Was ist für ein Kind besser: In einem starken Team ohne individuelle Förderung oder

  • in einem schwächeren Team mit individueller Förderung zu sein?


    Guten Morgen!
    Ich hoffe es gibt unter euch ein paar erfahrene Trainer die mir hier weiterhelfen können.


    Mein Junge ist nun 10 und spielt recht auffällig bei einem Bundesligaverein.
    In anderen Beiträgen hier habe ich schon Fragen zu einigen Dingen gestellt, wo ich mir als Elternteil unsicher bin ... vor allem ob ich von unserem Stammverein ehrlich behandelt werde.


    Wir werden ständig von anderen Trainern und Leuten auf unseren Sohn angesprochen und es fallen immer Aussagen in Richtung Top Talent.
    Ich befürchte ich kann zukünftig meinem Sohn nicht mehr jenes Wissen weitervermitteln was er für eine positive Entwicklung benötigt.


    Im Verein selbst ist man eher zurückhaltend und ich habe nicht den Eindruck als würde man unseren Bitten die wir bisher hatten in irgendeiner Form nachkommen.


    Jetzt haben wir ein Angebot von einem kleineren Verein, die auch mit RB kooperieren und unseren Sohn gerne weiterentwickeln würden.
    Allerdings ist deren Team nicht so stark wie jenes des Bundesligisten allerdings würde er in der U12 anstatt in der U10 spielen.


    Daher eben meine Frage an euch Trainer:
    Wie seht ihr diese Situation?
    Wechsel zu einem kleineren Verein jedoch mit der Zusage einer individuellen Förderung
    oder beim Bundesligaverein bleiben?

  • Ich würde Euch raten, nicht so viel zu planen und sich damit zu beschäftigen, wie es optimal laufen könnte. Ihr macht so Euch und vor allem Euren Sohn unweigerlich zu viel Druck. Es sei denn, natürlich, Ihr findet die Laufbahn als sprichwörtliche Eiskunstlaufeltern erstrebenswert. Der Junge ist erst zehn, er hat noch ganz, ganz viel Zeit vor sich. Da kann noch viel passieren. Und keine Angst: Ihr verpasst so schnell nichts. Tatsächlich maßgeblich für seine Entwicklung ist, sofern die Rahmenbedingungen passen, er selbst, und zwar so, wie er ist, von seinen Anlagen und seinem Charakter her. Ihr könnt wünschenswerte Eigenschaften vorleben und ihn dazu animieren, sie auch zu zeigen. Aber er ist und bleibt eine eigene Persönlichkeit.


    Da du aber nach Rat in Eurer Situation fragst: wenn er sich zur Zeit beim BuLi-Verein wohl fühlt, würde ich ihn dort auch belassen. Ich glaube nicht, dass er in einem anderen Verein eine individuellere Förderung erhalten wird. Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport, und alle Trainer haben eine Mannschaft zu trainieren und können sich nicht viel Zeit daneben für einzelne Spieler nehmen. Wenn dein Sohn in seinem jetzigen Team nicht zu den eher schwächeren gehört und sich im Mannschaftsgefüge wohl fühlt, würde ich ihn auch nicht in ein Team stecken, wo er der Star ist -- das tut IMHO den meisten Kindern nicht so gut, vielleicht die Situation ausgenommen, in der ein deutlich stärkerer Spieler lieber mit seinen Kumpels spielt als in einer leistungsstärkeren Truppe -- in diesem Fall bezweifle ich allerdings, ob dieser Spieler, und sei er noch so talentiert, hart genug für den höherklassigen Fußball ist.


    Wieso befürchtest du, dass dein Sohn nicht ausreichend gefördert würde?

  • Ich befürchte ich kann zukünftig meinem Sohn nicht mehr jenes Wissen weitervermitteln was er für eine positive Entwicklung benötigt.

    Das verstehe ich jetzt nicht. Bist Du sein Trainer im NLZ?
    Wenn ja: Warum bist Du im NLZ, wenn Du das nicht kannst?
    Wenn nein: Warum solltest Du ihm das Wissen vermitteln (btw. Fähigkeiten sind für einen 10-jährugen Fußballer wichtiger als Wissen)? Das ist Aufgabe seines Trainers.

  • @Folkao: Nein ich bin kein Trainer und auch kein Co-Trainer.


    Ich bin der Überzeugung, dass ich als Elternteil mein Kind genauso unterstützen muss wie in der Schule.
    Ich muss dafür sorgen das er sich im Winter anständig kleidet.
    Ich mus dafür sorgen, dass er (vor großen Turnieren) ausreichend Energie aufgebaut hat usw. .


    In meinen Augen muss ich auch erkennen ob mein Junge die gleichen Einsatzminuten erhält, welche Positionen er spielt und vor allem Wann man ihn auf gewissen Positionen spielen läßt.


    Es ist traurig aber real.
    Es werden Jungs bewusst auf Positionen gestellt wo sie nie oder selten spielen dürfen, nur um den Eltern zu zeigen, dass der andere Spieler doch besser ist.
    Das hat mit Ausbildung nichts zu tun, da geht es nur um Freunderlwirtschaft.


    tobn :
    Mein Sohn ist reif genug um zu verstehen worum es geht.
    Er ist im Tema der Junge der in 4 Jahren 10 Titel als "best player" in nationalen und internationalen Turnieren erhalten hat.
    Und dennoch erhält er weniger Spielzeit und darf nicht gewisse Positionen spielen als 2 andere Spieler die noch nie eine derartige Auszeichnung erhalten haben.
    Das ist aber nur ein kleiner Puzzlestein.


    Wie gesagt, es geht mir um die neutrale Frage


    Braucht es im Fussball eine individuelle Unterstützung (durch Eltern, Trainer, oä.) um nicht auf der Strecke zu bleiben?

  • @JJH: Es tut mir leid, aber wenn ich ehrlich bin, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du, egal, wo Ihr hin kommt, mit deiner Einstellung zum Sport deines Sohnes, nirgendwo glücklich wirst und auch überall anecken wirst. Es ist sicher nicht deine Absicht, aber mir scheint es so, als würdest du zumindest langfristig deinem Sohn einen Bärendienst leisten. Das soll jetzt nicht heißen, dass seine aktuellen Trainer alles richtig machen, das kann ich aus der Ferne und nur anhand deiner Schilderungen nicht beurteilen.


    Du wolltest im letzten Post eine Antwort auf die (vielleicht aber nicht ganz so) "neutrale Frage": "Braucht es im Fußball eine individuelle Unterstützung (durch Eltern, Trainer, o.ä.), um nicht auf der Strecke zu bleiben?"


    Nun, so allgemein, wie sie formuliert ist, würde ich diese Frage verneinen. Ich glaube, dass es schon Kinder und Jugendliche gibt, die auch ohne individuelle Unterstützung nicht "auf der Strecke bleiben". Andererseits gibt es sicher auch Kinder und Jugendliche, die es im Fußball auch aufgrund einer "individuellen Unterstützung" weiter bringen als dies der Fall ohne sie wäre. Aber diese Betrachtung aus siebzehn Kilometern Höhe bringt niemandem etwas, dir geht es ja nicht um den allgemeinen, sondern vielmehr Euren speziellen Fall. Um diesen angemessen betrachten zu können, bräuchten wir, so denke ich, viel mehr und objektivere Informationen. In dem anderen Thread gibst du ja ein paar, mal sehen.


    Übrigens ist die U10 noch unterhalb der Altersgrenze für die richtigen, also lizenzierten Leistungszentren. Das, was da abgeht, muss nicht unbedingt etwas mit dem zu tun haben, was dann im LZ passiert.

  • Löse dich von dem Denken, dass Erfolge Reife und Wahrnehmung schulen.


    Sollte sich dein Junge wohlfühlen, dann lass ihn sich erstmal in der weiterführenden Schule einleben. Alles weitere wird sich ergeben. In 2-3 Jahren kommt der erste feuchte Traum, die erste hübsche Mitschülerin. Vor allem aber, kommt da eret ein mal eine ganz neue Umgebung auf ihn zu, in die er sich einleben muss. Da kannste dich vorher auf den Kopf gestellt haben, sowas wirft jeden Plan um. Deswegen nochmal kurz: Denk in dem Alter nicht an Erfolge und nicht perspektivisch. Vor allem aber finde ich deine Aussagen zu den Trainern kritisch.

  • Es werden Jungs bewusst auf Positionen gestellt wo sie nie oder selten spielen dürfen, nur um den Eltern zu zeigen, dass der andere Spieler doch besser ist.
    Das hat mit Ausbildung nichts zu tun, da geht es nur um Freunderlwirtschaft.


    Und dennoch erhält er weniger Spielzeit und darf nicht gewisse Positionen spielen als 2 andere Spieler die noch nie eine derartige Auszeichnung erhalten haben.
    Das ist aber nur ein kleiner Puzzlestein.

    Mein Eindruck aus der Ferne ist das du hinter allem eine Verschwörung vermutest. Ist auch nicht böse gemeint.
    Warum muss es denn immer "Freunderlwirtschaft" sein?
    Gerade das Thema mit den Positionen beschäftigt mich seit deinem ersten Text in einem anderen Thread. Da du aber derart viele andere Vorwürfen dort verpackt hast wollte ich darauf gar nicht antworten. Auch wenn ich von den Strukturen in eurem Verein keine Ahnung habe möchte ich mal eine andere Sichtweise einbringen.


    Warum spielt denn dein Sohn nicht die in deinen Augen beste Position - ein paar Gedanken:
    - kann es sein das er in zentraler Position das Spiel zwar an sich reißen kann und entsprechend glänzt, das Spiel in Summe aber sogar zu schnell für die anderen wird und somit die Ausbildung vieler hinten bleibt?
    - kann es sein das dein Sohn seine "Schwächen" z.B. eher in der defensive hat und ihn der Trainer deshalb gezielt öfters in diesem Bereich einsetzt um ihm Entwicklungsmöglichkeiten zu geben? somit wäre gezielte Förderung in deinen Augen zum Nachteil des Sohnes.
    - Kann es sein das der Trainer gezielt andere Spieler in der zentrale Einsetzt um das Spielgeschehen nicht zu sehr auf deinen Sohn zu fokussieren? Bietet deinem Sohn Raum zur Druck-freien Entwicklung und fördert die Spielanteile aller anderen Spieler.


    All das sind nur Überlegungen als Außenstehender ohne die Trainer oder deinen Sohn zu kennen. Ich weiß aber auch das ich selbst in meinem Team mache Spieler nicht in der zentralen Position einsetze obwohl diese das Angriffsspiel deutlich mehr beleben würden als anderen. Allerdings vermeiden die Spieler in meinem Fall dann sehr gerne defensive Zweikämpfe weshalb ich sie lieber gezielt in angriff und eben Abwehr spielen lasse um genau das einzufordern.


    Braucht es im Fussball eine individuelle Unterstützung (durch Eltern, Trainer, oä.) um nicht auf der Strecke zu bleiben?

    Ich sehe es wie @tobn. Natürlich brauchen unsere Kinder Unterstützung. Manche mehr, manche weniger. Ein zu viel an Unterstützung ist aber nachteilig. Warum siehst du nur das schlechte? Da dein Sohn bereits Auszeichnungen gewonnen hat war sein Entwicklung bis heute ja nicht so verkehrt. Andererseits muss er auch lernen Probleme, welche es scheinbar in seinen Augen gar nicht gibt, selbst zu erkenne und zu Beurteilen. Spätessens in den höheren Altersklassen wird es nicht mehr möglich sein das du ihm alle Entscheidungen abnimmst. Warum soll er sich dann heute nicht einfach wohlfühlen. Wenn die Situation für ihn passt musst du doch nicht jedes kleine Fass aufmachen. Wohlbefinden ist für die Entwicklung mindestens genau so wichtig wie die von dir eingeforderte individuelle Förderung.


    Die beste Förderung wird sich nicht auszahlen wenn er sich in der Mannschaft nicht wohlfühlt. Aktuell tut er das scheinbar und der Entwicklungsstand ist auch gut. Wo ist also das Problem?


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • ...bezogen auf den Eingangspost....



    Ich bin folgender Ansicht und lege für meine Meinung mein derzeitiges Wissen, meine Eindrücke und meine Gefühle für meine Kinder in die Ermessensschale und ich bitte davon nichts persönlich zu nehmen!


    Sehr sehr oft ist es nicht das Talent, dass von sich aus irgendwo hin wechseln will, sondern es ist offen bis sehr verdeckt das Umfeld. Das Umfeld, ...das sind gebauchpinselte Trainer...die oftmals ihrerseits beeinflusst oder/und mit falscher Meinung durch die Vereinswege laufen und es versteckt und verdeckt toll finden, wenn sie auf einen Spieler angesprochen werden. Die einen von denen halten an dem Spieler fest...krallen sich fest...geben Infos von Anfragenden nicht weiter, weil Ihr Erfolgsgarant für die Tabelle gehen könnte und die anderen liefern den Erfolgsgaranten auf dem Präsentierteller, ...da sie ja damit glänzen können.


    Echte Berater gibt es für mich nicht. Die die Beraten könnten kenne ich nicht und deshalb gehe ich vom schlimmsten aus, nämlich...sie gibt es nicht als neutrale Person,..denn sie wollen Geld verdienen. Damit - so das so ist - sind sie auf keinen Fall mehr neutral. Das wiederum macht mich als Vater sehr skeptisch und mein Bauch empfiehlt mir, dass mein Sohn - wäre er ein solches Talent - von mir geschützt würde.


    Als Trainer und so denkender Vater würde ich meinen möglichst davon unbehelligten Sohn einfach selber entscheiden lassen...soweit er dafür alt genug ist. Ich würde heute alles dafür tun, damit mein Sohn nicht meinen Traum oder den Traum anderer Menschen leben muß!!! Ich spreche damit nämlich nicht einen 10 oder 12jährigen an. KINDER dieser Altersgruppe sind keine Entscheider oder Vertragspartner, dafür haben sie Eltern! Das entscheide ich als Verantwortlicher und Erzieher mit Herz.


    KINDER brauchen Liebe und Geborgenheit. DARAN ist soviel Zeit und Gefühl gebunden, das kann denen nur einer geben...die Familie. Die ist unersetzlich für Kinder und die gibt auch kein Berater oder ein Verein oder sonst was.


    Zudem...komme ich zu der Erkenntnis (darüber gibts auch einen Thread)...das WIR Trainer uns alle viel zu wichtig nehmen. Ich bin der deutlichen Meinung, dass der Anteil eines Kifu-Trainers an fußballerischer Entwicklung eines Kindes sehr viel kleiner ist, als es mancher meint. Das meine ich, weil es bei genauerer Betrachtung eigentlich nicht viel gibt, was man denen tatsächlich faktisch beibringt. Mal angenommen den Trainer gibts nicht...und der wirklich talentierte spätere Superheld am Ball bekommt nichts gesagt...


    ...dann bleibt er Talent...SPIELT...trotzdem Fußball, aber unbehelligt und ungehemmt und ich gehe fest davon aus, dass dieser Spieler sich möglicherweise viel besser entwickelt als einer, der einen Trainer hatte, der damit Zeit verplempert, ihm Dinge beizubringen, mit denen er vom Entwicklungsstand nichts, oder noch nichts anfangen kann. Diese verlustreiche Zeit geht dann nämlich zusätzlich noch einher mit weniger Entwicklung von Spielintelligenz, Spielwitz und Spielmut. Das verhindert Bewegung und genau über diese und damit im Verbund stehende Erfahrung wird unterdrückt.


    Dann kommen die Berater und die Bauchpinsler und holen das Talent in den nächst größeren Verein...um dort vermeidlich zu schulen und zu fördern...Trifft Talent dort auf einen Wissenden so könnte die Schulung im größeren Maße stattfinden, jedoch ist das aus meiner heutigen Sicht vielleicht dennoch weniger, als würde man KIND einfach mal nur viel mehr spielen lassen.


    Mit anderen Worten komme ich aus heutiger Sicht dazu zu sagen, dass man TALENTKIND vielleicht nirgendswo hinschickt, sondern einfach nur im alten Verein verweilen lässt, weil es sinnfrei ist, wohin zu gehen und eigentlich nur schaden könnte.


    Zudem...hat so ein "Geier" Talentkind auf dem Papier stehen, wird man sporadisch immer wieder versteckt gucken kommen.


    Hat Talentkind dann das entsprechende Alter...ich rede hier vom mindestens 15jährigen..besser 16...und den echten ehrlichen eigenen Willen auf eine Profikarriere....dann ist das wohl eher die richtige Zeit sich den "Geiern" zu öffnen. Damit - so meine ich - ist dann auch ausreichend viel Liebe und Geborgenheit zu Hause getankt, so das der Vogel nun lernen kann, frei zu fliegen.


    Genau das findet heute aber nicht mehr statt. Je früher, desto besser und nach aussen wird verkauft, wie wichtig das doch ist.


    Ich lehne mich mal raus und sage, dass einem nach meinem Beispiel wirklich talentierten Burschen ein guter Trainer "da oben" in drei bis vier Monaten einen Ausdauer und Kondition und ein theoretisches Wissen von Spielstrategien und Taktiken einflössen kann, so dass er über die Spieltage sehr schnell in sein Team da oben wachsen kann. Vielleicht wird die Geschwindigkeit eines solchen Vorganges sogar beschleunigt, wenn das in den Vorjahren "da unten" auf alter Bühne im eigenen Verein und wohligem Umfeld stimmte.


    Übrigens spielt in meine Gedanken auch ein, dass Fußball "da oben" meistens mit einer Schulnote (mindestens) nach unten einhergeht. Ist es das wert, wenn man bedenkt, wie viele mit Fußball später tatsächlich ausreichend Geld verdienen? Also so viel Geld verdienen, dass sie die Nachteile im übrigen Berufsleben damit dann auch wirklich auffangen. Für mich ist das heute für gefühlt 90prozent derer die ihre Koten für die ach so große Karriere auf Sky losschicken ...als würden sie die Kinder in die Spielhölle schicken...zum russischen Roulett....anders ist das doch mathematisch nicht zu benennen, oder?


    Gr. Andre

  • totog :
    Soweit ich weiß, soll es in diesem Alter noch keine fixen Positionen geben, daher stelle ich auch keinen Anspruch auf eine Position.
    In einem anderen Beitrag habe ich erwähnt, dass es mir nur darum geht, dass seine Fähigkeit weiterentwickelt werden und er nicht gebremst wird.



    - kann es sein das er in zentraler Position das Spiel zwar an sich reißen kann und entsprechend glänzt, das Spiel in Summe aber sogar zu schnell für die anderen wird und somit die Ausbildung vieler hinten bleibt?

    Vollkommen richtig.
    Ich beobachte oft, dass er den Ball spielen will und seine Mitspieler entweder im Deckungsschatten stehen oder läuferisch nicht nachkommen.



    totog schrieb:

    - kann es sein das dein Sohn seine "Schwächen" z.B. eher in der defensive hat und ihn der Trainer deshalb gezielt öfters in diesem Bereich einsetzt um ihm Entwicklungsmöglichkeiten zu geben? somit wäre gezielte Förderung in deinen Augen zum Nachteil des Sohnes.

    Bisher war das Argument, er könnte sich besser entfalten wenn er das Spiel von hinten heraus (mehr Raum) macht. Mehr zu laufen mehr 1:1 usw.
    Als Gegenargument habe ich, dass es 3 Jungs gibt, (Zentraler Sturm, Mitte Mitte und zentral Defensiv, die 90% der Spiele auf diesen Positionen spielen.
    Hat das etwas mit Ausbildung zu tun?



    tutog schrieb:

    - Kann es sein das der Trainer gezielt andere Spieler in der zentrale Einsetzt um das Spielgeschehen nicht zu sehr auf deinen Sohn zu fokussieren? Bietet deinem Sohn Raum zur Druck-freien Entwicklung und fördert die Spielanteile aller anderen Spieler.

    Da bin ich ganz bei dir. Auch ich würde als Trainer versuchen viele Kinder zu entwickeln.
    Nur sollte das nicht im Widerspruch mit anderen Aussagen / Entscheidungen stehen.



    totog schrieb:

    Natürlich brauchen unsere Kinder Unterstützung....

    Ich kenne Jungs die trainieren brav, werden ständig gelobt und werden ständig alleine gelassen wenn sie auf einer neuen Position spielen.
    Kein Coaching, kein Vorgespräch oder Evaluierungsgespräch nichts.
    Wenn da vom Trainer nichts kommt, dann finde ich musst du als Elternteil mit deinem Kind darüber reden und ihm gegebenenfalls Hilfe anbieten.

  • Andre : Vielen Dank für deine Gedanken.


    Ich bin durchaus deiner Meinung, dass Kinder und Menschen immer schneller und vor allem profitabler lernen, wenn diese etwas ganz bestimmt wollen.


    Daher eben auch in einem anderen Beitrag meine Frage, ob man für die Entwicklung vor dem Eintritt in eine Akademie (14 Jahre aufwärts) unbedingt in einem Bundesligaverein spielen muss.


    Weil du das Geld angesprochen hast.
    Ich bin mir nicht sicher ob es unbedingt ein Nachteil ist, wenn kleinere Vereine etwas Geld erhalten wenn man ihnen ein Talent abnimmt,
    vor allem dann, wenn die Vereine das offen kommunizieren.


  • Interessante Diskussion!!


    Üblicherweise wird ja diskutiert, ab wann aus Gründen der Talentförderung ein Wechsel zu einem NLZ-Team sinnvoll ist. Hier diskutieren wir nun, ob aus Gründen der Talentförderung nach 4 Jahren ein Wechsel weg vom NLZ zu einem kleineren Verein angezeigt ist.


    Interessieren würde mich, welcher BL-Verein eine U7 unterhält. Habe ich doch richtig verstanden, dass der Junge nun im 4. Jahr in dem Team ist und in einer U 10 spielt?


    Für mich klingt es erstmal komisch, dass Euer Sohn in der U12 eines kleineren Vereins spielen soll und dies für die Entwicklung eines Talents förderlich sein soll. Wenn diese U12 relativ "tiefklassig" spielt, sehe ich nicht, was das für die Entwicklung bringen soll. Wenn es eine hochklassig spielende U12 ist, wäre es allerdings eine ziemliche Herausforderung, insbesondere wenn auch gegen U13-Teams gespielt würde.


    Wie soll denn die individuelle Förderung, die ihm bei dem kleineren Verein zu dem Entwicklungssprung verhelfen soll, inhaltlich aussehen? Wurde darüber gesprochen?

  • Interessieren würde mich, welcher BL-Verein eine U7 unterhält. Habe ich doch richtig verstanden, dass der Junge nun im 4. Jahr in dem Team ist und in einer U 10 spielt?

    keiner ;)


    ich habe mir mal die Mühe gemacht und bin mal alle BL Teams durchgegangen, hier mal eine Auflistung.


    1.Bundesliga:


    TSG Hoffenheim ab U12
    Mainz 05 ab U12
    SC Freiburg ab U12


    Eintracht Frankfurt ab U11
    FC Ingolstadt ab U11
    HSV ab U11


    VfL Wolfsburg ab U10
    Darmstadt 09 ab U10


    BVB ab U9
    FC Augsburg ab U9
    Hertha BSC ab U9
    Borussia M´Gladbach ab U9
    Schalke 04 ab U9
    Bayern München ab U9


    RB Leipzig ab U8
    1.FC Köln ab U8
    Bayer leverkusen ab U8
    Werder Bremen ab U8

  • Aufgrund der Sprache glaube ich beim Threaderstellet eher an einen Österreicher.


    Und in RBeipzig oder Salzburg gemeint ist, da bin ich auch nicht sicher.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Und bei Werder zB laufen sie unter Breitensport, weil sie Breitensport sind.
    Werdet hat auch eine D4, im Breitensport eben.


    Ach ja, und in einem NLZ hat der Jugendleiter idR eher eine repräsentative Funktion. Entscheidungsträger ist der Koordinator oä.
    Nich ein Grund, warum ich das ganze ins Nachbarland verordne.
    Da ist es auch fast Usus, dass Eltern bei ambitionierteren Vereinen permanent Vetternwirtschaft, Geld, etc. anführen. Tippe auf Wiener Verein( nicht Rapid) beim Threadersteller.
    Aber bis auf Rapid - eventuell RB Salzburg - ist das alles auch nicht vergleichbar mit unseren NLZs.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Was machst du für die individuelle Förderung deines Sohnes? Fordern? Das ist nicht fördern ;) 
    Ich würde mich hinterfragen, wo ich Einfluss darauf habe, wie z.B. Ernährung, ausreichend Schlaf, Balance zwischen Weiterentwicklung und Entspannung, Gesundheit (z.B. Hygiene, Verletzungsgefahr (z.B. Fußnägel schneiden)), Vorbild sein u.v.m.
    Auf die Aufstellung hast du keinen Einfluss, die macht der Trainer! Auch das Training macht der Trainer - und bei einem Bundesligisten, ob nun in A oder D, wird der sich dabei etwas denken. Und da kannst du nur mit "Love it or leave it" Einfluss darauf nehmen.
    Und bitte überschätzt nicht den Einfluss des Trainers oder der Eltern - die Entwicklung der Kinder wird durch viele Ursachen beeinflusst und ihr könnt als Eltern nicht alle kontrollieren und beeinflussen.


    "Was Eltern besonders richtig machen können" erschien gestern unter manager-magazin.de

  • let1612 :
    Mit individueller Förderung waren Eigenschaften gemeint, die ExFussballer eben kennen und Eltern nicht.
    Wie z.B. Tricks beim Zweikampf, Stellungsspiel usw.


    Wenn ich 2 Trainer habe die BL und International gespielt haben und sich bereit erklären meinen Sohn hier zu entwickeln, bin ich am überlegen ob eben eine externe persönliche Hilfe nicht besser ist als ein reines Teamentwicklungstraining.


    Daher meine Frage

  • Zum "Teamentwicklungstraining" - um mal deine Schlagworte aufzugreifen - gehört ja ganz unumgänglich auch individuelles Training dazu.
    Gerade das von dir beispielhaft angegebene Stellungsspiel!
    Tricks beim Zweikampf, meinst du damit im richtigen Moment kurz festhalten? Wer das schon in der U10 benötigt, wird später Probleme bekommen, wenn alle so agieren. Das ist schnell erlernt, gutes defensives 1gg1 nicht.



    Eine Frage:
    Wenn dein Sohn wirklich so ein Überflieger wäre, warum zeigt Rapid kein Interesse daran ihn ins Team zu holen? Denn da spielen die wirklich guten Jungs und die Trainer bilden wirklich gut aus.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill