Training richtig gestalten.

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  • Mich würde interessieren, wie du bei einer schwachen F-Jugend in Spielformen den Gegner-, Zeit- und Raumdruck so herabsetzen würdest, damit sie auch häufig zum Torschuss kommen. Ist nicht sarkastisch oder spöttisch gemeint, die Frage interessiert mich wirklich

    Ich würde es so machen:


    Grundidee Torschusstraining: Spieler dribbelt mit dem Ball auf den TW zu und darf in einer Schusszone abschließen

    • du schickst mit etwas Versatz einen Abwehrspieler hinterher. Wenn du den Spieler selber losschickst, kannst du Zeit und Gegnerdruck steuern.
    • Du veränderst die Übung, dass zwei Angreifer aufs Tor laufen und zuvor min. zwei Pässe gespielt haben (gleiche Technik in der F-Jugend)
    • Du veränderst die Übung, in dem du den zwei Angreifern einen Abwehrspieler von hinten nachschickst (Zeitdruck)
    • Du veränderst die Übung, in dem du den Abwehrspieler von der Grundline starten lässt, so dass er sich den Angreifern entgegenstellt. (Gegnerdruck)
  • Dann hast Du mich völlig falsch verstanden oder ich mich völlig falsch ausgedrückt.

    Und inflationäres Verwenden von Satzzeichen steigern nicht die Deutlichkeit ;-)


    Ich meinte nur, dass je nach Situation schon sinnvoll sein kann, dass man mal eine isolierte Übung erst macht und danach in Spielformen übergeht.

    bzgl. einfach bis schwerem meinte ich nur, dass ein isolierte Übung ohne Gegner-/Zeitdruck doch einfacher ist als wenn ich bei neuen Sachen gleich mit entsprechendem Druck einsteige.


    Aber anscheinend habe ich mich sehr mißverständlich ausgedrückt. Denn grundsätzlich glaube ich, dass wir vom Ansatz und vom Grundgedanken nicht so weit auseinander sind.

  • Und inflationäres Verwenden von Satzzeichen steigern nicht die Deutlichkeit

    Da muß ich Dir absolut recht geben!!!!!! :)^^

    Nein, sorry hast Du natürlich recht mit.

    Denn grundsätzlich glaube ich, dass wir vom Ansatz und vom Grundgedanken nicht so weit auseinander sind.

    Glaube ich auch nicht. Nur bei der Iso-Übung Geschichte dann doch irgendwie ein klein wenig.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Also ich trainiere bei meinen Jungs schon beide Füße, aber nicht dauernd. Ab und zu mal eine Passübung oder bei Dribbel-Wettkämpfen nur den schwachen Fuß nutzen.


    Ich persönlich mache aber ab und zu auch noch isolierte Übungen. Meine Jungs haben noch keine so gute Ballbeherrschung. Mit einfachen Übungen kann ich aus meiner Sicht extrem viele Ballkontakte bekommen, die er im Spiel nicht bekommt.

    Natürlich ist da nicht spielnah, aber ich denke hier gibt es auch unterschiedliche Kinder. Wenn die Kinder auch bei einfachsten Richtungswechseln Probleme haben, trainiere ich diese dann ab und zu extra. Erst Trockenübung, dann als Wettrennen.


    Das ist bei besseren Spielern evtl. nicht nötig, aber bei meinen Jungs denke ich, dass ich damit etwas erreiche.



    Ansonsten bin ich eher bei Horst Wein und meine Jungs spielen meistens 3:3 mit/ohne Zusatzregeln.

  • 3 gg 3 z.b. mit nummernfolge. spiel ist gewonnen, wenn jede nummer getroffen hat. d.h. jeder wird ausreichend oft zum torschuß kommen. über spielfeldgröße entwicklungsgerecht anpassen. .

    wegen mir auch ein 2 gg 2....

    WDH des Schwerpunktes Schuß kann dann auch gewährleistet werden, wenn jeder 2 mal, 3 mal was auch immer getroffen haben muß.

    verhindert, das nur einer die tore macht, und fördert nebenbei umblickverhalten, und hohe WDH des Schwerpunktes.

    Danke erst mal für die Anregungen, die hatte ich noch nicht so wirklich auf dem Schirm. Das werde ich bei meinen E-Jungs mal einstreuen. Wie gesagt, ich habe keine Erfahrungen im F-Jugend-Bereich. Aber ich sehe in unserer jungen F-Jugend einige Anfänger rumstolpern, die stoppen den Ball, nehmen rückwärts 2 Schritte Anlauf und hauen dann einfach fest dagegen. Beim Schuss aus dem Lauf treffen sie manchmal nur Luft oder landen nach dem Schuss auf ihrem Hintern. Einen Ball einfach "wegrennen" oder wegstolpern, während der Schütze Anlauf nimmt, ist da schnell gemacht. Bei solchen Kindern denke ich, dass es in einer Spielform nicht so viele Torschüsse geben wird. Oder die Spieler A und B treffen sehr schnell ihr Tor und C nicht. Dann dürfen A und B erst mal solange nicht mehr schießen, bis auch C endlich seine Bude gemacht hat.


    Ich persönlich würde daher mit solchen Kids eher verstärkt (nicht ausschließlich) in Übungsformen wie von Goodie beschrieben trainieren. Richtig aufgebaut bilden sie ebenfalls sehr spielnahe Situationen ab. Mit dem Unterschied, dass ich den Druck sehr viel dosierter steuern kann und damit sicherstelle, dass auch Torschüsse zustande kommen.


    Bei einer Truppe, die den Ball halbwegs zuverlässig aus dem Lauf trifft, ist das wieder was anderes. Da würde ich auch ein deutlich höheres Verhältnis an Spielformen anbieten. Und das mit den noch sehr schwachen Teams ist glaube ich auch der Punkt, den Mapfi meint.

  • Spezi

    All das was du beschriebst ist ganz normal und damit hat so ziemlich jeder Trainer in der Altersstufe zu tun. Gerade Kinder in dem Alter können selten bis gar nicht, ein Flugbahn erahnen, dosierte Bälle spielen oder die Geschwindigkeit einschätzen.

    Ich habe mit der Heidelberger Ballschule sehr gute Erfahrungen gemacht, erst laufen lernen wenn du gehen kannst.

    Koordination ist das um und auf, Koordination vor Technik!

    https://ballschule.de/

  • Oder die Spieler A und B treffen sehr schnell ihr Tor und C nicht. Dann dürfen A und B erst mal solange nicht mehr schießen, bis auch C endlich seine Bude gemacht hat.

    Das stimmt. und ist gut, finde ich...

    Denn dann wird ja für den schwächeren -gearbeitet-. Hat man auch bei den Kids eine Fehlertoleranz geschaffen,

    dann ärgern die sich nicht über die Fehlversuche von C, sondern feuern ihn an.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Das stimmt. und ist gut, finde ich...

    Denn dann wird ja für den schwächeren -gearbeitet-. Hat man auch bei den Kids eine Fehlertoleranz geschaffen,

    dann ärgern die sich nicht über die Fehlversuche von C, sondern feuern ihn an.


    Funktioniert aber auch immer nur bedingt denn das Motto der Kinder in dem Alter lautet, ICH und MEIN Ball. Da ist mit teilen noch nicht viel los und hat auch massiv mit der Entwiklung zu tun. Viele Kidern würden gern, können aber noch gar nicht weil der Rundumblick, die "ruhe"am Ball und die Technick fehlt um einen Pass zu spielen oder auf das Tor zu schießen.

    Sieht ma ja auch schön wen Kinder miteinder im Kindergarten oder zuhause spielen.. Das ist eher ein nebeneinder als ein miteinander spielen

  • Also ich trainiere bei meinen Jungs schon beide Füße, aber nicht dauernd. Ab und zu mal eine Passübung oder bei Dribbel-Wettkämpfen nur den schwachen Fuß nutzen.

    zur beidfüßigkeit hat luibo glaube ich schon geschrieben, das man die Selbstverständlichkeit schaffen sollte, beide füße zu benutzen.

    Übrigens -bleibt- diese Aufgabe beständig. Kinder vernachlässigen auch wieder das Spiel mit dem schwächeren Fuß, auch wenn es schon nach -Selbstverständlichkeit- aussah. so jedenfalls meine Wahrnehmung.

    Gestern wieder bei meiner D Jugend gesehen... dann zeigen die passtore hinter den Linien eben beide nach innen. dann erinnert sich der Linksfuss auf einmal wenn er über links kommt, das der rechte fuß dann doch wieder vermehrt beim Pass angewendet sollte, auch wenn ich keinen Gegnerdruck habe, ansonsten gibt's eben keinen Torerfolg.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Bedingt durch die kleine Mannschaftsgröße wirst du auch eher eine weitestgehend homogene Partie haben. Dieses ausgeglichene Team für sich sorgt schon für mehr Aktionen.


    In meiner F gibt es einen Jungen der den Ball von der Mittellinie mit höchstens einmal aufspringen aufs Tor bringt, und es gibt Kinder die bringen den Ball selbst wenn er auf sie zurollt aus 9 Meter nicht bis in die Kiste.


    Gut, nach nem halben Jahr jetzt schon. Hab ich auch nur durch Spielformen erreicht. Die Steuerungselemente können da so vielfältig wie deine Fantasie sein.


    ZB Muss nach jedem Tor ein Spieler das Feld verlassen. Dann hast du irgendwann ein 1vs1. Spätestens jetzt trifft einer und zur Not geht's auf 1vs0 weiter und wenn der Einzelkämpfer aufs leere Tor getroffen hat, kommen die 5 von draussen rein.


    Ich fand einen Satz in meiner C Ausbildung für mich richtungsweisend und aufgenöffnend der eigentlich etwas total banales und naheliegendes beschreibt und Goodie hat ihn weiter oben ebenfalls gebracht:


    Kann das trainierte so im Spiel vorkommen?


    Jetzt kannst du zwar auf der einen Seite sagen: Wann muss denn im Spiel einer das Feld verlassen wenn ein Tor gefallen ist? Natürlich nie. Aber Überzahl- Unterzahlsituationen hast du ständig.


    Wer draussen ist steht übrigens nicht rum, für den gilt: Wer pausiert, jongliert.


    Das ist so fest bei meinen Kids drin, die gehen sofort an den Ball.


    Jongliert ist da aber eher ein Synonym. Gemeint sind leichte Jonglagen, Finten üben, Ballschule eben.

  • Ich finde darüber lässt sich nicht streiten. Und effektiver in welcher Hinsicht? Erschließt sich mir nicht. Gegnerfern dribbeln passen schießen zu können ist unbezahlbar...

    Nun, wenn man von vorneherein ausschließt, dass etwas streitwürdig (von mir gemeint strittig) ist, dann ist das schon eine recht überhebliche Argumentation. Da vorher merhfach vom Schuss die Rede war, bezog sich meine Ausführung auch auf den Schuss und nicht auf das Dribbeln. Gegnerfern schießen zu können ist sicher eine gute Eigenschaft. Allerdings wird letztlich der die Tore machen, der einen sehr guten Fuß zum Schuss hat und nicht der, der einen schlechten zum mittelmäßigen aufgepeppt hat. Aber wie gesagt, wenn das alles in Deiner Erleuchtung nicht strittig ist, wirst Du Dir sicher eine Replik sparen können.

  • Wenn hier schon gestritten wird, ob es sich überhaupt lohnt den schwachen Fuß zu trainieren muss man auch den Begriff "Grenzertrag" nennen.


    Einen guten rechten Fuß (bzw. starken linken) wird man wahrscheinlich nur mit viel Training verbessern können. Da wir möglichst in Spielformen trainieren, werden die Kinder automatisch bevorzugt ihren rechten Fuß verwenden und "trainieren".

    Einen sehr schlechten oder unbrauchbaren linken Fuß kann man aber evtl. auf ein mittelmäßiges Niveau bringen, und wahrscheinlich mit einem gar nicht so hohem Aufwand.

    Es hat sicherlich niemand das Ziel zwei gleichstarke Füße zu trainieren.

  • Nun, wenn man von vorneherein ausschließt, dass etwas streitwürdig (von mir gemeint strittig) ist, dann ist das schon eine recht überhebliche Argumentation. Da vorher merhfach vom Schuss die Rede war, bezog sich meine Ausführung auch auf den Schuss und nicht auf das Dribbeln. Gegnerfern schießen zu können ist sicher eine gute Eigenschaft. Allerdings wird letztlich der die Tore machen, der einen sehr guten Fuß zum Schuss hat und nicht der, der einen schlechten zum mittelmäßigen aufgepeppt hat. Aber wie gesagt, wenn das alles in Deiner Erleuchtung nicht strittig ist, wirst Du Dir sicher eine Replik sparen können.

    Es wird der die Tore machen, der situationsbedingt die passende Entscheidung technisch umsetzen kann.
    Und wenn ich 50 % der Situationen sausen lassen muss, weil der Ball auf der "falschen" Seite liegt und ich keine technische Lösung dafür habe nützt mir mein starker Fuß garnichts.

  • Ich habe mit der Heidelberger Ballschule sehr gute Erfahrungen gemacht, erst laufen lernen wenn du gehen kannst.

    Koordination ist das um und auf, Koordination vor Technik!

    https://ballschule.de/

    Ich kenne das Konzept und nutze auch ein paar der Übungen hin und wieder zum Aufwärmen. Das was ich kenne finde ich super und wollte gerne noch mehr dazu. Aber man findet leider kaum Übungen frei verfügbar im Netz. Klar, wer rückt schon kostenlos sein Wissen raus, wenn Menschen auch Geld dafür bezahlen ;) Ich hatte mir daher selbst noch weitere Übungen ausgedacht, bin bei sowas aber nicht so sonderlich kreativ. Wenn du da noch Hinweise für mehr Anregungen hast - gerne immer her damit.

  • Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich die Beiträge lese ;)

    Nur mal zur Schusstechnik

    - ruhender Ball, 7 Meter, Fußballprofis, Genauigkeit -> Torwandschießen im Aktuellen Sportstudio (Loch ist übrigens 55 cm groß) - wie viele treffen da?

    - ruhender Ball ohne Gegenspieler (nur Torwart) dazwischen gibt es im Spiel nur beim Elfmeter. Schon beim Freistoß sind Gegenspieler dazwischen. Aus dem Spiel heraus ist meistens auch ein Gegenspieler dazwischen bzw. behindert zumindest. Gegenspieler oder Dummys zwischen Stürmer und Torwart sehe ich allerdings bei Breitensportvereinen sehr selten bei Torschussübungen (viel öfters höre ich Trainer, die mit ihren Spielern schimpfen, wenn der zuvor schießende nicht gleich aus der Schussbahn geht)

    - wie oft werden im B- und A-Jugendbereich noch Technikkorrekturen vorgenommen? Wie oft im G- und F-Jugendbereich? Wer versteht sie besser? Bei welchen Spielen fallen mehr Tore?

    - ich lese hier von Schusstechnik und Schnittstellenpässen und deren Stärke - wer von euch kann das selbst? Besonders wenn man die Größe und Kraft (bzw. deren Verhältnis) noch berücksichtigt

    - woran macht ihr "gute Schüsse" fest? Für mich ist z.B. ein starker Schuss über den Torwart ins Tor bei der F-Jugend nicht unbedingt ein "guter Schuss" (spätestens in der D-Jugend hat den der Torwart)


    Mein Fazit: Ein F-Jugendspieler muss nicht schießen können. Damit muss er auch keine zig Wiederholungen dafür machen (effizient wäre übrigens einmal machen und können). Ich glaube auch ein F-Jugendspieler kommt nicht wegen Übungen ins Training, sondern wegen dem Spielen. Übungen sind u.a. auch dazu da, Intensität aus dem Training zu nehmen und Pausen zu überbrücken. Ein individuelles Schusstraining sehe ich dabei meistens nicht auf den Sportplätzen (es machen meistens alle dieselben Schwierigkeitsstufen).


    Ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns und den Kindern hier gut tun.

  • Bin verwundert, dass es hier soviel um den Torschuss geht. So viele Torabschlüsse gibt es in einem Spiel doch gar nicht.

    Viel problematischer finde ich es im Passspiel.


    Hinten heraus spielen, wenn die eigenen Spieler nicht beidfüssig passen können, ist für das Nervenkostüm des Trainers ziemlich ungesund

  • Bin verwundert, dass es hier soviel um den Torschuss geht. So viele Torabschlüsse gibt es in einem Spiel doch gar nicht.

    Viel problematischer finde ich es im Passspiel.


    Hinten heraus spielen, wenn die eigenen Spieler nicht beidfüssig passen können, ist für das Nervenkostüm des Trainers ziemlich ungesund

    was verstehst du unter hinten rausspielen?