Ausbildungs-Orientierung statt Ergebnis-Orientierung im Kinderfußball

  • wann sollten die Kinder das gelernt haben ? Kann man so etwas von einem Kind erwarten, dass 9 oder 10 Jahre alt ist ?

    Ich denke, das ist auch vom Kind abhängig. Meine Tochter hat schon mit 5 Jahren Sachen verstanden, bei denen der Trainer meinte, "sie ist doch erst 5, wieso versteht sie das schon ?"

    Sie geht mit Kritik anders um und fühlt sich, weil sie Kapitän ist, für alle Kinder und auch das Spiel verantwortlich

  • Zum Thema Coaching während des Spiels:


    Anweisungen, gegen die wohl keine Einwände bestehen sind solche, dieim Zusammenhang mit Wechseln gegeben werden.

    Viele andere Anweisungen sind, wenn man ehrlich ist, auf unvollständige Vorbereitung auf das Spiel zurückzuführen. Ich gebe hier Fantomas 100% recht, als Anfänger lernt man dazu, bei mir ist das Coaching während des Spiels über die Jahre viel weniger geworden. Teilweise wechsel ich nur noch ein/aus Meine Grundregeln sind:

    1 So wenig wie möglich soviel wie nötig

    2. NIEMALS ein Kind vor den Zuschauern oder vor dem Team bloßstellen oder lächerlich machen

    3. Möglichst nur positiv loben und anfeuern

  • .....


    Viele andere Anweisungen sind, wenn man ehrlich ist, auf unvollständige Vorbereitung auf das Spiel zurückzuführen.


    .....

    Das ist wohl so. Interessant war mal eine D Jugendtruppe, deren junger Trainer hochmotiviert, seine hohen taktischen Ansprüche ans Spiel vermitteln wollte. Kein Brülltrainer und ein netter Kerl. Der rief aber immer Sachen rein wie: Jetzt 6 und 8 zum Ball verschieben etc. etc.

    Die Kids schienen völlig überfordert. Zum Thema Anweisungen z.b. bei Ein/Auswechslungen und umsetzen derer braucht man auch keine LAutstärke sondern Kinder die es aus dem Training gewohnt sind, im Spiel Aufgaben umsetzen zu können. Das kann man relativ einfach in Spielformen über Individualaufgaben(ganz simpel: Tor mit schwachem Fuß etc.) erreichen, die man stetig steigert. Dann ist das für die Kids in der Umsetzung einfacher und man kann die LAutstärke mal getrost runterregeln ;). Situative Anweisungen hemmen ohnehin nur die Entscheidungsfindung und Wahrnehmung. Das Unterlasse ich vollkommen. Positiv Pushen und anfeuern, wie gesagt ist ok für mich...

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • onkel1978 : das Thema Ergebnisse auf der Homepage (siehe Funino - Startschuss in Bayern) hatten wir hier schon unter #349 - #354. Ich fand die Idee mit den Bildern gut - ich habe allerdings schon alle Mannschaftsbilder selbst gemacht, weil die Trainer mir nichts geliefert haben. Genaueres zum Spiel schreibe ich auch auf - hier finde ich es allerdings etwas blöd, wenn nur Berichte meiner Mannschaft erscheinen würden. Ohne Ergebnis (gespielt oder S/U/N) fanden auch viele "blöd". Man könnte natürlich gar nichts veröffentlichen, aber dann fragt sich der Besucher auch, was da los ist. Und nachdem ich auch der Meinung bin, dass Aktualität auf eine Homepage gehört, ist das ein Kompromiss für mich. Wobei ich sagen muss, dass ich Ergebnisse nicht verdamme. Sie gehören für mich im Sport dazu. Was man nicht unbedingt benötigt sind Tabellen (Aggretation bzw. Addition von Ergebnissen). Und ich muss mich nicht unbedingt an den Ergebnissen orientieren - die Kinder machen das nicht und sagen trotzdem nach einem Spiel einem das Ergebnis, wenn man sie fragt wie es war. Und selbst bei den FUNino Festivals gibt es Ergebnisse - ChampionsLeague-Modus und das ist auch gut so - nur wissen werden sie die Kinder hinterher nicht mehr.

    Die Ergebnisse sind nicht das Problem. Erst wenn ich mein Handeln aufgrund von Ergebnissen leiten lasse (und ja, da bin ich auch nicht 100%ig davon befreit), dann wird es zum Problem aus meiner Sicht.

    Nur mal nebenbei: ergebnisorientiert ist ja schon, wenn ich mir stärkere oder schwächere Gegner suche bzw. abwäge, wer gegen wen spielen soll ;)

    Für andere Lösungsvorschläge bleibe ich weiterhin offen

  • Ich muss sagen, dass Ergebnisse für mich zum Wettkampf dazu gehören. Und was ist daran schlimm?


    Als ich, vor über 22 Jahren, eine F-Jugend trainiert habe, gab es sogar ein Ligensystem in dem Bereich. Eine Kreisliga und mehrere Kreisklassen. Damals ging es also um die Meisterschaft und Auf bzw Abstiege. War das schlimm? Nein. Hat es den Spielern geschadet? Nein.


    Gab es brüllende, übermotivierte Eltern? Ja. Gab es Trainer, die sich untereinander angerufen haben, um die Tabellensituation zu kennen ( damals gab es kein Fussball.de)? Ja.


    Gibt es heute, bei den neuen Regeln, ohne Ligen bei den Bambinis und F-Jugendlichen immer noch solche Eltern und Trainer? Ja!!! Es hat sich nix geändert, weil das nichts mit einer Tabelle im Internet zu tun hat, sondern mit Ehrgeiz.


    Ehrgeiz bei den Trainern finde ich OK, auch bei Eltern, sofern er gesund ist. Sich kloppen oder gegenseitig beschimpfen ist zu viel, aber das hat auch nichts mit einer Tabelle im Internet zu tun.

  • War das schlimm? Nein. Hat es den Spielern geschadet? Nein.

    Meine Eltern wurden von ihren Lehrern noch geschlagen. Sie sagen heute, dass es ihnen vermutlich nicht geschadet hat. Sie sagen aber auch, dass es falsch war und heute besser ist. Nur weil etwas nicht schadet, ist es noch lange nicht gut.


    Niemand hat ein Problem mit Ehrgeiz. Die Frage ist halt, wie er sich äußert.
    Wie findest Du es, wenn ein F-Trainer seine 7-9-jährigen Schützlinge auf der Bank schmoren lässt, weil er die drei Punkte für Platz 4 in der Tabelle nicht riskieren kann?

    Wie findest Du es, wenn ein F-Trainer seine Mannschaft so trainiert und so spielen lässt, wie es der aktuellen Tabelle dient und nicht so, wie es der langfristigen fußballerischen Ausbildung dient?

    Wie findest Du es, wenn beim "wichtigen Spiel" gegen den FC Piesepampel nur die Top7 nominiert werden, weil es sich um ein "6-Punkte-Spiel" handelt?

    Soll ich noch mehr Beispiele bringen?

    Nein, niemand muss die Kinder vor der Tabelle schützen. Man muss die Kinder vor dem schützen, was Erwachsene für die Tabelle machen. Also nahm man den Erwachsenen die Tabelle weg.

    Als ich, vor über 22 Jahren, eine F-Jugend trainiert habe, gab es sogar ein Ligensystem in dem Bereich. Eine Kreisliga und mehrere Kreisklassen. Damals ging es also um die Meisterschaft

    Da kann ich noch einen draufsetzen: Ich kann mich mein Leben lang Meistertrainer nennen, weil ich mal mit einer F-Jugend Kreismeister wurde. (Warum steht dieser Titel eigentlich nicht im Briefkopf meines Vereins...?) Ich habe viele solcher Endrunden miterlebt und dort echte menschliche Abgründe kennengelernt.
    Ich weiß nicht, ob meinen damaligen Spielern das geschadet hat. 80% von ihnen spielen heute noch Fußball; davon einige höherklassig. Vielleicht hätte es ihnen aber mehr genutzt, wenn es anders gewesen wäre.

  • Coach31 : Ergebnisse gehören zum Sport/Spiel - da sind wir einer Meinung. Bei Tabellen und Ligasystem gehen unsere Meinungen auseinander - und das nicht nur im Kinderfußball (der hier im Post thematisiert wird), sondern auch im Jugendbereich (im Tagebuch).

    Zum Hintergrund: ich bin Jahrgang 1971 - habe das ganze als Fußballer mitbekommen und Ende der 80iger schon F-Jugend trainiert (Leistungsverein).

    Hier meine Gründe:

    - es schadet den Kindern, weil sie teilweise aufgrund der Ergebnisse und dem Tabellenstand nicht eingesetzt werden - und sie bekommen auch mit, wenn sie erst bei sicheren Resultaten eingesetzt werden

    - die Trainer trauen sich weniger (feste Positionen statt Rotation; RAE usw.)

    - die Spieler trauen sich weniger (Ball wird ins Aus gespielt oder weggehauen usw.)

    - die Emotionen von Kindern sind schnelllebig - gerade noch geweint, kurz darauf gelacht. Jetzt kommen sie in ein System, wo sie eine ganze Saison nur lachen oder weinen können - das ist nicht kindgerecht (übrigens auch nicht für Erwachsene - beobachtet mal die Trainingsbeteiligung und Motivation von Abstiegskandidaten). Deshalb plädiere ich für Turniere.

    - ja, die Eltern und Trainer gab es schon immer (obwohl ich das Gefühl habe, dass es schlimmer geworden ist). Muss ich aber mit dem Kinderfußball deren Wünsche und Motivation unterstützen oder die der Kinder?


    Und die Kritik von onkel1978 an unserer Homepage mit den Ergebnissen - wenn sie für uns unwichtig sind - verstehe ich auch. Es ist aber nur ein Ergebnis und nach einer Woche gibt es ein neues (wie zu Hause beim Gesellschaftsspiel (Mau-Mau, Kniffel usw.), da macht man ja auch keine Ranglisten über ein Jahr). Und das hat übrigens nichts mit Kinder in Watte packen zu tun.

  • let1612


    Der Trainer, der ein Spiel gewinnen will, der es um jeden Preis gewinnen will, wird seine schwächeren Spieler ohnehin nicht einsetzen, wenn das Spiel auf der Kippe steht. Oder sie erst dann bringen, wenn das Spiel entschieden ist.

    Das hat nichts mit einer Tabelle im Internet zu tun.


    Er will das Spiel gewinnen und danach ruft er seine Kollegen der Staffel an und fragt wie sie gegeneinander gespielt haben. Und wenn es sein muss erstellt er eine eigene Tabelle, die er dann an alle Kollegen verschickt. Und am Ende der Saison bekommen alle Jungs, wenn sie denn die meisten Punkte der "inoffiziellen Meisterschaft" geholt haben, ein Meister-Shirt ausgehändigt. Alles schon vor über 20 Jahren erlebt.


    Die meisten dieser Regelungen sind ohnehin zumeist purer Aktionismus.

    Als Deutschland bei der EM 2000 und 2004 jeweils in der Vorrunde ausschied, meinte man die NLZs bzw. deren Konzept gründen zu müssen.

    Was hat es gebracht? Die Spieler, die den WM Titel 2014 geholt haben, von denen kamen die meisten nicht aus einem NLZ!!!


    Klar,waren die damals schon in der Jugend bei den Bundesliga-Vereinen, aber als diese Jugendabteilungen in NLZs umgewandelt wurden, kamen zeitgleich viele Auflagen dazu, was Spielweise und Training angeht.

    Aber Klose, Neuer, Hummels, Özil, Boateng usw, haben es auch ohne diese "Konzepte" gepackt.


    Meine Jungs haben in der E-Jugend auf Großfeld 11 gegen 11 gespielt. Das war völlig normal. Das hat ein Marko Marin beispielsweise auch und er ist "dennoch" Nationalspieler geworden. Obwohl man irgendwann meinte, dass man technisch besser wird, wenn die Jungs auf einmal auch in der E1 7 gegen 7 und in der D-Jugend 9 gegen 9 spielen sollen.


    Das ist alles Käse. Genau wie das neue Konzept aus Bayern. 3 gegen 3 auf kleine Tore ohne Torwart. Was soll das bringen?


    Selbst wenn es dazu führt, dass es in Deutschland dann überdurchschnittlich viele Dribbler geben würde... Diese müsste dann in den NLZs auch Trainer haben, die ihnen gestatten diese Fähigkeiten auch zu nutzen.


    Und in den NLZs geht es nur um das Gewinnen. Um nix anderes. Die Trainer wollen selbst voran kommen und damit ihren Lebensunterhalt sichern. Vor allem im Leistungsbereich.

    Die Aussage eines Trainers einer U19, eines Bundesligisten, er selbst übrigens ehemaliger Bundesliga-Profi, lautete mal: Ich muss nur jedes Spiel gewinnen. Wie? Das interessiert keinen. Und darum geht es. Das war früher so und ist auch jetzt so.

  • Coach31


    Ich finde deine Argumentation ziemlich unschlüssig.


    Dass ein Trainer seine Spieler nicht einsetzt, dass lässt sich nicht verhindern. Da gebe ich dir Recht. Das ist allerdings kein valider Punkt gegen die Abschaffung öffentlicher Ergebnisdarstellung. Nur weil eine Idee in Einzelfällen nicht wirksam ist, bedeutet das nicht, dass sie nicht trotzdem im Allgemeinen sinnvoll ist. Ein Spiel zwischen dem Ersten und dem Zweiten wird anders geführt, wenn keiner weiß, wer Erster und Zweiter ist.

    Bei uns im Verein kann gerne angerufen werden. Bloß dann wird kein Trainer die Ergebnisse mitteilen.


    Boateng ist Jahrgang 88. Eingeführt wurden die NLZ zur Saison 2002/2003. Er war also 14. Dass er daraufhin nicht von der Reform der Leistungszentren profitiert haben soll, halte ich für eine sehr mutige These. Die selbe Rechnung kann ich mit den meisten Spielern der Weltmeistermannschaft machen.


    "Hat ihm nicht geschadet" ist gluaube ich in jedem Kontext ein absolut schlechtes Argument. Niemand kann wissen wie eine Entwicklung unter anderen Rahmenbedingungen verlaufen wäre. Deswegen versucht das auch keiner. Stattdessen müssen Konzepte an ihrer konkreten Funktionalität bewerten lassen. Und dann sind in Ausbildungshinsicht 3v3/5v5 etc. eindeutig überlegen. Mit Ausnahme vom fehlenden Torschuss, erklär mir mal, welchen funktionalen Nachteil kleinere Spielformen gegenüber dem 11 gegen 11 in der Ausbildung haben.


    Es gibt bei uns im Kreis einen Verein, der ist in der U15 seit Jahren in der höchsten Verbandsspielklasse oben mit dabei. Trotz dessen spielt die Mannschaft in keiner älteren Jugend oberhalb der Bezirksebene (die Herren spielen Kreisklasse), ohne dass signifikant Spieler abgegeben werden. Die selben Spieler die in der U15 die Verbandsliga dominieren sind in der U17 BOL völlig überfordert.

    Dabei sind die Auswahlkriterien der Spieler hervorzuheben. In der U15 wird nach Körpergröße und Endgeschwindigkeit ausgewählt. In der Liga wird dann dementsprechend Fußball gespielt. Die Ergebnisse passen, die fußballerische Entwicklung (von sowieso nicht besonders Entwicklungsfähigen Jungs) stagniert aber vollends. Klassischer "Outcome Bias".


    Dass ein Trainer persönlich erfolgreich sein und weiterkommen will, dass kann ich ihm nicht ankreiden. Dass Verein völlig widersinnige Kriterien bei der Trainerbewertung wählt allerdings schon.

  • Überspitzt könnte man fragen, was hat es uns gebracht seit Dekaden an "unserem" Spielbetrieb und den Trainingsmethoden festgehalten zu haben?
    Wieviele Topspieler haben wir in Deutschland hervorgebracht? Vergleichen wir doch gleich noch mit Holländern oder Spaniern und setzen das in Relation zu den spielenden Kindern dieser Länder.


    Normalerweise müssten wir den Markt überfluten können. Merkwürdigerweise ist das nicht der Fall.

  • Coach31 : ich gehe zwar davon aus, dass eine Diskussion zwischen uns zu nichts führen wird, weil deine Argumentationsketten für mich (logisch) nicht nachvollziehbar sind, gehe aber für die anderen dennoch mal darauf ein.


    Weltmeister von 2014:

    Lege ich es positiv für dich aus, sage ich, dass im Team viele NLZ Jungs spielen hätten können (Einführung NLZ: Beschluss 28.02.2001 - Quelle).

    Jungs, die 2001 8 Jahre alt waren und das NLZ von der F- bis A-Jugend durchlaufen haben, waren 2014 21 Jahre alt gewesen. Alle Älteren haben zuvor etwas anderes erlebt und nur einige Jahre in dem System verbracht.

    Lege ich es negativ aus, sage ich die 2014er konnten das noch gar nicht vollständig genießen und wir bekommen jetzt erst die Auswirkungen der NLZs zum Spüren - ich bin übrigens nicht der Meinung, dass dies alles schlecht ist, nur weil wir jetzt 2018 sofort ausgeschieden sind (darfst du aber gerne für deine Argumentation übernehmen ;)).

    Zu den Beispielen: Klose - Haken dran; Neuer - durchlief die komplette Schalke Jugend (d.h. wenn ich mein Kind nicht beim Bundesligisten anmelde, wird er nicht Nationaltorwart? Übrigens mussten die Bundesligisten nicht viel umstellen. Kannst dir ja mal die Meister vor und nach der Gründung der NLZs ansehen.); Hummels - komplette Jugend bei einem Bundesligisten; Özil - ab 12 Jahre bei einem (Pendel)Bundesligisten (RWE spielte 2004 2. Liga); Boateng - spätestens ab 14 bei einem Bundesligisten (4 Jahre Hertha NLZ) - außer Klose, alle sehr von den Bundesligisten geprägt.


    Ich könnte Freiburg als positives Beispiel erwähnen: SC Freiburg Saison 2000/01: 28 Spieler (14 Deutsche (50%) - kein deutscher Stürmer); Saison 2018/19 30 Spieler (23 Deutsche (ca. 76%)) - hier die Statistik (Fair play ;)) - und ja, mittlerweile bilden wir auch viele ausländische Spieler aus. Und in der Saison 2001/02 (279 deutsche Spieler) und Saison 2013/14 (279) waren es gleich viele deutsche Spieler (Quelle). Mittlerweile werden die Spieler auch nicht nur in einem Land ausgebildet - siehe Gnabry oder Pulisic


    11 gegen 11: Auch ich habe das noch in der E-Jugend mit Abseits gespielt und in der D-Jugend schon auf das große Feld mit großen Toren - und ja, auch da gingen am Ende einige Nationalspieler hervor. Wäre übrigens heute auch so, wenn wir 20 gegen 20 oder 15 gegen 15 spielen - ansonsten hätte Deutschland keine Nationalmannschaft. Wo sollen denn die Nationalspieler herkommen?


    3 gegen 3 ist Käse: mehr Ballkontakte, mehr Pässe, mehr Tore, mehr Zweikämpfe usw. - was ist daran negativ (Käse)?


    NLZ gewinnen: warum müssen die Trainer in den NLZs gewinnen? Hängt das evtl. mit dem Auf- und Abstieg und dem Ligensystem zusammen? (in 18 Jahren haben wir 11 verschiedene A-Jugend Meister - in Frankfurt, Freiburg, Mainz usw. fordert der NLZ Leiter bestimmt nicht die Meisterschaft, aber drin bleiben wollen sie alle)


    PS: habe die Antwort vor Stunden angefangen und aufgrund von Kindertaxi jetzt abgeschlossen (somit habe ich auch übereinstimmende Punkte mit meinen Vorschreibern)

  • Constantin

    Sorry, ich weiß nicht aus welchem Kreis du kommst, aber wenn es bei euch so ist, dass alle oder die meisten Trainer nichts auf Ergebnisse und Tabellen geben, dann sind die Trainer, die ich hier erwähnt habe, tatsächlich Einzelfälle. Hier, in unserem Ballungsgebiet mit Hunderten von Vereinen ist das allerdings nicht so.

    Deshalb solltest du nicht so tun, als wären diese "ehrgeizigen" Trainer in ganz Deutschland Einzelfälle oder auch die pöbelnde Eltern eine Seltenheit, denn sonst wären die Tabellen in den jüngeren Jahrgängen gar nicht erst abgeschafft worden.


    Pöbelnde Eltern sind heute genauso Realität wie vor 20 Jahren. Genauso sind es Trainer, die genau wissen, wer in "ihrer" Tabelle 1. Und 2. sind. Und nur weil bei euch im Verein keine Auskunft erteilt wird, was viele auch albern finden würden, heißt es nicht, dass das kein Einzelfall ist und andere Vereine das sehr wohl so machen.


    Und ich gebe dir nochmal ein weiteres Beispiel: In der D-Jugend gibt es dann Tabellen. Da geht es dann auch um Aufstieg und Abstieg. Vorletzte Saison durfte ich sehen, wie bei einem D-Jugend Spiel ein Vater, der am Ende abgestiegenen Mannschaft, dem Schiedsrichter direkt nach dem Spiel einen Arschtritt verpasst hat. Bei einem Spiel in der höchsten Liga für D-Jugendliche. Da hat es auch viel geholfen, dass die Ergebnisse in der F-Jugend abgeschafft worden sind, oder? Ach ja, ist wahrscheinlich auch ein Einzelfall:-).



    Bitte, Jerome Boateng jetzt zu nehmen und zu sagen, dass meine Aussage falsch ist, nämlich dass die meisten!!! Leistungsträger der Weltermeistermannschaft von 2014 nicht aus dem NLZ-Konzept kommen bzw kaum!!! nach diesem ausgebildet wurden, ist schon "sehr gewagt", um es mal nett zu formulieren.


    Miroslav Klose hat nie bei einem Bundesligaverein in der Jugend gespielt. Und schon gar nicht in einem NLZ. Keine Sekunde. Und ist der beste Stürmer, was erzielte Tore angeht, aller Zeiten bei Weltmeisterschaften.


    Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm, die zusammen mit Klose das Herzstück dieses Teams waren, wurden nie unter diesem Konzept ausgebildet. Keine Sekunde.


    Manuel Neuer, war genau 1!!! Jahr ein Teil dieses Konzeptes. Will mir jetzt jemand erzählen, dass ihn dieses eine Jahr so viel weiter gebracht hat? Oder wurde bei Schalke nicht schon gut gearbeitet, bevor diese NLZs kamen?


    Özil, hat genau eine Saison im NLZ von Schalke gespielt ( er kam mit 17 zu Schalke) , die ersten sieben Jahre seines Fußballer-Lebens war er in "No Name Klubs". Insgesamt hat er zwei Jahre ( bei Essen) in einem NLZ verbracht und war danach bei der 2.Mannschaft von Schalke und dann kam die 1.Mannschaft.


    Bei Hummels und Khedira war es ähnlich. Wenn einer parallel bei den Junioren und den Senioren ( im gleichen Zeitraum geführt wird und bei der 2.Mannschaft in diesem gemeinsamen Zeitraum 48 Spiele macht, dann hat das nichts mehr mit der Ausbildung im NLZ bzw. den Junioren zu tun.


    Thema 3 gegen 3:


    Du sagst mir also, dass meine Aussage nicht korrekt ist, wenn ich sage: Das 11 gegen 11 in der E-Jugend hat meinen Jungs nicht geschadet.? Und dein Argument ist deine subjektive Meinung, dass ein 3 gegen 3 oder 5 gegen 5 auf kleine Tore wahrscheinlich besser ist? Oder die spekulative Frage "vielleicht wären sie, wenn sie 3 gegen 3 oder 5 gegen 5 in der E-Jugend gespielt hätten, bessere Spieler geworden?


    Woher willst du das wissen? Wie willst du das bewerten? Kennst du mich als Trainer? Weißt du wie hoch einige von diesen Jungs gespielt haben oder immer noch spielen?


    Marko Marin, Sebastian Jung, Timothy Chandler ( um nur einige Bundesliga oder ehemalige Nationalspieler zu nennen), haben ebenfalls in der E-Jugend 11 gegen 11 gespielt. Nur zur Info.


    OK, den Torschuss hast du ja schon erwähnt. Den gibt es dann nicht mehr.

    Was ist mit der TW-Position? Wann sollen die denn ausgebildet werden. Sind die ersten Jahre bei denen irrelevant?


    Wie soll das generell ablaufen? Werden die Trainer da nicht auch versuchen ihre Spiele zu gewinnen? Werden da nicht noch weniger Spieler eingesetzt?


    Thema Auswahl der Spieler:


    Da gebe ich dir völlig recht. In den NLZs wird zumeist nach Körpergröße und Endgeschwindigkeit ausgewählt.

    Damit unterstreichst du aber meinen Punkt.

    Selbst wenn ein 3 gegen 3 ohne Torwart in der F-Jugend dafür sorgt, dass es in der U15 viel mehr Dribbler gibt als vorher, diese Jungs aber nicht von NLZs ausgewählt werden, weil sie zu klein sind oder in dem Moment noch nicht schnell genug und zwar für die jeweiligen Trainer, weil die in der folgenden Saison einfach nur Punkte holen wollen bzw. müssen, was bringt das Ganze denn überhaupt?

    Nix, denn es ist nur purer Aktionismus.


    Thema Trainer und Vereine:


    Da gebe ich dir wieder Recht. Die Vereine sind es, die die Trainer unter ziemlichen Erfolgsdruck stellen. Schon in der U12 oder U11. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, dann geht der Trainer. Also selbst, wenn es Trainer sind, denen es wirklich um die Ausbildung der Jungs geht, müssen sie liefern. Das ist Fakt. Jeder, der was anderes behauptet lebt im falschen Film.

    Dafür geht es in diesen jungen Jahren schon um zu viel Geld. Leider.


    Thommy


    Wie viele Topspieler und wie viele Ergebnisse es Deutschland in den letzten Dekaden gebracht hat?


    Also, "nur" vier Weltmeister-Titel und dreimal wurde man Europameister. Stimmt, es lief in den 50 Jahren vor den NLZs richtig schlecht :-).


    TopSpieler: Beckenbauer, Müller, Völler, Ballack, Matthäus, Scholl, Bierhoff, Basler, Sepp Maier, Lahm, Schweinsteiger, Klose... Soll ich weiter machen?


    let1612


    Dann antworte ich jetzt nicht dir, wenn du so einen mehr als seltsamen Kommentar angibst, sondern "den Anderen".


    Ich sagte nicht, dass in den Bundesligavereinen nicht schon vor 2002 gut gearbeitet wurde, sondern genau das Gegenteil!!!


    Das NLZ Konzept ist keine Garantie für zukünftige nftige Erfolge der Nationalmannschaft. Und ein 3 gegen 3 in der F-Jugend ist keine Garantie für bessere Fußballer in der U17 und selbst wenn, muss der Trainer diese auch einsetzen.


    Pro Jahr, bekommen 40 Spieler, die aus der U19 von NLZs kommen, einen Profi Ertrag für 1,2 und 3 Liga. 40!!! Von allen NLZs in Deutschland.

    Und wie viele von denen spielen wirklich?


    Das ist das, was ich dir sagen will.


    Und wenn du meinst, dass man in der Bundesliga Meister wird oder in Zukunft mehr WM Titel holt, wenn man in der Jugend Ergebnisse und Tabellen abschafft, dann hast du diese Meinung exklusiv.


    Die Trainer und Vereine verdienen damit Kohle. Weißt du eigentlich was ein U17 Trainer eines Bundesligisten verdient? Richtig gut. Denkst du den interessiert es, ob alle Spieler seines Teams happy sind? :-)

  • Und ich gebe dir nochmal ein weiteres Beispiel: In der D-Jugend gibt es dann Tabellen. Da geht es dann auch um Aufstieg und Abstieg. Vorletzte Saison durfte ich sehen, wie bei einem D-Jugend Spiel ein Vater, der am Ende abgestiegenen Mannschaft, dem Schiedsrichter direkt nach dem Spiel einen Arschtritt verpasst hat. Bei einem Spiel in der höchsten Liga für D-Jugendliche. Da hat es auch viel geholfen, dass die Ergebnisse in der F-Jugend abgeschafft worden sind, oder? Ach ja, ist wahrscheinlich auch ein Einzelfall:-).

    Könnte vllt am Tabellendruck liegen, dass die Sicherung durchbrennen, weil eine Niederlage das Ende der Karriere von Sohnemann nach sich zieht. Oder aber an der fehlenden Intelligenz des Vaters. Wer weiß das schon. Der Vorfall spricht allerdings eher für die Abschaffung der Tabellen. Ein primäres Ziel der FPL ist das ungestörte Spiel der Kinder, nicht die Erziehung der Eltern. Einen Zusammenhang mit der Fair Play Liga lässt sich jetzt mMn nicht herstellen.

    Das 11 gegen 11 in der E-Jugend hat meinen Jungs nicht geschadet.? Und dein Argument ist deine subjektive Meinung, dass ein 3 gegen 3 oder 5 gegen 5 auf kleine Tore wahrscheinlich besser ist? Oder die spekulative Frage "vielleicht wären sie, wenn sie 3 gegen 3 oder 5 gegen 5 in der E-Jugend gespielt hätten, bessere Spieler geworden?

    Vllt nicht direkt geschadet, geholfen hat es ihnen wahrscheinlich noch weniger. Zum Thema 3 gegen 3 gibt es Untersuchungen, die zeigen, wie sich die Änderung der Spielform in den Aktionen niederschlägt. Jedes Kind entwickelt sich anders, die Wahrscheinlichkeit ist aber höher, dass sich mehr Ballkontakte, mehr Entscheidungen und mehr Erfolgserlebnisse positiv auf diese Entwicklung auswirkt. Fußball lernt man ja nicht durch zugucken, wie die anderen den Ball haben.


    Zu Diskussionen über Fußballprofis und NLZs enthalte ich mich und bin gespannter Zuschauer, für die breite Masse an spielenden Kindern halte ich diese Wege, Trainingsmethoden und co. für nicht aussagekräftig.

  • @ Mighty Reds


    Es liegt ziemlich sicher an der fehlenden Intelligenz des Vaters! Oder an seiner cholerischen Art! Oder mangelnder Erziehung.


    Was ich damit sagen will: Wenn man denkt, dass weil man Tabellen in der F und E-Jugend abschafft, in den folgenden Jahren sowas nicht mehr passiert, also dass es solche Eltern gibt oder eben auch Trainer, die nur die Jungs spielen lassen, von denen sie sich einen Sieg versprechen, dann ist man realitätsfremd.


    Der erste Teil deiner Argumentation impliziert, dass wenn Tabellen abgeschafft werden würden, es sowas nicht mehr geben würde... Falsch,denn solche Väter und Trainer gibt es heute noch und wird sie immer geben. Schon in der F und E-Jugend.

    Und Turniere bringen auch nix. Denn auch da gibt es einen Sieger und den letzten Platz.


    Vor zwei Monaten hat ein 50 Jähriger "Trainer" einer E-Jugend, den Spieler einer anderen Mannschaft geohrfeigt. Daraufhin hat er von dessen Trainer die Faust ins Gesicht bekommen. Bei einem E-Jugend Turnier in der Halle. Nach dem Finale dieser beiden Teams.


    Man muss es einfach einsehen:


    Es wird solche Trainer immer geben ( wobei es nicht schlimm ist, wenn jemand ehrgeizig ist). Damit meine ich Trainer, die ihre Spiele gewinnen wollen und nicht diese Deppen, die Kinder physisch oder psychisch angreifen. Auch diese pöbelnden Eltern wird es immer geben ( was mega ärgerlich ist), aber daran kann man nichts ändern.


    Auch in der Fairplay Liga ist die Realität nicht immer rosig. Streidende Trainer und pöbelnde Eltern gibt es da immer noch. Und "inoffizielle Tabellen" auch.

    Solche Eltern muss man, wenn es nicht anders geht, ausschließen und Trainer, die handgreiflich werden, nie wieder als Trainer arbeiten lassen.


    Zu dem 3:3...Ja, du hast Recht, ich gebe mich geschlagen... Es hat den Jungs geschadet, sie verdienen nun teilweise ihr Geld damit, also mit dem Fußball, und sind Millionäre... Hätten sie mal lieber 3 gegen 3 in der F-Jugend gespielt.

  • Der erste Teil deiner Argumentation impliziert, dass wenn Tabellen abgeschafft werden würden, es sowas nicht mehr geben würde... Falsch,denn solche Väter und Trainer gibt es heute noch und wird sie immer geben.

    Gesetze werden auch gebrochen. Sollen diese jetzt abgeschafft werden? Es braucht auch hier Maßnahmen, die dann greifen. Der falsche Schritt wäre es, die Bemühungen einzustellen.


    Denn auch da gibt es einen Sieger und den letzten Platz.

    die Chance, dennoch Erfolge sammeln zu können, sind bei 6 Spielen an einem Tag größer, als bei einem. Turniere brauchen keine Tabellen.

    Vor zwei Monaten hat ein 50 Jähriger "Trainer" einer E-Jugend, den Spieler einer anderen Mannschaft geohrfeigt. Daraufhin hat er von dessen Trainer die Faust ins Gesicht bekommen. Bei einem E-Jugend Turnier in der Halle. Nach dem Finale dieser beiden Teams.

    Auch hier wieder: Tabelle. ;) Wieso braucht es in der E-Jugend ein Finale?


    Es hat den Jungs geschadet, sie verdienen nun teilweise ihr Geld damit, also mit dem Fußball, und sind Millionäre... Hätten sie mal lieber 3 gegen 3 in der F-Jugend gespielt.

    Hätten sie lieber tun sollen. Dann wären sie Multimillionäre. Aber was das jetzt mit dem Breitensport zu tun hat, verstehe ich nicht.

  • 1) Völlig deplatzierter Vergleich. Gesetze und Verbrechen mit der "Problematik" Fußball und Tabellen zu vergleichen. Wenn es als Witz gemeint war, lass ich dir das durch gehen. Ansonsten... Ist es einfach Quatsch.


    Turniere brauchen keine Tabellen und dennoch stehen nach dem Turnier Pokale mit den Platzierungen auf einem Tisch.

    Ach, und die Spielergebnisse stehen auch auf der Anzeigetafel.


    Selbst, wenn du Jeder gegen Jeder spielen lässt, wissen die Jungs in der E-Jugend schon wer 1. geworden ist. Ihre Eltern und Trainer werden dafür sorgen.


    Dein letzter Absatz ist absoluter Quatsch. Und!!!! Ich rede nicht vom Breitensport!!!

    Wüsste auch nicht was die Diskussion oder die Debatte, die NLZs und Nationalspieler beinhaltet mit Breitensport zu tun hat.


    Egal, rede du von Breitensport, aber dann bitte mit jemand anderem, weil das gerade nicht mein Thema ist, weil unsere Kinder im TV nicht dem Hans aus Buxtehude zuschauen oder sie das Spiel Schneeweiß Betlehem gegen Schlappekicker Würzburg interessiert, sondern sie Ronaldo, Messi, Lewandowski, Rebic, Kruse, Müller und Bayern gegen Bremen sehen wollen.


    Ach, und in der Bundesliga muss die Polizei auch nicht so oft antanzen, um den Schiedsrichter vor Spielern und Zuschauern zu schützen, wie in der C-Klasse. Warum muss die Polizei da überhaupt antanzen? Aus der C-Klasse kann man bei uns nicht absteigen und diese Spieler kennen noch nichtmal ihre Tabelle???



    Was ist denn da das Problem? Ist doch nur Breitensport!


    Aber wie gesagt, rede du mal weiter über deinen Breitensport. Viel Spaß :-)

  • Es gibt sicherlich keinen heiligen Gral, weder in Bezug auf die Ausbildung der Spieler, noch in Bezug auf weniger pöbelnde Eltern oder Trainer. Eine einzelne Idee oder Veränderung kann sich immer nur in ein Gesamtbild einfügen und die Situation in eine bestimmte Richtung beeinflussen.


    Die Fair-Play Liga verhindert sicherlich nicht, dass es auch in Zukunft Entgleisungen gibt. Aber ich bin mir sicher, dass es die Situation positiv beeinflusst.


    Meine Argumentation ist nicht, dass 11 gegen 11 so schlecht ist, dass niemals ein Spieler, der das spielt im Kinderfußball spielt Profi werden könnte. Ich sage dass 3gg3 und 5gg5 anhand objektiver Kriterien besser sind. Dass dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Spieler Profi wird.


    Wir wollen im Training den Spielern möglichst viele Ballkontakte verschaffen. Kleine Spielformen werden dieser Leitlinie in jedem Fall eher gerecht als Große.

    Kognitiv sind Kinder in dem Alter gar nicht in der Lage bspw. das 7 gegen 7 in seiner Komplexität zu erfassen. 3v3 u. 5v5 schafft hier mehr und klarere Situationen in denen Spieler dann wiederum adäquate Entscheidungen treffen können.

    Dribbling und flaches Passspiel sind erfolgsversprechender als lange Bälle und blindes Durchrennen von spielerisch überlegenen Spielern.


    Ich bin selber extrem ehrgeizig. Aber das beinhaltet auch einen gewissen Prgamatismus. Wenn ich der Meinung bin, dass eine Spiel oder Trainingsform mehr erfolgt bringt als eine Andere, dann setze ich sie eher um als eine Andere. Genauso sieht es mit o.g. Problem aus. Hier überwiegen für mich die Vorteile eindeutig die Nachteile. Deswegen sollte man es umsetzen.


    Ich glaube wenn die NLZs es schaffen würden einen Großteil der Kader bis U14/U15 durchzubringen, dann wäre schon viel geholfen. Auch müssen die Prozesse nach denen Spieler bewertet werden, verändert werden. Jungs müssten auch dann eine Chance bekommen, wenn die Pubertät etwas später beginnt oder wenn sie mit 15 noch wie 12 ausschauen. Wenn wir diesen Zustand hätten, dann würde sich das sicherlich stärker positiv auf unsere Nationalmannschaft auswirken. Aber bis dahin ist es halt aufgrund der aktuellen Strukturen ein sehr sehr langer Weg.

  • Coach31 zum thema 7vs7 und 4vs4 verstehe ich eigentlich nicht das du so dagegen bist wenn du doch eh so viel Erfahrung hast wogegen so viele Argumente die auch großenteils in Studien belegt sind dafür sprechen dass es in Spielformen mit weniger Spieler weit intensiver zugeht als in Spielformen mit mehr Spielern.


    Da du gerne deine Erfahrungen teilst möchte ich dich an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

    Vorab möchte ich sagen das ich aus Österreich komme und wir dort den 4er Fußball Landesweit seit fast 8 Jahren praktizieren. Ich habe den Übergang erlebt von 6+1 auf 4+1 und kann dir nur sagen das es eine Bereicherung in allen belangen für die Kinder ist.


    Beim 6+1 hatte ich früher immer 12 Kinder dabei und habe nach 15 min Spielzeit von insgesamt 30 min Blockweise gewechselt. Oft hörte ich "Ich bin noch nicht müde" oder "Ich hatte den Ball erst 5x am Fuß"


    Dann kam der wechsle auf 4+1, kleiner Spielfelder und kleinere Tore. Da ging die Post ab, es gab keine Distanzschussduelle mehr, der Ball über segelte nicht den Tormann und es gibt wenig bis gar keine Kinder mehr die nicht nach 15 min raus wollten weil sie KO waren und eine Pause brauchten.

    Kinder streiten sich mittlerweile um die Torartposition war weil es nun auch was halten gibt und sie ein teil des Spieles sind. Wie viele von den Tormänner die Aktuell Profi sind waren wirklich ab dem 7 Lebensjahr im Tor?

    Der Ball muss mittlerweile gezielt vor das Tor gebracht werden um ein Tor zu erzielen und dazu bedarf es Lösungen in Spielerischer Hinsicht.

    Früher reicht ein Distanzschuss wenn ein solider Verteidiger am Feld stand der nicht umspielt werden konnte, heute müssen sich die Kids was einfallen lassen um an diesem Spieler vorbeizukommen um das Tor zu erzielen.

    Schnelles umschalten, eine gezielte Finte (1vs1), ÜZ/UZ Situation ausspielen oder eben gezieltes Passspiel.


    Es wir auch gern der kleine Wundermessi genannt der Spiele alleine entscheidet, haben wir auch in Österreich, sehr viel sogar. die werden dann schnell 1- 2 Jahre höher eingesetzt weil er technisch und physisch den gleichaltrigen Spielern überlegen ist. In der U9 blüht er dann richtig azf. spielt er seinen Gegenspieler aus und zimmert den Ball aus 15 Meter ins Tor (Spielfeld 35x50m, Torgröße 5x2m, Spieler 6+1), echt GEIL der kommt weit wen nicht sogar mal in die BULI!!!


    Dann hat man mal Not am Mann und holt den Spieler in die U8 zurück zu seinesgleichen und was muss man erkennen, der kann dem Spiel ja gar nicht den Stempel aufdrücken??? Grund ist weil der Gegner, Raum und Zeitdruck höher ist, (Feldgröße 25x35m, Torgröße 3x1,6m Spieler 4+1) nach dem ersten Haken der nächste Gegner da steht, der Ball aus 15m nicht reingeht weil das Tor kleiner ist und der Torwart auch Bälle halten kann. Erst als er sich auf seine wurzeln besinnt Fußball zu spielen und lösungen findet klappt es aucjh. Damit meine ich aber nicht den Haken und den Schuss aus 15 Meter sondern oben angesprochen Dinge wie durch ein 1vs1 ein ÜZ Situation schaffen und diese dann erfolgreich zum Abschluss zu bringen oder durch ein schnelles umschalten eine ÜZ Situation herstellen.


    Ich habe in meinen Teams nie mit einem fixen Torwart gespielt, wenn einer immer drinnen stehen wollte war Voraussetzung das er sich bei allen Angriffen aktiv ins Spiel einschalten muss. Es gab kein Torarttrikot und keine Handschuhe, nur ein Überziehleibchen.

    Andere Trainer nannten mich Arrogant bezüglich meiner Spielweise, war mir aber egal weil ich Fußballer ausbilden wollte und nicht einen Tormann der nur Bälle fangen und wegdreschen kann. Der muss genauso das spiel lesen können, schnell handeln und auch Fußballspielen können. Wenn mein Torwart den Ball der von links gekommen ist gestoppt hat und dann auf der gegenüberliegenden Seite im 1vs1 den noch einzigen Gegenspieler vor dem Tor vernascht hat und sein Tor machte hörte ich nicht nur einmal "das ist ja Unfair"

    Aber was ist daran unfair wenn er schneller schaltet, was kann er dafür das alle Spieler auf der linken Seite stehen und rechts nur einer?


    Also, wenn du nun so wie beide Erfahrungen machen durftet, für welche würdest du dich entscheiden?

    Tatsache:

    Früher gab es wenige Ausnahmetalente(Herzog,Polster,usw.) in Österreich die den Sprung ins Ausland schafften. Heute gibt es ganze Generationen die es geschafft hat, auch teilweise Leistungsträger in ihren Teams sind wie zb Alaba, Grillitsch, Schaub,Gregoritsch, Hinteregger, Sabitzer, Lainer, Kainz, usw. Es werden auch noch viele die in Österreich spielen umworben, wie ein Schlager, Wolf, Murg, usw.


    Für uns hat sich die Umstellung klar ausgezahlt und der Erfolg gibt uns recht, sieht man auch in den jüngeren Nationalteams das dort die Lücke zu den großen Nationen kontinuierlich kleiner wird.

  • Constantin


    Wie du schon sagst, es gibt keinen heiligen Gral bei diesem Thema. Es gibt bei jeder Grundordnung, bei jedem System, bei jedem Konzept, bei jeder Art des Coachings, bei jeder Trainingsmethode ein Für und Wieder und Menschen, die "ihre" Art für die bessere halten. Damit habe ich kein Problem.


    Ich habe auch kein Problem mit dem 3 gegen 3 in der G- und/oder F-ugend. Es sollte aber eine optionale Runde dafür geben, die auch gern zusätzlich zur normalen 7 gegen 7 Runde laufen kann.


    Was spricht dagegen? Die Kinder bewegen sich ohnehin gern und viel. Wer sich die Zeit nehmen will, kann das machen.

    Aber es sollte nicht an die Stelle des normalen 7 gegen 7 treten. Fußball besteht nämlich aus mehr als Dribblings und 1 gegen 1 Situationen.


    Was ist mit dem Torwart, den es im 3 gegen 3 auf vier kleine Tore nicht geben soll? Was ist mit dem Torschuss? Was ist mit Ballverteilern, die im Fußball genauso benötigt werden?

    Und ja, es gibt und gab schon immer Kinder, die in der F-Jugend schon auffielen, weil sie gut dribbeln konnten und andere Kinder, die in der F-Jugend schon ein "gutes Auge" hatten und den Ball aus diesem typischen Spielerpulk, den es in der G-Jugend und im ersten F-Jugend Jahr noch gibt, herausspielen konnten oder die eben auch mal aus 15 Metern den Ball in den Torwinkel hauen konnten.


    Wie werden deren Stärken gefördert?

    Ich habe jetzt schon ein paar Mal. Gefragt, was mit dem Torwart bei dem 3 gegen 3 ist, aber da kommt dann irgendwie nix. Keiner geht darauf ein. Sind die ersten drei Jahre bei den Torhütern egal?

    Ein Kind will gern ins Tor, weil es dafür eine Leidenschaft oder Talent hat und diesen Kindern sagt man dann: "Ahhhh nee, sorry kleiner. Wir sind bei der WM 2018 schmachvoll in der Vorrunde gescheitert. Als Grund hat Jogi genannt, dass wir keine dribbelstarken 1 gegen 1 Spieler hatten. Die hatten wir eigentlich schon, nur ein Sane beispielsweise wurde daheim gelassen, aber das erwähnen wir mal nicht.

    Wir erwähnen auch nicht, dass Jogi nicht auf das Leistungsprinzip gesetzt hat bei der Kaderzusammenstellung, dass einige Spieler einfach nicht mehr die Qualität hatten wie 2014, dass man kein Team hatte, keine Hierarchie in diesem Haufen ( siehe Khedira, der nun dachte, dass er nicht mehr der Zerstörer, sondern Denker und Lenker sein will und wir erwähnen auch nicht, dass wir auch kein Glück hatten in den Spielen gegen Mexiko und Korea.

    2014 gegen Algerien, Frankreich und auch gegen Argentinien hatten wir das zwar zu genüge, genauso wie den besten Torwart der Welt, aber damals haben wir gewonnen und da sagen wir dann, dass das doch eher unsere Stärke bzw. die Stärke unserer Feldspieler war. Das Andere erwähnen wir lieber nicht und deshalb mein Kleiner wirst du jetzt ins 3 gegen 3 gepresst und lässt die Handschuhe zu Hause".


    Thema NLZs:


    Gebe dir Recht... Die Spieler sollten gemeinsam spielen und zwar über einen längeren Zeitraum. Aber ich sage es nochmal...es geht in den NLZs um kurzfristigen Erfolg, nicht um die Ausbildung der Spieler. Und das ist nicht nur in den NLZs so, sondern auch in ambitionierten Amateurvereinen, die mit ihren Teams hoch spielen. Ich war in solchen Vereinen, deshalb kann ich das sagen.


    Oder wie ist es beispielsweise zu erklären, dass bei einem Spiel der U15 eines Amateurvereins gegen die U14 eines NLZ in der Verbandsliga ( zweithöchste Spielklasse), am letzten Spieltag, bei dem es um nichts mehr geht, wei die U15 schon aufgestiegen ist und die U14 auch nicht mehr absteigen kann und mit gerade mal 11 Spielern angereist ist....


    Wie kann es sein, dass der Trainer der besagten U15 dennoch seine beste Mannschaft aufstellt und auch beim Stande von 6:0 für sein Team, einen Jungen, der kaum gespielt hatte bis dahin, der immer im Training war und an diesem Tag Geburtstag hatte, keine einzige Sekunde einsetzt? Der Junge hatte wegen dem Spiel seine Feier verschoben. Warum kann das sein? Dieser Trainer ist übrigens Lehrer an einer Grundschule.


    Dieser Junge kickt nun, zwei Jahre später, in einer niedrigeren Klasse und dieser Trainer wechselt jetzt in das NLZ eines Bundesligisten.

    Das ist leider zu oft die Realität. Ich will dem Trainer seine Ambitionen nicht vorwerfen, aber menschlich war das fragwürdig.

    Aber er wollte, gerade gegen ein NLZ gewinnen, damit er besser da steht.


    Und solche Trainer laufen zu 90%in den NLZs rum. Die verdienen damit teilweise ihre Lebensunterhalt. Deshalb ist deine Idee zwar gut, aber wird so nie eintreten.


    maider187


    Ich habe nichts gegen das 3 gegen 3, es ist aber ein Irrglaube, dass nun garantiert ist, dass es dadurch mehr Dribbler in die Nationalmannschaft oder die Bundesliga schaffen.

    Denn wie ich schon sagte: Am Ende kommt es auf den Trainer im NLZ an, ob er solche Jungs überhaupt aufnimmt und dann auch spielen lässt.


    Aber jeder sollte wissen, dass noch einiges andere dazu gehört, um Profi zu werden. Nicht nur Talent, sondern auch der Verzicht auf Alkohol, Drogen, Parties, größtenteils auch Mädels ( bzw. die spielen dann eher die zweite Geige). Es braucht Einstellung, Wille, die richtige Erziehung, das Elternhaus, das einen unterstützt, das richtige Umfeld, man muss Verletzungsfrei bleiben und braucht viel Glück. Mit dem richtigen Trainer, dem richtigen Scout, beim richtigen Spiel.

    Das alles sind Fakten.


    Und dann muss man einfach einsehen, dass jedes Land eine Generation hat, die um Titel mitspielt bzw. diese gewinnen kann. Das war bei den Spaniern so, nun bei Deutschland, bei den Franzosen, den Kroaten, den Belgien usw...

    Es kann immer mal eine kleine Durststrecke geben.

    2014 war nicht alles gut und 2018 nicht alles schlecht. Ganz einfach.


    Eines muss ich aber dennoch erwähnen : Wenn bei euch in Österreich alles toll ist... Wo wart ihr bei der letzten WM? Oder bei denen davor?

    Warum ist Österreich bei der EM in Frankreich nach der Vorrunde Heim gefahren?

    Wenn Deutschland so eine Bilanz hätte... Oh je.... Da würde die Welt sich nicht mehr drehen.


    In Spanien gibt es übrigens ab der U6 schon Meisterschaften und Tabellen. In Kroatien spielen die Kids keine 3 gegen 3 Runde, sondern auf der Straße auch gegen Ältere... Neben der Tätigkeit in ihren Vereinen. Modric hat nie eine 3 gegen 3 Runde gespielt und dennoch würde er einen Özil, Khedira, Kroos, Gündogan auf einem Bierdeckel austanzen.


    Einen Zusammenhang zwischen dem 3 gegen 3 und dann quantitativ und qualitativ besseren Profis in der Zukunft herzustellen, halte ich für gewagt und nicht belegbar.