Beiträge von koeppchen

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    Zwischen F-Jugend und D/C-Jugend ist ein großer Unterschied. Natürlich geht das Mischen auch nur dann, wenn der Trainer voll überzeugt ist, dahinter steht und den Kindern die Vorteile (die ja schon aufgezeigt wurden) rüberbringt. Das scheint ja in den Beispielen nicht er Fall gewesen zu sein. Ich sehe es wie Ersatzbank, und habe das in meiner Trainerzeit schon häufiger erfolgreich erlebt. U.a. habe ich vier Jahre eine C-Jugend trainiert, davon zwei Jahre eine C2 und zwei Jahre eine "gemischte" C. Von dieser gemischten C-Jugend sind viele Spieler heute noch (Herren-Bereich!) aktiv, v.a. diejenigen, die damals sportlich noch nicht so weit waren!

    Ok danke für deine Ausführungen. Es ist schade, wenn einem für eine an sich normale und positive Angelegenheit nur ein negativer Begriff einfällt. Der wfv zitiert immer Konfuzius: "Denn wenn die Begriffe und Vorstellungen nicht stimmen, dann kann auch das Handeln und Verhalten nicht stimmig sein."


    Für diesen Verein gibt es aus meiner Sicht nur den Weg, die beiden Mannschaften zusammenzulegen. Nicht nur wegen der aktuellen Situation, sondern v.a. auch mittelfristig. Wenn man wirklich in zwei Jahren eine C-Jugend haben will, dann müssten sowieso die "starken" Spieler mit der "Resterampe" zusammenspielen. Es gibt keine Alternative dazu, die D2-Spieler an die D1-Spieler heranzuführen. Das ist die Realität in kleinen Vereinen und kann durchaus auch funktionieren. Steckt halt ein sozialer Gedanke dahinter. Schonmal von Gemeinschaftsschule gehört?? Ohne die Schulsysteme hier diskutieren zu wollen - es gibt für diese Frage nicht nur eine einzige berechtigte Sichtweise!

    Ich denke auch, dass es wichtig ist, ob nur euch Trainer dieses Verhalten nervt oder auch die Spielerinnen selbst.
    Im ersteren Fall müsst ihr euch überlegen, ob ihr damit leben könnt.
    Im zweiten Fall sollten unbedingt die Spielerinnen selbst die Lösung suchen.

    Der Verein hat noch eine 7er D2 gemeldet, eine klassische ,,Resterampe'', die würden sie dann wohl zusammenziehen. Die Kids könnten also alle weiterhin spielen.

    Ein kleiner Nebensatz lässt aufhorchen! Es gibt noch eine D2, aber diese Spieler kommen gar nicht in Frage, in der D9-er mitzuspielen? Was steckt dahinter? Hört sich fast danach an, als ob sowohl der Verein, als auch du (allein schon die Formulierung "Resterampe" *kopfschüttel) hier eine sehr merkwürdige Einstellung zum Jugendfußball zeigt!

    Spannendes Thema, ich habe gerade einen kurzen Bericht über unsere abgelaufene A-Jugend-Saison geschrieben und kann einiges von dem, was ihr geschrieben habt, aus "frischer" Erfahrung dieser Saison bestätigen... Aber - beim Bericht schreiben ist mir auch etwas anderes aufgefallen: Von unseren A-Jugendlichen der letzten vier Jahre (Jahrgänge 1995-1999) stehen jetzt rund 40 (!) im Kader unserer Herrenteams. Und wir sind ein kleiner Verein mit nur einem Sportplatz. Wenn ich auf meine letzten vier Jahre als A-Jugend-Trainer zurückschaue, kann ich sagen, dass wir kein einziges Punktspiel absagen mussten und fast immer mit mehr als 10 Spielern trainiert haben.


    Ganz klar ist die A-Jugend-Zeit für die Jugendlichen eine Zeit, in der besonders viel passiert: Schulabschluss, soziales Jahr, Freundin, Auslandsjahr, Ausbildungs-/Studiumsbeginn, Führerschein - für viele ändert sich zwischen 17 und 19 das ganze Leben! Dass da der Fußball mal nach hinten rückt, ist doch irgendwie auch normal. Wichtig ist dabei aus meiner Sicht, dass man ein gewisses Verständnis zeigt und den Kontakt zu den Spielern hält. Andererseits habe ich auch erlebt, dass die Spieler mehr eine eigene Meinung haben, kritischer sind und gleichzeitig auch bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wirklich, die vier Jahre als A-Jugend-Trainer habe ich nicht bereut :-)

    Danke für den letzten Beitrag, AKjfv, das kann ich so bestätigen. Ich trainiere derzeit in einem kleinen Verein eine 2. A-Jugend-Mannschaft. Es ist das erste Mal überhaupt, dass wir zwei Teams in dieser Altersklasse haben. In diesem Sinne schwimmen wir gegen den Trend :-)
    Meine Erfahrung ist, dass es tatsächlich daran liegt, wie sehr sich die Spieler ernstgenommen fühlen und wie gut das Training ist. Bei uns kam dazu, dass wir einige jugendliche Flüchtlinge integrieren konnten, die persönlich und fußballerisch sehr gut hereinpassen. Aber natürlich muss man am Anfang erst mal in die Integration investieren.
    Ich denke, dass auch Städte und Gemeinden ein großes Interesse daran haben sollten, dass es gute Breitensportangebote im A- und B-Jugend-Alter gibt, mit qualifizierten, charakterstarken (und bezahlten) Trainern. Dies entlastet die professionelle Jugendarbeit und Schulsozialarbeit wesentlich und ist enorm wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Dieses Potenzial, welches im Fußball bzw. allgemein im Sport und in den Vereinen vorhanden ist, wird nur sehr zögerlich erkannt und genutzt.

    Hört sich für mich nach einem sehr hohen Anspruch an dich selbst an... Das ist nicht unbedingt schlecht.
    Aber ich würde nicht sagen, dass ein Training für die Katz ist, bloß weil der Trainer nicht aufmerksam coacht. Da gibt es doch zu viele DInge, die verbessern die Spieler automatisch und unbewusst, wenn sie spielen und Übungen machen.
    Und dass man die eigene Tagesform im Training enfach überspielen kann, das ist eine Illusion. Ein Trainer ist auch nur ein Mensch, macht Fehler und hat schlechte Tage. Es ist eine Stärke, wenn man das den Spielern gegenüber zugeben kann.

    Ich habs nicht kapiert. Sprichst du jetzt über den zweiten Hauptrainer oder den Co-Trainer? Oder ist der zweite Haupttrainer in Wirklichkeit Co?
    Und warum willst du dein Amt zur Verfügung stellen? Wegen der Meinung eines Vaters???

    Wir hatten die Diskussion auch. Ich habe die Einladung zur Feier der Senioren zu B-Jugend-Zeiten noch aus den genannten Gründen abgelehnt. Wenn es bei einer internen Mannschaftsfeier mal ein Bier gibt, ist das was Anderes. Da hat der Verein auch eine Verantwortung.
    Erst in der A-Jugend ist es aus meiner Sicht in Ordnung, gemeinsam mit der Herren-Mannschaft mit Alkohol zu feiern.

    TW-Trainer, evtl. gehst du von anderen Voraussetzungen aus als ich.
    Ich arbeite bis eine Stunde vor dem Training, bin dann auf dem Weg nach Hause und anschließend auf dem Weg zum Platz.
    Während der Arbeit telefoniere ich nicht privat. Während der Fahrt kann ich auch schlecht telefonieren.
    Also wäre für mich das Entgegennehmen der Absage mit einem großen Aufwand verbunden, während das einmalige lesen von Nachrichten vor dem Training ein sehr geringer Aufwand ist.
    Und ist es wirklich zu viel verlangt, einem A- oder B-Jugendspieler zu sagen, dass er in seiner Nachricht sein Fehlen kurz begründet?
    Was die Motivationslage angeht, muss ich sagen, dass ich einen unmotivierten Spieler im Training sowieso nicht haben will. Nach Niederlagen habe ich aber oft sogar eine bessere Trainingsbeteiligung gehabt als bei Siegen.
    Fazit: Wenn es zeitlich machbar ist, ist eine telefonische Absage sicher besser. Aber das Leben besteht (auch für den Trainer) nicht nur aus Fußball, und eine gewisse Eigenverantwortung muss man den Spielern schon geben.

    Ich hätte gar keine Zeit und Lust, alle Abmeldungen vom Training persönlich oder telefonisch entgegenzunehmen. Das ist aus meiner Sicht ein altmodische Einstellung. Die Trainingsbeteiligung hängt auch nicht an den Abmeldemodalitäten, sondern daran, wie gern die Spieler kommen.

    Ja du hast bestimmt recht!
    Wenn aber ein Trainer lieber langfristig arbeitet, und wirklich etwas mit jungen Spielern aufbauen möchte, dann muss er genau diese Frage stellen und den Verein auch nach diesem Kriterium auswählen.

    Aber ist das wirklich richtig? Dass der Seniorentrainer nur am kurzfristigen Erfolg gemessen wird?
    Angenommen, ein Verein möchte eine organische Entwicklung, dass sich die Seniorenmannschaften dauerhaft aus der eigenen Jugend speisen. Dass hier Spieler mit einer hohen Vereinsidentifikation aktiv sind, und keine "Söldner", die jede Saison woanders spielen.
    Müsste man dann nicht den Trainer der ersten Mannschaft diesen Zielen verpflichten und ihn daran messen, wie er eigene junge Spieler entwickelt - und nicht so sehr an den kurzfristigen Tabellenplätzen?
    Und ist das nicht für einen Trainer auch eine ganz andere ("sinnvollere") Arbeit? Aus meiner Sicht auf jeden Fall ein Kriterium bei der Auswahl eines neuen Vereins!

    Ich würde Abmeldungen über die Gruppe nicht zulassen, nur Absagen direkt an den Trainer. Eine direkte Whatsapp kostet auch nicht mehr Aufwand als eine Nachricht in die Gruppe und es geht schließlich nur die betroffenen Eltern und den Trainer was an. Datenschutz und so :-)

    Nein Onkel, gerade in einem Ballungsgebiet mit Konkurrenz, aber auch vielen möglichen Spielern, wird sich ein Verein mit einem sozialen Profil gut etablieren können. Wir haben Nachbarvereine, die für ehrgeizige Schreihalstrainer bekannt sind, wo in der F-Jugend nur die besten 6-7 eingesetzt werden und es keine Vereinsphilosophie gibt. Denen laufen die stärkeren Spieler spätestens vor der C-Jugend davon, wenn keine 11-er Mannschaft gebildet werden kann. Schließlich sind die schwächeren schon früher weggegangen oder haben aufgehört.
    Einige Eltern (mit einem weiteren Horizont?) und Kinder schätzen dagegen eine freundliche und soziale Atmosphäre und auch die Tatsache, dass schwächere Spieler Wertschätzung bekommen. Dies ist doch ein wichtiges Lernziel für Kinder in einem Mannschaftssport! Und durch den Zulauf können dann in einem sozialeren Verein teilweise mehrere Mannschaften gemeldet werden, sodass auch leistungsorientiertere Spieler gut bedient werden.
    Dies kann erreicht werden, wenn sich auch "vernünftige" Jugendliche als Kindertrainer engagieren. Und diese vernünftigen Jugendlichen sind genau diejenigen, von denen Radagast spricht.
    So viel zum Thema Realität, Onkel, aber ich kenne viele mit deiner Meinung, die es nie merken werden, dass eine langfristig gute Entwicklung in einem Breitensportverein nur so möglich ist. Man muss es eben auch wollen, und davon überzeugt sein.