Rotation beim Kinderfussball

  • In unserer U8 ist an Positionen noch nicht wirklich zu denken. Die Kinder laufen im Spiel immer wieder auf ihre Lieblingspositionen. Vorallem die, die lieber hinten spielen, gehen immer wieder zurück. Wir haben nur zwei Kinder die dererlei Vorgaben umsetzen können.
    Mal in die Runde gefragt: ab wann hat das bei euch etwas besser geklappt?

    Wir haben zwei U8 Mannschaften. Eine mit den spielstarken und eine mit den nicht ganz so spielstarken Kindern.

    Bei den spielstarken Kindern gibt es seit Anfang des Jahres Rotation (auch innerhalb des Spiels) und es funktioniert sehr gut.

    Bei der zweiten Mannschaft werden wir es im Frühjahr einführen - sie wären aktuell noch überfordert gewesen.

  • Wir haben zwei U8 Mannschaften. Eine mit den spielstarken und eine mit den nicht ganz so spielstarken Kindern.

    Bei den spielstarken Kindern gibt es seit Anfang des Jahres Rotation (auch innerhalb des Spiels) und es funktioniert sehr gut.

    Bei der zweiten Mannschaft werden wir es im Frühjahr einführen - sie wären aktuell noch überfordert gewesen.

    Wenn ihr innerhalb des Spiels routiert, bedeutet das ja ihr spielt schon Positionen. Da bin ich doch wieder verblüfft wie weit entfernt wir von anderen Manschaften sind. Das bedeutet ja auch das die Spieler schon einen freien Spieler sehen und diesem den Ball zuspielen. Ansonsten machen Positionen ja garkeinen richtigen Sinn!? Oder bin ich auf dem Holzweg?


    Wir sind noch an den Grundtechniken und dem 1vs1, 2vs1, 2vs2 und alles was mit Zweikampf und Aktivität zu tun hat. Ein Passspiel oder Laufwege trainieren wir noch garnicht, daher empfand ich auch die Position im Spiel als hinfällig.


    Würde mich mal interessieren wie ihr das auch coached. Vielleicht hilft uns das ja etwas, da wir es ohnehin sehr schwer haben. Teilt ihr jedem Kind dann einen Bereich von Spielfeld zu? Sollen die Kinder bei Überzahl des Gegners aus dem Sturm mit zurück kommen? Darf der Verteidiger nach vorne aber es muss mindestens einer hinten bleiben? Wie coached ihr das?

  • Von dfb.de gibt es dazu diesen Artikel - für Eltern, die Institutionen glauben ;)

    Dann bin ich immer wieder verwundert, dass zum einen zwar gesagt wird, dass man allen Spielern die gleiche Spielzeit gibt, man aber die Frage zur Rotation stellt. Mathematisch muss ich bei gleicher Spielzeit für alle rotieren - höchstens ich wechsele einmal komplett oder kann mir das einer erklären?


    A(ni)mateur : wenn du ein Spiel im F-Jugendbereich ergebnisorientiert bestreiten willst, dann machen Positionen Sinn :( - z.B. "stelle" min. 2 Verteidiger an den Strafraum um Angriffe des Gegners abzuwehren. Gebe diesen Verteidigern noch den Auftrag die Bälle nur wegzuschießen - am besten ins Aus. Bis wieder etwas sinnvolles passiert, sind deine 1-2 guten Spieler wieder da und regeln es. ;)


    Ich weigere mich z.B. die Jugend meiner Tochter zu coachen (jetzt 1. Jahr E-Jugend). Da bekomme ich Aussagen vom Verteidiger bzw. Stürmer ("ich darf nicht über die Mittellinie"). Auch "ein Einwurf muss die Linie entlang nach vorne gespielt werden", "ich habe doch den Ball ins Aus geschossen und den Zweikampf gewonnen", "als Verteidiger schieße ich den Ball nach vorne und die Stürmer machen die Tore" - einfache Regeln, die ein Kind gut befolgen kann und im Kinderfußball erfolgreich sind. Nur für mich ist das leider nicht Kinderfußball geschweige denn Fußball.


    Was mich hier ein bisschen stört ist, dass ein Positionsspiel auf einer Position hier so verteufelt wird. Es hat aus meiner Sicht ganz sicher auch ein paar Vorteile für die Kinder gegenüber der Rotation - Routine, eins nach dem anderen, usw. Und es ist ja nicht so, dass man sein ganzes Leben auf diese Position fixiert ist. Ich kann euch viele Profis nennen, die lange Zeit im Kinderbereich nur eine Position begleitet haben und nachher über andere Positionen Profi wurden.

  • Let1612 warum Positionstreue hier " verteufelt" wird hängt mit deinen eigenen Beobachtungen zusammen. Warum spielen Kinder häufig auf festen Positionen und welchen Auftrag haben sie.

    Die stärksten Spieler spielen im Zentrum. Die schwächeren auf den defensiven Aussenpositionen?

    Auftrag wenig Fehler zu machen. Ergebnis: Gebolze nach vorne oder ins Seitenaus.

    Reduzierung auf Zerstörung der gegnerischen Angriffe.

    Folgen: Weniger Gegentore oder Siege werden als Weiterentwicklung der Mannschaft gewertet, obwohl die individuelle Entwicklung Teile der Mannschaft eher geopfert wird.


    Sicherlich kann ich dem einzelnem Spieler durch eine gewisse Positionstreue auch Sicherheit und Selbstvertrauen vermitteln, es gibt unzweifelhaft eine individuelle Neigung der Kinder zu gewissen Positionen.

    Eine starre Rotation wird nicht zwangsläufig die erforderliche Flexibilität vermitteln, sondern kann auch durch langsameres Heranführen vermittelt werden.


    Wesentlicher ist für alle Positionen zu starre Vorgaben zu vermeiden und Fehler zuzulassen.

    Alle Greifen an und alle verteidigen, beinhaltet für mich kein Verbot einer räumlichen Aufstellung und Grundordnung der Mannschaft. Aber Verteidiger die nicht in der Lage sind ein Dribbling zu gewinnen und angebliche Kernstürmer die keine defensiven Zweikampf gewinnen können, braucht später kein Mensch.



    Maßgeblich ist ob nach Ende der D Jugend allen Kinder die erforderliche individualtaktische Flexibilität vermittelt wurde.

  • Wie erwähnt rotieren wir...könnte aber mehr sein...so ehrlich bin ich.


    Wir spielen 7 gegen 7, so dass es bei uns keine defensiven Außen gibt.

    Wenn ich aber die Defensivaufgaben allgemein betrachte, dann sehe ich da immer mindestens einen, eher zwei spielstarke Spieler.

    Die sollen ja nicht nur verteidigen, sondern im Idealfall durch einen defensiv wie offensiv gewonnenen Zweikampf das Spiel nach vorne tragen, je nach Spieloptionen durch ein Dribbling oder einen Pass, (im Zweifelsfalle egal in welche Richtung und ggf. geht das auch Mal in die Hose keine Frage).

    Der Stürmer ist doch gleichzeitig auch der erste Verteidiger auf dem Platz, der den Ball jagen soll/muss.


    Bei aller Zustimmung und eigener Umsetzung der Rotation, ich weiß nicht, ob man in diesen Stereotypen denken muss, wenn man z. B. über die Position des Verteidigers sinniert.


    Ich denke, im Wesentlichen kommt es darauf an, wie ich als Trainer den Kindern kommuniziere, was die jeweilige Position für Optionen bietet und wie sie diese nutzen können.

  • Weil diese Stereotypen in der Realität Kreisklasse und Kreisliga in den älteren Jahrgängen domInieren. Bereits in der F Jugend werden häufig 2 Verteidiger auf der 16 Linie geparkt.

    In der Regel wird ein 2-3-1 gespielt. Zwei festgelegte Verteidiger und ein " Kernstürmer".

    3-3 wäre sinnvoller. Später 3-4-1 mit mehr oder weniger festgelegten Positionen über die gesamte Saison. Wenn bei euch rotiert wird und eine Philosophie des gemeinsamen offensiven und defensiven Spiels gelebt wird meine Anerkennung!

    Die Realität sieht leider anderst aus.

  • Unser Ausbilder im Trainerkurs hatte intensiv darauf hingewiesen, dass Bambinis Verschieben in Reinstform betreiben und man das doch bitte auf keinen Fall durch Festwurzeln von Abwehrspielern torpedieren soll! Alle greifen an, alle wehren ab. Ok, auf sehr sehr engem Raum aber intuitiv richtig.


    In der F schulen wir nun, den vorhandenen Raum besser auszunutzen. Wir verlassen uns bisher auf die "Ordnung" die sich von selber ergibt. Wir sagen zwar vorher, wer Abwehr und wer Sturm ist, da wir aber noch ziemlich wild wechseln, ist das u.U. im Spiel schnell vergessen. Wie gesagt: beim Wechseln muss der runter, der aufhört mitzumachen. (Aktivität)

    Wenn ich eure Erfahrungen so lese, werden wir das Thema erst im Altjahrgang F-Jugend aufnehmen. Wir haben einfach noch zu viele andere Baustellen.

  • In der Regel wird ein 2-3-1 gespielt. Zwei festgelegte Verteidiger und ein " Kernstürmer".

    3-3 wäre sinnvoller.

    Also mit 2-3-1 hatte ich es anfangs versucht, aber habe schnell gemerkt das die Jungs zu unsicher sind, weil auch gerne mal der "Stürmer" meint nicht mit nach hinten laufen zu müssen und lieber vorne gaaaanz allein wartet bis mal ein Ball vorne ankommt. Mittlerweile spiele ich nur noch 3-3 und siehe da, die Kinder selbst sind sicherer geworden, der sogenantne Stürmer muss auch mal laufen und sich anbieten etc, seit dem läuft es ganz gut bei uns.

  • Wir sind jetzt ja in der E-Jugend (Jungjahrgang), da haut ein 3 - 3 meiner Meinung nach nur noch bedingt hin, weil das Spielfeld einfach unglaublich in die Länge gezogen wird.


    ABER:

    Wir haben bereits in der F-Jugend dieses System gespielt und das hat auch weitestgehend gut geklappt.

    Ich meine, ich muss unabhängig vom System den Kindern auch mal was zutrauen und dann den defensiven Spieler auch ermutigen, ins Dribbling zu gehen, auch den Stürmer erlauben, bis hinter die Mittellinie zu laufen (sorry ich weiß mich nicht besser auszudrücken).

    Wenn das nicht klappt und die "Aktivität" ausbleibt, dann geht es aber zackig ab ins Mittelfeld oder in die Abwehr.


    Sicher gibt es Teams, da steht der Stürmer meistens 10-15 Meter vor dem gegnerischen Tor und wartet auf den Ball.

    Und was passiert dann später in der D-Jugend? Genau: Wir laufen fleißig ins Abseits.


    Aber wir schweifen ab vom Thema Rotation hin zum Thema System...sorry mein Fehler...

  • In der Regel wird ein 2-3-1 gespielt. Zwei festgelegte Verteidiger und ein " Kernstürmer".


    Ich denke, im Wesentlichen kommt es darauf an, wie ich als Trainer den Kindern kommuniziere, was die jeweilige Position für Optionen bietet und wie sie diese nutzen können.

    Densen hat es doch schon passend zusammengefasst. Deswegen würde ich das nicht verallgemeinern.

    Wir spielen auch ein 2-3-1. Allerdings ist es für meine Spieler nicht mehr als eine Grundordnung bei Anstoß oder bei Spieleröffnung durch unseren oder den gegnerischen Torhüter. Es soll den Spielern doch nur ab und zu ins Gedächtnis rufen das komplette Spielfeld zu nutzen um sich räumlich nicht einzuschränken. Wo sie sich während eines Angriffs oder beim Verteidigen aufhalten sollten, müssen die Spieler letztlich selbst herausfinden.

    Ein 3-3 hat bei uns nie funktioniert. Unsere Spieler haben es mit den 3 hinten und 3 vorne immer zu wörtlich genommen.

  • Wenn ihr innerhalb des Spiels routiert, bedeutet das ja ihr spielt schon Positionen. Da bin ich doch wieder verblüfft wie weit entfernt wir von anderen Manschaften sind. Das bedeutet ja auch das die Spieler schon einen freien Spieler sehen und diesem den Ball zuspielen. Ansonsten machen Positionen ja garkeinen richtigen Sinn!? Oder bin ich auf dem Holzweg?

    Ja, wir spielen schon mit Positionen (4+1)

    TW

    RV LV

    RS LS


    Einige Kinder sehen schon den freien Spieler, die Mehrzahl allerdings nicht!

    Aus unserer Sicht machen die Positionen schon Sinn, da ansonsten alle kreuz und quer durcheinander laufen und nur Rudelfußball gespielt wird. Wir spielen in der höchsten Spielklasse und unsere Gegner sind bezüglich Passspiel schon wesentlich weiter als wir. Alle Mannschaften in unserer Liga spielen mehr oder weniger mit Positionen. Wir müssen uns nach der Decke strecken!

    Wir sind noch an den Grundtechniken und dem 1vs1, 2vs1, 2vs2 und alles was mit Zweikampf und Aktivität zu tun hat. Ein Passspiel oder Laufwege trainieren wir noch garnicht, daher empfand ich auch die Position im Spiel als hinfällig.

    Wir trainieren auch noch keine Pass bzw. Laufwege! Wir spielen viel Funino bzw. "üben" spielerisch 2 vs 1 bzw. 2 vs 2.


    Würde mich mal interessieren wie ihr das auch coached. Vielleicht hilft uns das ja etwas, da wir es ohnehin sehr schwer haben. Teilt ihr jedem Kind dann einen Bereich von Spielfeld zu? Sollen die Kinder bei Überzahl des Gegners aus dem Sturm mit zurück kommen? Darf der Verteidiger nach vorne aber es muss mindestens einer hinten bleiben? Wie coached ihr das?

    Jedes Kind bekommt vor Spielbeginn eine Seite zugeteilt (Links oder Rechts).

    TW

    RV LV 1. Block

    RS LS 2. Block

    3. Block pausiert.


    Es wird nach vorne rotiert!

    Nach 7 Minuten: 3. Block werden Verteidiger, 1. Block werden Stürmer, 2. Block pausiert.

    Nach weiteren 7 Minuten: 2. Block werden Verteidiger, 3. Block werden Stürmer, 1 Block pausiert.

    TW wird in der Halbzeit gewechselt.


    So machen wir das bei den spielstärkeren Kindern.

    Bei der zweiten Mannschaft (den schwächeren Kindern), spielen diese meist das gesamte Match nur Verteidiger oder nur Stürmer. Sie sind mit der Rotation noch überfodert. Ab dem Frühjahr möchten wir auch bei der zweiten Mannschaft die Rotation einführen.


    Trotz Postionen gilt : Alle verteidigen und alle greifen an! Kein Verteidiger bleibt stehen und bewacht die Gänseblümchen!! Die Verteidiger haben jedoch die Aufgabe nicht beide blind nach vorne zu laufen! Beide Verteidger dürfen und sollen auch zeitgleich in die gegnerische Hälfte, allerdings soll einer nach hinten absichern (letzter Mann).