Jugendspieler diskutiert, tritt nach und stört

  • Ich habe außerdem das Gefühl, dass Fortnite vor dem Training dafür sorgt, dass Kinder aggressiv oder leicht reizbar sind.

    mag sich bei jedem Kind anders auswirken. Auf jeden Fall fördert es nicht die Konzentration. Generell ist bei meinem

    Sohn Zocken an Trainings- und Spieltagen (VOR dem Spiel) verboten. Hat er absolut kein Problem mit. Der ganze Fortnite Hype hat eh abgenommen(also im Training), seit wir uns geeinigt haben das wir die 90 Minuten Training nur über Fußball sprechen. Ab Trainingsbeginn ist Fußball. Trinkpausen heißen Trinkpausen, weil getrunken wird, und nicht gequatscht.

    Können alle Jungs prima mit leben und es ist deutlich besser geworden.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich kenne das Kind nicht, aber das Verhalten der Kinder ist immer ein Ausdruck ihrer Befindlichkeit.

    Vieleicht hilft ein Elterngespräch in dem man nicht sagt ihr Kind ist ein Problem sondern deutlich macht das man ein Problem für das Kind sieht, und das man helfen möchte.


    Bindungsarbeit ist wichtig, nehme in dir im positivem enger zur Brust, lass ihn Übungen vormachen, lobe ihn häufiger, setzte ihn als Helfer ein, packe ihn in Trainingsgruppen mit den reiferen Kindern im sozialem Bereich.

    Gebe ihm das Gefühl wichtig zu sein. Das hilft meistens.


    einige meiner Tipps aus meiner Fortbildung zu diesem Thema


    Klarer Ablauf im Training - z.B. Begrüßungsritual.
    Gleiche Abläufe - geben Sicherheit
    Bei Fehlverhalten kurze Auszeiten direkt aussprechen, keine langfristigen Ausschlüsse.
    Auszeiten müssen in Zeit und Form klar sein.

    z.B. Dein Verhalten ist nicht ok, setz dich bitte für 2 Minuten auf die Bank

    Kleine Gruppen bilden (soziale Aspekte beachten)
    Schwierige Situationen vermeiden (Pausen) z. B. durch positive Aufgaben.



    Mit dem Kind offen sprechen.

    Fehler aufgreifen

    Chance geben die Regeln einzuhalten

    Positive bestärken

    Verhalten ist nicht ok – Du bist ok

    Motivieren


    Kinder suchen oft Aufmerksamkeit.

    Brauchen oft das Gefühl einer guten Beziehung zum Trainer

    Verhaltensauffällige Kinder an der Trainer anbinden.

    Helfer im Training

    Stärken nutzen, Übungen Vormachen lassen

    Extra Gespräche.

    Individuelles Training, mit Trainer oder Co-Trainer


    Hiermal eine gegenüberstellung von was wir sehen und was dahinter steckt


    mutwillig

    Frustriert: weiß nicht wie

    provoziert

    Sucht Kontakt

    ablehnend

    überfordert

    störrisch

    Probleme mit Übergängen

    unmotiviert

    Desorganisiert



    Ach so und das allerwichtigste das Verhalten richtet sich nicht gegen den Trainer oder die anderen Kinder, es ist vielmehr ein Ausdruck innerer Konflikte, wenn man das schafft zu sehen wird man selber souveräner, und strahlt mehr Sicherheit aus.


    Ach ja ich ich arbeite auch beruflich mit Kindern und Jugendlichen ;)

  • Also ich betreue seit 2 Jahren eine E-Jugend Mannschaft. In meinem ersten jahr habe ich sicher auch Fehler im Umgang und war sehr lasch was die Regelauslegung betrifft. Jetzt gibt es bei mir Regeln und die gelten für mich und die Spieler. Ich kann jedem neuen Trainer nur empfehlen Störenfriede mit einem freundlichen Hinweiss zu verwarnen. Hält der Junge sich an die gemeinsamen Regeln, dann ist alles im grünen Bereich. Wiederholungstäter gehören aus der Mannschaft und können woanders ihr Glück versuchen.

  • Also ich betreue seit 2 Jahren eine E-Jugend Mannschaft. In meinem ersten jahr habe ich sicher auch Fehler im Umgang und war sehr lasch was die Regelauslegung betrifft. Jetzt gibt es bei mir Regeln und die gelten für mich und die Spieler. Ich kann jedem neuen Trainer nur empfehlen Störenfriede mit einem freundlichen Hinweiss zu verwarnen. Hält der Junge sich an die gemeinsamen Regeln, dann ist alles im grünen Bereich. Wiederholungstäter gehören aus der Mannschaft und können woanders ihr Glück versuchen.

    Das rausschmeissen ist eben ein Problem, gerade Kinder die auf Grund ihrer sozialen Situation, Armut, andere kulturelle Hintergründe, oder familiären Schwierigkeiten, z.B. Scheidungen oder schwachen Familiensystemen kommen, brauchen den Trainer als Rollenvorbild.

    Gerade im Kindergarten und Grundschule sind Männer selten da, um als Vorbilder zu fungieren. Als Trainer sollte man dort eine gewisse Verantwortung übernehmen.

    Wichtig ist doch das man klare Strukturen hat, Regeln die festgelegt sind und klar sind.

    Das betrifft auch die Konsequenzen. Wenn ich sage du setzt dich für 5 minuten auf die Bank, dann muss ich mich auch an die 5 Minuten halten. Dann führe ich ein (in der pädagogischen Fachsprache) Reflektionsgespräch, und gebe dem Jungen das Gefühl das ich auf sein Verhlaten sauer bin, nicht aber auf ihn, ich schlag ihm Lösungen vor, und spreche im Mut zu das er wichtig ist.

    Das brauchen Jungs, gerade diejenigen die besonders unsicher sind.

    Natürlich sind die meisten Trainer keine Pädagogen, und wenn es eben nicht geht muss man schauen, gibt es Hilfen imm Verein, habt ihr pädagogisch geschultes Personal vieleicht unter den anderen Trainern, oder bei den Eltern. Es gibt auch die Möglichkeiten die Eltern einzubinden, aber eben nicht in der Art "ihr Kind benimmt sich nicht das geht so nicht". Sondern gemeinsam undRegeln und Absprachen finden.

    Eine andere Möglichkeit wäre es sich wenn vorhanden an die Schule bzw. den Schulsozialarbeiter zu wenden ( mit den Eltern), die können im Einzelfall Tipps geben, kennen die Kinder und wir müssen niemanden Auschließen.

    Ich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern und Familien, und der Verein ist so wichtig als Säule für Integration und die Entwicklung von Teamfähigkeiten.

    Sucht lieber einen weiteren Co-Trainer als ein Kind rauszuschmeissen.

  • Ich bin kein Pädagoge.

    Und ich kann in 2x1,5 Stunden Training in der Woche nicht die mangelnde Erziehung von 8-9 Jahren ausgleichen.

    Wenn einem Kind jegliche Grundlagen des sozialen Verhaltens fehlen bin ich machtlos ihm zu helfen.

    Und ich weiß wovon ich spreche. Ich schleppe so ein Kind seit 3 Jahre mit durch. Wenn ich wie oben beschrieben vorgehen würde, wären alle Kapazitäten auf dieses eine Kind gebündelt. Das ist unfair ggü. allen anderen.

    Ich kann Hände reichen. Aber beißt man in die Hand wird es schwierig bis unmöglich, ohne pädagogische Ausbildung das Kind zu integrieren.

    Auch wenn ich den Verein als wichtiges Instrument zur Entwicklung von Teamfähigkeit und sozialem Verhalten sehe.

    Bei richtigen Problemfällen reicht mein Skillset als Trainer dafür definitiv nicht aus.
    Ich habs versucht... Und bin bei dem Kind gescheitert.

    Und jetzt bekomme ich Vorwürfe der Eltern, ich würde ihr Kind härter Sanktionieren als andere.

    Ich habe aus der Situation gelernt. Wenn ein Kind sich helfen lassen will, mache ich alles in meiner Macht stehende.

    Sollte ein Kind wiederholt und massiv gegen Verhaltensregeln verstoßen werde ich deutlich schneller das Kind der Mannschaft verweisen.

    Keine 3 Jahre mehr versuchen das ganze wieder einzufangen. Die Energie wende ich lieber für anderes auf.

  • @ luibo

    Nein da hast du recht, wenn du alles Versucht hast ist es auch gut, der Trainer ist kein Ersatz, mir geht es nur darum den ein oder anderen Tipp für die Zukunft da zulassen.

    Ich habe da natürlich ein anderes Auge, und erkenne vieleicht Probleme schon im Ansatz. Zumal es logischer Weise Schwierig ist im nachhinein sein eigenes Verhalten zu ändern.

    Zudem sehe ich oft Trainer die glauben mit Lautstärke Situationen zu verbessern.

    Ich selber habe einen Jungen aus einer anderen Manschafft übernommen der sollte auch gehen. Hat 3-4 Monate gedauert dann war das Sozialverhalten im Griff. Und das kostete nicht unmengen an Zeit, gut ich habe auch zwei Co Trainer ;).


    Das was ich schreibe soll auf keinen Fall als Vorwurf verstanden werden.

  • Dennis Ga

    Zuerst einmal möchte ich dir meine Hochachtung für deine Ideologie aussprechen. Ich bin der Meinung, dass deine Herangehensweise der Maßstab für alle Trainer sein sollte.


    Leider ist auch bei mir die Realität eine Andere und gleicht sich etwa mit der von luibo .

    Ich bin ebenfalls kein Pädagoge, das einzige was ich in dem Bereich vorweisen kann ist Empathie. Auf Hilfe vom Verein brauche ich nicht hoffen. An gelernten Pädagogen oder Sozialarbeiter mangelt es so wie beinahe überall.

    Ich war froh einen engagierten, wenn auch unerfahren, jungen Co-Trainer zu bekommen, nachdem ich eine Saison lang 15 Kinder alleine betreut habe.

    So wie luibo wurde auch ich über 2 Jahr von einem Spieler vor große Herausforderungen gestellt und auch er hat sehr viel meiner Aufmerksamkeit, die allen gelten sollte, für sich beansprucht.

    Es endete damit das er irgendwann nicht mehr wiederkam. Keine Erklärung warum, keine Verabschiedung. Nichts.

    Von einem Tag auf den blieb er dem Training fern. Die Erziehungsberechtigten verließen, ohne ein Wort zu schreiben die Whatsapp Gruppe.


    Es hat nicht lange gedauert und es kam ein neues Kind zu unserer Mannschaft welches sehr viel Aufmerksamkeit für sich beanspruchte.

    6 Monate lang habe ich mein Möglichstes getan um ihn zu integrieren, bin aber auch mit diesem Jungen nicht zurecht gekommen.

    Diesmal habe ich den Schlussstrich gezogen. Ich habe mich mit der Familie zusammengesetzt und erklärt das er in Zukunft bei uns nicht mehr willkommen ist. Die waren alles andere als begeistert müssten jedoch meine Entscheidung akzeptieren.


    Die Stimmung in der Mannschaft hat sich seitdem deutlich verbessert. Mein Sohn und auch andere Spieler fühlen sich wieder deutlich wohler in der Mannschaft. Wir haben zwei neue, tolle Jungs als Verstärkung hinzubekommen. Ich selbst komme nach einem Training auch deutlich entspannter nach Hause.


    Ich möchte meine Entscheidung, den Spieler auszuschließen, damit nicht rechtfertigen.

    Anhand des Resultats kann ich zumindest erahnen das es nicht völlig falsch wahr diese Wahl zu Treffen.


    Manche Herausforderungen sind für uns nun mal zu groß.

    Ich bitte um Verständnis wenn ich sage: "Ich bin gescheitert, es möge sich bitte ein anderer dieser Herausforderung stellen."

  • Ich kann mich Luibo nur anschließen. Dennis Ga dein Engagement in allen Ehren. Wirklich top, wenn du/ihr das so hin bekommt.


    Aber ich finde, wir müssen auch hier nochmal unterscheiden: reden wir von den schlimmesten 5% unter den Chaoten oder nur von den "normal auffälligen"? Bei den letzten 5% müssen Fachleute ran. Solche Kinder benötigen dringend professionelle Hilfe! Das kann Verein definitiv nicht leisten.


    Wenn ein Kind 90% der Aufmerksamkeit bedarf, man als Trainer im Grunde seinen Blick nicht abwenden kann ohne dass etwas passiert, dann wirds unentspannt. Wir haben bisher zwei Kinder in Absprache mit den Eltern "rausgeworfen". Der eine ist mehrfach in unbeobachteten Momenten abgehauen (im Winter aus der Turnhalle raus, die Tür fiel ins Schloss und er konnte nicht mal wieder rein), ein anderer hat andere Kinder gebissen und bespuckt und das nicht nur einmal sondern wiederholt und vorallem komplett ohne erkennbaren Anlass. Der ist an einem Mitspieler vorbei gegangen, hat sich dessen Arm geschnappt und reingebissen.


    Dass bei normalen Chaoten eine klare Kante hilft, habe ich sehr eindrucksvoll bei einem Nachbarskind beobachtet, der sowohl bei mir wie auch nebenan nach entsprechenden klaren Ansagen und je einem Gartenverweis nie wieder Ärger gemacht hat. Die Mutter konnte es kaum glauben.

  • Ich habe es auch nicht als Vorwurf aufgefasst.

    Ich habe Kinder in meiner Mannschaft, die sind durchaus schwierig. Damit habe ich kein Problem. Die Kinder wissen, woran sie bei mir sind.

    Es gibt Regeln die müssen eingehalten werden. Hält man sich nicht an diese Regeln werde ich sehr schnell ungemütlich.

    Das funktioniert auch alles super gut. Manchmal braucht jemand im Training halt mal 5 Minuten Pause, die bekommt er dann auch.

    Oder räumt auf während die anderen spielen.

    Der gleiche ist dann aber auch mal Kapitän im nächsten Spiel wenn er sich vorbildlich verhält.

    Das Fingerspitzengefühl habe ich. (sonst würde bei einer Gruppe von 20 Kindern auch das Chaos ausbrechen.)

    Bewußte Störungen, Provokationen des Gegners, Beleidigungen und körperliche Atacken ggü. Mit- und Gegenspielern sind dann aber doch von einer anderen Qualität.

    Auch wenn die Eltern das anders sehen und der Meinung sind die anderen würden ihren Liebling nur provozieren...

  • Also wir reden hier über einen Mannschaftssport. In einem Kader von 21 Kindern kann ich nicht 90% der Zeit und Energie für einen aufwenden, der am Ende trotzdem wahrscheinlich noch alle anderen stört. Ich habe den Thread erstellt und den Jungen 5 Jahre "durchgeschleppt" und irgendwann ist der Punkt gekommen, wo die Mannschaft (bzw. die anderen 20 Kinder) zu sehr darunter leiden.


    Wir sind Trainer einer Mannschaft, die wir fußballerisch und bestenfalls auch menschlich voran bringen wollen. Wir sind aber keine Erzieher für schwierige Kinder, die in manchen Fällen ALLEINE gegen ALLE ANDEREN stehen. Ich finde es toll, wenn Trainer trotzdem daran arbeiten und auch die pädagogischen Grundkenntnisse mitbringen. Und wie man in meinem Startbeitrag lesen kann, habe ich eine Menge versucht. Aber vorschreiben kann man den Einsatz niemanden und akzeptieren sollte auch jeder, wenn irgendwann für den Trainer Schluss ist (bei manchen früher, bei manchen später).


    Update zum Thema bzw. dem Kernpunkt:

    Der Spieler hatte von sich aus gesagt, dass er aufhören möchte. In den Wochen danach war er immer mal wieder mit anderen aus der Mannschaft am Sportplatz und in der Mannschaft kursierte dann ständig, dass er eigentlich schon gerne wieder spielen würde. Als ich ihn vor 3 Wochen mal zufällig traf, kam er mit einem etwas rotem Kopf zu mir und bat darum, dass er mal wieder vorbeischauen darf. Ich sagte ihm, dass er gerne kommen kann, dann aber zunächst mit der Mannschaft sprechen soll, wie das ganze weitergehen soll (Was will er in der Mannschaft? Was will die Mannschaft von ihm?). Leider hat er sich dann einen Tag später den Fuß gebrochen und kann erstmal nicht kicken. Dennoch kam er zum letzten Saisonspiel (Auswärts, 50 Minuten Fahrt) mit um uns zu unterstützen. Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren und er hat die Fußballpause genutzt, um den Kopf frei zu bekommen.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • @Charles De Goal - kann die Sätze vom Foristen nur zustimmen. ich hatte auch so einen Störenfried. Bei fast jedem Training oder Spiel gab es Stress. Er konnte sich nicht unterordnen. Ich denke die meisten Trainer geben sich sehr viel Mühe mit solchen Aufmerksamkeitshaschern und i.d.R. sind es auch gute Fussballer. Jedoch stehen sich die Jungs selber im Weg und eine längere Fussballpause oder ein Vereinswechsel hilft mal den Kopf frei zu bekommen und neu anzufangen im neuen Umfeld mit Trainer und Mitspielern.

  • Ich hatte bis vor ein paar Monaten auch so einen ähnlichen Fall im Team. Das ganze ging zwar nur ein halbes Jahr, dennoch war es mehr als anstrengend und letztendlich bin ich froh, dass dieses Kind mit dem Fußball aufgehört hat.

    Das große Problem war, dass es das Kind vom nun auch ehemaligen E1 Trainer war.


    Das besagte Kind trat bewusst den anderen während Übungen und Spielen auf die Füße. Wieso bewusst? Zum einen waren in diesen Situationen der Ball oftmals ganz woanders und zum anderen schaute er währenddessen Richtung Füße, zielte und trat dann zu.

    Häufig gab es Situationen, in denen andere Kinder grundlos im Vorbeigehen in den Bauch geboxt wurden.

    Meine E2 Spieler kamen nach einiger Zeit zu uns Trainern und sagten bereits, sie hätten Angst. Spätestens da war uns klar, dass wir handeln müssen, was jetzt nicht heißt, dass wir vorher nichts dagegen getan hätten. Mein Co und ich haben uns dann mit dem Trainer zusammengesetzt und ihm vorgeschlagen a) getrennt zu trainieren oder b) er solle eine Lösung finden. Heraus kam, dass er das Kind mit zum Fußball schleppt, es eigentlich keine Lust hat aber doch mit muss. Als Strafe ihn einmal vom Training auszuschließen lehnte er ab, weil das Kind somit bekäme, was es wolle -> nicht zum Fußball zu müssen.

    Am Ende bekamen wir noch eine "nette" Nachricht der Mutter, das Kind wurde abgemeldet, der Trainer hat sich verabschiedet und die E1 wurde aufgelöst, letzteres hatte noch andere Gründe, aber ohne Trainer keine Mannschaft.


    Der Idealismus einiger in allen Ehren, allen Kindern gerecht zu werden. Ich denke, das ist nicht möglich und jeder sollte für sich eine Grenze definieren, bis wohin er es versucht.

  • Dennis Ga "Sucht lieber einen weiteren Co-Trainer als ein Kind rauszuschmeissen." Deine Tipps und Voransgehenweise finde ich klasse und du bist genau richtig beim Fussball, da gibt es zu wenig Psycholegen und Pädagogen. ich stimme dir zu, daß ein Co-Trainer eine feine Sache im Jugendbereich ist und die Arbeit für den Trainer erleichtert. Jedoch stehen die Co-Trainer auch nicht Spalier im Verein. Glaub mir , kein Kind wird aus einem Team im Breitensportbereich einfach so rausgenommen. Im Leistungsbereich ist die Sache noch krasser, da ist erheblicher Konkurrenzkampf schon bei den Kids besteht. Da braucht der Trainer meistens nur kurz 1 x zu ermahnen. in den Auswahlteams der Bundesländer, kann sich der Trainer aus 500 Kids die besten herauspicken. Also im Breitensportbereich haben wir diese Jungs und dort stehen nun diese Trainer, kaum Unterstützung vom Verein und meisten machen die Trainer es auch ehrenamtlich. Vielleicht wäre das eine Sache für den Verband, dort wo erhebliche Störungen auftreten im Trainingsbetrieb und bei den Spielen die Trainer mit Psychololgen zu coachen.

  • Genau das ist doch der Punkt, natürlich muss irgendwann auch ein Kind gehen, und auch in diesem Fall hätte ich direkt eine Idee warum das Kind so reagierte. Da ist die Lösung des Rausschmisses denke ich auch richtig.

    Mir geht es nur darum, genau zu schauen, Möglichkeiten bereit zustellen, und euch zu ermutigen Hilfen anzubieten und selber anzunehmen.

    Ich weiß das viele eurer Kinder die im Verein super funktionieren in z.B. der Schule große Probleme haben.

    Weil wir die Kinder Rollengerecht anpacken, weil wir Vorbilder sind die sich die Kinder aussuchen, und weil wir den Kindern etwas bieten was Spaß macht.

  • Aktueller Stand:

    Der Junge ist bereits Ende der letzten Saison wieder zum Training gekommen und hat sich vor der Mannschaft entschuldigt. Wir haben dann ein Gespräch mit dem Jungen und dem Vater geführt, damit alle wissen, woran sie sind und was sie voneinander erwarten.


    Seitdem war er zu 80% beim Training (abzüglich Urlaubszeit) und hat sich gut benommen - keine Probleme. Ganz im Gegenteil, er scheint sehr gut integriert, spielt im Sinne der Mannschaft (auch ohne mosern ungeliebte Positionen) und ist richtig locker drauf. Außerdem hat er sich selbstkritisch gezeigt und mir in einem persönlichen Gespräch gesagt, was seiner Meinung nach seine Schwächen sind und woran er jetzt arbeiten möchte. Im letzten Spiel wurde er mehrfach von Gegenspielern hart gefoult, hat es aber ohne körperliche Reaktion hingenommen und sportlich mit einem Tor geantwortet.


    Entweder brauchte er einfach mal ein paar Wochen Pause oder er hat gemerkt, dass er sich anders besser einbringen kann. Jedenfalls sind wir im Trainerteam zufrieden (regelrecht begeistert) mit seiner persönlichen Entwicklung!

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg