Taktik vorzeitig vermittelt – oder: Warum Kinder vieles von selbst lernen

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  • Wenn ich höre das Trainer im Kleinfeld das Wort Taktik in den Mund nehmen dreht sich mir der Magen um ...

    Ich sehe sie alle vor mir diese Freizeit Pep´s - bringen den Kindern im Kleinfeld bei nicht alle zum Ball zu laufen und rufen "Pass hierhin, Pass dorthin" - die gleichen Trainer die dann in der U15 wieder versuchen das ballorientierte Spiel beizubringen und von den gleichen Jungs die nur Passen sollten verlangen ein 1 gegen 1 zu lösen.


    Die gleichen Diskussionen seit 20 Jahren - bin ich froh das ich nachdem ich am Anfang genauso war - den Absprung geschafft habe und jetzt Spieler ausbilde und ihnen das Fundament zu geben das sie brauchen.


    Taktik lernen die Jungs heute viel leichter als wir früher - sei es durch Fifa oder durch die Trainer in der U19 (oder lieber erst bei den Herren)


    Die Grundprinzipien des ballorientierten Verteidigens kannst du ohne taktische Schwerpunkte bis hoch zur U19 in kleinen Spielformen trainieren - wer das (noch) nicht kann, kann es lernen und wird überwältigt sein wie viel besser die AUSBILDUNGSergebnisse sind. Keine Sau interessiert das Ergebnis vom Wochenende am Montag.


    Langfristig gute Arbeit mit vielen Kontakten, vielen Aktionen und viel kreativer Freiheit - bringt die Ergebnisse die all die Freizeitprofitrainer so sehnlich haben wollen - aber man sucht einfach immernoch die Abkürzung zum Erfolg. Ich wünsche allen die noch so denken, diesen Kreislauf bald zu durchbrechen - hat mich auch meine ersten 3-4 Jahre Trainererfahrung gekostet. Funfact - mein Turnaround kam vor vielen Jahren durch gute Leute hier im Forum, die zum Teil noch aktiv sind.


    Seit mutig probiert Dinge aus - aber bitte verschont Kinder mit jeglichem taktischen Coaching / Training bevor sie einen Ball annehmen und spielen können - und nicht eine Vielzahl an Finten (alles natürlich beidfüßig) - wenn sie das drin haben - dann erhöht den Zeit-, Gegner- und Raumdruck anstelle von taktischen Elementen und gebt ihnen so viel Freiheit in der Lösungsfindung wie möglich.


    Grüße

    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Leodegar

    Tolles Thema. Ich praktiziere die Inhalte Deiner These schon seit 2003 mit, so denke ich, einigen Erfolgen in der Ausbildung.


    Warum Deine Thesen funktionieren können, kann man an den pädagogischen Konzepten, die es gibt, erkennen. Ich führe hier mal ganz kurz zusammengefasst die Konzepte mit ihren Hauptmerkmalen auf, die man auch fast 1 zu 1 auf den Kinderfußball übertragen kann. Aber Achtung es gibt nicht das beste pädagogische Konzept. Vielmehr ist es so, dass jedes Kind für ein bestimmtes Konzept empfänglicher ist.

    Ich habe hier bewusst nicht die "schwarze Pädagogik" der Kaiserzeit, die Nazipädagogik der Johanna Haarer und auch nicht Kollektivpädagogik der DDR aufgeführt. Dort ging es immer nur darum die Kinder, zu obrigkeitshörigen, gehorsamen Schafen zu erziehen.


    Hier mal die Auflistung der gängigsten Konzepte (es gibt noch sehr viel mehr):


    Fröbel-Konzept (Er war der Erfinder des Kindergarten)

    Grundannahme: Kinder lernen am effektivsten durch ihre Umgebung

    Häufigste Lernmethode: Freies Spiel

    Rolle der Fachkräfte: Anregendes Umfeld schaffen und als Begleitung zur Seite stehen


    Montessori-Pädagogik

    Im Fokus: Eigenständiges und selbst bestimmtes Lernen der Kinder

    Dezente Raumgestaltung (keine Reizüberflutung durch grelle Farben o. Ä.)

    Rolle der Fachkräfte: Ansprechperson im Hintergrund, die nur bei aktiver Bitte eines Kindes eingreift


    Reggio-Pädagogik (wurde in Italien nach dem WW II. gegründet und mit dem Verkauf der dortigen Schrottpanzer der deutschen Wehrmacht finanziert)

    Starke Einbeziehung der Eltern

    Kinder eignen sich ihr Wissen selbst an, es werden keine Lösungen vorgegeben

    Kinder fungieren selbst als erste Erzieherinnen und Erzieher


    Situationsansatz

    Alltägliche Lebenssituationen der Kinder werden situativ dargestellt (z. B. in Form von pädagogischen

    Spielen oder Rollenspielen)

    Erlebnispädagogik

    Kinder lernen von den pädagogischen Fachkräften und umgekehrt


    Walddorf-Pädagogik

    Grundannahme: Lernen durch Beobachten und Nachahmen

    Erzieherinnen und Erzieher sind Vorbild für die Kinder

    Ansprechen von Körper, Geist und Seele der Kinder


    Im Gegensatz zu den 3 oben aufgeführten Ansätzen "schwarzee Pädagogik, Nazipädagogik und Kollektivpädagogik der DDR

    wird in den anderen Ansätzen hauptsächlich das selbstbestimmte Lernen bevorzugt.


    Zodiak

    Ein ehemaliger Spieler promoviert gerade an der TU Dortmund

    Noah ist damals aus Freiburg nach Schleswig-Holstein gezogen um auf Lehramt zu studieren. Er hat hier im Trainertalk viel mit gelesen und hat sich damals bewusst für meine Mannschaft entschieden (ja,ich wollte auch mal eine Seniorenmannschaft trainieren).

    Er und seine Frau haben damals bei meiner F-Jugend aktiv mitgemacht, um die Coerver-Coaching Methodik (Sorry Rafael, ich habe es unentgeldlich gemacht ;( ) und die Pädagogik zu erlernen.


    Ich bin so gespannt auf die Ergebnisse und ob er seine Doktorarbeit öffentlich macht.https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/dortmund-studie-kinder-fussball-108.html

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • .......


    Ich bin so gespannt auf die Ergebnisse und ob er seine Doktorarbeit öffentlich macht.https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/dortmund-studie-kinder-fussball-108.html

    Nur so nebenbei: Promotionsarbeiten müssen veröffentlich werden.

  • wenn du nichts vorgibst, woher weißt du dann, dass sich deine Kids mit Vorgaben nicht taktische noch besser Verhalten würden.

    Ich habe das Verhalten meiner Kinder mit dem Verhalten der Kinder anderer Trainer*innen verglichen, die taktische Vorgaben geben. Und da verhalten sich meine, aus meiner Sicht, gerade besser als die mit Vorgaben. Das geht in die Richtung von Zodiak - ich trainiere nicht etwas ab, dass ich später gerne wieder sehen möchte (z.B. ballorientiert, 1 gegen 1).

    Und ich habe Vertrauen in die Entwicklung der Kinder - das ist ein Marathon und kein Sprint ;)

    Auch hilft mir, dass ich mir oftmals sage, ich habe "nur" Bezirksliga gespielt, ich will aber dass die Kinder später höher spielen. Mit meinen Entscheidungen und Vorgaben wird es nicht funktionieren, die müssen besser sein ;) - und spreche mal mit Trainern von Mario Götze und/oder Julian Draxler aus deren Jugendzeit. Die werden dir erzählen, dass diese Jungs meistens bessere Entscheidungen getroffen haben als ihre Trainer gesehen haben.

  • let1612 Funfact: Das Ziel, dass die Spieler besser/genauso gut werden wie ich erreiche ich in der Regel ab der D Jugend. Drei Spieler aus dem Jahrgang von dem ich euch berichtet haben spielen seit der D Jugend in einem NLZ/Top-Leistungsverein bzw. schon einen Jahrgang höher. Im Jahrgang davor/danach hat das nur ein einziger Spieler geschafft und da weiß man noch nicht wie lange er im NLZ bleibt.


    Ob das jetzt an Talent/Glück liegt oder daran, dass ich meinen Spielern von Anfang an ermöglicht habe das Spiel als Ganzes zu lernen und nicht nur als "offensives 1vs1" überlasse ich deiner Interpretation...


    Aber für einen Trainer, der selber nicht mal in der Nähe der Bezirksliga gespielt hat, ist das gar nicht so verkehrt.

  • Gestern auf einem "Leistingsturnier" des HSV zeigte sich wieder mal die Überlegenheit kreativer und handlungsschneller Spieler*innen gegenüber taktisch geprägter Kinder.


    Wir spielen in einer 5+1 Grundordnung "Würfel 5" mit Aufgaben wie "Aufbau" und "Jagen" anstatt fester Positionen. Wir haben gewisse Grundregeln wie "alle kommen mit zurück" oder "wir stellen zu".


    Unser Gegner, eine Fußballakademie, die aus dem aufgelösten HSV KPT hervorging hingegen spielt schon mit festen Positionen und einer starren Gruppentaktik.


    Das eine Spiel gewannen wir 3:2, das andere (Finale) ging nach 0:0 ins 9m Schießen.


    Dabei spielte die Akademie stets nach dem gleichen Schema und die Kids waren nicht in der Lage andere Lösungen zu finden als die einstudierte Taktik.


    Unsere Kids erkannten das Muster sehr schnell und verhinderten so immer wieder erfolgreich den Spielaufbau und konnten für den Gegner überraschend vor deren Tor auftauchen. Deren TW war eine Maschine... Aber das ist zu erwarten bei einem Scouting Team.


    Auch spannend war zu sehen, dass der Gegner zeitweise Probleme hatte, wenn unsere Kids eigenständig Seite und Aufgabe tauschten.


    Ich lese daraus, dass Gruppentaktik im 5+1 noch fehl am Platz ist und die Kinder zu sehr in ihrer Handlungskompetenz und Spielfreude einschränkt. Sie können dann genau eine Aufgabe / Position besonders gut, aber alles andere fehlt.


    Eine Grundordnung und gemeinsame Grundregeln, die die Kids mitgestalten, hingegen können helfen, dass das Spiel an sich nicht völlig vogelwild wird.

  • ruffy85 vielen dankk, du brings genau auf den Punkt was ich (ggf. etwad unglücklich) versuche zu vermitteln. Zwischen den extremen starre Taktik und absolut keine Vorgaben, gibt es noch eine Grauzone "Grundordnung und gemeinsame Grundregeln". Natürlich hat grau unzählige Nuancen, aber das darf auch so sein, weil jedes Kind, jedes Team und jeder Trainer anders ist.

  • Follkao und golfstrom:

    Ich stimme euch vollkommen zu, dass Technik im Kinder/frühen Jugendbereich klare Prio 1 hat.


    Meine taktischen Vorgaben (und ich bezeichne hier mal alles als taktisch, was nicht technisch ist) sollen lediglich dazu dienen, dass ein Spiel ermöglicht wird. Quasi wie die Seitenlinie, die den einzelnen Spieler zwar in seiner Kreativität einschränkt, aber dennoch sinnvoll ist, damit für alle ein sinnvolles Spiel entsteht. Diese regeltechnischen Vorgaben habe ich durch taktische Vorgaben ergänzt, damit sich alle aktiv und jederzeit am Spiel beteiligen können.


    Dass vieles davon in der D Jugend schon keine Rolle mehr spielt und die Kinder später einmal nicht direkt davon profitieren ist mit klar. Wichtig ist, das der berühmte dicke Otto während eines Spiels 5x und nicht nur 1x angespielt wird und dass er sich während des gesamten Spiels 2 anstatt nur 1 km bewegt. Von den Ballkontakten und der Bewegung profitiert er später in jedem Fall (physisch) und von der gesteigerten Beteiligung am Spiel auch (mental).


    Zum Thema kreative, eigenständige Entscheidungen würde mich mal interessieren, wie man das fördert? Ich bin da immer noch bei meinem Beatles Beispiel von oben. Ohne viele einstudierte Varianten (Tonleitern in allen möglichen Tonarten) werden nur sehr wenige Naturtalente eigene Variationen entwickeln können.

    Hier steckt zu viel Diskussionsstoff drin, um es unkommentiert zu lassen.


    Meine taktischen Vorgaben (und ich bezeichne hier mal alles als taktisch, was nicht technisch ist) sollen lediglich dazu dienen, dass ein Spiel ermöglicht wird.

    Deine Definition ist problematisch.

    Ich stimme euch vollkommen zu, dass Technik im Kinder/frühen Jugendbereich klare Prio 1 hat.

    Wenn wir von Taktik sprechen, unterscheiden wir zwischen Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik. Eine Technik ohne Individualtaktik zu vermitteln, ist sinnlos.
    Nehmen wir mal beispielhaft die Ballmitnahme. Wenn ich den Ball mitnehme, muss ich gleichzeitig entscheiden, in welche Richtung ich ihn mitnehme. Davon wiederum ist abhängig, mit welchem Fuß ich ihn mitnehme bzw. ob ich ihn mit der Innen- oder Außenseite mitnehme. Davon wiederum ist abhängig, wie ich mich anspielbar mache: z.B. Ballerwartungshaltung, offene Spielstellung, evtl. Auftaktbewegung, Starten in einen Raum usw. Die reine Ballbehandlung ist somit abhängig von meiner individualtaktischen Entscheidung. Das eine geht nicht ohne das andere.
    Eine technisch perfekte Ballmitnahme in 3 Gegner hinein ist vielleicht schön anzusehen aber trotzdem erfolglos.


    Dass vieles davon in der D Jugend schon keine Rolle mehr spielt und die Kinder später einmal nicht direkt davon profitieren ist mit klar.

    Du bildest bewusst etwas aus, was sie nicht brauchen? Kann man die Trainingszeit nicht sinnvoller nutzen?
    Meines Erachtens hat Deine Vorgabe von Laufwegen je Position ohnehin nichts mit Taktik zu tun.

    Wichtig ist, das der berühmte dicke Otto während eines Spiels 5x und nicht nur 1x angespielt wird und dass er sich während des gesamten Spiels 2 anstatt nur 1 km bewegt.

    Du legst alle an die Leine damit sich einer bewegt? Schule doch besser den einen, die freien Räume zu suchen.


    Zum Thema kreative, eigenständige Entscheidungen würde mich mal interessieren, wie man das fördert? Ich bin da immer noch bei meinem Beatles Beispiel von oben. Ohne viele einstudierte Varianten (Tonleitern in allen möglichen Tonarten) werden nur sehr wenige Naturtalente eigene Variationen entwickeln können.

    Hier kommen wir zur zentralen Frage.
    Eins vorweg: Fußball ist tatsächlich keine Musik. Nicht nur, dass wir es mit einem Ball spielen anstatt mit einem Klavier - jedes Spiel ist auch unterschiedlich, nicht wiederholbar und es gibt generell nur den "first take".

    Wir fördert man nun Kreativität? Technik mit dazugehöriger Individualtaktik schulen, in Spielformen (1:1 bis 4:4, auch Überzahlvarianten) anwenden, Wiederholungsrate durch Provokationsregeln erhöhen. Kinder nicht auf Positionen festnageln.
    Prinzip: "Wir besetzen alle Positionen" anstatt "Jeder hält seine Position."

    Provokationsregeln, die gewünsche Spielsituationen begünstigen, nutzen.

    Ein Beispiel:
    Wer Funinho so coacht, dass die Intensität hoch ist und evtl. ein paar Provokationsregeln reinbringt, wird irgendwann den ersten Gassenpass sehen, ohne den Begriff jemals benutzt zu haben.

    Anderes Beispiel:
    Fußballtraining - Zweikampf mit der Tschechenrolle für Angreifer und Verteidiger | Soccerdrills.de
    Spieler, die es nicht gewohnt sind, ihre Position halten zu müssen, werden bei dieser Übung irgendwann hinterlaufen oder kreuzen. An der Stelle setzt Dein Coaching neu ein: Benennen, was das war und besprechen, was das bewirkt. Z.B. den Abwehrspieler fragen, warum es für ihn an der Stelle schwierig wurde. Du lässt sie also künftige Lösungen selbst erarbeiten und sich gegenseitig erklären. Durch deine Fragestellung sorgst Du dafür, dass sie die Erklärungen selbst bringen. Du fragst also und erklärst nicht selbst. Am Ende kannst Du es nochmals zusammenfassen.


    Ausbildung von Technik/Individualtaktik und Einsatz in gezielten Spielformen sorgt dafür, dass sie viele gruppentaktische Lösungen selbst finden.


    Das Beispiel von ruffy85 passt da hervorragend.


    Deine definierten Laufwege werden Dir oft Lob von außen einbringen: "Jeder kennt seine Aufgabe." usw. Die Lösungen, die für Positionstäusche sorgen, schließt Du damit aber nahezu aus.


    let1612 Funfact: Das Ziel, dass die Spieler besser/genauso gut werden wie ich erreiche ich in der Regel ab der D Jugend. Drei Spieler aus dem Jahrgang von dem ich euch berichtet haben spielen seit der D Jugend in einem NLZ/Top-Leistungsverein bzw. schon einen Jahrgang höher. Im Jahrgang davor/danach hat das nur ein einziger Spieler geschafft und da weiß man noch nicht wie lange er im NLZ bleibt.


    Ob das jetzt an Talent/Glück liegt oder daran, dass ich meinen Spielern von Anfang an ermöglicht habe das Spiel als Ganzes zu lernen und nicht nur als "offensives 1vs1" überlasse ich deiner Interpretation...


    Aber für einen Trainer, der selber nicht mal in der Nähe der Bezirksliga gespielt hat, ist das gar nicht so verkehrt.

    Dein Ernst? Deine Statistik leitest Du aus dem Vergleich zweier Jahrgänge ab? Ich kann so aus dem Stehgreif gar nicht sagen, wie viele spätere NLZ-Spieler ich im Laufe der Jahre begleitet habe. Auf die Idee, einen Zusammenhang zwischen meinem Training und ihrer NLZ-Karriere herzustellen, wäre ich allerdings nie gekommen.

    Die wahren Talente begleiten wir als Trainer im Breitensport meines Erachtens nur. Wenn aber welche dabei sind, denen wir einen Baustein mitgegeben haben, anstatt Kreisliga später Bezirksliga zu spielen, dann ist das schon cool. Leider oder zum Glück werden wir aber auch das nie mit Sicherheit sagen können.

  • mir kommt der Thomas hier viel zu oft zu schlecht weg und wird offensichtlich bewusst falsch verstanden oder seine Beiträge werden nicht gelesen. Ob das ein Ritterschlag ist das ich glaube dich zu verstehen Thomas, steht allerdings auf einem anderen Blatt .. ;)


    Und jetzt kommt Follkao, und du schreibst einen Beitrag der zusammengefasst aussagt "Thomas macht es falsch" und schreibst gleich dazu wie es richtig geht. Nicht in der Art : ich habe da auch eine Idee wie man es machen könnte, sondern mit dem Gusto: ich mache es richtig und du nicht.

    Und dann schließt du mit dem letzten Satz:

    Die wahren Talente begleiten wir als Trainer im Breitensport meines Erachtens nur. Wenn aber welche dabei sind, denen wir einen Baustein mitgegeben haben, anstatt Kreisliga später Bezirksliga zu spielen, dann ist das schon cool. Leider oder zum Glück werden wir aber auch das nie mit Sicherheit sagen können.

    ... wenn es so ist, dass man eh nicht sagen kann woran es liegt, wenn einer später ne Klasse oder 2 höher spielt, wie kann man dann so selbstbewusst ausschließen dass nicht gerade z.b. Thomas (oder andere) mit seiner Art Spieler auszubilden, entscheidend dazu beiträgt später höher zu spielen?

    Entscheiden am Ende Talent und Wille viel eher über den weiteren Werdegang als (uns) Ausbildern/Trainern lieb ist? Frage für einen Freund.

  • Hallo fahrender Vater, danke für die lieben Worte. Aber ich bin tatsächlich auch selber ein bisschen Schuld. Ich nutze/missbrauche das Forum tatsächlich oft, um Themen außerhalb vom "Hannes Wolf Mainstream" zu platzieren. Mit dem stimme ich zwar zu 80% überein, aber zu den 20%, die mir in seinen Videos zu kurz kommen, versuche ich mich hier auszutauschen.


    Leider führt das manchmal dazu, das mir im "Ich erklär dir jetzt mal wie es richtig geht"-Stil beschrieben wird, dass gute Pädagogik völlig ohne Vorgaben auskommt (Finde den Fehler).


    Das erinnert mich stark an die Trainer, die dich mit "bei uns ist am wichtigsten, dass jeder Spaß hat" begrüßen und dann beim ersten Gegentor zum Rumpelstilzchen werden.


    Leider vermindert das oft fehlende "ich hab da auch eine Idee" den Wert dieses Forum aus meiner Sicht ungemein. Was mich wahrscheinlich dazu bringen wird, die Wahrheit weiter auf dem Platz zu suchen und weniger im Internet. Macht irgendwie auch mehr Spaß, grad jetzt im Sommer :-).

  • "Bei uns ist am wichtigsten, dass jeder Spaß hat - und ich bspw. habe am meisten Spaß, wenn ich gewinne" - wer kennt ihn nicht - diesen Satz!

    Tatsächlich finde ich die Beiträge hier sehr konstruktiv und definitiv erzeugen sie ausreichend Output.
    Das Schöne am Fußball ist doch, dass viele Wege am Ende sehr gute Resultate hervorbringen können. Mit Resultate meine ich keine Ergebnisse in dem Sinne, sondern gut ausgebildete Fußballspieler, die mit Spaß beim Sport bleiben.

    Gerade die Nachwuchsarbeit hat sich in den letzten 20-25 Jahren massiv verändert, weil mittlerweile einfach mehr über die Tellerränder geschaut wird und die unterschiedlichen Ansätze aus verschiedenen Länder und von verschiedenen Coaches mit in die Konzepte hineinfließen.


    Ich glaube die Herausforderungen für uns Trainer sind so groß wie nie zuvor. In vielen Gegenden haben wir Schwierigkeiten noch Teams zu stellen, weil der Nachwuchs fehlt. Die Kinder + Jugendlichen haben heutzutage deutlich mehr Alternativen zum Fußball in ihrer Freizeitgestaltung als noch vor 30-40 Jahren. Die Eltern sind heutzutage deutlich sensibler als früher. Die Anzahl der Bolzplatzkicker nimmt deutlich ab.

    Für mich ist der letzte Punkt tatsächlich der schwierigste Punkt von allem. Es wird deutlich weniger außerhalb der Vereine gezockt und dadurch fehlen den Kids schlicht und ergreifend in ihrer Kindheit und Jugend die Ballkontakte.


    Ich habe in meinen über 15 Jahren als Nachwuchstrainer sehr deutlich beobachtet, dass die Kids technisch am stärksten waren, welche viel Zeit außerhalb des Trainings auch gebolzt haben. Brüder/Geschwister, die in ihrem Garten gegeneinander gebolzt haben, Kids, die ganze Wochenenden auf dem Bolzplatz gekickt haben usw.

    Du kannst als Trainer noch so ein gutes Training anbieten, das freie und kreative Spiel über viele viele Stunden auf dem Bolzplatz kannst du nicht ersetzen.


    Deswegen sehe ich es auch als eine wichtige Aufgabe von uns Trainern mit der Kraft unserer Vereine und seinen Mitgliedern dafür zu sorgen, dass Sportplätze entstehen und frei zugänglich sind!

    Hier müssen wir erklären/argumentieren/aufzeigen, welche Bedeutung dies auch für die Qualität unserer Fußballer hat.

    Wenn ihr als Verein in der Position seid, selber die Sportplätze errichten und unterhalten zu können, sorgt dafür, dass sie auch außerhalb des Trainings für Kinder und Jugendliche zugänglich sind. Werbt dafür, dass die Plätze frei auch außerhalb des Trainings genutzt werden können. Es wird euch bessere Fußballer hervorbringen, als ihr je mit Training erreichen könnt!

  • Thomas0815-2

    Ich persönlich freue mich wirklich, dass Du in diesem Forum bist.

    Durch Deine etwas andere Sichtweise schaffst Du es, dass ich meine Ideen vom Kinderfußball hinterfrage.


    Da Du deine "Segel ziemlich weit aufspannst" musst Du natürlich mit Gegenwind rechnen. Bisher ist doch alles ziemlich sachlich geblieben.


    Wenn Du Ausbildungsziele vorziehst, dann musst Du dich nicht wundern wenn dir eine leichte bis mittelstarke Brise entgegen weht.


    Ich habe hier mal einen Link, wie die Wissenschaft die Ausbildung im Kinder- u. Jugendfußball sieht.

    Achtung es ist ein wenig schwierig zu lesen. Alles was rot geschrieben ist, sind Kommentare von "normalen" Trainer. In schwarz sind die Erklärungen der Wissenschaftler. In dem grauen Bereich mit dem roten Balken sind die Pukte noch einmal zusammengefasst was und wie trainiert werden sollte. Leider sind die Alterstufen


    – Anfängerbereich: U5 bis U7

    – Grundlagenbereich: U8 bis U11

    – Aufbaubereich: U12 bis U15

    – Leistungsbereich: U16 bis U19


    sehr klein geschrieben und schlecht plaziert worden.


    lsp20_04_Pietzonka_Hohmann_Ergaenzung_Lit.pdf

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Beitrag von Dirk Coerverfan ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().