Frustabbau-Thread

  • Kennen das andere Kindertrainer auch: Die Kinder hören nicht zu, reagieren nicht auf Zuruf - zumindest nicht bei den ersten 4 mal? wenn man sie mal eine Übung aussetzen lässt glaubt man sie haben auf der Strafbank mehr Spaß als wenn sie mitspielen? Also Strafe verpufft. Manchmal meint man auch sie wollen absichtlich stören. Meist steckt das andere an und die Ruhe in der Truppe kippt ins negative. Übungen müssen 8 mal erklärt werden und trotzdem hört kein Kind zu ... Der Ausruf: Bälle liegen lassen animiert zum Gegenteil und die Bitte zuzukucken nehmen nur 2 von 12 wahr.

    Interessanterweise kenne ich das kaum. Vielleicht liegt es daran, das meine Trainingsgruppe max 12 Kinder umfasst. Oder vielleicht daran, dass meine pädagogischen Tricks greifen.

    1. Die persönliche Einstellung


    Mein Grundsatz lautet: Der Trainer ist da um die Kinder zu unterhalten und nicht umgekehrt. Klingt zunächst etwas nichtssagend, ist aber bei genauerer Betrachtung unheimlich wichtig. Ich will damit sagen, dass man als Kindertrainer bei den Kids vor allem auch das grundsätzliche Interesse am Sport/Fußball schüren muss. Dass heißt dem Alter entsprechende Übungen und Spiele die auch auf die Phantasie der Kids abzielen anzubieten. Kinder sind keine Befehlsempfänger. Natürlich gelingt das nicht immer. Aber dann muss man sich bzw. seine Spielformen und nicht die Kinder hinterfragen. Ausnahme würde für mich ein Störenfried darstellen, der immer aus der Reihe tanzt.


    2. Bestrafung


    Kinder lechzen förmlich nach Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit schenke ich aber nur den Kindern, die mit Freude und Eifer bei der Sache sind. Da ist dann "Positiv-Pushing" angesagt. Z.B.: "Tobias! Der Übersteiger war spitze! High Five!" Im Normallfall wollen alle anderen Kinder auch ein High Five vom Trainer. Während Tobias seinen Übersteiger probiert hat, hat Luka Blumen gepflückt. Soll er doch wenn er das lieber will. Anstatt sich mit Luka zu ärgern, freue ich mich, dass Lara soeben auch ein Übersteiger gelungen ist und ich schon das nächste High-Five verteilen darf. Irgendwann kommt Luka dann auch darauf, dass Blumenpflücken eigentlich gar nicht so interessant ist. Außerdem wird es beim Blumenpflücken niemals Beachtung, oder gar Lob, geschweige denn ein High-Five geben. Solche Probleme sind dann nach ein paar Trainingseinheiten erledigt.


    3. Wenige aber klare Regeln


    Als wir noch eine Bambini-Truppe waren, hat mich immer zur Weißglut gebracht, dass das, was ich aufgebaut hatte, innerhalb kürzester Zeit zweckentfremdet wurde. Die Markierungshütchen waren Zwergenhüte und wie durch ein Wunder wurden die Stangen zu Lichtschwertern. Dies war eine der wenigen Situationen wo ich ein striktes NEIN gebraucht habe. Ich habe ihnen klar gemacht, dass so kein Training machbar ist. Wenn alle dieses NEIN akzeptieren dürfen sie nach dem Training beim wegräumen noch mit den Trainingsutensilien spielen.


    Ganz wichtig bei NEIN ist es, dieses mit allen Konsequenzen auch durchzusetzen. Hundertsiebenundzwanzig halbherzig herausgebrüllte NEINs machen null Sinn. Wenn ich zwei NEINs in drei Wochen ausspreche werden diese die Kinder auch beherzigen.


    4. Horrortage akzeptieren


    Manchmal gibt es so Tage (vielleicht liegts wirklich an den Mondphasen), an denen nichts funktionieren will. Da bricht glaube ich niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn man anstatt eine Übung mit allen Mitteln durchzupeitschen einfach auf ein Spiel umsteigt, dass man selbst und die Kinder schon kennen und gerne haben. Das erspart einem sehr viel Stress (und den Kindern auch).

    Anweisungen werden so krass fehlinterpretiert, dass man schreien möchte: Ansage: "Mustermann zieh mal dein Leibchen aus" - Ergebnis - 5 andere Kinder ziehen das Leibchen aus...

    Wenn so etwas oft vorkommt, dann liegt es ziemlich sicher daran, dass die Kinder die Anweisung wirklich nicht verstehen. Da gilt es Mittel und Wege zu finden sich so auszudrücken, dass die Kinder auch wirklcih mitbekommen was der Trainer will.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

  • Update von uns: Unser Ex-Co-Trainer und besater Vater wollen im Verein bleiben und gründen eine neue Mannschaft gleichen Jahrgangs. Angeblich (Buschfunk) würden noch drei Kinder mit wechseln wollen. Dazu gibts noch ein Kind auf der Warteliste. Da wir wohl noch mit weiteren Anfragen rechnen können, ist das ja gar nicht so falsch.


    Ich habe mich auf jedenfall entsprechend positioniert und lasse mich nicht provozieren. Die Kinder, die wechseln wollen können das gerne tun. Ist ja so ne Art Vertrauensfrage. Aber echte Sorgen mache ich mir eigentlich nicht, dass jetzt bei uns die große Abwanderungswelle startet. Das empfinde ich gerade alles irgendwie als reinigendes Gewitter.

  • Nun muss auch ich die Möglichkeit nutzen um mal Dampf abzulassen,


    folgende Situationen haben sich am Wochende zugetragen.
    Nachdem ich zu Saisonbeginn eine E1 (2006er Jahrgangsmannschaft) mit nur 9 Spielern im Kader (gespielt wird 6+1) übernommen und meine (nun) E2 (11x- 2007) abgegeben habe weigerten sich mehrere Spieler der E2 in der E1 auszuhelfen. Da mir dann auch noch ein E1 Spieler 15min vor Treffpunkt absagte musste ich kurzfristig noch Ersatz aus der F-Jugend organisieren. Als Trainer hinterfragt man sich hier schon das erste mal. Das Spiel (2 F-Spieler im 8 Mann Kader) ging in der Folge auch 1:13 verloren. Wobei die Kids niemals aufgesteckt haben. Zu den letzten Spielen waren trotz allem deutliche Verbesserungen zu sehen und nach dem ersten Tor unserer Mitspielerin nach drei Jahren Fußball gab es Freudentränen welche mir jetzt noch Gänsehaut verursachen. Am Ende war ich dann doch froh das Spiel nicht abgesagt zu haben.


    Während sich unsere Spieler im Anschluss umzogen nahm mich ein Vater eines besseren Spielers zur Seite und erklärte mir ich sollte aufpassen da die Kinder ja die Lust langsam verlieren würden. Auch ein Lernerfolg wäre ja in "so einer Mannschaft" für bessere Spiel nicht möglich. Da es sich hierbei um denjenigen Vater handelt welcher eigentlich mit mir die Jugend übernehmen wollte da er es ja so schade fand das die Kids im letzten Jahr Zitat: "durch die festen Positionen gar nichts gelernt hätten", musste ich mir erst mal auf die Zunge beißen. Er relativierte seine Aussage zwar dann noch mit dem Hinweis das er schon sehen würde das bei einer "Leistungs- E1 und E2" die schlechteren Spieler auf der Strecke bleiben würden aber "so könne es ja auch nicht weitergehen".
    Nun muss man festhalten das diese Mannschaft letzte Saison die Spiele in der Regel 0:3 bis 0:8 verloren hat und die besseren beiden Spieler plus Torwart in die D-Jugend wechselten. Erzielt wurde die Ergebnisse mit den besten Spielern in der Abwehr und die anderen vorne wartend mit 2-5 Ballkontakten pro Spiel.
    Wir haben nun das Ziel nach vorne zu spielen und Tore zu schießen. Positionen werden gewechselt und jeder bekommt gleiche Spielanteile. Ergebnisse 1:11 und 1:13 in besagtem Spiel.


    Nun war ich als Trainer schon ziemlich angepisst, mein größter Fehler kommt jedoch erst noch.
    Vorbelastet vom Spiel der E1 fuhr ich noch an unserem Sportgelände vorbei wo gerade das Spiel der E2 zu Ende ging. Hier teilten mir die Eltern des ersten E2 Spielers mit wie leid es Ihnen tut das ihr Sohn nicht in der E1 spielen wollte. Er hatte es sich aber schon mit den anderen Spielern der E2 abgesprochen wie Sie denn das nächste Spiel angehen werden (wir spielen sehr freie Aufstellung auch noch in der E2). Er werde aber gerne in den nächsten Spielen aushelfen da ja viele seiner Freunde E1 spielen. Ich war einfach leider zu spät dran mit meiner Anfrage. OK für mich und gegessen. Der zweite Spieler welchen ich in die E1 holen wollte war jedoch leider schon weg, hatte aber seine Jacke liegen lassen. Also habe ich ihm diese gebracht da ich auch hier das Gespräch mit den Eltern suchen wollte. Immerhin war unser E1 und E2 Konzept im Vorfeld klar kommuniziert worden und auch das "aushelfen" wurde mit allen abgesprochen.
    Hier bekam ich nun als Antwort "das ich das Nein durchaus als generell auffassen kann und dies ja auch kein Wunder sein". Immerhin verliert die E1 ja immer so hoch das sich natürlich keiner gerne die Hacken abrennt für das Team. Des weiteren sei die E2 ja so eine gute Mannschaft welche wir nicht auseinander reißen sollten. Die gewinnen ja sicherlich noch das ein oder andere Spiel. Meine Hinweise das die E2 nur als E2 spielen kann wenn es eben die E1 auch gibt und als E1 auch nichts gewinnen würde verhallten ungehört. Auch unser Konzept alle gleich spielen zu lassen wurde in diesem Zuge noch kritisiert da man ja in der E2 Runde schon mehrere spiele hätte gewinnen können. Randnotiz: Wir spielten am Wochenende das 2te E2 spiel. Erstes wurde 1:13 verloren und dieses 0:7. Aber Sie wissen ja das wir daran nicht ändern werden.
    Nun bleibt festzuhalten das es sich beim Sohn ganz klar um den Star der Mannschaft handelt. Der Vater hat mich letztes Jahr erst einmal drei Trainings beobachtet bevor die Zusage kam das der Sohn auch fest in der F (und nicht in der E) spielt. Dennoch war unser Konzept in der F letztes Jahr völlig in Ordnung. Aber da wurde auch fast alles gewonnen.


    Am Ende ärgere ich mich fast am meisten das ich das Gespräch gleich nach dem Spieltag gesucht habe und nicht erst etwas Zeit ins Land ziehen ließ. Klar war ich in dem Moment etwas angepisst das ich mit zwei F-Spielern antreten musste. Dennoch überwiegt heute die Freude über die tollen Erlebnisse unserer Spielerin usw. Dennoch gebe ich zu das ich mich seit Samstag immer wieder selbst ertappe an unserem E1 und E2 System zu zweifeln. Und genau darüber kann ich mich immer wieder erneut ärgern. Ich hoffe das kommt jetzt richtig rüber.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • An Funino in der E-Jugend glaube ich vorerst mal noch nicht.


    Geärgert hat mich schlicht das letztes Jahr alle sooooo zufrieden waren weil die Entwicklung im gesamten Team einfach nicht zu übersehen war. Genau das wir jetzt aber zum Bumerang und fällt mir selbst auf die Füße da man das Team ja nicht mehr auseinander reißen sollte.


    Aber Ok Wochenende ist vorbei und der Blick geht aufs nächste Spiel. Und Überraschung, gestern kamen schon die ersten Absagen aus meiner E1 für Samstag. Selbes Theater von vorne! Hurra!!!!!!


    Gruß
    Torsten

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  • Ich kann dich gut verstehen. Ubd täglich grüßt das Murmeltier. :-)
    Kleine Korrektur: in der E heisst das dann auch nicht mehr funino, sondern formino. Und ich befürchte du könntest recht haben, denn bis das kommt bist du mit deinem team wohl in der D. :/

  • Und ich befürchte du könntest recht haben, denn bis das kommt bist du mit deinem Team wohl in der D.

    Ich bewundere deinen Optimismus! Selbst in der F ist Funino bisher nur ein Versuch. Bewertung, Erweiterung, erneute Bewertungen und irgendwann (vielleicht) ein flächendeckendes Angebot werden folgen. Selbst wenn in diesem Zuge mehr als nur F-Jugend angeboten werden sollte sehe mich dann bereits eher Sonntag Nachmittag auf der Tribüne beim Herrenspiel und kann sagen "Das hat er schon damals bei mir nie gekonnt!" :saint:


    Ok. Aber nun Pessimismus AUS. Morgen steht die D-Jugend wieder auf den Plan und dann geht es in die nächsten Spieltage. Nur Jammern hilft ja auch nix. Und es heißt nun einfach das beste daraus zu machen.


    Gruß
    Torsten

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  • totog :


    Du schreibst von einem E1/E2 Konzept. Dieses scheint aber von euch vorher nicht richtig durchdacht worden zu sein, oder aber ihr arbeitet als Trainer nicht wirklich zusammen.
    Sprecht euch vor den Spieltagen ab und nominiert gemeinsam. Nicht die Kinder suchen sich heraus, in welcher Mannschaft sie am Wochenende spielen, sondern ihr stellt den jeweiligen Kader zusammen. Dann spielt das jeweilige Kind in der zugewiesenen Mannschaft oder es spielt nicht. - Auch nicht im anderen Team. Merkt ihr, dass Absagen allein aus dem Grund kommen, weil Kind ( oder Vater ?( ) nicht mit der Nominierung einverstanden sind, fehlt das Kind bei der nächsten Nominierung ganz.

  • @Karl
    Ganz so kann ich das leider nicht stehen lassen.
    Unter uns Trainern findet die Abstimmung sehr wohl statt und unser Konzept wurde auch den Eltern vorgestellt und allen vermittelt. Bis hier waren auch alle einverstanden.


    Nominierungen finden in der Regel auch im Vorfeld und abgestimmt statt. Wenn dir nun aber mehrere Spieler am Tag vorm Spiel oder teilweise noch kurzfristiger absagen musst du reagieren. Aber auch daraus habe ich gelernt. Mein Ansatz war das nicht eine ganze Mannschaft unter den Verhalten eines einzelnen leiden sollte und deshalb habe ich versucht beide Teams möglichst mit min. 7 Spielern aufzustellen.
    Da ich am Ende in beiden Teams nur mit F-Spieler überhaupt Ersatz stellen konnte waren meine Möglichkeiten hier auch beschränkt bzw. wollte ich nicht andere das ausbaden lassen da ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht wusste warum die Spieler nicht ins andere Team kommen. Hier muss ich hinzufügen das der Treffpunkt der E1 knapp zwei Stunden früher war und ich es meinen Eltern auch zugestehen möchte Pläne rund ums Fußball zu machen. Wenn ich Sie nun am Vortag anschreibe und fragen ob zwei Stunden eher auch in Ordnung wären muss ich ggf. auch eine Absage hinnehmen und bin auch gewillt diese zu akzeptieren.


    Recht gebe ich dir allerdings das ich das ganze etwas unterschätzt habe und mich zu sehr auf die Zusagen der Eltern verlassen habe. Für den nächsten Spieltag habe ich jedoch bereits reagiert und uns die Zusagen der Eltern noch früher eingeholt. Trotz allem bin ich noch nicht so weit generell zu sagen Spiel in der Ex oder bleib zu hause. Wenn es Gründe gibt welche mir die Eltern darlegen können (z.B. aktuell; Würde gerne im Team spielen welches eher spielt da wir dann auch eine Familienfeier müssen) werden sich auch Lösungen finden. Damit mache ich mir das Leben nicht leichter aber das Risiko gehe ich ein. Absagen "Spielt nicht!" werde ich aber in Zukunft auch mit mehr Nachdruck hinterfragen und ggf. entsprechend Sanktionieren.


    Gruß
    Torsten

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  • Die Kinder trainieren immer zusammen und kennen sich ausreichend. Verstehen sich soweit auch alle.
    Hier scheint auch ein falscher Eindruck entstanden zu sein das die Kinder generell nicht helfen wollen oder anderes. Das stimmt so nicht. Mit etwas Abstand und ein paar Gesprächen mit Eltern stellt sich das ganze anders dar.


    Wir stellen die geplanten Kader (abgestimmt unter den Trainern) bereits vorm letzten Training in die Gruppe um alle zu informieren und ggf. noch mit den Kindern zu besprechen wenn etwas nicht passt oder wir wegen Absagen nochmal verschieben müssen. Hier gab es bisher auch keine Probleme und auch heute (neue Kader für Samstag) gibt es keine Probleme. Letzte Woche hatte ich leider nach dem Training noch mehrere Absagen und wollte daher nochmal Ändern. Die eine Antwort war das sich die Kinder bereits untereinander abgesprochen haben (aufgrund meines Kaders) wie sie denn spielen wollen. Daher wollte dieser Spieler "lieber in der E2" spielen, das wurde auch von mir akzeptiert. Einzig der zweite Spieler (oder die Eltern) haben sich generell geweigert.
    Hier scheint es allerdings so zu sein dass die Eltern ein Pokalspiel aus der Vorbereitung noch sehr Ärgert welches wir 0:16 mit einem gemischten Team verloren haben. In diesem hatten wir zuletzt nur noch gegen drei Feldspieler der anderen Mannschaft (Trainer hat immer weiter reduziert) immer noch keine Chancen. Das haben die Eltern des Jungen scheinbar als absolute Frechheit der anderen Mannschaft empfunden und scheinbar daraufhin beschlossen das sie das ihrem Sohn nicht mehr antun wollen.


    Hierzu habe ich allerdings noch nicht die Möglichkeit mit den Eltern selbst nochmal zu sprechen.


    Das Ganze entstand also aus einer Situation in welcher ich nach der offiziellen "Nominierung" nochmal ändern wollte. Zusätzlich liegt eigentlich nur ein Spieler bzw. dessen Eltern quer. Das kann ich jetzt mit mehr Abstand besser einschätzen.


    Unsere Lehren sind daraus:
    - Training wird weiter gemeinsam durchgeführt. Übungen werden zwar immer doppelt durchgeführt aber gerade in den Spielformen werden die Kinder nach Können zusammen gesetzt. Also gemischt aus beiden Teams.
    - Vor dem letzten Training wird für beide Mannschaften ein Kader gesetzt (unter Berücksichtigung aller bisherigen Ausfälle und Absagen). Die meisten unserer Eltern sagen auch bereits Woche im Voraus wann Sie ggf. nicht da sind. Spätere Absagen (nach dem Training) werden nicht mehr versucht durch Tauschen auszugleichen sondern, wenn nötig, aus der F aufgefüllt, abgesagt oder mit den vorhandenen Kader gespielt.
    - Wie bereits vorab mit den Eltern besprochen werden zum "Auffüllen" der E1 alle Kinder der E2 berücksichtigt und entsprechend gewechselt.


    In Summe wollten wir auch genau das immer so umsetzen und haben es so geplant. Meine eigene Abweichung vom Plan ging einfach entsprechend schief. Again what learned!


    Gruß
    Torsten

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  • Und nicht zu vergessen: Das ist ein "Frust-Abbau-Thread" und keine "Hilfesuch und Ratschlag Thread" :-)
    Zumindest habe ich ihn so verstanden. Deswegen finde ich das auch OK wenn man sich hier einfach mal auskotzt und nicht gleich jedes Detail ausdiskutiert wird.

  • das eine schließt das andere ja nicht aus... :rolleyes: Auskotzen und vielleicht nochmal ein neutrales Statement von anderen zur Nervenberuhigung...


    Unser abtrünniger Co-Trainer stand wohl mit nur 4 Kindern zum Trainingsauftakt da. Hat er sich sicher auch anders vorgestellt... Und witzigerweise sind aus unserer Sicht "die richtigen" (also Eltern) gegangen.

  • Ich hatte das hier auch als "kotz mich mal aus" Veranstaltung verstanden und daher meinen Text verfasst.


    Muss aber auch sagen das auch durch die Nachfragen und Anregungen das eigen Bild der ganzen Situation etwas verschoben wurde und durchaus auch meine eigenen Fehler (auch für mich selbst) in den Vordergrund traten. Daher möchte ich auch nicht ausschließen das Nachgefragt und auf evtl. Fehler hingewiesen wird.
    Oft ist es ja einfach so das eine selbst absolut klar ist wie und warum man etwas haben will oder meint. Auf Nachfrage stellt man aber fest das es für andere vielleicht weniger klar oder sogar ganz anders erscheint.


    @Goodie
    Obwohl Kindertraining niemals eine Konkrenz-Veranstalltung sein sollte glaube ich gerne das man dadurch seinen eigenen Weg (oder den der aktuellen Mannschaft) bestätigt sieht.

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  • Ein Vater von einem meiner E-Jugendspieler war nun schon zum zweiten mal in der Geschäftsstelle und hat sich dort über mich ausgelassen... Passt ihm nicht, dass alle Kinder alle Positionen spielen sollen und der durchaus talentierte Junge auch mal eine Halbzeit draußen bleibt, weil jeder mindestens eine Halbzeit spielt. Kam in einem Spiel an die Seitenlinie und hat laut geschimpft wie ein Rohrspatz ("So eine scheiße hier!"), weil wir dabei waren eine 5-Tore-Führung zu verschenken (Haben aber letztendlich gewonnen). Wie können Eltern teils jungen Trainern gegenüber nur so aggressiv auftreten?

  • In solchen Fällen wünscht man sich einen guten Jugendleiter, der in solchen Fällen die Diskussion mit Problemeltern übernehmen kann. Manchmal können da aber auch die Mütter steuernd eingreifen. Man will ja nicht das Kind für den Vater bestrafen und bittet dann darum, dass in Zukunft die Mutter das Kind bringt.

  • Ganz ehrlich, dieses dauernde Eltern-Bashing nervt und ist außerdem ungerecht. Meckern auf die Eltern wird ja schon ein Sport unter den Trainern. Ich sehe es so, dass sich da die Vereine und die Trainer an die eigene Nase packen müssen. Wenn das Vertrauen in die Arbeit da ist und nach transparenten Regeln trainiert und im Spiel aufgestellt wird, gibt es auch kein Problem mit den Eltern. Statt zu meckern und schöne Texte für Facebook oder Artikel für irgendwelche Tageszeitungen zu schreiben, sollte die Zeit in das Erstellen eines Konzeptes für die Kinder- und Jugendarbeit investiert werden, in denen die Kriterien, nach denen trainiert und gearbeitet wird, für jeden und jede transparent einsehbar sind. Dann weiß man nämlich als Eltern, woran man ist, und kann sich überlegen, wo man sein Kind anmeldet. Und ich behaupte, wenn die Regeln transparent sind, dann wird auch kein Vater und keine Mutter etwas sagen!


    Die Vereinsnormalität ist jedoch, jeder Verein kocht sein eigenes Süppchen; es gibt keine offiziellen Gütesiegel, Kriterien oder sonstwas, nach denen wir Eltern die Arbeit der Vereine vergleichen können. Man weiß auch oft gar nicht, nach welchen Kriterien die Trainer ausgewählt worden sind, über welche Qualifikation sie verfügen oder wenigstens was ihre Grundsätze/Ziele fürs Training sind.


    Und dann liest man auch hier Sätze wie die von TW-Trainer, ich zitiere:

    Zitat

    Das Talent wird häufig überbewertet. Es kommt vielmehr darauf an, was man mit den Kindern macht.


    Und da wundert man sich, dass die Eltern die Fußballerfahrungen ihrer Sprösslinge kritisch begleiten!? Die Alterspyramide bei Fußballspielern ist doch bekannt!?


    Und dann muss man mal den Zeitaufwand sehen, den der Fußball für Eltern und Familien bedeutet. Training 1-2x die Woche (mit Anfahrt), Spiel regelmäßig am WE inkl. Fahrdienst (Familienzeit!!), immer wieder Turniere, wo dann auch schonmal ein ganzer Samstag oder Sonntag drauf geht; dazu Extras, wie hin und wieder Trikots waschen, dazu all der Ärger, weil es einen eben nicht kalt lässt, wenn das eigene Kind von 40 Minuten bei einem Spiel die Hälfte im Regen steht und auf seinen Einsatz wartet, während der Stümper von Trainersohn auf der 10er-Position durchspielen darf (ich karikiere) etc.


    Viele Trainer sind Spielerpapas. Hat der eigene Nachwuchs da keinen Bonus? Natürlich nicht ;):P Ja, nee, ist klar.


    Mich ärgert dieses Gemotze auf die Eltern, weil es doch v.a. den Dilettantismus auf Vereinsseite offenbart. Wut und Ärger stehen da im Raum, wo man Ungerechtigkeiten wahrnimmt/wittert. Davon ist der Fußball voll; und daran tragen sicher am wenigsten die Eltern schuld ;)


    Die Vereine müssen Farbe bekennen!! Wie wird trainiert? Welche Ziele sollen in welchem Alter erreicht werden? Welche Einsatzzeiten in Spielen werden garantiert? Nach welchen Kriterien werden die SpielerInnen auf welchen Positionen eingesetzt? Usw. usf.


    Wem das zu aufwändig ist, der darf sich nicht über Eltern, die ihre Kinder lieben und das Beste für sie wollen, beschweren.

  • Powerzwergenpapa :


    Der Thread heißt Frustabbau-Thread und deshalb wird hier eben Dampf abgelassen und nicht nach Lösungen gesucht.


    Für die meisten von uns wäre es ein Segen, bestimmte Eltern mit Zeitungspotenzial fänden auch eine sozialverträgliche Möglichkeit, ihren Frust außerhalb des Trainingsplatzes abzubauen. ;)