Beiträge von Steini

    Wo die Reise hingehen wird....

    Zur nächsten Saison Neustrukturierung einer Bezirksligastaffel in der A-Jugend. Ein benachbarter Landkreis, der seit Jahren mit unserem Landkreis die Bezirksligastaffel bildete und deren Vereine auch weiterhin dazugehören wollten, wird nun einer beschlossenen Fusion aus insgesamt drei ( !! ) Landkreisen zugeordnet. Das führt dazu, dass ab der Saison 2021 unser Landkreis mit den Stadtvereinen zusammen eine neue "Bezirks"liga bilden wird. Mangels Masse eben. Wohlgemerkt erst ab 2021.


    Und das wiederum wird für die Saison 2020/2021 heißen, dass die Bezirksliga der nächsten Saison aus ganzen 8 ( !! ) Mannschaften bestehen wird. Keiner kann absteigen und man spielt drei Mal gegeneinander. Die Abwärtsspirale gerade im A-Jugendbereich ist, zumindestens hier, nicht mehr aufzuhalten.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur raten:

    Mach ne Pause. Glaubs mir, du wirst es genießen. Erst recht, wenn du deinem Sohn bei einer Tasse Kaffee ganz entspannt beim Fußball zuschauen kannst.


    Und wenn man dann wie ich letzte Saison eine Mannschaft hatte, mit der man zusammen ein Jahr lang richtig was entwickeln konnte, ich teilweise mich auf meinen mitgebrachten Stuhl zurück gelehnt habe und einfach nur ihre Art und Weise Fußball zu spielen genossen habe, stellt man dann fest: das war jetzt der Höhepunkt. Besser wird es nicht mehr. Also habe ich ganz aufgehört.


    Und.... ich vermisse..nichts !!

    Gönn dir eine Pause und lade den Akku wieder auf

    Klein..Groß...Einsatzzeiten oder nicht. RAE Effekt erledigt oder drauf reagiert...

    Eine Richtung der Diskussion. Völlig okay.


    Möchte nur nachfragen ob taktische Diskussionen hier mittlerweile völlig uninteressant sind oder in einem anderem anderem, gesondertem Thread behandelt werden sollten oder gar nicht mehr ??

    Nur ergänzend zum Posting von Oliver:

    Gerade in höheren Ligen sieht man leider oft die Spielweise "langer Hafer nach vorne und robuste und schnelle Stürmer machen den Rest". Will das gar nicht verteufeln, aber ist manchmal gruselig anzuschauen.

    Ich hatte auch mal eine solche Saison. Landesebene, U17 und wir haben in der Hinserie reihenweise die Spiele verloren. Auf der Ebene kannst du dir nicht viele Fehler erlauben, weil die meist sofort bitter bestraft werden. Ich habe dann in der Wintervorbereitung verstärkt das Absetzen in der 4er Kette defensiv und gleichzeitiges Einrücken des gesamten Mannschaftsverbundes trainiert. So konnten wir die Spiele in der Rückserie dann wesentlich ausgeglichener gestalten. Abgestiegen sind wir dann trotzdem -).

    Wird hier im Forum oftmals ja sofort kritisiert, wenn man bei jüngeren Altersklassen gruppen- und mannschaftstaktische Abläufe als Tipp geben möchte, aber bei der von dir angegebenen Spielklasse macht das nun mal den Unterschied aus und führt zum Erfolg und den wollen auch die Spieler.


    Mich würde also interessieren, wie genau ihr euch die Gegentore fangt. Direkt im 1:1 und dann Abschluss oder eher ( wie ich vermute ) lange Flugbälle über die Kette und dann entweder direkter Abschluss oder Pässe von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr ?

    Kannst du mal ne typische Situation beschreiben ?

    Das muss dann nicht unbedingt zum Sieg führen, es reicht aber oftmals wenn die Jungs spüren, dass das trainierte auch tatsächlich fruchtet. Und wenn ich das richtig heraus lese, haben deine Jungs ja weiter Bock. Also "Erfolg" im Bezug auf Motivation durch Verbesserung und Maximierung wäre jetzt so mein Weg. Bei meinen hat das damals trotz letztlichen Abstieg gut geholfen.

    Kommt doch mal wieder runter. Die Aussage, im Breitensport alles etwas lockerer zu sehen, jeden mitzunehmen und nicht mit Sanktionen zu arbeiten, ist doch völlig okay. Ich habe nur die Vermutung, dass Andre da ( und ich kenne ihn hier aus dem Forum ja schon etwas länger ) zu sehr ein Gewinnstreben des/der Trainer im Sinn hat und die deswegen nur die guten / trainingsfleißigen spielen lassen. Lese ich da jetzt aus den Postings nicht heraus. Hier gehts ja eher um Gerechtigkeit. luibo beschreibt ja den anderen Fall ( "zu großer" Kader ) und das Problem, wie halte ich da das Gleichgewicht Spielzeiten in Relation zur Trainingsbeteiligung. Da gibt es eben keinen Königsweg. Es ist und bleibt der schwierigste Part beim Trainerdasein, dass man bei Spielzeiten nicht immer jedem gerecht werden kann, wenn man einen entsprechend großen Kader hat. Selbst wenn man noch so eine here innere Einstellung dazu hat.


    Daher Andre zu deinem verlinkten Artikel. Für mich eine fadenscheinige Veranstaltung sollange man immer noch bei dieser schwachsinnigen Regelung im Jugendfußball bleibt, nur vier Spieler einwechseln zu dürfen. Da sollten sie mal als erstes ran. Wie Scheiße ist das, wenn ich einen 18er Kader oder mehr habe und kann gleich drei zuhause lassen, weil ich sie eh nicht einwechseln dürfte.


    Und da komme ich auf das Thema hier zu sprechen.

    Ich habe meinen Jungs ( die ich ja aufgrund der oben genannten Regelung zuhause lassen musste ) freigestellt, ob sie zuschauen möchten. Ansonsten sollten sie ihr freies WE genießen.

    PietroIppolito

    Vielleicht ist das falsch rüber gekommen. Ich höre nicht der Elternschaft wegen auf. Wollte nur mal eine Lanze für die jetzige Generation brechen und auch mal die andere Seite verdeutlichen. Und Goodie hat ja vollkomen Recht wenn sie den Aufwand der Eltern anspricht.


    Ich habe jetzt drei intensive Jahre hinter mir mit Abstieg und sofortigem Wiederaufstieg. Und da ich ja nun weiß, was für ein großer Aufwand mit drei Mal Training und weiten Anreisen zu den Auswärtsspielen das bedeuten würde, muss man sich als Trainer vorher fragen, ob man da noch die Power zu hat. Und die habe ich eben nicht mehr. Und wenn dann noch Nebenkriegsschauplätze dazu kommen wie ich im Post beschrieben habe, ist der Akku noch schneller leer.

    Es passte nur eben in diesem Thread. Alles okay. Jetzt fahre ich zum Spiel meines Großen. Schön auf der Tribüne mit Käffchen in der Hand und ordentlich Klugscheißen..


    Herrlich😂☕️

    Ich habe dieses Jahr aufgehört. Über 25 Jahre Jugendtrainer mit Leib und Seele. Von Bambini bis A-Jugend alles trainiert. Im Heimatverein lange Jahre bis mir da das Kirchturmdenken und die Vereinsmeierei die Lust am Trainersein nahm und ich resigniert aufgehört habe. Ich war da der Klugscheißer, der Schwarzmaler, der Stänkerpott..nur weil ich prophezeite, dass man mit Volldampf auf die Klippen zusteuert, weil die erste Herren ach so wichtig ist und dem Jugendfußball keine Beachtung geschenkt hat. Jetzt kickt man mit der noch einzig verbliebenen Herrenmannschaft in den Niederungen der Kreisklasse und wird vermutlich nächstes Jahr keinen Herrenfußball mehr anbieten können.

    Zwischendurch Ausbildungskoordinator für C-A in einem stark leistungsorientierten Verein. Zum Schluss eine U17 auf Landesebene in einem Verein so zwischen Breitensport und Leistungszentrum. Leider steuert man da mMn auch in die völlig falsche Richtung und zerstört sich mühsam Aufgebautes. Wir hatten einen Mix aus Auswärtigen und Talenten aus dem eigenen Verein. Es kamen neue Spieler hinzu und wir haben auch jedes Jahr immer wieder Spieler an NLZ'en abgegeben. Was mich schon immer störte, war das Anspruchdenken von Eltern, deren Kinder aus dem Ort kommen. Warum spielt mein Sohn nicht in der Ersten ? Ich hätte das noch verstanden, wenn es keine zweite Mannschaft geben würde und dadurch Kinder gar nicht spielen könnten. Aber nee..in der zweiten zu sein, heißt Verlierer zu sein. Mein Kind muss auch aufs Gym. Realschulabschluss und drunter ist für Loser. Scheiß egal, ob mein Kind, wie von der Grundschule eingeschätzt, auf dem Gymnasium überfordert ist. Da muss er durch. Kriegt er halt Nachhilfe. Und dann setzt die Politik noch einen drauf und führt dieses schwachsinnige G8 ein umd erhöht den Druck nochmal kräftig.

    Und in der Planung der Eltern ist natürlich nach dem erfolgreichen Studium der Einstieg ins mittlere Management logische Konsequenz. Ehrliches Handwerk ? Nichts für mein Kind. Viel zu harte Arbeit. Höher, schneller, weiter... Sie bestimmen die Richtung. Anstatt einfach nur Begleiter und Unterstützer für ihre Kinder zu sein.

    Rückblickend betrachtet würde ich behaupten das sich die Elterngeneration massiv verändert hat. Anstatt das die Kinder und Jugendlichen selbständig ihre eigenen Erfahrungen und insbesondere auch eigene Fehler machen dürfen, mischen sich die Eltern überall ein.

    Und leider erstreckt sich das auch auf das Hobby der Kinder.

    Hauptsächlich hinter dem Rücken oder maximal per Mail oder WhatsApp. Persönliches Gespräch wird gemieden. Ich kann ja besser mal schriftlich einen raus hauen..

    Bevor man also die Jugend kritisiert, sollte man mMn eher mal die jetzige Elterngeneration durchschütteln. Alle mal zwei Stufen runter kommen und zwei Gänge runter schalten.


    Wo ich das gerade nochmal so quer lese, kommt das sehr gefrustet rüber. Soll es aber eigentlich gar nicht. Das war ne tolle Zeit, die ich nicht mehr missen möchte. Aber man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Oder nicht mehr in die Zeit passt-).

    Das kommt mir sehr bekannt vor. In der letzten Saison hatte ich sehr ballsichere Spieler, mit denen ich meine Vorstellung vom 2-Kontaktfußball fast zu 100% umsetzen konnte und ich dadurch relativ schnell viel und sehr intensiv im taktischen Bereich arbeiten konnte. In der Hinserie haben wir in allen Spielen deutlich dominiert und teilweise hohe Siege eingefahren. Daher hatte ich mir schon gedacht, was uns in der Rückserie blühen wird. Tief stehende Gegner. Motto Beton anrühren und bei Ballbesitz langer Hafer nach vorne auf den einzigen Stürmer und auf den lieben Gott hoffen. Das war zum Teil echt Hardcore was sich da abspielte, aber ich war ja drauf vorbereitet. Und meine Jungs eben auch, weil ich ihnen gesagt habe, dass in der Rückserie eines gefragt sein wird: Geduldig sein.


    Vielleicht ist meine Vorgehensweise daher dann auch was für dich. Du schreibst ja, dass sie technisch sehr stark sind, also sollten auch diagonale Flugbälle für sie kein Problem sein. Such dir was passendes raus.

    Wichtig ist vom taktischen her immer breit bleiben und viel und schnell verlagern. Den Gegner dazu bringen, dass er komplett auf eine Seite verschieben muss, sodass die ballferne Seite blank ist. Dein AV und MA müssen unbedingt diesen Sektor besetzt halten. Kann zwei Effekte zur Folge haben. Euer Gegner lässt sie ungedeckt. Dann sind Diagobälle in diesen Raum immer brandgefährlich. Deine Zentrumsspieler rücken dann gestaffelt nach. Also einer direkt in den 16er, der andere im Rückraum für die zweiten Bälle.

    Oder der Gegner versucht deine ballfernen Außen abzudecken. Das wiederum führt zu großen Abständen zwischen ihrem AV und IV. Hier muss die taktische Marschroute sein, über das Zentrum flache Schnittstellenpässe Richtung Grundlinie auf deinen MA zu spielen und dann durch ihn mit Druckpässen in den Rücken der Abwehr deine Nachrückenden Zentrumsspieler zu bedienen. Ist ein Geduldsspiel aber unglaublig kraftaufwändig das zu verteidigen.


    Vom Training her habe ich bei den Spielformen extrem an der Stellschraube Raumdruck gedreht, d.h. möglichst kleine Spielfelder. Sie sollen dadurch trainieren, auch auf engem Raum ( den sie in ihren Spielen ja jetzt auch haben werden ) die Ballruhe zu behalten. Dann habe ich das Ganze nach und nach in drei Zonen spielen lassen. Aufbauzone, Mitteldrittel und Angriffszone. Von der Aufteilung und Durchführung her sollten sich im Mitteldrittel immer die meisten Spieler aufhalten und die Angriffszone ist das kleinste Feld. Ist ja wie im Spiel, wo sich der Gegner in der eigenen Hälfte verschanzt. Abschlüsse nach Diagobällen oder Schnittstellenpässen zählen doppelt.

    Mir rennt die Zeit dAvon. Vielleicht kannst du ja was damit anfangen. Sonst einfach nachfragen.


    Viel Erfolg

    Goodie

    Sie sind auch in der Schule und bei uns eingesetzt. Betreut werden sie durch den Verein und sind voll im Vereinsleben integriert. Unser JO schaut mindestens ein Mal die Woche bei ihren Trainings zu und fragt nach, ob alles okay ist.

    Sie hospitieren auch mal bei meiner U17, allerdings fahren sie nicht mit zu unseren Spielen, da wir auf Landesebene unterwegs sind und sie dann zu schnell auf ihre Sollstunden kämen.


    Teil 2. Als weiteren wichtigen Punkt wie man neue Trainer gewinnt, finde ich die Art und Weise, wie man als Verein da vorgeht. "Kannst du nicht die F, E oder was auch immer übernehmen?" und kaum hat einer sich nicht schnell genug weg geduckt verfährt man nach dem Motto "Hauptsache einer machts, egal wie." Und sich dann wundern, wenn immer weniger Bereit sind den Job zu übernehmen. "Konzept ? Zielsetzungen ? Brauchten wir früher auch nicht. Hat immer geklappt." Jo, früher vielleicht.


    Ich kann es nur aus meiner Sicht schildern, aber ich glaube ganz einfach es hat mehr denn je Bestand. Nämlich aktives Herantreten an potentielle Trainer und nicht darauf warten, dass sich schon jemand melden wird oder mal so nebenbei jemand ansprechen, ob er nicht Lust hätte.

    Ich bin vor ein paar Jahren angerufen worden und man hat mich um ein Gespräch gebeten. Das hat dann durch drei Vorstandsmitglieder und mich stattgefunden. Beeindruckt hat mich dabei, dass man klare Vorstellungen davon hatte, was man bieten kann ( Kader, Aufwandsentgeld, Materialund und und ) und auch was man erwartet. Ausbildungsrichtung, Einsatzzeiten ( nicht nach Minuten, aber schon deutlich die Erwartung das alle im Kader auch Spielzeiten bekommen und damit im Wettkampf gefordert und gefördert werden ). Will ich gar nicht zu weit ausholen. Es geht mir darum zu verdeutlichen, dass ich den Eindruck hatte, die haben sich tatsächlich Gedanken darum gemacht. Nun habe ich bereits im letzten Jahr dem Verein mitgeiteilt, dass ich aufhören werde. Mein Akku braucht mittlerweile zu lange, um wieder aufzuladen. Und wie dann der Verein darauf reagiert hat, passt voll,auf das Threadthema. Man hat mich zunächst gebeten, ob ich bis zur Winterpause als Unterstützung der neuen Trainer verlängern könnte. Dann hat man gezielt zwei junge Leute angesprochen. Und ihnen bei dem Gespräch ( ich war auf Wunsch des JO dabei ) richtig super deutlich gemacht, dass man ihnen das zutraut und sie auch nicht im Geringsten unter Druck gesetzt, was den Klassenerhalt betrifft.


    Für sie heisst das also jetzt: Sie bekommen das volle Vertrauen, eigenverantwortlich eine U17 auf Landesebene trainieren zu können. Dabei wird ihnen ein alter Sack wie ich an die Seite gestellt, der für die erste Zeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Gerade taktisch ist das schon ne Herausforderung, keine Frage. Aber sie werden so für die Startphase nicht im Regen stehen gelassen. Und das soll nicht auch für G-D gehen ? Faulheit, Gedankenlosigkeit oder was auch immer. Ich muss mich als Verein schon bewegen und bemühen, wenn ich Qualität haben möchte.

    Weil der Thread gerade zu meiner eigenen Situation passt, mal kurz zu der Vorgehensweise meines jetzigen Vereins: Wir haben jedes Jahr einen FSJ'ler und dieses Jahr erstmalig zwei. Beide aus der eigenen Jugendabteilung, die aktiv vom Verein angesprochen wurden. Dieses Jahr bzw. das FSJ wird nach meiner Beobachtung mittlerweile von vielen jungen Menschen gern in Anspruch genommen als Überbrückung bis zum Studium und Erweiterung des Erfahrungsschatzes genutzt. Und der Verein hat sich schon seit Jahren richtig gut für das FSJ aufgestellt und bietet ein breit gefächertes Angebot und somit ein attraktives und abwechslungsreiches Jahr für die Jungs. Ob das auch Mädchen in anderen Sparten machen, kann ich nicht sagen.

    Man wartet also nicht nur auf Anfragen für das FSJ sondern spricht gezielt Jungs an und bietet ihnen auch Perspektiven für die Zukunft. In unserem Fall ist es so, dass sie beim FSJ im Kinderfussball tätig sind aber ihnen sehr wohl schon die Chance vermittelt wird, bei Fortführung einer Trainertätigkeit nach dem FSJ in den Leistungsbereich wechseln zu können. Unsere ersten Jugendmannschaften spielen ab C alle ab Bezirk aufwärts und nach unserer Erfahrung ist das für die Jungs auch tatsächlich ein Anreiz eine Jugendmannschaft übernehmen zu wollen. Man geht also als Verein selber in die Offensive und wartet nicht darauf, dass sich jemand von selber meldet.


    Den zweiten Teil muss ich gleich posten.

    Kein Spielbetrieb im Sinne von Punktspielen und Tabellen bis einschließlich E. Dafür Funino oder organisierte Turniere mit vier oder sechs Mannschaften mit wechselnder Organisation der teilnehmenden Vereine. Locker und ohne Druck. Mannschaften mit verkappten Nationaltrainern oder Buli-Nachwuchseltern am Rand bekommen einmal einen entsprechenden Hinweis und bei Nicht-Besserung sind sie draußen.


    Abschaffung von Kreisauswahlmannschaften, damit zu fördende Spieler nicht schon im B-Alter durch die zusätzlichen Termine so satt sind, dass sie spätestens in der A kein Bock mehr haben.


    Abschaffung der Begrenzung von Einwechselspielern in der Jugend. Dadurch kann ich alle 15 + X Spieler einsetzen die ich mithabe.


    Keine Doppelfunktion von Stützpunkttrainern als Vereinstrainer, damit der Fokus und die Einschätzung von talentierten Spielern tatsächlich auch objektiv vorgenommen wird. Damit wird die Gefahr ( und der hier in der Region mittlerweile zu beobachtende Trend ) minimiert, dass Spieler unter dem Deckmantel der Talentförderung von ihren Heimatvereinen abgeworben werden und diese dann kurz- oder mittelfristig aufgrund Spielermangel keine Jugendgroßfeldmannschaften mehr stellen können.


    Einteilung der Spielklassen nach regionalem Radius und nicht nach kommunalen bzw. kreiszugehörigen Zuständigkeiten.

    Es ist hier mittlerweile auch schon auf Landesebene so, dass kurz nach Saisonende bis zur Wechselfrist eine unglaubliche Rotation einsetzt. Mannschaften, die aus dem Bezirk aufgestiegen sind, verzichten. Was wiederum dazu führt, dass Absteiger aus der Landesliga in der Liga verbleiben. Oder Aufsteiger aus der Landesliga verzichten nicht nur auf den Aufstieg in die Niedersachsenliga, sondern melden die Mannschaft komplett ab. Also kann der Tabellenzweite entscheiden, ob er hoch geht. Was wiederum Auswirkung auf die Absteiger in beiden Ligen hat. Wie soll ein Verein da planen können ?

    Das hat dann in dieser Saison für mich dazu geführt, dass bereits noch in der laufenden alten Saison Spieler mich angerufen haben und ein Probetraining machen wollten. Oder erstmal lose telefonisch ( "natürlich" ausschließlich per WhatsApp ) angefragt haben, ob sie nächste Saison bei uns spielen könnten. Nach dem Motto "erstmal die Optionen checken".

    Und bis zur Wechselfrist hänge ich dann fast nur noch am Telefon, weil die Wechselbörse im vollem Gange ist.


    Ich stecke dabei in einem inneren Dilemma. Einerseits möchte ich diesen Trend der Beliebigkeit der Spieler nicht unterstützen. Vereinsloyalität ist für mich kein leerer Begriff, aber da bin ich wohl total aus der Zeit.

    Andererseits muss ich als Trainer eben auch dafür sorgen, einen konkurrenzfähigen Kader zu haben. Und das geht ab Landesebene eben nicht ohne Spieler von außerhalb. Jedenfalls nicht für so einen kleinen Verein wie unseren, obwohl alle ersten Mannschaften ab C auf Bezirksebene aufwärts spielen.

    Also spiele ich im Grunde genommen dieses Spiel voll mit.

    Ich habe daher für mich als einzig logische Konsequenz die Entscheidung getroffen, dass dies meine letzte Saison werden wird. Eine Lösung für dieses Problem der mittlerweile ausufernden Wechselei in diesem Bereich habe ich auch nicht.

    Meine Prognose für den Jugendfußball ( und hier meine ich Großfeld also ab C ) in 10 Jahren bezogen auf den ländlichen Bereich:

    Wenig Vereine, die noch eigenständig Großfeldmannschaften stellen können. Der überwiegende Teil schließt sich zu Spielgemeinschaften zusammen. Fusionierungen von mehreren Kreisen um Staffeln für den Spielbetrieb bilden zu können. Diese Staffeln haben dann teilweise einen großen Radius, was wiederum zu weiten Anfahrten führt. Auf- und Abstieg und somit die Zusammensetzung der Staffeln für die nächste Saison werden sich unabhängig vom Tabellenstand der abgelaufenen Saison ergeben, weil die Vereine teilweise die zuvor gebildete Mannschaft wieder mangels Spieler vom Spielbetrieb abmelden bzw. auf einen Aufstieg verzichten, weil dann die Fahrtstrecken noch höher werden und dafür das Interesse der Jugendlichen sinkt sich das antun zu wollen.

    Alles jetzt schon in Anfängen zu beobachten. Das wiederum wird meiner Einschätzung nach dazu führen ( müssen ), dass sich die Fußballkreise nicht nach kommunalen Grenzen orientieren sollten, sondern nach Radius und daraus resultierender Fahrtstrecke. Es ist nach meiner Erfahrung ( darf man das hier noch sagen oder ist das Bullshit ? ) und daraus resultierender Einschätzung ein Zeichen der Zeit bzw. des Wandels, dass das Hobby Fußball nur noch einen zeitlich stark begrenzten Teil einnehmen darf, sonst wird es als belastend empfunden und die Jugendlichen kommen nicht mehr und schmeissen hin. Auch gern mitten in der Saison ohne Rücksicht darauf, ob dann teilweise ganze Teams nicht mehr spielfähig sind. Und das hat dann eben nicht mit ( gutem oder schlechtem ) Training zu tun.


    Das kann man gut oder schlecht finden, ist aber nunmal die Entwicklung und da sollte man mMn auch drauf reagieren. Dazu müssen aber die Verantwortlichen in den Kreisen und in den Vereinen mal komplett den Resetknopf drücken. Auch und gerade im Kopf.


    Es ist richtig, dass man sich als Trainer immer kritisch hinterfragt. Aber der Drop-Out hat viele Gründe. Schreibe dies gleich in einem extra Post mal für den Leistungsbereich bzw. der "Vorstufe" davon.

    Moin

    Ich hole den Threat nochmal hoch, weil eine Sammlung von guten und durchdachten Spielformen im Netz wirklich selten sind. Insbesondere für Jugend ab C mit gutem bis sehr gutem Leistungsstand im Bereich Individualtechnik und -taktik. Und viele der hier enthaltenen Spielformen sollte man auch nur in diesem Bereich anwenden, weil sie zum Teil sehr anspruchsvoll sind. Insbesondere die aus der von Schimmi zuerst geposteten PDF Sammlung aus Hoffenheim. Bei einigen davon hatten meine Jungs richtig dran zu knabbern:D

    Wer mit seiner Mannschaft zum 2-Kontaktspiel kommen möchte, sollte viele der Übungen in seinen Trainingsplan einbetten. Die Entwicklung ist enorm, wenn man Geduld hat und zu Anfang nicht zu viel erwartet oder einfordert.

    Zunächst mal muss ich sagen, dass ich die Formulierungen im offenen Brief außerordentlich gelungen finde. Niemand wird da konkret an den Pranger gestellt, aber die Betreffenden werden wohl schon wissen das sie gemeint sind. Und es hört sich für mich auch nicht nach Kirchtumdenken oder reines Beleidigt sein an.

    Ich kenne diese Thematik auch hier aus dem Kreis, wo im unteren Jugendbereich teilweise Positionen dazu genutzt werden, Spieler im unteren Jugendbereich zum eigenen Verein zu lotsen ( wohlgemerkt nicht Stützpunkttrainer ).


    Ab Großfeld und Bezirksebene aufwärts ist es allerdings wirklich sehr schwierig, hierfür Spieler ausschließlich aus dem eigenen Jugendbereich zu generieren. Da wird mit harten Bandagen gekämpft beim Werben um geeignete Spieler.

    Aber hier gehts ja wohl eher um jüngere Jahrgänge und da sollte das so nicht vorkommen. Das sind Kinder, die man aus der gewohnten Umgebung reisst und da muss man sich fragen wofür ?

    Ihr könnt euch noch so ein Bein ausreissen..noch so viel Kompromisse machen..noch so viel Möglichkeiten der Kommunikation ausdenken...noch so viel Gedanken machen wie ihr es den Kleinen und den dazu gehörenden "Großen" ( = Eltern) Recht machen könnt..immer sich selbst hinterfragend..der größte Teil der Eltern euer Spieler wird das nicht tun. Und das bis zur B.


    Nicht zum Training oder Spiel kommen ohne Absage kann in Einzelfällen vorkommen..in der Regel ist es mMn völliges Desinteresse und vor Allem Ausdruck der Respektlosigkeit dem Amt eines ehrenamtlichen Trainers gegenüber. Seiner Zeit und seines Engagement.. interessiert kaum noch eine Sau.


    Kommt damit klar und im besten Fall ist euch das völlig egal. Wenn nicht...aufhören. Sofort.

    Ich persönlich halte Videoanalyse ab C-Jugend, also für Großfeld, im Rahmen der taktischen Ausbildung für sehr wichtig. Je höher die Liga, umso wichtiger. Hat ganz einfach mit dem Tempo zu tun, weil sich insbesondere gruppentaktische Abläufe auf eher begrenztem Raum in kurzer Zeit und schneller Abfolge abspielen. Wann und wie zum Ball verschieben ? Wer geht drauf ? Wer setzt ab ? Und und und.... Hierbei ist die Videoanalyse aber nur ein Baustein und ist je nach Gegebenheiten ( zeitlich, technisch, räumlich ) auch oft nur sehr begrenzt einsetzbar.


    Ich persönlich kann mir keine Vorbereitung mehr ohne Videoanalyse vorstellen. Insbesondere zum Sommer hin, wenn ich die jüngeren Spieler aus der C integrieren muss. Aber auch in der im neuen Jahr beginnenden Rückrundenvorbereitung witd sie wieder Bestandteil sein.

    Wichtig dabei ist für mich persönlich, dass sie tatsächlich als Baustein eines Zieles dient. Ich halte nicht so viel davon einfach ein Spiel zu videografieren und dann einfach der Mannschaft einzelne Sequenzen zu zeigen, die verschiedene Abläufe in verschiedenen Räumen in verschiedenen Spielsituationen zeigen und dann, sozusagen springend in den Themen, den Spielern dann in einer Fehleranalyse zuviel Input in zu kurzer Zeit geben zu wollen.


    Beispiel: Ich möchte in der Vorbereitung das Verdichten des Zentrums trainieren, weil ich in der Hinrunde viele Gegentore durch gegnerische Konter direkt durch die Mitte bekommen habe.

    Insbesondere die Spielformen im Training sind also entsprechend dieser Thematik darauf ausgerichtet. Beim ersten Testspiel wird die Kamera ( bedient in meinem Fall immer mein Co. ) auch tatsächlich im Hauptfokus nur auf das Zentrum gerichtet. Der Torraum ( eigener und der des Gegners ) interessiert mich hierbei nicht. Zeige ich auch in der Analyse erst gar nicht. Lenkt nur ab. Ich zeige ausschließlich das taktische Verhalten bei Ballverlust. Erläutere dann kurz an der Taktiktafel das taktisch richtige Vorgehen und ab geht es auf den Platz, rein in die Praxis.


    Mein Tipp aus meiner Erfahrung heraus: Weniger ist mehr. Videoanalyse ist eine wichtige Hilfe bei der Ausbildung. Ich sollte mir aber ( wie bei allen Themen ) vorher Gedanken machen, was ich schulen möchte und mich dann auch nur darauf konzentrieren. Nicht in der Analyse mehrere Baustellen gleichzeitig bearbeiten wollen. Stichwort Reizüberflutung.

    Libra

    Ich bin seit 25 Jahren Jugendtrainer und kann daher aufgrund dieses langen Zeitraumes sagen: Nein. Das ist früher nIcht so gewesen. Vorweg schicken muss man, dass es zu Beginn meiner Trainerzeit Minis und F ( und ich meine E auch ) noch nicht gab. Sowohl zu meiner aktiven Jugendzeit als auch zu Beginn als Jugendtrainer gab es auch kaum Kontakt zu den Eltern. Die Jungs kamen selbst zum Training und bei den Spielen waren nur wenig und hier immer die selben Elternteile beim Zuschauen. Ich hatte dann eine Pause von 2-3 Jahren.

    Durch meinen Ältesten habe ich dann die Welt des Bambini-Fußballs betreten. Wirklich für mich, der ich zuvor nur ab D aufwärts trainiert hatte, eine andere Welt.

    Was mir damals schon auffiel und sich in Gesprächen mit Trainerkollegen bestätigte, dass alle ins kalte Wasser geschmissen wurden und danach alleine klar kamen mussten. Hauptsache einer macht's. Null Unterstützung durch die Vereine. Ich hatte damals ja die Vorerfahrung als Trainer. Aber wenn ich das hier so lese, hat sich nicht wirklich viel in den Vereinen verändert.


    Das mag früher auch okay gewesen sein. Leider hat sich aber nach meiner Einschätzung eines in den Jahren deutlich geändert: Vereinsloyalität hat nicht mehr die große Gewichtung. Ich bezahle, also darf ich auch was dafür verlangen. Und wenn es mir nicht passt, nehme ich mein Kind und gehe. Ich würds ja selber ( besser ) machen, aber hab keine Zeit. Kritik Face-to-Face wird überbewertet. Da schreib ich lieber ne Mail oder WhatsApp oder beschwer mich gleich beim Vorstand. Es sind immer die selben Eltern, die sich freiwillig für Kuchenverkauf oder Fahrdienst melden. Auf die ist auch Verlass und die ziehen voll mit. Dann gibt es noch die Mitte. Die würden sich zwar nicht freiwillig melden, kommen ihrer Verantwortung aber nach, wenn sie eingeteilt sind. Der Rest ist zwar die Minderheit, sorgt aber dafür, dass das Gesamtgefüge massiv gestört ist und man als Trainer gestresst ist und sich irgendwann fragt warum man sich das eigentlich antut.


    Mein Rat hierzu mag sich zwar sehr hart anhören, aber ich bin damit immer gut gefahren.

    Rechtzeitig vor der Saison einen Brief ( keine Mail, WhatsApp oder so, sondern tatsächlich auf Papier ) verfassen, in dem das eigene gedachte Vorgehen kurz erläutert wird. Also Positionswechsel, Einsatzzeiten usw. Diesen Brief gibt man jedem Kind mit.Dann zwei Listen erstellen. Auf der einen sind die Heimspiele für den Kuchendienst. Auf der anderen alle Auswärtsspiele für den Fahrdienst. Diese Listen gibt man als erstes einem Elternteil von den "Zuverlässigen". Steht erstmal jemand drauf, wird der "Druck" auf die anderen erhöht-).

    Eine Frist abwarten und dann die Listen einsammeln. Steht ein Name gar nicht drauf, persönlich anrufen.

    Oder man teilt nach Alphabet ein und die Eltern müssen untereinander selber für Ersatz sorgen.


    Ihr kümmert euch jede Woche um ihre Kinder. Das ist keine Einbahnstraße. Wenn es ihnen wirklich wichtig ist, leisten sie auch ihren Teilndazu bei. Wer dabei schon quer schießt, dem ist nach meiner Erfahrung auch nicht mit Gesprächsangeboten oder ähnlichem beizukommen.

    @BSV
    Dann verstehe ich das vorgegebene Thema wohl anders. Gezieltes Einrücken von ballentfernten Spielern soll mMn das Verdichten von Räumen im Mannschaftsverbund schulen. Und das ist nicht auf die 4er Kette beschränkt. Habe ich ja oben beschrieben. Die kann noch so gut verschieben und die Abstände halten. Bringt aber nichts, wenn die MA und 10er und 8er und 6er nicht gezielt mit zum Ball verschieben.


    Ich verstehe das Thema so, dass du den Spielern vermitteln sollst
    1. Ich rücke ballorientiert ein und lasse die Zone hinter mir zwar unbesetzt, aber nicht unbeobachtet. Also muss man auch die Schrittstellung coachen. Das "dritte Auge" hat den hinter mir postierten Außenstürmer im Blick.
    2. Ich rücke so ein, dass ich mögliche Passräume des Gegners zur Seitenverlagerung zustelle.


    Mein Hauptteil würde ich daher als Beispiel in folgender Spielform abhalten:
    Feldgröße je nach Spieleranzahl. Mach es nicht zu klein bei einer Lehrprobe. Bzw. bei einer Mannschaft, wo noch keine Grundlagen vorhanden sind. So hast du schnell Zeit zum Einfrieren, weil bei schlechtem Einrücken der Abstand des Spielers zum Ball besser deutlich wird.
    Das Feld in drei Zonen längs einteilen und dann noch quer eine Linie. So hast du insgesamt sechs Zonen. Jeweils an den Grundlinien zwei Minitore am Rand des Feldes.
    Die Angreifer müssen von außerhalb des Feldes erst in eine Außenzone spielen.
    Jetzt während des Spiels immer darauf achten, ob die Defensive komplett in die beiden ballnahen Zone verschiebt und die ballentfernte Seite frei ist. Verlagern die Angreifer in die Mittelzone ist das Zentrum komplett besetzt und die Außen an der Schnittstelle zur äußeren Zone um sofort Zugriff bei einem Ball auf außen zu haben.


    So verstehe ich das Thema. Kann aber auch sein, dass ich hier falsch liege und wirklich Verschieben der 4er Kette gemeint ist. Dann ist das aber sehr missverständlich ausgedrückt.