Wettkampfstrukturreform - allgemeiner Austausch

  • Ah, danke dir. Hatte es dann falsch verstanden.


    Im Buch "Spielintelligenz im Fußball kindgerecht trainieren" wird es so empfohlen (Seite 22):

    • 8 und 9 jährige: Funino
    • 10 jährige: Fußball 5
    • 11 und 12 jährige: Fußball 7
  • Mir gefällt der Ansatz des HFV. In den Schaubildern wurden verschiedene Basisspiele gezeigt wie man von 3vs3 in der U8 über ein 5vs5 in U9/U10 zu einem 7vs7 in der U11 kommt. Das Basispiel beim 5vs5 gab es sowohl in der 4 Tore als auch in der 2 Tore Variante.


    Klar verstehe ich das in der HW Theorie das 5vs5 erst ab U10 und nicht U9 kommt, aber der HFV macht hier einen Schritt in die richtige Richtung. Ich denke dies wurde bewusst vorgezogen um hier einen einfacheren Übergang zu schaffen. So schafft man mehr Akzeptanz und kann im nächsten Schritt ja noch weiter daran arbeiten. Schrittweise ist es leichter, auch wenn der erste Schritt noch nicht die reine Lehre nach HW ist.


    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe sah das Konzept wie folgt aus. Dies sollte nicht den Spielbetrieb darstellen sondern die "Basisspielformen" über die gesprochen wurde. Es war noch offen ob und wie das in einem Spielbetrieb übernommen werden kann.


    U6 2vs2 Minitore keine Torhüter
    U7 3vs3 Minitore keine Torhüter
    U8 3vs3 Minitore keine Torhüter
    U9 5vs5 Minitore / Kleinfeldtore
    Torhüter
    U10 5vs5 Minitore / Kleinfeldtore
    Torhüter
    U11 7vs7 Kleinfeldtore Torhüter
  • Dann kann man mMn aber gleich noch anfügen:

    U12: 8vs8

    U13: 9vs9, abseits

    U14: 9vs9, abseits

    U15: 11vs11

    Ich verstehe sowieso nicht, warum der jetzige Großfeldbereich unangetastet bleibt.

    Warum muss ich bei uns eine Großfeldmannschaft für die C melden und kann sonnst nur 7vs7 als Alternative melden. Die meisten Jungs die ich hatte sind für das "richtige" Großfeld nach der D noch nicht bereit, aber auf ein 7vs7 zu gehen würde sich wie ein Rückschritt (für die Jungs) anfühlen. Könnte ich im jungen Jahrgang eine 9er Mannschaft (mit Abseits) melden, wäre das ein Segen und der logische nächste Schritt in der Ausbildung.

    Bei uns wird zur Zeit 8vs8, ohne Abseits, in der D gespielt.

  • Der bestehende Vorschlag von der Arbeitsgruppe Kleinfeld des DFB ist leider ein Kompromiss, weil es in den NLZs wohl den Trend gibt früher aufs Großfeld zu gehen.


    Konsequent wäre bei den Kleinen mit 1:1 anzufangen und dann schrittweise immer einen Spieler mehr hinzuzufügen.

  • Ich verstehe nicht warum die Vereine lieber ihre private Liga gründen, anstatt eine vernünftige Reform im Hamburger Gebiet anzustreben. Haben die Proficlubs da so wenig Einfluss? Stellt sich der Verband so quer?

    Wenn die Proficlubs davon überzeugt sind, dass eine Ligareform das beste für die Ausbildung ihrer Spieler ist, dann müssten sie doch eigentlich stark daran interessiert sein, diese Reform für alle Vereine durchzusetzen. Bekommen mehr Spieler eine bessere Ausbildung gibt es mehr Talente die man scouten kann und so steigt die Wahrscheinlichkeit ein echtes Juwel dabei zu haben. Schottet man sich hingegen ab, bleiben Spieler die evtl. später noch ein angemessenes Leistungsniveau erreicht hätten auf der Strecke und einem gehen potentielle Profispieler verloren, außer natürlich dieses Abschotten hat noch andere Gründe, wie z.B. Wechsel einfacher zu machen und sich anderen Kontrollen des Verbands zu entziehen, was mich ehrlich gesagt etwas misstrauisch macht.

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  • Ich verstehe nicht warum die Vereine lieber ihre private Liga gründen, anstatt eine vernünftige Reform im Hamburger Gebiet anzustreben. Haben die Proficlubs da so wenig Einfluss? Stellt sich der Verband so quer?

    Wenn die Proficlubs davon überzeugt sind, dass eine Ligareform das beste für die Ausbildung ihrer Spieler ist, dann müssten sie doch eigentlich stark daran interessiert sein, diese Reform für alle Vereine durchzusetzen. Bekommen mehr Spieler eine bessere Ausbildung gibt es mehr Talente die man scouten kann und so steigt die Wahrscheinlichkeit ein echtes Juwel dabei zu haben. Schottet man sich hingegen ab, bleiben Spieler die evtl. später noch ein angemessenes Leistungsniveau erreicht hätten auf der Strecke und einem gehen potentielle Profispieler verloren, außer natürlich dieses Abschotten hat noch andere Gründe, wie z.B. Wechsel einfacher zu machen und sich anderen Kontrollen des Verbands zu entziehen, was mich ehrlich gesagt etwas misstrauisch macht.

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    U13 im NLZ ist ein kompliziertes Alter. Die Teams sind (durch Selektion) meist deutlich besser als alle nicht-NLZs. Das kann man in den kleinen Jahrgängen gut kompensieren, indem man die Teams ein Jahr höher meldet. In der U12 haben die NLZ-Teams meist in der höchsten U13-Liga gespielt, das passt ganz gut. Aber als U13 einen Jahrgang hoch zu gehen, passt ganz und gar nicht. Denn dort in der C-Jugend treffen die halt auf U15. Bei der einsetzenden Pubertät sind das körperlich Welten. Manche NLZs machen das dennoch, andere setzen in der U13 komplett vom Ligabetrieb aus und spielen nur Freundschaftsspiele. In West gibt es schon lange genau so eine elitäre "Freundschaftspielrunde", in der fast nur NLZs auftreten: http://www.fussball.de/spielta…000EVS5489B3VUOI54T7-G#!/ Die Bayern haben das ebenso http://www.fussball.de/spielta…005EVS5489B4VTN21JC6-G#!/ In Rhein-Main hab es das auch mal, das ist aber wieder eingeschlafen. In Hamburg wird genau so eine Liga offenbar jetzt eingeführt.


    Grüße

    Oliver

  • Was für ein Schwachsinn die Spielstrukturreform. Kann ja sein das ich etwas zu Old school bin aber das man jetzt auf jede Sau springt die durchs Dorf getrieben wird ist der Hammer.

    In ein paar Jahren werden Sie dann jammern das die Torhüterausbildung zu kurz gekommen ist und dann mit 4 Toren und Torhütern spielen wollen oder so ähnlich.


    Der Hund liegt doch da begraben wo es am schwierigsten ist und das ist nicht in irgendeinem NLZ sondern an der Basis.

    Hier müssen die Vereine auf Elterntrainer setzten die in den meisten Fällen machen können was sie wollen selten eine Ausbildung haben (Lizenz) und nach 6 Jahren Fußball die Kinder weder Beidfüßig trainiert wurden noch wissen was und für was ein Passdreieck gut ist und wie man fintiert schon mal gar nicht können weil es Ihnen keiner zeigen konnte.

    Fehlerkorrekturen finden in dem Bereich viel zu selten oder zu spät statt.


    Jetzt tut man so als würde all das und die schreienden Trainer durch diese Spielformen verschwinden. Wie gesagt Funinio als Spielform mal in eine Trainingseinheit einbauen ok aber das System permanent im Wettkampf ich weiß nicht ob das die gewünschten Effekte bringt.

  • Wir sprechen hier über G und F Jugend, da kann man die Torhüterausbildung durchaus vernachlässigen und wird vom DFB in der Ausbildung auch so vorgegeben. Bei mir gabs das noch nie, daß ein Kind nur ins Tor durfte. Jeder musste aufs Feld. Am Schluss wird der Knirps nicht größer als 170 cm und dann wars das mit Fussball.


    In unserem Kreis findet Funino in diesem Jahr auf freiwilliger Basis statt, parallel finden auch die Spielfeste statt. Beim Funino wird man pro Team 8- 10 Spiele haben, Spieldauer 8 Minuten. Bei den regulären Spielfesten maximal 3 Spiele zu 15 Minuten. Im Funino hat man maximal 6 Kinder pro Team, im regulären Betrieb maximal 11.


    Allein schon wenn ich die Spielzeiten vergleiche die jedes Kind bekommt, habe ich bei Funino deutlich mehr und wenn ich jetzt noch die Aktionen dazu nehme die man im 3vs3 gegenüber dem 6+1vs6+1 hat profitieren im Funino mehrheitlich ale Kinder, auch die schwachen.


    Am 19.10. haben wir unser siebtes und letztes Spielfest, ab dann muss man selbst organisieren. Es spricht also nichts dagegen die paar Wochen den Modus Funino zu spielen und dann ein paar Spiele im regulären Modus zu organisieren. So werde ich es handhaben, ausserdem haben wir auch ein Miniturnier geplant im 4+1vs4+1 auf verkleinerten Feldern.

  • Der Hund liegt doch da begraben wo es am schwierigsten ist und das ist nicht in irgendeinem NLZ sondern an der Basis.

    Hier müssen die Vereine auf Elterntrainer setzten die in den meisten Fällen machen können was sie wollen selten eine Ausbildung haben (Lizenz) und nach 6 Jahren Fußball die Kinder weder Beidfüßig trainiert wurden noch wissen was und für was ein Passdreieck gut ist und wie man fintiert schon mal gar nicht können weil es Ihnen keiner zeigen konnte.

    Fehlerkorrekturen finden in dem Bereich viel zu selten oder zu spät statt.

    Treffende Problembeschreibung, aber wo ist bitte der Lösungsvorschlag? Das gern genommene "ist doch alles Schwachsinn" verändert mal gar nichts.

  • JUH1973


    Ich bin auch kein Befürworter davon, dass Funino VERBINDLICH für G, F und E-Jugend, als einzige Wettkampfform, eingeführt wird.


    Ich habe im Forum schon oft gesagt, dass das keine neue Trainingsform ist, sondern wir das vor 30 Jahren im Training schon gemacht haben.

    Das ist also keine neue "Erfindung".


    Dass Funino, vom DFB und einzelnen Verbänden, jetzt so aufgebauscht wird, hängt einfach daran, dass nach der WM 2018, in Deutschland, die Fußball-Welt untergegangen ist, und dass nur weil Löw zu überheblich und Teile seiner Stammspieler ebenfalls überheblich, aber auch über ihren Zenit waren. Dazu war der Faktor Glück eben dieses Mal nicht auf der Seite der Nationalmannschaft.


    Zudem schafft es keine Mannschaft aus der Bundesliga mehr ins Finale der Champions-league. Außer Bayern München hat dort, seit 2013,ohnehin kein Bundesligist mehr was zu melden. Das liegt aber auch nicht daran, dass es keine Wettkampfform Funino gab oder gibt, sondern daran, dass in anderen Ländern mehr Geld ausgegeben wird.


    Aber nicht daran, weil es in Deutschland nicht genug gute oder starke 1:1Spieler gegeben hätte oder gibt.


    Und eines muss sich jeder hier klar machen, egal ob er für oder gegen Funino als EINZIGE, VERPFLICHTENDE WETTKAMPFFORM Ist... Dem DFB und auch den Funktionären im Verband, ist es völlig egal, ob alle Kinder gleich viel Spielzeit bekommen oder ob alle Kinder ihren Spaß haben...es geht dem DFB immer darum bessere Spieler und damit mehr Geld zu generieren.


    Hier geht es nicht um Breitensport, sondern darum zukünftig bessere Spieler für den Leisgungsbereich zu haben. Entweder ist das die Intention oder es ist einfach nur eine medienwirksame Reaktion auf die WM 2018.


    Aber wo ich dir widersprechen muss ist bei deiner Meinung mit den NLZs...

    Dort geht es nicht um dir einzelnen Spieler oder deren Entwicklung, sondern kurzfristigen Erfolg. Solange das so ist, kannst du in der G und F Jugend trainieren was du willst.


    Ich gebe dir Recht, dass es genug Elterntrainer gibt, die genug sportlichen Mist bauen und die Kinder unzureichend ausbilden , aber das wird nur zum Problem, wenn diese Eltern sich nicht versuchen weiterzubilden. Gerade, wenn sie ohne Trainererfahrung junge Jahrgänge übernehmen. Die Sprüche: Ich hab mit 7 bei einem Bundesligisten in der Jugend gekickt oder, ich habe 20 Jahre Fußball gespielt.... Die kenne ich und sind Schwachsinn. Spieler und Trainer sind unterschiedliche Dinge.


    Aber man muss auch die Realität sehen... Ohne diese Eltern würde es in vielen Vereinen keine Jugendarbeit geben.


    mgruendel02


    Warum soll er hier eine Lösung präsentieren? Funino ist auch keine Lösung.

  • mgruendel02 ,


    der Punkt ist doch, dass die Umstellung auf Funiño die vorhandenen Probleme nicht löst und evtl. neue Probleme schafft.


    Funiño hat aus meiner Sicht einen Vorteil, das habe ich hier auch schon oft angesprochen: es vereinfacht die Talentsichtung. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, dass die Talente mit dem größten Potenzial früher in das bestehende System der Talentförderung integriert werden können. Im modernen Fußball wird es immer wichtiger, die Talente immer früher zu erkennen und zu fördern. D-Jugend ist für den Spitzenbereich schon zu spät.


    Wir haben bei uns einen Jungen in der F dazubekommen, der supersportlich ist, schnell und athletisch. Er hat es auch in die Sichtung unseres NLZ geschafft. Aber technisch ist er von den anderen Kindern, die 2-3 Jahre früher angefangen haben, schon zu diesem frühen Zeitpunkt abgehängt. So ist das auch mit dem Förderungssystem. Wer da früh reinrutscht, kann sich einen Vorsprung erarbeiten, der - normalerweise - nicht wettzumachen ist, auch wenn ein Kind noch so talentiert ist. Deshalb wird eine gute Sichtung immer wichtiger.

  • Aber technisch ist er von den anderen Kindern, die 2-3 Jahre früher angefangen haben, schon zu diesem frühen Zeitpunkt abgehängt.

    Es gehört nicht unmittelbar zum Thema, aber das will ich nicht unwidersprochen stehen lassen: Du sagst ernsthaft, dass ein F-ling technisch bereits abgehängt ist?! Das halte ich für Quatsch. bei entsprechender Begabung holt der das locker wieder auf. Es ist ja ein empirisches Ergebnis, dass es eher die Früheinsteiger im NLZ sind, die auch früh wieder raus fallen. Und die werden dann durch genau solche Spieler ersetzt. Siehe die Studie von Arne Güllich https://www.sportbund-pfalz.de…ball_-_Kaiserslautern.pdf

  • Powerzwergenpapa


    Ich bin oft mit dir einer Meinung, aber hier muss ich dir auch klar widersprechen. Das ist für mich nur "NLZ-Propaganda" ( überspitzt und mit einem Augenzwinkern gesagt).


    Die wenigsten Spieler, die es in die U19 eines Bundesligisten schaffen, haben schon in der E-Jugend in diesem NLZ gespielt.


    Die meisten NLZs schaffen ihre F-Jugend ab oder haben das schon getan. Bei einigen fällt nun sogar die E-Jugend weg.

    Das stützt nicht gerade deine These.


    Aber sehe es genauso wie du: Funino ist nicht die Lösung.

  • Allein schon wenn ich die Spielzeiten vergleiche die jedes Kind bekommt, habe ich bei Funino deutlich mehr und wenn ich jetzt noch die Aktionen dazu nehme die man im 3vs3 gegenüber dem 6+1vs6+1 hat profitieren im Funino mehrheitlich ale Kinder, auch die schwachen.



    Das Funktionert aber nur dann wenn auch die schwachen Spielen dürfen. Wie oft passiert es denn das schwache Spieler ran dürfen. Glaube nicht das das durch Funinio besser werden wird.