Körpereinsatz im Kinderfußball

  • Hallo.
    Mich beschäftigt seit geraumer der Zeit das Thema Körpereinsatz. Und es betrifft aktuell das Thema F-Jugend. Aufgefallen ist es mir im Winter als in der Halle besonders die Leistungsorientierten Teams extrem viel mit Armen und Körper schoben und drückten. Ich hatte den Eindruck die Trainer forderten das. Ganz zu Beginn der Saison habe ich dazu auch mal Übungen in einer Trainingseinheit gemacht, dann ist das Thema aber aufgrund anderer Fokussierung hinten runter gefallen. Nun habe ich in fast allen Spielen bemerkt, dass wir zwar meist geileren Fussball spielen, aber selbst gegen Mannschaften die Kilogramm- und Zentimetertechnisch weniger mitbringen ziehen wir meiner Meinung nach zu oft den kürzeren.
    Nun habe ich zwar diesen Thread gefunden, der das Thema behandelt: <a href="https://www.trainertalk.de/fussballtrainer/thread/6386-zweikampfverhalten-wettkampfh%C3%A4rte/?postID=93772#post93772">Zweikampfverhalten, Wettkampfhärte</a> jedoch aus C-Jugend Sicht.


    Aus diesem thread habe ich 3 Impulse mitgenommen bisher:

    • In kleinen Quadraten Ball halten.
    • Raupe"
    • American Football.

    Da das Thema 1:1 in der F ein zentrales Thema ist, würde ich gerne eure Meinungen hören wie ihr das mit dem Körpereinsatze seht und was und wie ihr trainieren würdet.

  • Puh, ich sehe das mit geteilter Meinung:


    Einerseits:


    Ich mag es nicht wirklich, wenn die Kinder in der F-Jugend zuviel Körpereinsatz spielen. Oder besser gesagt, dass was sie als Körpereinsatz interpretieren. Da wird eher mit den Armen geschubst als alles andere. Ich habe einen Jungen, der beim NLZ zum Probetraining war und der Trainer hat ein bisschen das fehlende körperliche bemängelt, danach hat der Junge angefangen "Körperbetonter" zu spielen, was am Ende eher ein weg schubsen vom Gegner ist.
    Ein anderer junge benutzt auch immer die Arme wenn der Gegner gleich schnell ist und drückt ihn dabei weg.
    Ich mag es aus dem Grund nicht, weil die Kinder in FP-Liga da irgendwie mit durchkommen. Die Gefahr ist sicher da, dass die Kinder dass dann als "legtitim" abtun und sich das angewöhnen.


    Andererseits:


    Ein großes Problem ist, wenn die Kinder nicht richtig "rangehen" wenn der Gegner ein bisschen robuster ist. Solche habe ich auch. Die springen dann immer nur weg. Was mich persönlich auch etwas ärgert.


    Fazit:
    Wenn man es den Kindern in dem Alter bewusst zeigen will, dann muss man das wohl richtig machen und aufpassen, dass sich da nicht fascher Körpereinsatz einschleicht.
    Ich trainiere es nicht, weil ich in der F andere "fußabllerische" Dinge eher im Fokus habe. Wenn sich jemand gar nicht rantraut, dann sage ich schonmal dass er keine Angst haben braucht und wenn jemand unfair ist, dann weise ich auch darauf hin oder bestehe auf eine Freistoß für den Gegner.

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Was ist den Körpereinsatz?
    Ich fordere z.B. dass sie ihren Körper zwischen Gegner und Ball stellen oder den Ball mit dem Gegner entfernten Fuß führen, dass der Körper dazwischen ist.


    Auf Schieben, Drücken, Rempeln verzichte ich, weil es schnell zu schubsen und einem Foulspiel wird. Körperkontakt gibt es aber im Training - damit kann man ja auch Gleichgewicht, Koordination usw. schulen.


    Kleine Anekdote vom Wochenende: Ich war Schiedsrichter bei einem G-Jugendspiel und bei einem Eckball gab es ein Kräftemessen zweier Kinder (Ball war noch nicht im Spiel) - ich habe keine Ahnung, wie es zu solch einem Verhalten kommen kann - ich bin dann zu den beiden hin und habe ihnen gesagt, dass dies hier ein Fußballspiel ist und wenn sie Ringen möchten, sollten sie zum Ringen gehen.

  • @Goncare und @let1612: Genau. Wir sind ganz nah beieinander. Der Auslöser das von mir in den letzten Monaten bemerkte gerade heute tatsächlich als Thread hier zu diskutieren, kam daher, dass wir am Wochenende gegen ein Team gespielt haben, das hervorragend mit dem Körper gearbeitet hat ohne zu schubsen und ohne zu foulen (1:1 übrigens - 2 Teams absolut auf Augenhöhe. Immer Fair und hat viel Freude gemacht). Ich fand das ziemlich geil und habe darüber nachgedacht, um den Bezug zur F-Jugend mit dem Schwerpunkt 1:1 herzustellen und hinterfragt, wie/was und ob überhaupt ich das im Training einbauen sollte. Die anderen sind keine Übermannschaft gewesen, sondern ganz normaler Breitensport wie wir mit ganz normalen Jungs. Und so wie ich das sehe scheinen die Kinder schon zu verstehen wie Körpereinsatz fair gespielt werden kann.


    ...


    Fazit:
    Wenn man es den Kindern in dem Alter bewusst zeigen will, dann muss man das wohl richtig machen und aufpassen, dass sich da nicht fascher Körpereinsatz einschleicht.
    ..

    Darum geht es: was wäre falsch? was wäre richtig?

  • Ich finde Festhalten und Schubsen sind nicht Teil des Fussballs. Sie machen das Spiel unattraktiv und unfair. Gerne kann man mit dem Oberkörper arbeiten, aber die Hände und Ellbogen gehören nicht dazu.
    Wenn ein Spieler vorbei ist, ist er vorbei. Wenn in NLZs oder leistungsorientierten Mannschaften das anders gesehen wird, dann führen diese ihre eigenen Prinzipien ad absurdum.



    Als seltener Hilfs-Schiedsrichter bei Spielen war meine Ansage vor dem Spiel : Lasst die Hände in den Taschen, wenn ihr nicht Torhüter seid.


    Generell sind die Schiedsrichter zu nachgiebig bei solchen Vergehen, der Spieler sollte für sein Foul so hart bestraft werden, dass der vermeintliche Vorteil zum klaren Nachteil wird - aber man sieht auch nicht alles als Einzel-Schiri. Schön wäre es, wenn die Video-Scheidsrichter in der Bundesliga ein Auge auf solche Aktionen haben und damit die Profis wieder ihrer auch Vorbildfunktion nachkommen.

  • Wir machen auch gezielt derartige Rangelübungen und sind sehr sehr streng damit, dass die Hände aus dem Spiel bleiben. Warum? Weil wir der Meinung sind, die Kinder so auch zu schützen. Wenn sie dies kennen und können, dann werden sie von den unfair schubsenden Kindern zumindest nicht "niedergemäht".
    Ähnlich der Übung von Siebener gibts bei uns auch Varianten, wo die Kinder im Lauf Schulter an Schulter den anderen wegdrücken sollen.
    Schieben ja, schubsen nein!


    Blöd sieht das immer aus, wenn der große Kräftige gegen einen kleinen Zwuckel zur Sache geht...

  • Wir machen auch gezielt derartige Rangelübungen und sind sehr sehr streng damit, dass die Hände aus dem Spiel bleiben. Warum? Weil wir der Meinung sind, die Kinder so auch zu schützen. Wenn sie dies kennen und können, dann werden sie von den unfair schubsenden Kindern zumindest nicht "niedergemäht".
    Ähnlich der Übung von Siebener gibts bei uns auch Varianten, wo die Kinder im Lauf Schulter an Schulter den anderen wegdrücken sollen.
    Schieben ja, schubsen nein!


    Blöd sieht das immer aus, wenn der große Kräftige gegen einen kleinen Zwuckel zur Sache geht...

    Hallo Goodie,


    mich würden deine Rangelübungen interessieren.
    Ich habe einige Kinder, die Angst vor Zweikämpfen haben. Spielerisch ist das sehr ansehnlich. Aber gegen körperlich stärkere wird nicht gegen gehalten.
    Wäre prima ihnen die Scheu zu nehmen

  • Hallo Goodie,
    mich würden deine Rangelübungen interessieren.
    Ich habe einige Kinder, die Angst vor Zweikämpfen haben. Spielerisch ist das sehr ansehnlich. Aber gegen körperlich stärkere wird nicht gegen gehalten.
    Wäre prima ihnen die Scheu zu nehmen

    Davon ausgehend, dass einige Kinder keine Brüder zum Rangeln haben :whistling: , muss so mancher den Körperkontakt an sich erstmal kennenlernen.
    daher zum Teil ganz simple Sachen...

    • die Kinder hüpfen auf einem Bein und sollen versuchen, den anderen durch Schulterdrücken aus der Balance zu bekommen. Jeder hat 5 Leben und verliert eins, wenn das zweite Bein auf den Boden musste.
    • zwei Kinder harken Rücken an Rücken mit beiden Armen ein und versuchen sich abwechselnd hochzuheben
    • zwei Kinder greifen sich an den Oberarmen und versuchen den anderen über eine Linie zu schieben
    • zwei Kinder stehen Rücken an Rücken und versuchen sich gegenseitig über eine Linie zu schieben.
    • zwei Teams stehen sich im Vierfüßlergang gegenüber, auf ein Kommando greifen sie sich gegenseitig an und versuchen sich gegenseitig umzuschubsen.
    • je zwei Kinder bekommen einen Bierdeckel zwischen die Schultern und sollen damit eine Strecke laufen. (weitere Durchgänge mit Ball zusammen bzw. gegeneinander und ggf. Torschuss)
    • in einem schmalen Korridor laufen zwei Kinder und versuchen sich gegenseitig aus der Bahn zu schieben (Schulterkontakt, perfekt wenn man noch ne Laufbahn am Platz hat)
    • und diese verlinkte Übung in leicht abgewandelter Form
    • noch nicht versucht weil mir die Kinder dafür noch zu ungeschickt sind: zwei Spieler laufen nebeneinander, auf ein Kommando stoßen sie sich gegenseitig mit den Schultern ab, drehen um 180° und sprinten zurück. Der Sieger bekommt einen Punkt
  • Wenn ich so mitlese überkommen mich...bei den Antworten die ich mir dazu gebe....folgende Fragen:


    Wieso ist es wichtig, gegen ein robuster spielendes Team angepasster zu spielen.


    Wem ist das wichtig?


    Was beinhaltet Zweikampf im F-Alter....danach...überhaupt,...gibts überhaupt Unterschiede ?


    Gibt es Zweikampfunterschiede? Wenn ja, benenne sie konkret.


    Was beinhaltet das Thema "taktisches 1:1 in der Defensive"?


    Ab welcher Altersgruppe ist das sinnvoll?


    Wo liegt der Unterschied des taktischen 1 gegen 1 defensiv zum Zweikampfverhalten konkret?


    Wenn ich "nur" das Zweikampfverhalten Schulen will....wie macht man das/was beinhaltet das/was macht man/wich macht man....bis...auf was verzichtet man/gehört nicht....nicht mehr dazu?

  • ich finde das ganz einfach: beim Fairplay-Modus sollen die Kinder selber entscheiden. Wenn ein Kind bisher überhaupt noch nicht angeleitet wurde, welcher Körpereinsatz ok ist und welcher nicht, wie sollen sich die Kinder dann gegen schubsende Kinder zur Wehr setzen?
    Daher sollen die Kinder rangeln und wissen, wie es sich anfühlt, weggedrückt zu werden in Abgrenzung zu der Hand die einen schubst.

  • Ich finde die Fragen von @Andre führen in die richtige Richtung. Denn irgendwie sollen Kinder in der F das 1:1 suchen und dribbeln, aber irgendwie scheuen wir uns - vielleicht zu recht - davor den Körpereinsatz zu schulen. Irgendwas ist da für mich unstimmig.
    und ( @Leverkusener ) niemand redet hier davon regelwidriges zu schulen, ich weiß deinen Beitrag nicht wirklich einzuordnen. Es hat doch niemand irgendwo geschrieben das wir den Kindern festhalten und schubsen beibringen wollen.

  • Ich finde, das jeder verantwortliche Trainer mit Durst auf Wissen sich die Frage beantworten sollte, was den Zweikampf im Fußball ausmacht. Ich äussere meine Gedanken mal so und sage direkt, dass das halt meine Meinung ist:


    Denke ich, dass man - um sich die Frage beantworten zu können - zunächst eigentlich mal wissen sollte, was und wie man den Zweikampf gestaltet und wie weit Zweikampf geht...der hört nämlich auf, wenn der Schiri pfeifft.


    Genau Letzteres ist noch ein Aspekt...der Schiedsrichter. Dieser ist in der F oftmals ein Elternteil oder ein unerfahrener Trainer, der bis zum Auftakt als Trainer, nie mit dem Fussball zu tun hatte. Das wiederum bedeutet, dass Pfiffe zum Faul entweder nicht, zu spät oder zu früh kommen. Will man das nun ausnutzen als Trainer und hier "Kämpfen" im wahrsten Sinne des Wortes als körperliche Härte trainieren um so das letzte aus der Zitrone herauszuholen oder seiner Verantwortung nachkommen ?


    Ich schlüssel den Zweikampf mal aus meiner Sicht auf. Es ist für mich irgendwo eine individuelle Aufgabe zwischen einem Ballführenden der den Ball behaupten will und/oder einem Ballerobernden, der stören will bis den Ballbesitz verändern will.


    Im Prinzip gehts um die konkrete Situation des Angehens des Ballführenden im Rahmen der Regel. Das bedeutet für mich, dass die eigentliche ERLAUBTE Situation doch nur die ist, wo Spieler und Gegenspieler sich vor den Ballführenden mit körperlicher Macht zwischen geführtem Ball und Ballführenden zwängen, um den Ball zu übernehmen. Nichts anderes fällt mir hier im Rahmen der Regeln ein...für mich exakt genau die Situation, die den fussballerischen Zweikampf erklärt.
    Über nichts simpleres oder anderes reden wir als Trainer doch im Grunde, wenn wir über den Zweikampf sprechen. Ich spreche gerade von dem Endergebnis der Ausbildung.


    DIESE Situation ist eine Teilsequenz des Themas "Eins gegen Eins in der Defensive" siehe Dfb-Broschüren (siehe in meiner Signatur). Das Thema wird ab der D Jugend veranschlagt. Die Übernahmesequenz beinhaltet max. ein Schulter an Schulter drücken...bis ein Aneinanderlehnen im Lauf zweier Spieler OHNE die Arme vom Körper zu winkeln oder ähnliches...das dürfte so mit meinen Worten der Regel entsprechen.


    Diese Sequenz ist im Grunde im lezten Teil eines standardmäßigen Ballablaufens aus dem 1:1 Defensive wiederzufinden.


    Das komplette Ausbildungsprogramm zum 1:1 Defensive ist ein taktisches Verhalten eines einzelnen Spielers und stellt zudem das taktische Grundprogramm für ein späteres 1:2 (VT), 1:2 oder 2:3 bis zur Viererkette und dem mannschaftlichen Verschieben dar. Deshalb heisst das Thema in der DFB-Ausbildung vermutlich ja auch "taktisches 1:1 Defensive.


    Dieses Thema war für mich mein Steckenpferd. Ich behaupte und sage, wer das "liegenlässt" lässt locker gefühlt 30 Prozent


    Schlagkraft der Mannschaft liegen.


    ZUDEM...nimmt man viele Pfiffe der erfahrenen Schiedsrichter in Kauf und zwar gegen dein Team


    und


    man maximiert die Verletzungsgefahr für alle beteiligten Spieler (deine und die des Gegners)!!!!


    Denn...wer Kinder bis weit in die E spielen lässt...ab Ende E und auf jedenfalls ab der D als WISSENDER Trainer der sich schlau gemacht hat und es selber ausprobiert hat...das taktische 1:1 in der Defensive ab da immer wieder installiert....der hat den -aus meiner Sicht - gewünschten und sinnvollen Zweikampf im Fußball mehr als ausreichend trainiert. Das machen Trainer hier im Bereich seltenst!!! Man verzichtet...Frage ist, wieso? Wieso wissen viele von Euch Lesern nicht wovon ich spreche? UND...wieso wissen von denen das in drei Monaten immer noch nicht? Das ist für mich ein änderungswürdiger Zustand. Diejenigen die den ändern werden dann danach wissen, warum das Zweikampfthema hier weder für die F-Jugend...noch später so wie es das hier erwähnt wurde ausbildungsmäßig sinnfrei ist.


    Das Thema "taktisches 1:1 Defensive" ist für F-Linge nicht machbar. Versucht es erst gar nicht...ich spreche aus Erfahrung.
    Schule ich das 1:1 an sich...beinhaltet dieses viele Situationen wo die Spieler - im Kampf um den Ball - um letztlich ein Tor zu schießen, ausreichend vorkommen. Zudem kommen Bestandteile wie Bewegung, Körperbeherrschung, Schnelligkeit, Antizipation, Spielwitz, Technik in dieser Altersgruppe über Spielformen und Übung zum Tragen und das ist für mich die Vorschule zu den anderen späteren Themen.


    Streue ich mal eine Übung wie oben im Post ein...geht die Welt nicht unter und da waren auch welche dabei die mit Sicherheit auch Spass machen...aber...man sollte als Trainer dahin kommen zu wissen, dass es sich bei so einer Fungschichte nicht um Schulung des Zweikampfes handeln sollte. Gr. Andre


    https://www.dfb.de/trainer/art…en-aller-info-abende-634/


    http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/info7/


    darauf aufbauend


    http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/info8/


    dazu noch das zumindest angelesene Wissen um das Spiel im Raum...Verschieben...usw....und man weiss einiges mehr.


    Einige Broschüren oberhalb im Bereich der zweistelligen Nummern kenne ich noch nicht. Die Überschriften sagen deutlich an, dass da in diesem Thema weitergedacht wurde. Ich denke die sollte man sich in der Folge auch mal anschauen. TIPP: wünscht Euch doch mal vom Stützpunktthema eine Trainingsvorstellung zu diesem Thema zur Veranschaulichkung.

  • Ein gutes Thema. Ich habe letzte Saison ganz bewusst viele Zweikämpfe in das Training eingebaut, weil ich in unserer Kreisliga schnell gemerkt habe, dass es ganz körperlos sehr schwierig wird. Man muss den Kindern halt nur erklären, was erlaubt ist und was nicht. Ich habe mit einer ganz simplen Übung angefangen, wo der ballführende Spieler einfach nur seinen Körper zwischen Ball und Gegenspieler bringen sollte. Die Arme sollten nicht zum schieben oder schubsen benutzt werden.
    Ich habe in einigen Spielen ganz deutlich gesehen, dass es für einige Spieler ein Mittel geworden ist, ihren Gegenspieler zu schubsen. Es gab z. B. eine Situation, in der einer meiner Spieler frei auf das gegnerische Tor läuft und von hinten einen Schubser bekommt. Dieser Schubser war so hart, dass mein Spieler anfing mit den Armen zu rudern, um nicht hinzufallen. Mein sonst so schussgewaltiger Spieler bekam so den Ball nicht mehr richtig auf das Tor. Es gab keinen Schiri (FPL) und der gegnerische Trainer fand natürlich alles im Rahmen. Ich habe mich tierisch über diese Situation geärgert, weil es ein starker Gegner war und wir endlich mal eine Torchance rausgespielt hatten. Wenn diese Chance dann auf so eine Art und Weise unterbunden wird, dann ist das ärgerlich.
    Ich mache es deswegen so, dass wenn meine Spieler unfairen Körpereinsatz zeigen, was im Eifer des Gefechts durchaus mal passieren kann, ich das Spiel unterbreche und dem Gegner einen Freistoß zuspreche. Generell ist es aber ein schwieriges Thema, weil Trainer oft nur auf den Vorteil des eigenen Teams bedacht sind und so Dinge durchgehen lassen, die eigentlich schon im unfairen Bereich sind.

  • ...
    Ich schlüssel den Zweikampf mal aus meiner Sicht auf. Es ist für mich irgendwo eine individuelle Aufgabe zwischen einem Ballführenden der den Ball behaupten will und/oder einem Ballerobernden, der stören will bis den Ballbesitz verändern will.

    Du vergisst: Zweikampf zwischen einem Verteidigendem und einem den Ball Empfangen-Wollenden, der ohne in Ballbesitz zu sein vom Defensivspieler abgedrängt und blockiert werden muss, sodass er erst gar nicht in Ballbesitz gelangt.


    Aber für mich ein sehr aufschlussreicher Beitrag: Werde das Thema also in der F auf kleiner Flamme im Bespaßungs-Bereich ab und an mitlaufen lassen.

  • @Ersatzbank


    ...also einem, der angespielt werden soll...?


    Wenn ich das richtig verstehe...sind/wären wir doch bei einer Situation...wo die Themen


    -Spiel im Raum
    -ev. Passwege zustellen
    -Gegner anlaufen
    -vielleicht noch...Antizipieren
    -vielleicht noch...Pressing


    gegeben wären.


    Wäre das so richtig verstanden, so sehe ich im Thema Zweikampf nichts, was über ein Schulter an Schulter Spiel im reinen Zweikampf hinaus ginge. Alles andere würde doch abgepfiffen oder beträfe die Individualtaktik dabei, richtig?

  • Ja. Das ändert letztlich freilich nichts am Ergebnis deiner Ausführung, wollte trotzdem ergänzen, dass es diese Form das Zweikampfes noch gibt.

  • Moin,


    tolles und gleichzeitig schwieriges Thema...gerade im Bereich der FPL
    Für mich hat @Andre hat eigentlich schon alles unter ausbildungsspezifischen und "moralischen" Aspekten erfasst.


    Die Praxis sieht da leider teilweise schon anders aus.
    Wir haben auch mal in der G-Jugend gegen sehr robuste Gegner gespielt, da wussten meine Jungs gar nicht, wo der Hase lang läuft...
    Hatten dann mal zwischenzeitlich zu Beginn der F-Jugend "Spiele" eingebaut, wo z. B. immer zwei Kinder Schulter an Schulter gelaufen sind und versuchen sollten, den Mitspieler wegzudrücken...haben das dann aber wieder sein gelassen...


    Mittlerweile ist es so, dass wir Körperkontakt im Wesentlichen über das 1 gegen 1 schulen.
    In einem seitlichen 1 vs. 1 hat man m. E. Alles dabei, was man zur "körperlichen" Zweikampfführung braucht.
    Die Frühentwickler setzen dort mittlerweile geschickt (und fair) ihren Körper ein...die "schmächtigen" Kids versuchen dieses durch Speed auszugleichen.
    Meistens reicht dann bei unfairem Einsatz ein Hinweis und beim nächsten Mal klappt das dann wieder.



    Das Buch "Mit kleinen Spielen zum großen Spiel" vom DFB enthält auch einen Part, indem es um das Kräftemessen der Kids geht...die Spiele sind extra auf die Altersklasse zugeschnitten und machen viel Freude.
    Meine Jungs lieben die Spiele darin...