Die Zukunft des deutschen Fußball Teil 2

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  • Man muss sich auch mal fragen, ob man alles dem Ausbildungsziel unterordnen will? Die Kinder wollen normale Abschlussspiele mit gleichgroßen Teams, und sei es 9 gegen 9 am Ende des Trainings. Mag nicht das beste für den Lerneffekt sein, ist aber so erwünscht, alles andere ist für die Kids kein Abschlussspiel sondern nur eine weitere Übung, da wären sie schlicht enttäuscht. Auch wollen sie so schnell wie möglich 11er Feld spielen, dass ist für die Kinder ,,richtiger'' Fussball, wie es ihre Vorbilder machen, alles andere ist Kinderfussball.

    Wie gesagt, dass mag nicht das allerbeste für die Ausbildung sein (auf der anderen Seite spielen die NLZ Teams alle schon ab U13 11er Feld), ist so aber vielfach auch von den Kindern erwünscht und ich behaupte, wenn das wegfällt, ist das durchaus ein Grund zum aufhören für viele Kinder oder zum Vereinswechsel.

    Ich kann nur für eine E-Jugend und nicht für C sprechen, aber trifft es nicht zu, dass Kinder immer nur ein Abschlussspiel haben wollen. Meine Erfahrung ist, dass sie in erster Linie spielen wollen. Ich hatte auch schon die Situation, da wollten sie lieber noch ein lustiges Fangespiel spielen.

    Ich vermute, dass das einmal damit zu tun hat, wie das Training vorher schon aussah und auch wie sie in das System hineingewachsen sind. Kinder, die das klassische Abschlussspiel, gar nicht oder nicht hauptsächlich kennen gelernt haben, fordern es auch nicht permanent ein.


    Auch das Argument nach dem "richtigen" Fußball ist nicht universell anwendbar. Wir haben 30 Kinder in einer Umfrage gefragt, welche Trainingsinhalte ihnen am meisten Spaß machen. "Einfaches Fußballspiel" war genauso beliebt wie "Fußball in verschiedenen Formen". Die einen Kinder mögen das eine mehr und die Anderen das Andere.

  • Ich streue neben dem klassischen Abschlussspiel auch immer wieder mal alternative Spielformen oder Abschlussturniere zum Ende ein. Dabei wird eigentlich selten bis nie gemeckert.

    Es kommt natürlich auch ein Stück weit darauf an wie man das den Kids verkauft. Wenn man als Trainer selber nicht davon überzeugt ist und man selbst denkt, dass lediglich 11vs11 die einzig wahre Spielform ist, merken das die Jungs natürlich auch.


    Wenn bezüglich fehlendem Abschlussspiel gemeckert wird, das einfach mal vor der Mannschaft ansprechen und den Sinn und die Vorteile von kleinen Spielformen besprechen und hervorheben. Habe spätestens dann keine Probleme mehr gehabt.

  • Ich kann nur für eine E-Jugend und nicht für C sprechen, aber trifft es nicht zu, dass Kinder immer nur ein Abschlussspiel haben wollen. Meine Erfahrung ist, dass sie in erster Linie spielen wollen. Ich hatte auch schon die Situation, da wollten sie lieber noch ein lustiges Fangespiel spielen.

    Ich vermute, dass das einmal damit zu tun hat, wie das Training vorher schon aussah und auch wie sie in das System hineingewachsen sind. Kinder, die das klassische Abschlussspiel, gar nicht oder nicht hauptsächlich kennen gelernt haben, fordern es auch nicht permanent ein.

    Dem stimme ich zu. Ich verstehe generell nicht warum ein - klassisches- Abschlussspiel notwendig ist. Habe verschiedenste Mannschaften und Altersklassen trainiert die letzten jahre. Nie wollte jmd ein - klassisches- abschlussspiel💁‍♂️. Davon ab wäre das zeitverschwendung für mich.

    Die kids wollen doch auch in den letzten minuten vom Training voll gefordert werden. Wer natürlich vorher nur iso Übungen macht, da sehnen sich die kids evtl. Danach auch mal fussball zu spielen

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich habe jetzt 5 verschiedene Mannschaften von F Jugend bis C Jugend trainiert. Ausnahmslos alle wollten ein Abschlussspiel haben, wenn es das aus welchen Gründen auch immer nicht gab, waren die Kinder enttäuscht. Bei anderen Trainern habe ich das gleiche gesehen, völlig egal ob es sich dabei um eine Leistungsmannschaft handelte, oder den letzten der örtlichen Dorfliga. Selbst im Stützpunkt sind Abschlussspiele üblich.


    Ich trainiere zu circa 3/4 nur Spielformen, unter allen Möglichen Gesichtspunkten. Der Rest ist Trainingsform oder mal eine Athletikübung (bei kleineren Kids eher Koordination), diese aber auch in Spielerischen Formen (z.B. TikTakToe als Schnelligkeitsübung etc.). Trainingsformen meist als Wettbewerb und/oder hinleitend auf die nöchste Spielform. Isolierte Übungen oder reine stumpfe Laufübungen gibt es nie.


    Trotzdem wollen die Kids ein Abschlussspiel. Mag sein, dass sie es gewohnt sind, liegt aber auch daran, dass sie sich am Fussball im Fernsehen oder bei Fifa orientieren, für die Kids ist 11 gegen 11 wie es Messi, Ronaldo und Neymer machen richtiger Fussball, kein 3 gegen 3 auf Minitore.


    Und warum wird man in einem Abschlussspiel mit 6 gegen 6 oder 7 gegen 7 in der D-Jugend nicht gefordert?

  • Gefordert werden sie ja vllt. Sportlich. Aber ich nehme halt gerne den Schwerpunkt auch in die letzte spielform. Und das wollen die kids auch.

    Zu deinen Mannschaften. Das ist bei mir ähnlich. Und nahezu ebenso ausnahmslos wollte keiner ein abschlussspiel💁‍♂️

    Ob das übrigens irgendwo anders üblich ist, oder nicht ist mir relativ bis total egal

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Habe gerade den sportschau-Bericht entdeckt (hat jemand schon das komplette Konzept gesehen?) - bin mal gespannt, ob man vom Präsidium etwas hört (heute ist ja der 04.12.). Ich gehe jetzt mal nur auf die U19 und U17 ein.

    - Pokalwettbewerb: das hört sich für mich wie der DFB-Pokal der Erwachsenen an - da dürfen auch einmal Amateure gegen Profis ran. Sofern sich die Amateure in einem Jahr vorher für den Wettbewerb qualifiziert haben. Das wäre aus meiner Sicht mit den Jahrgängen der Jugend nicht sinnvoll.

    - "Entwicklungsspiele": da wollen wohl auch die besseren NLZs öfters gegeneinander spielen - kommen dann die schwächeren, jüngeren Spieler wirklich zu mehr Einsatzzeiten? Die Mannschaften spielen ja schon heute Turniere (Pfingsten, Ostern) - wer wird da in welchem Spiel eingesetzt?

    - Eine "Leistungszentrum-Liga": wie findet die Qualifikation statt? Wird das wie bei der Youth-League gemacht? Da sind die Erwachsenen ausschlaggebend, wer mitspielen darf -> 1. Bundesligisten werden für Nachwuchsspieler interessanter (wo nehmen sie eine bessere Entwicklung? wirklich beim Bundesligisten?)


    Was ich beobachte:

    - Bundesligaspieler werden immer jünger

    - viele Bundesligisten schaffen die U23 ab

    - die Kader der U17 und U19 sind sehr groß und nur wenige schaffen es auf Anhieb in die 1. Mannschaft

    - U17 und U19 sind kostspielig - was ist der Ertrag?


    Ich könnte mir vorstellen, dass es zukünftig in folgende Richtung geht:

    - U19 oder U20-Nachwuchsteam (früher gab es mal eine U23 und später U21-Nachwuchsrunde): dort spielen alle talentierte Spieler (U17 bis U20) -> geringere Anzahl an Spielern (die meisten schaffen es sowieso nicht nach oben und die talentierten spielen heute schon mit 17 teilweise in der Bundesliga mit)

    - In der U17 spielen dann die Leistungsvereine + die U16 NLZ Teams (evtl. mit 3-4 U17 Spieler (Modell 2. Mannschaft mit ein paar Ältern bzw. Olympia))

  • HansMcMans : ich hatte bei meiner Frage gar keinen pädagogischen oder leistungsgerechten Hintergedanken - somit dachte ich auch nicht an ChampionsLeague-Modus, wie er im Kinderfußball umgesetzt wird, sondern an z.B. 4 Mannschaften jeder gegen jeden mit Punkte und Tabelle -> bei 12 Spielern im Training spielen sie 3 gegen 3 anstatt 6 gegen 6 und bei 16 Spieler 4 gegen 4 anstatt 8 gegen 8. Kann ich zumindest in der Halle oft beobachten - da machen es die Trainer oft aufgrund des Platzbedarfes. Auf dem Feld könnte man es ja 2x aufbauen. Ich finde das aus Sicht der gruppendynamischen Prozesse sehr interessant.

    Ein Abschlussspiel ab der E-Jugend ist oftmals von der Spieleranzahl auch geringer als ein "richtiges" Spiel. Viele haben ja keine Kader von 14 (7 gegen 7 wenn alle in der E-Jugend im Training sind) oder 18 Spieler (9 gegen 9 in der D-Jugend) bzw. 22 Spieler (11 gegen 11 in der C-Jugend). Von daher kommt die Anzahl meistens den "neuen angedachten" Wettbewerbsformen ab der E-Jugend schon sehr nahe.


    Ich hatte in meinen Trainings in der G- und F-Jugend keine großen Tore dabei (keine 5x2m Tore). Da hat kaum jemand nach einem Abschlussspiel gefragt. In der G-Jugend niemand, weil wir auch nicht im Spielbetrieb teilgenommen haben. In der F-Jugend (wir spielten Samstags 7 gegen 7) auf dem Feld relativ selten und in der Halle (Handballtore) hin und wieder. Jetzt in der E-Jugend habe ich meistens E-Jugend-Tore dabei und da kommt die Frage oft (nicht immer), obwohl wir meistens das Training über viele Spielformen machen. Wobei für sie auch ein Abschlussspiel ist, wenn auf ein E-Jugendtor und 2 Minitore gespielt wird (wenn ich keine 2 E-Jugentore dabei habe). Sozialisation und Infrastruktur spielen aus meiner Sicht in dem Fall eine Rolle (habe 1-2 Spieler, die erst seit kurzem von anderen Vereinen zu uns gestoßen sind, die fragen praktisch immer nach dem Abschlussspiel - teilweise schon vor dem Training).

  • Mit Abschlussspiel ist weniger die genaue Mannschaftszahl gemeint, sondern eher, dass es eine Spielform - im Regelfall auf zwei in der Altersklasse übliche Tore - gibt, an dem alle Spieler die beim Training anwesend sind teilnehmen. Klar, kaum jemand hat eine D-Jugend mit 18 Kindern, die dann auch noch alle immer anwesend sind. Da wird dann automatisch nicht 9 gg 9 gespielt.


    In der Halle wird ein 4 gg 4 + Keeper hingenommen, richtig, liegt aber eher an den Platzverhältnissen. Die Mehrzahl der Kids - nach meiner Erfahrung - könnte auf die Halle am liebsten komplett verzichten. Selbst die Spieler die in der Halle exzellent zu Recht kommen.

    Das obwohl ich die Halle sehr positiv finde, selbst Futsal gut leiden kann, die letzte Truppe in der Halle die ich hatte, hat sehr gut gespielt, viele kleine technisch starke Spieler, denen das absolut entgegen kam und die eine top Entwicklung hingelegt haben, die sich dann auch draußen in der Rückrunde gezeigt hat. Hallenkreismeister mit 7 Punkten vorsprung. Und trotzdem haben sie permanent über die Halle gemeckert und wollten so schnell wie möglich wieder raus. Das ist für die Kids kein Fussball, sondern nur alternativer Zeitvertreib während man wetterbedingt kein Fussball spielen kann.

  • Warum spielen Kinder Fußball. Oder Handball. Oder Theater oder Dancing. Weil Sie so sein wollen wie ihre Vorbilder. Dafür trainieren Sie und das wollen Sie am Wochenende dem Publikum, Eltern und Freunden zeigen.


    Fußball ist nicht dafür da irgendwann mal 21 Nationalspieler zu selektieren. Oder 200 Bundesligaprofis.


    Meine Meinung, zumindest hier in Norddeutschand fehlt die Ernsthaftigkeit das zu erreichen. Etwas pointiert, Vereinsanlagen die Erneuerung bräuchten , fehlende Gastronomie und wenn dann Dunkel und Alt. Fragwürdige Sanitäreinrichtungen. Ja wer soll denn da kommen. Kaum Social Media Auftritte der Vereine. Training kunterbunt, jeder mit seinen eigen T-Shirts. Im Match werden Hütchen aufs Spielfeld gelegt um es abzugrenzen. Mal spielen wir auf einem 7er Feld ohne Abseits. Dann 9er Feld (sogar in der Liga wurde gewechselt). Beim meinem Großen kommt 11er Feld dazu. Mal mit Schiri, mal ohne. Trainer die ihre eigenen Regeln machen (Abstoß nicht über die Mittellinie). Torhüter die irgendwo auf dem Feld rumlaufen und das Team dann 10 Konter bekommt. Weil der Torwart ein Torspieler sein soll.


    Und fixen wir das. Versuchen wir den Investitionsstau aufzulösen? Den Fußball zu organisieren so dass sich Kinder und Eltern wiederfinden. Ernsthaft Fußball spielen? (Nur ein Benchmark, unsere Teams in Spanien haben 1 Monate später angefangen als DE aber das 2fache an Liga Matchen gespielt). Wir machen das Gegenteil. Wir theoretisieren. Schaffen neue Spielformen. Melden ganze Vereine ab.


    P.S.: Mein Großen hat es auch erwischt. Sein Team ist vom Liga Betrieb abgemeldet. Keine Herausforderung. Jetzt wird er also 9 Monate Freundschaftsspiele machen.

  • Klingt für mich extrem negativ. Bist du selbst als Trainer oder Funktionär in einem Verein aktiv und probierst proaktiv etwas an den Zuständen zu ändern? Oder bist du lediglich ein Elternteil der für 2,50 € Mitgliedsbeitrag im Jahr am liebsten Profibedingungen für die eigenen Kinder sehen möchte?

  • "Der Masterplan 2024 ist für den Amateurfußball das, was das Projekt Zukunft für den Spitzenfußball und das Projekt Zukunft weiblich für den Frauen- und Mädchenfußball sein sollen." Dr. Rainer Koch (Quelle: fussballn.de)

    Die Pilotprojekte sind u.a.:

    - Intensivierung der neuen Spielformen im Kinderfußball, der eine umfassende Qualifizierungsoffensive für Kindertrainer*innen folgen soll.

    - Klub-Berater*innen, die Vereinsmanager-C-Lizenz, das DFB-Staffelleiter*innenzertifikat sowie der DFB-JUNIOR-Referee und DFB-JUNIOR-Manager*in.

    Der zweite Spiegelstrich ist an mir bisher vorbeigegangen.

  • Gestern Abend bin ich auf einer Internetseite auf einen Artikel gestoßen, da gehts ja richtig zur Sache. heimatsport.de - Startseite . Aver genau diese hitzigen Diskussionen und vorallem wird da der BfV richtig derbe angeriffen. Aber um nochmal auf die aktuelle Situation einzugehen glaube ich einfach das der Fisch von oben einfach stinkt. Gestern hat Oliver Bierhoff gepralt das der DfB 18 Million € in die Nachwuchsarbeit steckt. 18 Millionen ? das ist bei der Anzahl der Vereine einfach nichts und 18 Millionen ist das ein Jahresgehalt von Jogi Löw ;-) Ich habe mal den Link gesucht: Braucht der Amateurfußball Veränderungen? Intensive Debatte nach Heimatsport-Kommentar | heimatsport.de

    Ich glaube das der Fußball in Deutschland nicht bereit ist auf Veränderungen. Auch ich sehe es so das wir dringend Änderungen im Bereich der Stützpunkte brauchen, vielleicht sogar komplett abschaffen da sie meiner Meinung nach nur entäuschen und nur kurzfristig einen Erfolg bringen.

    Ich sehe derzeit einige Spieler die es satt haben jeden Montag den Stützpunkt zu besuchen da sie schon selber sehen das sie das :Leistungsniveau in den AUgenblick nich nicht bringen können oder auch wollen. Sie wollen lieber rumbolzen... und dann werden diese auch noch abgeworben von den Stützpunktvereinen nur um inm der Bezierksoberliga zu spielen oder spielen zu müssen.

    Viele Kinder die in den Stützpunkten spielen sind am Anfang sehr begeistert aber ab der C Jugend geht ihnen oft auch die Lufz auf. Oft steckt - also sehr oft steckt immenser Druck von den Eltern dahintern. Aber das ist immer das hleiche Thema. Was ich eigentlich sehr sehr positiv fand sind die Jugend förder gruppen. JFG die dann in Leistungsgruppen eingeteilt werden. Was ich da für geile Spiele sah und was da für Freundschaften unter den Spielern geschlossen wurden ist einfach wahnsinnig positiv.

    Das konne ich auch in vielen Sportschulen entdecken. Ich habe auch Trainer erlebt die sich so ins Zeug legten und die Kinder richtig geil waren auf das Training. Wie gesagt ich denke wir müssen den Spaß am Fussball weiter fördern, den Druck etwas heraus nehmen und den Kindern nicht erzählen - hey mit 16 Jahren müsst ihr da und da spielen das ihr Profis werdet. Profi zu werden ist einfach - zu einem richtigen Zeitpunkt zum richtgen Ort zu sein. Ein guter bekannter war
    Profi und hat mir da vieles erzählt.


    Ich denke auch wie ich bei einigen gelesen habe - das wir so früh wie möglich ins 11:11 einsteigen sollen. Ich kenne einen guten Trainerkollegen der lässt schon seit den Bambinis auf große Felder also größer als vorgegeben, spielen. Die waren uns völlig überlegen im Spiel obwohl sie jünger waren und auch körperlich schwächer. Aber sie kapierten schon gut ein Raumspiel.

  • Was mich heute auch nicht losgelassen hat, ist die Karte der A- und B-Jugend-Bundesligisten im DFB Journal 02/20 S. 23.

    Mecklenburg-Vorpommern (ca. 1,61 Mio. Einwohner) hat keinen Bundesligisten (München ca. 1,47 Mio. und Frankfurt ca. 750.000 Einwohner haben jeweils 4 (2x A- und B-Jugend)). Auch Rheinland hat keinen.

    Die neuen Bundesländer sind mit 7 Vereinen (Magdeburg, Halle, Leipzig, Dresden, Jena, Chemnitz und Cottbus) vertreten. Ca. 12,5 Mio. Einwohner zu ca. 70,6 Mio. Einwohnern und 58 Vereine in den alten Bundesländern.

    Insgesamt ist auch die Mitte Deutschlands etwas unterrepräsentiert - sieht man auch auf der Karte der Leistungszentren. Bei den Stützpunkten sieht es etwas besser aus. Die Eliteschulen des Fußball sind dann wieder eher bei den NLZs.


    Im kicker äußern sich Hoffenheim und Leverkusen etwas kritisch:

    "Die Notwendigkeit zu Veränderungen ist in anderen Bereichen größer", sagt Hoffenheims NLZ-Leiter Marcus Mann. Und Leverkusens Nachwuchschef Thomas Eichin findet: "Der Spielbetrieb der U 19 sollte sich grundsätzlich am Ligabetrieb der Senioren orientieren."


    In der Kommision Leistungszentrum sitzen übrigens Kersting (Mainz), Ricken (Dortmund), Sauer (Bayern), Steiert (Freiburg), Virkus (M'gladbach), Müller (Aue), Müller (Kiel), Richter (Bochum) und Paula (1860) + 3x DFL und 3x DFB (siehe Qualitätsmanagement rund um die Leistungszentren). Nachdem das Qualitätsmanagement allerdings erst zur Saison 2019/20 eingeführt wurde, gehe ich davon aus, dass es noch keine ersten Ergebnisse gibt. Oder ist da schon etwas bekannt?

  • Insgesamt ist auch die Mitte Deutschlands etwas unterrepräsentiert - sieht man auch auf der Karte der Leistungszentren.

    Die unterrepräsentierte Mitte ist allerdings auch die Region, die im Profifußball generell wenig Präsent ist. Und Leistungszentren hängen meist ja an Profivereinen, oder Vereinen, die regional in der Nähe von Profivereinen liegen, weil da ja auch immer wieder das ein oder andere Talent "abfällt", das man auffangen kann.
    Für eine flächendeckende Nachwuchsförderung ist das natürlich alles andere als optimal.
    Das von Dir angesprochene "Loch" in der Mitte Deutschlands macht vermutlich schon aufgrund der Bevölkerungsdichte ein enges Netz für die Förderung eher schwer bzw. sind wenig Städte / Ballungszentren da, in denen man die Talente konzentrieren könnte.
    Mit Blick auf die Karte fallen mir vielleicht Erfurt (die waren bis zur Insolvenz ja auch dabei), Gotha, Suhl, Eisenach, Kassel, Göttingen, Gießen, Marburg, Bad Hersfeld, Siegen, Fulda Schweinfurt ein.
    Betrachtung nur nach geografischen Gesichtspunkten, ohne, dass ich fußballerisches Potential oder Tradition an den jeweiligen Orten bewerten kann.

  • P.S.: Mein Großen hat es auch erwischt. Sein Team ist vom Liga Betrieb abgemeldet. Keine Herausforderung. Jetzt wird er also 9 Monate Freundschaftsspiele machen.

    Klingt für mich extrem negativ. Bist du selbst als Trainer oder Funktionär in einem Verein aktiv und probierst proaktiv etwas an den Zuständen zu ändern? Oder bist du lediglich ein Elternteil der für 2,50 € Mitgliedsbeitrag im Jahr am liebsten Profibedingungen für die eigenen Kinder sehen möchte?

    In Spanien habe ich im lokalen Verein mitgearbeitet, auch als Co.. In Deutschland werde ich dies vielleicht, wenn die Zeit es erlaubt und es einfach ist. Ich war auch Trainer (Handball) aber das geht mit 3 Kindern gar nicht mehr. Kontakt habe ich schon aufgenommen.


    Ich glaube nicht das einzelne Personen, zumindest auf der Vereinsebene, im Großen einen Unterschied machen können (Im Verein fuer die Kinder können Sie Berge versetzen).


    Und ja, ich hatte eine dunkle Stunde. Ich bin halt noch im Umstellungsschock von einer Organisation die wie ein Uhrwerk 10 Monate im Jahr läuft und über enge Regeln, immer gleiche Abläufe und viel Ernsthaftigkeit im Fußball Spaß und Leistung produziert zu ... einem Verband bei dem gefühlt Jeder machen kann was er will ... und bei dem mir Ernsthaftigkeit fehlt. Und das mag wirklich nur bei uns in der Ecke so ein ...

  • Insgesamt ist auch die Mitte Deutschlands etwas unterrepräsentiert - sieht man auch auf der Karte der Leistungszentren.

    Die unterrepräsentierte Mitte ist allerdings auch die Region, die im Profifußball generell wenig Präsent ist. Und Leistungszentren hängen meist ja an Profivereinen, oder Vereinen, die regional in der Nähe von Profivereinen liegen, weil da ja auch immer wieder das ein oder andere Talent "abfällt", das man auffangen kann.
    Für eine flächendeckende Nachwuchsförderung ist das natürlich alles andere als optimal.
    Das von Dir angesprochene "Loch" in der Mitte Deutschlands macht vermutlich schon aufgrund der Bevölkerungsdichte ein enges Netz für die Förderung eher schwer bzw. sind wenig Städte / Ballungszentren da, in denen man die Talente konzentrieren könnte.
    Mit Blick auf die Karte fallen mir vielleicht Erfurt (die waren bis zur Insolvenz ja auch dabei), Gotha, Suhl, Eisenach, Kassel, Göttingen, Gießen, Marburg, Bad Hersfeld, Siegen, Fulda Schweinfurt ein.
    Betrachtung nur nach geografischen Gesichtspunkten, ohne, dass ich fußballerisches Potential oder Tradition an den jeweiligen Orten bewerten kann.

    Um ein paar Missverständnisse aufzuklären:

    - DFB-Stützpunkte werden vom DFB flächendeckend über ganz Deutschland verteilt und betrieben, daher die gute Abdeckung

    - NLZs hängen nicht nur an Profivereinen sondern sind die Nachwuchsabteilungen der Vereine der 1./2./3. Liga. Daher gibt es logischerweise nur da ein NLZ wo es einen Profiverein gibt. Das die Standorte der Profivereine ein Stück weit (nicht nur) mit der Bevölkerungsdichte zusammenhängt dürfte nicht verwundern. Und das die Ostvereine nach der Wende nie so wirklich im gesamtdeutschen Profifußball angekommen sind, ebenso wenig.


    Eben für solche Regionen mit wenigen Profivereinen ist auch das Stützpunktsystem des DFB da. So wird zumindest ein Mindestmaß an Förderung für talentierte Kicker bereitgestellt, auch wenn ein NLZ natürlich nochmal eine bessere Förderung bietet. Der Weg für talentierte Kicker in Regionen ohne NLZ kann aber z.b. vom Stützpunkt zur Landesauswahl zum Internat eines NLZ sein. Sicher nicht optimal, aber trotzdem eine Option.

  • ok. Ich erlebe den Fußball in Deutschland als sehr ernsthaft und leistungsfördernd. Auch ständig wechselnde Regeln habe ich noch nirgends erlebt. Bin allerdings bisher auch immer im Süden von Deutschland unterwegs gewesen.


    Ich denke aber, dass es grundsätzlich weniger Sinn macht sich Tag für den Tag über Verbände aufzuregen und dort seine Energie zu verschwenden.

    Ich gehe es eher so an, dass ich versuche mich bestmöglichst weiterzuentwickeln um so möglichst viel Mehrwert für Kinder und Vereine zu schaffen. Allerdings bin ich auch bereit den Verein zu wechseln, wenn die handelnden Personen nicht mitziehen.


    Grundsätzlich muss man sich einfach auch ein dickes Fell bezüglich Verbandsentscheidungen anlegen. Ich denke die Sachen die du beschreibst legen sich von selbst, wenn deine Jungs mal in höheren Ligen spielen sollten. Falls sie das nicht schaffen, ist eine hohe Erwartungshaltung an Leistungsförderung und Ernsthaftigkeit, nicht nur vermessen sondern meiner Meinung nach auch deplatziert.

  • Demografisch gesehen macht das alles absolut Sinn. Und das Mindestmaß an Förderung durch die Stützpunkte ist besser als wenn in diesen Regionen gar nichts wäre.

    Trotzdem kommen jugendliche aus weniger gut abgedeckten Regionen deutlich früher an den Punkt wo sie entscheiden müssen, ob sie für den Fußball von zu Hause weggehen bzw. ist das Risiko das sie eingehen müssen deutlich größer.

    Ich sehe da wenig Möglichkeiten etwas daran zu ändern. Der Wohnort ist vermutlich ein Teil des sehr großen Faktors Glück bei der Entscheidung ob es jemand nach oben schafft oder nicht.

    Vielleicht wären vom dfb geförderte Jugendleistungszentren ab dem Aufbaubereich eine Option, in denen talentierte Kicker aus ca. 50-60 km Umkreis zu Leistungsteams zusammen gefasst werden und dann eben öfter als 1x pro Woche auf höherem Niveau trainieren.

    Die BFV Leistungszentren gehen ja in diese Richtung. Gibt es so etwas in anderen Bundesländern auch?

  • Vielleicht wären vom dfb geförderte Jugendleistungszentren ab dem Aufbaubereich eine Option, in denen talentierte Kicker aus ca. 50-60 km Umkreis zu Leistungsteams zusammen gefasst werden und dann eben öfter als 1x pro Woche auf höherem Niveau trainieren.

    Die BFV Leistungszentren gehen ja in diese Richtung. Gibt es so etwas in anderen Bundesländern auch?

    Nein, vom DFB gibt es das außerhalb Bayerns nicht. Aber diese Rolle übernehmen aus meiner Sicht ambitionierte Jugendvereine wie z.B. hier im Rhein-Main Gebiet TSG Wieseck, SG Rosenhöhe oder der Karbener SV 1890 (Liste ist nicht abschließend!). In diesen Vereinen kann ein Jugendlicher durchgängig bis A-Jugend in ziemlich hohen Ligen kicken. Und aus diesen Vereinen gehen auch viele Spieler irgendwann ins NLZ.


    Grüße

    Oliver