Trainingsplanung D-Jugend

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  • Nun fasse ich mal das Gespräch zusammen:

    Der Vorstand hat begrüßt mit dem Wunsch nach einer konstruktiven Diskussion, um die Ideen der Trainer in die Vereinsphilosophie einzuordnen.

    Das ist dann weniger gut gelungen, weil wie ihr schon angemerkt habt, sind da einige Dinge nicht altersgerecht. Es kamen die Argumente "wir machen es anders, weil wir uns vom Rest abheben wollen" und "die Erfahrung hat gezeigt, dass man so erfolgreich ist". Als vom Betreuer dann zur Sprache kam, dass es mehrere Eltern gibt, die mit der Art und Weise nicht einverstanden sind, waren diese Eltern Schuld, weil sie ja nicht direkt zum Trainer gekommen sind. Der ist natürlich laut eigener Aussage kritikfähig und möchte alles hören, damit er sich verbessern kann. Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass das Trainerteam sich auf das Alter der Spieler einstellen soll und ihnen klar sein muss, dass sie mit 11-Jährigen arbeiten. Auch die Kadergröße muss organisiert werden und es müssen an jedem Spieltag fünf Gespräche mit Spielern geführt werden, die danach sehr enttäuscht sein werden - das ist laut den Trainern aber kein Problem.

    Am Ende durfte ein Vorstandsmitglied noch ein paar Worte sagen (sein Sohn ist in der Mannschaft). Er hat nochmal (sachliche) Kritik geäußert als direkt Betroffener (Sohn weint nach dem Training). Auf einmal war man dann doch nicht mehr so kritikfähig im Trainerteam und wollte gar nicht mehr so genau wissen, wo man sich verbessern kann. Es wurde dann etwas lauter und es hieß, der Sohn wäre sensibel und müsse halt das lernen.


    Ich weiß nicht, was da hängen geblieben ist. Wenn der erste Monat Vorbereitung jedenfalls nicht besser läuft, kann der Vorstand sagen: Wir haben euch die Chance gegeben und ihr habt sie nicht genutzt.


    War echt ein komisches Gespräch. Weil Einsicht versprochen wurde, aber direkt danach Kritik eines Betroffenen nicht angenommen wurde. Schauen wir mal

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Also für mich hört sich das nicht nach Reflexionsfähigkeit an. Da sind Leute am Werk, die denken ihr Weg ist richtig und alle die nicht zustimmen haben ein Problem mit ihnen als Person. Leider wird wohl die Konsequenz sein müssen, die Trainer zu verabschieden.


    Noch kurz eine Meinung zum positionsgetreuen Training, weil das diskutiert wurde. Wenn wir den modernen Fussball anschauen, ist der so dynamisch. Bestes Beispiel ist PSG, wo Hakimi als Rechter Aussenverteidiger plötzlich 10er spielt, während der 8er sich zum Linken Aussenverteidiger fallen lässt um da den Spielaufbau zu machen. Die Spieler müssen verschiedene Rollen erleben und verschiede Fähigkeiten erlernen, vor allem auf dieser Altersstufe.

  • Das mit den Positionen erklär mal den selbsternannten Experten oder ehemaligen Spielern aus "ambitionierten" Vereinen der Elternschaft und Trainerkollegen. Was habe ich mir da den Mund fusselig geredet....

    Hauptsache man gewinnt gegen Team 0815 in der E Jugend.

  • Also für mich hört sich das nicht nach Reflexionsfähigkeit an. Da sind Leute am Werk, die denken ihr Weg ist richtig und alle die nicht zustimmen haben ein Problem mit ihnen als Person. Leider wird wohl die Konsequenz sein müssen, die Trainer zu verabschieden.

    Ja, wie gesagt: wir schauen uns jetzt die nächsten Wochen an. Die Vereinsphilosophie ist jetzt klar kommuniziert worden und wenn sich das nicht ändert, hatte man ihnen die Chance gegeben. Mir schwant aber schön böses, ich habe am Dienstag schon die Einteilung der Teams für das 9gg9-Abschlussspiel der nächsten Trainingswoche bekommen und wer wie viele Platzrunden laufen muss.

    Noch kurz eine Meinung zum positionsgetreuen Training, weil das diskutiert wurde. Wenn wir den modernen Fussball anschauen, ist der so dynamisch. Bestes Beispiel ist PSG, wo Hakimi als Rechter Aussenverteidiger plötzlich 10er spielt, während der 8er sich zum Linken Aussenverteidiger fallen lässt um da den Spielaufbau zu machen. Die Spieler müssen verschiedene Rollen erleben und verschiede Fähigkeiten erlernen, vor allem auf dieser Altersstufe.

    Genau, vielseitige Ausbildung ist für die spätere Laufbahn - egal in welcher Liga - wichtig. Und vor allem in dem Alter kann doch niemand schon in eine Position gepresst werden - es sei denn, er möchte unbedingt Verteidigen und bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Das ist aber kein Grund, dass er im Training nicht aufs Tor schießen "darf".

    Das mit den Positionen erklär mal den selbsternannten Experten oder ehemaligen Spielern aus "ambitionierten" Vereinen der Elternschaft und Trainerkollegen. Was habe ich mir da den Mund fusselig geredet....

    Hauptsache man gewinnt gegen Team 0815 in der E Jugend.

    Da hatte ein F-Jugend-Vater um ein Probetraining bei unserer F1 gebeten und in der Mail geschrieben, sein Sohn wäre ein klassischer Flügelspieler, kann aber auch auf der 10 Bälle verteilen. 8 Jahre alt. ^^ Der Trainer hat ihm geantwortet, dass sie 4+1 spielen und es diese Positionen auf dem Feld bei ihnen nicht gibt

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Erste Trainingseinheit: Gruppe in zwei Hälften geteilt. Eine Gruppe macht Spielformen, die wahrscheinlich sogar Spaß gemacht haben (habe nur ab und zu rübergeschaut). Die andere Gruppe macht 60m Läufe, 60% mit Ball und Hürdensprüngen - 25 Minuten lang. Erste Spieler haben gesagt, sie können nicht mehr. Trainer sagt den Spielern diese Sätze: "Macht keinen Spaß, aber da müsst ihr durch", "Ist halt Vorbereitung" und "Würde mir auch keinen Spaß machen, aber muss gemacht werden". Ich habe auf jede dieser Aussagen dann gesagt "Warum machen wir was, was keinem Spaß macht?" - nur komische Blicke.


    Es ist nicht angekommen, was besprochen wurde. ?( Also langsam kocht in mir sogar etwas Wut hoch, weil die mich "verarscht" haben.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Charles De Goal Grundsätzlich gebe ich dir ja recht. Du solltest jetzt aber nicht jede Trainingseinheit auf die Goldwaage legen.


    Ich richte mein Training auch größtenteils nach der Trainingsphilosophie Deutschlands aus. Das wird den Spielern (D-Jugend) aber teilweise auch langweilig wird. Ich baue dann auch einmal Kraft oder Sprinteinheiten in das Training ein. Und auch wenn die Spieler während des Trainings meckern, wenn es anstrengend wird, sind das die Trainingseinheiten, über die die Spieler einen Monat später positiv berichten.

    Ich lasse Spieler auch mal eigene Trainingseinheiten gestalten. Da werden häufig Hütchenparcours (keine Ahnung, wo die das herhaben,ich mache so ja kein Training) aufgebaut, den die Spieler durchqueren und das macht denen ja so viel Spaß -sagen sie zumindest-, die Körperhaltung und die Gesichtsausdrücke sagen aber was anderes.


    Ich will damit sagen, dass Abwechslung total wichtig ist. Hier gibt es ja einen ganzen Thread dazu "Aus anderen Sportarten lernen". Wenn ein Trainerteam jetzt in der Vorbereitung mal von der Trainingsphilosophie abweicht, dann ist das nicht zwingend schlecht. Du solltest den beiden auch eine reele Chance geben, sich zu beweisen. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut sind.

  • Die andere Gruppe macht 60m Läufe

    Gehe ich von einem Platz mit 100m aus und nehme die 2x 16er (33m) raus, bleiben 67m - d.h. die machen Sprints über den ganzen Platz. Frage sie mal, wie oft das im Spiel vorkommt. ;)

    "Analysen zeigen, dass 96 % der Sprints in einem Fußballspiel Distanzen von bis zu 30 m aufweisen. Dabei sind 49 % der Sprintdistanzen 10 m und kürzer (25). Aus dieser Verteilung der Sprintdistanzen kann abgeleitet werden, dass sowohl das Sprintantrittsverhalten als auch die maximale Sprintgeschwindigkeit wichtige Ausprägungen der Sprintleistungsfähigkeit im Fußball sind (29). Neuere Befunde aus der französischen Liga weisen darauf hin, dass die 10m-Sprintzeiten höherklassigere

    von niederklassigeren Spielern besser trennen als die 30m-Sprintzeiten (4)."

    Quelle: 125-131.pdf (aber wahrscheinlich ist die Quelle von 2006 den Trainern zu alt)

  • Die andere Gruppe macht 60m Läufe

    Gehe ich von einem Platz mit 100m aus und nehme die 2x 16er (33m) raus, bleiben 67m - d.h. die machen Sprints über den ganzen Platz. Frage sie mal, wie oft das im Spiel vorkommt. ;)

    "Analysen zeigen, dass 96 % der Sprints in einem Fußballspiel Distanzen von bis zu 30 m aufweisen. Dabei sind 49 % der Sprintdistanzen 10 m und kürzer (25). Aus dieser Verteilung der Sprintdistanzen kann abgeleitet werden, dass sowohl das Sprintantrittsverhalten als auch die maximale Sprintgeschwindigkeit wichtige Ausprägungen der Sprintleistungsfähigkeit im Fußball sind (29). Neuere Befunde aus der französischen Liga weisen darauf hin, dass die 10m-Sprintzeiten höherklassigere

    von niederklassigeren Spielern besser trennen als die 30m-Sprintzeiten (4)."

    Quelle: 125-131.pdf (aber wahrscheinlich ist die Quelle von 2006 den Trainern zu alt)

    Um die richtige Technik beim Sprinten zu erlernen (Körperhaltung, Armeinsatz) muss man über 30-60 m Sprinten.

    Auf 10-30m kommt man als "Anfänger", und nichts anderes sind Kinder und Jugendliche, kommt man sonst gar nicht so weit die Technik zu verbessern.

    Für den Antritt sind natürlich die kurzen Sprintstrecken besser.


    Steht übrigens auch in dem verlinkten Text:

    "Sie fanden, dass Sprintläufe über 20 m und 50 m die Maximalgeschwindigkeit signifikant verbessern können."


    Ich habe das auch regelmäßig (einmal pro Woche 3 oder 4 Sprints in rund 10 Minuten) von der Mittellinie zur Torlinie oder von 16er zu 16er machen lassen am Ende vom 2. E-Jugend Jahr.

    Im Schnitt sind die Kiddies, nachdem die Technik korrigiert wurde, über eine Sekunde auf die 50 Meter schneller geworden.

    Der Antritt hat in erster Linie mit Muskulatur und Muskelaufbau und auch Reaktionsschnelligkeit zu tun.

    Ersteres mache ich vor dem 2. D-Jugend Jahr nicht, zweiteres trainiere ich seit der F Jugend.


    Sollte man komplette Trainingseinheiten damit füllen? Nein, natürlich nicht.
    Aber zwischendurch mal 3 oder 4 Sprints um dem Kiddies zu helfen ihre Technik zu verbessern kann man machen.

    Gerade heutzutage wo viele Kinder nicht mehr so viel rausgehen wie früher und entsprechend weniger ausgeprägte Bewegungsabläufe haben.

    Wir haben unsere Sprintfähigkeiten doch schon damit verbessert wenn wir vom Nachbargrundstück den Ball geholt oder einen Apfel vom Baum stibitzt haben :)

  • nur maximale Sprints machen dich schneller, aber wenn du die Kids in 10 Minuten 3-4 mal 50 sprinten lässt ist die Pause viel zu kurz. Faustregel ist 10m Sprint = 1 Minute Pause. Bei Kindern und Jugendlichen vielleicht etwas kürzer (45 Sekunden). Pause heißt in dem Fall auch wirklich Pause, kein Ball hochhalten etc. Nur wenn sie komplett erholt in den Sprint gehen bringt das etwas.

  • 3 Minuten Pause hatte ich immer dazwischen. Bei 4 Sprints waren es dann 12 Minuten, also "rund" 10 :)

    Die sollen dann ein paar Schritte ruhig gehen zum runterfahren und dann ausruhen.

    So habe ich das von einem Athletiktrainer erklärt bekommen.

  • Ich will damit sagen, dass Abwechslung total wichtig ist. Hier gibt es ja einen ganzen Thread dazu "Aus anderen Sportarten lernen". Wenn ein Trainerteam jetzt in der Vorbereitung mal von der Trainingsphilosophie abweicht, dann ist das nicht zwingend schlecht. Du solltest den beiden auch eine reele Chance geben, sich zu beweisen. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut sind.

    Ja, natürlich. Aber bei der Vorgeschichte haben wir die Einheit am Montag, bei dem es genau so weitergeht wie vorher. Dienstag waren übrigens 5 Platzrunden auf Zeit der Trainingsstart.

    Wenn was angekommen ist, würde sich was ändern. Es ist das gleiche Training wie davor, nur mehr Fokus auf Fitness, warum auch immer eine D-Jugend in der Kreisliga eine Saisonvorbereitung braucht. Normalerweise wird Fußball "gespielt", hier wird Fußball "gearbeitet".

    Gehe ich von einem Platz mit 100m aus und nehme die 2x 16er (33m) raus, bleiben 67m - d.h. die machen Sprints über den ganzen Platz. Frage sie mal, wie oft das im Spiel vorkommt. ;)

    Also das waren keine Sprints (bezüglich Sprinttechnik stimmt es ja tatsächlich, dass längere Sprints gut für die Technik sind, kürzere für den spielnahen Antritt). Das waren 60% Läufe ohne Pause. Hin- und herpendeln, von der einen Seite zur anderen. 25 Minuten lang. Aber wie gesagt: Mit Ball und in der Mitte waren drei Hütchen, bei denen man einen Slalom machen sollte. :/

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Mittwoch 1:5-Niederlage gegen einen Bezirksligisten, gestern dann Leistungsvergleich mit überkreislichen Teams. Für den Leistungsvergleich gab es eine 45-minütige (!!) Mannschaftsbesprechung, was alles falsch in der Mannschaft läuft und dass wir neue Spielzüge brauchen, die wurden dann auch erklärt (Spoiler: haben nicht funktioniert). Am Ende haben wir alle drei Spiele (teils sehr deutlich verloren) und nur ein Tor geschossen. Und wer war schuld? Natürlich die Kinder, die gegen viel zu starke Gegner überhaupt keine Chance hatten.


    Beim nächsten Training wird das dann auf jeden Fall Thema sein: Entweder überschätzen die beiden Trainer die Kinder extrem oder das, was sie da veranstalten funktioniert einfach nicht. Egal, was von beidem es ist, es muss aufhören. Ich glaube nämlich nicht, dass die Ergebnisse auf magische Weise besser werden, wenn man neue Spielzüge einstudiert.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Mittwoch 1:5-Niederlage gegen einen Bezirksligisten, gestern dann Leistungsvergleich mit überkreislichen Teams. Für den Leistungsvergleich gab es eine 45-minütige (!!) Mannschaftsbesprechung, was alles falsch in der Mannschaft läuft und dass wir neue Spielzüge brauchen, die wurden dann auch erklärt (Spoiler: haben nicht funktioniert). Am Ende haben wir alle drei Spiele (teils sehr deutlich verloren) und nur ein Tor geschossen. Und wer war schuld? Natürlich die Kinder, die gegen viel zu starke Gegner überhaupt keine Chance hatten.


    Beim nächsten Training wird das dann auf jeden Fall Thema sein: Entweder überschätzen die beiden Trainer die Kinder extrem oder das, was sie da veranstalten funktioniert einfach nicht. Egal, was von beidem es ist, es muss aufhören. Ich glaube nämlich nicht, dass die Ergebnisse auf magische Weise besser werden, wenn man neue Spielzüge einstudiert.

    um was geht es Dir konkret ? schwache Gegner aussuchen damit die Eltern ein geschmeidiges 6:0 sehen und sich alle freuen ?


    Ob man 45 minuten auf die Jungs einreden muss, weiß ich nicht. Wahrscheinlich haben sie in dem Alter eh alles nach 10 Minuten vergessen. Das man sich überregionalen Gegnern stellt finde ich nicht verkehrt.


    In welcher Liga startet ihr den ? Wahrscheinlich werden solche Vorbereitungsspiele mehr bringen als gegen schwache

  • In der Vorbereitung dürfen starke Gegner durchaus auch mal im Testspiel bespielt werden. Habe ich gestern mit meiner B-Jugend auch gemacht. Zwar deutlich verloren, aber der Lernwert war aus meiner Sicht höher als gegen eine Mannschaft, welche man eventuell abschießt.

    So habe ich jetzt erstmal eine gewisse Demut bei den Jungs und sie wissen woran sie stehen und wir haben gut aufgezeigt bekommen, woran wir arbeiten werden im Training.

    Und genau letzteres ist der größte Mehrwert bei Testspielen gegen bessere Gegner. Aufzeigen von Schwachstellen und ausprobieren von Lösungsmöglichkeiten auf hohem Niveau. Wir hatten in dem Testspiel definitiv einige sehr gute Abläufe, die in unserem Ligabetrieb gegen Teams auf unserem Niveau natürlich besser funktionieren werden als gegen den gestrigen Gegner. Unser Ziel ist aber unser Team auf ein derartiges Level zu heben, weswegen weitere Testspiele dieser Art folgen werden.

  • Wir spielen in der Kreisliga-Quali.


    Und nein, ich möchte nicht, dass wir nur gegen schwache Gegner spielen und den Eltern ein 6:0 bieten. Ich finde das etwas polemisch von dir, hast du den Thread nicht gelesen?


    Es wird ja noch ein Zwischending zwischen 6:0-Sieg und 1:8-Niederlage geben, oder? Also in meinen Jahren als Chef-Trainer habe ich auch mal hoch gewonnen oder verloren. Aber ich habe mir Gegner gesucht, bei denen ich möglichst auf Augenhöhe spiele und wenn dies wider Erwarten nicht so war, wusste ich es auch einzuordnen und habe es den Spielern so weitergegeben.


    Letzte Woche waren das 150 Minuten gegen klar bessere Gegner und es gab 2:20 Tore. Und die Reaktion war, dass alle schlecht sind, von der 45-Minütigen Besprechung nichts hängengeblieben ist und jetzt härter trainiert werden muss.


    Ich glaube nicht, dass Kinder in dem Alter durch dauerhafte Überforderung und Druck lernen (und das ist in mindestens drei Vierteln der Spiele und im Training so). Bei den paar Siegen, die es gab, war übrigens auch ganz viel schlecht, weil man mehr Ballbesitz hätte haben müssen. Das sind einfach die falschen Erwartungen an eine U13 in der Kreisliga.


    Kommt irgendwann der Punkt, an dem dieser Druck vorbei ist und die Jungs endlich das ernten, was sie jahrelang investiert haben? Nein. Die laufen immer der Perfektion hinterher und können sie niemals erreichen. Weil selbst Siege schlecht sind.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Charles De Goal

    Absolute Zustimmung.


    Das Problem ist nicht, dass man mal hoch verliert. 2:20 Tor in den Testspielen = falsche Gegnerauswahl. Konsequenz eine besch... 45 Min- Besprechung in der U13 in der über Spielzüge palabert wird. Außerdem scheint alles immer auf der negativen Schiene abzulaufen. Die Kids brauchen keine Hobby Fussball Strategen, die ihnen ständig sagen, was alles schlecht läuft. Die Kids wollen Spaß haben bei ihrem Hobby Fussball und müssen überwiegend positiv bestärkt werden, so meine Idee...

    Dilettanten am Werk, die es vermutlich nicht wissen, oder es nicht verstehen wollen. Eigentlich müssten die weg...

    Oder vielleicht mal open minded Schulungen besuchen, aber ich vermute...

  • Oh ja, Trainer dieser Art gibt es leider noch zuhauf. Vor allem eine derartig negative Art würde ich massiv zum Kotzen finden.

    Als Jugendtrainer muss man immer überlegen, welche Kids man vor sich hat. Wenn ich Kreisliga lese, denke ich, dass dort ein Breitensportverein sein wird und Kinder mit unterschiedlichsten Entwicklungsständen.


    Das ist aus meiner Erfahrung heraus die größte Herausforderung und das Anspruchsvollste, was man als Trainer im Jugendbereich vor sich haben kann.

    Ich trainierte bereits in Leistungsvereinen und Stützpunkt und bei Breitensportvereinen und fand letzteres immer am Schwierigsten, weil man natürlich immer den Anspruch hat, den Kids auf ihrem Level jeweils helfen zu wollen.


    Dort die ambitionierten und willigen Talente und auf der anderen Seite Kinder, die einfach soccen wollen ohne große Ansprüche. Und dann gibt es da noch Kinder, die einfach beschäftigt werden soll und eine ganze Menge Kids zwischen den genannten Gruppen.


    Ich kann dir nur raten, sprech es an bei der Jugendleitung oder wechsel wenn möglich den Verein. In einem solchen Team wird dein Kind nicht lange Freude haben

  • Charles de Goal ist doch bereits Teil der Jugendleitung…

    Sein Problem hört sich nach Verein im Verein an. Schwierig sowas aufzubrechen wenn die Eltern das Team selbst in der KL BOL Quali als Elite fühlen…

  • Zitat

    Es wird ja noch ein Zwischending zwischen 6:0-Sieg und 1:8-Niederlage geben, oder? Also in meinen Jahren als Chef-Trainer habe ich auch mal hoch gewonnen oder verloren. Aber ich habe mir Gegner gesucht, bei denen ich möglichst auf Augenhöhe spiele und wenn dies wider Erwarten nicht so war, wusste ich es auch einzuordnen und habe es den Spielern so weitergegeben.

    Genau diesen Ansatz finde ich total richtig von dir. Sicherlich ist es auch möglich mal gegen stärke oder schwächere Teams was auszuprobieren oder auch mal die "zweite Garde" spielen zu lassen. Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung das Spiele auf Augenhöhe das beste Lehrmittel, gerade im Kinderfußball, ist. Wenn das Spiel von Anfang bis Ende mit einem knappen Ergebnis abläuft ist schon alleine die Intensität, der Wille auch mal paar Meter mehr zu laufen und der Einsatz der Kids deutlich höher. Wenn ich aber früh vier, fünf oder sechs zu null hinten liege, werden meine Kids auch nicht mehr das Feuer auf den Platz zaubern. Immer wieder schade zu lesen, dass es Trainer im Kinderfußball gibt, die das nicht so sehen.


    Wir haben auch einige Teams im Kreis gegen die wir regelmäßiger bei Leistungsvergleichen oder Turnieren antreten. Diese Spiele sind immer auf Augenhöhe und knapp was das Ergebnis angeht. Man weiß vorher nie wer das Spiel gewinnt und die Kids (zumindest meine ;) ) sind jedes Mal heiß wenn es gegen diese Gegner geht. Sie wissen das sie die Spiele gewinnen können aber halt auch nur dann wenn sie Vollgas geben. Und genau wenn die Spiele so spannend ablaufen ist es doch um so schöner wenn die Kinder dann als Team super kombinieren, eine Spieler mit einer super Grätsche denn Torschuss blockt oder ein tolles Solo zu einem Tor führt. Gewinnt man dann das Spiel ist die Freude riesig. War der Gegner den Tag besser wird fair abgeschlagen und es beim nächsten Vergleich besser gemacht.


    Ich kann deinen Frust auf jeden Fall vollkommen nachvollziehen.

    „Nur wer den Mut hat, einen Elfmeter zu schießen, verschießt auch welche.“

    Einmal editiert, zuletzt von RobertoBaggio10 ()

  • Ich kann dir nur raten, sprech es an bei der Jugendleitung oder wechsel wenn möglich den Verein. In einem solchen Team wird dein Kind nicht lange Freude haben

    Danke an Breitnigge, du hast den Thread verfolgt und es schon richtig gestellt! ^^


    Also ich bin der Jugendleiter der oberen Teams und natürlich bin ich im Austausch mit meinem Kollegen, der u. A. die D-Jugenden betreut.

    Sein Problem hört sich nach Verein im Verein an. Schwierig sowas aufzubrechen wenn die Eltern das Team selbst in der KL BOL Quali als Elite fühlen…

    Und ja, das ist das Problem: Es ist natürlich als Jugendleiter/Vorstand immer super, wenn ein Trainerteam sich selbst um kümmert. Wenn es dadurch aber komplett autark ist, Trainingsorte auf andere Plätze verlegt und sich von allem abkapselt, ist das tatsächlich ein "Verein im Verein". Den Eltern und Spielern wird ständig gesagt, dass es was besonderes ist, in der Mannschaft zu sein - quasi eine Eliteförderung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der/die Trainer sich etwas überschätzen. Ich sage ja auch nicht, dass alles falsch läuft. Dennoch ist im Threadverlauf glaube ich vieles zu finden, wo man den Kopf schütteln kann. Ist es B-Jugend-Landesliga, ist es wohl hinnehmbar. Aber nicht in der U13-Kreisliga.


    Und zur Einordnung des Vereins: Wir haben 26 Teams, die Herren klopfen bei der Verbandsliga an und die U19, U17 und U15 spielen Landesliga. Wir versuchen natürlich den Spagat zwischen Breitensport und Leistungssport zu schaffen, aber das ist in der D-Jugend AUSDRÜCKLICH nicht der Wunsch, solange wir mit der U13 nicht Bezirksliga spielen. Ab der C-Jugend startet unser Leistungsbereich für C1, C2, B1, B2 und A1. In C3, B3 und A2 finden sich dann eher die Breitensportler wieder. Ich vermute, dass die Trainer eben eine Mannschaft bauen wollen, die in zwei Jahren so Landesliga spielen kann. Aber ich halte es für den falschen Weg, der ja aktuell auch schon scheitert. Wie soll ein Team, das in der U13 im Kreis eine mittelmäßige Rolle spielt und sich nicht gegen Bezirksligisten behaupten kann, in zwei Jahren Landesliga spielen? Da gehört schon etwas mehr dazu als ein paar Spiele gegen bessere Teams, in denen man was "lernt".

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"