gesellschaft nicht zu schaffen. Also lässt man die Dinge offen, die man für systemrelevant hält. Und das sind eben die Schulen und nicht die Sportstätten.