Die Quittung der Basis: Warum die Praxis die DFB-Reform gerade eigenmächtig korrigiert (Tagebuch Teil 1/12)

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  • 📘 TAG 4 & 5: Das strukturelle Betreuer-Chaos, Smartphone-Coaches und die „Schrottplatz-Methode“ des DFB
    Hallo Trainerkollegen,
    vielen Dank für die unglaubliche Dynamik im Thread! Während manche sich noch an theoretischen Tabellenkonstrukten abarbeiten, blättern wir jetzt genau die nächsten Seiten meines lückenlosen Protokolls um. Wir schauen uns heute das tiefe strukturelle Versagen, den Alibi-Dilettantismus unter der Woche und die eiskalte Selektion des Systems an.
    Hier sind die nackten Fakten, die exakt so in den Postfächern der Frankfurter Verbandszentrale liegen:
    4. Strukturelles Betreuer-Chaos und das Torwart-Defizit

    • Das Kompetenz-Vakuum am Spielfeldrand: Großgruppen von über 20 Kindern werden oft von einem unkoordinierten Kollektiv aus mehreren erwachsenen Übungsleitern und älteren Juniorenspielern betreut. Da selten alle Betreuer gleichzeitig vor Ort sind und ein verbindlicher, schriftlicher Trainingsleitfaden im Verein fehlt, coacht jeder nach eigenen, oft völlig widersprüchlichen Vorstellungen. Die Kinder erhalten zeitgleich konträre Anweisungen auf dem Platz. Es fehlt die klare sportliche Linie – niemand ist erkennbar „der Chef im Ring“ und wertvolle Entwicklungsjahre der Kinder werden ungeachtet verbrannt. Wollen Sie, der DFB, das wirklich?
    • Die bewusste Sabotage der Torwartausbildung: Gleichzeitig wird ein akademischer Baustein des Fußballs – eine altersgerechte Torwartschulung – komplett ausgeklammert. Auf Nachfrage wird an der Basis oft argumentiert, laut DFB-Richtlinien habe in den untersten Altersklassen überhaupt kein spezifisches Torwarttraining stattzufinden. Sollte diese Information tatsächlich der offizielle Leitfaden Ihres Verbandes sein, ist das ein sportwissenschaftlicher Totalschaden. Es bedeutet im Klartext: Zwei Jahre U7 und zwei Jahre U9 ohne jede torwartspezifische Grundschulung (wie korrektes Fangen, richtiges Fallen, die angstfreie Flugschule und das Ballgefühl mit den Händen). Ein U11-Trainer fängt auf dieser absoluten Schlüsselposition folglich bei „Null“ an. Sieht so Ihr nachhaltiges Ausbildungskonzept für die Zukunft aus?

    5. Mangelnde Vorbereitung und die Kultur der „Smartphone-Coaches“

    • Dilettantismus per App: Viele Übungsleiter stehen heute mit dem Smartphone auf dem Platz, um sich während der Einheit erst einmal Übungsvideos im Internet anzusehen. Sie rennen orientierungslos hin und her, um dann hektisch ein paar Slalomstangen aufzustellen, anstatt das Training zu Hause in Ruhe vorzubereiten – womöglich kennen sie nicht einmal die Zielführung der „Videoübung“! Die Quittung für diese Konzeptlosigkeit sind endlose Leerlaufphasen auf dem Rasen.
    • Das „Kaffeekränzchen“ auf dem Platz: Selbst bei einer personell ausreichenden Betreuerquote kommt es regelmäßig vor, dass die Erwachsenen mitten in der Einheit zusammenstehen und Privatgespräche führen, während die Kinder gelangweilt auf dem Rasen sitzen oder liegen. Aktive Korrekturen oder positives, motivierendes Coaching finden in diesen entscheidenden Momenten nicht statt. Wer für das Aufstellen von drei Hütchen permanent auf sein Smartphone starren muss, beweist nur eines: die maximale Distanz zu einer qualifizierten Jugendausbildung.

    STRUKTURELLES VERSAGEN UND DIE DOPPELMORAL DES SYSTEMS

    Um es drastisch zu formulieren: Wenn in unseren Schulen die fachlich ausgebildeten Lehrkräfte fehlen, leitet ja auch nicht der Hausmeister den Unterricht. Ebenso wenig ist jeder, der unkoordiniert Hütchen aufstellt, automatisch ein qualifizierter Jugendtrainer. Drei Jahre präzise Beobachtung an der Basis zeigen das Kernproblem: Während jeder normale Fachbetrieb in Deutschland Lehrlinge gezielt ausbildet, um seine Facharbeiter für die Zukunft zu sichern, betreibt der DFB bei den Dorfvereinen reine Hoffnungsökonomie. Weil qualifizierte Lizenz-Trainer hinunter bis ins kleinste Dorf fehlen und der Verband nur auf bürokratische Anfrage statt proaktiv vor Ort ausbildet, bleibt Ihr theoretisches Konzept ein reines Wunschmärchen. Schätzungsweise 90 % aller Amateur- und Dorfvereine kämpfen mit diesem eklatanten Mangel an fachlicher Kompetenz.


    6. Der Stützpunkt-Abgleich: Die unüberbrückbare Wissenskluft

    Um meine empirischen Feldstudien zu spiegeln, habe ich aus sportwissenschaftlicher Neugierde Einheiten eines nahegelegenen DFB-Stützpunktes (bis zum U15-Jungjahrgang) intensiv analysiert. Die Professionalität dort wird bereits am Eingang der Sportanlage deutlich, wo Zuschauer und Rahmenbedingungen strukturiert erfasst werden. Dass dort ausschließlich lizenzierte DFB-Spezialisten das Training leiten, legte die systemische Wunde des deutschen Fußballs endgültig offen.
    Die Lücke zwischen der theoretischen DFB-Idealwelt am Stützpunkt und dem realen Trainingsalltag im normalen Breitensport ist eine unüberbrückbare Kluft. Während am Stützpunkt jede Sekunde genutzt, intensiv gecoacht und methodisch präzise gearbeitet wird, versinkt die Vereinsbasis im eingangs geschilderten „Vielübungsdschungel“ und in ineffizienten Leerläufen. Der DFB krankt an einem massiven Transferproblem: Das exzellente Wissen der Stützpunkte kommt niemals unten bei den ungeschulten Ehrenamtlichen in den Dorfvereinen an. Der Verband nimmt diese qualitative Zweiklassengesellschaft bundesweit billigend in Kauf.
    7. Die gnadenlose Selektion: Die Schrottplatz-Methode des DFB

    Erschwerend kommt ein psychologisches und strukturelles Paradoxon hinzu, das ich im Zuge von offiziellen DFB-Sichtungstagen für die Jahrgänge U11 und U13 im Umland analysieren konnte. Rund 45 geladene Jungs müssen diese Trainingseinheiten absolvieren. Am Ende schafft es nur ein minimaler Bruchteil in die nächste Förderebene (den Stützpunkt), während die restliche Masse rigoros durch dieses Raster fällt. Der unausgesprochene Tenor des Verbandes an die gescheiterten Kinder lautet: „Kickt einfach weiter in euren Dorfvereinen, da seid ihr bestens aufgehoben.“ Wer im Selektionsraster des DFB im ersten Anlauf nicht perfekt funktioniert, wird sofort fallen gelassen. Die ersten 4 Jahre Basis-Fußball MÜSSEN von Fachkräften gefördert, geformt und unterstützt werden….
    Noch drastischer zeigt sich diese Konsequenz im laufenden Stützpunktbetrieb. Sobald ein talentiertes Kind aus privaten, schulischen oder logistischen Gründen häufiger fehlt, greift die eiserne Hand des Verbandes: Es droht der sofortige, bundesweite Ausschluss aus dem Stützpunktprogramm. Eine zweite Chance an einem benachbarten Stützpunkt ist kategorisch ausgeschlossen. Das gleicht einer kaltblütigen „Schrottplatz-Methode“: Reines Kupfer bringt viele Euros, einfaches Metall nur Centerträge. Das ist eine unerträgliche Perversität eines Verbandes, der sich Gemeinnützigkeit auf die Fahne schreibt. Ob die Aussortierten weiterhin Spaß am Fußballspielen haben?
    Hier offenbart sich eine erschreckende Doppelmoral: Man sortiert die Talente oben mit eisernem Besen aus, verweigert ihnen aber unten an der Basis die dafür notwendige, qualifizierte Grundausbildung.

    Fortsetzung folgt morgen: TAG 6 (Die logistische Materialschlacht der Spielfeste und die „Spedition Amateurbereich“)

  • Ich sehe das nicht so. Das DBF mobil ist ja nur eine Ergänzung zu dem, was der DFB sonst noch anbietet. Also neben den Aus- und Fotbildungsangeboten (niedrigschwelllig und für alle Neveaus) mit Präsens- und Onlineteilnahme, allem was bei Youtube von Hannes Wolf angeboten wird (Vorträge aber auch Demo-Trainingseinheiten), dem schriftlichen Anteil der TPD. Wir hatten das DFB mobil schon bei uns und ich empfand das als deutlich mehr, als nur eine reine Werbemaßnahme.


    Ich habe eher das Gefühl, dass du ein schlechtes Turnier gesehen hast und dazu noch vielleicht einen schlechten Trainier, der bei seiner Mannschaft mitspielt und leitest daraus irgendeine Allgemeingültigkeit ab. Dazu kommt dann noch diese Polemik (eine Übung, die dir nicht gefällt, wertest du einfach mal als Zombieball ab, obwohl diese Übung ja vielleicht ihren Wert hat, den du womöglich nur nicht verstanden hast), die der Diskussion ihre Sachlichkeit nimmt.


    Ich finde das Angebot, welches einem Trainer heute zur Verfügung steht, eigentlich sehr gut. Sei es vom DFB, als auch ergänzend, was man auf youtube und co. von Privaten noch dazu bekommt. Ein Neu-Trainer, der ein Mindestmaß an Lernwillen mitbringt, dürfte es in kürzester Zeit zu einem geeigneten Trainer bringen. Wenn, dann hapert es eher an der Lernbereitschaft. Ich erlebe dann doch einige Trainer, die einfach keine Lust haben, sich mit Trainingsmethodik auseinanderzusetzten. Solche erreichst du dann auch nicht, egal wie gut das Fortbildungsangebot ist. Wenn, dann müsste man durch Maßnahmen erreichen, dass das Angebot an Trainern größer wird, so dass es Vereine sich leisten könnten, auch mal ungeeignete Trainer abzulehnen und nur lernwillige einzustellen.

  • ICh kan

    📘 TAG 4 & 5: Das strukturelle Betreuer-Chaos, Smartphone-Coaches und die „Schrottplatz-Methode“ des DFB


    7. Die gnadenlose Selektion: Die Schrottplatz-Methode des DFB

    Erschwerend kommt ein psychologisches und strukturelles Paradoxon hinzu, das ich im Zuge von offiziellen DFB-Sichtungstagen für die Jahrgänge U11 und U13 im Umland analysieren konnte. Rund 45 geladene Jungs müssen diese Trainingseinheiten absolvieren. Am Ende schafft es nur ein minimaler Bruchteil in die nächste Förderebene (den Stützpunkt), während die restliche Masse rigoros durch dieses Raster fällt. Der unausgesprochene Tenor des Verbandes an die gescheiterten Kinder lautet: „Kickt einfach weiter in euren Dorfvereinen, da seid ihr bestens aufgehoben.“ Wer im Selektionsraster des DFB im ersten Anlauf nicht perfekt funktioniert, wird sofort fallen gelassen. Die ersten 4 Jahre Basis-Fußball MÜSSEN von Fachkräften gefördert, geformt und unterstützt werden….
    Noch drastischer zeigt sich diese Konsequenz im laufenden Stützpunktbetrieb. Sobald ein talentiertes Kind aus privaten, schulischen oder logistischen Gründen häufiger fehlt, greift die eiserne Hand des Verbandes: Es droht der sofortige, bundesweite Ausschluss aus dem Stützpunktprogramm. Eine zweite Chance an einem benachbarten Stützpunkt ist kategorisch ausgeschlossen. Das gleicht einer kaltblütigen „Schrottplatz-Methode“: Reines Kupfer bringt viele Euros, einfaches Metall nur Centerträge. Das ist eine unerträgliche Perversität eines Verbandes, der sich Gemeinnützigkeit auf die Fahne schreibt. Ob die Aussortierten weiterhin Spaß am Fußballspielen haben?
    Hier offenbart sich eine erschreckende Doppelmoral: Man sortiert die Talente oben mit eisernem Besen aus, verweigert ihnen aber unten an der Basis die dafür notwendige, qualifizierte Grundausbildung.

    Fortsetzung folgt morgen: TAG 6 (Die logistische Materialschlacht der Spielfeste und die „Spedition Amateurbereich“)

    Widerspruch: Talentierte Kinder sind meistens schon vor den Sichtungen bekannt. Sollten Kinder in diesen Sichtungen nicht auffallen, gibt es auch danach noch Möglichkeiten in den Stützpunkt zu kommen. Auch kann in einen anderen Stützpunkt gewechselt werden, hier kommt es vielleicht auch darauf an wie man miteinander redet...

    Mich würde zu deiner "dreijährigen, lückenlosen Beobachtung an der Basis" Folgendes interessieren: bei wie vielen verschiedenen Vereinen hast du hospitiert bei wie vielen Stützpunkten warst du? Und in welcher Funktion hast du dich jeweils vorgestellt?

  • Darum gehts doch gar nicht. Die C Lizenz ist ein ennormer Aufwand. Wenn mir neue Trainer top motiviert erzählen dass sie ihre C Lizenz machen, ermutige ich sie natürlich dazu. Überzeugt bin ich aber nicht mehr innerlich. Ich könnte ihnen auch einen Advanced Football Account machen, das Staack und TSG Hoffenheim Buch in die Hand drücken und das Training wäre vermutlich besser als das was man auf der Sportschule lernt. Und das ist eigentlich furchtbar dass ich so denke, aber die Inhalte der C Lizenz gehen an der Praxis vorbei. Diskussion wurde damals übrigens schon abgewürgt beim Kurs. Bin übrigens der letzte der den DFB oder Landesverbände bashen will.

  • Auch bei der C-Lizenz steht und fällt es leider mit den Dozenten.

    Ich hatte da wirklich Glück. Kenne aber auch viele, die ähnlich begeistert waren wie Du.

    Das war schon wirklich interessant was die Kollegen bei der B-Lizenz alles erzählt haben. Die Unterschiede sind da wohl enorm.

  • Hier habe ich andere Erfahrungen gemacht. Zu DFB Mobil, war bei uns im "Dorf-Verein" schon 3 Mal in den letzten 2 Jahren, wenn wir ihn öfters bräuchten, könnten wir auch öfters "buchen" man muss sich nur rechtzeitig dafür kümmern. Die Inhalte die die beiden Trainer vermittelt haben, waren sehr praxis nah, verständlich und sehr gut und relativ einfach mit wenig Aufwand im Trainingsalltag umsetzbar. Alle Trainer die dabei waren haben für ihre Trainings und die jeweilige Fragen, Antworten und Tipps bekommen, wie gesagt die haben sich wirklich Zeit genommen und sind auf die Fragen eingegangen und haben Lösungsansätze und Tipps an die Hand gegeben. Die beiden Trainer waren sehr "Bodenständig" und haben ganz genau gewusst mit welchen "Alltagsproblemen" wir zutun haben und wie gesagt waren sehr nah an der Basis! Vielleicht haben wir nur Glück gehabt und wo anders läuft es anders ab, kann nur aus meinen Erfahrungen berichten. Bei meinen C-Schein, habe ihn 2022 gemacht, da war noch die "Corona Zeit" gerade vorbei, da habe ich sowohl online wie auch Präsenz Tage gehabt, ist bis heute so bei uns im Kreis. Ja war etwas Zeitintensive aber durchaus machbar, wenn man es den will. Dei Lehrinhalte waren super, hatte wohl auch hier Glück mit dem Dozenten, er hat es wirklich sehr gut gemacht und ich als Ehemaliger Kreisligaspieler in den späten 90er Anfang 2000er und dann als "Papa Trainer" konnte viel für mich mitnehmen und lernen, was ich dann in meinen Trainings anwende. Die Kurzschulungen sind unterschiedlich manche sind gut manche weniger, aber das sind dann auch Kurzschulungen. Aber wie erwähnt, das ganze hängt sicher sehr von den jeweiligen "Dozenten" die die Schulungen, Weiterbildungen, Kurse leiten und von denen die diese Angebote wahrnehmen. Die Frage ist wie kommen wir dahin dass wir an der Basis die engagierten "Elterntrainer" Jugendliche, Rentner usw.. dazu bekommen diesen Trainer Job zu machen, dass sie sich weiterbilden und wir dann in jeder Dorfmannschaft, genug gute Trainer haben die gutes und Kindegerechtes Training anbieten. Und ich bleibe dabei lieber etwas unprofessionelles Training, als gar keins! Kinder brauchen Bewegung, Sport und wenn der Ball dabei ist dann um so schöner und besser! Bleibt sportlich! :)

  • Aber warum denkst du, dass die C-Lizenz + Advance Football + Staack + Hoffenheim nicht ausreichen, um einen guten Trainer zu machen? Ich finde nämlich, dass das eigentlich eine ziemlich brauchbare Grundlage ist.

  • und Schulungen für die Trainer machen, in NRW gibt es den "DFB Mobil", die Trainer können auch den

    ...

    Deinem letzten Satz muss ich aus sportlicher Sicht vehement widersprechen: Die Einstellung ‚Lieber ein schlechtes Training als gar kein Training‘ ist die absolute Urkatastrophe für unsere Kinder und die Wurzel unseres Talent-Kollapses!

    Ein schlechtes, unstrukturiertes Training, bei dem 8-Jährige 35 Minuten in der Warteschlange stehen, durch Zombieball die Lust am Fußballdribbling verlieren und vom Übungsleiter im Abschlussspiel eiskalt umgedribbelt werden, fördert die Kinder nicht – es verbrennt sie! Ein solches Training sorgt dafür, dass die talentierten und motivierten Jungs nach einem Jahr frustriert die Segel streichen und zum Handball oder Tennis abwandern. Wenn wir den Anspruch an Qualität komplett aufgeben, nur damit überhaupt eine Truppe gemeldet ist, verwalten wir an der Basis nur noch den kollektiven Niedergang. Wir brauchen keine Hütchenaufsteller, wir brauchen qualifizierte Begleiter für unsere Kinder!“

    Sehe ich anders:


    Wenn man garkeinen Fussball anbietet sind die Kinder sofort beim Handball etc.

    Das Ergebnis ist also gleich, nur ohne Umweg über den Fussball 🤷🏼.


    Als Trainer einer Randsportart freut mich das natürlich 😉.


    Habe es hier schon einige Male geschrieben:

    Nachwuchs-Trainer bekommt man, indem man Jugendliche anfragt, ob sie nicht Lust haben beim Training der Jüngeren zu helfen.


    Die wachsen dann langsam in das Thema rein, sind später auch nicht überfordert, weil sie Erfahrung haben, und i.d.R. hat man in dem Alter auch noch mehr Zeit für Lehrgänge etc.

    Einmal editiert, zuletzt von Felix007 ()

  • Zum Thema "Weinen" / "Enttäuschung".

    Sorry, aber ab wann und wo dürfen / sollen Kinder lernen, dass Enttäuschungen /Niederlage zum Leben gehören, wenn nicht beim Mannschaftssport, wo nach dem Duschen, gem. Pizza-Essen etc. alles wieder vergessen ist und man über die schönen Momente des Turniers spricht.


    Und jemand der im "entscheidenden Moment" "versagt", kann durchaus durch die Kameraden wieder aufgemuntert werden.

    Man gewinnt und verliert gemeinsam...

    Die MANNSCHAFT, hätte es ja auch im Spiel gemeinsam mit einem Sieg verhindern können...

    Einer muss halt schießen, wenn es die Regel bei unentschieden so vorgibt.

    Ja, es gibt sicher angenehmer Lösungen, aber wirklich dramatisch finde ich sie auch nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Felix007 ()

  • Beobachter_Basis

    Vielleicht musste der segelaufspannende Ton genau so sein. Du bist definitiv nicht der Einzige, der so denkt, aber du bist bisher der Lauteste.

    Damit du noch mehr Reichweite und andere Sportwissenschaftler, Pädagogen, UEFA-Pro-Lizenz Trainer und auch sehr viele DFB und Verbandsfunktionäre für das "wir stellen den DFB vom Kopf auf die Füße" gewinnen willst, gehe auch auf Linkedin.de

    Dort gibt es schon seit einigen Jahren auch fachlich hochklassige Diskussionen. Ich denke, du/wir sind nicht alleine.


    Ich bin gespannt, ob du die DFB Stützpunkte, die NLZs, die Landesauswahlen und die U-Nationalmannschaften auch beobachtet hast.

    Ein verstehender Kindertrainer füllt keine Vase.

    Er eröffnet Möglichkeiten und entfacht die Freude am lebenslangen Lernen.

  • Beobachter_Basis,

    ich möchte mich gerne kritisch mit dem Stil Deiner Beiträge in diesem Thread auseinandersetzen. Du benennst viele Missstände, schlägst aber keine konkreten Lösungen vor. Wenn nur noch Kritik geübt wird, aber keine konstruktiven Vorschläge kommen, bleibt der Text nutzlos für die Praxis.

    Du nutzt klassische Empörungsrhetorik, die in vielen Aktivismusnahen und populistischen Diskursen vorkommt. Sie ist wirksam für Mobilisierung, aber problematisch für eine konstruktive Debatte. Deine Rhetorik ähnelt populistischen Strategien, die auf Spaltung statt auf Konsensbildung setzen. Das erschwert den zivilen Diskurs und Lösungen zu finden.

    Deine transportierte Empörung ist ein starker Treiber für Engagement, aber damit aktivierst Du Reaktionen wie Wut, Angst, Mitleid, aber überlagerst damit rationale Debatten. Du lieferst eine sehr einfache Erzählung. Komplexe Probleme, die sicherlich existieren, werden auf „Gut gegen Böse“ reduziert. Du inszenierst die Basis als unterdrückte Opfer, während der Verband DFB als Täter dargestellt wird. Skandalisierung und Provokation generieren Aufmerksamkeit – sowohl in sozialen Medien als auch in klassischen Medien.

    Du lieferst aber keine Daten oder Studien, sondern arbeitest nur mit eigenen anekdotischen Beobachtungen. Du behauptest strukturelle Probleme. Aber wie repräsentativ sind Deine Beobachtungen? Hast Du selbst auch Gegenbeispiele gesehen? Wie ist das Verhältnis? Der DFB hat viele Probleme adressiert und hat Reformen eingeführt (z. B. „Trainingsphilosophie Deutschland“), die nicht einfach ignoriert werden können. Dein Text stellt diese als „Scheinwelt“ dar. Stimmt das? Ist es legitim, aufgrund dessen, Institutionen pauschal zu diskreditieren?



    Konkreter:

    1. Anekdote statt Evidenz


    Einzelbeispiele als Generalbeweis: Du stützt Deine Kritik auf eine konkrete Situation (z. B. das Spielfest mit 250 Hütchen und 4 Minuten Netto-Spielzeit) und verallgemeinert dies als systemisches Versagen des DFB. Es fehlt eine repräsentative Datengrundlage oder statistische Absicherung.

    • Beispiel: „Was ich am vergangenen Wochenende live auf einem offiziellen Spielfest erleben musste, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus.“

    Eine einzelne Beobachtung ist kein Beleg für flächendeckende Missstände. Selbst wenn Du drei Jahre lang dokumentiert hast, bleibt unklar, wie viele Vereine oder Spieler*innen davon betroffen sind.

    Selektive Wahrnehmung: Der Fokus liegt auf extremen Einzelfällen (z. B. das „Sudden Death“-Ausschießen eines 8-Jährigen), die emotional wirken, aber nicht zwangsläufig die Regel darstellen.



    Warum ist das problematisch?

    Verzerrte Wahrnehmung: Einzelne Fälle werden als typisch dargestellt, obwohl sie Ausnahmen sein könnten.

    Manipulationspotenzial: Emotionalisierte Einzelfälle lassen sich leichter instrumentalisieren als komplexe Analysen.

    Keine Lösungsorientierung: Wenn nur Probleme benannt, aber nicht quantifiziert werden, fehlt die Grundlage für konstruktive Reformen.



    2. Appell an den „gesunden Menschenverstand“


    Pauschalurteile ohne Fachdebatte: Du nutzt allgemein verständliche, aber undifferenzierte Formulierungen, um seine Kritik zu stützen:


    • „Mit bloßen Hütchen-Aufstellern wachsen keine Thomas Müllers nach!“
    • „Das ist an Doppelmoral nicht zu überbieten.“
    • „Versagt hat gestern nicht der 8-jährige Spieler – versagt hat exakt Ihr theoretisches, so hochgelobtes Konzept!“

    Solche Aussagen zielen darauf, dass der Leser die Kritik automatisch nachvollzieht, ohne dass fachliche oder pädagogische Argumente geliefert werden.


    Moralische Überhöhung: Die Kritik wird als „offensichtliche Wahrheit“ dargestellt, die keiner weiteren Begründung bedarf. Wer anderer Meinung ist, wird implizit als unmoralisch oder ignorant dargestellt.

    • Beispiel: „Sie nehmen den Kindern die normale, gesunde Tabelle weg, um ein sauberes Image zu pflegen…“
    • Implikation: Wer die DFB-Reformen unterstützt, handelt „kindfeindlich“ und „bürokratisch“.

    Dichotomie: Es gibt nur „richtig“ oder „falsch“, keine Grauzonen oder fachlichen Diskussionen.


    Warum ist das problematisch?

    Vereinfachung komplexer Themen: Fußballentwicklung, Pädagogik und Verbandsstrukturen sind multifaktoriell – sie lassen sich nicht auf „gesunden Menschenverstand“ reduzieren.

    Polarisierung: Wer sich nicht der moralischen Überhöhung anschließt, wird schnell als „Teil des Problems“ dargestellt.

    Verhinderung von Reformen: Wenn Kritik nur emotional, aber nicht sachlich fundiert wird, fehlt die Grundlage für konstruktive Lösungen.



    3. Starke Verachtung gegenüber dem Verband


    Personalisierte Abwertung: Der DFB wird nicht als Institution kritisiert, sondern als kollektiver Akteur mit böser Absicht dargestellt:

    • „Die Nervosität in Frankfurt ist riesig“ (impliziert: Der DFB hat etwas zu verbergen).
    • „Man wollte die nackte Wahrheit […] hinter verschlossenen Türen […] beruhigen“ (unterstellt: Der DFB lügt und vertuscht).
    • „Ihr theoretisches, so hochgelobtes Konzept“ (impliziert: Der DFB handelt aus Arroganz).
    • Sprache der Verachtung: Begriffe wie „Zombieball“, „Excel-Tabelle für den Feldwechsel“ oder „klimatisierte Büros“ dehumanisieren die Verantwortlichen und stellen sie als abgehobene, kaltherzige Bürokraten dar.

    Machtzuschreibung an den Verband: Der DFB wird als allmächtiger, zentralistischer Akteur dargestellt, der über die Köpfe der Basis hinweg entscheidet:

    • „Scouts die Jüngsten plündern“ (unterstellt: Der DFB fördert Ausbeutung).
    • „Die DFB-Zentrale kopiert bereits unsere Argumente“ (impliziert: Der DFB handelt nur unter Druck).


    Warum ist das problematisch?

    Diese Darstellung ignoriert die komplexen Entscheidungsstrukturen im Fußball (z. B. föderale Ebenen, Ehrenamtliche, wirtschaftliche Interessen).

    Undifferenzierte Schuldzuweisungen: Sie verhindern eine sachliche Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Problemen.

    Radikalisierung: Wenn Institutionen nur noch als „Feindbild“ dargestellt werden, wird konstruktiver Dialog unmöglich.

    Realitätsferne: Fußballverbände sind keine monolithischen Blöcke, sondern setzen sich aus vielen Akteur*innen mit unterschiedlichen Interessen zusammen.


    (Alle Beispiele sind aus Deinem Eingangspost.)

    Einmal editiert, zuletzt von Leodegar () aus folgendem Grund: Fehler in der Formatierung behoben.

  • Beobachter_Basis : du hättest ein paar gute Ansatzpunkte für eine Diskussion, aber wenn man falsch zitiert und (absichtlich) falsch rechnet, bin ich raus.

    Ist euch noch nicht aufgefallen, dass das alles KI-LLM Ausdruck, Grammatik und typische Satzbausteine sind. Was dahinter die Motive sind, ist mir egal, es ist komplett überzeichnet und nicht originär.

  • Zum Thema "Zombieball", weil es hier bei einigen falsch verstanden wurde.


    Zombieball, ist aus eigener Erfahrung ein sehr beliebtes Abwurfspiel, was Jeder gegen Jeden mit Gymnastik- oder Volleyballbällen zum Aufwärmen gespielt wird.

    Kritisiert wurden im Beitrag, dass es Fussball untypisch ist, zu lange gespielt wurde und Kinder ggf. zu lange draußen sitzen.


    Fußball untypisch

    Finden ich zum Aufwärmen gut, Fußballtypisches oder was auch immer wird anschließend trainiert.


    Länge der Übung

    Kann man steuern, i.d.R. immer gefühlt zu kurz 😃


    Lange draußen sitzen

    Kann man auch einkürze, z.B. indem man sich mit 10 Strecksprüngen, eine Runde ums Spielfeld (jedesmal andere Laufart) etc. "freikaufen" kann/muss.

  • Worüber ich mich als Veranstalter eines Festivals freuen würde:

    1. Wenn man sich für die Arbeit, Zeitaufwand etc. bedankt.

    2. Die schönen, gut gelaufen Dinge erwähnt = registriert hat.

    3. Und mir freundlich und wertschätzend Ideen nennt, was ich beim nächsten Mal besser machen könnte, sofern es ein Pkt. ist, der einem wirklich übel aufgestoßen ist.


    Da brauche ich auch kein DFB, Verband oder sonstige Institutionen für sondern nur ein vernünftiges Miteinander an der Basis.


  • Was noch viel lächerlicher ist, er spricht von wir, wer soll das sein? Ich habe mal beim Campus (Abteilungsleitung Fußballentwicklung, Talentförderung, Abteilungsleitung Spielentwicklung und und und) angerufen, niemand hat Kenntnis von diesem "Brief".

    Einmal editiert, zuletzt von userdx ()

  • Aus einzelnen Beobachtungen ein „lückenloses Protokoll“ über den Zustand des gesamten deutschen Kinderfußballs abzuleiten, ist weder empirisch noch wissenschaftlich. Drei Jahre persönliche Beobachtung, mit welcher Qualifikation, Kompetenz überhaupt, welchen Daten und N?, ersetzen keine systematische Untersuchung mit definierten Vereinen, Vergleichsgruppen, Kriterien und nachvollziehbarer Datenauswertung. Auch die Behauptung, schätzungsweise neunzig Prozent aller Dorfvereine litten unter einem entsprechenden Kompetenzmangel, bleibt ohne zertifizierte, evidenzbasierte Datengrundlage eine bloße Behauptung. Ohne Belege, ohne Beweise, ohne Fakten, ohne Argumente. Einfach nur wertlose Meinung.

    1. Mehrere Betreuer sind nicht automatisch ein „Kompetenzvakuum“

    Ein Trainerteam kann chaotisch arbeiten. Es kann aber ebenso ein großer Vorteil sein. Mehrere Erwachsene ermöglichen kleinere Gruppen, individuelle Hilfestellungen, bessere Aufsicht und mehr aktive Spielzeit. Entscheidend sind eine gemeinsame Idee, klare Rollen und eine vorherige Abstimmung. Das eigentliche Problem lautet deshalb nicht zu viele Betreuer. Sondern, vllt. einfach mal nicht erkannt, weil viel Meinung und keine Ahnung. Wer plant die Einheit? Wer führt sie? Wer coacht welche Gruppe? Welche gemeinsamen Prinzipien gelten? Wie werden ältere Juniorenspieler angeleitet? (BISSEZ)


    Das sind zunächst Aufgaben der sportlichen Leitung und der Vereinsorganisation. Der DFB kann Ausbildungskonzepte und Hilfsmittel bereitstellen. Er kann jedoch nicht bei jeder Trainingseinheit eines rechtlich und organisatorisch eigenständigen Vereins persönlich die Aufgaben verteilen. Die Forderung nach einem schriftlichen Vereinsleitfaden ist sinnvoll. Daraus aber ein bewusstes Versagen des gesamten Verbandes abzuleiten, geht deutlich zu weit.

    2. Keine frühe Spezialisierung bedeutet nicht „Sabotage der Torwartausbildung“

    Hier wird die DFB-Position verkürzt und anschließend dramatisiert. Der DFB behauptet nicht, Kinder dürften bis zur U11 keine Bälle fangen, nicht fallen lernen oder keine Erfahrungen im Tor sammeln. Die Empfehlung lautet vielmehr, Kinder in den jüngsten Altersklassen nicht frühzeitig auf eine feste Position zu reduzieren. Torhüter können bereits in der F-Jugend eingesetzt werden. Ab der E-Jugend kommen sie regelmäßig zum Einsatz, und ab diesem Zeitpunkt soll das spezifischere Training schrittweise beginnen. (DFB)

    Das ist ein fundamentaler Unterschied. Fangen, Werfen, Rollen, Reagieren, Fallen, Springen und Orientieren können in allgemeine Ball-, Bewegungs- und Spielformen eingebaut werden, ohne einen Siebenjährigen bereits dauerhaft zum Torwart zu erklären. Gleichzeitig sollen möglichst viele Kinder unterschiedliche Positionen und Spielsituationen kennenlernen. Gerade kleine Spielformen ermöglichen, dass Kinder häufiger schießen, Tore verteidigen, umschalten, dribbeln und Entscheidungen treffen. Der DFB begründet diese Trainingsausrichtung mit den Prinzipien Freude, Intensität und Wiederholung sowie mit möglichst vielen Aktionen für alle Kinder. Man kann darüber diskutieren, ob Vereine zusätzlich kurze torwartorientierte Bewegungsbausteine anbieten sollten. Daraus einen „sportwissenschaftlichen Totalschaden“ oder eine „bewusste Sabotage“ zu konstruieren, ist jedoch keine sachliche Analyse. Eher Quatschgaga.

    3. Ein Smartphone ist nicht das Problem

    Ein Trainer, der während der Einheit planlos Videos sucht und dadurch zehn Minuten Leerlauf verursacht, ist schlecht vorbereitet. Darüber besteht kein Streit. Aber das Smartphone selbst beweist keine Inkompetenz. Es kann für Zeitsteuerung, Dokumentation, Videoaufnahmen, Anwesenheit, Belastungskontrolle oder einen kurzen Blick in einen vorbereiteten Trainingsplan genutzt werden. Ein Trainer kann mit Smartphone hervorragend vorbereitet sein. Ein anderer kann ohne Smartphone eine vollkommen ungeeignete Einheit durchführen. Bewertet werden sollten daher nicht Äußerlichkeiten, sondern, ist das Trainingsziel erkennbar? Sind die Kinder überwiegend aktiv? Sind Organisation und Übergänge vorbereitet? Wird altersgerecht gecoacht? Gibt es Freude, Intensität und viele Wiederholungen? Können die Trainer ihre Entscheidungen erklären? (KWICS)

    Auch das beschriebene „Kaffeekränzchen“ ist selbstverständlich zu kritisieren, sofern Kinder tatsächlich unbeaufsichtigt herumliegen und die Erwachsenen private Gespräche führen. Eine solche Beobachtung belegt aber individuelles Fehlverhalten und nicht automatisch das Scheitern der gesamten DFB-Trainingskonzeption.

    4. Der Vergleich mit Schule und Hausmeister ist unpassend

    Schulen erfüllen einen staatlichen Bildungsauftrag mit hauptberuflich beschäftigten und formal qualifizierten Lehrkräften. Amateurvereine beruhen dagegen zu einem erheblichen Teil auf freiwilligem Engagement. Viele Mannschaften könnten ohne Eltern, ehemalige Spieler, Jugendliche und andere Ehrenamtliche überhaupt kein Training anbieten.Daraus folgt nicht, dass jede Person automatisch ein guter Trainer ist. Es folgt aber ebenso wenig, dass ausschließlich hoch lizenzierte Fachkräfte Kinderfußball anbieten dürfen. Würde man jede Kindergruppe ohne Lizenztrainer schließen, würden vermutlich sehr viele Kinder überhaupt nicht mehr organisiert Fußball spielen. Die vernünftige Lösung lautet daher nicht Abwertung der Ehrenamtlichen, sondern Begleitung und Qualifizierung, es muss unten mehr werden, dafür können aber die vielen Mamas und Papas nichts. Dafür existieren unter anderem das Kindertrainer-Zertifikat, der DFB-Basis-Coach, die C-Lizenz, der Junior-Coach und das DFB-Mobil. Das Kindertrainer-Zertifikat umfasst 20 Lerneinheiten, der Basis-Coach 40 und die C-Lizenz 80 Lerneinheiten. Das DFB-Mobil bringt lizenzierte Trainer mit Demonstrationseinheiten direkt auf Vereinsgelände. In der Saison 2025/2026 wurden 27.441 neue Qualifikationen ausgestellt. Das Kindertrainer-Zertifikat und der Basis-Coach wurden jeweils knapp 8.000-mal abgeschlossen. Das widerlegt zwar nicht jedes Transferproblem, aber sehr wohl die Behauptung, der Verband bilde praktisch niemanden aus und überlasse die Basis vollständig sich selbst.

  • 5. Der Stützpunktvergleich widerspricht teilweise der eigenen Anklage

    Wenn an einem DFB-Stützpunkt strukturiert, intensiv, methodisch und qualitativ hochwertig gearbeitet wird, beweist das zunächst, dass die Ausbildungsansätze des Verbandes funktionieren können. Die Aussage „das DFB-Konzept ist fachlich wertlos“ ist, mit Verlaub, schwierig, vor allem dann, wenn man keine Ahnung hat. „Die Umsetzung dieses Wissens erreicht noch nicht jeden Verein und jeden Trainer in ausreichender Qualität.“ Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein Transferproblem darf kritisiert werden. Die Formulierung, das Wissen komme „niemals“ bei der Basis an, ist jedoch nachweislich überzogen. Bundesweite Trainingsdialoge werden an mehr als 350 Stützpunkten ausdrücklich für Vereinstrainer angeboten. Hinzu kommen das DFB-Mobil, frei zugängliche Trainingsmaterialien und Fortbildungsveranstaltungen. Über Reichweite, Zugänglichkeit, Qualitätssicherung und die notwendige Unterstützung kleiner Vereine kann und sollte diskutiert werden. Aber absolute Aussagen wie „niemals“, „komplettes Versagen“ oder „reines Wunschmärchen“ verhindern eine die differenzierte Diskussion, die angeblich eingefordert wird.

    6. Ein Förderprogramm ohne Auswahl wäre kein Förderprogramm

    Dass von 45 gesichteten Spielern nur ein Teil in einen Stützpunkt aufgenommen wird, ist keine überraschende Enthüllung. Ein Stützpunkt ist ein zusätzliches Förderangebot mit begrenzten Trainingsplätzen und kein Ersatz für den Verein.

    Der Zweck einer Sichtung besteht gerade darin, eine Auswahl für eine intensivere Zusatzförderung zu treffen. Nach der Aufnahme trainieren Spieler im Altersbereich U12 bis U15 einmal wöchentlich zusätzlich zu ihrem Verein. Rund 1.200 qualifizierte Stützpunkttrainer (B mit Zusatzzertifikat Talentetrainer, B+, A und A+) sind laut DFB mit regionaler Sichtung und Förderung befasst.

    Nicht ausgewählt zu werden bedeutet weder, ein wertloser Spieler zu sein, noch „auf den Schrottplatz“ geworfen zu werden. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Manche werden früher, andere später leistungsauffällig. Gerade deshalb wären regelmäßige Nachsichtungen, nachvollziehbare Rückmeldungen und offene Entwicklungsmöglichkeiten sinnvoll. Die Bezeichnung „Schrottplatz-Methode“ ist allerdings entwürdigend. Wer sich gegen die angebliche Reduzierung von Kindern auf ihren sportlichen Wert wendet, sollte sie nicht gleichzeitig mit Kupfer, Altmetall und Centbeträgen vergleichen.

    7. Die Behauptung eines bundesweiten Ausschlusses bleibt unbelegt

    Besonders schwerwiegend ist die Behauptung, ein Kind werde bei häufigeren Fehlzeiten automatisch bundesweit ausgeschlossen und dürfe auch an keinem benachbarten Stützpunkt jemals eine zweite Chance erhalten. Für eine solche pauschale Regel wird weder eine schriftliche Richtlinie noch eine konkrete, überprüfbare Entscheidung vorgelegt. Natürlich benötigt ein wöchentliches Fördertraining eine gewisse Verbindlichkeit. Ebenso selbstverständlich müssen Krankheit, Schule, Familie, Fahrtwege und besondere Belastungen individuell berücksichtigt werden. Sollte ein Kind tatsächlich ohne Gespräch und ohne Einzelfallprüfung wegen entschuldigter Fehlzeiten dauerhaft ausgeschlossen worden sein, wäre das kritikwürdig. Eine einzelne Erfahrung oder mündliche Aussage rechtfertigt aber noch nicht die Behauptung einer „sofortigen bundesweiten Ausschlusspraxis“.


    Jeder Verein sollte ein gemeinsames Ausbildungskonzept besitzen. Neue Kindertrainer sollten innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine Grundqualifikation erhalten. Erfahrene Trainer und Stützpunktmitarbeiter sollten als Mentoren stärker in die Vereine gehen. Torwartorientierte Grundlagen sollten spielerisch integriert werden. Sichtungsentscheidungen sollten erklärt und spätere Entwicklungschancen offengehalten werden. Das wäre eine ernsthafte Reformdebatte. Wer dagegen jeden ungeschulten Ehrenamtlichen als Dilettanten bezeichnet, jeden nicht ausgewählten Spieler zum „Schrott“ erklärt und aus persönlichen Beobachtungen ein bundesweites Systemversagen konstruiert, liefert keine sportwissenschaftliche Analyse. Er ersetzt Differenzierung durch Empörung. Ragebait.

  • Der DFB fordert im Kinderfußball nicht nur möglichst viele Ballaktionen, sondern ausdrücklich auch vielseitiges Bewegen, motivierende Bewegungsaufgaben und unterschiedliche Wettbewerbe. Fangspiele, Reaktionsspiele, Laufspiele oder einfache Wurfspiele können Wahrnehmung, Orientierung, Schnelligkeit, Ausweichen, Kooperation und allgemeine Bewegungserfahrung fördern. Gerade bei jungen Kindern besteht die Ausbildung nicht allein aus der frühzeitigen Spezialisierung auf Fußballbewegungen. Der DFB veröffentlicht selbst Spielstunden, in denen Fang- und Bewegungsspiele ohne Fußball den Einstieg bilden. Auch „Aufbaumarathon“ muss differenziert betrachtet werden. Mehrere kleine Spielfelder, Mini-Tore und Markierungen sind nicht automatisch Ausdruck eines überkomplizierten Trainings. Die DFB-Trainingsphilosophie empfiehlt gerade bei größeren Gruppen mehrere kleine Felder, weil dadurch mehr Kinder gleichzeitig spielen, mehr Entscheidungen treffen und mehr Ballaktionen erhalten. Mit den richtigen Spielformen lässt sich die tatsächliche Spielzeit pro Kind erheblich erhöhen. Selbstverständlich müssen die Felder vor Trainingsbeginn vorbereitet sein und die Materialien einem klaren Zweck dienen. Wenn Kinder regelmäßig warten, weil Trainer erst während der Einheit Hütchen, Tore und Koordinationsgeräte verteilen, handelt es sich um ein organisatorisches Versäumnis. Dieses Versäumnis spricht jedoch nicht gegen Mini-Tore, Hürden oder mehrere Spielfelder an sich. Ein einziger sinnvoll vorbereiteter Aufbau kann während der gesamten Einheit für unterschiedliche Spiele genutzt werden. Auch die Rechnung, nach zehn Trainingseinheiten seien bis zu 50 verschiedene Übungen durchgeführt worden und deshalb könne kein Lernen stattfinden, ist methodisch zu schlicht. Eine neue Organisationsform bedeutet nicht automatisch einen völlig neuen Lerninhalt. Ein Trainer kann Dribbling, Eins-gegen-eins, Torabschluss oder Freilaufen über Wochen hinweg wiederholen und dafür unterschiedliche Spielfelder, Regeln, Geschichten oder Wettbewerbe nutzen. Für die Kinder verändert sich die äußere Form, während dieselben technischen und taktischen Kernprobleme immer wieder auftreten. Abwechslung und Wiederholung sind keine Gegensätze. Gute Trainingsplanung verbindet einen wiederkehrenden Schwerpunkt mit variablen Spielsituationen. Fußball selbst ist ein offenes Spiel, in dem Abstände, Gegnerverhalten, Zeitdruck, Räume und Entscheidungsmöglichkeiten ständig wechseln. Eine ausschließlich identische Wiederholung kann kurzfristig zu einem flüssigen Übungsablauf führen, garantiert aber noch keinen Transfer in das Spiel. Die Forschung zum variablen wiederholenden Üben (Vergessenheitskurve) und die kontextuelle Interferenz ist nicht eindeutig. Sie liefert weder eine Grundlage für permanent wechselnde, chaotische Aufgaben noch für die Behauptung, nur konstante Wiederholung führe zu nachhaltigem Lernen. Entscheidend sind der Schwierigkeitsgrad, die Vorerfahrung der Kinder, die Ähnlichkeit der Aufgaben und eine erkennbare inhaltliche Linie. Wenn vier oder fünf Übungsformen in einer Einheit jeweils lange erklärt werden müssen und die Kinder den Ablauf nicht verstehen, ist die Planung offensichtlich zu kompliziert. Werden dagegen vier kurze Spielvarianten mit demselben Grundaufbau und nur einer veränderten Regel durchgeführt, kann dies sehr effektiv sein. Maßstab sollte deshalb nicht die bloße Anzahl der Übungen sein, sondern die aktive Lernzeit. Wie lange bewegen sich die Kinder? Wie viele Ballaktionen haben sie? Können sie die Aufgabe schnell erfassen? Begegnen ihnen dieselben Spielsituationen wieder? Müssen die Trainer ständig unterbrechen oder lernen die Kinder überwiegend durch das Spielen?

    Am deutlichsten überzieht die Kritik bei der Behauptung, ein lizenzierter Trainer dürfe niemals aktiv mitspielen. Der DFB nennt ausdrücklich die Möglichkeit, dass Trainer in Kindertrainings als Fänger, Teammitglied oder Kommandogeber mitwirken. In veröffentlichten Bambini-Spielformen übernimmt der Trainer teilweise sogar eine aktive Rolle als Torverteidiger. Die pauschale Aussage, aktives Mitspielen beweise fehlende fachliche Ausbildung, ist damit nicht haltbar. Entscheidend ist vielmehr, wie der Erwachsene mitspielt. Ein Trainer kann als neutraler Anspieler das Spiel in Gang halten, einem schwächeren Team Überzahl geben, freie Räume sichtbar machen oder durch bewusst zurückhaltendes Verhalten Erfolgserlebnisse ermöglichen. Die DFB-Trainingsvision betont zu Recht, dass Kinder frei spielen, eigene Entscheidungen treffen und Probleme möglichst selbst lösen sollen. Eine Lizenz kann wichtige Kenntnisse vermitteln, garantiert aber noch kein gutes Trainerverhalten. Notwendig sind deshalb keine pauschalen Abwertungen der Übungsleiter, sondern eine bessere Begleitung, niedrigschwelligere Angebote, vereinsinterne Leitlinien, vorbereitete Musterstunden, regelmäßige Hospitationen, Mentoring und verbindliche Grundsätze für aktive Lernzeit, kurze Erklärungen, kleine Gruppen und kindgerechtes Trainerverhalten. Der DFB verfolgt mit dem Kindertrainer-Zertifikat und dem Junior-Coach bereits Qualifizierungsansätze, die genau diese praktischen Grundlagen vermitteln sollen.