Leistungsprinzip D-Jugend

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  • Hallo in die Runde,


    ich würde gerne Meinungen zum Thema Leistungsprinzip im Jugendfußball sammeln. Um die Gründe meiner Überlegungen verständlich zu machen, möchte ich unsere Situation kurz beschreiben:


    Meine Jungs sind in der D-Jugend (U13). Wir haben wegen einiger Abgänge die 1. und 2. Mannschaft im Sommer zusammengelegt. Die 1. Mannschaft war wesentlich stärker als die 2. Mannschaft und jedes Team spielte entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit in der Kreisliga bzw. Kreisklasse. Die Mannschaften waren also ganz klar nach Spielstärke eingeteilt.

    Nun, nach der Zusammenführung beider Mannschaften ist das Leistungsgefälle groß. Wir haben aufgrund dieser Tatsache eine Entscheidung getroffen, undzwar den freiwilligen Abstieg in eine niedrigere Liga. Der Gedanke dabei war, dass wir uns eine Saison Zeit nehmen, um aus beiden Mannschaften ein Team zu formen, welches dann in der Kreisliga wieder konkurrenzfähig ist. Dies haben wir mit den Eltern auch so kommuniziert und jeder war einverstanden.

    Wir konnten dann in der Kreisklasse gut bestehen, jedem Spieler gleichermaßen Einsätze geben und den Aufstieg zurück in die Kreisliga schaffen. Also genau so, wie wir es uns vorstellt hatten.


    Nun ist es aber so, dass einige Spieler der ehemaligen 2. Mannschaft sich eher als Mitläufer gezeigt haben. Sie kommen unregelmäßig zum Training und legen nicht den selben Ehrgeiz an den Tag, wie es andere Spieler der Mannschaft tun. Einige kommen zwar regelmäßig, hängen aber von der Leistung trotzdem weit hinterher.


    Ich stelle mir also vor der nächsten Saison die Frage, wie ich mit diesen Spielern umgehen soll. Bei denen, die nicht zum Training kommen, würde es mir nicht schwer fallen, sie auch mal komplett aussetzen zu lassen. Bei denen, die trotz regelmäßigen Training nicht an die Leistung der anderen heran kommen, bin ich mir unsicher. Wie soll ich diese Spieler in einer Liga integrieren, bei der es voraussichtlich in jedem Spiel sehr knapp werden wird? Nehme ich den stärkeren Spielern die Motivation, wenn ich immer wieder schwächere Spieler einsetze, die am Ende den ein oder anderen Sieg kosten werden?


    Also, ab welchem Alter ist es akzeptabel das Leistungsprinzip anzuwenden? Ist es im Jugendfussball und im Breitensport überhaupt akzeptabel nach diesem Prinzip zu verfahren? Ich sehe, dass es bei anderen Vereinen gemacht wird und das Spieler auch mal die komplette Spielzeit auf der Bank sitzen. Aber ist das in Ordnung? Soll das ab einem gewissen Alter vielleicht so sein und gehört es zum Fussball und Mannschaftssport dazu?

  • D Jugend wrd normal schon das Leistungsprinzip angewendet. Egal obs Breitensport ist, denn die das nicht ernst nehmen werden eh den Verein irgenwann verlassen weil sie eigentlich keinen Bock auf Mannschaft oder Fußball haben. Zudem machen solche Spieler die Mannschaft kaputt.

  • In meinen beiden Teams muss ich das Leistungsprinzip anwenden, da die Bandbreite an Fähigkeiten und Talenten zu weit auseinander geht. Klar binde ich immer wieder schwächere Spieler (nur die mit Potential!) in das Team ein, aber der Stamm existiert. So spielen ohnehin die E-2 gegen E-2s und die E-1 gegen andere E-1sen. Gleich starke Teams gegeneinander. Klares Prinzip.

  • Meine Ansicht:

    Erstmal ist es Breitensport. Damit kriegt jeder Spielpraxis sofern am Training teilgenommen wird. Wenn nun der Gedanke besteht eine Leistungsmannschaft aufzubauen ist es ok, wenn man


    1. früh und sauber vorausplant ( Verein und Team einbinden)

    2. den Breitensportlern alternative Spielpraxis anbietet


    Die Bandbreite an sportlichen Fertigkeiten darf aus meiner Sicht nicht zu einer Ausgrenzung führen. Quasi nach dem Motto: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und darf nun zu Hause bleiben.

  • ich würde perspektivisch heran gehen: was soll sein, wenn das Team aufs Großfeld wechselt?

    Ich würde auf alle Motivierten setzen und ja, man kann die Spieler auch mal daheim lassen. Aber alle nominierten Spieler müssen auch eingesetzt werden. Sonst guckst du dich in 1-2 Jahren um, die schlechten haben aufgehört und die guten wurden abgeworben...

  • Ich würde auf alle Motivierten setzen und ja, man kann die Spieler auch mal daheim lassen. Aber alle nominierten Spieler müssen auch eingesetzt werden. Sonst guckst du dich in 1-2 Jahren um, die schlechten haben aufgehört und die guten wurden abgeworben...

    Ich habe im Sommer drei gute Spieler verloren, allein durch die Ankündigung, dass die 1. und 2. Mannschaft zusammengelegt wird. Zu dem Zeitpunkt war von einem freiwilligen Abstieg noch nicht mal die Rede.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich mittlerweile sagen, dass mir die Schiene, alle Spieler gleich zu stellen und annähernd gleiche Spielzeit zu geben, den Kader schwächer gemacht hat. Ich sage es mal bewusst etwas provokant: Dadurch, dass ich die Spieler, die seltener zum Training kommen und die nicht so diszipliniert sind mit durchgeschleppt habe, sind die stärkeren Spieler gegangen.

    Auch deshalb stelle ich mir mittlerweile die Frage, ob man im Bezug auf das Leistungsprinzip nicht schon eher die Weichen hätte stellen müssen.

  • Diese Problematik ist denke ich jedem Jugendtrainer bestens bekannt. In gewisser Weise zählt es vielleicht sogar zu den schwierigsten Aufgaben, vor die man als Coach regelmäßig gestellt wird. Meiner Meinung nach ist der Trainer gefragt, das Potenzial seiner Spieler richtig einzuschätzen. Es gibt wie beschrieben diejenigen, bei denen man schon früh merkt, dass ihnen die nötige Einstellung zum Sport abgeht und sie auch nicht wirklich Interesse daran haben, dazu zu lernen. Solchen Kindern darf man mMn ab der D-, spätestens ab der C-Jugend auch mal Grenzen aufzeigen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es bei manchen einfach keinen Sinn mehr macht, sie über die Jahre immer noch mit "durchzuschleppen". Spätestens ab C-Jugend hört für mich der Kinderfußball auf und die dann Jugendlichen müssen auch mal selbst wissen, warum sie eigentlich zum Fußball kommen.


    Wovor ich aber sehr stark abrate ist, Spieler, die engagiert und lernwillig sind, aber vielleicht nicht die Allertalentiertesten, zu vergraulen, indem man sie erst sehr spät einwechselt und gar nicht spielen lässt. Solche Spieler brauchen das Vertrauen des Trainers und dann macht es oftmals auch spät noch "Klick" und sie bleiben dem Verein erhalten. Ich kann mich selbst da nur als Beispiel nennen: Ich gehörte in der D/C selbst immer zu den schwächeren Spielern und mein damaliger Trainer ließ uns Ersatzspieler oft ganze Spiele lang auf der Bank schmoren. In der B bekam ich dann einen neuen Trainer, der von Anfang an ankündigte, dass bei ihm jeder Spielzeit erhalten wird, der ins Training kommt. Von da an durfte ich und die anderen regelmäßig spielen und wir sind auch schnell daran gewachsen. Erfolg hatten wir trotzdem noch und die meisten aus meiner damaligen Jugendmannschaft spielen auch immer noch aktiv. Hätte der Trainerwechsel damals nicht stattgefunden, wäre es wohl anders gekommen.

  • So lange man noch auf Klein- / Kompaktfeld unterwegs ist, darf man nicht isoliert nur an die aktuelle Jahrgangsstufe denken. Mir gefallen deshalb die Antworten von Goodie und berba9 sehr gut.

    Perspektivisch musst Du / der Verein das Großfeld im Blick haben und dementsprechend auch gegenüber den Eltern kommunizieren. In der C-Jugend benötigst Du einen Kader von mindestens 16 besser 18-20 Spielern.

    Deshalb klare Regel: wer nicht zum Training kommt ist außen vor egal ob talentiert oder untalentiert.

    Ausnahmen ggf: Multisportler, die parallel in einer anderen Sportart trainieren und sich so fit halten.

    Aber: wenn diese jetzt schon das Training in der anderen Sportart dem Fußballtraining vorziehen, wird das irgendwann auch mit der kompletten Sportart so sein.

    Spieler, die regelmäßig trainieren, bei denen es aber von der Leistung her nicht reicht gehören dazu. Natürlich werden die bei der Spielzeit -anders als bis zur U11- Abstriche machen müssen.

    Im Prinzip müsst Ihr als Verein wissen, wie es ab der C-Jugend weitergehen soll.
    - Wollt Ihr eine eigene C-Jugend stellen?
    Dann müsst Ihr Euch ausreichend (16-20) Spieler "warmhalten" und auch entsprechend ausbilden und entwickeln.

    Es bringt gar nichts, wenn ihr Kreisligameister werdet, weil ihr nur die 10-12 besten Spieler einsetzt und dann keine konkurrenzfähige C-Jugend stellen könnt, weil der Rest aufgehört hat oder entwicklungstechnisch vollkommen abgehängt wurde.

    - Geht es ab der C-Jugend ohnehin in eine Spielgemeinschaft?
    dann macht des Leistungsprinzip vielleicht eher Sinn, weil sich die stärkeren Spieler besser entwickeln können.

    Dazu muss aber im Vorhinein eine Abstimmung mit dem zukünftigen Partnerverein erfolgen, wer wie viele Spieler in die SG einbringt, damit der Kader dann auch passt. In dem Fall hätte man dann aber besser überlegen sollen, ob man die SG nicht schon in die D-Jugend vorzieht und dann eine stärkere und eine schwächere SG-Mannschaft meldet, die so dann auch in die nächste Jahrgangsstufe aufrücken könnten.

  • Bei mir war es die Erfahrung, das Kinder die nur sporadisch zum Training kommen, das Mannschaftsgefüge stark beeinflussten. Sowohl Eltern und Spieler beschwerten sich um Spielrechte usw. Ich bin der Meinung das im D Jugend Bereich das Leistungsprinzip dann angewendet werden muss. Vorallem die die immer kommen und trainieren sollen klar bevorzugt werden. Die nur ab und an kommen - ignorieren und klar sagen was Sache ist.

  • Ich habe im Breitensport immer lieber einen größeren Kader und stelle nach Trainingsbeteiligung auf. Bei (fast) gleicher Beteiligung kommt Trainingsleistung zum tragen. Trainingsleistung ist Konzentration und Einsatzbereitschaft, nicht ob jemand gut spielt. Jeder der im Kader ist bekommt am Spieltag mindestens die Hälfte der Spielzeit.

    Ich habe mit diesem System über die Jahre gute Erfahrungen gemacht, denn es führt dazu, dass du langfristig eh nach Leistungsprinzip aufstellst und die Spieler einen positiven Leistungswillen entwickeln. Wer immer da ist und mit vollem Einsatz dabei ist wird fast immer der bessere Spieler werden. Aber es wird nicht belohnt, dass er der bessere Spieler ist, sondern dass er sicch mehr reinhängt.

    Wer viel in den Verein und in die Mannschaft gibt sollte einfach auch viel rausbekommen, egal ob Breitensport oder nicht.

  • sehe es ähnlich wie Skriwer . Ich habe jetzt in der C-Jugend ein Kader von 22 Spielern und da wird jeder gebraucht. Die Spieler sind häufiger verletzt und die Jungs haben mehr Schulstress. Man muss als Trainer genau hinschauen bei den Talenten und ich wäre sehr vorsichtig in der D-Jugend auszusortieren. Wenn du jedoch die Jungs schon 3-4 Jahre unter deine Fittiche hast und die kein Entwicklungsschub haben und noch wie F-Jugend kicken, ist doch Fussball nicht ihre Sportart.
    Was für mich ein absolutes "No go" ist mäßige oder sporade Trainings und Spielbeteiligung.
    Dann rate ich dem einen oder anderen Spieler sich doch besser im Fitnessstudio anzumelden.

  • Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich mittlerweile sagen, dass mir die Schiene, alle Spieler gleich zu stellen und annähernd gleiche Spielzeit zu geben, den Kader schwächer gemacht hat. Ich sage es mal bewusst etwas provokant: Dadurch, dass ich die Spieler, die seltener zum Training kommen und die nicht so diszipliniert sind mit durchgeschleppt habe, sind die stärkeren Spieler gegangen.

    Es ist natürlich Kaffeesatzleserei aber ich beobachte, dass es sich in der C-Jugend komplett neu zurecht ruckelt. Die ambitionierteren Spieler wechseln in die entsprechenden Vereine, ein paar hören auf und der Verein muss gucken, wie er klar kommt. Setzt du in der D- Jugend nur auf die Guten, wandern diese ein Jahr später dennoch ab in Richtung ambitioniert. Du hast das Phänomen in deinem Fall also nur etwas vorgezogen.
    Du hast Recht, auf Kinder die nur sporadisch kommen, kann man irgendwann nicht mehr setzen. Die haben die Pflichten, die sich aus einem Mannschaftssport ergeben, nicht verstanden und daher würde ich ihnen auch nicht die gleichen Rechte zusprechen. Man kann sie aber mal an die Pflichten erinnern, vielleicht wirds besser, vielleicht nicht. In der D-Jugend kommen die meisten eh mit dem Fahrrad, insofern kann man sie auch vermehrt in die Pflicht nehmen.

  • Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich mittlerweile sagen, dass mir die Schiene, alle Spieler gleich zu stellen und annähernd gleiche Spielzeit zu geben, den Kader schwächer gemacht hat. Ich sage es mal bewusst etwas provokant: Dadurch, dass ich die Spieler, die seltener zum Training kommen und die nicht so diszipliniert sind mit durchgeschleppt habe, sind die stärkeren Spieler gegangen.

    Es ist natürlich Kaffeesatzleserei aber ich beobachte, dass es sich in der C-Jugend komplett neu zurecht ruckelt. Die ambitionierteren Spieler wechseln in die entsprechenden Vereine, ein paar hören auf und der Verein muss gucken, wie er klar kommt. Setzt du in der D- Jugend nur auf die Guten, wandern diese ein Jahr später dennoch ab in Richtung ambitioniert. Du hast das Phänomen in deinem Fall also nur etwas vorgezogen.
    Du hast Recht, auf Kinder die nur sporadisch kommen, kann man irgendwann nicht mehr setzen. Die haben die Pflichten, die sich aus einem Mannschaftssport ergeben, nicht verstanden und daher würde ich ihnen auch nicht die gleichen Rechte zusprechen. Man kann sie aber mal an die Pflichten erinnern, vielleicht wirds besser, vielleicht nicht. In der D-Jugend kommen die meisten eh mit dem Fahrrad, insofern kann man sie auch vermehrt in die Pflicht nehmen.

    Das kann ich so nicht bestätigen, bei uns in der JFG gibts leistungsorientierte Mannschaften bis zur A Jugend. In einer D4 hast du halt dann die Spieler die kaum in Training kommen usw. Die steigen entweder intern in die Gruppe auf oder ab. Also jedem Spielzeit zugeben der einfach kommt wann er will sehe ich als FALSCH an. Es ist eine gesellschaftliche Verantwortung den Kids zu lernen das sie Sachen ernst nehmen müssen und wer Leistung bringt der spielt eben auch in der Gesellschaft eine bessere Rolle anstatt einem dem eh alles wurscht ist und sich kaum an der Gesellschaft beteiligt.

  • Es ist eine gesellschaftliche Verantwortung den Kids zu lernen das sie Sachen ernst nehmen müssen und wer Leistung bringt der spielt eben auch in der Gesellschaft eine bessere Rolle anstatt einem dem eh alles wurscht ist und sich kaum an der Gesellschaft beteiligt.

    Das ist aus meiner Sicht eine falsche Schlussfolgerung. Leistung steht nicht automatisch für gesellschaftliche Verantwortung! - und sportliche Leistung noch viel weniger.


    Und vielleicht passen in der D4 nicht die gleichen Maßstäbe wie in der D1 - vielleicht wollen die D4 Spieler nur 1x trainieren und wenn ich nur 1x Training anbiete sind dann alle da. Und wenn ich in der D1 sage, wir trainieren jetzt leistungsorientiert 4x die Woche, sind die vielleicht auch nicht mehr jedes Mal da.

  • Das kann ich so nicht bestätigen, bei uns in der JFG gibts leistungsorientierte Mannschaften bis zur A Jugend. In einer D4 hast du halt dann die Spieler die kaum in Training kommen usw. Die steigen entweder intern in die Gruppe auf oder ab. Also jedem Spielzeit zugeben der einfach kommt wann er will sehe ich als FALSCH an. Es ist eine gesellschaftliche Verantwortung den Kids zu lernen das sie Sachen ernst nehmen müssen und wer Leistung bringt der spielt eben auch in der Gesellschaft eine bessere Rolle anstatt einem dem eh alles wurscht ist und sich kaum an der Gesellschaft beteiligt.

    Pauschal zu behaupten, dass in einer D4 halt Spieler spielen, die kaum zum Training kommen, kann man so nicht sagen. In der Regel spielen dort meist die Kinder die nicht so weit sind, wie die Kinder aus einer D1, D2. Plus die Kinder die nicht so oft da sind.


    Oft ist nämlich das Problem, dass die guten Spieler nicht zum Training kommen, weil sie bei einigen Trainern eh immer spielen, da sie "besser" sind als andere.


    Es ist ein schmaler Grat und man kann nicht einfach nur strikt nach Leistung und strikt nach Trainingsbeteiligung gehen. Es ist ein Unterschied, ob ein Kind zb. wegen seiner Nachhilfe jede zweite Woche einmal fehlt, oder ein Spieler jede zweite Woche fehlt, weil er auf einen Geburtstag geht.


    Als Trainer sollte man Fingerspitzengefühl haben und schauen, wie man es am besten handelt um keinen zu benachteiligen und beiden zu helfen.


    Dem Kind mit der Nachhilfe indem man ihm trotzdem Spielzeit ermöglicht durch zb über Freundschaftsspiele und den anderen vielleicht mal ein paar Spiele hintereinander von der Bank aus starten lassen oder gegen einen Gegner dem man evtl überlegen ist auch mal zuhause lassen.


    Das erste Kind wird schauen, dass es in der Schule besser wird um wieder an jedem Training teilzunehmen und das andere Kind lernt, dass man sich nicht alles erlauben kann, nur weil man aktuell einer der Leistungsträger ist und es nicht nur um die Leistung während des Spiels geht, sondern diese auch im Training bewertet wird.


    Es gibt kein Patentrezept und als Trainer kennt man seine Kinder und oft hilft ein Gespräch mit dem Kind und den Eltern.


    Wichtig ist, dass man den Kindern es erklärt und beide verstehen warum es so ist.

    "Kinder die nichts dürfen, werden Spieler die nichts können!"


    "Die erste Frage, die ich mir stelle ist, kann der Spieler dribbeln?

    Ich möchte nur Spieler die diese Fähigkeit haben, also suche ich immer danach.

    Ich möchte Innenverteidiger, Außenverteidiger, Mittelfeldspieler, Flügelspieler

    und Stürmer, die dribbeln können."

    - Pep Guardiola -

  • Ich glaube, hier wird deutlich, wo das Hauptproblem ist: es fehlt in vielen Vereinen an einer klaren Struktur! Würde jeder an seiner Tür hängen haben


    A) wir sind ein Breitensportverein, in dem jeder unabhängig vom Können spielen kann

    B) wir sind ambitioniert, wenn du gut bist spielst du ab der D-Jugend in der 1., wenn nicht irgendwo drunter

    C) wir sind ein Leistungsverein, hier kannst du nur mitmachen wenn du es drauf hast.


    dann würden sich die Probleme gar nicht ergeben.
    Leider gibt es zumeist kein Konzept und jeder Trainer wuselt für sich.
    Und wenn du in der E-Jugend 4 richtig gute und 6 normale Kinder beieinander hast, dann wundern sich die meisten schon in der D, spätestens in der C, dass das dann doch nicht wirklich reicht. Und durch das zwangsläufige abflachen des Niveaus spült es die vier besten oben raus.
    Übrigens betrifft das auch die ambitionierten Vereine, wo die besten dann in Richtung NLZ abwandern.


    Ich werfe mal einen ketzerischen Gedanken in den Raum: wir haben zu viele kleine Vereine die sich gegenseitig Konkurrenz machen. JSGs sind eher ungeliebte Konstrukte, die mehr schlecht als recht das schlimmste aufzuhalten versuchen. Ich glaube, der Markt muss sich auch im Fußball gesundschrumpfen. Im Augenblick sind es einfach zu viele Vereine...
    Klar werden jetzt die Dorfbewohner aufschreien. Und wenn es beim FC Dorfverein gelingt, eine C- Jugend zur Zufriedenheit aller zu stellen, ist das super. Hier jedoch gibts ein großes Mannschaftssterben in der C auch weil die Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen eben nicht passsen. Drop out ist gesellschaftlich aber auch durch die Strukturen begründet.

  • Super Statment! kann ich Zustimmem !!! Absolutes Like

  • Ich glaube, hier wird deutlich, wo das Hauptproblem ist: es fehlt in vielen Vereinen an einer klaren Struktur! Würde jeder an seiner Tür hängen haben


    A) wir sind ein Breitensportverein, in dem jeder unabhängig vom Können spielen kann

    B) wir sind ambitioniert, wenn du gut bist spielst du ab der D-Jugend in der 1., wenn nicht irgendwo drunter

    C) wir sind ein Leistungsverein, hier kannst du nur mitmachen wenn du es drauf hast.

    Das kann sich doch von Jahrgang zu Jahrgang ändern, bzw. von Trainer zu Trainer.

    Selbst wenn der Dorfverein versucht es einzuführen.

  • Vielleicht liegt aber genau hier das Problem vielen Vereine und eine wesentliche Drop-Out-Ursache

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass (so wie es Goodie beschreibt) die Transparenz und Klarheit, was der Verein sein will und was er dementsprechend von den Spielern / Eltern erwartet, aber auch was diese vom Verein erwarten dürfen, langfristig besser fährt.

    Ein Verein, der nach außen den Eindruck erweckt voll im Breitensport aufzugehen und ohne Leistungsgedanke allen die gleiche Chance zu geben verprellt sich nun mal die Spieler, die er aus Leistungsgründen nicht nominiert. Hätte man von Anfang an klar kommuniziert, dass Spielzeit nach Leistung verteilt wird kann jeder vor dem Eintritt entscheiden, ob er das will oder nicht.

    Stellt Variante B) ab der D-Jugend einen guten Kompromiss zwischen Breiten- und Leistungssport dar, wenn im Verein ehrlich und fair damit umgegangen wird und alle Spieler und Eltern die Einstufung der Leistung akzeptieren und mittragen. Wichtig ist natürlich, dass auch in den Mannschaften 2 - 4 vernünftiges Training, das den Kindern Spaß macht stattfindet.

    Die Leistungsvereine (egal ob NLZ oder ambitionierte Amateurclub) würden sich selbst, den Kindern mit Familie und den Vereinen im Umfeld einen großen Gefallen tun, wenn sie nur 1 Leistungsteam je Jahrgang betreiben und sofern parallel eine Breitensportsparte existiert für diese auch nur Spieler nach Breitensportgesichtspunkten aufnehmen (v.a. was die Entfernung zwischen Wohnort und Vereinssitz betrifft)

    Es kommt leider viel zu oft vor, dass sich in der 2. oder 3. Mannschaft von Leistungssportvereinen Spieler sind, die über 50 km entfernt wohnen. Die Spielen dann in der Kreisliga oder tiefer, nehmen den Aufwand aber auf sich, weil sie die Hoffnung haben irgendwie doch noch in den Leistungsbereich zu rutschen, und werden leider in der Regel nicht darüber aufgeklärt, dass das auf diesem Weg eher unrealistisch ist.

    Diese Spieler wären im Heimatverein oder dem besser aufgestellten Verein im Umkreis von 10-15 km deutlich besser aufgehoben und würden sich mit kurzen Wegen zum Training + Stützpunkttraining parallel vermutlich wesentlich besser entwickeln.

    Wenn RedDevil der Meinung ist, dass sie Leistungs- oder Breitensportorientierung je nach Trainer- und Spielermaterial jährlich ändern kann, dann hat er zwar recht, beschreibt aber leider in erster Linie, wie es aktuell in vielen Vereinen leider läuft.

    Vielleicht wäre es eben besser, der Breitensportverein, der zufällig mal einen guten Jahrgang hat lässt diesen lieber bei einem Leistungsverein in der Nachbarschaft langfristig gut ausbilden als dass er sich die Meisterschalen für E- und D-Jugendtitel ins Vereinsheim stellt, danach aber die Jungs nicht mehr adäquat versorgen kann, weil ihnen die Perspektive fehlt.

    Ich glaube wer starke Spieler aus den eigenen Reihen dabei unterstützt sich woanders zu entwickeln, hat langfristig mehr von ihnen, als wenn man sie um jeden Preis im Verein halten will.

  • Ich glaube, hier wird deutlich, wo das Hauptproblem ist: es fehlt in vielen Vereinen an einer klaren Struktur! Würde jeder an seiner Tür hängen haben


    A) wir sind ein Breitensportverein, in dem jeder unabhängig vom Können spielen kann

    B) wir sind ambitioniert, wenn du gut bist spielst du ab der D-Jugend in der 1., wenn nicht irgendwo drunter

    C) wir sind ein Leistungsverein, hier kannst du nur mitmachen wenn du es drauf hast.

    Würde auch sagen, dass man hier nicht so pauschal etwas festlegen kann. Für meinen (Dorf-)Verein gilt im Prinzip A (wir sind ein Breitensportverein...). In meiner Mannschaft ist es jetzt aber so, dass ich tatsächlich erstmals Kinder nach Hause schicken muss, weil mir bei 30 Spielern der Betreuungsaufwand einfach zu groß wird und darunter viele sind, die im entweder C-Jugendalter erst angefangen haben zu spielen oder schlichtweg untalentiert und desinteressiert an zielgerichtetem Training sind. Also muss ich leider in den sauren Apfel beißen und 8 bis 10 Kinder wegschicken mit Verweis auf deine Punkte B und C. In der B-Jugend sieht es dafür ganz anders aus: Deren Kader bestand am Anfang der Saison nur aus 12 Spielern und die waren froh, dass sich noch zwei Spät- und zwei Wiedereinsteiger gefunden haben, sodass da mittlerweile wenigstens 16 Spieler auf dem Papier stehen - Leistung erstmal zweitrangig. Insofern hat RedDevil da schon recht.

    Meiner Meinung nach hat man als Jugendtrainer in einem nicht leistungsorientierten Verein (also bei dir Variante A oder B) einerseits die Aufgabe, die Quantität aufrechtzuerhalten, sprich es muss gesichert sein, dass von einem Jahrgang in der A-Jugend immer noch genügend Spieler übrig sind, um eine Mannschaft zu stellen. Andererseits gilt es, die Qualität zu steigern, d.h. ich will, dass sich jeder bestmöglich weiterentwickelt und im Erwachsenenalter optimalerweise die Herrenmannschaft verstärkt. Geraden die beiden Zielsetzungen miteinander in Konflikt, gilt es, Lösungen zu finden und da benötigt es oft jede Menge Fingerspitzengefühl. Ich kann es mir leisten, einen Spieler nicht mehr einzusetzen, wenn ich weiß, dass da noch 15-20 andere sind, die mir bis zur A-Jugend erhalten bleiben werden. Ich muss es mir leisten, schwächere Spieler auch mal einzusetzen, wenn ich schon in der C-Jugend nur noch einen Kader von 15-16 Spielern habe.

    Ich glaube, die meisten machen den Fehler, schon zu früh zu ergebnisorientiert zu denken. Dann wird es meistens ab der B-Jugend richtig eng, wenn plötzlich auch der ein oder andere aufhört, der vorher ja noch immer gespielt hat. Umgekehrt macht es keinen Sinn, Ressourcen zu verschwenden für Kinder, die früher oder später sowieso dem Sport den Rücken kehren werden. Daher: Frühzeitig nicht nur die aktuelle Leistungsfähigkeit im Blick haben, sondern immer auch: Ist das Kind engagiert und motiviert? Interessiert es sich für Fußball, also auch für Bundesliga usw.? Ist es mit einigen besseren Kindern gut befreundet, geht vielleicht mit denen zur Schule? Dann sollte ich dieses Kind eher noch besonders fördern als vergraulen.