Beitragshöhe und Wahrnehmung der Wertigkeit des Fußballs

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  • Wenn ich hier lese, was für Beiträge genommen werden, muss ich doch unsere auch mal beisteuern:
    Bei uns zahlen Jugendliche 30€ (unter 15J) bzw. 36€ pro Jahr!! Wir liegen mit unseren Beiträgen kreisweit am unteren Ende und das im Westen ;)
    Da liegt noch viel ungenutztes Potential brach :rolleyes:
    Aber ich erinnere mich noch an die letzte GV, wo es eine Beitragserhöhung um 50Cent gab. Da proben einige schon fast den Aufstand!
    Einige hier bringen es recht gut auf den Punkt und der Meinung bin ich auch: wir sind zu billig!
    Was mich ebenso stört wie viele von euch, ist diese Geringschätzung, die dem Fußball beigemessen wird. Denn für 5€/Monat erwarten die Eltern mehr von uns als für die 50€/Monat bei der Musikschule. Eben dieser Glaube vieler Eltern, dass sie das Traineramt auch eben selbst übernehmen können ist Ursache für diese Geringschätzung. Aber mit Radikalschritten erreicht man wenig.
    Die Vereine müssen die Ansprüche an ihre Jugendtrainer erhöhen, das aber auch entsprechend entlohnen. Gleichzeitig müssen Eltern die verbesserte Ausbildungsqualität auch mit mehr Beitrag zu würdigen wissen. Da muss man mit Konzepten und guten Leuten glänzen und diese Geringschätzung revidieren, damit der Wert, der unserer Arbeit beigemessen, steigt.
    Wenn ich dann sehe, was der Senioren-Trainer der ersten Mannschaft bekommt, dann ist das so viel wie alle restlichen Trainer zusammen! Solche Ungleichgewichte zeigen doch, wie wenig wert Jugendtrainerarbeit ist!

  • Tolles Thema,


    bei uns sieht es auch nicht anders aus wie bei euch.Unsere Beiträge betragen bei Jugendlichen 48 € und bei Erwachsenen 60 €. Bei unserer Jugend sieht es so aus das die Trainer A und B Jugend zwischen 300 und 450 € Aufwand entschädigung im Monat erhalten (beide Mannschaften spielen Rheinlandliga).Der Trainer der C Jugend bekommt um die 200 € pro Monat.Alle drei Mannschaften trainieren drei mal pro Woche plus Spiel.


    Von der G bis zu D Jugend bekommen wir 150 € Aufwand endschädigung pro Jahr als Trainer. Und diese Summe lassen wir auch wieder in die Mannschaften fliessen (Leibchen,TW-Handschuhe,Bälle, Gemeinsamme Unternehmungen etc ).Ab der C-Jugend läuft es Leider bei uns so das es dort genug Sponsoren gibt und sie sich keine Sorgen machen müssen.


    Und bis zur D-jugend ist es immer ein harter Kampf zb:Trikots und Anzüge gehen hier nur über Privatesponsoren.Hier haben wir ab diesem Jahr eine Sonderkasse wo jedes Kind 15 € einzahlt zusätzlich zum Jahresbeitrag.Ich finde es nicht mehr als Richtig wenn man sich die kosten bei anderen Sportvereinen ansieht,Meine Tochter ist in einer Gardetanztruppe da sind wir mit 130 € im Jahr dabei.Auch Sachen wie Musikschule,Kampfsport,Reiten sind um ein vielfaches Teurer wie Fussball und da meckern die Eltern auch nicht.


    LG.Mike

  • Das ist ja wirklich interessant wie andere Vereine so mit dem Geld umgehen. Ich als F Trainer bekomme 400€ im Jahr. So auch der G Trainer und der C Trainer. Also im Jugendberich ist alles gleich. Wir bekommen aber auch ganz viel - also alles vom Verein gestellt. Ich habe mit meiner Mannschaft so ein Glück, dass jetzt bereits der 2. Trikotsponsor auf uns zugekommen ist, um Werbung zu machen. Das ist natürlich super.


    Habt ihr es evtl. mal mit einem Förderverein versucht. Die können sich z.B. um die Ausbildung der unteren Jugenden kümmern . also finanziell. Sie könnten den Trainingsmaterialbedarf ermitteln und die nötigen Sachen besorgen. Dann ist doch schon sehr geholfen. Am besten nimmt man dazu Leute aus der Wirtschaft, die den Förderverein betreuen - oder ältere ehemalige Spieler ggf. Vereinsgründer.


    Ich als Trainer arbeite gerne und auch gerne kostenlos. Eine Aufwandsentschädigung ist ja ganz nett aber nicht Bedingung, dass ich so viel Zeit und auch Geld investiere.

  • Ich finde bevor man die Beiträge erhöht sollte erst mal auch nach Einsparpotenzialen gesucht werden.
    Manche Kosten die die Jugendabteilung abdrückt kann man sich auch mit der Stammabteilung teilen wie Hütchen etc.


    Bei uns gab es bis letztes Jahr einmal ein Weihnachtsgeld von 50 Euro pro Team und ein Zuschuss zur Abschlussfahrt von 100 Euro.
    Das gibt es jatzt nicht mehr dafür wurde für jeden Spiler ein Trainingsoberteil besorgt.
    Wir haben 20 Jugendteams somit gibt man an die Spieler wieder 3000 Euro pro Team zurück.
    Ich hatte schon mal den Vorschlag gemacht von diesem Geld und weiteren Spnsoren die Trainer zu bezahlen. Aber habe noch keine Mehrheit dafür.


    Zum Thema Eltern und Geld
    Ich nehme von jedem Elterenteil bei mir 10 Euro im Monat in die Mannschaftskasse ein. Dafür werden Unternehmungen mit den Kindern unternommen. Das zahlen die anstaltslos. Und der Jugendvorstand hat Angst vor Ärger wenn die Beiträge ( 4.50 im Monat) erhöht werden müssen. Ich sage immer auch 10 Euro im Monat würden die Eltern zahlen. Bei 350 Spielern also 35000 Eruo in die Jugendkasse.


    @ CHRIS
    wieso nehmt ihr 6,50 pro Monat und 2,50 kommen bei euch an. Was passiert denn mit den 4 Euro Rest das in die Hauptkasse fliesst. Da würde ich mal genau hinschauen und dann könnten die auch die Kosten für Material bezahlen 8o


    Gruß Frank

  • Also das meiste Geld geht ja an den Verband und Versicherung. Dann bleibt nicht mehr allzuviel über.

  • Habt ihr keine anderen Einnahmequellen als die Beiträge? Hallen- oder Feldturniere, Feste, Jugendfußballcamp usw. so kann ein Verein sich auch finanzieren. Wenn die Eltern dann bei solchen Veranstaltungen zu Helfereinsätzen eingeteilt werden, steigt noch dazu der Zusammenhalt im Verein.

  • bei uns sind die beiträge noch niedriger als bei euch. viel zu billig 17 euro für ein kind pro jahr. aber nciht nur für fussball sonder für den kompletten sport verrein. z.b. langlauf
    wenns nach mir ging würde der beitrag sofort erhöht.
    bei uns ist es so das wir sehr viele passvie mitgleider haben und da ist es gefährlcih diese bei einer erhöhung zu verlieren.
    wenn dann müsste mann eine lösung finden das vor allen die beiträge von aktiven mitgliedern erhöht wird

  • Tennisstunde in der Halle = cirka 18 Euro die Stunde (privat), über den Verein 45 Euro Monatsbeitrag
    Musikunterricht im Monat = 45 Euro für 4 mal 25 Minuten
    Fußballspielen = 30 Cent die Stunde


    Ich lach mich schlapp und da wird noch seitens der Vereine nachgedacht. Ich weiss noch vor cirka 3 Jahren, ...da wurden bei meinem alten Verein die Beiträge erhöht. Da wurde gefalscht ob es nun 2, 70 oder 3,05 Euro im Monat sein sollen usw.. Wie lächerlich ist das. Da sind Leute, die bringen ihre Kinder mit einem Zweitwagen, der ist so teuer wie mein Rohbau, ...nette Leute....die würden auch 30 Euro im Monat zahlen, ...50 vermutlich auch.


    Ich habe 3 Kinder die Fußballspielen. Bezogen auf mein Gehalt, in Verbindung mit meiner finanziellen Gesamtsituation würde ich -ohne zu schimpfen-, im Wissen was geleistet und geboten wird, ...gefühlt einen Monatsbeitrag in Höhe von cirka 35 Euro bezahlen (was immer noch sehr wenig wäre), ...muß aber nur cirka die Hälfte bezahlen. Ich würde sagen, dass ich ein gehobenes Durchschnittseinkommen habe.


    Nach meiner subjektiven Schmerzgrenze hieße das aber auch, dass derjenige, der mehr Kohle einnimmt, auch mehr zahlen kann und umgekehrt, wer weniger verdient, für den wäre die Schmerzgrenze tiefer. Es kommt für mich auf die Belastungsgrenze des Einzelnen an. Nur wie will man das ergründen.


    Meine Antwort wäre, dass jeder der sein Kind in dem Verein anmelden würde, in dem ich der Chef wäre :) seine monatlichen Nettoeinkünfte benennen müßte. Hierzu könnte man eine Lohnbescheinigung, die Lohnsteuererklärung oder auch eine Erklärung des Sozialamtes verlangen. Man könnte mit Höchstgrenzen arbeiten. Das findet bei anderen Institutionen auch statt, beispielsweise bei der Anmeldung im städtischen Kindergarten! Auch dort muß ich , genauso wie bei der Krankenkasse eine Lohnbescheinigung vorweisen, um richtig eingestuft zu werden, ...und das ist sozial und gut, denn wir leben in einem Sozialstaat, ..."Arme" zahlen wenig, Reiche mehr. Das würde selbverständlich anonym laufen und diejenigen, die damit vertraut sind, haben Schweigepflicht. Wer das nicht möchte, ...muß eben auf der Wiese Fußballspielen und fertig.


    Man könnte so eine einigermaßen gerechte Staffelung der Beiträge nach einem anrechenbaren Familieneinkommen erstellen. Das wäre sozial gerecht, die soziale Komponente wäre gegeben und unter dem Strich hieße dass, dass


    -sozial schwache Familien nicht mehr zahlen würden als jetzt/bzw. geringfügig mehr zahlen müßten
    -normal verdienende mehr zahlen
    -und Familien mit hohen Einkommen in Euro erheblich mehr zahlen müßten, ....proportional gesehen, wären sie aber gleich belastet, wie die sozial schwachen Familien.
    -zudem könnte man darüber nachdenken, eine Familienkomponente einzubringen, ....z.B. ab dem dritten Kind ist dieses beitragsfrei.


    Darüber hinaus könnte man vielleicht mit Spendenquittungen arbeiten, ...das will ich nur mal laut denken, ...kann sein, das man sich hier die Pfoten verbrennen könnte, ...keine Ahnung.


    Wenn man nun den Trainer der ersten Mannschaften mehr Kohle für noch bessere qualifizierte und an der Philosophie des Vereins hart gebundene Arbeit zahlt, wäre das finanzierbar. Die Arbeit an sich, ist nicht zu bezahlen, denn wer cirka 30 Stunden im Durchschnitt als Trainer für den Verein spendet, dem wird die Zeit sowieso nicht bezahlt, das sprengt den Rahmen, ....erhält aber den Ehrenamtscharakter (ev.), ...wie ich mutmaße, denn man spendet ja immer noch.


    So wäre das Ehrenamt etwas wert, Wertschätzung findet statt, ...nun nicht nur menschlich gesehen, sondern auch finanziell, es wäre mehr als ein feuchter Händedruck. In Verbindung mit einem Arbeitsvertrag auf Geringfügigkeit könnte ich die "Mitarbeiter" an einen festen Arbeitsvertag (Vereinsphilosophie) binden und sie dazu kriegen, jährlich eine bestimmte Zeit an Fortbildungen teilnehmen zu können. Wer das nicht macht, ...bekäme weniger Geld oder müßte gehen. Dieses wäre vielleicht auch kein Problem, denn viele A Jugendliche oder jung gebliebene Pensionäre etc. wüßten ja, ...dass man ein schönes Taschengeld bekäme und das fürs Hobby. Gruß Andre


    P.S. Passivmitglieder würden einen Sonderbeitrag zahlen

  • Eine schönes Thema mit vielen unterschiedlichen Eindrücken.
    Der Vergleich ist zwar ganz nett zu lesen, aber keinesfalls draf man hier pauschalisieren.
    Jeder Verein hat ein anderes Angebot (Abteilungen), eine andere Beitragszahlerstruktur (aktive/passive, Familien ...) und natürlich eine andere Größe, von lokalen Begebenheiten mal ganz abgesehen. Ein Verein in Hamburg-Niendorf mag etwas anders aussehen als ein Verein im LK Altötting in Bayern. Daher Vorsicht mit Pauschalvorschlägen.

    Einmal editiert, zuletzt von Zw3rG ()

  • Ich finde mit einer sozialen Komponente pauschalisiere ich nicht, sondern ich mache genau das Gegenteil, ich deferenziere.

  • Ich finde mit einer sozialen Komponente pauschalisiere ich nicht, sondern ich mache genau das Gegenteil, ich deferenziere.

    War nicht auf deinen Beitrag bezogen, der kam in der Zwischenzeit, während ich schrieb.

  • Das Problem ist ja offensichtlich; Wir Fussballtrainer und Vereine haben einfach zu wenig Selbstwertgefühl. Jetzt kommen Argumente wie; "wo könnte man sparen?" oder "wo könnte man weitere Einnahmen erzielen?". Abgesehen davon kann man einnahmen, durch Hallenturniere generieren oder auch Andere Veranstaltungen. Wisst Ihr, wieso man so schnell Einnahmen durch diese Events sucht? Weil "wieder" wir Fussballtrainer und Vorstandsmitglieder sowie ein paar Helfer (meistens die Gleichen) uns "Gratis" zur Verfügung stellen. Es gibt keine Personalkosten (darüber denken die Organisatoren nicht mal nach...). Was denkt Ihr? Würde man solche Events organisieren, wenn pro Helfer ca. 100 Euro/ Wochenende ausgezahlt wird? Vermutlich nicht, weil man ins "Minus" fliegen würde und das Event, kein Gewinn generieren würde.


    Man sagt oft, dass es nur noch schwierig ist, Vereinshelfer (eben Trainer usw.) zu finden. Kein Wunder; Siehts doch einfach ein... wir sind unbezahlbar. Viele von uns betreiben oft als Trainer eine richtige Vollzeit - Arbeit. Der Dank; Eltern die rummotzen, weil Ihr Kind weniger spielt als der Andere, Eltern die rummotzen weil die Trainer ja soooo schlecht sind oder Sonst iergendwelche spezielle Eltern. Es ist ja noch schlimmer; Es gibt dann Vereine, die versuchen Trainer durch Erfolgsdruck (Aufstieg) usw. zu "mobben", also wirklich schlecht geführte Vereine... diese nehmen dann die Freude an diese Arbeit noch ganz weck.


    Kuckt mal; Ein Jahresbeitrag von 700 Euro - jährlich ist mind. angemessen. Wenn man bedenkt, dass man für die Kids, alle 3 - 5 Jahre eine Console kaufen kann, alle 5 - 8 Jahre den schönsten Fernseher kaufen kann, alle 4 - 6 Jahre ein neuen PC kaufen kann usw. So ist es auch möglich einen angemessenen Jahresbeitrag zu bezahlen.


    Grüsse TRPietro

  • Zw3rG, alles klar.


    TRPietro, ich müßte -nach deinem Beispiel- 21oo Euro 8| bezahlen bei drei Söhnen, ....das wäre mir zuviel, trotz meiner an sich gleichen Ansicht.


    Deshalb würde ich die soziale Komponente -wie überall im Staate- einsetzen, ..es macht Sinn. Mal angenommen jemand verdient im Jahr Netto 30000, ein anderer 40000 und der Übernächste 50000. Der erste zahlte 300 Euro im Jahr, der zweite 400 oder dritte 500 Euro. Das wäre sozial mehr oder minder korrekt, denn es belastet alle ungefähr gleich.


    Nun könnte man sagen, der mit den 50000 hat aber auch mehr gelernt, ..in der Schule, auf der Arbeit, ...mehr riskiert und nun soll er mehr blechen?


    Ja soll er, denn er befindet sich in Deutschland und das ist ein Sozialstaat und das ist -manchmal übertrieben ärgerlich- oft aber eine gute Sache.


    Ich freue mich schon jetzt auf das, was Chris in einigen Wochen hoffentlich berichten wird.

  • Eine erhebliche Beitragssteigerung bringt einige Effekte mit sich, sowohl positiver als auch negativer Art: Es werden weniger Kinder angemeldet, schlicht und ergreifend, weil es teurer ist. Es spielt eben nicht jedes Kind Golf, es hat nicht jedes Kund seine Reitstunden. Wenn diese Aktivitäten günstiger wären, würden sie auch mehr Kinder betreiben. Beim Fußball bring ich meine Kleinen einfach mal zum Platz hin, Ausrüstung für einen Fußballer ist vergleichsweise günstig und der Beitrag ist quasi nichts. Die Einstiegshürde ist niedriger beim Fußball. Ein Grund warum wir die mitgliedstärkste Sportart sind.
    Ein positiver Effekt ist aber, dass wenn diese einmal überwunden ist, dass der Dropout mitunter etwas schwieriger ist. Da überlegen Eltern es sich zweimal, ob sie es zulassen, dass der Kleine zigmal die Hobbys wechselt (Ok, manche sind da schmerzfrei und zahlen alles, aber sicher nicht die Mehrheit!). Bei dem Jugendlichen momentan, wenn er im B-/C-Jugend Alter aufhört, wurden ein Duzend Fußballschuhe und ein paar Euro für Mitgliedsbeiträge investiert, kein so großer Verlust wie wenn plötzlich das teure Golfset in der Ecke liegt.

  • mein Seitenhieb "gegen" die Kreisklassenspieler bezieht sich eher darauf daß die erste Frage immer häufiger lautet: was bekomme ich wenn ich bei Euch spiele?
    Dann frage ich mich wofür? Was wird geleistet? Wo sind die Zuschauer oder Einnahmen die eine Bezahlung rechtfertigen?
    Und woher meist das Geld für die unteren "Leistungsklassen" stammt kann sich jeder mit unterfinanzierter Jugendabteilung leicht ausmalen.
    Wenn jemand für lau Kreisklasse spielt - und vielleicht sogar noch in dem Verein wo er Fußball gelernt hat - großer, großer Respekt!!
    Aber das wäre eher ein anderer Beitrag und nicht über Jugendfußball .....
    thom

    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

  • Bei einer sozialen Staffelung der erhöhten Beiträge -nach Gehaltsbescheinigung- würde "meine" soziale Komponente, -für wirtschaftlich nachweislich schwache- oder Kinderreiche Familien, für diese gar nicht so relevant bis überhaupt nicht relevant sein. Nur die, die mehr zahlen könnten, müßten das dann auch tun, die würden "gemolken".


    Zudem bleibt für mich anzufügen, dass Chris in einem Verein ist, der mit der Spielklasse -in der man spielt- glänzt. Damit könnten "normale" Vereine nicht mithalten. Wer keinen Nachbarverein in erreichbarer Nähe hat, hätte auch kein Problem. Wer einen Nachbarverein in unmittelbarer Nähe hat, müßte damit rechnen, das die "Geizhälse" dann wechseln würden. Deshalb wäre es gut, sich hier an einen Tisch zu setzen, damit beide Vereine hier zeitgleich ihre Hausaufgaben machen, ...beide....zeitgleich. Gruß Andre

  • Ich will gern noch ein paar Fragen beantworten:


    4 Euro pro Mitglied pro Monat wandern bisher und auch in Zukunft in den Verein. Wir sind aufgrund eines Anbaus relativ hoch verschuldet, und auch Hausmeister, Versicherungen usw. müssen gezahlt werden. Daran ist nicht zu rütteln.


    Unser zukünftiger Etat für den Jugendfußball setzt sich nicht nur aus den hohen Beitragszahlungen der Eltern zusammen. Dieser macht dann etwa 53 % aus. Hinzu kommen Sommer- und Hallenturniere (8 %), Zuschuss des Vereins (14 %), Zuschuss der Fußballsenioren (18 %) und Verkauf von Kaffee und Kuchen während der Heimspiele (8 %).


    Wir haben uns zusammengesetzt und versucht, erst einmal alle Ausgaben aufzulisten. Da wir einen Minimalbetrieb betreiben, haben wir die Ausgaben so erhöht, dass wir in Zukunft gute Verhältnisse haben, denn wir wollen einen Rahmenbetrieb anbieten, der den Spielklassen angemessen ist.


    Unser Konzept steht ohne jeden Sponsor. Wir wollen die Minimalanforderungen abgedeckt haben, so dass wir überleben können, auch wenn ein Sponsor - den wir zurzeit ohnehin nicht haben - abspringt. Wir werden uns dann verstärkt auf Sponsorensuche begeben und sind optimistisch, mit diesem neuen Konzept auch Sponsoren zu finden. Wir hoffen, dass die Wirtschaftswelt das größere Engagement der Eltern würdigt und sich mit so etwas gerne verbinden wird.


    Ich denke, wir hätten keine Chance, wenn wir keine Spielerpakete beschaffen würden, denn wenn wir mehr verlangen, müssen wir auch mehr bieten.
    So kamen wir letztendlich auf den Beitrag, den die Leute zahlen müssen.


    Die höheren Spielklassen sind das Pfrund, mit dem wir wuchern wollen. Fakt ist: Wer höherklassig spielen will, kann das hier im Umkreis bei ziemlich vielen Vereinen und das dann für deutlich weniger Geld als bei uns. Aber auch dort wird er dann eben in der Regel für Ausrüstung etc. zur Kasse gebeten. Deutlich weniger Vereine bieten aber durchgehend höhere Spielklassen an, so wie wir. Da sind die drei Profivereine Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach und FSV Frankfurt - wer aber dort hingehen kann, macht das sowieso, da spielt unser Beitrag keine Rolle. Und wer dort spielt, muss pro Saison ohnehin mehr Geld investieren (Fahrtkosten, weite Turniere, Ausrüstung, usw.), als das bei unserem neuen Konzept der Fall wäre. Andere Vereine, die durchgehend höherklassig spielen, haben entweder eine Sozialstruktur, die vielen unserer Mittelklasse-Eltern und Spielern nicht gefällt, oder sind dann doch schon wieder etwa 30 Minuten Fahrtzeit entfernt. "Echte", mit uns vergleichbare Konkurrenten gibt es vielleicht 1 oder 2. Wir denken, dass unser Risiko somit kalkulierbar (aber immer noch verdammt hoch) ist.


    Ich sehe es auch so wie Pietro - klar kann man noch andere Veranstaltungen machen. Wir haben aber schon 2 Turnierwochenenden im Jahr. Wir freuen uns jedes Mal über den guten Erlös. Ich habe nur auch schon mal errechnet: Wenn ich jedem Helfer nur 8 € die Stunde zahlen würde, würde ich im Minus landen. Also auch wieder: Arbeiten umsonst für andere, die sich drücken und viel erwarten. Ich absolviere pro Jahr locker 600-800 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Es ist nicht an uns, weitere Einnahmequellen zu eröffnen, die noch mehr ehrenamtliche Arbeit von den anderen Trainern und mir erfordert.


    Ich bin es satt, diese Anspruchsmentalität so zu unterstützen. Meiner Meinung nach muss im Fußball wirklich ein Umdenken her. Es ist wirklich auch so, dass hier die Leute aufgrund der niedrigen Beiträge viel mehr mitreden wollen und viel eher eine "ach, heute geh ich nicht hin" Mentalität herrscht (bei uns ist das aufgrund der höheren Klassen nicht so, aber ich kenne das noch von anderen Vereinen in denen ich war).


    Andrés Vorschlag der sozialen Staffelung von Beiträgen fände ich klasse, sowas kann aber kein Verein alleine stemmen denke ich.

  • Andre, Dein Vorschlag für ein sozial verträgliches Beitragssystem in allen Ehren, aber ich glaube nicht, dass das durchsetzbar ist. Was geht den Fußballverein an, was ich verdiene? Bei aller Liebe, ich bin gerne bereit mehr zu bezahlen, aber ich werde sicher nicht meinen Steuerbescheid vorlegen. An der Stelle wäre ich raus.


    Ich denke auch nicht, dass ein Beitrag in der Größenordnung von 30€ pro Monat nicht realisierbar ist, aber die 6€ können es auch nicht sein. Wenn ich mir unsere Kostensituation im Jugendbereich anschaue, so ist ganz offensichtlich, dass die älteren Mannschaften mehr Kosten verursachen. Demnach müssten sie auch einen höheren Beitrag bezahlen. Das sollte den Eltern auch vermitteln werden können. Ich bin auch der Meinung, dass man den Eltern im Gespräch durchaus klar machen kann, wie wenig sie eigentlich im Vergleich zu anderen Freizeitaktivitäten ihrer Kinder bezahlen und welche Folgen dieser geringe Beitrag für die Übungsleitersituation hat. Das könnte man Mannschaft für Mannschaft abarbeiten und so die Stimmung schaffen, die man braucht.


    Der ein oder andere wird vermutlich trotzdem zu einem Nachbarverein gehen, ABER welche Leute sind das? Das sind ganz sicher nicht die Eltern der talentierten oder begeisterten Spieler, denn unser Ansatz ist ja, die Beiträge zu erhöhen, um die Qualität zu verbessern. Also werden diese Leute auch mehrheitlich dabei bleiben. Wer geht, sind eher die, die sich nicht wirklich interessieren. Ist das ein Verlust? Vielleicht, aber es kann auch eine Chance sein. Wenn man nachher statt 40 Kindern in der F nur noch 30 hat, die aber dafür alle mit Begeisterung bei der Sache sind und deren Eltern dahinter stehen, ist das sicher nicht verkehrt, zumal man keine Übungsleiter für Mannschaften "verschleißt", deren Kinder eigentlich gar nicht wollen.


    Eine Erhöhung sollte nur die Aktiven betreffen und es MUSS gewährleistet sein, dass die zusätzlichen Mittel auch zweckgebunden eingesetzt werden. Ferner müssen Maßnahmen zum Erreichen der mit der Erhöhung angestrebten Ziele auch für die Eltern zeitnah ersichtlich sind, wenngleich den Eltern auch klar gemacht werden muss, dass ein Wandel nicht von jetzt auf gleich machbar ist.


    Auf soziale Härtefälle muss man natürlich auch Antworten haben. Andererseits stelle ich mir vor, dass man über ein Spendenmodell von besser verdienenden einen Extra-Obolus einsammeln könnte. Ein Förderverein wäre gut, macht aber wieder eine Menge Aufwand. Das muss sich dann schon wirklich lohnen. Sponsoren wären eine weitere Möglichkeit. Es gab schon Überlegungen von einzelnen Eltern, einen Trainer auf 400€ Basis im eigenen Unternehmen anzustellen. Auch das finde ich recht kreativ.


    Auch würde ich Neumitglieder generell nur noch Bankeinzug als Zahlungsmöglichkeit anbieten. So entfällt das hinterher rennen hinter den Beiträgen.

  • Bei uns im Kreis liegen die Preise zwischen 4 und 8 Euro im Monat.
    Unser Verein nimmt 4,50 Euro im Monat! In meinen Augen viel zu wenig!
    Ohne Spiel kostet eine Stunde Training bei uns 37 Cent. Dann kommen noch Trikots, Pausenwasser, Weihnachtsgeschenke, Trainer, Trainingsanzüge und und dazu...


    Wir entlohnen die meisten Trainer mit 30 Euro im Monat.
    Die kommen umgerechnet, je nach Altersklasse auf knapp 1 Euro pro Stunde (Anfahrt, Trainingsvorbereitung, Trainingsaufarbeitung, Training, Vorbereitung auf das Spiel, Spiel).

    »Fußball ist grundsätzlich einfach, aber das Schwierigste was es gibt ist, einfachen Fußball zu spielen.«

    (Johan Cruyff)

  • Andre


    Beitragsstaffelung in Abhängigkeit vom Einkommen? So gerecht sich das auch anhört - das geht auf keinen Fall. Einkommensdaten sind (neben Gesundheitsdaten) die sensibelsten Daten, die es über uns gibt. Mal ganz abgesehen vom Verwaltungsaufwand: Diese Daten haben im Sportverein absolut nichts zu suchen. Wer diese Daten sammelt, muss auch ihre Sicherheit gewährleisten. Das kann ein ehrenamtlich geführter Verein nicht. Selbst da, wo man sich professionell mit solchen Informationen befasst, gibt es oft genug Pannen und schwarze Schafe.
    Ich möchte diese Informationen nicht in Händen von jemandem wissen, der heute vllt. Schatzmeister in meinem Verein ist und sich morgen dann halt ein anderes Hobby sucht.