Beiträge von Leodegar

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    [...] die nackte, ehrliche und leidgeprüfte Basis des deutschen Fußballs!

    Schöne Stilblüte. Ich hoffe natürlich, dass die Basis des deutschen Fußballs spätestens nach der Hitzewelle nicht mehr nackt auf dem feld steht... ;)



    Insgesamt fand ich den Thread diskursanalytisch ganz schön spannend. Könnte fast als Lehrbuch für "aggresiven Populismus in der öffentlichen Kommunikation" dienen.


    Ein großes Danke, an Beobachter_Basis, dass er meine Beiträge als "soziologisch" eingeordnet hat. Das macht mich ein bisschen stolz. Leider bin ich auf dem Feld nur Dilettant - aber das mir viel Freude.

    Wenn 20 Mannschaften gleichzeitig über den Platz rotieren müssen und der Zeitplan wegen des starren Auf- und Abstiegsmodus kollabiert, dann erfinden die Kreise eben eigenmächtig solche absurden ‚Sudden-Death‘-Regeln, um den Feldwechsel mathematisch zu erzwingen!

    Lieber Beobachter_Basis,

    ich finde das Ausschießen auf das leere Tor eigentlich ganz gut. Geht schnell, hat Fußballbezug. Was genau ist für Dich daran denn das Problem? Das ein Kind weint, wenn es neben das Tor schießt kommt in dem Alter doch häufig vor. Das ist doch ein guter Reflex, um mit Entäuschungen umzugehen und sich emotional zu regulieren.


    Ich verstehe aber das Wort mathematisch in diesem Kontext nicht. Wo wird denn hier gerechnet?

    Beobachter_Basis,

    ich möchte mich gerne kritisch mit dem Stil Deiner Beiträge in diesem Thread auseinandersetzen. Du benennst viele Missstände, schlägst aber keine konkreten Lösungen vor. Wenn nur noch Kritik geübt wird, aber keine konstruktiven Vorschläge kommen, bleibt der Text nutzlos für die Praxis.

    Du nutzt klassische Empörungsrhetorik, die in vielen Aktivismusnahen und populistischen Diskursen vorkommt. Sie ist wirksam für Mobilisierung, aber problematisch für eine konstruktive Debatte. Deine Rhetorik ähnelt populistischen Strategien, die auf Spaltung statt auf Konsensbildung setzen. Das erschwert den zivilen Diskurs und Lösungen zu finden.

    Deine transportierte Empörung ist ein starker Treiber für Engagement, aber damit aktivierst Du Reaktionen wie Wut, Angst, Mitleid, aber überlagerst damit rationale Debatten. Du lieferst eine sehr einfache Erzählung. Komplexe Probleme, die sicherlich existieren, werden auf „Gut gegen Böse“ reduziert. Du inszenierst die Basis als unterdrückte Opfer, während der Verband DFB als Täter dargestellt wird. Skandalisierung und Provokation generieren Aufmerksamkeit – sowohl in sozialen Medien als auch in klassischen Medien.

    Du lieferst aber keine Daten oder Studien, sondern arbeitest nur mit eigenen anekdotischen Beobachtungen. Du behauptest strukturelle Probleme. Aber wie repräsentativ sind Deine Beobachtungen? Hast Du selbst auch Gegenbeispiele gesehen? Wie ist das Verhältnis? Der DFB hat viele Probleme adressiert und hat Reformen eingeführt (z. B. „Trainingsphilosophie Deutschland“), die nicht einfach ignoriert werden können. Dein Text stellt diese als „Scheinwelt“ dar. Stimmt das? Ist es legitim, aufgrund dessen, Institutionen pauschal zu diskreditieren?



    Konkreter:

    1. Anekdote statt Evidenz


    Einzelbeispiele als Generalbeweis: Du stützt Deine Kritik auf eine konkrete Situation (z. B. das Spielfest mit 250 Hütchen und 4 Minuten Netto-Spielzeit) und verallgemeinert dies als systemisches Versagen des DFB. Es fehlt eine repräsentative Datengrundlage oder statistische Absicherung.

    • Beispiel: „Was ich am vergangenen Wochenende live auf einem offiziellen Spielfest erleben musste, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus.“

    Eine einzelne Beobachtung ist kein Beleg für flächendeckende Missstände. Selbst wenn Du drei Jahre lang dokumentiert hast, bleibt unklar, wie viele Vereine oder Spieler*innen davon betroffen sind.

    Selektive Wahrnehmung: Der Fokus liegt auf extremen Einzelfällen (z. B. das „Sudden Death“-Ausschießen eines 8-Jährigen), die emotional wirken, aber nicht zwangsläufig die Regel darstellen.



    Warum ist das problematisch?

    Verzerrte Wahrnehmung: Einzelne Fälle werden als typisch dargestellt, obwohl sie Ausnahmen sein könnten.

    Manipulationspotenzial: Emotionalisierte Einzelfälle lassen sich leichter instrumentalisieren als komplexe Analysen.

    Keine Lösungsorientierung: Wenn nur Probleme benannt, aber nicht quantifiziert werden, fehlt die Grundlage für konstruktive Reformen.



    2. Appell an den „gesunden Menschenverstand“


    Pauschalurteile ohne Fachdebatte: Du nutzt allgemein verständliche, aber undifferenzierte Formulierungen, um seine Kritik zu stützen:


    • „Mit bloßen Hütchen-Aufstellern wachsen keine Thomas Müllers nach!“
    • „Das ist an Doppelmoral nicht zu überbieten.“
    • „Versagt hat gestern nicht der 8-jährige Spieler – versagt hat exakt Ihr theoretisches, so hochgelobtes Konzept!“

    Solche Aussagen zielen darauf, dass der Leser die Kritik automatisch nachvollzieht, ohne dass fachliche oder pädagogische Argumente geliefert werden.


    Moralische Überhöhung: Die Kritik wird als „offensichtliche Wahrheit“ dargestellt, die keiner weiteren Begründung bedarf. Wer anderer Meinung ist, wird implizit als unmoralisch oder ignorant dargestellt.

    • Beispiel: „Sie nehmen den Kindern die normale, gesunde Tabelle weg, um ein sauberes Image zu pflegen…“
    • Implikation: Wer die DFB-Reformen unterstützt, handelt „kindfeindlich“ und „bürokratisch“.

    Dichotomie: Es gibt nur „richtig“ oder „falsch“, keine Grauzonen oder fachlichen Diskussionen.


    Warum ist das problematisch?

    Vereinfachung komplexer Themen: Fußballentwicklung, Pädagogik und Verbandsstrukturen sind multifaktoriell – sie lassen sich nicht auf „gesunden Menschenverstand“ reduzieren.

    Polarisierung: Wer sich nicht der moralischen Überhöhung anschließt, wird schnell als „Teil des Problems“ dargestellt.

    Verhinderung von Reformen: Wenn Kritik nur emotional, aber nicht sachlich fundiert wird, fehlt die Grundlage für konstruktive Lösungen.



    3. Starke Verachtung gegenüber dem Verband


    Personalisierte Abwertung: Der DFB wird nicht als Institution kritisiert, sondern als kollektiver Akteur mit böser Absicht dargestellt:

    • „Die Nervosität in Frankfurt ist riesig“ (impliziert: Der DFB hat etwas zu verbergen).
    • „Man wollte die nackte Wahrheit […] hinter verschlossenen Türen […] beruhigen“ (unterstellt: Der DFB lügt und vertuscht).
    • „Ihr theoretisches, so hochgelobtes Konzept“ (impliziert: Der DFB handelt aus Arroganz).
    • Sprache der Verachtung: Begriffe wie „Zombieball“, „Excel-Tabelle für den Feldwechsel“ oder „klimatisierte Büros“ dehumanisieren die Verantwortlichen und stellen sie als abgehobene, kaltherzige Bürokraten dar.

    Machtzuschreibung an den Verband: Der DFB wird als allmächtiger, zentralistischer Akteur dargestellt, der über die Köpfe der Basis hinweg entscheidet:

    • „Scouts die Jüngsten plündern“ (unterstellt: Der DFB fördert Ausbeutung).
    • „Die DFB-Zentrale kopiert bereits unsere Argumente“ (impliziert: Der DFB handelt nur unter Druck).


    Warum ist das problematisch?

    Diese Darstellung ignoriert die komplexen Entscheidungsstrukturen im Fußball (z. B. föderale Ebenen, Ehrenamtliche, wirtschaftliche Interessen).

    Undifferenzierte Schuldzuweisungen: Sie verhindern eine sachliche Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Problemen.

    Radikalisierung: Wenn Institutionen nur noch als „Feindbild“ dargestellt werden, wird konstruktiver Dialog unmöglich.

    Realitätsferne: Fußballverbände sind keine monolithischen Blöcke, sondern setzen sich aus vielen Akteur*innen mit unterschiedlichen Interessen zusammen.


    (Alle Beispiele sind aus Deinem Eingangspost.)

    Warum müssen wir die Entwicklung immer beschleunigen? Da schulen Eltern ihre Kinder später ein, aber beim Fußball sollen sie einen Jahrgang höher spielen oder der Trainer versucht ihnen in einem langfristigen Prozess etwas beizubringen, dass später viel einfacher umgesetzt werden kann.

    Danke für diese Worte. Das fasst mein Gefühl, dass mich dazu bewogen hat, diesen Thread zu starten nochmal gut zusammen. Wir versuchen zu oft die Entwicklung zu beschleunigen, indem wir mühsam und zeitaufwendig - weil die Spieler eben noch nicht bereit sind - Dinge vermitteln, die mit ein bisschen Geduld von uns, den Spielern in ein paar Monat in den Schoß fallen würden.

    Das es in verschiedenen Altersphasen verschiedene Entwicklungen gibt, liegt in der Natur der Sache. Generell sind Lernprozesse aber auch in implizite und explizite Vermittlung zu unterteilen, und grob in ablauf- oder handlungsorientiertes Training. Hoher Fokus auf ablauforientiertes Training ist schwierig in handlungsorientiertes Verhalten in Spielen umzusetzen, da die Abläufe ein kompliziertes System darstellen, ein Spiel aber immer Komplex ist.

    Auslöser, Augenkontakt, Kommunikation, Laufwege sind m.e. Punkte die implizit vermittelt werden sollten. D.h. nicht in Abläufen sondern in Spielformen, die in Setting und Design dieses Verhalten einfordern. Das vllt. zuerst in reinen Mindsetting Formen, also ohne Spielrichtung. Im konkreten Beispiel sind für Läufe hinter die Kette auch Sachen wie Raumverständnis etc. etc. notwendig. Das vermittele ich aber zuerst in entstehenden Räumen unter Raum/Zeit/Gegnerdruck, damit die Notwendigkeit (hier der Raumbesetzung/Tiefenlauf) bewußt wird (Spieler erkennt Nutzen, nutzt Erkenntnis)

    D.h. wenn ich zuerst Abläufe trainiere ohne das Grundgerüst an Verständnis, klappt der Ablauf an sich vllt. top. Es ist ja auch immer der gleiche. In komplexen Situationen habe ich dann aber zu viele Variable.

    Die Begriffe ablauf- und handlungsorientiertes Training kannte ich bisher nicht, gefallen mir aber gut.


    Inhaltlich bin ich auch voll bei Dir. Ich denke, dass es viel nachhaltiger ist, Spielern Prinzipien - die Fähigkeit in komplexen Situationen angemessen zu handeln - beizubringen, statt feste Abläufe.


    Ich denke auch, dass Auslöser, Augenkontakt, Kommunikation, Laufwege, usw. auf jeden Fall von den Spielern erfahren und ausprobiert werden müssen. Ich versuche allerdings schon die Verbindung zwischen implizit und explizit herzustellen, indem wir unser Training immer wieder einordnen, durch Fragen an die Spieler: "Was war in der Spielform wichtig?" "Wo kommt das auf dem Feld vor?" "In welcher Situation können wir das im Spiel nutzen?"


    Meine Eingangsthese, würde ich aber aufrecht erhalten. Es funktioniert nicht besonders gut und ist überaus mühsam und verschwendet unglaublich viel Zeit, etwas vermitteln zu wollen, zu dem die Spieler entwicklungspsychologisch noch nicht bereit sind. Und zwar unabhängig von der Trainingsmethodik.

    Trotzdem passiert es uns Trainer:innen viel zu oft (zumindest mir), dass wir jetzt unbedingt den nächsten Schritt machen wollen, weil das unser Spiel soviel besser machen würde. Und da finde ich es schwer mich zurückzunehmen und zu akzeptieren, dass meine Spieler halt noch nicht so weit sind.


    Vielleicht mache ich auch gerade einfach nur die Erkenntnis, dass es kein Zeichen dafür ist, dass ich ein besonders toller Trainer bin, wenn meine Mannschaft schon früh taktisch fancy Sachen macht, sondern eher ein Zeichen, dass ich im Training die falschen Inhalte trainiert habe... :/

    “Taktik vorzeitig vermittelt – oder: Warum Kinder vieles von selbst lernen”

    Meine These: Wir überfordern junge Spieler:innen oft mit taktischen Konzepten, bevor sie entwicklungspsychologisch bereit dafür sind. Statt Passspiel in der F-Jugend oder Raumdeckung in der D-Jugend zu drillen, sollten wir geduldig den natürlichen Lernprozess abwarten. Studien zeigen, dass Kinder motorische und kognitive Fähigkeiten in ihrem eigenen Tempo entwickeln – ähnlich wie beim „Sauberwerden“: Kein Kind lernt es durch ständiges Ermahnen, sondern wenn sein Gehirn und Körper bereit sind.


    Beispiel aus dem Fußball: Ein 8-jähriger, der heute nicht „richtig“ passt, wird mit 10 oder 12 Jahren plötzlich intuitiv die richtigen Entscheidungen treffen – ohne dass wir es ihm vorher einbläuen mussten. Unsere Ungeduld als Trainer:innen führt oft dazu, dass wir Spielfreude durch Struktur ersetzen, bevor die Kinder die Grundlagen verinnerlicht haben.


    Ein konkretes Beispiel aus meiner letzten Saison: Bei einer U14 im leistungsorientierten Bereich (3x Training/Woche, 90% Montags-Stützpunkt) haben wir wochenlang an guten Läufen hinter die Abwehrkette gearbeitet: Auslöser, Augenkontakt, Kommunikation, Laufwege. Doch in freien Spielformen oder im Spiel selbst klappte es einfach nicht. Während dieser frustrierenden Phase hatten unsere Stürmer sogar oft keine Lust mehr, ganz vorne zu spielen, weil sie unsere Anforderungen nicht umsetzen konnten. Doch Mitte der Rückrunde – plötzlich war es da. Ein Stürmer machte den ersten Lauf, die Woche darauf der zweite, dann der dritte, und plötzlich funktionierte es im gesamten Team. Man könnte sagen: „Ja, weil wir konsequent dran geblieben sind.“ Doch mein Eindruck ist: Es war entwicklungspsychologisch soweit. Der natürliche Lernprozess setzte ein – und erst dann konnte der Input aus dem Training wirken. Und das Schönste: Als es klappte, waren die Jungs wieder begeistert, hatten Freude am Spiel und Lust, im Training an Details zu arbeiten.


    Frage an euch: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wann habt ihr gemerkt, dass bestimmte Konzepte „von selbst“ kamen – und wann war frühe Vermittlung tatsächlich sinnvoll?

    Kann man es schaffen, im Training immer das Thema zu bedienen, zu dem das "Lernfenster" besonders offen steht? Dazu müssten man einen Schritt weg von einer Jahresplanung und viel mehr in die Mannschaft reinhören, oder? Ich bin gespannt, was Ihr denkt.

    Ich möchte mal ein anderes Bild skizzieren: Warum nicht einfach ein offenes Format anbieten? Wer Lust hat, kommt. Wer keine hat, kommt nicht. Die Spielformen der Trainingsphilosophie Deutschland lassen das doch problemlos zu.

    Falls sich eine stabile und zahlenmäßig ausreichende Gruppe etabliert, kann man sich immer noch zum Spielbetrieb anmelden. Der Altherrenfußball funktioniert in den meisten Vereinen schließlich genauso – warum also nicht auch für jüngere Jahrgänge?

    Daneben könnte es weiterhin eine fokussiertere, zuverlässige Gruppe im Spielbetrieb geben. Warum nicht einfach die verschiedenen Interessen bedienen?

    Denkbar wäre auch, die Aufteilung z. B. in C1 und C2 nach diesem Prinzip zu organisieren:

    • Wettkampfmannschaft (verbindlich)
    • “Offenes Training” (flexibel)

    Alternativ ließe sich das offene Training auch über zwei Altersklassen organisieren, z. B.:

    • Kinderfußball
    • D & C
    • B & A

    P.S.: Bei meinem Verein wurde es mit „Das haben wir noch nie so gemacht“ abgeschmettert – ich finde den Ansatz trotzdem überlegenswert. Vielleicht eine Idee für andere?

    Was denkt ihr? Wäre so ein Modell für eure Vereine umsetzbar?

    Wie wäre es, wenn Du die Jungs fragst, wie Ihr das lösen könnt?


    Ideen für so ein Gespräch:

    - Es geht um das gemeinsame Finden von Lösungen, nicht um Schuldzuweisungen.

    - Habt ihr Ideen, wie wir es schaffen, dass alle Spaß haben und wir trotzdem erfolgreich sind?

    - Jeder Spieler sollte was sagen. Du kannst am ende zusammenfassen.


    Ich glaube, da steckt eine ganz große Chance für Dein Team, gerade im C-Jugendalter, dieses Problem zu lösen: Die Spieler fühlen sich ernst genommen und als Teil der Lösung. Es entsteht Verständnis für unterschiedliche Perspektiven. Die Verantwortung für die Teamkultur wird geteilt. Du stärkst das Teamgefühl und die persönliche Entwicklung der Spieler und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Gerade für einen kleinen Dorfverein wichtig. Idealerweise engagieren sich die Jungs später mal selbst als Trainer.

    Hi Spalli,


    Videos zeigen klappt bei solchen Sachen gut. Gut ist auch Prinzipien zu etablieren, z.B. "Spielen - Gehen", dann muss man nur noch über das "wohin" diskutieren. Hier helfen dann wieder Videos.


    Dein Büro finde ich super. Für meinen Geschmack noch ein bisschen wenig Monitore, aber für den Breitensport sollte es reichen.

    -Nils-


    Ich finde Dein Argument, dass eine Rote Karte auch eine persönliche Strafe ist interessant. Ich würde damit aber eher meinen Vorschlag unterstützt sehen. Es geht ja eben nicht um brutale Fouls, sondern um das "Verhindern einer klaren Torchance". D.h. der Spieler bekommt nur Rot wegen dem Kontext ("letzter Mann"), nicht aber weil das Foul besonders brutal war, möglicherweise für ein Trikothalten. Deshalb fände ich es besser der Bedeutung für das Spiel ("Verhindern einer klaren Torchance"), dadurch gerecht zu werden, dass die gefoulte Mannschaft eben durch den Schiri wieder eine klare Torchance (den Elfmeter) zugesprochen bekommt. Und nicht, dass der Spieler eine harte persönliche Strafe (rote Karte) bekommt.


    Zitat von -Nils-

    Aber eine persönliche Strafe wegen brutalem Foul muss ein Feldverweis auf Dauer sein.

    Da bin ich voll bei Dir. :thumbup:

    Meine Wunsch Regeländerung wäre:


    Bei unfairer Verhinderung einer klaren Torchance ("Notbremse") außerhalb des Strafraums, immer Elfmeter anstatt der roten Karte.


    Fände ich cleaner, da eine rote Karte in der 1. Minute eine viel härtere Strafe ist, als in der 88. Minute. Deshalb, gleiches Vergehen immer gleich bestrafen. Elfmeter finde ich auch angemessen, da ja absichtlich eine klare Torchance verhindert wird, also ohne Foul auch vielleicht/wahrscheinlich ein Tor gefallen wäre.


    Klar, würde man sich erstmal daran gewöhnen müssen, dass im Extremfall auch mal ein Foul an der Mittellinie zum Elfmeter führen könnte. Aber auch jetzt ist es besonders im Amateurbereich schon immer umstritten, was eine klare Torchance ist und ob Rot angemessen ist ("Schiri, da war doch noch ein Verteidiger, der wär doch noch ran gekommen. Das war nie Notbremse...".


    P.S.: Nettospielzeit oder nicht, ist mir völlig egal, deswegen würde ich da dem Argument "haben wir bisher noch nie so gemacht" folgen :D

    Wenn der Ball nach außen geht, als kompletter Block verschieben. Wenn der ballnahe AV raus an die Linie muss, muss die ganze Abwehrkette mit verschieben. Der ballferne AV steht dann oft genau mittig. Genauso die 6er mit rüber.


    Falls Ihr in einer Liga spielt, in der die Gegner gut diagonal die Seite verlagern können, könnt Ihr halt nicht nur zu sechst verteidigen und akzeptieren, dass die vier Offensiven nicht mitarbeiten.

    Hallo janosch,


    ich finde Deinen Thread spannend. Ich glaube aber, für Hilfe, musst Du noch ein bisschen besser beschreiben, was bei Deiner Mannschaft nicht gut klappt.


    Warum spielt Ihr eine HZ deutlich schlechter? Welche?

    Warum wird nicht verschoben? Müde? Wissen die Spieler nicht wie/wohin?

    Liegt die Konteranfälligkeit wirklich am mangelnden Verschieben? Hättet Ihr dazu überhaupt Zeit? Konteranfälligkeit liegt normalerweise am fehlenden Gegenpressing oder zuwenigen Spielern hinter dem Ball (Restverteidigung).

    Wieso dribbeln die Spieler sinnlos in Gegner? Keine Anspielstationen? Falsche Einschätzung der Situation?

    Hallo Thomas,


    das ist ein schönes Beispiel für internen Fokus vs. externen Fokus.


    Interner Fokus bedeutet, sich auf die von Dir (meiner Meinung nach ziemlich vollständig und gut) beschriebenen Punkte zu konzentrieren: "Wie muss ich meinen Körper bewegen?"


    Externer Fokus wäre: "Wie muss sich der Ball bewegen?"


    Da könnten die Coachingpunkte sein (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

    • flach über den Rasen rollen, nicht hoppeln
    • mit Druck (so scharf wie möglich, aber verarbeitbar)
    • in die richtigen Fuß beim Passempfänger
    • Und ergänzend zum Coaching vormachen!


    Mein Eindruck, externer Fokus ist viel einfacher zu coachen. Und Studien zeigen (ich habe kurz relativ wahllos gegoogelt):

    " Schlussfolgerungen: Bei der Instruktion von Übungen führt ein externer Aufmerksamkeitsfokus zu einem besseren und schnelleren Erlernen einer motorischen Fähigkeit. Die Instruktion eines internen Aufmerksamkeitsfokus bringt die geringsten Lernergebnisse."


    Aus: zusammenfassung_wulf_1998..pdf


    Deine Punkte würde ich erst benutzen, wenn ich sehr im Detail, evtl. mit Viedeoanalyse des Bewegungsablaufes, einzelne Spieler, bei denen immer wieder derselbe Fehler auftritt, individuell coache. Und dazu braucht man wahrscheinlich sehr viel Erfahrung, um zu erkennen, welche "Abweichung" von Deiner Liste entscheidend ist.


    Mein Ansatz ist, auch zum Techniklernen:

    • Implizit trainieren (z.B. eine Hürde aufstellen, unter der der Ball durch muss - dann muss ich gar nichts coachen und die Spieler müssen automatisch darauf achten, dass der Ball nicht hoppelt)
    • Viel Differenzierung (Spielsituation, Ball, Untergrund, evtl. mal Barfuß)
    • Vormachen, bzw. vormachen lassen (evtl. auch mal ein Video zeigen als Beispiel)
    • wenig Coaching und wenn, dann mit externem Fokus



    Aber ich bin mir sicher, dass man da auch ganz anders an die Sache rangehen kann. Ich bin auf die Vorschläge und Ansätze der Forumstrainer hier gespannt.

    Hallo Antonio,

    der FCB biete über seinen Kids Club Fußballcamps an. Aber Erfahrungsgemäß ist das nur Geldmacherei. Oft ist da ger kein richtiger Talentscout vor Ort.

    Ich glaube am besten fährt man, wenn man direkt über Uli Hoeneß geht. Ich habe bisher die besten Erfahrungen gemacht: einfach im Sommer zum Starnberger See (da wohnt er in der Nähe) und dort am Badestrand ein bisschen zocken und Skills zeigen. Muss man natürlich ein bisschen Glück haben, das man gesehen wird, aber wenn man jeden Tag kommt klappt es eigentlich immer. Aber man muss natürlich schon auch gut sein und krasse Skills haben. So hat es bei meinen Spielern aber eigentlich immer gut geklappt.

    Liebe Grüße!

    Bei mir gibt's ein Siegerfoto der Gewinner (oft vom Abschlussspiel, manchmal auch von einem Small-sided-game zum Schwerpunkt des Trainings, wenn ich da nochmal extra die Wichtigkeit betonen möchte). Das Siegerfoto wird in der Spielergruppe geposted und am Ende eines Monats wird gezählt, welcher Spieler am häufigsten auf dem Siegerfoto war, der bekommt dann eine Kleinigkeit (oft einfach, dass im nächsten Training Mini-Turnier mit 4 Teams gespielt wird und der Gewinner sich seine Mitspieler aussuchen darf).


    Nebeneffekt: auch Anwesenheit wird belohnt. Wer immer im Training ist, wird auch öfters auf dem Siegerfoto sein.

    Die Jungs (U15) feiern das ziemlich und überlegen sich schon ihre Siegerpose fürs Foto vor dem Training. Für mich als Trainer ist es eine einfache Möglichkeit im Abschlussspiel (bzw. für eine bestimmte Spielform) die Intensität Richtung Wettkampf zu erhöhen.

    Ich glaube, bezüglich der Kinder ist es egal, ob es Tabellen gibt oder nicht. Die kommen schon klar damit.


    Viel problematischer finde ich die Auswirkung von Tabellen auf viele Trainer. Meine Erfahrung ist, dass viele Trainer, besonders im ambitionierten Bereich (Ich teile ein: Breitensport - ambitioniert - Leistungsfußball), innerhalb ihres Vereins oft sehrt stark über den Tabellenplatz definiert werden. Was dazu führt, dass bereits im Kinder-/Jugendbereich sehr stark Ergebnis- und nicht Ausbildungsfußball gespielt wird.


    Deshalb ist jeder Schritt, die Kinder stärker vor "ambitionierten" Trainern und Vereinen zu schützen, die ihren Erfolg vor allem am Tabellenplatz festmachen, ein Schritt in die richtige Richtung.

    Auch erstmal Hallo. Ich lese hier schon lange mit, habe bisher kaum geposted.


    Zum Problem von Sol: Ich würde als erstes auf Disziplin - oder wem das Wort nicht so gut gefällt im F-Jugend-Kontext - auf Struktur im Training setzen. D.h., das Training vom Ablauf immer gleich/ähnlich aufbauen:


    Phase 1: Einstimmen/"Aufwärmen" -> z.B. Fangspiel oder Ballschule

    Phase 2: Üben/Spielen -> kleine Spiele mit einem bestimmten Ziel: Dribbeln, 1 gegen 1, usw... (in Sols Fall vielleicht auch Passen - wobei man da ja diskutieren kann, ob das ein F-Jugend-Schwerpunkt sein soll (meine Meinung, wenn Trainer und Team das wollen, warum nicht?))

    Phase 3: Freies Spiel -> Funino (+ Varianten) und 3geg3 + TW bis 4geg4 + TW (wieder zu Sol: zum Auflösen der Spielertraube sollte Funino doch eigentlich perfekt sein)


    Gutes Material für G-, F- & E-Jugend zur Struktur des Trainings und dann viele Vorschläge zu einzelnen Trainings- und Spielformen gibt es auf der Hompage vom Südbadischen Fußball Verband in Kooperation mit dem SC Freiburg:

    Auf dem Platz: Trainingsformen und Trainingseinheiten | SBFV


    Wundert mich, dass das bisher noch keiner hier verlinkt hat. Deshalb habe ich diesen Thread mal als Aufhänger dazu genommen.


    TrainerKick: sehr cooles Video! Vielen Dank! Ich finde Deine Spielformen richtig, richtig gut!