Saisonvorbereitungsplan Herren Team

  • Wie dribbelt man ohne Ball?

    Ist Wettkampfform und Spielform per Definition nicht dasselbe? Worin unterscheidet sich grundsätzlich der Wettkampf vom Spiel?


    Unabhängig davon ob ein Ball im Spiel ist oder nicht, lese ich aus deiner Definition heraus, dass auch ein reines Laufduell/Staffellauf eine Spielform sein kann, da diese im Wettkampf durchgeführt werden kann.


    Vielleicht verstehe ich dich aber ebenfalls falsch.

  • Ich habs beim Volleyball so gelernt:


    Übungsformen

    Bei Übungsformen haben die Spieler keine Wahl in der Ausführung. Technik wird vermittelt, Erlerntes automatisiert. Daher erfolgen Übungen zunächst unter Standardbedingungen, dann mit koordinativen Zusatzaufgaben, Technikvarianten oder mit angeleiteten Handlungsketten.


    Anwendungstraining

    hier wird dem Spieler mehr Freiheit gelassen. Er soll die erlernten Techniken situationstypisch, wahrnehmungs- und entscheidungsabhängig auswählen, anpassen und durchführen.


    Wettkampftraining

    Hier kommt dann in Spielformen der Stress hinzu.


    Das in Kurzform. Wer sich damit auseinandersetzen will: hier http://www.vobamooc.de/de/trainingsarten. Sicher nicht nur für Volleyballer interessant sondern auch auf andere Ballsportarten zu übertragen. Wobei sich beim Fußball Anwendungs/Wettkampftraining sofort vermischen. Das ist beim VB natürlich anders

  • Meine Definition für Übung, Wettkampf und Spielform (ich habe es verlinkt, weil es per Copy and Paste immer so groß wurde).


    Aus dem von Goodie angesprochenen MOOC gefällt mir diese Grafik zur Unterscheidung von Technik-, Erwerbs- und Anwendungstraining.


    Auf die Frage von fussballschule_tirol und in Teilen Unterstützung seiner Argumentation gehe ich später noch ein (mir ist die Zeit weggelaufen).

  • fussballschule_tirol folgende Punkte unterstütze ich:

    - Cooper-Lauf bringt für das Fußballspiel nichts - da mache ich lieber einen 12 min. Dribblingsparcours

    - Zur Erholung kann man Ball jonglieren, mit Passtoren arbeiten, Ballgewöhnungsübungen oder Dribbling im Gehen machen (z.B. auf Balleroberung) - es gibt ja unterschiedliche Ermüdungsarten (physisch, psychisch, mental)

    - ich gebe dir auch Recht, dass das Fußballspiel immer mit einem Ball, auf einem genormten Feld, mit 11 Spielern und mit 2 Toren stattfindet und ich deshalb die gleichen Inhalte bei den Profis und Amateuren trainieren kann (ich konzentriere mich hier auf die U23 - im Jugendbereich bin ich nicht ganz bei dir - geringere Spieleranzahl, falscher Standard 7:7, Kinder- vs. Erwachsenentraining usw.)


    Du gibst mir allerdings Recht, dass sich das Training in der Trainingshäufigkeit unterscheidet. Wenn ich die Häufigkeit ansetzte und mit einer Trainingszeit multipliziere (je nach Philosophie zwischen 1-2,5 h), bekomme ich weniger Trainingszeit bei den Amateuren als bei den Profis. Aufgrund der geringeren Zeit werden Inhalte priorisiert (wichtig - nice to have) und unterschiedlich lange durchgeführt bzw. auch wegfallen gelassen. Und genau deshalb meine Fragen in dem Post 30.


    Auch würde ich unterscheiden zwischen Profi (Fußball als Beruf) und Amateur (Fußball als Hobby) in der Trainingsplanung - beim Profi wären bei mir mehr andere Sportarten und fußballfremde Inhalte im Trainingsplan berücksichtigt als beim Amateur (reines Fußballtraining) - z.B. Radfahren als Regeneration beim Profi und Fußball-Tennis beim Amateur. Beim Amateur wäre mein Ansatz so viel wie möglich mit dem Ball und fußballspezifisch und beim Profi will ich den Kopf auch mal auf andere Dinge fokussieren (führt aus meiner Sicht zu mehr geistiger Frische und im Profibereich entscheidet oftmals der Kopf die Spiele und nicht das fußballerische Können).


    Und die Überschrift spricht von einem Saisonvorbereitungsplan - da ist bei einem Amateur evtl. auch eine Urlaubszeit dabei. Das ist für mich auch ein Unterschied zwischen Profi und Amateur v.a. in Bezug auf das Fitnesstraining.

  • Kein Mensch käme je auf die Idee einen coopertest zu machen, um fussballerisch etwas zu verbessern. Der Coopertest dient zur Verbesserung von gar nichts. Der Rest hat aber sehr wohl seine Berechtigung, wenn man den Zustand der Ausdauerfähigkeit festzustellen. Nicht mehr und nicht weniger. Und ob Fußball nun intervallsport ist oder nicht ist dabei auch völlig unerheblich. Denn in allen Sportarten wirkt eine gute Grundlagenausdauer förderlich auf alles. Von egal welcher physis, zu egal welchen psychischen elemente oder wahrnehmung.

    Allerdings eine relevante Frage wäre: kommt man im Fußball ohne wenn Test aus? Denn ich bin mir sicher, egal in welcher Liga, die 12 Minuten rennen, schaden und verschlechtern nichts, aber auch gar nichts, wird dadurch versäumt.

  • Ersatzbank : warum trainiere ich? Ich trainiere, um etwas zu verbessern. Der Cooper-Test verbessert nichts, also brauche ich ihn nicht zu machen. Und auch "Kleinvieh macht Mist" (ein 5er für das Phrasenschwein) - hier 12 min. Cooper-Test, dort 2-3 Waldläufe in der Vorbereitung -> schon sind wir bei ca. 4,5h, ohne Nutzen für das Fußballspiel (es wird nur die Grundlagenausdauer trainiert, aber das kann ich auch auf dem Platz mit Ball machen) -> effizientes Training (wie oben beschrieben, muss ich priorisieren).


    Der Fußball kommt in den unteren Ligen ohne diese Tests aus - zu den Profiligen kann ich nichts sagen, weil mir dort die Erfahrung fehlt.

  • ursalien

    Der Cooper Test sagt einzig und alleine aus, wie viel Meter du in 12 Minuten schaffst. Dieser Test kommt von den Ausdauersportarten wie Halbmarathon etc. und hat im Fußball nichts verloren. Es kommt in 90 Minuten nie vor, dass du 12 Minuten im gleichen Tempo rennst.


    Wenn du schon auf Tests stehst, dann nutz bitte den Shuttle-Run-Test. Dieser ist dem Fußball am ehesten nahe.


    Leider hab ich es am Wochenende etwas stressig, daher folgen meine weiteren Ausführungen zu den vorigen Posts morgen.

  • ursalien : vollkommen korrekt - nur was sagt es in Bezug auf mein Fußballspiel aus, ob ich nun 2700m oder 3500m in der Zeit geschafft habe? Da mache ich lieber fußballspezifische Tests (Zielschuss, Dribblingparcours usw.)

    Das sagt etwas über den körperlichen Fitness-Stand der Spieler aus. Und das ist der Ansatzpunkt, um die Trainingssteuerung zu planen oder zu justieren. Sicherlich ist der Cooper-Test nicht mehr zeitgemäß, fussballschule_tirol hat das bereits angemahnt und den shuttle-run-test ins Spiel gebracht. Ja, völlig korrekt. Dass aber der Cooper-Test Jahrzehnte lang eine hilfreiche Testmethode war, dafür wird er mir hier zu sehr "verteufelt".

  • Das sagt etwas über den körperlichen Fitness-Stand der Spieler aus. Und das ist der Ansatzpunkt, um die Trainingssteuerung zu planen oder zu justieren. Sicherlich ist der Cooper-Test nicht mehr zeitgemäß, fussballschule_tirol hat das bereits angemahnt und den shuttle-run-test ins Spiel gebracht. Ja, völlig korrekt. Dass aber der Cooper-Test Jahrzehnte lang eine hilfreiche Testmethode war, dafür wird er mir hier zu sehr "verteufelt".

    Völlig korrekt, es sagt etwas über den Fitness-Stand der Spieler aus aber in welchem Bezug? Es gibt weder Richtungs- noch Tempowechsel und die sind im Fußball nun immer vorhanden. Weiters hast du auch verschiedene Spielertypen die z.Bsp.: mehr schnellzuckende Muskelfasern haben. Diese werden dadurch mit weniger Sauerstoff versorgt und daher werden diese auch beim Cooper Test schlechter abschneiden als Spieler mit langsamzuckenden Muskelfasern.


    Wenn du dann diese Werte verwendest, wirst du den Spieler mit schnellzuckenden Fasern eher dazu verdonnern, extra "Grundlagenausdauer" zu trainieren als die anderen oder nicht? Sagst du dann auch, dass dieser Spieler nicht fit ist?


    Wenn du dir diese Dinge überlegst, dann wirst du selbst bemerken, dass der Cooper-Test für Fußballer keine Aussagekraft hat. Du kannst ohnehin nicht nur einen Test machen, sondern am besten ist eine Testbatterie wie z.Bsp.: Shuttle-Run, T-Test ohne Ball, T-Test mit Ball. Dann hast du einen Startpunkt. Ich mach jedoch lieber die Zero-Point Tests in Spielformen. Dazu mehr in dem angekündigten Thread, sobald ich die Inhalte sauber strukturiert habe.


    let1612

    Danke für deine Ausführungen, ich sehe wir haben da schon viel gemeinsam.

    Auch im Kinderbereich wird Fußball gespielt, daher auch im Ansatz dieselben Schwerpunkte. Natürlich auch mit allgemeinen Bewegungsaufgaben etc. Wir haben ja in keinem Post noch im Detail über die einzelnen Inhalte gesprochen, sondern nur darum was Trainiert werden sollte. Wie eine Einheit im Detail mit welchen Bausteinen aussieht, kam noch nicht zur Sprache. Das z.Bsp.: im Kinderbereich Allgemein Motorische Bausteine mit einem größeren Prozentsatz vorkommen als im Jugend- und Erwachsenenbereich ist eigentlich logisch. Auch für Laien ;)


    Dass sich die Trainingshäufigkeit unterscheidet, da gebe ich dir vollkommen recht, ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Die Periodisierung ist allerdings Unabhängig vom Niveau, die Inhalte müssen natürlich entsprechend angepasst werden, doch es sind immer dieselben Prinzipien. Urlaubsplanung hat man auch im Profifußball, dass im Amateurbereich dann noch die Urlaube während der Saison hinzukommen, ist eine Schwierigkeit mit der man umgehen können muss und da lautet das Schlagwort "Individuelle Periodisierung".


    Du sprichst jetzt auch von Regeneration, was vorhin im Detail mit den Inhalten nicht zur Sprache gekommen ist. Wenn ich pro Woche mehr Einheiten habe, kann ich die Regeneration auch mit Sportartübergreifenden Dingen wie Radfahren oder Schwimmen machen. Im Amateurbereich fehlt mir natürlich die Zeit, daher werden diese Dinge eher flach fallen und, wie von dir schon angesprochen, mit Fußball-Tennis etc. gemacht. Doch man kann auch extensive Passübungen oder Ballbesitzspiele machen. Bei der Regeneration geht es nämlich darum, die Schadstoffe aus dem Körper zu bringen und da ist ziemlich viel dafür auch fußballspezifisch möglich. Wichtig ist nur, dass man weiß, wann die Regeneration gemacht werden soll/muss um bestmögliche Ergebnisse zu erhalten und das ist der Tag nach dem Spiel.