Neue Fußballregeln und Mittellinienregelung

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  • Seit dem 1. Juni sind ja bekanntlich neue Fußballregeln in Kraft, nach denen bei der Frauen-WM auch schon gespielt wird. Eine dieser Regeln besagt, dass der Ball beim Abstoß nicht mehr aus dem Strafraum herausbewegt werden muss, bevor ein zweiter Spieler der spieleröffnenden Mannschaft am Ball ist. Damit sind eigentlich flächendeckend alle Mittellinienregelungen im Kinder- und Jugendbereich nur noch Makulatur. Hat man sich in irgendeinem Verband schon einmal mit diesem Problem beschäftigt? Ich habe nichts gefunden...

  • Ich sehe die Mittellinienregel weiter als wichtig an um eine kurze Spieleröffnung zu provozieren. Die Regeländerung fördert dies weiter, da sie ein Zustellen und Spekulieren auf zu schwache Pässe/Stoppfehler verhindert.

    Welches Problem meinst du? Kurz spielen evtl. klatschen lassen und dann weit schlagen gab es auch so schon.

  • Meine Meinung: :)

    Die Mittellinienregel fördert nicht das kurze hinten rausspielen - im Gegenteil.

    Wir spielen bei uns (F/E) auf verkürztem Halbfeld 1:5. Wenn sich da beim Abstoss 10 Feldspieler in einer Spielfeldhälfte tummeln ist da nix mit kurzem , konstruktiven hinten rausspielen. Weil dir sofort einer auf den Füssen steht und du kaum Raum/Zeit hast den Ball in den (nicht vorhandenen) freien Raum mitzunehmen oder zu passen.

    Zum Glück haben sie das bei uns geändert und man muss den Ball nun erst vor dem gegnerischen Strafraum berühren. Dadurch ergeben sich Räume , um wirklich mal hinten kurz rauszuspielen oder rauszudribbeln (nach erfolgter Ballmitnahme).

    Die neue Regel besagt ja , das der Spieler den Ball schon im Strafraum annehmen kann und nicht warten muss bis er diesen verlassen hat - in dem Falle fände ich es eigentlich gut , wenn die gegnerischen Spieler sich ausserhalb des Strafraums aufhalten müssten ...



    mfg

  • Welches Problem meinst du? Kurz spielen evtl. klatschen lassen und dann weit schlagen gab es auch so schon.

    Meine Vermutung ist, dass in der kommenden Saison der Ball im Torraum häufig nur noch kurz angetippt und dann nach vorne geschlagen wird - das ist eine deutliche "Steigerung" zum Klatschen...

    Meine Meinung: :)

    Die Mittellinienregel fördert nicht das kurze hinten rausspielen - im Gegenteil.

    Das sehe ich teilweise ähnlich. Die Mittellinienregel provoziert das hohe Zustellen und erreicht damit u.U. das genaue Gegenteil des eigentlich intendierten. Insbesondere spielschwächere Mannschaften sind mit einer flachen Spieleröffnung unter maximalem Gegnerdruck rettungslos überfordert und greifen dann gerne zu reinen Notmaßnahmen, wie z.B. dazu, den Ball durch den Torhüter einfach nur ins Seitenaus zu spielen. Auf der anderen Seite gibt es auch "Spezialisten", deren Spielanlage im wesentlichen nur darauf ausgerichtet ist, Mittellinienfreistöße zu erhalten und sie aufs Tor zu dreschen...

  • Ich habe mich gerade nochmals in die Regeln der E-Jugend eingelesen und finde: "Schafft den Schwachsinn ab!" und spielt mit der Regel XII.


    Bayerischer Fußball-Verband: Kleinfeldfußball F - D-Jugend

    IV. Sonstige Bestimmungen

    4. Nach einem Abstoß ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Die gegnerischen Spieler müssen bis zur Ausführung außerhalb des Strafraumes bleiben bzw. einen Abstand von 5 Metern einhalten bis der Ball im Spiel ist.

    8. Die Bestimmung der Regel XII über das direkte bzw. absichtliche Zuspiel zum Torwart gilt für den Kleinfeldfußball nicht.


    Da hat man einen 11m-Raum. Die gegnerischen Spieler müssen außerhalb stehen. Der Torwart kann in diesem Raum den Ball überall zum Abspiel hinlegen - also auch 1m vor der Torlinie. Ihn dann zu einem Verteidiger in 60 cm Abstand spielen und der kann ihn zurück spielen. Sorry, da kann er ihn auch gleich aus der Hand ins Spiel bringen dürfen. Bitte schafft den Punkt 8 ab und spielt mit Rückpassregel!

  • zum link von let1612 . anscheinend ist der Einwurf nicht abgeschafft, was für mich auch langsam mal bei f und E Junioren zeit wäre.

    einkicken, eindribbeln, 2 meter abstand eben analog zum funino und gut ist.

    die richtige wurftechnik kann man auch in der D noch lernen. Freilaufverhalten etc. etc. fällt da schon schwerer.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich finde das tatsächlich eigentlich echt super. In welcher Sportart wird ein Spiel mit anderen Körperteilen fortgesetzt, als normal gespielt wird? Beim Basketball oder Handball wird ja auch nicht eingeschossen.
    Ich finde, dass Spiel wird so deutlich besser. Und beim Futsal ist das ja auch normal und klappt super

  • Die weite des Schusses muss man tatsächlich sinnvoll begrenzen. Sinnvoll bedeutet zum Einen, dass man aus einem Einwurf nicht plötzlich einen Freistoß macht. Zum Anderen muss es aber auch leicht nachprüfbar sein. Nicht das wir eine zweite "Handspielregel" bekommen. Mein erster Gedanke: Einschießen ohne Anlauf. Es kann das Spiel auch tatsächlich schneller machen. Ein flacher Pass zum "Einwerfen" kann nämlich schneller verarbeitet werden. Man könnte es ja sogar wie bei den Kleinen machen: einpassen oder reindribbeln.

  • Grundsätzlich bin ich dafür und verstehe auch den Einwurf mit der Hand beim Fußball nicht.


    Wenn ich mir jedoch anschaue, wie lange es bei einem Eckball oder Freistoß in der Nähe der Seitenauslinie manchmal dauert, bis der Ball wieder im Spiel ist...

    Da muss wohl wirklich noch was zusätzlich geregelt werden, wenn das das Spiel nicht in weiten Teilen ausbremsen soll.

  • Profis werfen auch jetzt schon "locker" bis in den Strafraum.

    Das hat sich allerdings erst entwickelt. Grundsätzlich holt der Spieler den Ball doch mit den Händen, sogar beim Elftmeter und oft auch beim Freistoß wird der Ball mit den Händen hingelegt.

    Der Einwurf hat ganz klar den Vorteil, dass der Ball schon über Kopfhöhe liegt und dennoch nicht so weit geschlagen werden kann, dass eine Spielverlagerung draus wird. Überlege ich einen Einstoß / Einkick zu machen, dann stellt sich sofort die Frage nach dem Verhalten der Ballgewinnmannschaft. Eng zustellen natürlich, womöglich mit 9 Meter Abstand. Das führt zu weiteren Problemen, die beim Einwurf eben nicht existieren, da ist das situative Spielfeld erst einmal deutlich größer. Der Einwurf war auch ein individualtaktisches Mittel (Gegner anschießen). Das fällt dann alles weg oder wiederholt sich ständig. Ich denke da sogar nicht unbedingt an die Profis, sondern an mittelstarke Amateure.

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    Quelle


    Dann würde auch das Einwurftraining in der G- und F-Jugend aufhören ;)und die Schiedsrichter könnten sich auf wichtigere Regeln konzentrieren.

    Einkicken immer an der Mittellinie und dann als indirekten Freistoß.


    An beiden Orten müssen dann immer 2 Bälle vorhanden sein.

    Dann spielen da auch keine Balljungen mehr mit den Spielern.

  • War vor ca. 4 oder 5 Jahren in Polen zu einem Turnier mit einer F (älterer Jahrgang) oder E (jüngerer Jahrgang) weiß nicht mehr genau. Dort hat man eingekickt. Das Einkicken war für die meisten Mannschaften wesentliches Spielelement zum Raumgewinn. Will sagen, meinem Eindruck nach ging es etwas zu Lasten des Spielaufbaus. Fand es nicht so toll. Eindribbeln fände ich da besser.