Frustabbau-Thread

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  • Nach zig Jahren im Kinder- und Jugendfussball-Game hab ich 3 Arten von Trainerarten erlebt die sich immer und immer wiederholen:


    - Typ Engagiert: Akzeptiert dass er von der Materie wenig Ahnung hat, geht auf Fortbildungen, schaut Videos, liest Bücher und versucht dieses Wissen anzuwenden (Kleine Spielformen, "neuer" Weg)


    - Typ Besserwisser: Hat früher 20 Jahre in der Kreisklasse gespielt. Früher war alles besser. Also rennen ohne Ball, große Spielformen, Tabellen und Ergebnisse superwichtig. Bin mir oft nicht sicher ob die Kinder oder das eigene Ego der Antrieb ist. Absolut beratungsrestent.


    - Typ 50%: Macht gerade das nötigste, Training fällt immer mal wieder aus, Inhalte nicht existent, baut ein FEld auf und lässt die Kinder kicken (bin mir nicht sicher ob der Typ sogar dem Besserwisser vorzuziehen ist)

  • Wie war das On-Boarding des neuen Trainers von eurem Verein? Wurde ihm die Philosophie nahe gebracht? Habt ihr eine?

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Funino-Fan Wir bieten Breitensport und ab der D-Jugend Leistungssport an. Für Bambini gibst du nur dein Führungszeugnis ab und wirst dann der Mannschaft zugeordnet. 1x Im Jahr eine Trainersitzung, dass uns Ausbildung wichtiger ist als Ergebnisse und das wars. Man bittet darum das Kindertrainerzertifikat zu machen. Das wird auch bezahlt. Sowie die Trainerlizenz, wenn man sich für 3 Jahre verpflichtet eine Mannschaft zu leiten. Aber in den kleinen Altersklassen wird sich wenig eingemischt. Ab den Lande- und Verbandsliga-Teams können auch schonmal Trainer fliegen....

  • Funino-Fan Wir bieten Breitensport und ab der D-Jugend Leistungssport an. Für Bambini gibst du nur dein Führungszeugnis ab und wirst dann der Mannschaft zugeordnet. 1x Im Jahr eine Trainersitzung, dass uns Ausbildung wichtiger ist als Ergebnisse und das wars. Man bittet darum das Kindertrainerzertifikat zu machen. Das wird auch bezahlt. Sowie die Trainerlizenz, wenn man sich für 3 Jahre verpflichtet eine Mannschaft zu leiten. Aber in den kleinen Altersklassen wird sich wenig eingemischt. Ab den Lande- und Verbandsliga-Teams können auch schonmal Trainer fliegen....

    Ganz typische Struktur. Wirst du so und in leicht abgewandelter Form in 85% der Vereine erleben.
    Es ist ganz oft vom Glück abhängig, dass die Vereine modern und gut agierende Trainer haben.


    In den seltensten Fällen wird eine Philosophie oder ähnliches vorgegeben und noch seltener wird diese Philosophie auch konsequent umgesetzt.


    Wenn Vereine gut entwickelte Teams haben, ist das fast immer von der persönlichen Expertise und dem Engagement des jeweiligen Trainerteams abhängig.

  • On-Boarding?

    Gibt es bei uns leider nicht.

    Da kümmern sich, wenn überhaupt, die anderen Trainer drum.

    X-mal angeregt aber wenn man es anbietet und man dann nicht mal die Info über neue Trainer bekommt...

  • Mich würde wundern, ob du je mit dem betroffenen Trainer darüber gesprochen hast? Selber bin ich sehr jung und habe mit B-Diplom auch gute Qualifikation und weiss, dass es ab und zu schwierig sein kann. Dennoch würde mich interessieren, ob er mit sich sprechen lässt und evtl. auch bereit ist Inputs anzunehmen. Die Bemerkung, dass er möchte, dass du dich raushältst sagt zwar nein aber ein Versuch ist es dennoch wert.

  • Du hast keine Ahnung auf was man für Unverständnis trifft, wenn man sich für modernen, nachhaltigen und auf faktenbasierend qualitativ hochwertigen Kinderfußball einsetzt. Das 4+1 als Option in der G-Jugend war von der Verbandsleitung schon ein Kompromiss, weil die Ablehnung des Funino zu groß war. Wenn selbst Akteure aus dem Fußball keine Offenheit haben, schaffen das Eltern, Elterntrainer und Laie wie Mario Barth schon zweimal nicht von ihren Dogmen aus dem letzten Jahrtausend wegzukommen.

    Bzgl. Reden mit dem Trainer......er glaubt mir nicht. Weil alle anderen Teams stehen auch in einer Formation und passen......ob die kinder checken was sie da tun, ob sie dadurch Spielkompetenz entwickeln oder einfach nur die 5 Frühentwickler zum Spiel mitgenommen werden, wird da nicht hinterfragt. Es zählen nur die Tore und Gegentore die man während dem Fairplay spiel im Handy dokumentiert....

  • Schade... Ich verstehe die Abneigung zu Neuem nicht. Gerade wenn man sieht, wie die individuelle Klasse bspw. bei den Spaniern ist, sollte man einsehen, wie gut FUNino sein kann. Die Folge 4 bei 1x1 Sport-Podcast kann ich dabei nur empfehlen. Thomas Staack zeigt da super auf, wie man das Ganze umsetzen kann. Leider erreichen diese Nachrichten meistens eh die, welche bereits viel gut machen. Daher ich kann deinen Frust sehr gut verstehen. Kenne das selber, wenn man da nicht angehört wird.

  • Schade... Ich verstehe die Abneigung zu Neuem nicht. Gerade wenn man sieht, wie die individuelle Klasse bspw. bei den Spaniern ist, sollte man einsehen, wie gut FUNino sein kann. Die Folge 4 bei 1x1 Sport-Podcast kann ich dabei nur empfehlen. Thomas Staack zeigt da super auf, wie man das Ganze umsetzen kann. Leider erreichen diese Nachrichten meistens eh die, welche bereits viel gut machen. Daher ich kann deinen Frust sehr gut verstehen. Kenne das selber, wenn man da nicht angehört wird.

    Aus meiner Erfahrung heraus kommt dir Ablehnung gegen Funino gar nicht mal wegen der Spielform selbst sondern eher aus dem organisatorischen Aufwand und den daraus resultierenden Problemen für Spieler, Vereine und auch Eltern.

    Ich war zuerst auch kritisch, habe das aber schnell abgelegt. Meine Trainings sind inzwischen fast ausschließlich auf Kleingruppen von maximal 4vs4 ausgelegt, lieber 3vs3.


    Wie gesagt, meine Erfahrungen damals aus dem Fussballkreis Trier:

    - Funino Turniere mit bis zu 12 Mannschaften aus nur 3-4 Vereinen, also mussten die Kiddies auch gegen ihre eigenen Mannschaftskameraden ran

    - alle vier Wochen gegen ein und dieselben Gegner bis jede Mannschaft (nicht jeder Verein!!!) einmal ein Turnier veranstaltet hatte. Also hatten wir mit unserer F-Jugend-Gruppe mit 15 Kindern/drei Teams dreimal das Turnier zu veranstalten.

    - vier bis sechs Felder aufbauen (was alleine oder zu zweit schon ewig dauert), dazu dann 16 bis 24 Tore organisieren.

    - Turnierlängen von über vier Stunden waren nicht selten

    - wegen der Länge der Turniere musste teilweise schon um 8 Uhr morgens gestartet werden


    Dazu kommt natürlich auch schlechte Kommunikation bezüglich der Vorteile von Seiten der (negativ eingestellten) Trainer in Richtung Eltern.



    Mein Wunsch wäre ja für die Spielformen:

    G+F Funino

    E 5vs5

    D 7vs7

    C 9vs9

    B+A 11vs11

    Der Sprung von Funino auf 7vs7 ist in meinen Augen einfach zu groß.

  • EifelMoselHunsrueck, die Erfahrung kann ich so nicht bestätigen.


    Die Kinder bei mir sprechen immer davon, dass sie endlich den "richtigen Fußball" spielen wollen. Teils liegt aus meiner Sicht daran, dass sie von den Eltern (der Eindruck hat sich in Elterngesprächen auch gefestigt) indoktriert werden, zum anderen liegt es aber auch daran, dass sie den großen Vorbildern nacheifern wollen. Vor dem Training spielen die Jungs am liebsten auf die Erwachsenen-Tore -jeder Schuss ein Treffer.

    Aktuell übernehmen immer noch (Papa-)Trainer der alten Schule, die früher einmal höher gespielt haben, die Mannschaften. Argumente wie "Wir bilden ja gar keine TW mehr aus", "Ergebnisse zählen nicht mehr" sind zumindest im ersten Trainerjahr noch an der Tagesordnung. Und diese populistischen Meinungen verfangen sich immer noch bei den Eltern.


    Bei uns in der E-Jugend haben die gemischte Festivals durchgeführt. Da hat man immer abwechselnd 3 vs 3 und 4+1 im CL-Modus gespielt. Das war super. Nach anfänglichen Murren fanden das alle gut. Warum das wieder zurückgedreht wurde, habe ich bis heute nicht verstanden?

  • Ist doch nicht wirklich so, dass die Spanier nur Funino spielen. Die schrubben auch mit den Kleinen schon ordentich Technik. Die können alle um Hütchen dribbeln und verschiedene Wendetechniken und Finten. Das haben die nicht von allein im Funino gelernt. Man findet auch Videos, wo man sieht, dass deutlich unter 10 jährige isolierte Technikübungen machen. Funino ist gut. Aber es ist keine Universalmedizin, die alles heilt. Es ist eine wichtige Komponente. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Das ist alles so extrem. Früher haben die lange angestanden, um mal einen Ball zu spielen und viel zu wenig frei gespielt. Und heute meinen die, durch freies Spielen regelt sich alles von allein. Das ist einfach nicht so. Auch wenn man hier schon 1.000 Beiträge geschrieben hat. Davon wirds auch nicht wahr.