Beiträge von Thommy

    Ich habe damals während der C Lizenz den Referenten gefragt ob er Spiel- oder Übungsformen bevorzugt.


    Sein Antwort war ganz lapidar: Frag dich ob das was du deine Kinder machen lässt so im Spiel vorkommen kann.


    Am ehesten bringe ich reines Techniktraining im Aufwärmteil unter, oder kurz als Erholung.


    Ich trainiere fast nur in Spielformen, aktuell eine gemischte F Jugend mit einer extrem ausgeprägten Heterogenität. Mir ist bewusst vermutlich wird es keiner davon nach ganz oben schaffen. Wie bei den meisten anderen hier auch.


    Letzten Endes bin ich aber mit voller Begeisterung dabei und meine Kinder auch und wenn das bei einem Coach der den Fokus primär auf Technik setzt auch der Fall ist, finde ich das auch ok. Denn dann kommen die Kinder gerne zum Fußball und das ist vermutlich das höchste was viele von uns erreichen können.


    Was den Lerneffekt betrifft glaube ich durchaus, daß im reinen Techniktraining die Ausführung optisch ansprechender sein wird als bei der Truppe aus der Kategorie Spielform, aber das für mich wichtige, die Spielfähigkeit, wird vermutlich bei Gruppe zwei besser sein und langfristig gedacht, wird die Truppe vermutlich dennoch die Nase vorn haben, da sie auf einen großen Pool von Spielerfahrungen zurückgreifen kann und über die Jahre mögliche technische Defizite längst aufgeholt hat.

    Wenn du in Spielformen viele Torschüsse haben willst machst du die Felder kleiner, zählst runter wann der Abschluss erfolgen muss, lässt Tore aus der eigenen Hälfte doppelt zählen, machst kleine Teams und hast Abschlüsse ohne Ende und vor allem viele verschiedene Situationen.

    Der Aufbau bei mir ist auch etwas anders.

    Die Kinder beginnen an einem Startpunkt und dribbeln auf ein Hütchentor zu, von dort muss der Ball aus der Bewegung gepasst werden.


    Anlauf nehmen, Ball stoppen vor dem Pass usw ist nicht erlaubt. Wers dennoch macht und sein Hütchen trifft hat einen ungültigen Versuch. Mit- und Gegenspieler sorgen ganz automatisch dafür, das sich jeder dran hält.


    Die Pylonen sind so ganz billige und leichte, die fallen schon beim angucken um, oder bewegen sich und der Abstand ist fair gewählt.


    Das nächste Hütchen ist etwa 5m entfernt, das weiteste ca. 6.5m. Für mein Team waren das passende Abstände.


    Außerdem ist links und rechts von der Hütchenreihe noch je ein Hütchentor. Kommt der Ball eher nach links muss er zum linken Tor mitgenommen werden und andersrum, vorm Hütchentor dann wieder der Pass zum wartenden Spieler. Entscheidet sich einer bei der Ballannahme fürs linke und einer fürs rechte Hütchentor, wird's auch gerne Mal eng.


    Es ist zumindest eine Staffelform und hat Wettkampfcharakter. Ich habe zwar keinen Gegnerdruck, wohl aber Zeitdruck.


    Fürs Warm-up halte ich es auf jeden Fall für geeignet und macht den Kids sichtlich Spaß, mehr als eine Gassenform, Sternform usw

    Gibt auch Varianten mit Hütchen die Sinn machen finde ich.




    War eines der am meisten gewünschten Spiele zur Einstimmung bei uns in der diesjährigen F Jugend.

    Das ist wohl wahr, nachteilig sehe ich hier aber auch die vorgegebene Richtung, quasi wie auf Schienen.


    In dem Modell im freien Raum entscheidest du selbst. Würde ich näher am Spiel verorten.

    Ich bin da auch etwas hin und her gerissen. Auf der einen Seite habe ich noch das einschleifen und viele Wiederholungen im Kopf, auf der anderen Seite würde ich es wohl eher dennoch nicht im Training anwenden, eher als Möglichkeit im Eigentraining sehen.


    Persönlich würde ich ein Feld markieren, alle mit Ball rein und dann freies Dribbling, später mit Vorgaben. Meiner Meinung nach hast du davon mehr.


    Größter Vorteil, man muss den Kopf heben. Das kann man beim Tanennbaum vernachlässigen. Außerdem hast du viele Richtungswechsel drin und bedingt durch die unvorhersehbaren Richtungswechsel der Mitspieler bist du deutlich mehr gefordert.

    Ich meine gar nicht so sehr ein sportliches Konzept, sondern ein eher allgemein gehaltenes in dem Verhaltensweisen vorgegeben werden. Umgang untereinander, mit den Kindern usw.


    Was das sportliche betrifft, finde ich hat man bei A.F mit den Prinzipien einen guten Ansatz. Sie haben das Vier Phasen Modell nach Van Gaal etwas abgewandelt und leichter verständlich für Kinder gemacht.


    Dort heissen die Phasen jetzt: ich habe den Ball, wir haben den Ball. Mein Gegner hat den Ball, die gegnerische Mannschaft hat den Ball.


    Beispiel ich habe den Ball -> ich suche lohnende Dribbling Chancen -> Methoden ...


    Das kann man bei den Kleinsten leicht mit wenigen Prinzipien beginnen und nach oben hinten immer umfangreicher ausgestalten.


    Natürlich setzt das Voraus das man eine einheitliche Spielphilosophie verfolgt, was ich aber für machbar halte.


    Hat für mich auch den Vorteil, du hast auch präzisere Coaching-Ansätze im Wettspiel.

    Tatsächlich habe ich unserer Jugendleitung einen Anbieter vorgeschlagen von dem ich mir vorstellen könnte unsere ziemlich am Boden liegende Jugendarbeit zu beleben. Aktuell ist es so, jeder Trainer macht eigentlich mehr oder minder was er will.

    Es gibt kein Konzept, keine Vorgaben nichts. Dabei glaube ich, wenn man schon verbindliche Prinzipien erarbeiten würde, runtergebrochen auf Jugend und Spielform, würde das schon viel helfen um nachhaltiger auszubilden.


    Mir scheinen die Jungs von Advanced.Football hierfür gut geeignet. Ich mag deren Podcasts und habe auch einen Monat ihr Premiumpaket getestet bei dem man sowohl ihre Spielformen, als auch ihre Webinare on demand schauen konnte.


    Haben wir schon immer so gemacht funktioniert einfach nicht mehr. Diese ganzen alten verkrusteten Strukturen müssen durchbrochen werden und neue Ideen müssen in die Vereine und bevor man der zweiten Herren aus der Kreisliga D den dritten Satz Trikots kauft, sollte man lieber ein paar Euro in die Hand nehmen und gucken sich die Zukunft zu sichern.

    Ich hänge mal ein Bild an, was bei uns im Trainer Lehrgang (Hessischer Fußballverband) zum Thema Ausdauertraining eingesetzt wurde und nach dessen Vorbild mussten Ausdauereinheiten erstellt werden.


    Das Thema Belastung ist meiner Meinung nach einer der Schlüssel. Sie ist im Fußball niemals gleichbleibend, sondern immer variierend. Warum sollte ich also wertvolle Trainingszeit mit Waldläufen, Rundenlaufen vergeuden, wenn ich in einer großen Spielform Ausdauer, Technik und taktische Elemente schulen kann?

    Teilaktive oder ganz und gar passive Gegenspieler werden Kinder aber in 99% der Fälle auch nicht kennenlernen. Später bei Junioren mag es Sinn machen, bei Kindern sehe ich das nicht.


    Natürlich kommen ruhende Bälle nicht vor, Anstoß usw ausgenommen, dennoch halte ich es für Fußballanfänger über die ich schreibe für sinnvoll so erste Erfahrungen zu sammeln.


    Bei uns gibt es zB keine Bambinis, sondern eine allgemeine Ballspiel- und Bewegungsgruppe. Wenn die Kinder dann in die F kommen, haben sie zwar auch schon Erfahrungen im Fußball, aber eben nur geringe.


    Zitat

    Inaktive neutrale zur Vermittlung zur Absicherung des Ballverlusts bereits im Ballbesitz z.b. sind ein tolles Werkzeug spätestens ab 'd'


    Eher frühestens ab der D.

    Ich kann nur von der C Lizenz sprechen. Hatte einen tollen Referenten der auch neuem gegenüber aufgeschlossen war und nicht stur die DFB Vorgaben umgesetzt hat. Natürlich war vieles im Lehrgang Basis/ Kinder/ Jugend nach DFB Standard und meine Prüfer haben da auch vollsten Wert drauf gelegt und wollten Abweichungen nicht tolerieren.


    Viel neues gab der Lehrgang wirklich nicht her. Ich behaupte jeder der hier mitliest und sich aktiv bildet kennt fast alles aus dem Lehrgang schon und ist vermutlich sogar etwas weiter.


    Vorige Woche habe ich an einem Webinar des HFV zum Thema 1vs1 teilgenommen. Der Leiter ist auch an einem DFB Stützpunkt und hält zum Beispiel gar nichts davon Kindern unterhalb der E Jugend (am liebsten erst ab E1/ u11) Finten beizubringen. Das hat er auch immer wieder betont. Sehe ich ganz und gar nicht so. Ich fand auch den Vorschlag passive oder teilaktive Gegener im Kinder- und Jugendbereich nicht so prall.


    Ich möchte die Ausbildung des DFB nicht verteufeln, glaube aber es hängt immer auch ganz stark damit zusammen wie der Referent ist. Meiner war ein Menschenfänger, der hatte die ganze Gruppe sofort. Das Klima war spitze, wir hätten ihm alles geglaubt und wäre er unser Trainer, wir wären durchs Feuer für ihn gegangen.


    Persönlich würde ich mir wünschen man würde sich beim DFB in der Ausbildung nicht so allgemein halten, sondern man sollte den Trainern auch einen (groben) Lehrplan an die Hand geben. Ich hab es auch mal an anderer Stelle geschrieben, hier tun sich viele schwer und es werden die größten Fehler gemacht, in dem man die Kinder überfordert. Nur weil man selbst etwas kann, werden es die Fußballanfänger noch lange nicht können.


    Ich stelle mir das bei einer F-Jugend so vor: die Kinder sollen lernen den Ball mit Innen- wie Außenseite zu führen, mit dem Spann, sollen flach gespielte Bälle stoppen lernen, annehmen, mitnehmen mit Innen- und Außenseite, sollen Richtungswechsel erlernen, ruhende Bälle mit der Innenseite spielen und schießen, ruhende Bälle schießen können, alle angreifen, alle verteidigen usw. (Ohne Reihenfolge und Kategorie ;-) )


    Mein Sohn hat für sich die Streetkickers App entdeckt. Ist ein bisschen so aufgebaut wie Freeletics und ähnliches.


    Für das absolvieren bestimmter Aufgaben oder Trainings bekommt man Punkte die einem zum einen in einer Rangliste nach oben bringen, zum anderen erwirbt man Fahigkeitenpunkte auf einer Karte wie bei FIFA.

    Mich überzeugt alles nicht so wirklich. Ehrlicherweise auch das Coerver @ Home nicht. Im Gegenteil, ich weiß natürlich nicht was die zweite Woche bringt, aber 30 Minuten mit Soletaps und Varianten in einem 2m2 Feld zu verbringen finde ich jetzt auch nicht wirklich spannend.


    Edith: Ich beziehe mich jetzt auf viele sicher gut gemeinte Videoangebote auf den bekannten Kanälen.

    Ich auch. Klar gehen die Kids auch weiter in die Schule, aber wenn es nur minimal dazu beitragen kann die Menschen zu schützen und die Ausbreitung einzudämmen, halte ich mich daran.

    Bedingt durch die kleine Mannschaftsgröße wirst du auch eher eine weitestgehend homogene Partie haben. Dieses ausgeglichene Team für sich sorgt schon für mehr Aktionen.


    In meiner F gibt es einen Jungen der den Ball von der Mittellinie mit höchstens einmal aufspringen aufs Tor bringt, und es gibt Kinder die bringen den Ball selbst wenn er auf sie zurollt aus 9 Meter nicht bis in die Kiste.


    Gut, nach nem halben Jahr jetzt schon. Hab ich auch nur durch Spielformen erreicht. Die Steuerungselemente können da so vielfältig wie deine Fantasie sein.


    ZB Muss nach jedem Tor ein Spieler das Feld verlassen. Dann hast du irgendwann ein 1vs1. Spätestens jetzt trifft einer und zur Not geht's auf 1vs0 weiter und wenn der Einzelkämpfer aufs leere Tor getroffen hat, kommen die 5 von draussen rein.


    Ich fand einen Satz in meiner C Ausbildung für mich richtungsweisend und aufgenöffnend der eigentlich etwas total banales und naheliegendes beschreibt und Goodie hat ihn weiter oben ebenfalls gebracht:


    Kann das trainierte so im Spiel vorkommen?


    Jetzt kannst du zwar auf der einen Seite sagen: Wann muss denn im Spiel einer das Feld verlassen wenn ein Tor gefallen ist? Natürlich nie. Aber Überzahl- Unterzahlsituationen hast du ständig.


    Wer draussen ist steht übrigens nicht rum, für den gilt: Wer pausiert, jongliert.


    Das ist so fest bei meinen Kids drin, die gehen sofort an den Ball.


    Jongliert ist da aber eher ein Synonym. Gemeint sind leichte Jonglagen, Finten üben, Ballschule eben.

    Was Torschuss betrifft den kannst du mit Provokationsregeln und angepassten Feldgrößen eigentlich wunderbar erzwingen.


    Kleines Feld und kleines Team, Tore aus der eigenen Hälfte zählen dreifach, über die aussen zählen doppelt, die Ballbesitzzeit begrenzen, zB das ganze Team hat 10 Sekunden Zeit bis zum Abschluss usw.


    Da wird in einer Tour von überall gefeuert.


    Außerdem kannst du dir immer einen rausnehmen und ihm die Grobform vormachen.