10 Jahre FairPlayLiga - Eine Rückschau und eine Idee wie es weiter gehen "könnte".

  • Ich habe meinem Kind auch noch nie für eine schlechte Note eine Belohnung gegeben - darüber muss ich jetzt mal nachdenken.


    Mit solch einem Herangehen bestärkst du gute Spieler, in gute Teams zu wechseln und schlechtere Spieler bekommen keine Spielzeit mehr, weil es ja um etwas geht. Die treten dann frustriert aus. Der Jugendfußball driftet so immer weiter auseinander in Spitzenteams und den Rest. Der BFV jammert rum, dass die Zahl der aktiv Fußball spielenden Kinder zurückgeht. Solche Aktionen ändern an diesem Zustand eher wenig.

  • @Goodie: aus meiner Sicht: Ja!
    @Das_Huhn: wenn gute Spieler in gute Teams gehen, bekommen schlechte Spieler mehr Einsatzzeit in ihrem Team - ob sie die dann wollen ist eine andere Frage, weil sie verlieren dann evtl. mehr. Aber ich gebe dir Recht, dass es ein Punkt für einen Trainer sein kann nur die Stärksten spielen zu lassen.


    In dem Fall könnte man die FPL auf E und D-Jugend ausweiten und auch diese Karten verlosen. Dass der BFV ab U11 leistungsorientiert unterwegs ist, kann man auch dem Talentförderungsprogramm entnehmen.


    Und zu den Spielerzahlen: das ist aus meiner Sicht nicht nur ein Problem des BFV oder des Fußball. Ich stehe da der Professionalisierung der Kindheit skeptisch gegenüber.

  • Und wieder..warum alle glech machen...warum nicht die Meisterteams belohnen? Und jetzt hört auf mit diesem Theater... es ist nicht möglich, alles gleich zu machen... und das finde ich nicht wirklich schlimm. Oder würdest Du , wenn an dem Tag nur ´die halbe Mannschaft Zeit hat, mit dem Rest zu Hause bleiben, damit es für alle gleich ist????

  • Und wieder..warum alle glech machen...warum nicht die Meisterteams belohnen? Und jetzt hört auf mit diesem Theater... es ist nicht möglich, alles gleich zu machen... und das finde ich nicht wirklich schlimm. Oder würdest Du , wenn an dem Tag nur ´die halbe Mannschaft Zeit hat, mit dem Rest zu Hause bleiben, damit es für alle gleich ist????

    Die Meisterteams spielen oben mit, weil der dicke Paul und Anfänger, ja teils sogar durchschnittlich Begabte, bei ihnen auf der Bank sitzen bzw. man den Eltern gleich beim versuchten Eintritt sagt, dass sie sich besser einen anderen Verein suchen sollen. Und das schon in F-und E-Jugend. Wenn man solch ein Herangehen fördert, muss man sich nicht über die wegbrechende Basis wundern, weil sich die guten Spieler in den "Meisterteams" konzentrieren und der Rest den Spaß verliert.


    Ich erlebe das gerade selbst: Wir treten in eine Spielgemeinschaft ein, um gute Spieler halten zu können. Die Guten spielen dann E1, der Rest E2. Nur so funktioniert es. Wir bilden selbst ein "Meisterteam", sonst wechseln die Guten in solche Mannschaften. Ich setze mich mit Nachdruck dafür ein, dass die E2 keine "Resterampe" wird, ob das aber klappt, muss sich noch zeigen. Mehrere Eltern der E2-Kandidaten haben aber bereits durchblicken lassen, dass ihre Kinder unter diesen Umständen ggf. aufhören werden, im Verein Fußball zu spielen. Das ist den Vereinen nicht egal, aber der Fokus liegt klar auf der E1.

  • Gibt es eigentlich irgendwelche belastbaren Informationen dazu, dass solche "Meisterteams" für die Entwicklung und Förderung von Talenten wirklich förderlich sind? Ich bin da nämlich – zumindest im Bereich Bambini und F – nicht so sicher.


    Ich habe ein F-Kind vor Augen, der Star seiner Dorf-Mannschaft, der dann zum Ende der Saison in das "Star-Ensemble" des großen Stadtvereins gewechselt ist. Vom unangefochtenen Star seines Teams in seinem Dorfverein wurde er mit seinem Wechsel zu einem unter vielen im Stadtverein. Während er bei seinem alten Team im Training sich in großer Freiheit etwa im 1 gg. 1 ausprobieren konnte, war er im Wettkampf-Spiel hinten wie vorne außerordentlich gefordert. In seinem neuen Team hat er im Training nun weniger Freiheit, muss da viel mehr Alibipässe spielen, während er sich in den Wettkampf-Spielen entspannt zurücklehnen kann, sein Star-Ensemble hat normalerweise wenig zu befürchten. Was ist da für die Entwicklung besser?

  • Naja, wenn ich mich mit Verbandstrainern hier unterhalte, höre ich immer nur: "Lasst, den kindern ihre Freiheiten, die NLZs bilden einen bestimmten Spielertyp aus, der dann "technisch Perfekt" aber ohne wirkliche Idee spielt" und "Es gibt kaum noch 18 Jährige kreative Toptalente" Was da drann ist kann ich nicht sagen, ich kenne nur ein Paar NLZ Spieler, aber auf die trifft das schon etwa zu soweit ich das beurteilen kann.


    Was ich jedoch öfter sehe sind die "Topteams" in den E- und D-Jugenden mit "Star-Ensemble", wenn man die so sieht fragt man sich was das soll. Wenn man ehrlich ist sind sie von den Talenten eher die zweite oder dritte Wahl und man kann keinerlei Spaß erkennen. Sie dürfen auch nicht das zeigen was sie am Ball können (um sich evtl. für den Stützpunkt oder das NLZ zu empfehlen) da sie ständig Passen sollen. Oft wird dann auch noch ein falsches Abspiel gefordert, anstatt z.B. den Raum anzudribbeln muss sinnlos gepasst werden. Zwar gewinnen diese Teams in der E und D dann auch oft gegen die NLZ Teams doch haben die gleichen Vereine keine B- und A-Jugend Bundesliga/Regionalliga beteiligung. Ob das am weiteren Scouting der NLZs oder eben an der Ausbildung liegt weiß ich nicht, ich denke aber es ist ein bisschen von Beidem.

  • Ich habe ein F-Kind vor Augen, der Star seiner Dorf-Mannschaft, der dann zum Ende der Saison in das "Star-Ensemble" des großen Stadtvereins gewechselt ist. Vom unangefochtenen Star seines Teams in seinem Dorfverein wurde er mit seinem Wechsel zu einem unter vielen im Stadtverein. Während er bei seinem alten Team im Training sich in großer Freiheit etwa im 1 gg. 1 ausprobieren konnte, war er im Wettkampf-Spiel hinten wie vorne außerordentlich gefordert. In seinem neuen Team hat er im Training nun weniger Freiheit, muss da viel mehr Alibipässe spielen, während er sich in den Wettkampf-Spielen entspannt zurücklehnen kann, sein Star-Ensemble hat normalerweise wenig zu befürchten. Was ist da für die Entwicklung besser?

    ja, ja und nochmals ja.
    Wir haben ein oder zwei solcher Kandidaten im Team. Ich schaue mir die Entwicklung mal an. Bin auch sehr gespannt, wie sich das auf den "Spaß" auswirkt sollten die in das Star-Ensemble vom NLZ wechseln.


    Finde es auch sehr seltsam. Wir haben ein NLZ von einem Bundesligisten in der Nähe, die "scouten" natürlich die absolut besten Kinder ab der F-Jugend in der Umgebung. Ich habe mir das Training angeguckt. Alle von einem ähnlichen Kaliber (+/-) wie mein Mini-messi der auch eingeladen wurde dorthin. Schaut man sich die Turnierergebnisse dieser Mannschaft an sieht man bei 10 Minuten spielen immer Ergebnisse von 5:0 - 15:0 (in 10! Minuten).
    Und jetzt die Fragen: So what? Ich meine ist ja keine Kunst mit sehr begabten Kindern gegen einen Breitensportverein der alles durchbringt, was auf dem Sportplatz erscheint, zu gewinnen. Einer von den Mini-Mesis allein kann ja in vielen Fällen in der F im Kreis schon ein Spiel gewinnen. Jetzt hat man da 5-7 (je nach Spielform) gleichzeitig auf dem Platz...


    • Was haben die Kinder davon? Turnier gewonnen - und sonst was gelernt? Nö, nur dass man ja zu den tollsten gehört. Aber wenn es dann mal nicht mehr reicht was dann?
    • Warum machen Eltern das in der F Mit? 20-30 km zum NLZ fahren, wofür? 3-5 mal in der Woche, wofür? Vor allem der nächste Stützüunkt ist 1 km entfernt. Wieso nicht im Dorf den Spaß erhalten und das Kind dann wenn die Zeit reif ist beim Stützpunkt vorstellen?
    • Was hat das NLZ davon? Die Entwicklung der Kinder ist so unvorhersehbar? Ein Argument, dass ich mal gehört habe: Weil es alle machen.... na super.

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • @Goncare


    Mitglied in einem NLZ Team zu sein bedeutet in aller Regel, Teil eines Umfeldes zu sein, wo die Männer 1. oder 2. Bundesliga spielen. Das übt auf Spieler und Familien schon eine ganz eigene Wirkung aus. Wenn man es mal ganz unbefangen betrachtet, erhalten die Kinder ein "professionelles" Umfeld, ehrgeizige Trainer, forderndes Training (weil ja "bessere" Kinder dabei sind), ambitionierte Turniere usw. usw.. Außerdem gibt es eben den "undefinierten" Bezug zum Bundesligafußball.


    Wir haben das an anderer Stelle schon diskutiert. Wenn die Alternative zu diesem Umfeld ein schlechtes Umfeld im Heimatverein ist (schlechtes Training, kein Konzept, kein Spaß, Gebrülle), dann hat ein Wechsel zwar immer noch Nachteile, aber eben auch Vorteile. Ist das Umfeld im Heimatverein allerdings ein ideales und wird da gut, mit viel Spaß und Konzept Kinder- und Jugendfußball gelebt, dann ist selbstverständlich ein Wechsel nicht in Betracht zu ziehen und dann ist alleine die "Strahlkraft" der Bundesliga die treibende Kraft bzw. die Vorstellung, dass die Ausbildung bei einem Verein, wo "bessere" Kinder spielen, besser für ein Kind sein muss. Dass das nicht so ist bzw. sein muss, ist wissenschaftlich (leider) nicht so einfach belegbar.

  • @Goncare


    Mitglied in einem NLZ Team zu sein bedeutet in aller Regel, Teil eines Umfeldes zu sein, wo die Männer 1. oder 2. Bundesliga spielen. Das übt auf Spieler und Familien schon eine ganz eigene Wirkung aus. Wenn man es mal ganz unbefangen betrachtet, erhalten die Kinder ein "professionelles" Umfeld, ehrgeizige Trainer, forderndes Training (weil ja "bessere" Kinder dabei sind), ambitionierte Turniere usw. usw.. Außerdem gibt es eben den "undefinierten" Bezug zum Bundesligafußball.


    Wir haben das an anderer Stelle schon diskutiert. Wenn die Alternative zu diesem Umfeld ein schlechtes Umfeld im Heimatverein ist (schlechtes Training, kein Konzept, kein Spaß, Gebrülle), dann hat ein Wechsel zwar immer noch Nachteile, aber eben auch Vorteile. Ist das Umfeld im Heimatverein allerdings ein ideales und wird da gut, mit viel Spaß und Konzept Kinder- und Jugendfußball gelebt, dann ist selbstverständlich ein Wechsel nicht in Betracht zu ziehen und dann ist alleine die "Strahlkraft" der Bundesliga die treibende Kraft bzw. die Vorstellung, dass die Ausbildung bei einem Verein, wo "bessere" Kinder spielen, besser für ein Kind sein muss. Dass das nicht so ist bzw. sein muss, ist wissenschaftlich (leider) nicht so einfach belegbar.

    Ja... ich habe diese Diskussionen im Forum auch verfolgt.


    Die Vor- und evtl. Nachteile kenne ich auch.
    Aber besonders der Punkt: Wenn zu Hause alles ok ist, wieso dann?


    Diese Fälle gibt es ja auch. Nur weil die in der BuLi spielen, die Herren...?


    Naja mein Sohn ist noch nicht im Fußballalter, für den unwahrscheinlichen Fall das der mal in ein NLZ gescoutet wird, kann ich mich ja schonmal mental vorbereiten...

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Wenn zu Hause alles okay ist, gibt es auch nach meiner Meinung keinen Grund, zu wechseln. Im Gegenteil könnte sich das sogar in mehrfacher Hinsicht nachteilig auswirken. Aber wenn z. B. das Kind UNBEDINGT irgendwann hin will, auch wenn man alle Nachteile aufgezählt hat?

  • Ich habe jetzt nicht an NLZ gedacht, sondern an ambitionierte lokale Vereine, die bereits bei den Kleinsten sich darum bemühen, die auffälligen Spieler in ihr Team zu locken. Eben wenn man so will "bessere Dorfvereine". Um solche Wechsel – in der F – ging es ja, wenn ich jetzt nichts durcheinanderbringe, bei Das_Huhn . Und den Sinn solcher Wechsel im F-Bereich bezweifle ich sehr.


    Ein Wechsel in der E (und erst recht in der D) in ein NLZ ist etwas ganz anderes.

  • @Powerzwergenpapa


    Auch bei den lokal ambitionierten Vereinen wird für Kinder/Eltern der Grund für einen Wechsel die Überlegung sein, dass dort, wo "bessere" Kinder spielen und wo die Mannschaften öfter gewinnen oder höherklassig sind, das richtige Umfeld für das eigene (ja auch bessere ;) ) Kind sein muss. Ob das wirklich so ist, wird doch in den meisten Fällen nicht vorher von Eltern überprüft, schon gar nicht im Hinblick auf Kriterien, die für uns wichtig wären.

  • Der Verbandsjugendleiter Karl-Heinz Wilhelm hat alle F-Jugend Trainer des BFV angeschrieben:

    "Fair Play Liga

    Liebe Sportfreunde,

    mit diesem Schreiben möchte ich im Namen des Bayerischen Fußball-Verbandes die Gelegenheit zum

    Jahresende nutzen und mich bei Ihnen, den Trainern der F-Jugend-Mannschaften in Bayern, für Ihr zum Teil

    großes ehrenamtliches Engagement bedanken.

    Wir wissen, dass gerade im U9-Bereich eine intensive Betreuung der Kinder wichtig ist, um fußballerische, aber

    auch soziale Grundlagen für die Zukunft zu schaffen. Nur so können die Juniorinnen und Junioren nachhaltig für

    den Fußballsport begeistert werden. Der Junioren-Fußball wird in den nächsten Jahren mit den Problemen der

    demographischen Entwicklung zu kämpfen haben. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger, dass die jungen

    Kinder schon früh an den Fußball gebunden werden und diesem über einen langen Zeitraum erhalten bleiben.

    Hier nehmen gerade die Trainer im Frühstadium einer Laufbahn einen hohen Stellenwert ein.

    Auch die Verbände haben erkannt, dass der Fußballsport hier und da neue Wege gehen muss, um den

    Entwicklungen in der Gesellschaft standzuhalten. Aus diesem Grunde wurde 2013 die Fair Play Liga im F-Jugend-

    Bereich eingeführt. Anfangs ist dies bei den Vereinen nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Das haben wir durchaus

    mitbekommen. Mittlerweile hat sich der Großteil der Vereine in Bayern mit der neuen Spielform arrangiert und

    erkennt auch ihren Sinn und Nutzen.

    Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Mannschaften ein frohes Weihnachtsfest und verbleibe mit den besten

    Wünschen für 2018"


    Dazu gab es noch den BFV Flyer Fair Play Liga - dafür "Daumen hoch".


    Haben die Verbände wirklich die "Entwicklungen in der Gesellschaft" erkannt? Wenn ich lese: "Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger, dass die jungen Kinder schon früh an den Fußball gebunden werden und diesem über einen langen Zeitraum erhalten bleiben." Wer ist heute schon gerne gebunden und das dann auch noch länger? Da muss ich mir nur die Scheidungszahlen ansehen oder Stellenanzeigen lesen (z.B. Flexibilität, Mobilität). Auch bindet sich heute kaum noch jemand auf Jahre (z.B. freiwillige Feuerwehr).

    Und ein bisschen mehr Enthusiasmus und Emotionen für die FPL hätte ich mir auch gewünscht - nicht nur "arrangiert" und "erkennt". Da ist noch Luft nach oben für die Weihnachtswünsche im nächsten Jahr ;)

  • " Wer ist heute schon gerne gebunden und das dann auch noch länger?

    Das ist ja gerade der Grund, warum "Bindung" plötzlich für die Verbände wichtig wird. Insofern reagieren sie auf die Veränderungen.

    In vergangenen Zeiten musste nur der "Bedarf" gedeckt werden. Die Mitglieder kamen und bleiben von selber. Für die Bindung musste also nix gemacht werden.

    Nun auf einmal konkuriert man mit anderen attraktiven Freizeitmöglichkeiten und muss nun auf die Wünsche und Anforderungen der Mitglieder eingehen um sie zu gewinnen und zu halten. Bindung bedeutet dabei nicht, dass man einen Vertrag über einen längeren Zeitraum unterschreiben muss, sondern es geht darum, zum Mitglied ein Verhältnis aufzubauen und ihn durch immer wieder neu angepasste Angebote zum freiwilligen Verbleib zu bewegen, kurz gesagt es für ihn angenehm und interessant zu gestalten.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.