Leistung vs. alle spielen - Halle

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  • Guten Morgen,


    ich denke das Grundproblem kennen die meisten. Ich habe einen Kader (2013'er) in welchen ich verschiedene Leistungsstufen habe.

    Von zwei/drei wo ich sage die sind schon richtig gut für ihr alter über 2/3 die zwar an die besten nciht rankommen aber trotzdem noch ein gutes Niveau haben bis hin zu dennen welche da einfach nicht mithalten können.

    Zu erwähnen ist wohl auch das gerade die ersten zwei Gruppen, die Kinder sind, die bei fast jedem Training da sind.


    Ich versuche grundsätzlich allen Ihre Spielzeit zu geben. Draußen auf dem Feld ist das im Normalfall auch kein Problem.

    Nun hatten wir im November/Dezember Hallenmeisterschaften die aus 4 Runden bestand. In den ersten zwei Runden habe ich versucht alle einzusetzen und allen annähernd gleiche Spielzeit gegeben.

    Ab der vorletzten Runde wurden die Gegner entsprechend stärker und ich habe mit den Kindern vorab gesprochen und gefragt was wir machen wollen.

    Ich habe auch explizit darauf hingewiesen, dass wenn wir uns dafür entscheiden unbedingt weiterkommen zu wollen einige sehr wenig bis im blödesten Fall keine Spielzeit haben. Alle Kinder haben zugestimmt auf weiterkommen zu spielen.


    Das gleiche galt dann für die Endrunde.


    Während der Turniere habe ich die betroffenen Spieler immer wieder aktiv angesprochen und nachgefragt ob das für sie wirklich ok wäre und alle haben zugestimmt.


    Seitdem bekomme ich aber kaum noch Ruhe rein da die Eltern der betroffenen Kinder bereits im Anschluss Sturm gelaufen sind. Von "Dann kann ich das Kind ja gleich abmelden" bis zu "du scheints mein Kind nicht leiden zu können" war alles dabei.

    Gespräche gestalten sich sehr schwierieg und man merkt zunehmend das diese Einstellung auch auf die Kinder übertragen wird. Da hör ich dann im Training schonmal sowas wie : "Warum soll ich mich anstrengen ich spiele doch sowieso nicht".


    Wie geht ihr als Trainer mit solchen Situationen um? Gespräche mit den Eltern haben wenig gebracht da die Eltern teils überhaupt nicht zugänglich sind für die Begründungen sondern erstmal ihr Kind sehen.


    Mir ist bewusst das man trefflich darüber diskutieren kann ob es richtig war auf Erfolg zu spielen oder nicht aber die Entscheidung wurde wie gesagt gemeinsam getroffen und ich habe ehrlich gesagt mit dieser Art "Shitstrom" danach nicht gerechnet. Wie handhabt ihr so etwas gerade bei den Spielformen wie Halle (1+5). Nehmt ihr alle mit? Lasst ihr alle gleichermaßen spielen? Spiel Leistung bei euch in dem Altersbereich eine Rolle oder sagt ihr .. alle sollen spielen und es ist egal wie es ausgeht?

  • Ich denke, du hast das mit der Entscheidungsfindung richtig gemacht.

    Wenn mich so ein "Shitstorm" treffen würde, dann dürften sich die Eltern einen neuen Trainer suchen.

    Hat denn eigentlich eine große Runde mit Eltern und Spielern zur Klärung stattgefunden, denn da müsste ja der Entscheidungsprozess transparent dargestellt worden sein.

  • Ich denke, du hast das mit der Entscheidungsfindung richtig gemacht.

    Wenn mich so ein "Shitstorm" treffen würde, dann dürften sich die Eltern einen neuen Trainer suchen.

    Hat denn eigentlich eine große Runde mit Eltern und Spielern zur Klärung stattgefunden, denn da müsste ja der Entscheidungsprozess transparent dargestellt worden sein.

    Ich habe das Gespräch mit den einzelnen Elternteilen gesucht da ich es in der großen Runde nicht für Zielführend halte.


    Hast du das "unbedingt weiterkommen" nur mit den Spielern besprochen oder auch die Eltern darüber informiert, wie dein Plan aussieht für die Hallenmeisterschaft?

    Mit den Kindern in den Trianingseinheiten. Ich denke mit 10 Jahren sind die Kinder durchaus in der Lage eine solche Entscheidung als Team zu treffen... ich denke auch das es für die Kinder weniger ein Problem war als für die Eltern im Nachgang.

  • Wie viele Kinder hast du denn mitgenommen? 2/3 + 2/3 sind 6 und du schreibst ihr spielt 5+1 in der E-Jugend (Kinder sind 10 Jahre alt). Das kommt mir schon komisch vor (Halle kenne ich nur 4+1 ab der E-Jugend oder es sind sehr große Hallen evtl. sogar mit Bande dann kann ein 5+1 schon mal sein). Die 6 können das Problem nicht sein. Welche Anzahl X hast du noch mitgenommen? Und welche Anzahl hat dann nicht gespielt? Ich würde da Kinder (Eltern) eher zu Hause lassen als sie nicht einzusetzen.

  • Vermutlich wärs einfacher gewesen was die Eltern betrifft, wenn du die Entscheidung, die du mit den Spielern getroffen hast kurz und knapp an die Eltern weitergeben hättest (oder hast du das?). ist immer eine Frage der Kommunikation. Jemand der meckert hast du natürlich trotzdem fast immer, wenn vorab aber alles klar und deutlich kommuniziert wurde gibt es erfahrungsgemäß viel weniger Probleme.


    Wir hatten z. Bsp. für die HBM 2 fixe Teams gemischt aus dem ganzen Kader. Für andere Turniere nehme ich 8 Spieler und ein Torhüter mit, der Rest bleibt zuhause. Das ist aber auch so den Eltern einmal kommuniziert vor der Hallenrunde.


    Pauschale Lösung für dein aktuelles Problem gibt es leider nicht. Einmal mit der Mannschaft nochmal zusammen drüber sprechen warum das so ablief und dann abhaken. Wenn Eltern Einzelgespräche abblocken kannst du was die Eltern angeht aktuell nicht viel machen.

    Bei 11-jährigen ist der Einfluss durch die Eltern natürlich noch groß, so was wie "Warum soll ich mich anstrengen ich spiele doch sowieso nicht" kommt natürlich von zu Hause.

  • Wie viele Kinder hast du denn mitgenommen? 2/3 + 2/3 sind 6 und du schreibst ihr spielt 5+1 in der E-Jugend (Kinder sind 10 Jahre alt). Das kommt mir schon komisch vor (Halle kenne ich nur 4+1 ab der E-Jugend oder es sind sehr große Hallen evtl. sogar mit Bande dann kann ein 5+1 schon mal sein). Die 6 können das Problem nicht sein. Welche Anzahl X hast du noch mitgenommen? Und welche Anzahl hat dann nicht gespielt? Ich würde da Kinder (Eltern) eher zu Hause lassen als sie nicht einzusetzen.

    Ich hatte 11 dabei. Zwei haben sehr wenig gespielt und 2 weiter habe ich zwar immer mal gebracht aber auch nicht im gleichen Verhältnisse zu den ersten 6. Das zuhause lassen ist halt auch ein schwieriges Thema. Eigentlich möchte ich das sich die Jungs als Team verstehen egal wer spielt und da gehört es auch dazu das man mal weniger spielt. Zudem hätte ich die Spieler ja auch spielen lassen wenn es die Situation zugelassen hätte (z.B. wir sind früh sicher weiter oder klare Führung etc.) ... die Diskussionen hätte ich dann aber genauso gehabt. Tatsächlich habe ich zu dem "zuhasue lassen" für mich noch keine klare Linie gefunden und es ist normal auch nciht notwendig.. ausser in der Halle

  • Wie viele Kinder hast du denn mitgenommen? 2/3 + 2/3 sind 6 und du schreibst ihr spielt 5+1 in der E-Jugend (Kinder sind 10 Jahre alt). Das kommt mir schon komisch vor (Halle kenne ich nur 4+1 ab der E-Jugend oder es sind sehr große Hallen evtl. sogar mit Bande dann kann ein 5+1 schon mal sein). Die 6 können das Problem nicht sein. Welche Anzahl X hast du noch mitgenommen? Und welche Anzahl hat dann nicht gespielt? Ich würde da Kinder (Eltern) eher zu Hause lassen als sie nicht einzusetzen.

    Ich hatte 11 dabei. Zwei haben sehr wenig gespielt und 2 weiter habe ich zwar immer mal gebracht aber auch nicht im gleichen Verhältnisse zu den ersten 6. Das zuhause lassen ist halt auch ein schwieriges Thema. Eigentlich möchte ich das sich die Jungs als Team verstehen egal wer spielt und da gehört es auch dazu das man mal weniger spielt. Zudem hätte ich die Spieler ja auch spielen lassen wenn es die Situation zugelassen hätte (z.B. wir sind früh sicher weiter oder klare Führung etc.) ... die Diskussionen hätte ich dann aber genauso gehabt. Tatsächlich habe ich zu dem "zuhasue lassen" für mich noch keine klare Linie gefunden und es ist normal auch nciht notwendig.. ausser in der Halle

    Ich kann aber verstehen, dass die Eltern keinen Bock haben, den ganzen Tag auf einem Turnier zu verbringen, wenn das Kind dann fünf Minuten spielt. Aus meiner Sicht sind 11 Spieler (bei 5 vs 5) eigentlich nur zu tolerieren, wenn Du im Block wechseln willst. Wenn nicht, würde ich da ganz klar sagen, dass Du weniger Kinder mitnimmst. Dann hast Du auf der einen Seite die Hallenmeisterschaften, bei denen die Schwächeren pausieren. Andererseits bietest Du Turniere an, bei denen die Stärken pausieren.


    In der Realität werden deine Trainingsweltmeister dann Trotzdem unterm Strich am meisten spielen, weil da ja auch eine höhere Verfügbarkeit für Turniere vorhanden ist.


    Aus meiner Sicht ist das eine Situation, die Du mit offener Kommunikation am besten löst: "Ich habe mitbekommen, dass die Situation für alle Beteiligten nicht ideal war. Wir haben die und die Lösung, damit es nächstes Mal besser läuft."

  • Ich habe das Gespräch mit den einzelnen Elternteilen gesucht da ich es in der großen Runde nicht für Zielführend halte.

    Das sehe ich ehrlich gesagt ganz anders: Ein hoher Grad an Transparenz ist hier entscheidend. Wie oben bereits erklärt wurde, meckern Leute am meisten dann über Entscheidungen, wenn sie das Warum nicht verstehen.

  • Grundsätzlich machen wir es so, dass wir viele Vereinsturniere spielen und eben die HBM. Bei der HBM spielt das beste Team, und bei den Vereinsturnieren dann gemischt. Wenn ich da nur schwache mitnehme, dann meckern sie auch, dass sie gern mit den beiden besten Spielern X und Y im besten Team sein wollen.

  • Dein Thema kennt jeder, der in Breitensportvereinen Kinder trainiert. Ich habe 10 Jahre im E- und D-Jugend-Bereich Kinder trainiert.


    Gerade in der Halle können diese Diskussionen schnell entstehen, wenn du zu viele Kinder mitnimmst.

    Das hat damit zu tun, dass die Halle sowieso nicht effektive Einsatzzeiten im Verhältnis zur Wartezeit bietet.

    Das bedeutet, die Kinder sitzen so schon allgemein meist 1 Stunde rum und spielen dann maximal 10 Minuten.

    Eltern sind teilweise 6-8 Stunden in der Halle und wenn ihr Kind nur sehr kurz oder gar nicht spielt, dann empfinden sie diesen wertvollen Wochenendtag als verschwendet.


    Deswegen nehme ich in der Halle wirklich maximal 3 Wechsler mit und versuche die Teams homogen zusammenzustellen.

    Ich habe dann immer schwächer besetzte Hallenturniere eingestreut, um den schwächeren Spielern diese Turniere zu geben und dort dann schonmal stärkere Spieler nicht mitzunehmen.

    Die Hallenkreismeisterschaften habe ich meist nur mit den besten Spielern bestritten, zumindest die Endrunden.

    Insgesamt mit einer Mixtur aus schwächeren Turnieren und stärkeren Turnieren, wo du dann eben die schwächeren und stärkeren Spieler jeweils mitnimmst aber insgesamt über den Winter hinweg allen Spielern etwa gleichviel Einsatzzeiten bietest, hast du normalerweise auch keine Diskussionen bei Kindern und Eltern und alle Kinder können sich entsprechend ihrem Niveau mit anderen Kids messen.

  • Danke für die Vielen Beiträge.. ich nehme mit viele "Staffeln" die Mannschaften in dem Altersbereich bereits nach gutes und nicht so gutes Team. Das wollte ich bisher vermeiden aber anscheinend geht es anders nicht wirklich.


    Mein Anliegen war eigentlich immer möglichst alle mitzunehmen aber anscheinend sollte ich das in der Halle überdenken.

  • wenn ihr Kind nur sehr kurz oder gar nicht spielt, dann empfinden sie diesen wertvollen Wochenendtag als verschwendet

    dass die Eltern keinen Bock haben, den ganzen Tag auf einem Turnier zu verbringen, wenn das Kind dann fünf Minuten spielt


    Da ist bestimmt etwas dran und auch das Offensichtlichste.

    Was ich jedoch ausschlaggebender finde ist, dass alle Beteiligten da möglichst gesichtswahrend aus der Nummer raus kommen. Die Kinder, als auch die mitgereisten Begleitungen. Wenn Kinder 1 oder 2 Spiele überhaupt nicht spielen oder nur alibimäßig, dann nehmen das ja alle Eltern des Teams auf der Tribüne wahr. Und es suggeriert ja mehr als deutlich, dass das Kind an dem Tag, um sportliche Erfolge einfahren zu können, überflüssig ist. Ich denke die Kunst ist, solche Situationen so gut wie möglich zu vermeiden. Das kann durch Kommunikation klappen oder durch Transparenz. Ist mit Sicherheit auch eine Typfrage und wie die Elternschaft im Team insgesamt so tickt.


    Wenn man die Kinder als Team zusammenhalten möchte aber weiß, dass man einige Kinder nicht/kaum spielen lassen wird, finde ich es gesichtswahrender, dem Kind zu sagen, dass es an dem Tag nicht spielen wird, dass es aber herzlich eingeladen ist, euch zu dem Turnier zu begleiten. Gerne auch im Trainingsanzug und dann auch bei den Spielen mit auf die Ersatzbank setzen lassen (ohne Trikot! unter dem Trainingsanzug). Das Kind könnte ja auch bei anderen Kindern mitfahren oder ggf. hast du selbst noch einen Platz im Auto frei. So könnte man es natürlich auch mal mit 'starken' Kindern machen, die bei schwächeren Turnieren nicht mitspielen sollen. So sehen alle, dass es auch mal dazu gehört bewusst auszusetzen und anderen den Vortritt zu lassen. Das ist etwas, was bestimmt auch den starken Kindern gut tut.

  • Um es kurz zu halten: Es gibt die klassischen Breitensport Mannschaften bzw Vereine und dann noch die Leistungsorientierten Mannschaften bzw Vereine.

    Die Spieler bzw deren Eltern sollten diesbezüglich bei der Anmeldung aufgeklärt werden.

    Dementsprechend gilt entweder das Leistungsprinzip oder die Spielzeit wird gleichmäßig aufgeteilt.

  • Hallo,

    Von mir auch noch einige Gedanken...


    Grundsätzlich finde ich es richtig bei einer Hallenmeisterschaft aber auch bei einzelnen Turnieren mit der besten Mannschaft zu spielen. (Sofern man ausreichend Spielzeit auch für die prospects organisiert) Ich weiß dass einige das anders sehen "Alle haben immer das gleiche Recht zu spielen" aber die besten Spieler wollen auch mal ins Endspiel kommen. Und das geht halt oft nur mit der besten Mannschaft.


    Was ich nicht so sehe wie Du, ist das 10 jährige das selber entscheiden können oder sollen. Was glaubst du denn wie viele 10 jährige sagen " ach ne Traner, lass mal, ich möchte spielen, auch wenn wir Letzter werden"? Insbesondere dann nicht, wenn Du die Kinder mit der Frage schon in deine Richtung beinflusst. Muss ja nicht mal bewusst sein, aber auch dein Eingangsthread suggeriert ja schon worauf es hinaus laufen soll ... und sich dann darauf zurückzuziehen "ich hab die Kinder ja gefragt" halte ich für falsch. Es sollte allein deine Entscheidung sein, die solltest du dann auch vertreten.


    Ich hatte regelmäßige Elternabende immer für den richtigen Weg gehalten, und auch durchgeführt, da hat man alle Möglichkeiten die Eltern hinter sich und seinen eigenen Vorstellungen zu versammeln.

  • Ich finde nichts falsch daran zu versuchen, erfolgreich zu spielen. Zwar ist der Gedanke nicht falsch immer alle Kinder abzuholen, aber man muss ab einem gewissen Punkt eben aufpassen, dass man die besseren Spieler nicht völlig ausbremst. Kinder wissen genau was sie wollen: gewinnen. Deswegen gibts Tränen wenn man beim Mensch-ärgere-dich-nicht oder Monopoly verliert und ein breites Grinsen und Gelächter, wenn Mama, Papa oder das Geschwisterchen vor der "Garage" weggekickt werden oder auf der Schloßallee mit 1 Hotel landen.
    Wonach wählen Kinder im Sportunterricht denn ihre Mannschaft, wenn gewählt werden darf? Sicher nicht nach den selben Gesichtspunkten, die wir ihnen als Erwachsene aber teilweise zwanghaft aufdrücken wollen - im Gegenteil, sie wählen nach Stärke und Kumpel-Status.
    E-Jugendlichen kann man das noch relativ leicht verkaufen, wenn man die Schwächeren spielen lassen möchte, im Einzelgespräch klappt das super. Die Eltern sind da schon schwieriger. Einerseits haben sie großen Einfluss auf ihr Kind, andererseits ist, wie hier schon gesagt wurde, ihr eigenes Kind immer das Wichtigste, kann alles am allerbesten. Man kennt das: "Mein Sohn würde sowas nie machen!", da kannste den auf frischer Tat ertappen und ein Video machen - dann sind eher noch alle anderen schuld und haben ihn angestiftet, angefangen oder provoziert.

    Und ja, ich kenne das zu gut, dass ausgerechnet die Kinder die wirklich gut kicken können eben auch die sind, die einfach immer zum Training kommen. Seit dem Beginn meiner Trainerlaufbahn war es immer so, dass die Schwächsten gleichzeitig auch die waren, denen ich regelrecht hinterher laufen musste, gleichzeitig waren deren Eltern meist nie so wirklich daran interessiert, was ihr Kind bei uns so macht.
    Es ist eben Gratwanderung, am Ende des Tages machst du es sowieso falsch. Jedem Recht machen kannst du es nicht. Im Regelfall hauen die Besten irgendwann ab weil sie es leid sind immer "schlechter" gemacht zu werden, das wirst du ohnehin nicht verhindern können. Im unteren Jugendbereich darf das aber auch gar keine Rolle spielen. Du musst halt schauen, dass du zumindest mal die Mehrheit der normalerweise anwesenden/interessierten Eltern hinter dir versammelst, alle wirst du eh nicht auf deine Seite kriegen.
    Im Sport steht auch immer ein Wettkampfgedanke, ganz ohne Druck vom Trainer oder den Eltern, oder von den Verbänden, Spielordnungen usw.
    Hast du zwei Kinder die noch nie was mit Sportverein zu tun hatten, einen Wettkamp an sich also gar nicht kennen und gibst denen zwei Steine, werden beide trotzdem versuchen jeweils weiter zu werfen als der andere. Kinder sind eben nicht doof und haben auch einen gewissen und in den meisten Fällen auch gesunden Ehrgeiz. Und egal was Verantwortliche, Trainer und irgendwelche Experten bzgl. Wettkampfcharakter sagen - wenn sie mit dem Flugzeug in Urlaub fliegen möchten sie doch ganz gerne dass der Fluggerätemechaniker möglichst gut in seinem Job ist und nicht nur deswegen die Ausbildung dazu anfangen konnte, weil man ihn trotz lausiger Schulnoten doch "abholen" wollte...

  • Um es kurz zu halten: Es gibt die klassischen Breitensport Mannschaften bzw Vereine und dann noch die Leistungsorientierten Mannschaften bzw Vereine.

    Die Spieler bzw deren Eltern sollten diesbezüglich bei der Anmeldung aufgeklärt werden.

    Dementsprechend gilt entweder das Leistungsprinzip oder die Spielzeit wird gleichmäßig aufgeteilt.

    Das ist sicherlich richtig.


    Aber du hast eben in den Breitensportvereinen auch enorme Leistungsgefälle und auch dort haben die Kinder und Jugendliche einen gewissen Ehrgeiz Spiele gewinnen zu wollen.

    Und das zu moderieren ist eben die große Kunst und die Grundlage dieses Chats hier.

    Die besseren Spieler in einem Breitensportverein sind nicht immer gut genug um in einer leistungsorientierten Mannschaft Fuß zu fassen. Sie wollen auch mitunter den Druck eines leistungsorientierten Vereins nicht.

    Du kannst aber auch nicht immer nur nach dem Motto aufstellen, dass alle gleichmäßig spielen.

    In der Regel wird auch in einem Breitensportverein nach Leistung aufgestellt. Weil eben auch dort ein sportlicher Ehrgeiz in den Teams vorhanden ist und man sich Ziele setzt etwas erreichen zu wollen. Wettkampf eben.


    Es ist immer leicht gesagt, dass die Ausbildung im Vordergrund stehen soll.

    Den Kinder und Jugendlichen ist die Ausbildung in der Regel "scheißegal". Sie spielen Fußball, weil sie daran Spaß haben, weil sie mit ihren Freunden zusammen sein wollen und jetzt kommt es, weil sie Wettkämpfe spielen wollen. Sich messen wollen mit anderen!

    Siege einfahren möchten, Erfolgserlebnisse sammeln wollen - auch im Breitensportverein.

    Dort eben nur auf sportlich niedrigerem Niveau.

    Eine leistungsorientierte Mannschaft zu betreuen ist relativ einfach in diesem Punkt. Die besten und erfolgsversprechenden Spieler stehen auf dem Feld und die Spieler, welche weniger spielen verlassen in der Regel irgendwann diese leistungsorientierte Mannschaft und probieren sich woanders aus oder gehen wieder zurück in ihren Breitensportverein, wo sie in der Regel ja auch herkommen.

  • Es ist interessant, dass dieses Thema immer bei Hallenkreismeisterschaften auftritt - wäre es dann nicht Zeit diese zu reformieren? Warum kommen nur die guten Mannschaften weiter und warum gibt es keine Trostrunde? Brauche ich diese Veranstaltung des Verbandes überhaupt? (wenn ich in der 1. Runde ausscheide, habe ich evtl. 30-50 min. Halle gespielt -> in ca. 3 Monaten)

    Warum meldet man bzw. darf man nicht bei großem Kader 2 Mannschaften anmelden (gilt übrigens auch für Hallenturniere - bei den eigenen spielen viele mit 2 Mannschaften (man will alle spielen lassen - man braucht v.a. alle Eltern zum Helfen ;) ), warum nicht bei fremden Turnieren?)

    Warum wird immer der Fokus auf die stärkeren Spieler gesetzt? Die gehen doch sowieso anscheinend zu besseren Vereinen. Und wer denkt über die Hallensaison hinaus? Auf dem Feld benötige ich mehr Spieler - somit auch die schlechteren.


    Wenn wir nicht allen Spielmöglichkeiten bieten und so weiter machen wie bisher, dann werden wir das in 5-10 Jahren ernten - nämlich weniger Mannschaften, weniger Vereine, weniger Ehrenamtliche usw.

  • Ich stand vor Kurzem vor einem ähnlichen Dilemma. Die ersten beiden Runden der HKM haben wir mit allen Kindern gespielt. Jetzt, wo wir ins Finale gekommen sind, nehme ich nur die besten Acht mit. Als Ausgleich kriegen die anderen am Wochenende davor ein „eigenes“ Turnier, wo die besten Spieler zu Hause bleiben. Ich habe das auch ganz offen den Eltern gegenüber kommuniziert und da gab es keinen Stress. Wenn die Eltern nicht komplett neben der Spur sind, sehen die ja was ihr Kind auf dem Platz zu leisten im Stande ist und was nicht.

  • Also allererstes musst du immer im Hinterkopf haben, dass Eltern immer etwas zu bemängeln haben und du es auch nicht allen Recht machen kannst. Zumindest nicht zur gleichen Zeit.


    Nominierst du das Kind nicht, sind die Eltern unzufrieden, dass es nicht dabei ist.


    Nominierst du es, spielt das Kind in den Augen der Eltern zu wenig. Aber sie lassen außer Acht, dass du alle Kinder mitgenommen und versucht hast es allen Recht zu machen. Kaum ein Elternteil wird sich in deine Situation versetzen und Verständnis dafür haben.


    Den Gedanken alle Kinder auf ein Hallenturnier mitzunehmen würde ich dir persönlich überhaupt nicht empfehlen.


    Niemandem ist damit geholfen, mehr draußen zu sitzen als zu spielen. In der Halle sind die Spielzeiten bei 8 - 10min, selten mehr. Alle paar Minuten die Kinder auszuwechseln macht für mich auch keinen Sinn. Lieber weniger Kinder und dafür auch mehr Spielzeit.


    Mein Tip aus eigener Erfahrung: Ich handhabe das so, dass ich mich sehr früh schon um mehrere Hallenturniere bemühe und auch weiter weg fahre dafür. Oft ist es auch möglich mit zwei Teams anzutreten.


    Die Eltern habe ich schon früh mit in die Verantwortung und ins Boot genommen und ihnen erklärt, dass es in der Winterzeit weniger Hallenturniere gibt und diese auch mit weniger Spielzeit und Spielern gespielt werden als draußen auf dem Feld und dass wenn wir alle Kinder ans Spielen bekommen wollen, ich die Hilfe der Eltern benötige. Denn wenn nicht, müsste ich den Großteil der Kinder zuhause lassen, was ich aber nicht möchte, ich mich ja aber auch nicht in zwei teilen kann.


    Gesagt, getan. Mit den Eltern gesprochen und dann die Abläufe, Auflagen und Rahmenbedingungen mitgeteilt.


    Ein Trainer fährt z.b. mit einem Team (max. zwei Rotationsspieler, in der U13 jetzt max. drei) auf ein Turnier und das andere Team wird dann mit einem von mir ausgewählten bzw. bestätigten Elternteil auf dem Hallenturnier betreut bzw. beaufsichtigt.


    Das Elternteil gibt keine taktischen Anweisungen, sondern soll hauptsächlich drauf achten, dass die Kinder gleichmäßig spielen, Spaß haben und es soll die Kinder unterstützen wenn was ist.


    Bei uns ist es auch schon etwas krasser, da ich von klein auf zwei Teams aufgebaut habe. Also einen großen Kader, der an den Wochenende aufgeteilt wird.


    Dies klappt bei uns schon seit der U7 und jetzt in der U13 schaffen wir es sogar an einem Tag an vier Orten zwischen 24 und 30 Kinder ans Spielen zu bekommen. Je ein Trainer ein Team und das dritte, manchmal auch das vierte Team, mit je einem Elternteil.


    Die Eltern kennen die Alternative, welche wäre mit den Kindern zuhause zu bleiben. Die Eltern nehmen das Angebot gerne an und seit Jahren klappt das hervorragend und andere Trainer und Vereine fragen mich immer wieder wie das geht.


    Wichtig ist aber, dass man für diese Aufgabe ein vernünftiges Elternteil findet und die übrigen Elternteil dies zu schätzen wissen. Das ist ein entscheidender Faktor. Das klappt nicht mit Stress-Eltern. Solche Eltern muss ich dann samt Kind zuhause lassen.


    Denn bevor ein Stressvater dafür sorgt, dass das helfende Elternteil diese Aufgabe nicht mehr übernimmt und somit 7/8 Kinder nicht ans Spielen kommen, lasse ich den Stressvater zuhause.


    Nach diesem Konzept kann ich die Teams auch sehr homogen aufteilen und anhand der Spielpläne kann ich die Turniere auch so zwischen den Teams verschieben wie es am besten von der Spielstärke passt.


    Aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass selbst bei diesem Konzept, Aufwand und Spielzeit für die Kinder, es immer wieder Eltern gibt die etwas zu bemängeln haben ;)


    "Wieso ist mein Kind nicht in Team X?"

    "Wieso müssen wir auf das weiter entfernte Turnier fahren?"

    "Mein Sohn möchte aber auch gegen die NLZ spielen!"

    "Wieso müssen wir am Sonntag vormittags auf das Turnier? Wir möchten gerne nachmittags!"

    "Tim möchte aber gerne mit Tom in einer Mannschaft spielen."

    "Till möchte aber gerne auf das andere Turnier gegen seinen alten Verein spielen."

    usw. und so fort....


    Deswegen sage ich ja, du kannst es nicht allen Recht machen und einigen sogar nie. ^^


    Ich denke nur an das Kind und dass es viel Spielzeit erhält und dort spielt wo ich es am besten für das Kind erachte. Nicht die Eltern entscheiden, sondern ich. Und da ich sowieso der Buhmann bin, dann zumindest so, dass immer noch das Beste für das Kind dabei herauskommt.


    Ich hoffe ich habe dir etwas bei der Entscheidungsfindung helfen können.

    "Kinder die nichts dürfen, werden Spieler die nichts können!"


    "Die erste Frage, die ich mir stelle ist, kann der Spieler dribbeln?

    Ich möchte nur Spieler die diese Fähigkeit haben, also suche ich immer danach.

    Ich möchte Innenverteidiger, Außenverteidiger, Mittelfeldspieler, Flügelspieler

    und Stürmer, die dribbeln können."

    - Pep Guardiola -