Dezentrale C-Lizenz Kinder & Jugend

  • Ich bin "nur" Papa-Trainer, daher wird mein Engagement wohl spätestens in zwei Jahren für meinen Sprössling (jetzt letztes F-Jugend-Jahr, dann Übergang E- auf D-Jugend) enden. Evtl. werde ich dann wieder, wenn ich Lust und Zeit habe wieder eine F-Jugend übernehmen und diese bis zum Ende der E-Jugend begleiten.

    Servus,


    gibt es einen Grund warum man nach der E-Jugend aufhört?

    Bei uns machen das auch viele Trainer, nur verstanden habe ich es nicht wirklich.


    Ab dem Großfeld kann man doch viel mehr beibringen und machen...

  • Hallo,

    da ich auch "Fußball-Fremd" bin (nie im Verein gekickt), tendiere ich auch dazu, nach der E-Jugend/spätetens D-Jugend den Trainerjob jemand anderem zu überlassen.

    Ich kann mir aktuell (erster Jahr E-Jugend) noch nicht vorstellen, wie ich das "Taktik"-Zeug ab der C-Jugend vermitteln soll. Daher auch meine Tendenz da aufzuhören.

    Als "Betreuer" vielleicht gerne auch länger..

  • Ich kann mir aktuell (erster Jahr E-Jugend) noch nicht vorstellen, wie ich das "Taktik"-Zeug ab der C-Jugend vermitteln soll. Daher auch meine Tendenz da aufzuhören.

    Als "Betreuer" vielleicht gerne auch länger..

    Ich verstehe nicht recht, was Sich denn da an großen Problemen stellt. Außer das der Taktikbegriff von vielen auf der einen Seite überbewertet, und auf der anderen falsch verstanden wird. Ich denke manchmal es trauen sich viele zu, die es lieber lassen sollten,

    dafür trauen es sich aber zuviele nicht zu, die es lieber probieren sollten!!!!

    Es geht m.e. in der D und C noch gar nicht darum ein 4-2-3-1 oder was auch immer, in Spielausschnittstraining(||) pro Mannschaftsteil erfolgreich vermitteln zu können, sondern wenn man es so nennen möchte, erste Gruppentaktische Verhaltensweisen zu vermitteln.

    Das hat nicht mit Taktikschulung, wie man es landläufig versteht, zu tun.


    Einfaches Beispiel: Ich habe neulich ein D Jugendspiel 2er -Spitzenmannschaften- Gesehen. Da steht ein Elite Jugendlizenz Inhaber am Platz und prahlt wie die eine Mannschaft -taktisch- agiert. Spielverlagerung, Ballorientiertes Verschieben etc. etc.

    Im Prinzip was das großer Schmarrn, was ich auch angemerkt und mich damit beliebt gemacht habe. :rolleyes:

    Die Eine Mannschaft hat z.b. , ohne große Restfeldabsicherung zum Ball hin verschoben, die andere hat Spiel verlagert auf eine Seite

    wo ein 1-2 entstand ohne zu erkennen, das das Zentrum attackiert hätte werden können, wenn man die Spielverlagerung in der Zentrale einfach abgebrochen hätte. (sehr verkürzt dargestellt)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich provoziere mal:

    GUT das ihr aufhört! Nicht weil ihr die Taktik nicht vermitteln könnt, sondern weil ihr euch nicht mit den Kindern und Jugendlichen beschäftigt.

    Was wollen die im Breitensportverein in der D-, C- oder B-Jugend im Training machen?

    Warum hören so viele Kinder in diesem Bereich auf Fußball zu spielen?

    Die wollen spielen und zocken. Freunde treffen und sich bewegen.

    Die wollen keinen (Fußball)Lernplan abarbeiten wie in der Schule.

    Neben dem Willen fehlt allerdings auch oftmals das Können - die Vorgaben des DFBs führen in die Bundesliga und nicht in die Kreisliga. Wo werden die meisten Jungs, die in der D- und C-Jugend noch beim Breitensportverein spielen wahrscheinlich später spielen?

    Aber das NLZ macht das doch auch! Ja, aber die schlagen den Breitensportverein D-Jugend auch mit ihrer E-Jugend - nicht wegen der Trainer, sondern wegen den Fähigkeiten der Kinder.


    Ich höre zum Ende der Saison auch auf - aus 3 Gründen:

    1.) eigener Sohn - der soll auch mal etwas anderes sehen und hören als seinen Papa. Und auch die anderen Kinder benötigen "Vorbilder" und nicht einen "Papa"

    2.) Einstellung der Kinder (die meisten brauchen einen Animateur und keinen Trainer) und Verhalten (Ansprüche) der Eltern

    3.) neue Aufgabe beim Verband

  • GUT das ihr aufhört! Nicht weil ihr die Taktik nicht vermitteln könnt, sondern weil ihr euch nicht mit den Kindern und Jugendlichen beschäftigt.

    Das sehe ich anders.

    Die Schere von zu vermittelnden Inhalten zum eigenen Können wird halt bei Quereinsteigern immer größer. Seitdem ich als Trainerin rumturne habe ich mir die ein oder andere Fähigkeit angeeignet. So kann ich zum Beispiel beidfüßig einen Ball über 10 m passen und ich kann auch einige Hütchen langsam umdribbeln. Das reicht mE. vollkommen um eine G/F-Jugend zu trainieren.


    Klar könnte ich mir ausm DFBnet die Trainingseinheiten runterladen und diese "nacharbeiten". Aber dadurch bin ich doch kein Trainer. Vielmehr verstehe ich die Übungen aus dem Netz immer häufiger gar nicht geschweige denn, dass ich den Sinn oder Korrekturen und Handlungsanweisungen geben könnte.

    Klar kenne ich Abseits aber wie man Abseits spielt??? Keine Ahnung. Oder so manchen Beitrag hier... ich gestehe: ich verstehe da nur Bahnhof und halte mich raus.


    Nee nee, ich selber würde auch niemals weiter machen als bis zur E Jugend und fühle mich bei den Kleinen wohl.

  • Was wollen die im Breitensportverein in der D-, C- oder B-Jugend im Training machen?

    Warum hören so viele Kinder in diesem Bereich auf Fußball zu spielen?

    Die wollen spielen und zocken. Freunde treffen und sich bewegen.

    Die wollen keinen (Fußball)Lernplan abarbeiten wie in der Schule.

    Das sehe ich ein wenig anders. Meiner Erfahrung nach sind die Jungs in dem Alter unglaublich hungrig darauf neues zu lernen und sich zu verbessern. Wenn da ein Trainer kommen würde, der nur nen Ball hinwirft und die Jungs 90 Minuten lang bolzen lässt, wäre die Luft schnell raus und nach zwei Wochen würde keiner mehr kommen, mal abgesehen davon, dass man in jedem Spiel auf die Mütze bekommen würde.


    Man muss die Jungs eben da abholen wo sie gerade sind und sie mit altersentsprechenden Übungs- und Spielformen einerseits fußballerisch ausbilden, aber auch gleichzeitig den Spass zu kurz kommen lassen. Es gibt aber genügend Spielformen die beides miteinander verbinden. Habe noch nie von jemandem gehört, dass er eine Spielform zum schnellen umschalten langweilig findet. Selbst Sprinttraining ohne Ball/mit Ball macht den Jungs oft viel Spass (wer ist schneller? "Ich bin doch viel schneller als xy, dem zeig ichs!...").


    Wenn man sich natürlich wie ein Oberlehrer hinstellt und die Übungen nur runterbetet "Heute machen wir eine Spielform um die sogenannte anaerobe Ausdauer zu verbessern..." hat die Jungs natürlich schnell verloren.


    Den größten Fehler den man allerdings machen kann, ist die Jungs zu unterfordern und ihnen nichts beizubringen, dann hat man sie nämlich noch schneller verloren :D

  • Das sehe ich ein wenig anders. Meiner Erfahrung nach sind die Jungs in dem Alter unglaublich hungrig darauf neues zu lernen und sich zu verbessern. Wenn da ein Trainer kommen würde, der nur nen Ball hinwirft und die Jungs 90 Minuten lang bolzen lässt, wäre die Luft schnell raus und nach zwei Wochen würde keiner mehr kommen, mal abgesehen davon, dass man in jedem Spiel auf die Mütze bekommen würde.

    Darf ich fragen in welchem Bereich Du trainierst, Breitensport oder ein ambitionierter Verein?

    Ich bin da eher eher bei let1612.


    2.) Einstellung der Kinder (die meisten brauchen einen Animateur und keinen Trainer) und Verhalten (Ansprüche) der Eltern

    Besser kann man es nicht sagen, vor allem ab B-Jugend geht es im Breitensport genau in diese Richtung.




    Nochmal was grundsätzliches zum aufhören nach der E-Jugend:

    Ich denke Ihr unterschätzt euch einfach und ich kann bestätigen das Ihr in der C - Jugend noch keine hochtrabenden Taktiktrainings braucht.

    Dadurch das Ihr euch im Forum informiert, diskutiert usw. macht Ihr schon mehr Fortbildung als die meisten Großfeldtrainer.

  • Goodie : zum Thema vormachen - da tun sich auch viele ehemaligen Fußballer schwer. Ich mache z.B. einen Fallrückzieher nur noch auf der Weichbodenmatte vor. Und manche Tricks machen die Jungs viel besser als ich und dann machen die das vor.


    Zum Thema Abseits: wer spielt heute noch auf Abseits? Mit der Regeländerung (passives Abseits) ist die Abseitsfalle praktisch gestorben. Aber für mich ist das ein Punkt, bei dem viele Kindertrainer den Kindern ein falsches Verhalten aufzwingen. Wie oft höre ich "Du musst dich hinter den Gegenspieler stellen." Aus meiner Sicht ist das Kontraproduktiv. Im heutigen Fußball kommt es mehr darauf an die Passwege zuzustellen und die Bälle abzufangen sowie vor dem Gegenspieler am Ball zu sein - warum soll ich mich da hinter einen Gegenspieler stellen? Bei den Ältern würde das dazu führen, dass ich den Gegner weit nach hinten rein drängen kann, weil mein Gegenspieler muss ja immer hinter mir stehen. Noch ein Beispiel: beim Doppeln sind auch nicht 2 Spieler hinter dem Ballbesitzenden.


    Ein anderes Beispiel: Tiefe ins Spiel bringen bzw. Vertikalpässe - und dann wird z.B. in der Halle 2:2 gespielt. Damit bringe ich Breite ins Spiel.


    Oder ganz simpel: Rudelbildung vs. Verteilen - auf wie viel Fläche wird in der Bundesliga oftmals 10:10 gespielt? Projiziert auf die Kleinen spielen die in der Bundesliga ganz oft in "Rudelbildung" (ballorientiert - und den Kindern wird gegnerorientiert beigebracht).

  • Oder ganz simpel: Rudelbildung vs. Verteilen - auf wie viel Fläche wird in der Bundesliga oftmals 10:10 gespielt? Projiziert auf die Kleinen spielen die in der Bundesliga ganz oft in "Rudelbildung" (ballorientiert - und den Kindern wird gegnerorientiert beigebracht).

    korrekt. wobei viele ab D und C Taktik immer mit -SYSTEMEN- verbinden. das heißt das 4-4-2 oder whatever. wobei dann vom DFB so sachen kommen wie: richtiges verteidigen in der 4erkette oder was auch immer.

    sowas ist mir total egal. in der -taktik- Vermittlung habe ich ja zuerst einmal eine Spielidee, die ich als Anliegen vermittele. (unser Anliegen ist den Umschaltmoment zu nutzen, schnell nach Ballgewinn das Zentrum attackieren etc. )

    Dann kann man sich überlegen, welches Verhalten man dafür benötigt, bzw. was notwendig ist um so zu spielen. Dafür braucht es dann wieder ein paar Spielprinzipien die es leichter machen so zu spielen.

    Dann braucht es nur geeignete Spielformen, die das Verhalten schulen. z.b. ballorientiertes Verschieben. Das kann ich z.b. in Korridorspielformen trainieren. oder kompaktes verschieben in Zonen etc. etc.

    Das alles ist runterbrechbar auf Altersklasse und Spielstärke.

    Das -System- (die -Taktik-) bestimmt nicht die Spielweise- die Spielweise bestimmt das System. Das ist m.e. keine Raketenwissenschaft.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ja, den hat let1612 unten in seinem provozierenden Beitrag am Ende doch noch geschrieben (Gott sei Dank! ;-)).

    Da kommt mein Junior dann in ein Alter, bei dem ich nicht weiß, ob als Trainer/Papa auftreten will oder nur noch als Papa ihn unterstützen möchte.

    Der andere Aspekt bzgl. dem Beibringen: Da hast Du vollkommen Recht. Da sind die Kinder schon weiter und man kann viel mehr beibringen. Das würde ich mir bis zur C-Jugend auch locker zutrauen (nicht NLZ oder ambitionierter größerer Verein, aber im Breitensport definitiv ja).

    Nach dem ersten Satz wollte ich schon anders antworten, aber du hast es ja angekündigt und somit auch mit einem Zwinkern geschrieben.

    Bei mir wird es wahrscheinlich nur dein aufgeführter Punkt 1.) sein. Ich glaube, dass es irgendwann an der Zeit ist, den eigenen Sohn nicht mehr zu trainieren. Wie schon geschrieben nicht deswegen, dass ich mir das in der D- oder sogar in der C-Jugend nicht mehr zutrauen würde. Aber das Vater-Sohn-Verhältnis ist halt mir wichtiger. Aber vielleicht werde ich dann ja auch weitermachen, weil es mir Spaß macht und es sich in zwei Jahren für das Verhältnis zu meinem Sohn kein Problem darstellt. Oder vielleicht hört er auch auf und macht nur noch Judo. Wer weiß das schon? ;-)


    Und Du hast noch einen ganz wichtigen Punkt genannt. Die ganzen DFB-Trainingspläne oder sonstige auf diversen Seiten vorgeschlagenen Übungen machen für die meisten Breitensportvereine gar keinen Sinn. Natürlich könnte das einer oder zwei aus der jeweiligen Mannschaft auch von den Fähigkeiten durchführen. Aber wollen das die Kids in den Dorfvereinen überhaupt? Die sind i.d.R. dabei, weil die einfach kicken, mit Ihren Freunden Zeit verbringen und weil die mit dem Ball spielen wollen.

    Das habe ich in den ersten Wochen auch lernen müssen. Ich musste mich umstellen bzgl. meiner eigenen Erwartungshaltung. Am Anfang denkt man noch, dass man den Kids alles Mögliche beibringen kann und muss. Aber hier gilt es langsam ran zugehen und erst einmal den Kids den Spaß am Fussball zu vermitteln. Alles andere kommt dann nach und nach.
    Daher werden viele Übungen/Spielformen erst einmal geprüft, ob das meine Mannschaft überhaupt kann bzw. es denen Spaß machen würde. Wenn nicht, wird entweder abgewandelt oder komplett ignoriert. Auch wenn ich die Übung/Spielform toll finde.

  • Da bin ich jedoch der Überzeugung es steht und fällt mit der Präsentation.

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Darf ich fragen in welchem Bereich Du trainierst, Breitensport oder ein ambitionierter Verein?

    Ich bin da eher eher bei let1612.

    In einem ambitionierten Verein, bei dem auch Spieler gesichtet und weggeschickt werden.


    2.) Einstellung der Kinder (die meisten brauchen einen Animateur und keinen Trainer) und Verhalten (Ansprüche) der Eltern

    Solche Kinder + Eltern tue ich mir grundsätzlich nicht mehr an. Lehrgänge, Fortbildungen etc. besuchen + jedes Training vor- und nachbereiten, damit dann ne halbe Stunde vor dem Treffpunkt der halben Mannschaft einfällt, dass die Oma zum dritten mal Geburtstag hat. Genau :rolleyes:

  • Ich sehe es eigentlich eher so: Viele der Einheiten auf DFB.de von Bambini bis E Jugend überfordern die Kinder nicht, sondern langweilen sie. Egal ob Leistung oder Breite.

    Ja, ich denke, dass es eine Mischung ist. Zum einen sind manche Übungen für die Kinder langweilig und zum anderen sind auch manche mit entsprechender Erklärung zu Zeit intensiv, bis die in der F-Jugend überhaupt einigermaßen funktionieren. Und da ist mir die Zeit bei 1x Training/Woche zu schade im Vergleich zum Nutzen, den die Übungen bringen.
    Aber da meine ich eher die DFB-Übungen, welche teilweise nicht schlecht sind, aber i.d.R. den Kindern keinen Spaß bringen und/oder tlw. zu kompliziert sind.


    Aber es gibt ja auch keine allgemeingültige Empfehlung. Jeder kennt seine Truppe am besten und kann daher auch am besten einschätzen, ob die Übungen die Truppe langweilt, unter- oder überfordert.

  • Aber es gibt ja auch keine allgemeingültige Empfehlung. Jeder kennt seine Truppe am besten und kann daher auch am besten einschätzen, ob die Übungen die Truppe langweilt, unter- oder überfordert.

    Deswegen ist es am sinnvollsten, irgendwann möglichst seine Spielformen auf seine Truppe passend selbst zu entwerfen, darin die Schwerpunkte zu setzen und den Druck(Gegner,zeit,raum) hochzuhalten.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)