Saisonvorbereitungsplan Herren Team

  • Hallo,


    ich habe eine U23 übernommen und möchte nun die Sommervorbereitung planen. Kennt jemand da konkrete Literatur oder Trainingspläne? Mir geht es vor Allem um ein stimmiges Fitness und Ausdauer Training. Die Mannschaft spielt im unteren Amateur Bereich.


    Danke

  • bei training-online vom dfb gibt es auch Einheiten für die Ausdauer, Koordination und Schnellkraft. Einfach mal durch klicken. Ich mache in der Vorbereitung für die Grundlagenausdauer gerne Parcours. Später dann die Belastung intensivieren (schnelligkeit) dafür nicht mehr so lange und Taktik und Technik mit einbauen. Eine zusätzliche Einheit auf der Laufbahn mit intervallen und Berglaufen kann man meiner Meinung nach in der Vorbereitung ruhig mit einbauen.

  • Interessant wäre auch das Messen der Leistungen. Letztens gelesen über Unterschiede bei Profis und Amateuren im Spiegel. IV lagen bei 29,3 km/h zu 32,5 in der Spitze. 5. zu 1. Liga. Außerdem deutlich mehr Sprints bei den Profis. Weniger Zeit gebraucht pro Pass und deutlich mehr Pässe mit dem „schwachen“ Fuß.


    Mit Apps lassen sich auch Schussgeschwindigkeit und Ausführung darstellen. Auch Sprungkraft ist in Höhe und Weite leicht messbar.

  • Fitness und Ausdauer sind im Fußball keine unterschiedlichen Dinge sondern gehören zusammen, also wird es auch zusammen trainiert.


    Fitness im Fußball ist ganz einfach: gute Fußballaktionen über 90 Minuten zu absolvieren.


    Was ist eine Fußballaktion?

    1) Kommunikation

    2) Enscheidungsfindung

    3) Ausführung


    Diese 3 Dinge zusammen über 90 Minuten ergeben die Fußballfitness.


    Wie du das Trainieren kannst?

    Mit entsprechenden Spielformen und Belastungs-/Erholungszeit.


    Wo du das findest? Es gibt ein Buch dafür von Raymond Verheijen.


    Periodisierung ist wirklich einfach, wenn man die Prinzipien dahinter versteht.


    Einfach von jemanden einen Saisonplan zu kopieren oder vom DFB zu den Schwerpunkten Einheiten herunterzuladen werden dich nicht weiter bringen. Du möchtest ja DEIN Spiel verbessern und nicht eine Kopie von jemanden sein.


  • Erst einmal wichtig - Ausdauer am Ende des Trainings trainieren, nicht zu Beginn. Sonst kannst du anschließende Technik und Taktik Übungen vergessen. Schnelligkeit hingegen wird zu Beginn des Trainings trainiert!


    Waldläufe, Treppenläufe etc. was man immer wieder gerne hört, trainiert zwar die Ausdauer, aber nicht in dem Sinn wie sie ein Fussballer braucht, kann man mal machen, ist dann aber eher Willenschulung wie Ausdauertraining, Dauerhaft sollte man das keinesfalls machen, wenn man im September noch Trainer sein möchte.


    Lasse deine Spieler viele Spielformen machen in kleinen Gruppen mit geringen Standzeiten, dass ist anstrengend und realitätsnah. Von Zeit zu Zeit steigerst du die Interwalle zwischen Spielform und Pause. Zunächst z.B. 3 Minuten Spielform, dann 1 Minute Pause (welche du natürlich für taktische Hinweise nutzen kannst!), später dann 4 Minute Spielform und nur noch 30 Sekunden Pause als Beispiel!

  • Warum Ausdauer ausschließlich am Ende und Technik / Taktik vor Ausdauer?

    Schnelligkeit am Beginn des Trainings ist auch relativ. Wenn am Samstag ein Spiel hattest, dann macht es beim Montagstraining keinen Sinn Schnelligkeit zu trainieren.

    Warum zerreißt man eigentlich die Begriffe wie Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft in seine Einzelteile und nennt es nicht einfach Fußballfitness? Damit weiß jeder was gemeint ist. Wichtig ist nur, wie ich in einem anderen Beitrag schon erwähnt habe, dass man sich Bewusst wird was eine Fußballaktion ist und wie diese Verbessert wird. Dadurch resultiert dann die Fußballfitness und wie sie zu trainieren ist.

    Auch bei den Belastungs/Pausenzeiten muss man viel detaillierter sein. Es muss am Anfang der Saison der Nullpunkt bestimmt werden auf den dann über die ganze Saison hin aufgebaut wird.

  • Warum zerreißt man eigentlich die Begriffe wie Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft in seine Einzelteile und nennt es nicht einfach Fußballfitness? Damit weiß jeder was gemeint ist. Wichtig ist nur, wie ich in einem anderen Beitrag schon erwähnt habe, dass man sich Bewusst wird was eine Fußballaktion ist und wie diese Verbessert wird. Dadurch resultiert dann die Fußballfitness und wie sie zu trainieren ist.

    Weil ein hoch spezialisiertes Training auf allerhöchstem Niveau die letzten Prozentpunkte Leistung ermöglichen. Das man nur alleine durch Fußball spielen einen Bundesligatauglichen Fitnessstand erreichen kann ist schon längst nicht mehr so.

    Vielmehr muss das was du Fußballfitness nennst durch Kraft- und spezielles Koordination-/Stabilisationstraining ergänzt werden. Wenn du fast jeden Tag trainierst sind auch Dysbalancen in deiner Muskulatur nicht mehr tragbar. Fast jeder Mensch hat die, aber wenn du lange und ohne einseitige Abnutzungserscheinungen/Verletzungen auf hohem Ninveau spielen willst solltest du die raus Trainieren. Das geht jedoch nicht im Fußballtraining.


    Für eine Amateurmannschaft ist es meistens jedoch ausreichend, wenn denn der Wille da ist.

  • ... Und deswegen ist es wichtig, die koordinativ und motorisch anspruchsvolleren Elemente zu machen, wenn man noch nicht so ermüdet ist. Wegen der Verletzungsgefahr. Z. B. Deswegen auch Schnelligkeit und Kraft vor Ausdauer.


  • Die Spieler werden nach einer (harten) Ausdauer-Einheit kaum die Konzentration und Kraft für saubere technische Ausführungen haben und Schnelligkeit sollte man nur in ausgeruhtem Zustand trainieren, sonst ist eine Verbesserung dort kaum möglich, eher steigert das noch die Verletzungsgefahr.

  • 1) Schnelligkeit in voll erholtem Zustand, ich habe auch nichts anderes geschrieben.

    2) Kommt es vor, dass Spieler in der 85 Minute im ermüdeten Zustand auch noch gute Pässe, gute Schüsse, also allgemein Aktionen durchführen sollen? Wäre es dann nicht logisch auch diese Ermüdung im Training zu simulieren?


    Weil ein hoch spezialisiertes Training auf allerhöchstem Niveau die letzten Prozentpunkte Leistung ermöglichen. Das man nur alleine durch Fußball spielen einen Bundesligatauglichen Fitnessstand erreichen kann ist schon längst nicht mehr so.

    Vielmehr muss das was du Fußballfitness nennst durch Kraft- und spezielles Koordination-/Stabilisationstraining ergänzt werden. Wenn du fast jeden Tag trainierst sind auch Dysbalancen in deiner Muskulatur nicht mehr tragbar. Fast jeder Mensch hat die, aber wenn du lange und ohne einseitige Abnutzungserscheinungen/Verletzungen auf hohem Ninveau spielen willst solltest du die raus Trainieren. Das geht jedoch nicht im Fußballtraining.


    Für eine Amateurmannschaft ist es meistens jedoch ausreichend, wenn denn der Wille da ist.

    1) Was versteht man unter hoch spezialisiertem Training?

    2) Wer sagt, dass man nur durch Fußballspielen kein Bundesliganiveau erreichen kann?

    3) Wann findet das "Ausgleichstraining" deiner Meinung nach statt?

    4) Welcher Fußballspieler trainiert jeden Tag?

    5) Wie kann man einseitige Abnutzungserscheinungen/Verletzungen raus trainieren?

  • Nein, ist es nicht. Es mag zwar auch gute Pässe in späten Spielphasen geben, aber die Fehlerquote wird (gerade im Amateurbereich) wesentlich höher.


    Beim Techniktraining geht es ums erlernen, verfeinern etc. der Techniken (je nach Altersklasse), wenn man das im ermüdeten Zustand macht ist die Fehlerquote hier wesentlich höher. Das Gehirn speichert aber leider bei vielen Wiederholungen diese fehlerhaften Prozesse ab - dann bekommen deine Spieler irgendwann auch im ausgeruhten Zustand keine saubere Technik mehr Zustande.

  • Man kann die Spieler auch mal erschöpft trainieren lassen. Sogar die meisten.

    Das sind aber coaching Themen wie Entscheidungsfindung etc...

    Wenn es um Technik geht, dann ist das in Zustand der erschöpfung eher ein benchmark-test.

  • Nein, ist es nicht. Es mag zwar auch gute Pässe in späten Spielphasen geben, aber die Fehlerquote wird (gerade im Amateurbereich) wesentlich höher.


    Beim Techniktraining geht es ums erlernen, verfeinern etc. der Techniken (je nach Altersklasse), wenn man das im ermüdeten Zustand macht ist die Fehlerquote hier wesentlich höher. Das Gehirn speichert aber leider bei vielen Wiederholungen diese fehlerhaften Prozesse ab - dann bekommen deine Spieler irgendwann auch im ausgeruhten Zustand keine saubere Technik mehr Zustande.

    Worauf bezieht sich das "Nein, ist es nicht."?

    Im Thread geht es um die Saisonvorbereitung einer U23 und dann müssen wir auch über diesen Kontext sprechen. In einer U23 werden keine neuen Techniken erlernt, sondern nur noch angewendet und das unter maximalem Druck und unter Ermüdung.


    Im Kinderbereich ist es natürlich anders, doch auch hier kann unter anderem auch ab und an im ermüdeten Zustand ein Techniktraining durchgeführt werden. Was spricht dagegen beim Schwerpunkt Dribbling am Ende so schnell wie möglich durch einen Hüchtchenparcours zu laufen? Es kann sogar förderlich sein, denn das Gehirn und der Körper passen sich entsprechend an. Wenn ich im Training nicht in eine entsprechende Situation komme, kann es mich im Spiel überraschen.

    Auch ist es meist nicht die Technik die versagt, sondern die Entscheidungsfindung. Und das ist natürlich auf den ermüdeten Zustand zurückzuführen. Weil im ermüdeten Zustand denkt es sich wesentlich schlechter. Hier muss das Gehirn bzw. das Denken darauf hin überladen werden, dass ich auch in der 90+ Minute noch gute Entscheidungen treffen kann.

    Die Frage ist auch, was ist gute Technik und wie wird sie trainiert? Technik ist nämlich in der Hierarchie einer Fußballaktion am unteren Ende. Davor befindet sich noch Entscheidungsfindung und Kommunikation. Wenn also der Pass nicht ankommt, heißt das nicht zwingend, dass es eine weniger gute Technik ist => What you see is all there is => Ein Problem mit dem wir Coaches ständig umgehen müssen.

  • Cool, du kennst Kahnemann! Wysiati erscheint mir aber hier der falsche Ansatz. Das Thema Wahrnehmung ist in Thread noch nicht erwähnt worden. Weiter oben definierst du Fußballaktionen in drei Schritten. Eigentlich gehört da noch die wahrnehmung als Stufe 4 vorgelagert.

    Kann man halt wohl je nach konzept anders betrachten.

    Und grade die Wahrnehmung in den unterschiedlichen Fokussierungen (innen/außen/Fokus/weit) sind Punkte die bei mangelnder Sauerstoff Versorgung trainiert werden. Das muss aber dann auch der einzige coaching Punkt sein. Und das ist für unbedarfte Trainer schwer - man muss dann eben den nahe liegenden Kram weglassen beim coaching und nur das mentale erwähnen. (bitte: niemand soll sich da jetzt direkt angesprochen fühlen! )

    Aber keine z. B. maximalkraft. Das ist einfach zu gefährlich.

  • Kommunikation = Wahrnehmung -> Hätte ich gleich so schreiben sollen, dann wär es klarer gewesen.


    Warum ist Wysati der falsche Ansatz? Als Coach siehst du nur die Ausführung, du kannst nämlich im Spiel unmöglich jeden Spieler immer Fragen was er gerade machen wollte, außer du hättest jeden Spieler mit Funk verkabelt.


    Man muss natürlich auch definieren was man Überladen/Coachen will. Kommunikation, Entscheidungsfindung, Ausführung oder Fitness. Doch das setze ich von einem Trainer voraus. Egal auf welchem Level er trainiert.


    Man muss jedes Training im Fußballkontext (Kommunikation, Entscheidungsfindung, Ausführung und Fitness) gestalten, Passübungen, Positionsspiele, Ballhalten, taktische Spielformen. Es gibt also kein "Ausdauertraining", "Techniktraining" oder "Schnelligkeitstraining" im Fußball. Diese Begriffe sind zu allgemein und beziehen sich oft auf andere Sportarten.


    Man muss sich nur Fragen was der unterschied zwischen Amateurbereich und Champions League bezogen auf das Spiel ist. Dann kann man ableiten was und wie trainiert werden muss.

  • Auch im Herrenbereich geht es aus meiner Sicht nur um's verfeinern und festigen von Techniken, wenn sicherlich auch nicht mehr ums erlernen. Das man dies auch unter Gegnerdruck trainieren kann, habe ich nie bezweifelt.


    Es ist aber (unabhängig vom Alter) aus meiner Sicht nicht sinnvoll eine Ausdauereinheit, bzw. einen Ausdauerteil am Anfang des Trainings zu machen, so sind alle folgenden Üben kaum noch perfekt auszuführen, sieht halt anders aus, wenn man die Ausdauer am Ende macht. Es ist auch ein Unterschied ob man einen Dribblingparcour läuft und dort am Ende erschöpft ist, oder ob man 30-40 Minuten Ausdauert trainiert und erst dann den Dribblingparcour absolviert.

  • Eben.. aus deiner Sicht => deine eigenen Erfahrungen und subjektiven Beobachtungen.

    Objektiv gesehen (Spiel als Basis) ist es durchaus sinnvoll auch im ermüdeten Zustand z.Bsp.: einen Dribbelparcours zu absolvieren um das Gehirn im Denken (Ich bin müde oder Ich schaff das) zu überladen.

    Ausdauer hast du in jedem Training, auch wenn es dann nicht der Schwerpunkt ist. Hinzu kommt noch, dass man definieren muss, was Ausdauer im Fußball bedeutet.

  • 1) Was versteht man unter hoch spezialisiertem Training?

    2) Wer sagt, dass man nur durch Fußballspielen kein Bundesliganiveau erreichen kann?


    3) Wann findet das "Ausgleichstraining" deiner Meinung nach statt?

    4) Welcher Fußballspieler trainiert jeden Tag?

    5) Wie kann man einseitige Abnutzungserscheinungen/Verletzungen raus trainieren?

    zu 1.) Besonders individualisiertes Training. Auch im konditionellen Bereich werden Stärken- und Schwächen-Profile erstellt und an denen muss/sollte der Profi außerhalb des Mannschaftstrainings mit Individualtrainern arbeiten.


    zu 2.) Ich


    zu 3) z.B. zwischen dem Training um 10 Uhr und dem zweiten Training um 15 Uhr oder an speziellen Tagen. Außerhalb des Mannschaftstrainings.


    zu 4.) Der Trainingsplan der meisten Bundesligisten sieht einen freien Tag vor. An den anderen Tagen wird entweder gespielt oder 1-2-mal trainiert. Hier kannst du dir mal den Plan der Eintracht Frankfurt aus der letzten Saison anschauen.


    zu 5.) Das bezieht sich nicht auf die Verletzungen und Verschleiß, sondern auf die Muskeldysbalancen. Die kann man raus trainieren.



  • 1) Zwischen den Einheiten wird nochmals Trainiert. Wo ist hier der Sinn für die Verbesserung des Spielers im Bezug auf seine Fußballaktionen?

    2) Subjektivität ist im Fußball fehl am Platz, wenn es um das Training geht.
    3) Sinn von 2 Einheiten am Tag im Bezug auf die Verbesserung des Spiels?

    4) Nur weil ein Bundesligist so trainiert, heißt es nicht, dass es gut ist.

    5) Wenn Dysbalancen vorhanden sind, dann wurde bereits im Aufbautraining in der Jugend falsch gearbeitet. Klar, sollte man versuchen diese zu mindern - gezielt und geplant und individuell => Individuelle Periodisierung innerhalb der Teamperiodisierung.