Konzentration/Einstellung

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  • Hallo,

    ich bin Trainer einer F1 Jugend welche zur Hälfte aus 09 und 10 besteht.

    Wir sind aktuell 10 aktive Kinder und die Trainingsbeteiligung liegt bei ca. 90%.

    Heißt von den Voraussetzungen sollte eigentlich alles passen.


    Mein Problem ist, dass die Kinder sobald diese im Spiel auf dem Feld sind, scheinbar mit Kopf überall aber nicht beim Fussball sind.

    Unsere Gegner sind von der Technik her nicht überlegen, trotzdem sehen wir einfach schlecht aus weil wir gedanklich einfach zu langsam sind.

    Selbe Spiel in der Defensive, weg vom Mann und erst wenn dieser den Ball hat geht unser Spieler hin.


    Habt oder hattet ihr auch solche Probleme bzw. habt ihr Ideen wie man diese durch Training etc. abstellen kann.

    Mit reden allein wird es aktuell leider nicht.

  • Hallo BWZ,

    das kann natürlich mehrfache Gründe haben.

    Wie sieht es mit der Siegermentalität aus? Sind Deine Spieler gewillt zu gewinnen und immer auf SIEG zu spielen?

    Die nächste Frage, die sich mir stellt, ist, wie Spielintelligent sind Deine Spieler? Erkennen sie Spielsituation und können diese richtig einordnen?
    Spieleröffnung, Einwurf, Eckstoß; 1:1, 2:1 (zu mehr sind die Kids ja noch zu jung :-D )

    Ansonsten mach dir nicht zu viel Stress. In dem Alter ist ein Flugzeug eben interessanter, als als ballferner Spieler einzurücken *grins*
    Versuch einfach den Jungs einzutrichtern, was für Dich im Fußball am Wichtigsten ist ("Ich finde, dass ..."); Leitlinien mäßig.
    Dann kannst Du das Verhalten sogar noch konditionieren und mit Lob und Anerkennung verstärken/ bzw. abschwächen-

    LG aus Köln

  • Spielt ihr Funino oder 7vs7?

    Im Spiel 7vs7 wäre es klar, dass sich die Kinder mehr mentale Auszeiten nehmen, bzw. auch nehmen können. Es dauert ja eh "in Kinderzeit gerechnet" eine halbe Ewigkeit bis der Ball wieder bei einem ist, und dann soll man auf einmal den Hebel wieder umlegen.

    Ist sehr schwierig finde ich.

    Im Spiel 3vs3 wird diese Aufmerksamkeitsforderung viel mehr trainiert. Aber über die Vorteile von Funino wurde hier ja eh schon oft gesprochen.

    Ansonsten würde ich im Training viel Wert darauf legen, in kleinen Gruppen zu arbeiten. 3vs3 oder auch 2vs2. 1vs1, oder auch 2vs1 usw.

    Fordere sie mental, damit sie sich wirklich dabei sein müssen, wie z.B. während des Trainingspiels mal die Richtung des Spiels durch Änderung der Zieltore verändert.

    Und viel Geduld. Viel Struktur geben im Trainingsablauf durch gleiche Rituale, gleicher Ablauf, damit meine ich nicht die Übungen, sondern z.B.Trinkpausen kurz halten, einfordern daß bei Erklärungen Ruhe ist, klare Grenzen setzen, ohne laut zu werden. Viel loben, wenn Sie gut konzentriert mitgemacht haben, und die Zeiten der Übungen nicht überdehnen, damit sie nicht wieder abdriften.

    Das wäre so meine Herangehensweise.

  • Genau.

    Andere Elemente: keine Start Signale in Training geben. vor allem keine Pfeife. ( Pfeife nur zum stoppen von Situationen)

    Startsignal ist immer die Startbewegung eines Spielers - wie im Spiel. der andere spielt muss immer reagieren.

    Oder Arbeite mit optischen Signalen - dann müssen sie zumindest schon Mal den Kopf oben haben.


    Weiterhin gibt es noch ein Buch für Sport psychologisches Training in Kinder und Jugendfußball. das ist ein cooles Buch dazu. einer der Autoren ist unter anderem Mathias Lochmann - die anderen Autoren Fällen mir gerade nicht ein.


    Wenn du jedoch keine speziellen Aufmerksamkeits Übungen machen willst, dann sollte das Spiel nach dem Konzept von Horst Wein deine Probleme von ganz alleine lindern.

  • Bwz Ich empfinde die Angaben in deinem Post als sehr allgemein um wirklich helfen zu können.


    Konzentration hat sehr viele Punkte welche man auch mit einem Team sehr schön trainieren kann, aber eben nicht als "Sammelbegriff" Konzentration.


    Beobachte deine Spieler vor dem Hintergrund das jeder körperlichen Aktion eine Vielzahl von mentalen Aktionen voran stehen. Als grobes Schema läuft hier

    A) Wahrnehmen, vorrangig als Sehen oder Hören

    B) Verarbeiten, Abgleich mit Situationen aus dem Training oder anderem

    C) Entscheiden, ganz wichtiger eigener Punkt. Hier werden gerne bestehende und bekannte Muster aufgegriffen (z.B. dreht der Spieler immer über die selbe Seite = bestehendes Programm im Kopf)

    D) Handeln / Ausführen


    Jeder von uns kennt die Situation "Lähmung im Kopf" bei neuen komplizierten Handlungsaufgaben z.B. Jonglieren. Ähnliche Stresssituationen erzeugen wir bei den Kindern z.B. beim Zweikampf im Spiel wenn dieser noch nicht "ins Blut übergegangen ist". Und genau aus diesem Grund ist es enorm hilfreich zu analysieren wann und was in oben beschriebenen Ablauf zu lange dauert oder wo es hakt.



    Ebenso kann eine "Aufwärmübung" mit dem Schwerpunkt Wahrnehmung (Farbenspiel oder anderes) auch den Kopf auf das anstehende Spiel vorbereiten. Klar braucht das der Gegner vielleicht nicht, bei deinem Team kann es aber anders sein.


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Hallo,


    ich habe dieses Thema noch mal herausgegraben weil ich ein Problem habe, dass dzau passt:


    Ich habe zwei bis drei Spieler, die absolut lernresistent sind. Seid Jahren mühe ich mich damit ab, diese Spieler im Training dazu zu bewegen zu zuhören und die Übuungen entsprechend mitzumachen. Ich habe schon einiges versucht und bin immer mehr frustriert.

    Ich denke momemtan daran diese Verhalten einfach zu ignorieren und diese kidner machn zu lassen was sie denken, was richtig sei.Und dann nachdem Training im Einzelgespräch darauf hinweisen, dass dies nicht in Ordnung war...


    Hat jemand besser Ideen oder vorschläge?


    Viele Grüße,

    Goncare

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Ich denke momemtan daran diese Verhalten einfach zu ignorieren und diese kidner machn zu lassen was sie denken, was richtig sei.Und dann nachdem Training im Einzelgespräch darauf hinweisen, dass dies nicht in Ordnung war...

    Du hast 2010er, wenn ich das richtig im Kopf habe, oder?


    In dem Fall würde ich den Eltern sagen: alle kommen freiwillig und können mitmachen. Es ist ein Angebot. Aber wer das Angebot nicht annehmen will, kann auch von dir als Trainer nicht beaufsichtigt werden.

    Konsequenz: Die Eltern sind in der Aufsichtspflicht und müssen vor Ort bleiben.


    Das dürfte dann zu Hause ein pädagogisches Gespräch geben und eine Entscheidung, ob die Kinder künftig mitmachen oder ganz fernbleiben. Denn keine Mutter oder kein Vater stellt sich dauerhaft an den Platz um zuzuschauen, wie ihre Kinder nicht mitmachen.

  • 2009er.

    Die Idee finde ich gut. Könnte sowas ind er Art mal bei der nächsten Elternzusammenkunft ansagen.


    Das Problem dass sich aber auch daraus ergibt, ist dass die eltern ihre Kinder ja alle für Engel halten. Gut, wenn Sie dann mal am Platz stehen, würden Sie ja zeuge dessen was der kleine sohnemann da so macht. Andreerseits, strengen sich die Kinder dann eben einmal wieder an und man ist wieder beim Stand davor....

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Follkao:

    Beispiel: Ich stelle eine Übung vor. Sagen wir, eine Torschussübung. Dribbelt bis zum Hütchen und dann Schuss. Soweit so gut...jetzt wird die Übungen Schrittweise komplizierter...z.b. Dribbelt zum Hütchen macht eine Finte um das Hütchen auszuspielen und dann Schuss. Ab einem bestimmten Punkt hören diese Kinder dann nicht mehr zu und passen auch nicht auf was man vor macht....Resultat: Der eine Junge ist dran (anmerlungen 5 andeere Kinder haben es vorher schon richtig vorgemacht). und macht was komplett anderes (z.B. direkt schießen). Problem, der nächste in der Reihe macht es ihm nach und dann hat man direkt 3-4 Kinder die was ganz anderes machen.


    Gespräch mit den Eltern gab es zum Teil schon. Zum Teil einzelnd und zum Teil auch beim Elternabend angesrpochen. Aber wie gesagt die Kinder sind alle Engel und "MEIN Kind passt IMMER auf"....


    Ich würde am liebsten eine Lösung mti den Kindern finden. Ich möchte nicht immer zu den Eltern rennen und die Problem dahin verschieben....sondern irgendwie direkt am Platz die Kidner motivieren es besser zu machen...

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • o.k. - verstanden.
    Wie sieht das bei Spielformen mit Provokationsregeln aus? Können sie veränderte Provokationsregeln im Laufe einer Spielform verarbeiten?

    Wie lang ist die "Warteschlange" bei Deinen Übungsformen?

  • Warteschlange: so kurz wie möglich....bei Schussübungen wo einer alleien eine Aktion durchführt: 5-6 Spieler, wenn zwei spieler oder mehr etwas zusammen machen müssen: 10-12 spieler


    Provokationsregeln: Kommt auf die Regel an. Aber die besagten Jungs sind, eher die, die die Regeln dann wieder vergessen im Eifer des Gefechts....z.b. wenn es eine Regel gibt, dass man nur von max 3m entfernung ein Tor erzielen darf, dann bekommen die Jungs das zeitweise hin, wenn das tor aber leer ist und sie noch an der Mittellinier stehen, dann kommt dann auch schonmal der Schuss (ist aber eher normal, dass sowas schonmal passiert, denke ich).

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Ohne Dir etwas konkretes dazu sagen zu können. Ich hätte jetzt die gleichen Nachfragen wie Follkao gestellt.

    und aus deinen Antworten folgenden Tipp abgeleitet. Halte im Training die Intensität durch Spielformen hoch. Iso Übungen generell

    fördern noch diese Unkonzentriertheiten.

    Wähle Spielformen die zum gewünschten Ziel Provozieren ohne das Verhalten explizit einzufordern. Dribbel bis zum Hütchen, fintieren und dann schuß ist zb. fester Verteidiger in einer Zone in der es zum 1gg1 zwangsweise kommt.

    Ist aber nicht der heilige Gral(zumal ich Deine Kids nicht kenne), nur aus meiner Erfahrung ist gerade bei Kindern die -lernresistent- sind, der beste Weg Inhalte implizit zu vermitteln (also bei anderen auch- aber hier besonders effektiv).

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Diese Kinder sind also keine notorisch boshafte Störer.

    Versuch doch mal, ein Training anzubieten, bei dem öfter Du zwischen Spiel- und Übungsformen wechselst, wobei die Spielformen aber deutlich überwiegen sollten. Die Provokationsregeln kannst Du (besonders bei den entsprechenden Kindern) auch aktiv coachen. Heißt also, dass Du an die Regel erinnerst, wenn sie in eine entsprechende Situation kommen.

    Nicht alle Menschen (gilt für Erwachsene wie für Kinder) haben die gleiche geistige Beweglichkeit...


    Edit: Upps - hätte ich Trainer E s Beitrag vorher gelesen, hätte ich mit diesen auch sparen können...

  • Und dann nachdem Training im Einzelgespräch darauf hinweisen, dass dies nicht in Ordnung war...

    Im Nachgang ists übrigens immer zu spät. Im dümmsten Fall wissen die Kinder gar nicht mehr, wovon du redest. Wenn du das ansprechen willst, dann direkt in der Situation. Dann können die Kinder ihr Verhalten noch anpassen (und du hast ggf. was zum loben <-> positive Verstärkung)

  • Such doch ein letztes Mal das Gespräch mit den Kidds und schließe

    sie mal 2 Woche vom Training aus.

    Wenn das Verhalten keine Konsequenzen hat wird das nämlich so

    weiter gehen.

  • Wofür soll man die Kinder 2 Wochen vom Training ausschließen? Insbesondere bei so jungen Kindern? Welche Reflexion erwartet man da?

    Natürlich ist es anstrengend, wenn die Kinder nicht aufpassen und Übungen falsch machen. Aber 2 Wochen vom Training ausschließen für dieses Verhalten? Was machst du mit Kindern, die wirklich bösartig was falsch machen oder andere verletzen?

    Man muss doch nicht sofort mit der höchsten Stufe der Konsequenzen anfangen.