Thema Passspiel

  • Hallo zusammen,


    ich würde gerne mit meiner Mannschaft jetzt den Schwerpunkt Passspiel angehen.

    Daher meine Frage: Was ist denn wichtig bei der Ausführung des Passes? Welche Punkte sind wichtig beim Coachen - in den Übungs- und Spielformen?


    Und die zweite Frage lautet: Was ist mit dem Wort „Passschärfe“ gemeint? Habe es in vielen Übungen im Internet gelesen.


    Ich kenne mich noch nicht so aus, bin noch nicht lange dabei. Habe mich ein bisschen informiert. :)

    Sportliche Grüße Sam :)

  • Hi!

    Daher meine Frage: Was ist denn wichtig bei der Ausführung des Passes? Welche Punkte sind wichtig beim Coachen - in den Übungs- und Spielformen?

    In der Übungsform geht's dir ja wahrscheinlich erstmal um die reine Technik: Standbein neben den Ball, Fußgelenk fest (=Zehenspitzen anziehen), Ball mittig treffen. Hilfe, um die Passqualität zu überprüfen: Der Ball hat idealerweise jederzeit Bodenkontakt. Springende Bälle müssen dementsprechend beim nächsten Mal höher oder tiefer getroffen werden. Das wären auch Punkte, die du den Spielern auftragen kannst. Sie sollen selbst ausprobieren, wie sie sicherstellen, dass der Ball mit permanentem Bodenkontakt möglichst genau beim Passempfänger ankommt. Wie viel Passschärfe du fordern kannst, hängt dann ja auch vom Spielniveau ab. Ich habe jetzt zwei Spieler vor dem Auge, die sich aus zehn Meter Entfernung stumpf einen Ball zuspielen. Einen U19-Landesligaspieler kann ich da natürlich härter anspielen als 'nen 7-jährigen Anfänger.


    In den Spielformen hast du ja immer auch einen taktischen Kontext. Wird der Ball in den richtigen Fuß/Raum gespielt, mit einer ausreichenden Technik, mit einem angebrachten Tempo, zu einem angebrachten Zeitpunkt? Wenn du eine konkrete Spielform vorstellst, kann vielleicht noch konkreter auf bestimmte Situationen eingegangen werden.

    Ansonsten verbinde ich Spielformen, in denen ich mich im Coaching auf das Passspiel konzentrieren würde, immer mit Überzahl-Unterzahl-Spielformen auf Ballhalten. Da kommt's dann natürlich auch auf viele begleitende Dinge an (Raumaufteilung, offene Stellung, erster Kontakt, Entscheidungsfindung, ...).


    Zitat

    Und die zweite Frage lautet: Was ist mit dem Wort „Passschärfe“ gemeint?

    Passschärfe beschreibt einfach die Geschwindigkeit, mit der der gepasste Ball sich bewegt. Kannst es meinetwegen auch Passgeschwindigkeit oder Passtempo nennen.

    Ergänzung, weil ich in vielen Übungssammlungen immer "scharfe Pässe fordern" lese: Die Passschärfe ist komplett von der Spielsituation abhängig. Wenn ich Gegner überspielen will, brauche ich wahrscheinlich mehr Schärfe als bei einem Schnittstellenpass und definitiv mehr Schärfe, als wenn ich den Ball nur klatschen lasse. Gefühl kommt da in diesen Coachingpunkt-Listen in der Regel zu kurz...;)

  • Passschärfe beschreibt einfach die Geschwindigkeit, mit der der gepasste Ball sich bewegt. Kannst es meinetwegen auch Passgeschwindigkeit oder Passtempo nennen.

    Alles klar, vielen Dank für die ganzen Tipps - für die Formen. :)

    Allerdings hätte ich noch eine Frage:

    Ist dann die Passschärfe nicht auch dasselbe wie die Passstärke? Ist ja dann im Prinzip auch das gleiche..:/

  • Was ich interessant finde: warum sind wir so konditioniert, dass beim Thema Passspiel jeder gleich an Flachpässe mit der Innenseite über 8-10m denkt? Und Flachpässe wird dann auch oftmals mit Kurzpässe gleich gesetzt. Pässe die manchmal auch den Namen "einfache" Pässe bekommen. Wer spielt diese Pässe und wie häufig? (in dem Blogbeitrag "Pässe aus der Defensive" werden die Pässe von Innenverteidigern analysiert).

    Habe kürzlich eine Grafik gesehen in der die durchschnittliche Passentfernung von Vereinen aufgeführt war. Wolfsburg war bei ca. 20m und Bayern so viel ich noch weiß bei ca. 18m - der Bereich lag so zwischen 16-21m. D.h. es werden nicht nur Kurzpässe beim Fußball gespielt.


    Der Vorteil eines flachen Pass ist, dass ihn der Mitspieler gut verarbeiten kann - wird er abgefangen, kann ihn allerdings auch der Gegenspieler gut verarbeiten. Auch der Kurzpass muss nicht immer flach sein - knie- oder hüfthohe Bälle können meistens schlechter abgefangen werden.


    Der Luftwiderstand ist geringer als der von Rasen oder Kunstrasen. D.h. ich erziele die gleiche Geschwindigkeit mit weniger Krafteinsatz. Und das schreibe ich, obwohl ich ein Fan des Flachpasses mit der Innenseite bin - er ist allerdings nicht immer die beste Lösung.


    Das Passspiel trainiere ich gerade mit Wettkämpfen (z.B. Passgenauigkeit (Hütchen umschießen, durch Hütchen/Stangen passen); Zeitdruck (wie viele Pässe in einer bestimmten Zeit)) und Überzahl Spielformen - mit wachsender Anzahl an Überzahl ist ein Pass meistens die bessere Lösung als ein 1 gegen 1.

  • Was ich interessant finde: warum sind wir so konditioniert, dass beim Thema Passspiel jeder gleich an Flachpässe mit der Innenseite über 8-10m denkt? Und Flachpässe wird dann auch oftmals mit Kurzpässe gleich gesetzt. Pässe die manchmal auch den Namen "einfache" Pässe bekommen. Wer spielt diese Pässe und wie häufig? (in dem Blogbeitrag "Pässe aus der Defensive" werden die Pässe von Innenverteidigern analysiert).

    Habe kürzlich eine Grafik gesehen in der die durchschnittliche Passentfernung von Vereinen aufgeführt war. Wolfsburg war bei ca. 20m und Bayern so viel ich noch weiß bei ca. 18m - der Bereich lag so zwischen 16-21m. D.h. es werden nicht nur Kurzpässe beim Fußball gespielt.

    Guter Punkt: Natürlich sind diese Kurzpässe und Flachpässe zum erlernen der Technik von Kindern total sinnvoll. Die Kraft und der Körperbau sind natürlich noch gar nicht da, um einen Ball über 20 Meter zu spielen und auch die Notwendigkeit nicht, da die Jungs natürlich auf kleinere Felder spielen. Hier dann die Techniken anwenden, die Taktiker_95 beschrieben hat. Und bei kurzen Pässen gibt es natürlich auch viel mehr Wiederholungen für die Kinder.


    Was ich in F- und E-Jugend gemacht habe: Verschiedene Passlängen sind ganz ganz wichtig (Stichwort Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit). Entweder ein Viereck von 8x12 Metern aufbauen und alle paar Minuten die Passgruppen um 90 Grad drehen (oder diagonal über knapp 15 Meter spielen lassen) oder ein Viereck mit 4 verschiedenen Seitenlängen aufbauen (5, 8, 11 und 14 Meter). Damit die Spieler ein Gefühl für ihre Kraft bekommen.


    Aber der D-Jugend kann man dann (aufgrund der Feldgröße und der weiteren Entwicklung der Spieler) auch Pässe über 20 Meter spielen lassen, während sie ab der C-Jugend Pflicht bei einer gut-ausgebildeten Mannschaft sind!


    Der Vorteil eines flachen Pass ist, dass ihn der Mitspieler gut verarbeiten kann - wird er abgefangen, kann ihn allerdings auch der Gegenspieler gut verarbeiten. Auch der Kurzpass muss nicht immer flach sein - knie- oder hüfthohe Bälle können meistens schlechter abgefangen werden.


    Der Luftwiderstand ist geringer als der von Rasen oder Kunstrasen. D.h. ich erziele die gleiche Geschwindigkeit mit weniger Krafteinsatz. Und das schreibe ich, obwohl ich ein Fan des Flachpasses mit der Innenseite bin - er ist allerdings nicht immer die beste Lösung.

    Du hast sicher recht, aber der Nachteil der Ballkontrolle ist meiner Meinung nach viel zu groß. Fliegende und springende Bälle haben schon bei Abspiel eine erhöhte Fehlerquote. Dann kommt hinzu, dass der Ball bei der Annahme verspringen kann oder sogar gar nicht genau ankommt. Der Zeitverlust ist nicht kalkulierbar und deshalb ist das ganze für mich nicht effektiv. Bei einem Seitenwechsel (logischerweise auf eine unbesetzte Seite) hat der Empfänger meist genug Zeit, auch mal eine Sekunde länger den Ball zu verarbeiten oder ein Verspringen auszubügeln - dafür ist es sinnvoll.


    Von Abspiel bis Ballkontrolle hat der langsamere Flachpass den schnelleren Flugball in 95% der Fälle wieder eingeholt - das liegt aber an der Verarbeitung durch den Spieler.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Charles De Goal : ich kann deine Argumentation verstehen und ich übernehme sie selbst beim Torschuss in dem Alter (G - F-Jugend), aber beim Passspiel möchte ich da zu bedenken geben, dass Kraft für mich nicht unbedingt ein Argument ist - eher die falsche Ausrüstung (einen Tennisball schießen z.B. schon die Kleinsten durch eine Länge der Turnhalle; mit Miniball und Ballgröße 3 ist die Entfernung spätestens in der F-Jugend kein Thema mehr). Und von der Feldgröße gibt es auch im FUNino 20m als Entfernung.

    Ich würde da eher das Argument der Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten in diesem Bereich einbringen (Stichwort Fahrradprüfung erst in der 4. Klasse)

  • Charles De Goal : ich kann deine Argumentation verstehen und ich übernehme sie selbst beim Torschuss in dem Alter (G - F-Jugend), aber beim Passspiel möchte ich da zu bedenken geben, dass Kraft für mich nicht unbedingt ein Argument ist - eher die falsche Ausrüstung (einen Tennisball schießen z.B. schon die Kleinsten durch eine Länge der Turnhalle; mit Miniball und Ballgröße 3 ist die Entfernung spätestens in der F-Jugend kein Thema mehr). Und von der Feldgröße gibt es auch im FUNino 20m als Entfernung.

    Ich würde da eher das Argument der Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten in diesem Bereich einbringen (Stichwort Fahrradprüfung erst in der 4. Klasse)

    Die Kraft mag da sein, aber ist es dann auch eine richtige und saubere Technik?


    Soll Kindern die Technik vermittelt werden oder sollen sie einfach nur weit passen können?


    Für mein Verständnis kommt die Kraft mit dem Alter von allein, die Technik muss der Grundstein sein.


    Und nichts wäre schlimmer, wenn Pässe über 20 Meter gespielt werden sollen und 80% der Kids mit voller Wucht an den Ball wemsen, nur damit er überhaupt soweit kommt, wie der Trainer fordert. Ich bin nachher am Platz, wenn unsere G- und F-Junioren trainieren. Da schaue ich mir mal an, wie weit die Jungs mit 3er Bällen kommen und wie die Technik dabei aussieht. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich glaube, dass in dem Alter Pässe über maximal 8 Meter (+/-4 Meter für unterschiedliche Passlängen) am besten Technik lehren und alles, was darüber hinausgeht, zu unsauberer Ausführung führt und das wäre nicht zielführend!

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Habe gerade meine Zeit, aber mM nach hat ein Pass - auch über 20 Meter - wesentlich mehr mit Technik, als mit Kraft zu tun.


    Diese kurzen 5 Meterpässe, wo man teilweise den Fuß nur hinhält oder den Ball nur “hinlöffelt”, kommen halt an, gut bzw. technisch sauber/richtig sind die aber idR nicht gespielt.

    Fehlende Kraft wird dann als falsche Erklärung genommen, um zu erklären, dass Pässe Uber längere Distanz verhungern.


    edit: Dh, erst bei ausreichender Entfernung, bekommt der Spieler das passende Feedback, wenn die Technik nicht gut genug ist. (Und der Trainer auch).

    Ich finde zur Schulung der Passtechnik eine größere Distanz elementar.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Paar unterschiedliche Sichtweisen kamen ja schon. Ich habe vllt. Überlesen in welcher jugend du unterwegs bist. Passspiel generell zu erlernen, zu verfeinern , oder zu perfektionieren habe ich immer ( oder immer mehr😉) in dem kontext gesehen, wie man den transfer in spiel schafft. Da gibt es zwar passwaben mit unterschiedlichen positionen der spieler( m.e. schon zielführend auch ohne gegnerdruck), aber letztendlich bleibt es für mich dabei das es keine rein technischen oder rein individuellen aktionen gibt.dem grundsatz folgend sind rondo Varianten immer teil meines trainings angepasst an die jugend. Coachingpunkte sind sehr einfach über Variation zu vermitteln. Wichtige punkte wie -ballfernerfuss situativ - etc. Sind da implizit vermittelbar. Ob ein pass schiefgeht oder nicht hängt eben zuoft von dem erkennen von passverbindungen, vororientierung etc. ab. Die passschärfe, oder ob ich in den fuss spiele oder eben in den raum, ist situativ am besten vermittelbar wenn die situation entsteht und ich das coachen kann.

    Edit: was ich in spielformen zum Passspiel immer interessant fand,ist, einem einzelnen spieler aufzuerlegen, mit einem kontakt zu spielen, da braucht man kein umblickverhalten einfordern, das kommt automatisch. Faszinierend. Die Anregung kam glaube ich aus Fussball durch Fussball.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Unabhängig von der Jugend. Du brauchst sehr viel Geduld. Es gibt sicherlich tausend Möglichkeiten die Technik in einer Passübung zu trainieren und damit auch Ballannahme und - mitnahme zu schulen. Im Anschluß würde ich in der Aktivierung Spielformen wählen, wo durch Überzahspiel mit kleinen Teams genau das trainiert wird. Nicht jeder Pass ist gleich ein Pass. Vermittle den Jungs durch Coaching das Passen nicht nur nur das Abspielen ist. Meine Grundregel ist Tiefe vor Breite bei Pässen und wir ein Raum überbrücken mit dem Pass. Dreieck bilden, freie Räume besetzen.

  • Unabhängig von der Jugend. Du brauchst sehr viel Geduld. Es gibt sicherlich tausend Möglichkeiten die Technik in einer Passübung zu trainieren und damit auch Ballannahme und - mitnahme zu schulen. Im Anschluß würde ich in der Aktivierung Spielformen wählen, wo durch Überzahspiel mit kleinen Teams genau das trainiert wird. Nicht jeder Pass ist gleich ein Pass. Vermittle den Jungs durch Coaching das Passen nicht nur nur das Abspielen ist. Meine Grundregel ist Tiefe vor Breite bei Pässen und wir ein Raum überbrücken mit dem Pass. Dreieck bilden, freie Räume besetzen.

    wird in Überzahl oder unterzahl das Passspiel als schwerpunkt trainiert? Nur verständnishalber. Und warum tiefe vor Breite ?

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

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  • Das Prinzip , oder die Heuristik, „Tiefe vor Breite“ geht davon aus, dass es vermutlich meistens günstiger ist einen Spieler anzuspielen , der näher am gegnerischen Tor steht. Eigentlich möchte man ja, dass ein Spieler immer zu dem am besten positionierten anderen Spieler passt. Da, aufgrund von unvollständigen Informationen, ein Spieler meistens nicht weiß oder wissen kann, welcher dieser Spieler ist gibt man ihm diese Entscheidungshilfe.


    Du kannst einen technischen Schwerpunkt in Unterzahl, sowie in Überzahl und Gleichzahl, trainieren. Es verändert sich die Schwierigkeit(Gegnerdruck), Ansprüche an die Fitness und die taktischen Aspekte.





  • dankefür die Erklärung 😉.mich interessierte hier eher der kontext den ich bei Fantomas nicht recht erkennen konnte.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ein wunderbares Thema. Dafür erst einmal Danke an den Threadersteller, der zudem trotz seiner sich selbst attestierten geringen Erfahrung bereit ist, sich zu informieren und die so wichtige Technik des Passspiels zu erlernen.


    Ich möchte mit einem Beispiel anfangen: U19 höchste Spielklasse des Landes, überragender IV, 1.90m groß, kopfballstark, torgefährlich, zweikampfstark, schnell. Er würde alle Anlagen mitbringen, wenn er einen Pass über 8 Meter spielen könnte, ohne, dass er auf dieser Distanz drei- oder viermal "hoppelt". Genauso bei meiner letzten Station erlebt.


    Umso wichtiger ist es, den Jungs im frühesten Alter, die richtige Technik beizubringen. Wie von meinen Kollegen schon angeschnitten, ist es überaus wichtig, zwischen Passspiel und Zusammenspiel zu unterscheiden. Zusammenspiel impliziert Räume, periphäres Sehen, Entscheidungsfindung, Handlungsschnelligkeit, worunter das Passspiel bei Anfängern IMMER leidet. Daher bin ich kein Fan davon, das Passspiel in Spielformen zu trainieren, weil es vom eigentlichen Schwerpunkt in diesem Alter, nämlich der Technik, stark abweicht.


    Interessanter ist es wirklich die Jungs mehrfach darauf hinzuweisen, wo der Treffpunkt des Balles ist, wie das Standbein zu stehen hat, wie sich der Oberkörper bewegt, dass die Fußspitzen angezogen und das Gelenk fixiert werden muss. Und hier mein kleiner Hinweis: Sofort mit beiden Füßen trainieren. Lass die Kleinen auf Hütchen schießen - baue unterschiedliche Distanzen ein, baue einen Korridor auf, wo der Ball nach einem Pass liegen bleiben muss (Stichwort Passschärfe, Geschwindigkeit), aber gehe lieber erstmal (im ersten Schritt) weg von Spielformen. Allein der Vergleich der Wiederholungszahl erklärt meine Ansicht.


    Wird es falsch erlernt, wird es schwer, diesen koordinativen Ablauf mit zunehmenden Alter aus den Köpfen zu bekommen.

  • Umso wichtiger ist es, den Jungs im frühesten Alter, die richtige Technik beizubringen. Wie von meinen Kollegen schon angeschnitten, ist es überaus wichtig, zwischen Passspiel und Zusammenspiel zu unterscheiden. Zusammenspiel impliziert Räume, periphäres Sehen, Entscheidungsfindung, Handlungsschnelligkeit, worunter das Passspiel bei Anfängern IMMER leidet. Daher bin ich kein Fan davon, das Passspiel in Spielformen zu trainieren, weil es vom eigentlichen Schwerpunkt in diesem Alter, nämlich der Technik, stark abweicht.


    Interessanter ist es wirklich die Jungs mehrfach darauf hinzuweisen, wo der Treffpunkt des Balles ist, wie das Standbein zu stehen hat, wie sich der Oberkörper bewegt, dass die Fußspitzen angezogen und das Gelenk fixiert werden muss. Und hier mein kleiner Hinweis: Sofort mit beiden Füßen trainieren. Lass die Kleinen auf Hütchen schießen - baue unterschiedliche Distanzen ein, baue einen Korridor auf, wo der Ball nach einem Pass liegen bleiben muss (Stichwort Passschärfe, Geschwindigkeit), aber gehe lieber erstmal (im ersten Schritt) weg von Spielformen. Allein der Vergleich der Wiederholungszahl erklärt meine Ansicht.


    Wird es falsch erlernt, wird es schwer, diesen koordinativen Ablauf mit zunehmenden Alter aus den Köpfen zu bekommen.

    Danke an vangaalsnase für das posten der pdf.

    Lass die kleinen auf hütchen schiessen. Ist ok wenn sich die hütchen dann aber auch wie Mitspieler verhalten und evtl. In den richtigen raum starten. Wenn nicht erlernen- die kleinen- das verhalten von hütchen. Und nicht von Mitspielern

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Der von vangaalsnase in seinem pdf erwähnte Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn hielt auch einen Vortrag auf dem ITK2019: "Wiederholung verhindert effektives Lernen" (pdf, Video (leider ohne Folien gefilmt)) - darin findet sich ein Beispiel Fußball: Torschusstraining.


    KingJames9 : ich finde technische Grundlagen (physikalische oder physische) auch wichtig, ich frage mich nur immer, ab wann verstehen es die Kinder? G-, F-, E- oder D-Jugend - oder vielleicht noch später? Ab wann bringt ihnen die Information etwas und wann stresst es die Kinder?


    Thommy : ich habe eine ähnliche Übung zu Corona-Zeiten auch gemacht (Jahrgang 2010 - E-Jugend) - musste allerdings die Schwierigkeitsstufe anpassen, weil anfangs die Erfolgslosigkeit die Spieler frustrierte. Was habe ich beobachtet? Je nach Hütchen ist es besser es hüpfend anzuspielen damit es umfällt - und das wollen wir ja gerade nicht. Ich machte es nur mit 2 Spielern und der zurücklaufende Spieler durfte dann auf das Hütchen schießen. Was haben die gemacht? Den Ball auf die Linie gelegt und Anlauf genommen - siehst du übrigens auf dem Video auch. Die meisten Spieler stoppen den Ball und gehen 1-2 Schritte zurück um dann zu passen. Das ist für mich nicht spielnah bzw. im Spiel nicht erfolgreich.


    Ich tendiere zu vangaalsnase Spielformen - auch wenn da die Kinder auch nicht immer eine "korrekte" Rückmeldung für ihren Pass bekommen (z.B. wenn der Mitspieler den Ball nicht verarbeiten kann oder den Raum nicht gesehen hat).

    Sir Alex : ist das der Unterschied zwischen Pass- und Zusammenspiel?