Was ist Erfolg?

  • Schon seit laengeren mache ich mir diese Gedanken – was ist Erfolg im Kinder-und Jugendtraining, wie definieren wir es, aendert es sich in den Jahrgaengen, usw.


    Sehr deutlich wurde mir diese Fragestellung in letzter Zeit, inspiriert nicht nur von den vielen Fragen „wie bin ich erfolgreich bei…“, sondern vor allem von Micha´s Thread, aber auch die ganze Diskussion ueber FairPlayRegeln und Leistungsorientierung.


    Wie immer, es gibt keine Universalloesung, soviel ist sicher. Aber eine Definition fuer sich selbst sollte man schon finden – wohin will ich, oder noch besser, wohin will der Verein – und schon sind wir beim vielzitierten Konzept. Hier ist es also, auf den Punkt gebracht, verschriftlicht und kommuniziert, das will der Verein. Nur das Problem ist, wo gibt´s das schon – wer hat den ueberhaupt Interesse, das es ein Konzept gibt,…..


    Es waere ja ueberpruefbar, ohhh…. Wollen wir das denn;) Es waere auch ehrlich und koennte, nein muesste entsprechend kommuniziert werden. Da koennte dann Verein XY auf seiner Website bekanntgeben: „Wir wollen die MS 12/13 mit unserer U10 gewinnen. Diesem Ziel sind alle anderen unterzuordnen“ – ja, das waere ehrlich, anhand dessen kann man dann auch die Trainer auswaehlen/und die Trainer die Vereine =) – nur glaube ich, dazu fehlt der Mut!!


    Also, wieder von vorne – wenn´s vom Verein keine Vorgaben gibt, habt ihr euch welche als Trainer zurechtgelegt? Was bedeutet Erfolg fuer euch?


    Feuer frei!

  • Erfolg für mich ist


    ................... Krach mit dem Jugendleiter, weil jedes Training ein anderes Kind am Rand steht und ich nun 24 Kinder in der E habe (halb Mädchen, halb Jungen)


    ................... dass meine Kids unter der Dusche singen und feiern, will ich ihnen gesagt habe, dass ich mich für meinen gegnerischen Trainerkollegen freue, dass sein Team meines zum ersten Mal schlagen konnte, und die Kinder feiern einfach lautstark mit und für den "Gegner"


    Und der eigene Erfolg hat immer seine Schattenseiten, Beispiel gestern nach dem Freundschaftskick meiner Dorftruppe 2003 gegen die nächstgelegene Kreisauswahl 2003, denn 16 Kinder und Eltern gingen gestern sehr bedröppelt und nachdenklich nach Hause. Da leidest du einfach mit.

  • Bei mir ist es,


    • wenn trotz Niederlage kein Kind weinend vom Platz geht,
    • wenn alle dabei bleiben und sich der Kader sogar vergrößert,
    • wenn sich die Kinder spielerisch und sozial weiterentwickeln,
    • wenn fair gespielt wird,
    • wenn es beim Training keinen Zoff gibt,
    • wenn das Dreieck Trainer-Kinder-Eltern funktioniert
    • und insgehein und ganz leise manchmal auch wenn es einen unerwarteten Sieg oder ein unerwartetes Unentschieden gibt (der Gott des Kinderfußballs und André mögen mir diese gelegentliche Schwäche verzeihen).
  • Wie immer, es gibt keine Universalloesung, soviel ist sicher


    Genau, denn jedes Kind ist individuell zu betrachten. Man tut zB dem stark übergewichtigem o. faulem Kind als Trainer sicher ebenso wie dem leistungsmotiviertem Toptalent keinen Gefallen, wenn man alles auf bloßen Freizeitspaß reduziert, wo jedes einfach akzeptiert u. aufgestellt wird, wie es ist. Denn es geht zwar auch um Entspannung im stressigen Alltag, im Kern aber um Erziehung als Aufgabe: Lernerfolge, Entwicklung zu einer Persönlichkeit (die jedes Team dann im menschlich-sozial höheren Wesenssinne ist). Die sportlichen Erfolge, auf die ehrgeizige Trainer oft zurecht aus sind, "ergeben" sich dann später aus der spielerischen Freude an der sportlichen Leistungserbringung: fürs Team wie sich selbst. Wenn alle im Team dies mit 13, 14 Jahren fest verinnerlicht haben, kommen Lern- und Teamerfolg wie Freizeitspaß harmonisch zusammen... Wer letzteren aber überbetont, Kinder auf ihn reduziert, leistet ihnen einen Bärendienst, sie werden im élan vital als Potential verdorben, auf die Freizeitpark-/Konsummentalität fixiert, wie es unsere massenmedialen Bildschirm-Marketer wollen.


    Will sagen: viele kehren sodann dem aktiven Fußball den Rücken o. schleppen sich nur ohne viel innere Moral so durch - und das zu sehen stimmt mich im sportlichen Geiste traurig: im Dorfverein Unter-, im LZ (oft) Über-Forderung und am Ende: lauter individuell vergebene Chancen, Misserfolg im Menschlichen als (bloßem) Potential, sich gesund zu starken Charakteren (Persönl.) zu entwickeln...

  • ...insgehein und ganz leise manchmal auch wenn es einen unerwarteten Sieg oder ein unerwartetes Unentschieden gibt (der Gott des Kinderfußballs und André mögen mir diese gelegentliche Schwäche verzeihen).


    LIKE!! :thumbsup: :thumbup: 


    Ich warte noch mit meinem Beitrag, bis mehr postings da sind.

  • Erfolg ist für mich, wenn ...


    ... die Kids sich auf das Ferienende (und somit die Saison) freuen.


    ... die Eltern mithelfen, weil sie mithelfen wollen.


    ... der JL einen in Ruhe arbeiten lässt.


    ... man seine fußballerischen Ziele erreicht.


    Die Reihenfolge ist übrigens bewusst so gewählt.


  • Nicht verkehrt, aber kein pädagogisches Ziel? Das steht bei mir obenan, obwohl oft Eltern es gar nicht wollen. Da Erziehung zum "Guten" ja ihr Ding sei u. eine sportliche Identitätsentwicklung sie meist gleichgültig lässt: nur aufm Platz mitfiebern, dass man gewinne, das tun alle. Wie es aber von Potentialen zu Erfolgen komme, damit will kaum wer belästigt werden. Auch positive persönliche o. gesellschaftl. Folgen: Identität, Rückgrat, "Moral" o. Leistungswille stärkender Entwicklung sieht u.würdigt ja kaum mal wer, leider. Diese Lernerfolge fallen in der Praxis schnell untern Tisch...


  • Nicht verkehrt, aber kein pädagogisches Ziel? Das steht bei mir obenan, obwohl oft Eltern es gar nicht wollen. Da Erziehung zum "Guten" ja ihr Ding sei u. eine sportliche Identitätsentwicklung sie meist gleichgültig lässt: nur aufm Platz mitfiebern, dass man gewinne, das tun alle. Wie es aber von Potentialen zu Erfolgen komme, damit will kaum wer belästigt werden. Auch positive persönliche o. gesellschaftl. Folgen: Identität, Rückgrat, "Moral" o. Leistungswille stärkender Entwicklung sieht u.würdigt ja kaum mal wer, leider. Diese Lernerfolge fallen in der Praxis schnell untern Tisch...

    Naja, das ist schon richtig, aber das sind bei mir keine "Ziele", sondern gehört irgendwie mit dazu. Soziales Verhalten, d.h. der Umgang untereinander, dem "Gegner" und dem Schiedsrichter gegenüber und auch allen anderen auf und um den Platz herum, ist Bestandteil des Trainings, des Spiels und des Erfolgs, aber kein Ziel im eigentlichen Sinne.

  • Das sagen so ja viele, aber ist es nicht genau umgekehrt: man ist Trainer für Fußball = Team-Sport = Esprit + Bewegung in body and mind... Letzteres hin zu bekommen wäre dann das Oberziel, der Rest Unterziele, dh Mittel u. Wege. Freude gibt es auch im Tennis-, Musik-Unterricht o. Karnevalsverein, für immer mehr auch beim einsamen PC-Egoshooter-Game. Also geht es um die (soziale) Freude am Fußball (bei Kindern wie hilfreichen statt abwesenden Eltern) als spielerischer Weg zum Teamsport: diesen Weg zu erfinden, fair zu vermitteln, motivational zu befruchten das wäre dann der pädagogische Erfolg. Der sportliche Erfolg als u. im Ergebnis zeigt dann, ob man gut arbeitete beim Lernerfolg (außer man wirbt einfach nur von anderen ausgebildete gute Talente ab), der förderliche JL: Glück u. Voraussetzung. Ich habe immer große Probleme, diesen Zusammenhang in der Praxis zu erklären, bin grad wieder mir gescheitert, daher die Nachfrage, wie du zu deiner Auffassung "irgendwie mit dazu" kommst, nicht aus Rechthaberei, also bitte mein Insistieren nicht übel nehmen: liegt ich denn falsch?

  • Erfolg ist für mich:
    - wenn sich die Kinder fußballerisch entwickeln
    - alle gerne zum Spiel und Training kommen
    - möglichst viele dem Fussball möglichst lange erhalten bleiben und somit Sport treiben
    - wenn die Kinder auch nach einer Niederlage schnell wieder gute Laune haben
    - ihnen zu vermitteln, dass der Gegner kein Feind, sondern ebenfalls ein Sportler ist
    - wenn die Kinder vollen Einsatz zeigen, egal ob es 5 - 0 oder 0 - 5 steht.

  • Erfolg als Kinderfussballtrainer ist für mich


    - das ALLE Kinder zum Einsatz kommen, egal wie der Leistungsstand und der Spielstand ist
    - das ALLE Kinder beim Training Spaß haben und die Übungen Spaß machen und die Kids etwas dabei lernen
    - die Spielereltern sich mit einbringen. Sei es bei Fahrten zum Training, zum Spiel oder anderen Aktivitäten
    - sich die Kinder weiterentwickeln; sowohl im Fussballerischen Sinne (Technik, Taktik, etc.) als auch im sozialen Bereich (das Miteinander im Team, dem Gegner gegenüber, den anderen Eltern und Kindern im Verein gegenüber, etc.)
    - meine Arbeit mit den Kindern von den Eltern und vom Verein respektiert wird. Richtig Klasse ist es, wenn die Arbeit auch verstanden wird (KiFu halt :) )
    - ICH auch Spaß am Training und an den Spielen habe und sehe, dass die Trainingsinhalte Früchte tragen und im Spiel umgesetzt und eingesetzt werden.


    - Meine Mannschaften(en) auch nach einer Niederlage nicht in Tränen ausbrechen, weil Sie auch selber den eigenen Fortschritt und den Mannschaftsfortschritt
    als Erfolg verstehen, NICHT das Ergebnis!! (Ja, das klappt sogar. Und die geben sogar auch so lagsam zu, dass das Gewinnen nicht alles ist, sondern das
    Fußball spielen auch so Spaß macht) Finde ich vollkommen genial.


    - Immer wieder Kids dazukommen, egal ob nun zu mir in die Mannschaft oder in eine andere, weil die Spieler vom Training und vom Spaß beim Fußball
    erzählen und so Freunde und Bekannte Kinder für den Fußball begeistern.



    Gruß Chris

  • wie will man Erfolg einheitlich definieren?
    für jeden ist das doch anders, wie hier auch die Kommenare zeigen.


    Erfolg ist für mich letztendlich auch ein messbares Ergebnis.


    dieses Ergebnis war für mich persönlich erst nach längerer Zeit zu sehen, und zwar in 2 Punkten:


    wieviel konnte ich den Kids mitgeben, dass sie nicht nur 4-5 Jahren im Jugendbereich aktiv waren, sondern langfristig auch später im Erwachsenenalter dem Fussball erhalten blieben.
    Egal jetzt als Spieler, Trainer oder Funktionär.


    Erfolgsbestätigung für mich ist auch, wenn von 20, 30 und gar 40 jährigen die Rückmeldung kommt, dass ihre Zeit mit mir als Trainer ihnen viel gegeben hat.


    alles andere sind für mich nur Zwischenstationen (wenn auch wichtige), deren positive Resonanz gerade in den ersten Trainerjahren zur Eigenmotivation enorm wichtig sind.


    gg


    gg


  • Das ist auf den Punkt gebracht, nur zu ergänzen, dass KiFu bis zur D zu modifizieren ist: damit alle am Spielen wie Bewegen gleichberechtigt beteiligt werden (wobei - da nicht alle gleich fit - auch differenziert wird, etwa im wichtigen Punkt-Spiel: alle sich bewegen, keinen auf der Bank sitzen lassen, aber u.U. nebenan für noch Ungeübte trainieren, denn im Punktspiel würden sie zu viel dominiert: besser erst üben!).


    (@g: wenn mich heute 12-jährige noch erkennen, die ich mit 4 trainierte, mir sagen, ich sei der liebste Trainer gewesen, dann geht im Herzen die Sonne auf, ob die nun Erfolg heiße o. nicht... Kenn aber auch Kollegen, wo Kinder sich schon 2 Monaten nach dem Trainerwechsel nur wegdrehen - das gäbe mir zu denken, ihnen aber nicht. Ob das dann erfolgreich war?)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • (@g: wenn mich heute 12-jährige noch erkennen, die ich mit 4 trainierte, mir sagen, ich sei der liebste Trainer gewesen, dann geht im Herzen die Sonne auf, ob die nun Erfolg heiße o. nicht... Kenn aber auch Kollegen, wo Kinder sich schon 2 Monaten nach dem Trainerwechsel nur wegdrehen - das gäbe mir zu denken, ihnen aber nicht. Ob das dann erfolgreich war?)


    ja Kicker,


    in den Genuss bin ich leider nie gekommen,


    hab sie mindestens bis zum 12. LJ trainiert.
    aber 4-12 sind ja 8 Jahre
    bei mir dann 12 plus 8 sind 20, und schon sind wir fast auf dem gleichen Nenner.


    ich geb dir aber Recht, es tut schon gut, wenn nach Jahren eine positive Rückmeldung kommt.


    Geht aber vielen Trainern so, nach einigen Jahren danach.





    gg

  • Erfolg ist, wenn eine Kinderrevolte zum Erfolg führt. Wir haben 13 Spielerinnen und spielen im 6+1 Systhem. Also ein sicherlich häufiges Problem : für eine Mannschaft zu viel, für zwei Mannschaften zu wenig Spieler. Ohne einen festen Wechselplan das reinste Chaos beim Wechseln, die besten sechs fangen an und die anderen dürfen auch mal ein paar Minuten zwischendurch. Aber wenn immer 3-4 Starke mindestens auf dem Platz sein 'müssen', kann man sich die Zeitanteile der Schwächeren ausrechnen.


    Habe mir bei meinen Trainerkollegen (sind zu dritt, da wir berufsbedingt sonst keine 2 mal Training die Woche anbieten können) und den Eltern den Mund fusselig geredet, beim Thema Angleichung der Spielzeiten gab es wenig Verständnis. Ist doch normal, das die Besseren länger spielen, so ist das eben ist die allgemeine Ansicht. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben und mich damit angefreundet, zur Rückrunde evtl. aufzuhören. Kann den Mädels echt nicht mehr in die Augen sehen, die zur Halbzeit noch nicht drin waren und fragen wann darf ich denn spielen. Einfach durchdrücken kann ich auch nichts.


    Jetzt vor dem 8. Saisonspiel die Wende: die anderen beiden haben sich ohne mich getroffen und sich darauf verständigt, einem festen Wechselplan zuzustimmen. Wir gehen am Montag ins nächste Spiel mit 2 gleich starken Mannschaften,die sich komplett abwechseln werden und das nervige Dauerwechseln entfällt. Allerdings weiß ich nicht, ob echte Einsicht dahinter steckt oder die Situation einfach zu unhaltbar wurde. Es gab keine Beschwerden von Eltern, aber in den letzten beiden Spielen massive Beschwerden von Spielerinnen, denen auch auffält das insbesondere ein Mädchen gar nicht ausgewechselt wird. War schon lustig, 4-5 Mädchen gleichzeitig bedrängen den 'Wechseltrainer' und beschweren sich darüber, dass ein Mädchen nie ausgewechselt wird. Die hatten das richtig abgesprochen.


    Na ja, mal schauen wie es weitergeht. Wir haben die letzten Spiele gewonnen, falls jetzt verloren wird muss sich zeigen ob die neue Einsicht lange anhält oder ob dann die alten Mechanismen wieder wirken. Gilt ja nicht nur für erfolgsorientierte Trainer und Eltern, auch die 'besseren' Mädchen müssen ja akzeptieren, dass die schwächeren größere Anteile bekommen. Bin echt gespannt.

  • Ich glaube, man mus den Begriff Erfolg differenziert betrachten.
    Erfolg ist zb. auf der einen Seite, wenn ich einen guten Spieler weiterentwickele, das er zb zur Kreisauswahl nominiert wird, oder er zum grösseren Verein geht, der dann zwei oder drei Klassen höher spielt.
    Erfolg ist aber auch, wenn ich einem technisch und koordinativ unbeholfenem Spieler beibringe, wie er den Ball annimmt und sicher zum Mitspieler passt oder er ohne Fehler durch die Koordinationsleiter geht.
    Erfolg ist aber auch ganz klar, wenn die komplette Mannschaft Turniersiege , Meisterschaften erringt.
    Erfolg ist aber auch, wenn die Mannschaft gegen einen überlegenen Gegner das beste aus dem Spiel macht und nur knapp verliert und dem Gegner zusetzt und der gegnerische Trainer nach dem Spiel zur Mannschaft kommt und ein Lob ausspricht.


    Je nach Altersklasse und Spielklasse muss ich Erfolg anders definieren. Der Dorfverein bringt den Kindern Basics bei, sorgt für Spass und lässt es locker angehen.
    Leistungsorientierte Mannschaften können nicht auf unbeholfene Spieler eingehen und kleine Schritte machen.

  • Liebe Trainerkollegen,


    ich habe mir eure Antworten durchgelesen und ihr habt alle ein Stücken recht!


    Was mich allerdings gewundert hat ist, das niemand die Frage gestellt hat, was denn der Kern seiner Erfolgserwartungen ist?


    Möchte er gerne mit seiner Aufgabe als Trainer in Verbindung gebracht werden oder immer nur in bestimmten Verbindungen (ala im bin erfolgreich, wenn ...) Auch habe ich mir die Frage gestellt, was meine Motivation als neuer Trainer sein soll, wenn mir jemand sagt: warte erst einmal ab, so in 5 - 8 Jahren wirst du dich an Erfolge erinnern können!


    Warum steigen mehr als die Hälfte aller neuen Trainer schon nach ihrer ersten Saison frustriert wieder aus?


    Die Beantwortung der Frage: "was ist Erfolg" scheint hierbei von großer Bedeutung! Natürlich geht die Öffentlichkeit nichts davon an, worin ich meinen privaten Erfolg sehe, weshalb Hinweise: man muß es differenzierter betrachten, bzw. es ist immer etwas anderes, bedeutsam sind?


    Doch, wenn man ehrlich zu sich ist, sollte beim Erfolg nach Abwägungen aller positiven und negativen Merkmale seiners Trainerjobs schon ein deutliches Plus an selbst erlebtem Freude übrig bleiben.


    Wer im Ehrenamt des Fussballtrainers keine Herausforderung für sich sieht, sondern lediglich aus kurzfristigen Interessen (Dritter) sich diesen Job "aufschwatzen" läßt, der wird auch auf Dauer wenig Freude erleben, weil kein wirkliches Interesse an den Aufgaben besteht!


    Zwangsläufig läuft die Beantwortung der Erfolgsbestimmung auf die Frage hinaus, was sind positive Eigenschaften (Voraussetzungen) für eine erfolgreiche Trainertätigkeit? Weil aber Frust und Freude rasch so alt werden können wie "die Zeitung von gestern" ist es genauso wichtig zu fragen, wie kann ich den eingeschlagenen Erfolgsweg weitergehen, damit die Freude ein zuverlässiger Partner im Traineramt bleibt.


    Will man den Erfolg mit Inhalten füllen, so gelangt man wieder zu den bereits formulierten Antworten zurück, das Erfolg im Zusammengang mit dem Verein mit dem Jugendleiter, Kollegen, den Spielern (unter ihnen Talente und Talentfreie), Eltern, usw. zu sehen ist.


    Fussball ist ein Teamsport - der Trainer sollte deshalb auch ein Teamsportler sein! Sich allein zu freuen, mag Vergnügen bereiten - sich mit anderen freuden zu dürfen, dieses Glück hat nicht jeder selbstverständlich! Deshalb ist auch das Traineramt keine einfache Aufgabe!

  • @TW


    ich geb dir recht. Erfolg definiert jeder anders, finde ich auch in Ordnung-


    und ich glaub schon, dass jeder Trainer irgendeinen Erfolg verbuchen kann.


    Entscheidender für mich für die Trainertätigkeit ist jedoch nicht der Erfolg sondern vielmehr die Motivation, warum eine Trainer macht.


    die Eigenmotivation (z.B. Vatertrainer) ist dabei ein wesentlich stärkerer und vor allem längerfristig anhaltender Antrieb als die Fremdmotivation( wir haben keinen,Anderen,
    Aufwandesentschädigung).


    natürlich kann aus der Fremdmotivation auch eine Eigenmotivation werden (z.B. durch die Höhe des Trainergehaltes)


    Der Motivationsgrund für den Einzelnen nimmt damit wesentlichen Einfluss auch auf die Dauer seiner Tätigkeit und auch darauf, was der Betreffende
    für sich als Erfolg verbucht.


    Wie der Erfolg dann von ihm bewertet wird, hängt dann wiederum auch davon ab, mit welcher Erwartngshaltung er seine Trainertätigkeit begonnen hat.


    gg

  • Ich habe nochmal drüber nachgedacht, animiert durch einen Satz in einem Statement gelesen...möchte ich folgendes anmerken:


    Erfolg ist für mich:
    - wenn sich die Kinder fußballerisch entwickeln


    Ohne hier streiten zu wollen, ..im Prinzip möchte ich nichtmal diskutieren, sondern nur anmerken:


    Ich finde, dass wir Trainer hier zuviel eigenes Zutun hinein interpretieren. Ich glaube nicht, das wir durch Übungen irgendwen durch die Übung an sich verbessern, sondern ich glaube, dass sie sich selber dadurch verbessern, das wir -wenns denn gut läuft und kifumäßig gemacht wird- das Fundament für die eigene automatische Entwicklung bieten. Wer das gut hinbekommt, der verhindert keine Ausbildung...wer die "Kifumerkmale" mißachtet, verhindert -mehr oder minder- die Entwicklung des Spielers im schlimmsten Fall und ansonsten wird sie mächtig eingedämmt.


    EIGENE AUTOMATISCHE ENTWICKLUNG: Von der F bis zur A...wächst ein Spieler, er bekommt auch ohne uns Trainer Übersicht...im Straßenverkehr, im sozialen Bereich....seine Kompetenz wächst...er benötigt zum Bäcker auch keine 150 Schritte mehr, sondern nur noch 90ig und und und....also eine automatische Entwicklung, die wir Trainer nur sehr sehr mäßig beeinflussen....wir Trainer begleiten diese automatische Sache nur und dafür bieten wir einen gewissen Boden und "mehr" nicht.


    Die Spieler die schlechte Sportler sind...die schlechte Fußballer sind...aber Spass dran haben, werden immer Polo sein, die Golfs werden Golfs bleiben und die Porsche werden immer Porsche sein. Der Beitrag der von uns als Trainer rein fußballerisch geleistet wird, ist für mich gerade im Jugendbereich so gering, das er kaum erwähnenswert ist. Ich denke sogar, dass das Fantasterei ist und manchmal anmaßend ist. Nun denn, ich will es keinem nehmen daran zu glauben, ich tue es zu 100 Prozent nicht. Ich mache -trotz allgemein gutem Trainings (sagen andere "Fachleute" und Spieler und Eltern)- niemanden durch die Trainingsübungen besser. Ich bediene ihr mitgebrachtes Können, ich bediene Motivation, ich biete den Boden dafür...."mehr" nicht....und ich messe das.niemals an den Ergebnissen in Zahlen, sondern an anderen Dingen die nicht in der Tabelle zu finden sind. Das erwarte ich jedenfalls von mir!


    Das bekomme ich gelegentlich nicht hin, was mich am Ende des Gedankenganges dann wieder auf den Boden zurückholt, weil ich über mein persönliches Versagen dann unzufrieden bin.


    Entsprechend kann ich diese Punkte nicht als Erfolg werten oder ansehen, dafür sind mir diese in der Sache als viel zu gering anzusehen. Gr. Andre

  • Andre,


    was ich nicht ganz verstehe: Wenn die Spieler sich ohne Training ganz von allein verbessern, warum trainieren wir dann noch? Dann wäre es doch besser, man reduziert den Vereinssport auf ein lustiges Trainingsspielchen unter der Woche und wochenends fährt man zum Spiel.
    Ich glaube ganz im Gegenteil, dass das Training sehr wohl verbessert. Ich mache das fest z. B. an Spielern, die zwar regelmäßig Fußball spielen, aber eben außerhalb von Vereinen, die dann bei uns einsteigen. Die sind anfangs den Spielern, die schon länger trainieren, unterlegen, verbessern sich aber dann meist.

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett