Taktik im Kinderfußball

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  • Neulich habe ich ein Interview mit Ralf Rangnick gelesen, in dem er fordert, dass Kinder in Deutschland viel früher kindgerecht Taktiklehre beigebracht kriegen, hier der betreffende Ausschnitt:



    Ich habe auch davon gehört, dass in Barcelona beispielsweise schon F-Jugendliche an Taktik herangeführt werden, woraus dann resultiert, dass diese Nationen taktisch sehr gut ausgebildet sind.
    Es ist ja auch in der Realität der Fall, dass die deutschen Spieler oft taktische Mängel haben.


    Wie steht ihr zu dieser Frage? Ist das sinnvoll, weil man beispielsweise kaum Probleme damit hätte, Raumdeckung oder zumindest als Viererkette zu spielen, wenn die Spieler das von klein auf beherrschen?

  • Das Problem ist, dass viele Jugendtrainer gerade auch im unteren Bereich das notwendige Wissen nicht haben, weil sie es selbst früher auch anders gelernt habe. "Kindgerechte ballorientierte Raumdeckung" das klingt schön und wenn es funktioniert umso schöner.
    Aber dieses Konzept den Kleinen entsprechend kindgerecht zu vermitteln daran scheitert es meist. Es reicht nicht bei einer Vierer-Kette vier Verteidiger auf eine Linie zu stellen. Den Kleinen kann man auch mit Begriffen wie "ballorientierte Raumdeckung" gar nicht kommen, sondern muss das anders verpacken, dass es zum einen dem Konzept nahe kommt aber auch die Kleinen ihren Spaß daran haben. Da steckt für mich mehr Pädagogik hinter als das eigene Fachwissen.
    Und dann kommt noch der Punkt hinzu, dass so ein Konzept über Jahre hinweg umgesetzt werden muss und nicht der nächste Trainer, weil er damit nichts anfangen kann direkt wieder ins alte System verfällt.

    Einmal editiert, zuletzt von Zw3rG ()

  • ICh finde das er Recht hat, besonders mit dem Satz - lasst die Kinder hinlaufen wo der Ball ist!


    Typische Rudelbildung, und mehrere Dripplings werden ständig vom Trainer unterbrochen besonders 2teres ist ganz ganz wichtig für die kleinen.


    Er hat auch damit Recht das er sagt die meisten Trainer sind nicht ausgebildet genug - bei uns hier lernt man es erst ab Landesverbandastrainer (4.höchste Ausbildung) - denn die meisten Vatertrainer nicht machen.


    Was aber das meiste Problem ist, das man es bei kleineren Vereinen aufgrund des Potentials nicht durchsetzen kann.


    Warum?


    Bei der Ballorientierten Raumaufteilung (sog. Dreieckbildung im Angriff), müssen die Kinder alle Eigenschaften die ein Fussballer haben sollte haben.
    Da es aber meistens so der Fall ist, der kleine Karli mit 15 kg übergwicht ist nun mal langsamer als die anderen spielt dann meisten LIbero und haut die Bälle einfach nach vor.


    Ich weiss nicht ob Ralf Ragnick auch bei kleineren Verein reinsieht - doch das ist meiner Meinung nach das oberste Problem.


    Umso Älter die Burschen werden umso mehr wird es erkenntlich.
    (Beim 4-4-2 muss nunmal die ganze Mannschaft eine Einheit sein - da ist kein Platz für langsame Spieler oder träumer)


    LG und schönen Abend

  • Für mein Verständnis hat Rangnick eigentlich nur gesagt, das man die Kinder spielen lassen soll.


    Einem F oder E Männchen zu sagen, das er hinten rechts spielt oder wo auch immer ist auch Taktik. Es hemmt den Jungen in seiner freien Entwicklung, in seinem Spielwitz.


    Beispiel wo das freie Spiel hinführen könnte:


    Team A spielt gegen B. Der Ball liegt in der Mitte, es werden keine Positionen mitgeteilt und ab gehts. Die Eltern und der Trainer sind nur am Anfeuern, aber niemand packt den Joystick aus.


    12 Spieler rennen hinter dem Ball her. Irgendwann denkt sich Fritz, ich stelle mich mal an den 16`ner des Gegner und warte auf den Ball. Das klappt und er schießt das Tor. Das macht er dreimal hintereinander so.


    Nun denkt ein Kind der gegnerischen Mannschaft, auf den Pass ich auf...und und und. Da entwickelt sich auch Taktik aber kindgerecht. Alles andere kommt später.


    Ich habe mich nicht so verhalten. Wäre aber heute dazu bereit. Ich fände es sehr interessant. Ich "fürchte" die Rechnung ging auf. Wenn dem so ist/wäre, machen wir alle einiges falsch!


    Ich denke, dass Herr Rangnick genau das aussagen wollte. Dieses im Wissen, dass er so diejenigen unter uns, die gern mit viel/zuviel Taktik arbeiten, also arbeiten wie ein A Trainer bei der Wurzel zu packen.


    Ich glaube Ralf Rangnick ist ziemlich klug. Gruß Andre :]

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • In ein paar Punkten bin ich anderer Meinung:


    -Das was Rangnick als Negativbeispiel gegeben hat, ist definitiv KEINE Taktik. Taktik ist, wie es der Autor Simone Mazzali sagt, "kein Dame-Spiel, bei dem es um Anordnung von Figuren geht".


    -Rangnick verweist ausdrücklich auf andere europäische Länder, in denen Taktik viel früher gelehrt wird und fordert das auch hier in Deutschland ("Sie wünschen sich also für die Zukunft eine frühe Heranführung an Taktik und Systeme? Absolut.").


    -Warum sollte es hier nicht funktionieren, wenn F-Junioren in Barcelona kindgerecht Raumdeckung vermittelt bekommen? Sind die Kinder hier dümmer als in Spanien oder Italien? Glaube ich nicht.


    Du hast allerdings Recht, dass er am Ende der Seite sagt "Im Grunde sollte man die Kinder also genau das tun lassen, was sie tun möchten: Nämlich dorthin laufen lassen, wo der Ball ist.". Damit widerspricht er sich selbst.


    Ich denke, dass es tatsächlich vonnöten wäre, so etwas einzubringen, wenn man den taktischen Rückstand auf andere Länder aufholen will. Allerdings scheitert es wohl daran, dass die Trainer meist, wie schon gesagt, unzureichend ausgebildet sind.
    Hierzu gibt es ja die DFB-Infoabende. Bei uns (in Braunschweig) war der allerdings auf 3 Trainer pro Verein begrenzt. Ist das überall so? Ist das dann nicht ziemlich sinnlos?

  • Ich habe einfach das Gefühl, dass zuviele Trainer einfach zu viel Dampf im Bereich; Ausbildung machen.
    Rangnick hat etwas von 2 Trainingseinheiten am Tag geschrieben... ist das richtig?
    Ganz ehrlich es gäbe bei 5 Tagen, 10 Trainingseinheiten. Da kann man sehr gut zum Beispiel; 3x Taktik, 2x Laufschulung/ Koordination und 5x Technik planen. Kein Problem... Taktiktraining möglich! Uebersättigung für Zukunft und Drop Out jedoch komplett unterschätzt...


    Nun unser Problem; In der Schweiz (die Clubs die ich kenne) trainieren E - Junioren nur 1x/ Woche. Diese können mit höchster Wahrscheinlichkeit, weder Ballführen noch einen Pass spielen. Da muss ich doch Priorität zwischen Technik und Taktik setzen.


    Ok... ich setze auf Technik und fange mit Ballführen und Dribbling an. Es ist bereits die Taktik 1:1 Situation vorhanden. Aber coachen tuhe ich die Beinarbeit und die Körperhaltung und erst danach die taktischen Elemente.


    Raumdeckung kann man nicht "trainieren". Der Junior ist im perfekten Alter die Technik zu erlernen. Währe schade jetzt Raumdeckung zu trainieren auf Kosten der Technik die später nur noch schwer ausgebildet werden kann.


    Dies ist meine Meinung.
    Die Meinungen gehen da sowieso auseinander. Am Schlusse kommen wir aber alle zum gleichen Nenner... der Junior hört im B - Alter auf... :D


    Gruss
    TRPietro

    Einmal editiert, zuletzt von TRPietro ()

  • Ich bin auch der Meinung, dass sich Rangnick selbst widerspricht. Einerseits lobt er sein Taktiktraining von damals, und unten sagt er, man soll die Kinder einfach spielen lassen.

    "Alles, was ich sicher weiß über Moral und Pflicht, verdanke ich dem Fußball!"


    (Albert Camus)




    "Der Fußball ist für mich ein Mikrokosmos der gesamten Gesellschaft. Alle Prozesse, die in der Familie, in der Großfamilie, in der Kleinfamilie, in irgendeinem Unternehmen ablaufen, finde ich auch im Fußball."



    (Christoph Daum)

  • Ich glaube, dass hier einiges missverstanden wird. Man kann Kinder probemlos im ballorientierten Spielen ausbilden, ohne echtes Taktiktraining wie etwa bei einer C-Jugend zu machen.


    Eine klassische Übung wäre hier ein 3:3 auf 2 breit auseinander stehende Hütchentore. Da verschieben die Verteidiger meist automatisch rüber zu dem Tor, das angegriffen wird und lernen das so spielerisch schon im jungen Alter.

  • Sehe es wie Chris. In altersgerechten Spielformen kann man schon in den jüngeren Altersklassen taktische Elemente einbauen, ohne die Kinder zu überfordern.


    Ich benutze auch bei meiner E ab und zu die Taktiktafel, um zu erläutern, wie ich mir bestimmte Spielsituationen vorstelle. Das ist sehr hilfreich, zuletzt hat mir noch ein Kind gesagt, dass es jetzt verstanden hat, was ich auf dem Platz meinte (und offensichtlich nicht richtig rüberbekommen habe).


    Die Kids haben schon in der F verstanden, dass wir nicht wollen, dass ein Verteidiger nur hinten stehen bleibt. Das Absichern durch einen Mittelfeldspieler beim Vorstoß des Verteidigers klappt sehr gut, ebenfalls das Verschieben (was ich aber nie so nenne, da die Kids das nicht verstehen würden).


    Das nur als Beispiele, auch die Bildung von Gruppen wird bei uns in Spielformen geübt und die Kids setzen es immer besser um.


    Das Wichtigste sind aus meiner Sicht eine kindgerechte Sprache (hatte mal einen Co, bei dem sogar ältere Spieler manchmal nur Bahnhof verstanden haben X( ) und die Schulung taktischer Elemente in Spielformen, ohne dabei die Kreativität der Kids zu unterdrücken.


    Außerdem sollte man nie die natürliche Spielintelligenz von talentierten Kids unterschätzen. Ich habe mir zuletzt noch einmal Aufzeichnungen von Spielen angesehen und da haben die Jungs ganz tolle Spielzüge umgesetzt, die man Zehnjährigen nie und nimmer beibringen würde, sondern die sie halt aus dem Gefühl entwickelt haben. :D


    Die mangelnde Ausbildung der Trainer gerade in kleinen Vereinen wurde ja schon angesprochen. Auch wenn viele in diesem Forum schon die Auffassung vertreten haben, dass man nicht zwingend einen Trainerschein braucht, sehe ich persönlich eine laufende Aus- und Weiterbildung als essentiell für eine langfristig gute und vor allem auch strukturierte Trainingsarbeit an. Klar habe auch ich viele der Trainingsinhalte auch schon vor der Trainerausbildung so gemacht, für meine Person kann ich aber sagen, dass ich regelmäßig gute Anregungen im Rahmen der Weiterbildungen bekomme, die ich so oder abgewandelt auch in der Arbeit mit den Kids einsetze.


    Klar gibt es auch viele Kinder- und Jugendtrainer mit Schein, die ein verkapptes Erwachsenentraining machen, aber zumindest in unserem Verein haben wir auch nach Einschätzung von Externen einen Qualitätssprung gemacht, seit wir (seit mehreren Jahren) allen Trainern eine Trainerausbildung ermöglichen bzw. vorschreiben und auch im Verein Fortbildungs(pflicht)veranstaltungen durchführen, die das Angebot des Verbandes ergänzen.


    Letzteres finde ich auch deshalb gut, weil man dann seine Weiterbildungsstunden ohen großen Fahrtaufwand durchführen kann und es seltener vorkommt, dass man wegen beruflicher Verpflichtungen nicht an weiter entfernten Fortbildungen teilnehmen kann.


    Schöne Grüße
    Coach99

  • Ein kurzer Nachsatz, um bezüglich der Trainerausbildung nicht mißverstanden zu werden:


    Ich kenne wie alle auch sehr gute Trainer, die aus unterschiedlichen Gründen keine Trainerschein gemacht haben, bin aber auch davon überzeugt, dass diese noch besser wären, wenn sie regelmäßig durch Aus- und Weiterbildung unterstützt würden. :D

  • hallo zusammen:
    ob Rangnick sich jetzt selbst widersprich ist wohl Ansichtssache:


    Taktik trainieren = Training


    spielen lassen = Spiel


    Hier ist wohl eher noch offen, von welcher Taktik spricht Rangnick:


    Einzeltaktik - Gruppentaktik - Mannschafttaktik - Offensivtakik - Defensivtaktik


    Im Grunde genommen lässt doch jeder Jugendtrainer seine Mannschaft spielen, nach einer gewissen Grundaufstellung, und nimmt dann, nach seinen Vorstellungen und Wissen, Korrekturen vor.


    Die sogenannte Rudelbildung (alle zum Ball) ist doch auch eine Art von Taktik - den ballführenden Spieler unter Druck setzen oder anders rum sich für ein Abspiel anbieten.


    Jetzt kommt wieder Training oder Coaching im Spiel zum tragen:
    diese Rudelbildung organisiert ablaufen zu lassen - Alle richtung Ball, aber nicht alle auf den Ball.

  • In den Abschnitten 2 und 3 erzählt Rangnick nichts Neues. Es geht hier um eine "Heranführung an Taktik und Systeme" - wie er sagt.
    Damit ist nichts Anderes gemeint, als das, was etwa Chris beschrieben hat.
    Das ist im Endeffekt doch genau das, was der DFB in seiner Ausbildungskonzeption vermittelt. Das Problem ist nur, dass es nicht alle an der Basis erreicht.


    Der erste Absatz in Rangnicks Statement hat mich allerdings doch stutzig gemacht. E-Jugend und zweimal am Tag Training und dann auch noch Standardsituationen???
    Da bin ich definitiv anderer Meinung, aber ich glaube, das würde er heute auch anders machen.

  • Hallo!


    Bis vor 2 Jahren habe ich den 1993er Jahrgang bei einen Proficluib trainiert - wo natürlich die Raumdeckung, etc. eine sehr sehr große Rolle spielte.


    Angefangen hat es bei den ganz kleinen bei uns nennt man das U7.


    Ohne groß darüber zu sprechen wurde regelmässig 3:3 gespielt um im Angriffsspiel die Dreiecksbildung zu automatisieren.
    Defensiv war es automatisch so das sie zusammen gingen, sprich den Raum eng gemacht haben.


    Training war damals 3x in der Woche
    Ab der U10 4x
    und jetzt in der Akademie bis zu 8x die Woche.


    (Hier werden wieder einige sagen 8x ist viel zu viel.... - dem ist nicht so - wenn man das Regenarationstraining mit einbezieht und das lockere auslaufen kommt man auf 8)


    Man beachte bitte das wir Kinder hatten die ausgesucht wurden - und die stärksten 8 genommen wurden um für diesen jahrgang einen Grundstein zu legen.
    Der nächste Schritt unterscheidet wieder von einen Amateurverein - die Trainingsanzahl.
    Es gibt kaum die Möglichkeit Regelmässig 2-3x zu trainieren zzgl. 1 Turnier zuspielen.
    3. und für mich entscheidenter Punkt ist die Qualifikation als Trainer.


    Jeder der eine Internationale Trainerausbildung hat - weiss das es nicht reicht bei einen 4-4-2 System auf einer Linie zu stehen.
    Es erfordert Intelligenz, Fitness und vor allem ein gutes Kollektiv.


    Ja, wenn man diese Möglichkeiten hat -auf alle Fälle diesen Weg gehen.
    Hat man diese Möglichkeiten nicht - bin ich der Meinung das sehr viel mit dem spielnahen Training abzudecken ist - wenns Spass macht lernen die Burschen auch noch schneller!

  • Was ist diese Welt doch verrückt. Da schlage ich heute die Zeitung auf und es steht ein Bericht über unsere E Kreisauswahl drin. Die spielten gegen Schalke 04 ein Freundschaftsspiel in Schalke. Schöner bericht, ...man spielte drei Halbzeiten. Der Schreiber (Trainer) betonte, dass man die erste Halbzeit gewann, die Zweite nicht und die Dritte auch nicht. Er führte es auf taktische Mängel zurück, weil man noch nicht so lange zusammen spielte.


    Sollte er die Gruppentaktik meinen, oder gar eine Mannschaftstaktik oder die Einzel.- oder Individualtaktik? Hat er davon schon mal gehört? Verunsichert er nicht diejenigen Trainer die das kennen? Ermutigt er hunderte Trainer die davon nicht gehört haben oder nur beiläufig fehlerhaft wissen, nun doch taktische Züge wie bei den Große zu proben?


    Ich denke, das hier beim Verfassen von Artikeln in der Zeitung als Kenner und Vorbild und als DFB Freund etwas sensibler in der Zeitung gepostet werden sollte.

  • also ich meine, der spielwitz der ein jedes fußballspiel so interessant macht, entwickelt sich über die jahre hinweg.


    ist es sinnvoll taktikvarianten in der f-/e-jugend einzustudieren? wahrscheinlich nicht, weil die kids 1.) noch einen wechsel der spielfläche von klein- auf großfeld vor sich haben und sich ab dieser zeit mit völlig anderen bedingungen konfrontiert sehen. zudem verfügen die kleinen noch über ein naturgemäß eingeschränktes gesichtsfeld und die für große, taktische intelligenz erforderlichen koordinatorischen fähigkeiten wie orientierung, reaktion, differenzierung etc., können in dem alter (noch) nicht bis aufs maximalste trainiert werden. und weil 2.) einstudieren nur bedeutet, dass sie etwas auswendig lernen ohne den grund zu verstehen (ich vermute mal erst ab sehr viel mehreren trainingseinheiten ist es möglich, den kindern in ihrer sprache einen überblick über mannschafts- und individualtaktiken im fußball zu vermitteln).


    was macht einen spielmacher aus? seine übersicht, sein timing den ball im richtigen moment in die gasse zu spielen, seine ideen und seine stille absprache mit seinen teamkollegen einen angriff auf besondere, überraschende weise zu starten. - mir kann keiner erzählen, dass es das ziel ist, solche fähigkeiten an einem f/e/d-jugendspieler zu sehen.


    was ist taktik? das handwerkszeug um meinen gegner mit meinen technischen fähigkeiten zu besiegen. - es geht also darum, wie ich meinen gegner am effizientesten besiege. zielsetzung kinderfußball??


    meiner meinung nach sollte man im kindesalter darauf verzichten das thema taktik zu sehr auszuschlachten. die schwerpunkte müssen in der technischen und motorischen ausbildung liegen. wenn ich versuche die taktik in den vordergrund zu stellen, deute ich eigentlich schon wieder an, dass ich das spiel unbedingt gewinnen will.... womit wir wieder bei der zielsetzung im kinderfußball wären.


    selbst in der d-jugen liegt der schwerpunkt auf der verfeinerung der technik (goldenes lernzeitalter :D :D, ein herrlicher begriff!). ich denke die c-jugend ist ein gutes alter, um taktische schwerpunkte zu setzen.


    greetz

    "Ihr vier spielt jetzt drei gegen zwei!" ;)


    "Der Verteidiger wurde fair vom bein getrennt!"


    "es ist enorm wichtig, dass man neunzig minuten hundertprozentig ans nächste spiel denkt!"

  • Hallo,


    ich finde den Vorschlag von Ralf Rangnick sehr gut. :thumbup: :thumbup: :thumbup:
    Wie schon angesprochen, haben deutsche Spieler oft Mängel in der taktischen Ausbildung. Allerdings sollte damit meiner Ansicht nach frühestens in der E-Jugend begonnen werden. Und nur in Maßen. Denn welcher Spieler in dem Alter hat Lust immer Varianten für Standards einzuüben? ;)


    MfG


    Fidi

    Futsal ist mir dann doch persönlich lieber...

  • War heute bei einer Trainerfortbildung.


    Hier wurde nochmals die Taktik aus dem 1:1 in der Defensive als sehr, sehr wichtiges Element herausgestellt. Leider gibt es viel, aus meiner Sicht -sehr viele- Trainer, die hiervon noch nichts gehört haben. Aus dieser Taktik ergibt sich die weitere Ausbildung. Wer das nicht schult, dem fehlt ein wichtiges Element fürs weiterkommen und fortentwickeln. Hier liegen bei vielen Mannschaften große Defizite vor und im Umkehrschluß liegt hier mächtiges Potenzial sinnlos auf der Straße.


    Wenn Rangnick in diese Richtung dachte, ...muß ich ihm recht geben. Gruß Andre

  • Da man in der E - Jugend sowieso das Ballführen und Dribbling als aller erstes lernen sollte, kommt man sowieso automatisch zum Taktikverhalten 1:1. Natürlich würde ich es als E - Trainer, bevorzugen die Offensive Variante, also das Dribbeln zu coachen. Das Defensivverhalten sollte erst ab der D - Jugend geübt werden. 1:1 Angriffsverhalten für einen E - Junioren ist sicher gut genug um positiv in die D - Jugend zu beginnen. Und da man vermutlich nicht 2 Jahre nur 1:1 und Dribbling sondern auch mal die Passtechnik und der Torschschuss trainiert wird, hätte ein ins D aufsteigender E - Juniore schon ein gutes Ausbildungspacket.


    Defensivtaktik würde ich erst ab der D - Jugend beginnen. Es reicht auch völlig aus, wenn man da die Raumdeckung 2:2 Verhalten und das Zweikampfverhalten 1:1 Defensiv trainiert.



    Gruss


    Pietro

  • TRPietro, Du läßt wiedermal erkennen, dass Du Ahnung hast. Das Thema war ausschließlich auf die D und C Jugend ausgelegt. Es ging um das Ausbildungsziel der D. Es wurde, mit meiner Meinung im Einklang so dargestellt, dass diese Taktik das Hauptausbildungsmerkmal im D Bereich sein sollte. Die Verinnerlichung dieser Taktik ist für den Vortragenden die Vorraussetzung für das Weiterarbeiten in der C- Jugend, der Spielball hin zur Viererkette u.a..


    Ich hatte das damals in einer sehr leistungsstarken E Jugend -großteil- zweites Jahr begonnen. Leider haben es trotz intensivem Üben max. 20 Prozent verstanden.


    In der Folge beobachtete ich, dass in der Folgezeit andere Trainer hiervon keinen blassen Schimmer hatte. Ein Trainer fragte sogar einen meiner ehemaligen Spieler in der C, warum er immer auf den Gegner zugehe, ihm die Seite anböte, ihm dann nachlaufe, um erst dann zu stören, statt direkt in den Mann zu gehen (weit vorm Tor).


    Da packe ich mir echt an die Stirn, denn es handelte sich um einen ausgebildeten Trainer. 8|


    Bei der heutigen Vorführung war eigentlich nur ein C Spieler in der Lage, diese Sache umzusetzen. Das ist nicht weiter schlimm, sagt aber aus, dass hier starke Defizite herrschen und ist gleichzeitig ein Auftrag an den Trainer, hier wiederkehrend entsprechend seinen Mitteln, seiner Philosophie, seines Konzeptes im Einklang mit dem des Vereines dran zu arbeiten, um die Sache zu automatisieren.