Schwankungen bei der Beteiligung

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  • Hallo,

    seit etwa zwei Wochen ist bei den Mannschaften in unserem Verein die Trainingsbeteiligung rapide zurückgegangen. Auch im Seniorenbereich und in den anderen Sportgruppen ist das gerade auch zu beobachten.


    In meiner Trainerlaufbahn sind mir Schwankungen schon häufiger aufgefallen. Bei hohen Temperaturen ist das Schwimmbad reizvoller (Juli/August), im Winter sind vor allem Krankheiten die Treiber (Mitte November - Mitte Februar). Und dann gibt es bei den Kindern noch die drei Wochen vor und zwei nach den Sommerferien, wo häufig Schulveranstaltungen stattfinden. Aktuell sind bei unsauch Konfirmationen ein Grund für die Absagen.


    Ich habe aber das Gefühl, dass diese Schwankungen bei der Trainings- und Spielbeteiligung zunimmt. Gerade die Häufung an einzelnen Einheiten ist sehr auffällig. D.h. an einem Tag gibt es nur 1-2 Absagen und zwei Tage später sind es gleich 6-7. Dazwischen ist irgendwie nie etwas. Die angegebenen Gründe für eine Absage sind häufig unterschiedliche, so dass ein Zusammenhang zwischen den Absagen (wenndie Gründe ehrlich angegeben werden) ausgeschlossen werden kann.

    Ich vermute die Ursachen im Freizeit- und Arbeitsverhalten der Kinder bzw. Eltern, die Wochenenden sind häufig für die Familien (Kurzausflüge, Geburtstage) verplant. Und an den Werktagen, sind die Schul- und Betreuungszeiten der Kinder teilweise so lang, dass das Training die einzige freie Zeit am Tag ist.

    Bei einigen Kindern/Eltern habe ich dagegen das Gefühl, dass ihnen nicht bekannt ist, bzw, sie nicht bereit sind, die Nachteile -neben den ganzen Vorteilen- die ein Mannschaftssport mit sich bringt, in Kauf nehmen. Dieser Punkt würde auch u.a. die hohe Absagenquote bei den Senioren erklären.


    Beobachtet ihr diese Häufung an einzelnen Tagen auch? Oder ist das eher so eine gefühlte Wahrheit? Wie geht ihr damit um? Lasst ihr einzelne Trainingseinheiten ausfallen? Bietet ihr in Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten an?

  • Solche Schwankungen habe ich auch. Mehr beim Training als bei den Spielen.

    In der G-Jugend habe ich letztes Jahr ein optionales zweites Training für alle angeboten, es wurde aber nur vom älteren Jahrgang wahrgenommen.

    Gerade trainiere ich diesen älteren Jahrgang in der F-Jugend(22 Kinder). Es gibt eine Gruppe von 8-10 Kindern die eigentlich fast immer da sind. Da wir die Halle im Winter mit 45 anderen Kindern teilen mussten habe ich ein zusätzliches Training auf dem Kunstrasen angeboten, auch hier waren diese 8-10 Kinder fast immer da. Dazu kommen 12 Kinder die unregelmäßig da sind. Ich hab im Schnitt 18 Kinder im Training. Die meisten Absagen sind Kindergeburtstag, Arzt, Urlaub, krank, tanzen oder einfach nicht abgemeldet.

    Mein Training findet immer statt, auch mit 6 Kindern. Das sind meistens die besten Trainings weil man da gezielter auf die Kids eingehen kann.


    Ab August teilen wir die F-Jugend noch einmal auf, da einige Kinder aus der G-Jugend dazu kommen. Dann habe ich mit meinem Co-Trainer nur noch die Kerntruppe die immer da ist in der F1. Für die biete ich auch ein optionales, betreutes Kicken auf dem Bolzer als drittes Training an. Ich finds wichtig, dass die Kids nicht vor dem Fernseher oder dem Tablett sitzen sondern sich lieber bewegen. Bei diesem "Training" können sie auch gerne ohne irgendwelche Korrekturen, einfach frei kicken.

  • Guten Morgen, Fußball ist nicht No1 und wird weiter an Wichtigkeit verlieren. Wenn die Kinder nicht selbst zum Training kommen können ( Rad, Fuß nahm oder im Ort) nimmt die Bereitschaft ab diese zu fahren. Das ist auch die Konzentration auf JSG's bzw. Abnahme von Angeboten im Ort.


    Wer richtet sich schon 2 mal die Woche Fahrtdienst ein.


    Wandel der Gesellschaft

  • Guten Morgen,


    bei uns ist es das Gleiche und wiederholt sich jedes Jahr. In der Vorrunde läuft alles stabil und nach dem Winter ist auf einmal alles anders. Was ich auch beobachtet habe, je älter die Spieler werden desto stärker zeigt sich die Veränderung.

    Richtig auffällig wird es ab der älteren C-Jugend.


    Eine schlaue Begründung dafür warum das so ist habe ich nicht. Eines muss uns Trainer aber klar sein, dass Hobby Fußball steht schon lange nicht mehr an 1. Stelle. Die Zeiten wo man mit 15-16 Spieler eine Großfeldmannschaft stellen konnte, sind lange vorbei.

  • ich finde das überhaupt nicht verwunderlich. Es folgt einfach dem gesellschaftlichen Konsens. Kinder sind in den Betreuungssystemen, beide Eltern arbeiten. Das ist ja erstmal die gewünschte Konstellation.


    Leider decken die Betreuungssysteme aber nicht die anderen wöchentlichen Aktivitäten ab, so dass Klavier, Training, Logopädie, aber auch der Haushalt in den immer kürzeren Nachmittag gequetscht werden müssen. Wo soll denn der Zahnarzttermin noch hin, wenn wenn man nur noch donnerstags von 16:10-16:40 Uhr Zeit hat? Mein Familienkalender war phasenweise eine logistische Meisterleistung, denn mein Ansinnen war es durchaus, die Trainings freizuhalten. Bei zwei kickenden Jungs hat das aber nur fuktioniert, weil wir zwei Autos haben und beide Elternteile voll im Einsatz waren. Aber so "bekloppt" ist halt nicht jeder und ich kann es verstehen. Alleinerziehende müssten doch hier vor der Quadratur des Kreises stehen.
    Da wo der Nachmittag in meiner Jugend um halb 2 begann, kommen jetzt erst alle gegen 16 Uhr nach Hause. Es geht halt einfach nicht alles. Die restliche Zeit verbringt man noch an den Handys und alle sind gestresst: willkommen in der modernen Zeit!

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Die Zeiten wo man mit 15-16 Spieler eine Großfeldmannschaft stellen konnte, sind lange vorbei.

    Moin,


    genau das beobachte ich auch bei meinem alten C-Jugend Jahrgang. Im Training durchschnittlich 19 Spieler bei einem 24er Kader.

    Ist soweit okay. Unsere Frühlingsrunde war eher unglücklich angesetzt was die Fahrerei zu Auswärtsspielen angeht. Wir haben jetzt alle Auswärtsspiele durch und hatten maximal 12 Spieler, bei einem Spiel waren wir nur 11.

    Auffällig ist, es waren immer die gleichen 11 die JEDES Auswärtsspiel mitgemacht haben, da sind aber auch engagierte Eltern im Hintergrund.


    Noch steht und fällt halt alles mit den Eltern.


    Bei Heimspielen haben (überraschend) alle wieder Zeit. Ein Schelm wer böses....

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Schön zu hören, dass die Probleme überall die gleichen sind :)


    Bei mir ist es ähnlich ich habe einen harten Kern, die die immer kommen. Da sind die Eltern auch hinterher und kümmern sich. Es werden Fahrgemeinschaften organisiert, es wird sich ordenlich an und abgemeldet etc.. Das sind meist die Jungs bei denen Fußball einen hohen Stellenwert hat und häufig ist da auch in der Familie ein entsprechende Teamsporthintergrund. (40%)


    Dann gibt es den einigermaßen zuferlässigen Teil. Da ist der Stellenwert Fußball nicht ganz so hoch, aber es ist immernoch relativ verlässlich. Allerdings sind das dann die Eltern die sich am meisten über die Spielzeiten oder Nominierungen beklagen. (30%)


    Und dann gibt es die bei denen Fußball nur einen untergeordeten Stellenwert hat. Also wenns passt dann kommen sie. Aber sobald ein Aufwand betrieben werden muss zum Beispiel Auswärts oder ein Spiel unter der Woche sind die nicht dabei. Allerdings beklagen die sich auch nicht wenn ich sie für die Spiele nicht nominiere. (30%)

  • Ich denke auch, dass dies Teil der Gesellschaft ist.


    Fußball steht nunmal nicht mehr überall an erster Stelle. Vieles hängt aber auch davon ab, ob du im Breitensport unterwegs bist oder im leistungsorientierten Fußball.

    Im Breitensport kannst du keine so große Erwartungshaltung haben, sondern nur versuchen eine gute Linie mit dem Team zusammen zu finden, sodass sie gerne zum Training kommen und Spaß haben und somit das Thema Fußball relativ weit oben in ihrer Prioritätenliste setzen.

    Ich habe immer das Thema Trainingsbeteiligung in meinen Teams sowohl gegenüber den Eltern als auch gegenüber den Kindern und Jugendlichen aktiv in den Mittelpunkt gerückt. Auch die Aufstellungen an den Spielen an den Wochenenden haben sich in meinen Teams immer stark an der Trainingsbeteiligung und auch Motivation während des Trainings orientiert. Also nur wer regelmäßig am Training teilnimmt und während des Trainings mit hoher Motivation mitmacht, kann Ansprüche an Aufstellungen an den Wochenenden stellen.


    Gegenüber den Eltern auch vermitteln, dass mit sinkender Trainingsteilnahme auch deine Motivation als Trainer sinkt. Ich habe immer klar vermittelt, dass ich Ambitionen habe und die Kids entwickeln möchte. Und das dies nur mit hoher Trainingsbeteiligung zu erreichen ist. Damit wollte ich erreichen, dass die Eltern auch Überzeugungsarbeit daheim machen gegenüber den Kids + Jugendlichen.

  • Sport gehört in den schulischen Nachmittag mit entsprechender Unterstützung lokaler Vereine bzw. entsprechend qualifizierter Sportlehrer*innen.


    An der Grundschule meiner Kinder wird vom Verein, der genau an die Schule angrenzt, Basketball und Fußball mit C-Lizenz Trainer*innen angeboten sowie vom HSB eine Leichtathletik Talentgruppe.


    An den weiterführenden Schulen meiner anderen Kinder sieht es sehr ähnlich aus. Fußball und Basketball gibt es an fast allen Schulen, Leichtathletik häufig. Handball und Volleyball etwas seltener.


    Ich meine, dass es in Ländern wie Schweden und Japan bereits einige Zeit so ist, dass sportliche Ausbildung von den Schulen getragen wird und Vereine / Akademien einen anderen Fokus haben als bei uns.

  • In vielen Ländern ist der Sport relativ fest mit der Schule verbunden, allen voran in den USA. Aber auch in vielen anderen Ländern. Das mag im Hinblick auf eine Nachmittagsbetreuung auch durchaus sinnvoll sein. Ich denke schon dass mehr Kinder in den aktiven Sport kommen würden wenn man solche Angebote schafft. Es gibt aber auch NAchteile


    In Deutschland ist der Sport halt in Vereinen organisiert, die stehen häufig nicht im Zusammenhang mit Schulen. Auch das hat natürlich Vorteile insbesondere was soziale Aspekte, Durchmischung und Vereinsleben betrifft. Die Kids aus meiner Mannschaft kaommen aus 4 verschiedenen Grundschulen. Ohne den Fußballverein hätten viele von denen keinen Kontakt zueinander. Grad den Jungs aus der Vorstadt Grundschule tut es gut auch mal mit Kindern aus anderen Verhältnissen in Kontakt zu kommen.


    Ich denke man muss im Verein ein gutes Angebot schaffen und eine klare, transparente Linie fahren. Trainingsbeteiligung und Verlässlichkeit sind auch für mich zentrale Argumente für die Kadernominierungen.

  • Das mit der Kadernominierung klappt aber nicht immer. Ich habe häufig mehr Spieler beim Training als bei den Spielen. Zudem habe ich einen Spieler, der in der Entwicklung (Pubertät) weiter ist als die anderen. Der Spieler reagiert immer sehr gereizt auf Kritik (noch nicht einmal von mir, eher von den eigenen Eltern), die Trainingsbeteiligung ist da schlecht bei den Spielen hoch. Wenn ich den Spieler immer auf die Bank setzen würde, dann würde der in der aktuellen Phase aufhören.


    Ein Teil meiner Frage bezieht sich auf die niedrige Beteiligung im April (nach Ostern), die ich mir nicht erklären kann. Und das betrifft irgendwie alle Mannschaften von F-Junioren bis Altsenioren. Auch die Platzierung kann kein Faktor sein, von Meisterschaft, Klassenerhalt oder goldene Ananas ist alles dabei. Vielleicht sind wir aber auch gerade ein statistischer Ausreißer.



    Übrigens hat unseren Verein heute die Nachricht erreicht, dass uns Hallenzeiten wegen der Einführung der Ganztagsschule gestrichen werden. Betrifft uns im Fußball nicht ganz so hart, aber für die anderen Kindersportgruppen ist das quasi der KO. Etweder findet unser Verein Übungsleiter/innen, die auch von 13.00 Uhr - 15.00 Uhr ein Angebot im Rahmen der Ganztagsschule anbieten können oder uns bricht der halbe Kindersport (und damit ein Viertel der Vereinsmitglieder) weg. Unruhige Zeiten.

  • Ich beobachte, dass das Weter eine Rolle spielt. Wenn es ungemütlich ist, dann kommt die ein oder andere Absage mehr. Ob das jetzt zu deiner Osterflaute passt, weiß ich natürlich nicht. Bei uns war es nach Ostern noch recht ungemütlich. Bei mir ist aktuell eine Phase mit hoher Beteiligung im Schnit kommen so 75-80%. E1 etwas mehr als E2.

  • In vielen Ländern ist der Sport relativ fest mit der Schule verbunden, allen voran in den USA. Aber auch in vielen anderen Ländern. Das mag im Hinblick auf eine Nachmittagsbetreuung auch durchaus sinnvoll sein. Ich denke schon dass mehr Kinder in den aktiven Sport kommen würden wenn man solche Angebote schafft. Es gibt aber auch NAchteile


    In Deutschland ist der Sport halt in Vereinen organisiert, die stehen häufig nicht im Zusammenhang mit Schulen. Auch das hat natürlich Vorteile insbesondere was soziale Aspekte, Durchmischung und Vereinsleben betrifft. Die Kids aus meiner Mannschaft kaommen aus 4 verschiedenen Grundschulen. Ohne den Fußballverein hätten viele von denen keinen Kontakt zueinander. Grad den Jungs aus der Vorstadt Grundschule tut es gut auch mal mit Kindern aus anderen Verhältnissen in Kontakt zu kommen.


    Ich denke man muss im Verein ein gutes Angebot schaffen und eine klare, transparente Linie fahren. Trainingsbeteiligung und Verlässlichkeit sind auch für mich zentrale Argumente für die Kadernominierungen.

    Ja, das gibt es hier in einigen Bundesländern auch.

    In Berlin bspw. kooperieren einige Vereine mit dem Senat und übernehmen die Nachmittagsbetreuung der Kinder unter Einbeziehung der Sporthallen und Sportanlagen der Schulen.

    Dafür bekommen die Vereine teilweise soviel Geld, dass sie davon eine hauptamtliche Stelle bezahlen können.

    Diese Stelle macht dann bspw. an den 5 Werktagen 2-3 Stunden Nachmittagsbetreuung an unterschiedlichen Schulen und kann die restliche Zeit der normalen Arbeitszeit von 30 - 40 Stunden mit Vereinsarbeit auffüllen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Zudem für den Verein auch der Vorteil für sich Werbung machen zu können und Talente in den eigenen Vereinen zu überführen.


    Alba Berlin macht dies bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich in Berlin und teilweise dem Standrand von Berlin und bspw. beschäftigt auf diese Art und Weise einige hauptamtliche Mitarbeiter. Sie werben für ihren Sport mit den Basketballangeboten an den Schulen und rekrutieren daraus natürlich auch einige Talente für sich.


    Auch Union Berlin macht dies seit vielen Jahren in Berlin.

    Aber neben den Profivereinen haben auch viele Kietzvereine seit vielen Jahren solche Programme und Kooperationen mit Schulen in ihrer Gegend

  • Beobachtet ihr diese Häufung an einzelnen Tagen auch? Oder ist das eher so eine gefühlte Wahrheit? Wie geht ihr damit um? Lasst ihr einzelne Trainingseinheiten ausfallen? Bietet ihr in Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten an?

    Ich mache auch Training, wenn die Beteiligung gering ist. Dann halt nur ein Spielfeld statt zwei und dafür dann intensivere Betreuung pro Kind. Diejenigen, die sowieso immer zum Training kommen, sind ohnhin meistens die besseren im Team, die intrensisch motiviert sind und Bock drauf haben, Neues zu lernen. Das macht mir dann auch Spaß. Ich mag das lieber, als wenn ich 14 Kinder im Training habe und die eine Hälfte albert rum.


    In Zeiten hoher Beteilung weitere Trainingseinheiten anzubieten geht bei uns nicht wirklich. Der Sportplatz ist ausgelastet und auch ich bekomm das dann kaum noch in meinen Alltag untergebracht. Die Wochen sind so oder so schon komplett um den Fußball herumgeplant, da ist dann wenig Luft nach oben.

  • Bei uns ähnliche Probleme. C-Jugend Breitensport auf dem Land.

    Nach dem Winter haben 5 Jungs ganz aufgehört aus unterschiedlichen Gründen (andere Sportart in Konkurrenz; kein Bock mehr und Konzentration aufs Zocken, Gesundheit)

    Bei einem 24er Kader kommen momentan im Schnitt 14 Teilnehmer pro Training (2x pro Woche)

    Gründe: Auch hier häufig noch 2. Sportart in Konkurrenz (Handball, Tischtennis), Mittagsschule, Krankheit)

    Es gibt Jungs die sogar angeschlagen kommen würden um zu trainieren/spielen und es gibt welche die "krank" sind aber am gleichen Tag von Klassenkameraden in der Schule topfit gesichtet wurden.


    Wir haben 2 Teams im Spielbetrieb gemeldet (11er und 7er) damit Alle adäquat Spielzeit bekommen. Momentan ist es aber eine Qual fürs Wochenende überhaupt beide Teams spielbereit zu kommen. Dementsprechend viel Zeitaufwand für Spielverlegungen und Ersatzsuche.

    Was mich ärgert ist hier auch zT die Gründe für die Absagen:

    - der Vizekapitän feiert seinen 15. Geburtstag am Samstag mittag in Konkurrenz zum Pflichtspiel obwohl knapp ist dass wir 11 Spieler zusammenbekommen

    - es waren jetzt fast 4 Monate ohne Fussball am WE (wir haben nur wenige Hallenturniere gespielt). Kaum geht die Saison los werden wieder verstärkt Familienausflüge geplant (Oma besuchen, Ski fahren...).

    Folge ist dass wir noch kein einziges Spiel in Bestbesetzung spielen konnten und nach Aufstieg zur Hinrunde punktlos das Tabellenende schmücken. Für die nächsten Spieltage keine Besserung in Sicht, da immer im Schnitt 3 Stammspieler fehlen. Drückt auf Dauer natürlich auch die Motivation vom Rest.

    Konsequenz gibt es keine, da wir ja um jeden Spieler froh sein müssen. Zumindest überlegen wir in unseren Appverteiler die Bitte zu schicken die restlichen Spieltage für Fussball zu reservieren :)

  • Eine Stellschraube, die man als Trainer ja gut in der Hand hat, ist der Spaß am Spiel.

    Kinder, die viel Freude am Training und an den Spielen haben, priorisieren das Spiel am Wochende eher höher als Omas Geburtstag, als jene Kinder, die oft angemeckert werden und vielleicht eh nicht so viel Bock auf Fußball haben. Meiner Erfahrung nach überträgt sich das auch auf die Eltern. Eltern von fußballbegeisterten Kindern ordnen dem Fußall alles unter, während die Eltern von Kindern, die Fußball als irgendeinen Freizeitvertreib sehen, schon eher ein Spiel zugunsten einen Familienausflugs ausfallen lassen.


    Deswegen versuche ich den Fußball so gut es geht als eine Wohfühl-Oase stattfinden zu lassen. Das hat zwar auch seine Grenzen, aber für mich heißt das, dass ich im Training keine langweiligen oder unbeliebten Übungen durchführen lasse (ich frage die Kinder regelmäßig, wie sie die Übungen fanden) und dass ich die Kinder nicht für Fehler anmeckere und sie nicht durch Hereinrufe von der Seitenlinie "motiviere".


    Und als Trainer natürlich auch einfach ein freundlicher Typ sein. Einer unserer Trainer im Verein geht den Kindern immer mit seinem merkwürdigen Humor auf den Sack, den niemand versteht. Es können manchmal auch solche Kleinigkeiten sein.

  • Spaß ist natürlich immer ein guter Antreiber, er holt die Kids in den Verein und zum Training und hält sie da auch.


    Dennoch beobachte ich, dass einige Kinder überhaupt nicht wissen, wann Spieltage sind und ob sie spielen sollen/können. Die Fragen mich dann ob sie für das Spiel angemeldet wurden. Sie wollen also gern spielen, "dürfen" aber nicht, weil es den Eltern halt nicht passt. Ich habe oft das Gefühl, das in einigen Familien da mit den Kindern darüber nicht geredet wird. Einige übernehmen selbst überhaupt keine Verantwortung für ihre Freizeitgestaltung.


    Aber du hast natürlich recht, wenn man es schafft die Kids richtig anzuzünden, dann gehen die Ihren Eltern richtig auf den Sack. Bei einem meiner Jungs hab ich das gut hingekriegt. Am Saisonbeginn war der nicht so regelmäßig dabei, auch aufgrund der Trennung der Eltern. Inzwischen ist der super zuverlässig und kommt immer.

  • Tatsächlich läuft es bei uns in der Mannschaft mit der Beteiligung super (mindestens 90% konstant) und wir haben nur selten ein paar mehr Absagen, aber dann meistens wegen Klassenfahrten etc. Ich denke aber auch, dass das Wetter ein große Rolle spielt, aber auch generelle Faktoren wie:


    Bin ich Teil der Mannschaft?

    =>Fühlt man sich wohl in der Mannschaft?

    Habe ich Spaß am Training?


    Gerade der Wohlfühlfaktor ist unglaublich wichtig, deswegen bin ich großer Fan von vielen Aktionen außerhalb des Fußballs für das Teambuilding.

  • Aber du hast natürlich recht, wenn man es schafft die Kids richtig anzuzünden, dann gehen die Ihren Eltern richtig auf den Sack.

    So einen hatte ich auch mal, als Bambini. Der ist inzwischen im NLZ...

    Überhaupt muss man hier die Bambinitrainer in die Pflicht nehmen. Es ist ihre Aufgabe, die Eltern darauf hinzuweisen, dass man erwartet, dass die Kinder zu jedem Training und zu jedem Spiel gebracht werden. Manche wissen das wirklich nicht.

    "Wenn du dein Kind hier anmeldest, entscheidest du dich für viele viele Stunden am Platz. Die anderen Eltern siehst du viel häufiger als deine Freunde."

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!