Was treibt dich wirklich tief im Innersten an, Fußballtrainer sein zu wollen? Was treibt Eltern an, den Koten möglichst hoch spielen zu haben? Was ist der wirkliche Grund?!

  • open minded


    Sieht nun doof aus, hatte ich am Anfang so aber wirklich nicht auf der Pfanne. Betont habe ich das, weil ich diesbezüglich niemanden verarschen wollte...entstand einfach so...großes Ehrenwort! Wer sich verteidigt klagt sich an...trifft hier nicht zu ;) , ich weiss das es so ist.


    Zur Sache


    das was für dich offensichtlich normal ist, ist für sehr sehr sehr hoch 10 viele Leute da draussen nicht normal. Sie empfinden es -so scheint es...teilweise als unnötig, weil sie kochen schließlich nur ihren Brei in ihrer Mannschaft und es ist ihnen egal, was mit den anderen ist, ...was mit dem Verein ist. Im Prinzip leben diese Leute ihren Verein im Verein.


    Die anderen dieser Leute empfinden es als Kriegsansprache, so man ihnen nun etwas abverlangen will, was sie bis Dato doch nie so lebten...bis gar unnötig empfanden. Wieso sollen keine Flanken bei den Minis geübt werden, ist doch schließlich Fuball usw..


    Ein Konzept ist ein Regelbuch für sie...das empfinden diese nicht wenigen gar typischen Vereinsmenschen...um nicht Meier...zu sagen...als Erstickungsmaßnahme, was ganz typisch für "Vereiner" ist.


    Andere sagen dann, das man das durch Überzeugungsarbeit machen muß. Man muß diese Kollegen durch Überzeugungsarbeit in dieses Boot holen. Das höre ich nun seit 12 Jahren und dort wo man das meint ist:


    NICHTS GESCHEHEN....faktisch gibts kein Konzept.


    Ein Konzept gibts da, wo man ebend nicht fragte, ...oder nicht die Überzeugungsarbeit leisten wollte, sondern wo man -im Wissen als VERANTWORTLICHER und WISSENDER um die gute weitläufige Sache für den Verein- das Ding einfach einführte und basta. Da läufts.


    Allein das Wort "Anordnen" das ich in diesem Zusammenhang woanders brachte, brachte tausende Einträge und Beschimpfungen und Wahnsinnsanfälle bis Panikattacken...was typisch ist. ;) 
     :rolleyes:


    Ich muß...kann da im Nachhinein gepflegt drüber humorvoll lachen, ...weils so klar war.


    Ich denke heute, dass jeder seines Glückes Schmied ist und es wird in Zeiten eines demografischen Wandels eine Quittung geben und die wird für einige schmerzvoll sein, meiner Überzeugung nach ist das GARANTIERT...fragt sich nur wann. Wann endet es, dass die Löcher im Boot gestopft werden können, wann fällt das haltende Gerüst zusammen. Es gibt einige die bereits gestrandet sind und die Insel wird sich füllen!


    Ich bin übrigens derzeit in der Politik tätig. In der Partei in der ich aktiv bin gibts eindeutige Strukturen. Problem werden erkannt, benannt und erörtert. Es gibt Kompetenzen (Ausschüsse) die die Themen bearbeiten und irgendwann gibts Lösungen....die Angeboten werden. Diese Lösungen werden dann diskutiert und es kommt zur Abstimmung.


    Das Ergebnis einer Abstimmung ist Auftrag für die Verwaltung der Gemeinde. Da wird dann nicht mehr gelabert und boykottiert, sondern gemacht.


    Genau das ist der Unterschied zum Verein. Da wird unterlaufen, gedroht mit Weggang, da werden Messer in Rücken gestoßen und über Ecken wochenlang schlecht geredet.

  • Ein Konzept ist ne tolle Sache und kann vieles verbesssern. Ich habe mich in den letzten zehn Jahren in drei verschiedenen Vereinen ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du, Keller-Kicker. Jetzt spielen meine Kinder in einem grossen Verein (andere Sportart), der ein tolles Ausbildungskonzept auf dem Papier hat - im Training merkt man davon wenig. Ob ein Konzept dann Verbesserungen herbeiführt ist wieder die Frage davon, ob und wie die Leute sich darauf festnageln lassen.


    Ja das ist so.


    Ich erinnere an meine immer noch vorhandene Meinung....Mitgliedsbeitragserhöhungen zur Finanzierung von Trainerhandgeldern bis in die G Jugend, um das Traineramt zu stärken...das Ehrenamt in den Köpfen vieler aufzuwerten....um Jugendlichen einen letzten Anreiz zu geben, das geliebte Hobby machen zu können, statt die übrigen mögliche Zeit fürs Zeitungsaustragen, dem Dienst im Getränkemarkt oder sonst wo zu widmen, um sich Kohle für die Freizeit zu erwirtschaften.


    Wer als Trainer einer Mannschaft...egal welcher Altersgruppe 100 oder 150 Euro im Monat kassiert, der läßt sich auch auf ein "überwachtes" Konzept ein. Wenn nicht, gibts wohl mehr Kandidaten für ein solches Amt...jedenfalls mehr als es die gab bei einer NULLEURO Regelung. Dabei gehe ich nicht mit, dass jemand das nur wegen des Geldes macht, das ist für mich Nonsens.


    Eine Trainingsstunde muß nicht nichts oder 60 Cent kosten...das darf auch gern 1,20 Euro sein und wäre immer noch der Sport den jeder machen kann. Hierbei weise ich nochmals auf eine soziale Komponente hin...die da lautet...Haertz IV...bekommt vom Amt...und für alle übrigen....drittes Kind z.B. frei.

  • ich möchte hier mal folgendes anmerken:


    fußball ist bei weitem nicht so wichtig wie wir immer vorgeben und wie er es für manche von uns ist.
    es ist im breitensport lediglich eine weitere form der bewegung, eines hobbies, eine kinderbetreuung was weiss ich.
    jedenfalls für viele eltern und selbst für manche ehefrauen der trainer.


    weiterhin empfinde ich die durchschlagende annahme, kinder und eltern hätten zu "gehorchen" oder sie müssten gehen doch mehr als bedenklich.
    sind sie nicht auch kunden und haben anspruch auf eine betreuung, die ihnen zusagt? immerhin müssen vereine auch im zeitalter wegfallender förderung
    noch mehr als früher rechnen. die nächste stromnachzahlung kommt und die zeiten von werner kampmann sind auch vorbei.
    so sollten sie mehr tun um ihre mitglieder zu halten als autoritäre regeln oder konzepte aufzustellen.


    ein kompetenzteam mit einbindung der eltern finde ich großartig.
    das kenne ich so gar nicht, denn entweder sind eltern als trainer ruckzuck mitglieder des vereins
    oder bleiben aussen vor, trotz fahrdienst, kuchen backen und trikotwaschen.


    das kann ich auf jeden fall mit nehmen aus dieser diskussion!

  • Siebener,


    ich kann dazu noch ergänzen, dass es einen Elternrat gibt. Der hat z.B. für das zweite Jahr D wo ich dort Trainer war mitbestimmt, dass wir uns nicht für Bezirksliga beworben haben, obwohl wir beste Chancen hatten, dort einsteigen zu können. Wir zweifelten alle (Eltern und ich als Trainer) im Gegensatz zu manchem Vereinsverantwortlichen, dass die Jungs dazu in der Lage waren. Ich hatte eher sehr kleine Spieler...und man findet dort eher die auffällig großen Spieler die auch noch schnell und technisch gut sind. Hier spielt man in der D ohne Auf.-und Abstieg auf Antrag immer für ein Jahr in der Bezirksligarunde. Das gilt nur für die D und ist auf ein einziges Team im Fußballkreis beschränkt.


    Das Ergebnis war, das sich nicht beworben wurde.


    P.S. Aus diesem Denken entstand auch mein Thread in Sachen ....dass Kinder ein Stimmrecht bzw. ein stellvertretendes Stimmrecht haben sollten. Vielleicht versteht man jetzt das WIESO 8)

  • fußball ist bei weitem nicht so wichtig wie wir immer vorgeben und wie er es für manche von uns ist.


    es ist im breitensport lediglich eine weitere form der bewegung, eines hobbies, eine kinderbetreuung was weiss ich.


    jedenfalls für viele eltern und selbst für manche ehefrauen der trainer.


    ich verstehe ja, was du damit meinst. Mir wurde in diesem Forum auch schon vorgeworfen ich nähme Fussball zu wichtig.
    Mir ist diese Floskel aber zu platt. Wer entscheidet wie wichtig Fussball für den anderen sein darf. Ab wann ist man ein Spinner? Wann verlässt man die Norm? Wer legt das fest? Wichtigkeiten können sich ändern, sind nicht statisch, sind für jeden anders.
    Anfang der Woche war im TV ein Bericht aus Griechenland. Es wurde ein junger Mann gezeigt, der seine Rechnungen nicht mehr öffnete und seine Wohnung mit Holz heizte. Er sagte sinngemäß, nur das tägliche Fussballspiel hielte in seelisch über Wasser.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • ja, so fälle gibt es. was ich meine ist, wir trainer sind oft fußballverrückt, keine frage.
    wir saugen ja vieles auf, sind auf der suche nach neuem, melden uns in foren an und texten uns die finger wund.
    das sind wir. kein fußballspiel ist langweilig, ein 0 : 0 taktisch gesehen erste sahne, wenn du verstehst was ich meine.


    aber da gibt es die welt der anderen, zb. der eltern. die melden ihre kinder an weil die sport machen wollen oder sollen.
    oft ist es zufällig der fußballverein. manche werden ebenfalls infisziert, vielen bleibt die sache suspekt, ein leben lang.


    und genau das ist der punkt: wir sind anbieter, ich sags immer wieder, und wir müssen unser ding ja auch verkaufen.
    ich meine, in den heutigen zeiten, reicht hier fanatismus nicht mehr sondern empathie ist angesagt.
    ein, so war das immer und das hat nie geschadet, voilà, hier sind meine regeln, geht bei veränderten demografischen bedingungen
    zuzüglich übersensible eltern nicht mehr. hinzu kommen migrationsbroblematiken, schule usw.


    ein beispiel: ich habe mir ein bein ausgerissen um in der trainersitzung für uns drei statt zwei trainingszeiten rauszuziehen.
    meine arbeit habe ich umgestellt um pünktlich und regelmässig da sein zu können. monatgs, mittwochs und freitags.
    so, der freitag ist gecancelt worden. warum? manche sind nach der schulwoche zu erschöpft, andere wollen sich auf die partynacht vorbereiten.
    stylen, chillen, vorglühen. tja, so liegen die prios und ich bin aus allen wolken gefallen.


    das ist was ich meine, fußball ist längst nicht so wichtig wie wir uns nehmen. :rolleyes:

  • ... ergeben sich daraus?

    sind sie nicht auch kunden und haben anspruch auf eine betreuung, die ihnen zusag

    Können dann Vereine so bleiben wie sie immer schon waren?
    Ein vollkommen neues Gesamtkonzept müsste dann her, wobei der von Andre gefoderte Verhaltenskodex ala KIFU/FairPlay nur ein Teil wäre. Zusätzlich müsste das Angebot der Fussballabteilung überdacht werden.
    Geht FunSoccer den Verein wirklich nichts an ( nach Motto: sollen sie´s halt auf Bolzplätzen privat organisieren)?
    Muß die Fußballgolfanlage, Soccer-Funpark,e.c.t. tatsächlich Gemeinden oder gewerblichen Anbietern überlassen werden?
    Gutes Beispiel sind die Ski-Orte, die allerhand Einfälle haben, wie sie junge Generationen anziehen wollen (Kidsclub, Kids-Funpark...).
    Da könnte man doch als Verein doch glatt Geld für verlangen!


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • vereine rekrutieren sich ja aus ehrenamtlern.
    in den vorständen sitzen oft die altvorderen, weil sie auch immer schon da waren.


    in den nächsten 10 jahren wird sich da allein hinsichtlich der alterstrukturen in der vereinsführung viel tun, vermute ich.
    und auch dadurch, dass kinder ausbleiben wird sich viel ändern.


    in welche richtung das gehen wird, ist schwer zu sagen.
    innovation und veränderung wird sicher nötig sein.
    ein von mir hier oftmals genannter ansatz ist ja die kooperation mit der schule
    bis hin zu schulteams und entsprechenden ligen.


    allein in den letzten fünf jahren sind drei fußballvereine bei uns verschwunden.
    weitere haben schwierigkeiten und es zeichnet sich eine konzentration auf drei vereine ab,
    die "normal" gefüllt sind. zur zeit tun die nicht mehr als sie müssen, sie verwalten sozusagen.
    aber ich bin gespannt...

  • allein in den letzten fünf jahren sind drei fußballvereine bei uns verschwunden.


    Bei unserem Dorfverein wurden aus 10 Kinderteams in 5 Jg ein einziges, das nun unbedingt erhalten werden soll (Abwerben andernorts, 3 Anrufe hintereinander mangels Abstimmung), bei euch verschwinden gleich ganze Vereine - find ich besser! Unser Verein hatte 2 neue Jugendplätze bei der Gemeinde (auf aller Kosten) durchgeboxt, die stehen nun oft leer: topgepflegter Rasen, den Kinder der Gemeinde aber lt Schild u. Zaun nie betreten dürfen: für "Unbefugte" verboten! Nun trainieren Herren (5 Teams) mit drauf. Würden alle Vereine verschwinden, verschwände auch ihr Monopol auf den Fußball: Nischen, Neues, Professionalisierung: Leistung FÜR Kinder könnte entstehen! Klar, dann würde es per echter System-Konkurrenz nicht nur besser, auch teurer: sie belebt eben Geist wie Geschäft. Dass man nicht als Kunde den Lauten machen kann, wenn man fürs Kind nur 8 Euro im Monat hinlegt, klingt erstmal korrekt: da gibt's nicht viel zu verkaufen bzw. zu fordern. Die vielen anderen, eigentlich sozial Schwachen, also zuerst Kinder zustehenden Gaben von Stadt, Gemeinde, Land, Sponsoren fallen aber stets untern Tisch, s.o. Wenigstens die Plätze sollte man sportlich sich betätigen wollenden, weiter im Prinzip Fußball-begeisterten Kindern bzw. den sie frei wie früher auf der Gemeindewiese fördern wollenden Eltern öffnen, nachdem man ihre Teams ruinierte: das wäre nur fair! Zumal, wo diese Pfründe der Gemeinde gehören. Ist aber alles verschlossen, Motto: "alles meins"!? Da fehlt oben soziales Bewusstsein wie Verantwortung: das Denken als Verein im Dorf, zu dem alle gehörten...


    Klar, wo Konzepte nur Papier blieben, sind sie nichts wert, kenn ich auch vom Nachbarverein, der so der einzig guten Verein rundum im fernen Stadtsüden nachahmte: Da muss schon wer echt hinter stehen, der auch das Sagen hat. Leider habe ich das Gefühl, dass Vereine, aber auch DFB letztlich in der Jugend die Breite nurmehr mitschleppen zu müssen meinen, in Wahrheit nur auf die (Leistungs-Spitze schielen, schon fehlgeleitet im Blick auf Kids ab 7, 8 Jahre - als solle der Rest besser gleich bloße Fans werden, denen man dann besser Fanartikel u. Eintrittskarten verkaufen kann, da sie als Inaktive ja nichts sonst als Zuschauen u. Stars-Anfeuern mehr zu tun haben: schöne neue Fußballwelt?

  • Als Versuch einer Antwort auf die Ausgangsfrage, was mich als Trainer antreibt...
    Ich bin selbst ein begeisterter Fußballer, d.h. es macht mir viel Spaß zu spielen. Aber nicht immer. Es kommt auch immer auf das Umfeld und die Mitspieler an. Als Schüler war ich nicht in einem Verein. Warum? Es machte mir keinen Spaß, mit den "Vereinsspielern" zu spielen. Diese spielten unfair, machten Schwalben, taten vieles, um zu gewinnen und die schlechten Fußballer wurden niedergemacht.
    Später habe ich gelernt, dass das im Fußball nicht so sein muss. Wenn alle fair spielen, ein gesundes Maß an Mannschaftsdienlichkeit an den Tag legen und alle Mitspieler respektieren, dann ist Fußball für mich der schönste Sport. Und: wenn eine solche Atmosphäre in einer Mannschaft herrscht, dann spielt sie auch besser.


    Offensichtlich gab es und gibt es jedoch in den Vereinen viele Trainer, die den Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass ihr Spiel nur dann einen Wert hat, wenn man gewinnt.


    Dazu passt ein Erlebnis, dass ich erst vor Kurzem hatte. Ich bekam eine Einladung von einem Nachbarverein zu einem "Trainer-/Betreuer-Hallenturnier". Da ich immer gerne kicke, trommelte ich einige Trainerkollegen zusammen und wir fuhren dahin, mit der Hoffnung auf ein lockeres faires Turnier mit vielen netten Begegnungen. Schließlich waren ja alle Teilnehmer selbst Trainer, mit einer gewissen Reife usw.
    Ihr ahnt es schon, es kam anders... Wir, mit einer Trainerin im Tor, die Mannschaft sehr unabgestimmt, verloren jedes Spiel deutlich. Was mich aber sehr nachdenklich stimmte, war, wie ehrgeizig und unentspannt viele gegnerische Mannschaften gespielt haben. Da spielten uns die gegnerischen Mannschaften selbst bei einem Stand von 4:0 mit grimmigen Gesichtern an die Wand, schossen unserer Torspielerin die Bälle aus kürzester Distanz mit Vollspann um die Ohren usw. Ein gegnerisches Team, mit einem (!) Auswechselspieler angereist, ließ diesen technisch etwas limitierten Jungtrainer bis zwei Minuten vor Schluss auf der Bank schmoren, den Trainerkollegn war die Führung von 3:0 noch zu unsicher... Im Halbfinale gab es eine kleine Rudelbildung und zwei Zeitstrafen und der Schiri wurde angegangen. Auch wenn der Veranstalter sehr engagiert war, viel Wert auf Fair Play legte, hatte ich nach dem Turnier so einige unschöne Gedanken... Es hat sich wohl nicht viel geändert, was die Atmosphäre im organisierten Vereinsfußball angeht. Die aus meiner Sicht "falsche" Einstellung zum Fußball ist v.a. unter den Trainern immer noch weit verbreitet.

  • Da fragt man sich dann immer, warum sie es nicht selbst in die Hand nehmen. In diesem thread geht mir die Trainerrolle einfach ein wenig zu weit. In erster Linie müssen Eltern entscheiden, ob und wie sie ihre Kinder sportlich fördern wollen.
    Welchen Schaden nun ein Trainer anrichtet, der nicht dem hier gepriesenen Idealbild entspricht, wurde übrigens noch nicht beantwortet ...


    Vorhin vergessen: wie wichtig Trainern Job/Hobby ist, zeigt zT, wie sie den dank reeller Trianerleistung bei Kids erfolgreicheren Kollegen Steine in den Weg legen, sie absägen u.ä.; auch die Schäden bei Kids hatte ich ausführlich geschildert, wieso die Klage? Dürfte wirklich jeder sich als Trainer bewerben, die Kinder o. auch Eltern dann wie "Kunden" selbst nach fachlicher, pädagogischer, sozialer Kompetenz statt Vorstände ihre Kumpels nach Seilschaft wählen, wäre alles sportlich fair u. in Butter! So ist es i.d.R. aber nicht, es gibt wenige Entscheider u. man kennt sich: wer anders, gar besser ist, fliegt ganz schnell, damit er jene Butter nur ja keinem Arrivierten vom Brot nehme, denn man kontrolliert sich selbst statt sich von Mitgliedern kontrollieren zu lassen, jedenfalls bei uns: Eltern dürfen für Kinder nur Beiträge zahlen, aber weder Kinder noch Eltern haben Stimmrecht. So macht man oft Ämter unter sich aus, grenzt Rivalen/Opposition aus o. hohe Beträge fließen aus der Jugend- in die Herrenkasse, von Klein/Arm zu Groß/Reich, ohne dass man's verhindern könnte. Tja, wer in der Saison bei 2 Jungs 2 x 3mal wöchentlich 5 o. 14 Kilometer hin u. zurück fahren + je 1,5 Stunden bei Training warten will u. kann, der wechselt dann mal eben "einfach", wenn die Kids wg. Schreierei, Zutexten, öder Monotonie statt effizientem Üben o. vielen Kollektivstrafakten ihre Lust ausgetrieben wird, sie Frust bekommen u. nicht mehr zum Training wollen: da müssen wir immer so viel Runden laufen, dann vorm Schuss ewig anstehen, dürfen dabei kein Wort reden, nie lachen u. es ist so langweilig.... Da Wechsel so aber irrealistisch sind, hören viele nur auf mit ihrem Sport. Und wenn das kein Schaden ist, würden ja all die Politik irren, die Sport als gesundheitsförderlich etc. für alle mit viel Mitteln sponsert.


    Fazit: Wer Spieler demotiviert, hat seinen Job verfehlt u. Kids bringt es gar nichts, dass er es fast umsonst tut. Narrenfreiheit, Werben um Gelder, Plätze, Hallen mittels Jugend etc. nützt nur anderen, Erwachsenen, natürlich auch den Eltern, die wenig bezahlen, sich nicht kümmern wollen. Es gibt aber auch welche, die gern selbst aktiv in fairer Job-Konkurrenz (der bessere soll gewinnen - das ist doch Sportsgeist, nur Trainer von Kindern - nicht den Herren - blocken dies ab...) betreuen würden o. denen bessere u. zielführende Betreuung viel mehr als nen paar Euro wert wäre. Aber freie professionelle Alternativen fehlen, da Vereine eben fast kostenlos das Monopol auf Gemeindeplätze o. Hallen haben, sich so konkurrenzlos billig anbieten u. die für Teams nötige Masse ziehen können. Und so geht's mir seit Jahren, daher der Appell an Verantwortung, Respekt, sportlich faire Leistungs-Konkurrenz auch unter Kinder-Trainern (falls es mehrere Bewerber gibt) statt dumpf diskriminierendes Ausgrenzen etc. Das sollte in einem demokratisch-marktwirtschaftlichen Liberalismus eigentlich für jeden selbstverständlich sein, aber in Vereinen scheint oft noch Real-Sozialismus vorzuherrschen u. irgendwie kann man sich "aus Tradition" der Tatsache verweigern, dass der gescheitert ist. Auf der anderen Seite gibt's dann quasi kleine leistungsfetischistische Diktaturen, die Leistungszentren, wo Kinder nur selektiert, wie Rohware gesiebt werden: wer (für die Trainer/Sichter/Vereinserfolge) nicht gut genug ist, muss draußen bleiben bzw. fliegt bei Formschwäche. Dahinter steckt als Motiv nicht mal mehr nur sportliche Siegesgier, sondern auch längst das Geld: Kinder nicht als Selbstzweck o. gar höchstes Glück, nur als "Unterbau". Wer U17/19-Bundesliga spielt, verkauft sich gut, rekrutiert aus eigener Jugend o. erhält Ausbildungsentschädigung. Dies Geschäft ist auch nicht grad menschlich, gar kindgerecht, oder?


    Man sollte auch darüber mal offener reden dürfen, aber dies scheint mir weit schwieriger als zB Homosexualität. Daher meine Rede vom Outing: eigene frühkindliche Macken, verdrängte Seelenschmerzen, reaktiv Machtwille eingestehen, eigene Motive im Unbewussten offen reflektieren, Unfähigkeit erkennen, sich fachlich verbessern etc., das brächte Kinder wie Trainer voran u. sich näher, oder? Wo reihenweise Teams aufgelöst werden, bedeutet das sonst reihenweise "kleine" Dramen. Mir geht das sehr nahe, da ich es selbst als Kind erleben musste, zeitlebens darunter litt ,Outing: überzeugt bin, sonst ein Topfußballer hätte werden können. Ja, klar, viel Fantasie. Das war mein Motiv: meinen Jungs sollte es besser ergehen. Aber letztlich war wie oben geschildert nichts zu machen, es wurde ein schmerzliches Déja vu...

  • Am Anfang des Threads war einige Male von Resilienz die Rede. Ich muss zugeben, dass ich den Begriff gar nicht kannte. wiki


    Gestern bin ich beim Zappen bei einem Beitrag auf 3sat hängen geblieben, der Titel: "Was die Seele stark macht - Resilienzforschung". Die Sendung ist wirklich sehenswert und zeigt insbesondere am Beipiel von Kindern, wie Menschen mit schwierigen Situation oder sogar traumatischen Erfahrungen umgehen und wovon der Erfolg hierbei abhängt.


    Der Beitrag ist mit Begleitinformationen zu finden unter http://www.3sat.de/scobel/

  • Hallo maitre999,


    das ist doch mal ein tolles Thema.
    Fussballbaron hat da schon mehrfach was erwähnt drüber.
    Da es umfangreich ist :] -----> mach doch damit ein eigenes Thema auf. Interessiert bestimmt viele!


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Wie bin ich zum Fußball gekommen?
    In meiner Jugend gab es viele Kinder in den Vereinen, wenn du da keine Beziehung hattest, spieltest du kaum. So war ich nur 1,5 Jahre in einem Verein, mein Herz gehörte aber weiter dem Fußball.
    Dann drängelte mein Großer, wolle kicken. Das konnten wir eine Zeit lang verzögern und dann, na gut, probieren wirs.
    Etwa 2,5 Jahre spielte er in meinem ehem. Verein. Um es kurz zu sagen, die Jugendarbeit ist und war eine Katastrophe, ich schaute mich für meinem Sohn nach einem anderen Verein um.
    Der fand sich auch. Da ich immer zu Spielen zugegen war und auch beim Training gern zusah, wurde ich nach ein paar Monaten gefragt, haste Lust mit zu machen? Ich hatte Lust. Als Betreuer konnte ich echt viel vom Trainer lernen. Für mich selbst, das will ich betonen, war Fußball nur Nebensache, ich hatte andere Hobbys.
    Zwei Jahre später wurde ich gefragt, ob ich die Mannschaft als ÜL übernehmen würde. Ich wollte, mit neuem ML, und schon war für meine Hobbys viel weniger Zeit.
    Was treibt mich dazu an?

    • ich finde es spannend, mit Jugendlichen zu arbeiten
    • da ich mich intensiv mit dem runden Leder befasse, konnten wir erfolgreich das Spielsystem verändern
    • das Team wird modern, nach angelehnt an die Vorgaben des DFB geführt- das provoziert manch alten Spieler des Vereins
    • Die Spieler haben trotz intensiven Trainings Spass am Kicken
    • die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem ML, wenn es mal einen moralischen Knacks gibt, baut er mich auf und anders herum

    Weshalb könnte ich aufhören?

    • zu Viele nehmen den Fußball zu ernst, denken, das Kicken wäre das Einzige, was zählt
    • wenn ich feststelle, das einfach zu wenig Spieler im Team sind und deshalb viele verdiente Erfolgserlebnisse ausbleiben
    • die Wahnssinns Zeit, die ich als ÜL investieren muß, vieles Schöne bleibt da einfach liegen
    • das ich mein sauer verdientes Geld reinstecke, keins aber zurück bekomme, die finanzielle Anerkennung fehlt, ich will aber nicht reich werden!

    ;)

  • Wer Spieler demotiviert, hat seinen Job verfehlt


    Kaum einer setzt sich die Demotivation von Kindern zum Ziel. Es passiert aber dennoch immer wieder und zwar überall.
    Soll es auch, und ist gerade für den, der das wirklich auch jobmässig macht und über die entsprechende Erfahrung verfügt, auch ab und an mal kalkuliert und gewollt (nie aber ein Dauerzustand - wohlverstanden!).
    Effektives Training passiert oft genau an der Grenze zwischen Spass und Frust, respektive ist es u.a. ein Ziel, Spass an Dinge zu bekommen bei welchem Nichtsportler hinschmeissen. Diesen Spass an Dingen erhält man durch Training am Rande der Frustzone: Man nimmt Mühsal in Kauf, weil das Kind weiss, dass es dann mal dafür belohnt wird.
    Nun gibt es Kids die sind entweder mental oder körperlich noch nicht so weit. Im KiFu liegt es eigentlich immer am Mentalen.


    Und das - und hier komme ich endlich auch mal auf die Beantwortung der Frage - ist genau das was MICH treibt.
    Ich bin der Ueberzeugung, nicht nur in der Theorie, sondern mit jedem Tag als Trainer vor allem auch durch die Praxis, dass JEDES Kind durchaus viel mehr zu wachsen und sich zu entwickeln vermag, als man das gemeinhin so glaubt. Die dafür notwenigen, grundlegendsten Basiskompetenzen müssen aber in der Familie und später durch die Schule gelegt und gefördert werden.
    Im Vereinsfussball sollte ein gewisses Minimun vorausgesetzt werden können. Ein Minimum auf dem der Trainer aufbauen kann um diese weiter und - gegeben durch die wenigen Stunden pro Woche die der Trainer überhaupt hat - vor allem auch SPORTSPEZIFISCH und damit dann auch einmal LEISTUNGSSPEZIFISCH zu entwickeln.
    Vereinsfussball kann und soll lediglich Ergänzung aber niemals Ersatz für familiäre und schulische Erziehung sein. Es gibt viele Trainer, die sehen das (noch) anders. Sie sind dann aber oft weniger Fussballtrainer als einfach "nur" Träger einer sich oft selbst auferlegten aber trotzdem wichtigen und darum sehr ehrenwerten sozialen Rolle, welche sie aber auch genausogut ausserhalb des Fussballs hätten wahrnehmen können.
    Aus Sicht der Gemeinden sind darum nicht ambitioniert selektive Fussballvereine das Problem, sondern der Umstand, dass sich sozial Engagierte lieber ins gemachte Bett organisierter Vereine legen, als dass sie den Mut, die Ausdauer und Konsequenz haben, für diejenigen Kids, welche mangels sozialer und selbstorganisierender Kompetenzen noch gar nichts ins Fussball gehören, Alternativen auf die Beine zu stellen.

  • Ein sehr guter Beitrag. Mich stört jedoch die unterschwellige Differenzierung zwischen den wirklich talentierten Spielern und dem Rest.
    Zutreffend finde ich, auch wenn jetzt einige aufstöhnen, dass einige Kinder beim Fußball nichts verloren haben.
    Nicht weil sie sportlich untalentiert sind, sondern weil es nicht ihre Entscheidung ist.
    Z.B. der ehrgeizige Vater der gerne einen richtigen Jungen hätte, der aber gerne was auch immer machen möchte, oder die Mutter die ihr Kind bei uns abgibt, weil sie gerne die Zeit für was auch immer nützen möchte, oder das Kind was eigentlich nicht weiß warum es hier ist, aber die Zeit mit seinen Freunden für was auch immer nützen möchte.
    Diese Kinder werden später, was auch immer machen. ( Jetzt aber Schluß "mit dem was auch immer")
    Diese Kinder kann man nicht mitnehmen, da sie eigentlich nicht mit auf die Reise gehen wollen.
    Doch die Reise ist das eigentliche Ziel für mich als Trainer und das Spannende ist, wie weit die Reise bei jedem einzelnen gehen wird.
    Zur Zeit bereite ich meine E Jugend auf diese Reise vor und mache dabei sicherlich viele Fehler, aber es gilt alle die gerne diese Reise antreten wollen zu begleiten und sie auf die nächste Etappe vorzubereiten, auch wenn das Endziel nur Kreisliga heißt.

  • Der "Rest" sind für mich die 3 Prozent der Talentierten....DAS ist der Rest im Breitensport!!!!!!!!!!!!!


    Ich unterscheide hier in den Philosophien der Verantwortlichen


    1. Der Verein der rein weg nach Leistung vorgeht, weil der Aufstiegsgedanke der Grund des Tuns ist (Profi.- u. Leistungsvereine)


    2. Der Verein den es noch nicht gibt. Der den Aufstieg gern mitnimmt, soweit SEINE Jugend das locker hergibt (ohne Druck) und dabei auch in der Lage ist über Folgejahrgänge die Liga zu halten. (Breitensport)


    3. Der Verein der beides verbindet. (Breitensport)



    Ich finde es fatal, wenn eigentliche Breitensportvereine gem. der Nr. 1 vorgehen bzw. Trainer hier vorgehen lassen, was weder zum Verein...zu deren Mitgliedern oder dessen Potenzial oder auch dem Ausbildungsstand der Trainer entspricht. Diese versuchen oftmals mit der Brechstange IHR Egoding durchzuziehen. Hierbei vernichten sie Mitglieder und damit Geld. Die Rechnung zahlen sie aber nicht. Die Rechnung präsentiert niemand. Die Zahlen lediglich die Opfer und dabei schauen Verantwortliche zu oder bemerken es erst garnicht, weil sie dumm sind, sorry. Von wegen Trainermangel...da gäbe es von mir einen kräftigen Tritt...sinnbildlich.


    Das ist wiederum die Sache mit der Philo und dem Konzept und der Kohle an die Trainer wegen der Attraktivität des Amtes und der Einbindung des Trainers.


    Das Eltern ihre Kinder abgeben finde ich darüber hinaus ganz normal. Gerade im unteren Bereich sollte es Legitim sein, dass Kinder mal proben um Ihren Sport zu finden. Das ist eine sportliche Herausforderung für mich. Ich habe mich dabei wegen der Schulterklopfer gern als Trainer präsentiert und bei schwierigen Eltern war ich froh wenn die nur Abgegeben haben...um zurück aufs Thema zu kommen. Breitensportvereine haben ein EV-Auftrag...da gehts nicht darum Erwachsenen unprofessionellen mal ein wenig Magath einatmen lassen zu können...für Ihr Ego...das gilt es als Verantwortlicher zu verhindern...wobei ich wiederum auf das meist ungeschriebene Konzept zurück komme. ;)

  • Man muss nur die wichtigsten Protagonisten fragen. Die Kinder und Jugendlichen. Leider ist es so, dass sie erst sehr viel später offen äußern, wie sie die Zeit mit dir empfunden haben. Das meiste davon ist sehr positiv und schmeichelt einem. Aber es sind eben auch Sachen dabei ( die sie selbst gar nicht so heftig bzw. peinlich empfunden haben ) wo man sich die Bundeswehrzeit zurück wünscht. Da hatte man seinen Klappspaten im Rucksack und konnte ( musste ) man sich bei Bedarf eingraben. Meine ehemaligen D-Jungs erzählen mir manchmal Dinge von der damaligen G-D Zeit...
    Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob der Klappspaten im Rucksack war oder der Klappspaten einen Rucksack aufhatte.


    Ob talentiert oder nicht, ob 3, 4 oder 5% Prozent, ob als billige Betreuung einfach abgegeben usw. usw. Man hat es mit heranwachsenden Persönlichkeiten zu tun. Je nach Alter von G-A eben in einer unterschiedlichen Zeitphase, aber auch A-Jugendliche sind noch ( beruflich wie privat ) in der Orientierung. Deswegen zum Thema "Rest": Jede/-r Fußballspieler/-in fängt gleich an. Ob Nationalspieler oder nicht. Ob berühmt und mit vielen Entbehrungen oder einfach Just for Fun. Jeder von uns sch... sich zu Anfang in die Hose 8) 
    Fande den Ausspruch mit der Reise sehr schön und passend. Wir können nicht alle "retten". Manche werden auch ganz egoistisch bei uns abgegeben, weil wir ja "nichts kosten".


    Was ich aber eigentlich zu diesem Thema hier sagen wollte und mich in letzter Zeit sehr beschäftigt hat, weil ich innerhalb kürzester Zeit mit ehemaligen Spielern von mir ( teilweise mittlerweile eigene Kinder bis hin zu meiner ehemaligen D von vor zwei Jahren ) Kontakt hatte.
    Wir sind alle in der Talentförderung tätig. Ich würde fast sagen Gott sei Dank ist uns das nicht jeden Tag bewusst, weil Fußball eigentlich nur einen sehr kleinen Teil davon einnimmt. Die schauen schon wesentlich mehr auf uns, als das man das denken würde. Nach den Gesprächen mit meinen ehemaligen Spielern ist mir wieder bewusst geworden, was mir fehlt. Das war das, was mich angetrieben hat und ( vielleicht ) wieder antreiben wird.

  • Zitat von Steini: Man muss nur die wichtigesten Protagonisten fragen, die Kinder und Jugendlichen.


    Exakt, das ist doch das wichtigste. Wenn ich die sehr ehrgeizigen Trainer so erlebe, kann man sich schon fragen ob die für ihre Ziele arbeiten oder ob es tatsächlich um die Kinder geht. Ich betreue derzeit eine sehr inhomogene Mädchen D-Jugend. Alle spielen ungefähr gleichlang, bei den schwächeren hapert es nicht an einer rückständigen Technik o.ä., sondern an der mentalen Kampfbereitschaft und dem Willen sich unbedingt durchsetzen zu wollen.


    Ich habe eben ein paar Sensibelchen dabei, die sich auch nach drei Jahren Fußball noch schwer tun mit der Wettkampfsituation. Wenn wir jetzt im Winter statt Training mal eine andere Mannschaft einladen für ein Mini-Turnier sind die schon nervös, anstatt einfach Bock aufs Spiel zu haben. Ich habe aber auch ein paar absolute Kampfschweine, die die Mannschaft trotz der Unausgeglichenheit mit vielen 'Zitterspielen' und engen Ergebnissen in der Hinrunde auf den 2. Platz in der 1. Kreisklasse gezogen haben. Den eigentlichen fälligen Aufstieg in die Kreisliga konnte ich durch einen Antrag bei der Staffelleitung verhindern, da würde es aufgrund der Unausgeglichenheit in der Mannschaft vermutlich nur Klatschen geben. Damit würde man das gerade sich entwickelnde Selbstbewußtsein der schwächeren Spielerinnen komplett torpedieren.


    Als Trainer würde es mich schon interessieren, mal in der örtlich höchsten Spielklasse unterwegs zu sein. Wäre vielleicht auch gegangen, da wir für die Kreisliga eventuell 2 Mädchen aus der C-Jugend hätten dazu bekommen können (spielen als D-Jugendlich z.Zt. schon bei der C-Jugend mit). Dies wäre aber automatisch wieder zu Lasten der Einsatzzeiten der schwächeren Mädchen gegangen, und mir ist die Entwicklung der schwächeren Mädchen wichtiger.


    Bis auf die drei stärksten Mädchen waren alle in den letzten Jahren eher wenig eingesetzt und spielen im Grunde ihre erste 'richtige' Saison mit entsprechenden Einsatzzeiten und einer festen Rolle im Team. Mir macht das sehr viel Spaß, diese Entwicklung zu begleiten, auch wenn es vermutlich über mehr als mal im örtlichen Kreisklassenfrauenteam zu landen vermutlich nicht reichen wird (aber wer weiß ?). Außerdem ist die Gruppendynamik in so einer Mannschaft durchaus spannend, bei allen spielerischen Unterschieden muss ein entsprechender Respekt untereinander herrschen. Es hat mich z.B. sehr gefreut, dass ein Mädchen zum Mannschaftskapitän gewählt wurde, die eben nicht zu den stärksten Spielerinnen gehört, die aber aufgrund ihrer sozialen Kompetenzen von allen respektiert wird.


    Eine Aussage aus diesem Thread, mich interessieren nur die besten 2-3 %, kann ich nicht nachvollziehen. Das soll keine Kritik sein, die Arbeit der Trainer in Leistungszentren, in Auswahlmannschaften etc. ist wichtig für die Entwicklung der stärksten Spieler. Aber sie richtet sich eben nur an einige Prozent aller Fußballer und hat nichts mit Breitensport zu tun. Da sollte man als Trainer schon wissen, wo man sich befindet und in der Lage sein, entsprechende Prioritäten zu setzen.

  • Ich tue das, was ich tue, noch immer für die Augen eines kleinen Mädchens, das keinen Trainer finden konnte. Dann kam ich als Aushilfstrainer und sie öffnete nach dem ersten Training eine Tuppabox, gab mir ein Gummibärchen mit den Worten: "Weil du mein Trainer bist!".