DFB Stützpunkt Erfahrung

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  • Sir Alex nach deinem Empfinden ist unsere Situation praktisch Top in den Stützpunkten und NLZ. Tja dann erkläre mir/uns bitte warum es in der Schweiz, Spanien und Frankreich oder England um soviel besser läuft(Und da läuft es auch nicht Optimal) ? Ich kapiere echt nicht das die Stützpunkte oder NLZ keinerle Kritik ansetzen darf. Du schreibst praktisch das die Studie von der Sportwissenschaft völlig an den haaren herbeigezogen wird ? Also ich glaube mehr der Studie die mit Daten hinterlegt sind als eine Behauptung von Stütpunkt/NLZ Trainern oder irgendwelchen Trainern.

  • Zu deinem ersten Satz:


    Leider hast du meine Aussage aus dem Kontext gerissen und nur einen Teil zitiert.


    Denn ich habe auch folgendes geschrieben, was du leider rausgeschnitten hast:


    "Aber um es klarzustellen: Ich meine nicht die großen, kräftigen die auch technisch beschlagen und über eine starke Spielintelligenz verfügen, und auch nicht, dass jeder kleine schmächtige Spieler ein überragender Techniker ist.


    Ich beziehe mich auf das was sich inmitten diesen beider befindet, was den Großteil der Kinder ausmacht."


    Diesen Absatz hast du leider nicht mit zitiert.


    Ich beziehe mich darauf, dass der aktuell(!) biologische Vorteil eines größeren, kräftigeren oder schnelleren Spielers mehr Gewichtung hat als die technischen und spielerischen Fähigkeiten eines kleineren.


    Es wird immer der aktuelle Zustand genommen und nicht daran gedacht, dass die Kinder für die Zeit wenn sie ausgewachsen sind, auszubilden und vorzubereiten.


    Es ist aber nicht an der Hand zu weisen, dass die Vereine/Trainer keine Geduld haben und oft Spieler nehmen die spielerisch limitiert aber körperlich weiter sind, und der spielerisch stärkere Spieler aussortiert oder abgelehnt wird.


    Man möchte ihm die Förderung nicht geben und gibt sie lieber dem anderen, und hofft dass der kleine hoffentlich irgendwie am Ball bleibt, damit man ihn in zwei Jahren nehmen kann.


    Leider werden viele Talente in diesen Jahren zerstört von Trainern und hätte man diesen gefördert, hätte man nun einen vielleicht toll ausgebildeten Kicker. Siehe "Matthäus-Modell".


    Eventuell kann mir jemand auch erklären, warum die wenigsten U-Nationalspieler Spätgeborene sind?


    In der A-Nationalmannschaft sind 12 von 25 Spielern in Q1 geboren. Und zwei Spieler im letzten Quartal. In den U-Nationalteams sieht auch nicht viel besser aus. Das sind oft gerade mal 5 Spieler aus dem letzten Quartal, aber doppelt so viele aus Q1.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder aus Q4 weniger talentiert sind als Q1 Kinder.


    Und zum Thema Marco Reus.


    Wäre er geblieben und hätte nicht oder kaum gespielt, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen den Verein verlassen zu müssen oder durch die fehlende Spielpraxis und Nichtförderung die Entwicklung zu stoppen und im Niemandsland in der Versenkung zu verschwinden.


    Hier ein Auszug aus einem Interview mit Marco Reus.


    In der Öffentlichkeit kam es so rüber, als wären Sie vom BVB ausgemustert worden. Das war aber nicht der Fall?


    Reus: Nein. Es war so, dass die Initiative von mir kam. Es hat aber sicherlich auch eine Rolle gespielt, dass ich als zu klein und zu schmächtig angesehen wurde. Ich kann nur jedem mitgeben, dass es sich schön anhört und dass es auch schön ist, bei Borussia Dortmund, bei Bochum, Schalke, Bayern oder anderen großen Klubs in der B- oder A-Jugend zu spielen. Die oberste Priorität in dem Alter ist es aber, zu spielen und Spaß zu haben. Nur so kann man sich weiterentwickeln, nur so hat man Erfolg. Natürlich gibt es auch Phasen, in denen es nicht läuft. Da muss man durch und sollte nicht gleich wegrennen. Wenn die Perspektive aber nicht da ist, muss man sich Gedanken machen. In meinem Fall kam dann relativ schnell der Entschluss, nach Ahlen zu wechseln.


    Können Sie es verstehen, dass Ihre Statur den Ausschlag gegeben hat?


    Reus: Die Qualität sollte immer an erster Stelle stehen. Und warum solltest du jemanden nicht spielen lassen, wenn die Qualität da ist? Ob er jetzt klein und schmächtig ist, macht keinen Unterschied. Von daher kann ich das bis heute nicht verstehen. Ich kann inzwischen darüber lachen, aber in dem Moment war es unheimlich schwer nachzuvollziehen.


    Quelle: Interview Marco Reus

    "Kinder die nichts dürfen, werden Spieler die nichts können!"


    "Die erste Frage, die ich mir stelle ist, kann der Spieler dribbeln?

    Ich möchte nur Spieler die diese Fähigkeit haben, also suche ich immer danach.

    Ich möchte Innenverteidiger, Außenverteidiger, Mittelfeldspieler, Flügelspieler

    und Stürmer, die dribbeln können."

    - Pep Guardiola -

  • Ich habe das Gefühl, dass du mir nicht ganz folgen kannst, also nochmal ganz langsam:


    Wenn man überdurchschnittlich groß sein muss, um Fußballprofi zu werden, ist die Wahrscheinlichkeit, Profi zu werden, geringer, wenn man unterdurchschnittlich klein ist. Wenn es egal wäre, wie groß man ist, wäre der Größendurchschnitt ja nicht abweichend vom Durchschnitt der Bevölkerung.


    Ich habe bereits gesagt, dass es immer wieder Ausnahmen gibt und die wird es auf bestimmten Positionen immer geben. Aber jeder 1,70 große Spieler braucht einen 1,98 großen Spieler zum Ausgleich, um den Durchschnitt zu erhalten, ist dir das klar?

    Dazu kommt eben noch, dass bei mehr kleinen Spielern zur Auswahl der Konkurrenzkampf bestimmter Positionen viel größer ist, somit ist es auch noch schwieriger, ins Geschäft zu kommen.


    Ich orientiere mich nur an den Zahlen und den Statistiken und nicht an Einzelfällen. Solange es nämlich auf die ganze Gruppe der Profis Einzelfälle sind, bestätigen sie die Regel.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Sir Alex nach deinem Empfinden ist unsere Situation praktisch Top in den Stützpunkten und NLZ. Tja dann erkläre mir/uns bitte warum es in der Schweiz, Spanien und Frankreich oder England um soviel besser läuft(Und da läuft es auch nicht Optimal) ? Ich kapiere echt nicht das die Stützpunkte oder NLZ keinerle Kritik ansetzen darf. Du schreibst praktisch das die Studie von der Sportwissenschaft völlig an den haaren herbeigezogen wird ? Also ich glaube mehr der Studie die mit Daten hinterlegt sind als eine Behauptung von Stütpunkt/NLZ Trainern oder irgendwelchen Trainern.

    Ich habe doch nirgends gesagt, dass man nichts verbessern könnte…

    Wie kann man denn diese Aussage treffen?


    Der Diskurs hier ist aber aktuell, dass das (einzige) und gravierende Problem die angebliche Tatsache ist, dass nur große untalentierte gefordert werden, statt der ganzen kleinen Supertalente (ja, das ist sehr plakativ ausgedrückt, aber im Grunde kann man es so zusammenfassen) und das sehe ich so eben nicht.


    Ich finde zB, dass die Position IV und Mittelstürmer bzw. die spezifischen Fertigkeiten dafür unzureichend ausgebildet werden. Ganz besonders unterhalb der C-Jugend. Aber vor allem in der Zrainingsgestaltung, weniger bei der Selektion.


    Das na nur ein Beispiel.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Na ja, Deine Aussagen interpretieren das aber. Ich vermute mal das du in einem Stützpunkt tätig bist denn das würde diese Meinung auch klar verständlich machen. Aus meiner Erfahrung musste ich lernen, das man bei einem Stützpunkt, Stützpunkttrainer nicht kritisieren darf oder Koordiantoren. So habe ich es erlebt. Sobald du da rein stichelst kommt die volle Breitseite und wird aus dem System DfB Talentförderung verbannt. Man will keine Kritik und ist eben in allem erhaben. So war mein Eindruck damals. Was jedoch nicht die Regel ist sondern es bezieht sich auf einen Stützpunkt und eine andere Erfahrung aus Hamburg zeigte mir, das es auch anders laufen kann. Da läuft es richtig gut und man konnte richtig gut diskutieren. Auf einer ganz anderen Ebene übrings.



    Umd Diskussion ist aber, das wir ein Phänomen haben das Kinder die Q3/Q4 geboren sind, weniger Chancen haben. So leid es mir tut, das sind die Fakten. Das hat viel aucgh mit der körperlichen Entwicklung zu tun. Aber das wird von vielen einfach nicht beachtet und eine Kritik wird einfach nicht wahr genommen.

  • Ich finde zB, dass die Position IV und Mittelstürmer bzw. die spezifischen Fertigkeiten dafür unzureichend ausgebildet werden. Ganz besonders unterhalb der C-Jugend. Aber vor allem in der Zrainingsgestaltung

    Um welche Fertigkeiten geht es dir dabei? Und welche andere Trainingsgestaltung würdest du dir für diese Positionen wünschen?

  • Malikinho
    ganz allgemein ist es leider so, dass - wie der Begriff schon sagt - die Selektion immer dazu führt, dass man eine Entscheidung für bzw. gegen einzelne Spieler trifft. Vermutlich hast Du recht, dass bei sehr vielen Entscheidungen die körperlichen Attribute mehr Gewicht bekommen, und deshalb bei engen Entscheidungen der größere, stärkere Spieler gegenüber dem kleineren (manchmal auch zu Unrecht) den Vorzug erhält. Wie du auch schon schreibst ist es aber entgegen der Aussage von beobachter_1000 nicht so, dass Spieler, die technisch deutlich schwächer sind als andere oder gar nichts draufhaben nur wegen ihrer Größe vorgezogen werden.
    Für mich läge die beste Option in Bezug auf Talentförderung darin, dass man die Basis für diese verbreitert.

    Das kann entweder geschehen, indem jedes NLZ eine zweite Jahrgangsmannschaft einführt, die auf dem gleichen Niveau trainiert wie die "erste", oder aus den Stützpunkten werden regionale Leistungszentren, die feste Mannschaften haben und genauso wie die NLZ 3x pro Woche trainieren und auch an einem Wettbewerb (NLZ-Runde oder Stützpunktrunde - normale Runde macht vermutlich keinen Sinn) teilnehmen.

    Problem bei meinem Vorschlag: der Basis (Breitensport-/ Dorfverein) gehen noch mehr gute Spieler verloren.

    Außerdem kosten beide Varianten natürlich zusätzliches Geld, das DFL, DFB und Vereine aufbringen müssten.
    Letztendlich muss jeder Spieler (mit den Eltern) für sich entscheiden, welchen Weg er gehen möchte (NLZ, ambitionierter Verein + Stützpunkt oder Dorfverein + Stützpunkt ...) und dabei berücksichtigen welche Wege ihm offenstehen.


    Zum Thema Marco Reus und erwartete Spielpraxis in der U17 beim BVB:
    hier sollten in den NLZ tatsächlich durchgängig Jahrgangsmannschaften (auch eine U18) existieren. Außerdem sollte für jeden gesunden Spieler im NLZ bis inkl. U19 eine Mindestspielzeit je Woche festgelegt werden, um jedem ausreichend Spielpraxis zu garantieren. Bei allem Aufwand für Training etc. und Entbehrungen in der Freizeit, die das NLZ von den Jugendlichen einfordert sollten diese im Gegenzug jede Woche die Möglichkeit haben ausreichend lange zum Einsatz zu kommen. In U12-U14 wird in Bayern bei den NLZ ja schon in dritteln gespielt, damit dies ermöglicht werden kann.
    Dafür landen wir dann wieder an einer Reform der Wettbewerbe ohne Auf-/ Abstieg im Jugendbereich...



    Die von beobachter_1000 so hoch gelobten Systeme aus der Schweiz, Frankreich, Spanien, England und auch aus den Niederlanden, sind in jedem Fall deutlich weniger vereins- und breitensportbasiert als das in Deutschland der Fall ist.

    Da werden Talente von Profivereinen oder regionalen Leistungszentren frühzeitig entdeckt und gefördert. In den meisten Fällen ist das dann aber im Vergleich zum deutschen Vereinsfußball ein "Full-time-Job" mit viel mehr Training, und relativ enger Bindung an die Leistungsorientierte Förderung.

    Das deutsch Vereinssystem mit dem ihm eigenen Kirchturmdenken passt da sicher nicht rein.

    Denkbar wäre in meine Augen ein mehrstufiges Konzept:
    Stufe 1: U6 - U11:
    Vereinsfußball, Kinderfußball
    Spaß an der Bewegung, Grundlagenausbildung, Fußballspiel mit Freunden

    Stufe 2: U12 - U16

    Talentförderung auf breiter Basis (NLZ, regionale / lokale DFB-Leistungszentren)

    selektierte Teams, Training mit hoher Regelmäßigkeit und Qualität und Intensität
    Leistungsvergleiche zwischen den LZ
    => für die, die kein Interesse an Talentförderung haben bzw. bei denen es offensichtlich nicht reicht läuft natürlich parallel der Breitensport im Verein weiter.

    Stufe 3: ab U17

    Leistungssport oder Breitensport

    die besten bleiben im NLZ, dort gibt es nach wie vor Jahrgangsmannschaften (U17/U18/U19), um die Förderbasis breiter zu halten als heute

    die Spieler, die es nicht in die U17 geschafft haben wechseln zurück in den Breiten- bzw, gehobenen Amateursport


    letztendlich ist es nicht viel anders als aktuell auch schon, mit dem Unterschied, dass die Förderbasis im Bereich U12-U16 deutlich breiter wird und Spieler mit Potential in dieser Altersspanne dem klassischen Vereinsmodell verloren gehen, ggf. aber später wieder zurückkehren. Am Ende kostet alles deutlich mehr Geld als heute und würde die Vereine vorübergehend in jedem Fall Mitglieder kosten. Woran ich definitiv nicht glaube, dass es etwas hilft Gelder in den Breitensport umzuleiten um dort die Trainer zu bezahlen, die die Kinder im goldenen Lernalter trainieren.

    Gerade in dem Alter ist es entscheidend, dass die Kids möglichst regelmäßig mit gleichstarken Spielern auf hohem Niveau trainieren, und das spricht nun mal für das Zusammenfassen der Talente in festen Teams.

    Mit dem alleinigen Ziel den Breitensport zu stärken tut man ohne jeden Zweifel etwas sehr sinnvolles für die Gesellschaft und vielleicht bekommt man für die N11 auch den ein oder anderen Klose oder Gosens mehr als zuvor, das Ziel die Talentförderung in der Spitze zu verbessern und mehr Top-Talente auszubilden lässt sich damit aber nicht erreichen.

  • Ich bin und war nie an einem Stützpunkt und sehe deren Arbeit auch oft naja.

    Bzw. Finde ich Stützpunkte in Ballungsgebieten überflüssig, das Geld könnte man besser in die Jugend investieren.

    Ich komme aus dem NLZ.


    Den RAE haben wir hier schon mehrmals in anderen Threads diskutiert.

    Der Fakt ist unbestritten.

    Es ist aber populistisch, das zu kritisieren.

    Denn, es kann niemand einen konstruktiven Vorschlag bringen, wir man das ändern soll.

    Man hat nur begrenzt Platz im Kader und diesen füllt man mit auffälligen Spielern. Niemand nimmt einen Dezembergeborenen, nur weil er im Dezember geboren ist.

    Wer aber auffällig ist und spätgeboren, der hat definitiv einen Bonus. Aber er muss erstmal auffallen.


    Und zum RAE, weil der Vergleich zu anderen Ländern kam:

    Das ist aber Überall anders genauso.

    Es gibt Länder, die haben einen anderen Stichtag (1.8. zb), da ist alles nur verschoben.

    Ich habe dazu im passenden Thread die erweiterten WM Kader aller Teams in Russland analysiert. Der RAE zog sich durch alle Nationen, das kann also nicht der Unterschied zu anderen Nationen sein.

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    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Ich finde zB, dass die Position IV und Mittelstürmer bzw. die spezifischen Fertigkeiten dafür unzureichend ausgebildet werden. Ganz besonders unterhalb der C-Jugend. Aber vor allem in der Zrainingsgestaltung

    Um welche Fertigkeiten geht es dir dabei? Und welche andere Trainingsgestaltung würdest du dir für diese Positionen wünschen?

    Den Ball mit dem Rücken zum Tor verarbeiten zB. - kommt bei den wenigsten Kleinfeldteams irgendwie vor. IdR wird im Mittelfed ein 1gg1 gewonnen und dann der Ball steil gespielt.


    Überhaupt werden in den jüngsten Jahrgängen meiner Erfahrung nach, große Spieler eben eher nicht genommen.

    In F- oder E- Jugend wollen Trainer gerne die scheinbar technisch versierten haben, damit bekommt man Schulterklopfer.

    Dem motorisch veranlagten, aber großen Preis ne technisch noch ausbaufähigen Spieler diese Technik beizubringen (je junger desto besser schulbar), das machen die meisten nicht. Zumindest nicht bei ambitionierterem Amateurvereinen, die selbst selektieren.

    Dann tauchen in U13 plötzlich Dorfspieler auf, werden geholt, die aber vie weiter wären, hätte sie eher eine bessere Fôrderung bekommen.


    Koordinator Fähigkeiten werden mM nach auch viel zu wenig geschult.

    Rhythmisierngsfähigkeit, das bekommen viele hin, das Stangenlaufen, die Leiter kennen doch viele und denken, dass das Koordination umfassend wäre.

    Aber es ist nur ein kleiner Teil der Koordination. Die anderen koordinativen Fähigkeiten werden kaum geschult.

    Wer zB grainiert regelmäßig und planvoll die Umstellungsfähigkeit? Gerade in jungen Jahren?

    etc.


    Edit:

    Es wird hier nur über die Selektion diskutiert.

    Das negiert völlig den Effekt von Training.

    Ich glaube eben, dass im Ausbildungsprozess, in der Trainingsarbeit viel mehr Potential zur Verbesserung ist.

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    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Das kann entweder geschehen, indem jedes NLZ eine zweite Jahrgangsmannschaft einführt, die auf dem gleichen Niveau trainiert wie die "erste", oder aus den Stützpunkten werden regionale Leistungszentren, die feste Mannschaften haben und genauso wie die NLZ 3x pro Woche trainieren und auch an einem Wettbewerb (NLZ-Runde oder Stützpunktrunde - normale Runde macht vermutlich keinen Sinn) teilnehmen.

    Das Problem sehe ich woanders:

    Ich gehe mal davon aus, dass die 56 NLZs die besten Spieler haben und ganz oben in der Pyramide stehen. Darunter kommen die 366 Stützpunkte. Aber darunter stehen 24.000 Vereine. In meinen Augen muss da noch eine Förderebene eingezogen werden, die viel größer sein muss als eine zweite NLZ Mannschaft, die im Grund dem System Verein nur noch mehr Spieler entzieht und somit die Entwicklung aller bremsen dürfte.

    In unserem eher putzig kleinen Kreis werden aus 28 Vereinen mit min. einer D-Jugend 14 Kinder in den STP gerufen. Nicht mal rechnerisch darf jeder seinen besten schicken!


    Ich würde den genau gegenteiligen Weg favorisieren.

    1. Abschaffung der NLZs unterhalb der B-Jugend


    2. STP nur noch in der C-Jugend wegen Punkt 3


    3. Verbreiterung der Selektionsbasis in der D-Jugend

    Dazu würde ich je drei Vereine zusammenziehen und im Alter der D Jugend (evtl auch schon in der E) die je fünf besten einmal wöchentlich durch einen DFB-Trainer trainieren. (Jetzt kommt mit nicht mit Platzbelegungen, oder Personalproblemen. und ja, das kostet halt :saint:) Diese Trainings wäre eine permanente Einladung an die Trainer zur Fortbildung, ähnlich wie es beim DFB-mobil ist, nur eben regelmäßig. Natürlich wären auch Spiele dieser Trainingsgruppen gegeneinander denkbar.

    Aus diesem Pool an Kindern, die der DFB-Trainer dann auch kennengelernt hat, wird dann ab der C-Jugend die Kreisauswahl gebildet.


    Dann hätten wir

    56 NLZ ab B

    366 STP für C

    8000 Förderung der D

    24000 Vereine

    So würde eine gescheite Pyramide entstehen und nicht der Nachbau des Eiffelturms.


    Meine Zahlen mögen nicht exakt sein, das ist alles nur eine Überschlagsrechnung. Aber mich fragt man beim DFB ja eh nicht, von daher lohnt keine exaktere Recherche. ;)

  • So ähnlich würde ich es auch machen. Vorallem der Punkt mit den STP gefällt mir gut und würde eine Fortbildung in den vereinen implizieren.

  • Die genannte Idee ist ja nichts anderes als einfach noch mehr "Stützpunkte" zu gründen.

    Dann halt für jeweils drei Vereine einen eigenen Stützpunkt.


    Bereits jetzt kann man doch als Vereinstrainer jederzeit sich das montagliche Stützpunkttraining kostenlos und ohne Anmeldung anschauen und sich auch Tipps von den Stützpunkttrainern holen.


    Ich würde tatsächlich eher den Weg den Coach1976 vorgeschlagen hat, einen NLZ-Förderkader je Jahrgang, bevorzugen.

    Unser NLZ ist momentan dabei diesen Weg umzusetzen, allerdings erst seiter dieser Saison. Welchen Ertrag dies hintenraus bringt wird sich noch zeigen. Bin aber recht zuversichtlich, dass sich von dort auch Spieler in die "ersten" Mannschaften hochspielen können.

  • Ja haben wir hier auch mit den NLZ Förderkader sowie Förderstützpunkte. Ich weiß nicht ob dass das Ziel erreicht, dass Kinder sich wieder mehr zum Fußball bekennen. Da bin ich eher skeptisch, das eben das bewirkt wird, dass Kinder aus den bestehenden Vereinsstrukturen raus gezogen werden wenn diese talentiert sind. Dem Verein fehlt wiederum die Basis an Spieler die dann die Weiterentwicklung eben bremst. Mir müssen einfach weg vom Gedanken, das wir die Vereine "ausbeuten" (drastisches Wort) und die Mitglieder der Spielgruppen dann verkleinern. Wir müssen auch weg von den "STRIKTEN" Jahrgangsregeln und zu mehr RAE. Aber irgendiwe scheint das keiner in den NLZ, STP,DfB, BfV zu kapieren, dass eben die Vereine die Basis aller ist und durch das "massive" entziehen der Spieler eben Strukturen inneralb von Mannschaften zerstört. Entweder werden dann die NLZ gezwungen die Vereine mit Geld zu versorgen die dann in Trainerausbildung und Jugendarbeit gesteckt wird oder NLZ sollen wie STP abgeschafft werden. Ich bin dafür das STP entweder auf Vereinsebene läuft bzw. Förderungen durch Hauptamtliche Trainer die FEST angestellt sind und nicht mit 400€ Jobs und NLZ verpflichten gewisse Ausbildungsabgaben an Vereine zu zahlen bzw. Marketingausgaben sowie Jugendarbeitförderungen. Dazu müsste meiner Meinung nach auch die Schulen einbezogen werden und viel mehr Sport anbieten. Vorallem MANNSCHAFTSSPORT!!!!!!!! Keine Einzelsportarten denn genau das würde auch der Gesellschaft dienen in der Bildung.

  • Wenn man aus je drei Vereinen, die besten 5 Spieler zusammenzieht und diese einmal wöchentlich zusammen trainieren lässt, dann ist der nächste Schritt ja eigentlich, dass diese je 5 Spieler jede Trainingseinheit zusammen absolvieren - also alle in einem Verein wechseln und/um dann gegen eben solche Teams auch Wettkämpfe zu absolvieren.


    Das will aber wahrscheinlich dann doch niemand, vermute ich mal.

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  • Förderkader ist eine gute Sache und viele NLZs machen ja Dinge in dieser Art.

    Da gibt es beispielsweise Spieler, die dann regelmäßig zB monatlich beim NLZ Tram mittrainieren oder auch eigene Fördertrainingsangebote.

    Aber da kommen wir wieder zu dem Diskurs des Gastspielrechtes und das viele Vereine/Trainer da eben dann nicht mitspielen.


    Abgesehen davon, würde der Diskurs dann der selbe sein, denn es sind dann zwar einige Spieler mehr eingebunden in Fördermaßnahmen, aber glaubt jemand ernsthaft der Diskurs zu (falscher) Selektion und RAE würde damit verschwinden?

    Es verschiebt sich alles doch nur um eine Handvoll Spieler weiter.

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  • Warum immer den Verein wechseln. Wieso nicht einfach einen NLZ Auswahl bilden von den beteiligten Förderkader und gegen das andere NLZ Förderkader Team spielen. Vielleicht alle Monate mal ein Spiel oder so.

    Ich kapiere nicht wieso man da immer den Basisvereinen die Spieler entziehen muss ?! Um eine Talentförderung zu implementieren.

  • Warum immer den Verein wechseln. Wieso nicht einfach einen NLZ Auswahl bilden von den beteiligten Förderkader und gegen das andere NLZ Förderkader Team spielen. Vielleicht alle Monate mal ein Spiel oder so.

    Ich kapiere nicht wieso man da immer den Basisvereinen die Spieler entziehen muss ?! Um eine Talentförderung zu implementieren.

    Naja, der Diskurs ist ja, die Förderung zu optimieren, oder?

    An dieser wird ja Kritik geäußert.


    In anderen Sportarten (und/oder anderen Ländern) werden dafür über zB die Schulen etc. früh Leistungskader zusammengestellt.

    Das scheint dann erfolgversprechend - wenn man nur den Output ganz oben betrachtet und persönliche und schulische Ausbildung ausklammert.

    Ich zB bin kein Freund davon, Kinder - aus welchen Gründen auch immer - zB früh in Internate zu stecken. Eltern-Kind Beziehung finde ich wichtig.

    Rein sportlich betrachtet wäre es aber am effektivsten schon in sehr jungen Jahren alle Talente in verschiedneren Internaten zusammenzubringen - Stichwort DDR Sportförderung.


    Im Fußball ziehen die meisten auch hier die Grenze genau da, wo es den Heimatverein beeinflusst, denn diese wollen/sollen alle Talente bis zur U17/U19 behalten.

    Da wird bessere Förderung, andere Selektion, etc gefordert, aber da ist die Grenze.

    Aber, wenn zu wenig/gar keine Spieler des eigenen Vereins im Stutzpunkt landen, dann muss die Förderung breiter erfolgen. Halt genauso, wie es zu dem eigenen Verein am besten passt.

    Das ist halt in meinen Augen teilweise widersprüchlich bzw. wirkt es dann doch so, als ob es um den eigenen Vorteil(Trainer/Verein) geht, nicht wirklich um das Talent, die Talente.

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  • Warum immer den Verein wechseln. Wieso nicht einfach einen NLZ Auswahl bilden von den beteiligten Förderkader und gegen das andere NLZ Förderkader Team spielen. Vielleicht alle Monate mal ein Spiel oder so.

    Ich kapiere nicht wieso man da immer den Basisvereinen die Spieler entziehen muss ?! Um eine Talentförderung zu implementieren.

    Entscheidend für die Talententwicklung sind regelmäßige Trainings und Spiele mit ähnlich starken und engagierten Spielern. Da reicht das Stützpunkt Training 1x pro Woche einfach nicht, wenn man die anderen beiden Trainings + Spiel in einer heterogenen Mannschaft im Heimatverein absolviert, wo Mitspieler den Ball immer noch mit der Sohle stoppen und der Pass zum Mitspieler mit Vollspann oder Pike gespielt wird.

    Bitte nicht falsch verstehen: ich finde Spaßfußball im Dorf- / Hobbyverein oder wo auch immer großartig und wichtig und es ist auch vollkommen OK, wenn Teams heterogen zusammengesetzt sind und der hochveranlagte Techniker mit seinem grobmotorischen Kumpel kickt.
    ABER: es gibt Spieler, die wollen ab einem gewissen Alter ihr Hobby auf bestmöglichem Niveau ausüben und haben auch genug Talent daran zu arbeiten, auch wenn sie vielleicht keine kommenden Nationalspieler sind.

    Von diesen Jungs gibt es deutlich mehr, als die Kader der NLZ aufnehmen können.

    Den Vorschlag von Goodie Vereine zu mehreren "Leistungsteams" zusammenzufassen finde ich sehr gut, sofern er beinhaltet, dass aus dieser Zusammenfassung wirklich Mannschaften entstehen, die gemeinsam Trainieren und Spielen. Ich wäre allerdings eher bei 5-6 Vereinen als bei 3 (hängt aber sicher auch von der Größe der Vereine und der Region ab).

    Im ersten Schritt wirkt das sicher als ob den Vereinen die Spieler geklaut werden.

    Ich sehe darin aber eine Chance, dass Spieler da abgeholt werden können wo sie stehen und von Ihrer individuellen Basis weg gefördert werden können. Vielleicht hält das langfristig mehr Jugendliche beim Fußball als das heute der Fall ist (Stichwort Drop-Out), weil die stärkeren nicht das Gefühl haben zu stagnieren und die schwächeren den Spaß behalten, weil sie nicht jede Woche frustriert feststellen müssen, dass alle anderen viel besser sind als sie.

  • ich glaube, bei uns ist das nächste NLZ mindestens 100 km entfernt und für Mädchen gibt es sowas gar nicht, oder ?

    Die einzige zusätzliche Förderung zum Vereinstraining und vielleicht der Regionalauswahl ist für uns der DFB-Stützpunkt und in den kommst du nur, wenn du dich zuvor für die Hessenauswahl qualifiziert hast und dich der Hessenauswahltrainer auf seine Liste mit den 20 besten des Jahrgangs gesetzt hast, du musst also empfohlen werden.

    Ich weiß nicht, wie das bei den Jungs abläuft

  • Nein, ich bin nicht dafür das man Talente behält, mir gehts darum bindeglieder die sich mit der Zeit eben ergeben nicht aus einem Sozialen Konstrukt zu reißen die dann eine Instabilität hervorruft und dann in sich zusammen fällt. Ich würde nie wollen das jemand zich bis zum Lebensende bei einem Verein sondern eher eine Bindung zu bekommen. Find ich z.B. bei den Bender Zwillinge TOP ! Wir müssen es schaffen die richtig guten Talent noch im Sozialen Basis Konstrukt zu binden. Das sind nun einmal die Basisvereine.