Frustabbau-Thread

  • Wir hatten dieses WE ein Auswärtsspiel. 2x30 Min. Fahrt. Das Spiel dauerte 2x20 Minuten. Einige Spieler haben weniger als eine HZ lang gespielt. Macht 60 Minuten Fahrt für 15 Minuten Hobby. Das steht für mich in keinem Verhältnis.

    Das ist ein generelles Problem. Wir haben zum Beispiel Auswärtsspiele mit 45 Minuten Anfahrt, macht 90 Minuten Fahren. Selbst wenn das Kind 30 Minuten spielt (50 %, was in Ordnung ist in meinen Augen), hat es 30 Minuten Spielzeit gegenüber 180 Minuten Zeit Aufwand der keine Spielzeit ist (Anfahrt, Umziehen, Warmmachen, Duschen). Schon irgendwo doof.


    Andererseits muss ich auch eine Lanze für einen Teil unserer Eltern bringen, die bis zu 30 km mit dem Auto ins Training fahren (einfach), das 3x die Woche plus 1-2 Spieltermine am Wochenende, das ist ein hoher Aufwand, keine Frage.


    Es ist aber wirklich teilweise lächerlich, wie unbedarft 120 Euro oder 150 Euro für eine Woche Fußballcamp gezahlt wird ohne mit den Wimpern zu zucken, wo die Trainingsqualität sicher NICHT bessser ist als bei uns.

  • Hat die Mutti recht, oder? Lässt sich schlecht gegen argumentieren, daher ja auch der Ärger.




    Woran das wohl liegt? Hat natürlich rein biologische Gründe, klar ;) 

    Nee, ich find´s einfach nur frech. Da ich der Meinung bin das zum Eltern sein mehr gehört als seine Kinder nur abzugeben und bei kritischer Hinterfragung mit Vereinswechsel gedroht wird, das ist mir zu einfach! Was würdest Du sagen wenn Dein Kind auf der Bank sitzt und ihr Sohn 10 min mehr als Deiner spielt Du aber Woche für Woche zu den spielen mitfährst und sie sich zu Hause den Lenz macht. Ich habe noch eine Mutter die nicht mitfahren kann , da kann ich mich aber darauf verlassen das sie bei Turnieren zur stelle ist und bedient und Brezeln spendet das hat dann auch wieder einen ganz anderen Geschmack des sozialen miteinander.



    Biologische Gründe, hm vielleicht auch das !



  • @Powerzwergenpapa
    Siehst du denn die Erklärungen als Hol- oder Bringschuld?
    Am Anfang des Trainings will ein Trainer die Kinder begrüßen (derer hoffentlich viele), kurz den Eltern die Hände schütteln, kurz noch was organisatorisches loswerden und aufbauen. Schon in der Zeit dürfen viele Kinder machen was sie wollen - der Trainer ist ja zuständig und kann sich um div. Konflikte, Schnürsenkel, Tränen o.ä. kümmern. Kurz: es ist total wuselig.
    Viele sind schon sehr zeitig am Platz, die Eltern eher nicht. Echte Zeit für ein Gespräch ist nicht! Das mag sich ändern wenn die Kinder größer werden, bis zur U10 beobachte ich aber genau dies.


    Am Ende des Trainings sieht es oft ähnlich aus. Aufräumen, einpacken, Trainer sind bepackt wie Esel. Die Eltern jedoch sind als erstes verschwunden. Mal mithelfen, wenn ein Tor vom Platz muss? Da muss man schon jemanden gezielt bitten.


    Wenn du ein Vater bist, der einfach mal mit anpackt, dann bekommst du auch Antworten! Ich stehe in sehr gutem Kontakt mit den Trainern meines Großen und bekomme sehr wohl die Meckereien anderer Eltern am Rande mit. Mal ist die Kritik berechtigt, mal nicht. Aber was diesen Eltern fehlt ist der A... in der Hose, dies mal vernünftig mit den Trainern zu besprechen. Und nein, wir als Eltern erwarten nicht, dass der Trainer zu jedem einzeln kommt und sein Konzept vorstellt.


    Wir haben bei einem FS bei den Bambinis mit den Gegnern ein Spiel abgestimmt, bei dem eher die Anfänger spielen sollten. Dementsprechend haben wir die stärksten 6 Kinder daheim gelassen und mit ALLEN Eltern vorab einzeln gesprochen.
    Fazit: die Eltern der Besten und die Eltern der Anfänger waren tiefenentspannt und mit der Regelung sehr zufrieden. Wie gesagt, es ging um eins von 6 FS. Die Eltern der mittelstarken waren dann mal so gar nicht erfreut, warum ausgerechnet ihr Starspieler mit den Anfängern mit sollte. Dass genau diese Kinder total profitieren wenn sie mal die Besten sind, ist doch diesen Helikoptereltern wurscht.
    Ein Turnierchen später haben wir zwei möglichst gleichstarke Teams gebildet und oh Wunder, die Kinder haben auch mal ein Spiel verloren. Wieder das Geheule der immer Gleichen.


    Diese Eltern bringen ja problemlos in einem Satz zum Ausdruck, dass sich das eigene Kind super entwickelt hat aber das Training und die Orga scheiße sind.


    Ich will dir sagen, wie diese Meckereltern das gerne hätten:
    Bitte bastelt mir ein Team um mein Kind, damit sich mein Kind optimal entfalten kann und baldmöglichst entdeckt wird. Die anderen Kinder sollen deshalb bitte minimal schlechter sein als meins. Und ausgewechselt werden ausschließlich die anderen, gell? Schließlich investieren wir viel in die Karriere unseres Kindes. Und dich, Trainer, haben wir sowieso im Auge. Wenn du meinen Sohn noch einmal anpflaumst, dass er sich nach einem Foul bei dem heulenen Kind entschuldigen soll, dann ist was los.

  • Goodie einen kleinen Tipp. Habe diese Zeit der kleinen Hoppen zum Glück bereits hinter mir.
    Habe versucht den Aufbau bereits vor dem Eintreffen der Kinder vorzunehmen. Bälle blieben bis zum Trainingsbeginn im Sack. Habe das Training immer in die Mitte oder weiter im Eck durchgeführt.Bei den kleinsten war die Regel das eine verantwortliche Person das Kind koplett umgezogen bei mir abgibt.
    Hat sicherlich einige Eltern genervt, aber was solls.
    Trainingsende war erst nach dem kompletten Abbau und Abtransport.

  • Liest sich realistisch. Kommt bei mir zum Glück nicht in dem Ausmaß vor. Aber auf ein paar Ausnahmeeltern trifft das schon.


    Und ergänzend zu @Chris Beitrag mit den Kilometern weiter oben: Eltern sind total unfähig selbstständig Fahrgemeinschaften zu bilden. Das klappt bei 2 oder 3 eng befreundeten Familien recht ordentlich aber die anderen 18 Familien sind komplett Einzelfahrer und wenn man nicht selbst fahren kann wird bei mir abgesagt, bevor man mal einfach die anderen Eltern fragt. Das Konzept des zentralen Treffpunkts, wie ich das von früher kenne, sodass man sich auf Autos verteilt und wohin auch Kinder laufen können bei denen die Eltern arbeiten müssen oder man auch mal ein Auto stehen lassen könnte, wurde mit entsetzen kategorisch abgelehnt weil zu unbequem. :/

  • zidane77 schrieb:

    Was würdest Du sagen wenn Dein Kind auf der Bank sitzt und ihr Sohn 10 min mehr als Deiner spielt Du aber Woche für Woche zu den spielen mitfährst und sie sich zu Hause den Lenz macht.

    Lässt du die Kinder für die Fehler ihrer Eltern büßen?




    Bei "180 Minuten Zeit Aufwand der keine Spielzeit ist (Anfahrt, Umziehen, Warmmachen, Duschen)" (so @Chris oben und das ist ja realistisch) sind 2x20 Minuten Spielzeit extrem kostbar. Ich habe das früher mal beim Uni-Sport erlebt, dass die Plätze begrenzt waren und regelmäßig sehr viel mehr Studenten da waren als Plätze zur Verfügung standen. Das Prinzip war "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" bzw. "survival of the fittest", die Stimmung beim Sport war, sagen wir, spannungsgeladen, wen wundert's?


    Wenn sich 12 Kinder (bzw. ihre Eltern, die aber ja auch den Aufwand schultern müssen!) bei 7 möglichen Positionen in der Aufstellung um 40 Minuten Sport streiten bei einem so hohen Aufwand ( Chris : 180 Minuten, aber auch wenn's "nur" 100 Minuten sind…), braucht man sich als Trainer über eine aggressive Grundstimmung nicht zu wundern. Es gibt ein ganz einfaches Mittel, das aus der Welt zu schaffen: Man sagt vorher, wer spielt und wer genauso gut zuhause bleiben kann. Meiner Meinung nach genügt ein einziger Ersatzspieler völlig – ja, ich denke sogar, man kommt ohne Ersatzspieler aus (habe ich schon erlebt und hat auch immer funktioniert). Das entspannt schonmal sehr Vieles! Für alle – Trainer, Eltern und Kinder.



    Goodie schrieb:

    Siehst du denn die Erklärungen als Hol- oder Bringschuld?


    Das Erklären kann ja beiläufig geschehen. In erster Linie geht es um den Kontakt zu den Eltern. Ja, das ist für mich eine Bringschuld! Ich denke auch wie @AKjfv, dass das Training so organisiert werden muss, dass Kontakt- und Gesprächsgelegenheiten möglich sind. Die Arbeit mit Eltern ist Teil des Trainerjobs und durch eine entspannte und verantwortungsbewusste Elternarbeit werden sich – meine Überzeugung – die meisten Konflikte gar nicht erst entstehen.

  • Nochmal als Ergänzung zum Thema Elternkontakt: Sicher ist ein "Bedürfnis", das Fußballvereine befriedigen sollen, dass sie aus Kindern kleine Ronaldos und Messis und Müllers machen. Warum soll der Trainer dieses Bedürfnis bzw. solche Träumereien kaputt machen? Ich denke, es geht bei diesen Elternkontakten auch ganz wesentlich um Wertschätzung. Warum also nicht die Begegnung nutzen, den Eltern ein Highlight ihres Kindes beim heutigen Training zu berichten? Die Eltern merken dadurch ganz beiläufig: Der Trainer achtet auf mein Kind; er sieht, was ihm gelingt und freut sich darüber; es ist ihm wichtig; er erkennt sein Potenzial/Talent und möchte es fördern.


    Oder auch den Ehrgeiz mancher Eltern positiv nutzen, etwa indem einem Kind und seinen Eltern "Hausaufgaben" mitgegeben werden. Auch dadurch merken die Eltern, dass sich der Trainer für ihr Kind interessiert und es wirklich verbessern möchte.


    Ich denke, das können Kleinigkeiten sein, schon einzelne kleine Bemerkungen, durch die der Trainer im Kontakt mit den Eltern ihnen seine Kompetenz, sein Interesse am Kind und Wertschätzung signalisiert. Drei Dinge, die wiederum Druck aus dem Kessel nehmen. Prophylaxe für Harmonie im Umfeld des Teams und das ist sicher auch nicht verkehrt, wenn es um die Leistungen auf dem Platz geht.


    Ich behaupte mal ganz provokativ: Jeder Trainer bzw. jeder Verein hat die Eltern, die er verdient ;)

  • Lässt du die Kinder für die Fehler ihrer Eltern büßen?

    Hab ich so was irgendwo erwähnt ? Nein ! Und das ist auch nicht mein Stil ! Ist natürlich einfach einem Trainer so etwas zu unterstellen. Und Du hast meine Frage nicht beantwortet!




    Vielmehr sind es Die Eltern die dann schon mal nachfragen warum das so ist und die das natürlich nicht verstehen warum die Kinder der " mir doch egal Mutti" die gleiche Zeit hat wie der eigene Filius wo doch die Eltern immer zur stelle sind, und ja man fühlt sich schon mal dazu geneigt abzuwägen aber! Ich versuche alle gleich spielen zu lassen , und jeder Trainer weiß wie schwer das ist!

  • Das ist doch der Frustabbau Thread... jetzt muss ich mal: aaaaaaaaaaahhhhhh
    Jetzt sind wir (C-Jugend Dorfverein) schon gebeutelt mit Kranken und Verletzten, jetzt das:
    Am Samstag bei der C1 verletzt sich einer unserer Leistungsträger -> Schlüsselbeinbruch...
    Gestern beim C1 Spiel verletzt sich der Spieler, der für den verletzten Spieler aus der C2 nachrückt -> Schlüsselbeinbruch!!!!!


    So langsam gehen uns die Spieler aus, bzw. die Mannschaften stellen sich von selbst auf vor lauter Verletzten, Kranken oder Nichtkönner (nicht zu verwechseln mit Nichtskönner)... da geht die ganze Konsequenz "wer nicht trainiert, spielt nicht" den Bach runter ... ich hoffe, die Jungs merken das nicht...


    So - Frust (einigermaßen) abgebaut...

  • Danke erst einmal für diese sehr deutlichen Worte in alle Richtungen!


    Man gewinnt den Eindruck, als wenn der Verein als Interessensvereinigung von Ehrenamtlichen ausgedient hat und dringend einer generellen Sanierung bedarf?


    Denn wenn man unter dem TEAM-Begriff nur noch "T"oll "E"in "A"nderer "M"achts versteht, dann ist der grundsätzliche Solidatitätsgedanke einer freiwilligend ehrenamtlichen Tätigkeit nur noch eine leere Hülle. So wird hier u.a. darüber diskutiert, wer eine Hol- und wer eine Bringschuld hat? Verstehen wird jedoch darunter: holst du es bitte, bringst du es mit? So könnte auch hier das Interesse zu finden sein, dem anderen das Fell über die Ohren zu ziehen, weil einem sonst selbst das Fell über die Ohren gezogen wird? Von Leidenschaft für den Sport bleibt dabei kaum etwas übrig. Denn ohnehin sind es immer die Anderen, die ja den ganzen Bockmist machen!


    Sind wir ein Volk von Meckerern geworden, die nur noch nach dem Haar in der Suppe suchen und selbst beim kleinsten Verein professionelle Strukturen erwarten? Warum fühlen wir uns nur dann als Mitglied dieses Vereins, wenn wir gerade davon profizieren, weil z.B. das Kind besonders gelobt wird und länger spielt als Andere in der Mannschaft? Warum sehen wir es als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit an, weil ein anderer Trainer etwas anders macht?


    Welche Chancen geht ihr Vereinen, bei denen kaum noch Jugendliche in den Seniorenbereich gelangen, weil sich die Erwachsenen permanent in die Haare liegen, weil der Andere etwas falsch oder nicht genug macht? Gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit, in der man im Verein soviel machen kann, wie man machen möchte oder sind wir in unserem Regelungswahn schon so weit, als dass selbst der Verbauch von Toelettenpapier pro Mitglied vorgeschrieben werden muß?


    Viele Vereine wurden in einer Zeit gegründet, in denen es unerlässlich war, gemeinsame Aktivitäten zu gestalten, weil man es allein gar nicht schaffen konnte. Denn die finanzielle Mittel waren sehr begrenzt. Heute können sich viele Menschen dank eines besseren Einkommens sehr viel mehr leisten und somit auch ein Stück Unabhängigkeit "kaufen"!


    Wenn sich also diese Rahmenbedingunen verändert haben, was muß geschehen, damit der Verein wieder zu neuem Leben erweckt wird, denn ohne die Jugend gibt es keine Zukunft? Einige Vereine haben bereits ihre Tore für immer geschlossen, manche versuchen sich noch ein paar Jahre über die Bildung von Spielgemeinschaften über Wasser zu halten. Auf den früher vollen Räumen der Generalversammlungen finden sich nur noch wenige interessierte Mitglieder.


    Klar, ein Rezept dazu wird es nicht geben, weil die Probleme überall ein wenig anders gelagert sind! Die Probleme finden man rasch durch eine einfache Frage an alle Mitglieder, die da lauten könnte: "wie wohl fühlst du dich im Verein"? Aber darauf allein kommt es wohl nicht an, sondern auf die Fähigkeit gute Kompromisse zu schmieden, in denen sich jeder wohlfühlen kann! Doch jeder ist ein Mitglied und kann sich aktiv daran beteiligen. Denn meckern kann ja Jeder!

  • TW-Trainer : Weil jeder meckern kann, läuft auch der Thread hier so gut ;-) und es gibt schon eine Partei dafür in Deutschland :-(


    Wo sind die Lösungen? Loben - anstatt meckern und kritisieren. Professionalisierung anstatt Ehrenamt und Amateure. - sind aus meiner Sicht Ansatzpunkte.


    Ich würde sogar die Frage mit aufnehmen: Was erwartest du von deinem Verein? Was bist du bereit dafür zu geben? (wäre auch mal einen Thread wert oder?)



  • Bei mir gibt es im Training ein kleines Wettbewerbssystem bei dem die Jungs Punkte erwerben können. Das läuft ganz ordentlich. Ich fürchte das Problem der Trainingsmotivation weil ja bei mir in der Funinoliga jedes Kind immer zum Einsatz kommt.


    Filmchen vom BVF zum Thema: https://edge-cdn.net/recommend/1064508


    Abgesehen davon, dass auch Senioren und Jugendliche kaum Interesse am Verein zeigen, sollte man schon bedenken, dass viele Eltern der Kinder wahrscheinlich gar keinen Bock haben als Vereinsmitglieder engagiert zu sein, denn die Kinder wollen ja kicken.


    Für unseren Verein habe ich da folgende Wahrnehmung: Man legt wirtschaftliche Zahlen zugrunde und versucht eine Vereinsgröße zu erreichen mit der es sinnvoll möglich ist einen Verein zu führen. Es werden von der Vorstandschaft wirtschaftliche Entscheidungen getroffen, die die Mitglieder auch gar nicht wollen. Genauso sitzen bei uns 6 Büro-Angestellte plus Geschäftsführer plus 2 Vollzeit und ein Teilzeit Platzwart. Und die Mitglieder fragen sich wozu wir die aus unseren Beiträgen finanzieren müssen. Natürlich fragt sich da jeder von uns warum man da noch selbst den Finger krumm machen sollte? Das einzige was wir als Fussballer wirklich davon mitbekommen ist wenn der Platzwart sich meldet und die Plätze sperrt ... Z.B. haben wir als Breitensportverein eine Angestellte für PR! Ich kenne PR-Angestellte aus meinem Wirtschaftsleben wirklich nur als "Luxus-Posten" den man sofort rasiert wenn die Zeiten schlecht sind. Wir haben unsere recht hohen Beiträge nochmal um 50 Cent angehoben - erklär das mal den Eltern! Aus meiner Fussballer-Sicht: Das Geld für diese Stelle könnte sinnvoller in Leasingverträge für 2 Minibusse angelegt werden.


    In der Wahrnehmung für die Mitglieder UND in meiner Wahrnehmung als Mitarbeiter sind wir kein Verein im klassischen Sinn. Daher wundert es mich kein Stück, dass ich darunter leide, dass die Eltern sich auch so verhalten.
    Den Verein als Business zu führen und von den Mitgliedern verlangen dies auf die eigenen Schultern zu nehmen geht nun mal nicht.

  • TW-Trainer : Weil jeder meckern kann, läuft auch der Thread hier so gut und es gibt schon eine Partei dafür in Deutschland


    Wo sind die Lösungen? Loben - anstatt meckern und kritisieren. Professionalisierung anstatt Ehrenamt und Amateure. - sind aus meiner Sicht Ansatzpunkte.


    Ich würde sogar die Frage mit aufnehmen: Was erwartest du von deinem Verein? Was bist du bereit dafür zu geben? (wäre auch mal einen Thread wert oder?)

    Ja, das Meckern ohne konstruktive Hinweise "ala Lügenverein", das meinte ich! :thumbsup:


    Klar kann man auch mehr Fragen stellen. Wichtig ist, dass sich die gewonnenen Daten so gut analysieren lassen, als das sie ein allgemeines Bild vom Status Quo abgeben.


    Eine Dateninterpretation wird dort sehr schwierig sein, wo bereits eine deutliche Entfremdung stattgefunden hat? Die Vorstände, die nicht mehr ausreichend für die Meinungen ihrer Mitglieder interessieren und damit auch nicht vertreten. Auf der anderen Seite die Mitglieder, die es sich in einer überwiegend passiven Rolle wohlfühlen.


    Klar könnten die Dachverbände des Fussballs regulierend eingreifen, jedoch scheint man sich mehr und mehr dem Geld (der finanzstarken Vereine und Sponsoren), statt dem Sport (der breiten Masse der Mitglieder) verpflichtet zu fühlen.


    Wohin eine "wild wuchernde" Professionalität führen kann, das wurde von diversen Schreibern beispielhaft angeführt.


    Aber ist ein Verein mit Anspruch auf Gemeinnützigkeit durch eine deutliche Steigerung an Professionalität wirllich die einzige Rettung oder muß sich auch etwas an der Einstellung (z.B. Hol-Bringschuld aller Mitglieder) ändern?

  • Langfristig wird der Verein wohl eher auf dem absteigenden Ast sein.
    Ich kenne Vereine, die sich in eine Kursstruktur retten. 12 x Turnen kosten dann 100 €, für Mitglieder nur 40€. Das läuft wie geschnitten Brot. Auch die Fußball- oder auch Musikschulen machen es ja erfolgreich vor. Am Geld scheint es also nicht zu mangeln, eher an Zeit.


    Wenn man davon ausgeht, dass die Kinder und Jugendlichen immer länger in den Schulen und Hortsystemen stecken und immer mehr Eltern arbeiten (zum Teil beide VZ) auch dann muss man sich nicht wundern, warum man Verein nicht mehr als "Heimat" sondern als zusätzliche Belastung versteht.


    Die Schulen und die Vereine müssten ganz anders kooperieren. Aber das bedarf wieder Personal und schon ist man wieder bei der Professionalisierung angekommen.

  • Wieviele Mitglieder hat denn dein Verein und wie hoch ist der Jahresbeitrag?

    Der Verein hat insgesamt wohl über 3500 Mitglieder. Und der Basis-Jahresbeitrag liegt bei Erwachsenen bei 120 €. Dazu kommt dann eben noch der Abteilungs- oder auch Kursbeitrag. Es ist da eben so wie @Goodie schrieb bei uns auch. Verein nicht als Heimat, sondern eben als Service oder teilweise eben als Belastung.


    Es entwickelt sich in Richtung "Premiummitgliedschaft" bei einem Fitnessstudio.


    Ich vermisse den Vereinscharakter sehr. Und man merkt diese Problematik allen Beteiligten die Ehrenamtlich arbeiten an. auf der einen Seite läuft man gegen Wände und von der anderen Seite kommen Tritte.

  • let1612 schrieb:

    Professionalisierung anstatt Ehrenamt und Amateure.


    Wir sind schon mittendrin in der Entwicklung. Schon jetzt gibt es allerorten professionelle Zusatzangebote wie die Fußballcamps oder von ehemaligen Fußballprofis angebotenes, kostenpflichtiges Fördertraining. Abgesehen von den Fußballschulen à la Anderbrügge & Co. Noch ist @Zodiak die Ausnahme, aber das wird auch immer mehr werden, dass sich die ambitionierten Vereine auch für den Kinder- und Jugendbereich einen Profi-Trainer leisten.


    zidane77 : Welche Frage meinst du denn?

  • @Powerzwergenpapa


    Du sagst es! Auf den Camps und im Fördertraining wird zwar mehr Geld gezahlt, dafür werden die Kinder respektvoll behandelt.


    Jetzt kann man sagen: die haben es ja leicht, weil sie keine Punkt- und Pokalspiele austragen und sich nur die Rosinen heraus picken! Doch mal im Ernst: die meisten von euch spielen im Breitensportfussball um die Goldene Ananas. Trainer bauen sich selbst vie Druck auf, weil sie meinen, sie würden sonst keinen guten Trainerjob machen. Klappt es nicht wie gewünscht und hat man einen schlechten Tag, dann wird Dampf abgelassen. Ist es wirklich so schwer, Kinder nicht nur auf ihre fussballerischen Fähigkeiten zu reduzieren, sondern sie als eigenständige Individuen zu respektieren, die sich erst noch soziale Kompetenz (die ihr längst habt) aneignen wollen?


    Wen wundert es da, dass die Eltern gern bereit sind mehr Geld auszugeben, wenn sie dafür zufriedene Kinder haben?


    Wieviele Kinder kommen denn in euren Vereinen überhaupt nicht in der A-Jugend an, mal ganz zu schweigen vom erfolgreichen Übergang in den Seniorenbereich?


    Ja Geld wäre genug da, um den Verein professioneller zu machen. Nur darf es nicht mit dem Füllhorn ausgeschüttet werden,sondern zuallererst sollte eine gründliche Bedarfsermittlung erfolgen, schon bei der Ideenentwicklung möglichst viele Leute für das Projekt ins Boot holen. Alle wichtigen Schritte könnten durch einen mit den jeweiligen Fachleuten besetzten Lenkungsausschuß kontrolliert werden. Wenn hier jeder von Anfang an merkt, dass er Ernst genommen wird, läßt sich verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen. Dazu bedarf es jedoch sehr viel flacherer Hirachien als sie sich im Laufe von Jahrzehnten in vielen Vereinen selbst geschaffen haben.


    Dennoch: ohne Leidenschaft für die ehrenamtlichen Aufgaben ist die Professionalität nur ein kurzer Moment zum Durchatmen. Denn ohne langfristige Ziele und deren permanenter Kontrolle werden diese Maßnahmen rasch wieder verpuffen.


    Deshalb ist es wichtig, den Inhalte der Aufgaben des ehrenamtlichen Profis präzise zu beschreiben. Denn bislang war man vielerorts davon ausgegangen, dass man Professionalität nicht braucht, weil es auch so irgendwie ginge!

  • Sorry Tw, bin häufig deiner Meinung, aber hier kann ich nicht folgen. Die Fussballakademien bbedienen die unreflektierten Träume der Eltern der kleinen Messis. Warum auch nicht, sie wollen Geld verdienen.


    Die teilweise Unsinnigkeit der Geldausgabe würde ich auch nicht thematisieren.
    Die goldene Ananas des einen ist die Oberliga des anderen.
    Als Kinder und Jugendtrainer bis zur B Jugend ist es mir auch total Wurscht wieviel Spieler später in der 1. Mannschaft spielen. Vielleicht spielen sie später Hockey, Tennis, Handball usw.
    Wichtiger ist mir was sie bei mir sportlich, aber auch hinsichtlich Teamgeist usw. gelernt haben.


    Boris Becker hat glaube ich bis zu seinem 14 Lebensjahr auch Fussball gespielt. Fussball ist die beste Einstiegssportart. Der Rest bzw. die ferne Zukunft war mir egal, da sie sich eh meinem Einfluss entzieht.
    So vertrete ich diesen Grundsatz auch gegenüber meinen Kindern. Sie wissen sollten sie eine andere Sportart betreiben wollen, so haben sie meine Unterstützung.
    Übrigens, irgendwo liegt noch mein abgelaufener Übungsleiterschein für Volleyball.
    Noch eine kleine Stichellei, im Volleyball wurde teilweise vor 30 Jahren hinsichtlich Koordination, Schnelligkeit und Athletik, sowie Handlungsschnelligkeit moderner trainiert als heute in den meisten Jugendmannschaften.
    Die fehlende Abkehr von dem " Das haben wir schon immer so gemacht" ist das was den Fussball durch die Vereine leider noch prägt.